Weihnachten

Weihnachten bei den Eltern: Warum ich die Provinz beschimpfe. („Zuhause“, Daniel Schreiber)

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Weihnachten. Die Zeit, in der man in die Heimatorte fährt, wo man auf die Schultern geklopft bekommt.

– Schön, dich auch mal wieder zu sehen
– Kommst ja gar nicht mehr vobei.
– Und den Heimatdialekt kannst du auch nicht mehr.

Und dann, nach einer gewissen Zeit, Vorwürfe. Immer unversteckter, immer expliziter.

– Also, für mich wäre das nichts, in der Großstadt.
– Die ganze Kriminalität, die ganzen Ausländer.
– Ja, das ist ja schön, dass ihr euch Theater leistet. Zahlen wir gern, im Länderfinanzausgleich. Aber irgendjemand muss das Geld halt auch verdienen.
– (Hinter vorgehaltener Hand) Er ist jetzt was Besseres. Er weiß nicht mehr, wo er eigentlich herkommt.

Und dann die Erinnerungen, weswegen man da unbedingt fort wollte.

Die Demütigungen, der Hass. Schwule Sau!, Kommunistendrecksack!

Keine Angst, ich weiß noch, wo ich herkomme. Das vergesse ich euch nicht.

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…schrieb Netzfreund F. neun Tage vor Heiligabend.

„Sehr starke, sehr traurige Zeilen“, kommentierten seine Leser*innen, „Kommt mir bekannt vor“ oder einfach „Oha“ und „Sorry“.

Ich weiß nicht, ob es mir bekannt vorkommen darf oder sollte:

Als Teenager habe ich mehr Mitschüler mit Worten verletzt, als mich verletzten. Ich wurde nie ernsthaft homophob beschimpft oder gemobbt – und mir hat nie jemand gespiegelt, dass ich auf meiner Schule, in meinem Dorf keinen Platz habe. Man fand mich seltsam, affig, abgehoben, arrogant. Manchmal auch einfach langweilig. Ich wusste: So richtig passt das alles nicht, fast immer.

Doch ich sagte viel öfter, lauter, aggressiver „Ich will weg“, „Das reicht nicht“, „Ich fühle mich hier nicht wohl“…

…als dass man mir sagte „Hau ab!“ oder „Du reichst uns nicht!“

Ich dürfte keinen Text posten, wie F. ihn schrieb.

Doch ich überlege fast jeden Tag, sobald mich der Gedanke an mein Dorf, das Leben in der angrenzenden Kleinstadt und das Leben in Heilbronn (…wo drei meiner engsten Freundinnen mittlerweile leben, glücklich) beklemmen oder deprimieren: Darf ich das eng, beklemmend finden – oder bin ich einfach zu stur oder zu blöd, um dort glücklich zu sein? 

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„Je weiter ich von dort, wo ich aufgewachsen war, weg kam, desto freier fühlte ich mich, desto mehr kam ich zu mir selbst, desto besser ging es mir.“

…schreibt Daniel Schreiber in „Zuhause“, einem 120 Seiten langen Essay über Sehnsucht, Geborgenheit, Identität und die Frage, wie man sich alte, bekannte und ganz neue Orte persönlich erschließen, erkämpfen, erarbeiten kann – und, wo solche Arbeit vergebens ist. Schreibers Buch erscheint erst am 20. Februar 2017; Hanser Berlin schickte mir ungefragt ein Leseexemplar. Ausführlich darüber sprechen, als Literaturkritiker, darf ich noch nicht.

Doch eine Stelle geht mir nicht aus dem Kopf:

„Es ist ein Irrtum, die Welt, aus der wir kommen, zu verklären […]. Für viele von uns ist es der schwierigste Ort, den wir in unserem Leben kennen, der Ort, an dem wir die meisten Konflikte austragen, der Ort, an dem wir uns im Leben am meisten reiben – der Ort, in anderen Worten, an dem wir uns am allerfremdesten fühlen.“

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Meine Eltern sind seit fast 20 Jahren geschieden – doch feiern immer noch gemeinsam Heiligabend: Ich bin stolz darauf, wie respektvoll die beiden miteinander umgehen und ich bin recht froh, meinen Vater in diesem Rahmen zu sehen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag, jedes Jahr seit 2001, treffen sich meine Schulfreund*innen zum Raclette-Essen: Ich freue mich schon Monate vorher, alle wieder zu sehen, in einem festlichen Rahmen, Buchgeschenke zu verteilen, die neuen Wohnungen zu bewundern und viele Fragen zu stellen, die ich per Mail oder am Telefon nicht stellen kann.

Heiligabend in der Familie und das Freundeskreis-Raclette sind Traditionen, die mir wichtig sind – und Abende, auf die ich auf keinen Fall verzichten will: Einige meiner stärksten oder wertvollsten Erinnerungen stammen aus diesen Abenden, ich liebe die Kontinuität – und weiß, dass ich willkommen bin, erwünscht, und sich fast alle immer sehr freuen, mich zu sehen.

Trotzdem kosten beide Abende – und ihre Vorbereitung, meine Anreise, und die Versuche, Enttäuschungen, Missverständnisse, sehr private, kurze Momente vor, auf und nach diesen Treffen zu verarbeiten – Kraft: Ich bin ab dem 27. Dezember oft tagelang müde. Ich habe nie Lust, Geld, Energie, schon für Silvester neue große Pläne zu machen.

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„Freund G. feiert Weihnachten in einer Großfamilie, tagelang. Das kostet Kraft, aber: „Hinter allem [steht] die Lektion, dass am Ende das große Ganze zählt, nicht jede einzelne Stimmung, nicht jedes einzelne Wort.“ Das Anstrengende daran, in Berlin zu leben und die Zuhause-Freund*innen in Süddeutschland (die meisten: ohne Facebook) nur ca. alle zehn Wochen zu sehen, ist, dass ich solche Treffen oft behandle wie ein… Drive-by-ShootingAllen SCHNELL sagen, wie sehr ich sie mag. Alle Fragen zwischen Tür und Angel stellen. „Ihr seid mir wichtig!“-Signalraketen und -Beteuerungen senden. Und dann wieder, wochenlang: kein Kontakt“

…schrieb ich auf Facebook über diese Raclette-Abende.

Doch es gibt ein zweites, größeres Problem:

Beide Abende sind wichtig. Doch sie sind nicht besonders schön, für mich.

Immer wieder schütteln mich Dinge durch – viel länger und stärker, als sie sollten:

Seit ich zuletzt daheim bei meiner Mutter war, Anfang November, hängte sie zwei große gerahmte Fotos zurück in den Flur. Beide zeigen unsere Familie, wie sie in den 80er Jahren war: Mein Vater stolz, meine Mutter unsicher, abgekämpft, mein Bruder und ich in einem Alter, von dem ich glaube, dass meine Mutter es bei Kindern am schönsten findet: Ich konnte nicht lesen. Familie war mein Lebensmittelpunkt. Ich war noch nicht so… seltsam, affig, abgehoben, arrogant wie später mit 9, mit 15, mit 19.

Vor ein paar Wochen kam mein Partner zu Besuch – hier in Süddeutschland. Das Dorf feierte gerade Kirchweih, und meine Mutter erzählte uns, man könne das schwer vergleichen: eine Handvoll Süßigkeiten- und Verkaufsstände, ein Karussell… in ihrer Kindheit in den 60er Jahren war das unbeschreiblich. „Und Bürsten wurden da verkauft! Wo hätte man die kaufen sollen, den Rest des Jahres? Da haben sich alle drauf gefreut.“

Bürsten, Mama? Der Händler auf der Kirchweih war eure einzige Möglichkeit, Bürsten zu kaufen?

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Mit 17 fuhr meine Mutter täglich nach Heidelberg, auf eine Haushaltungsschule. Ich hing noch in der Kreisstadt. Mit 19 fuhr sie nach Wien und Ungarn, allein. Mit Mitte 20 baute sie ein Haus, mit Ende 20 hatte sie Kinder, ihr Leben hat sich in einer Geschwindigkeit (und: Selbstverständlichkeit) geweitet, beschleunigt, entwickelt… mit der mein Leben nicht mithalten kann.

Ich bin nicht sicher, warum sie mir vor allem die rustikalen und fast… vormodernen Geschichten erzählt: Dass sie als Kind bei jedem Gewitter aufgeweckt wurde und in der Küche kauern sollte, falls ein Blitz einschlägt. Dass sie in den Sommerferien Tabakblätter auf Schnüre fädelte, die dann in Scheunen getrocknet wurden. Das Klo war außerhalb des Wohnhauses, die Wände waren mit Zeitungspapier tapeziert, und eine Meldung betraf Picasso und seine Geliebte. „Wie hätte ich sonst je wissen können, wer Picasso war? Das war etwas ganz Besonderes!“

Mit 18 sah sie mit ihrem Vater „Der letzte Tango in Paris“: Mein Opa wollte mitreden können oder ihr die Gelegenheit geben, danach einen Gesprächspartner zu haben – falls der Film zu viel für sie gewesen wäre. Das sind die Geschichten, die ich gern hören würde. Die Stellen, an denen meine Mutter ihrer Zeit voraus war. Mutiger. Hungriger. Oft aber klingt sie, als hätte ihr gar nichts gefehlt zum großen Glück – als still, duldsam, passiv monatelang auf die Kirchweih zu warten. Und den Bürstenverkäufer.

Neulich drückte sie „gefällt mir“ auf der Facebook-Seite von „Manufactum“.

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Sobald ich in Berlin Berliner treffe, erkläre ich ihnen viel zu schnell, warum ich nicht viel Lebensqualität aus Berlin ziehen kann: zu grau, zu karg, zu wenig Urban Density, keine wintertauglichen Third Spaces, die ich zu Fuß bequem erreichen kann.

Sobald jemand Hildesheim erwähnt – die Stadt, in der ich fünf Jahre lang studierte – will ich erklären, warum ich dort nicht glücklich war: zu wenig queere Menschen und Diversity, die immer gleichen wenigen Studierenden in allen Seminaren, das städtische Leben fast ohne Akademiker, Buchhandlungen, progressive Kultur.

Fünf Jahre lang war ich jeden Winter in Toronto, den Rest der Zeit zurück im Dorf, im leeren Haus meiner toten Großeltern. Ich glaube, im Vergleich zu vielen Leuten, die fort zogen, kann ich meiner Heimatregion (und, sowieso: meinen alten Freunden und meiner Familie) sehr viel abgewinnen: „Du bist noch so oft daheim? Du drehst nicht durch, nach zwei Tagen?“ Ich poste Fotos. Ich lade Leute ein, mich hier im Dorf zu besuchen. Ich schreibe einen Roman über mein elftes Schuljahr – das nirgendwo anders so dicht und wichtig hätte werden können.

Die Menschen hier geben mir sehr viel – sie wohnen nur meist viel zu lange, zermürbende Autofahrten weit weg von meinem eigenen Dorf: Egal, wen ich sehen will – ich sitze dafür 90 Minuten lang allein im Auto; das ich mir vorher von meiner Mutter leihen muss. Das Licht, die viele Natur, die Freude meiner Mutter, sobald ich zu Besuch komme oder länger hier schreibe, arbeite… ich kann hier auftanken.

Ich habe nur zu schnell das Gefühl, dass alle Menschen von hier, sobald sie mich ansehen und sagen „Schön – oder?“ meinen „Eigentlich fehlt hier nichts“ – und deshalb antworte ich ungefragt auf jedes „Schön – oder?“ mit einem „Mir fehlt DAS. Und DAS hat mich als Teenager schon genervt. Und DAS reicht nicht. Und DAS ist in Städten auch viel besser.“

Von 60 Tagen verbringe ich etwa zehn im Dorf. Das sind sieben oder acht Wochen im Jahr.

Es nicht SO schlimm, 50 Tage lang keinen Bahnhof vor der Tür zu haben. Keine S-Bahn. Keine Restaurants, die ich bequem erreichen kann. Keine Buchhandlungen. Keine sichtbaren queeren Menschen, keine postmigrantischen Theaterstücke, keine Cafés voller Laptops.

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Mein Fehler – jedes Jahr, zu Weihnachten:

Dass ich immer genau den Leuten, die freiwillig und gern hier leben, sobald wir uns kurz sehen, zeigen will, warum ich in Toronto und New York glücklicher war. Warum ist mir wichtig, dass ausgerechnet jene Freund*innen, denen das Leben in einer Stadt wie Heilbronn genügt, die nie im Ausland leben wollten, die eine Familie gründen, statt sich immer wieder auf neue Begegnungen und neue Bekanntschaften an neuen Orten zu stürzen, mir sagen: „Ja. Du hast mich überzeugt. Stefan? Ich verstehe, dass du das Leben in Städten schneller, reicher, dynamischer, stimulierender empfindest“?

Ich behandle – ausgerechnet – die Leute, die gern hier leben, wie eine Jury, die mir immer wieder bestätigen soll, dass meine Langeweile, mein Überdruss, mein Augenrollen oft gerechtfertigt sind. Meine städtischen, meine queeren, meine Akademikerfreunde fragen sich, warum ich so oft zurück komme, so viel Zeit im Dorf verbringe: „Was gibt dir das? Mir gäbe das nichts.“ (Denen müsste ich meinen Überdruss gar nicht erklären.)

Meine Provinzfreunde aber fragen: „Was hast du denn dagegen?“ (und: „Nenn uns doch bitte nicht ‚Provinzfreunde‘! Das klingt ja schlimm.“).

Die „Jury“ fühlt sich dann als Angeklagte.

Ich treffe Menschen, auf die ich mich seit Wochen freue – und sage: „Der Fernbus war teuer und schwer zu erreichen. Die Fahrt in Mamas Auto dauerte ewig. Heilbronn gibt mir nichts. All dieses Hin-und-Herfahren zermürbt mich. Meine Facebook-Freunde wissen mehr von mir als ihr, mittlerweile. Das Raclette kostet Kraft. Mir fällt hier kein Café ein, in dem ich gern sitzen würde. Ach… und kommt mich gern in Berlin besuchen. Aber da ist es trostlos, grau, kalt und alles liegt zu weit auseinander.“

Waren für meine Mutter wirklich die biederen 80er Jahre in der Kleinfamilie die schönste Zeit des Lebens? War noch früher die Kirchweih einer der schönsten Tage ihres Jahres? Und wenn: Ist das so schlimm für mich? Warum werde ich wütend, sobald jemand sagt: Struktur ist gut. Nachbarn sind gut. Das Dorf ist groß genug. Alles, was wichtig ist, ist um uns herum ausreichend vorhanden. Eigentlich ist alles da. Das passt schon, im Großen und Ganzen.

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Ich glaube, Weihnachten wird leichter, sobald ich diese Großstadt-Plädoyers, Wegzieh-Rechtfertigungen verschiebe: Fast alle Menschen, mit denen ich regelmäßig spreche, schreibe, befreundet bin, verstehen sofort, dass ich in einem Dorf nicht sonderlich gut aufgehoben bin. Aber die Leute, von denen ich mir am dringendsten wünsche, zu hören „Klar. Geh! Ich glaube nicht, dass du hier glücklich werden könntest“, sind die Leute, die hier glücklich wurden. Oder daran arbeiten. Und sagen: „Hör auf, zu jammern, dass hier alles fehlt. Hier ist so viel. Du müsstest dir nur mehr Mühe geben.“

Der Tag, an dem ich richtig gern hier bin, ist nicht der beste Tag, um allen dauernd ungefragt und wütend zu erklären, warum ich grundsätzlich lieber woanders bin.

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Die besten Geschenke 2016: Buchtipps und Empfehlungen zu Weihnachten

schwule Literatur, deutschsprachig

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die zehn Bücher, die ich am häufigsten verschenke:

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Fun Home: Eine Familie von Gezeichneten  The Notebook, The Proof, The Third Lie: Three Novels  Revolutionary Road  The Road  To Kill a Mockingbird (To Kill a Mockingbird #1)

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Der Garten Eden  Weiter leben. Eine Jugend.  Daytripper  The Summer Book  Das große Los

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Buchtipps sind… sinnlos. In meinem privaten (Zuhause-)Freundeskreis jedenfalls:

Es fällt mir leichter (und wirkt weniger… übergriffig / aufdringlich), auf Amazon Marketplace, Medimops oder Rebuy zwei, drei gebrauchte Ausgaben zu kaufen und zu verschenken – statt Freunden mit Kaufempfehlungen in den Ohren zu liegen.

Sobald ich denke “Er/sie hätte Spaß, mit diesem Buch”, kaufe ich eine billige Ausgabe.

Hier: Die Bücher und DVDs, die ich 2015 und 2016 verschenkte. 95 Prozent davon: selbst schon gelesen, und sehr gemocht.

Blau markierte Titel kamen sehr gut an.

Rot markierte Titel kamen schlecht an.

verschenkt 2011 | verschenkt 2012 | verschenkt 2013verschenkt 2014

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Geschenke 2015 und 2016:

Kinder:

Sohn einer Schulfreundin, im April geboren:

  • Frans Lanting: „Auge in Auge“ (Coffee-Table-Book mit Tierfotos, Link)

Pflegetochter meiner besten Freunde, 2:

  • Eva Muggenthaler: „Fish on a Walk“ (Bilderbuch, Link)

meine Nichte, 2:

  • JonArno Lawson: „Sidewalk Flowers“ (Bilderbuch, Link)
  • Katharina Grossmann-Hensel: „Eltern richtig erziehen“ (Bilderbuch, Link)

meine Patentochter, 3:

  • JonArno Lawson: „Sidewalk Flowers“ (Bilderbuch, Link)
  • Jeff Mack: „Gut gelaufen! Schlecht gelaufen!“ (Bilderbuch, Link)
  • Oyvind Torsetter: „Das Loch“ (Bilderbuch, Link)
  • Karsten Teich: „Wir sind 1 a“ (Bilderbuch, Link)

mein Neffe, 7:

  • „Star Wars: Rebels“, Staffel 1 (DVD, Link)
  • „Avatar: Herr der Elemente“, Staffel 1 (DVD, Link)
  • Kiyohiko Azuma: „Yotsuba!“ (Manga, Band 1 und 2, Link)

Sohn meiner besten Freunde, 9:

  • Eiichiro Oda: „One Piece“, Band 1 (Manga, Link; er las dann alle 70+ Bände)
  • Yusei Matsui: „Assassination Classroom“, Band 1 (Manga, Link; er las dann alle ca. 14 Bände)
  • Art Balthazar, Franco: „Superman Family Adventures“, Band 1 und 2 (Kinder-Comics, Link)
  • Guy Delisle: „Ratgeber für schlechte Väter“ (Cartoons, Link)
  • Brian Selznick: „Wunderlicht“ (Kinderbuch, Link)
  • „Superman: Die Abenteuer von Lois & Clark“, Staffel 1 (DVD, Link)

Tochter meiner besten Freunde, fast 15:

  • Kiyohiko Azuma: “Yotsuba&!”, Band 13 (Manga, Link)
  • Anne Frank: „Tagebuch“ (Link)
  • Jean Kwok: „Goodbye, Chinatown“ (Memoir, Link)
  • Jean-Paul Sartre: „Geschlossene Gesellschaft“ (Theaterstück, Link)
  • Nick Burd: „Die Wonnen der Gewöhnlichkeit“ (Jugendbuch, Link)
  • Stephen Chbosky: „Vielleicht lieber morgen“ (Jugendbuch, Link)
  • Kaoru Mori: „Young Bride’s Story“, Band 1 (Manga, Link)
  • CLAMP: „Wish“, Komplettausgabe, 1 bis 4 (Manga, Link)

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Eye to Eye Fish On A Walk Sidewalk Flowers Good News, Bad News Das Loch Yotsuba&!, Vol. 01 (Yotsuba&! #1) One Piece, Bd.1, Das Abenteuer Beginnt (One Piece, #1) 暗殺教室 1 [Ansatsu Kyoushitsu 1] (Assassination Classroom, #1) Superman Family Adventures, Vol. 1 Ratgeber für schlechte Väter Wunderlicht Tagebuch der Anne Frank Girl in Translation Geschlossene Gesellschaft Die Wonnen der Gewöhnlichkeit Vielleicht Lieber Morgen A Bride's Story, Vol. 1 (A Bride's Story, #1) Wish, Vol. 01 (Wish, #1)

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Frauen:

meine Schwester, 24:

  • Christoph Kucklick: „Die granulare Gesellschaft“ (Sachbuch, Link)
  • David McCandless: „Information is beautiful“ (Infografiken, Link)
  • Florian Illies: „Generation Golf“ (Sachbuch, Link)
  • Ralf Grauel: „Deutschland verstehen“ (Infografiken, Link)
  • Christiane Neudecker: „Boxenstopp“ (Roman, Link)

Pädagogin, gerade Mutter geworden, 33:

  • Stewart O’Nan: „Die Chance“ (Roman, Link)
  • Valerian Tornius: „Zwischen Hell und Dunkel: Ein Rembrandt-Roman“ (Roman, Link)
  • Tobias Wolff: „This Boy’s Life“ (Memoir, Link)
  • Meike Winnemuth: „Das große Los“ (Reisereportage, Link)

Pädagogin, 33:

  • Meike Winnemuth: „Das große Los“ (Reisereportage, Link)
  • Slavenka Drakulic: „Als gäbe es mich nicht“ (Roman, Link)
  • Agota Kristof: „Das große Heft“ (Roman, Link)

Ärztin, 33 – mochte „‚Mind-Boggling‘, Evening Post“ von Max Goldt:

  • Max Goldt: “Quitten für die Menschen von Emden bis Zittau” (Kolumen, Link)
  • Max Goldt: “Die Kugeln in unseren Köpfen” (Kolumnen, Link)
  • Max Goldt: “Der Krapfen auf dem Sims” (Kolumnen, Link)
  • Max Goldt: “Ä“ (Kolumnen, Link)
  • Haruki Murakami: „Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt“ (Roman, Link)

Pädagogin, 34:

  • Anna-Katharina Hahn: „Am schwarzen Berg“ (Roman, Link)
  • Andreas Maier: „Das Zimmer“ (Roman, Link)
  • Maria Semple: „Wo steckst du, Bernadette?“ (Roman, Link)
  • James Baldwin: „100 Jahre Freiheit ohne Gleichberechtigung“ (Bürgerrechts-Manifest, Link)
  • Tina Fey: „Bossypants. Haben Männer Humor?“ (Memoir, Link)

Pädagogin, 34 – liest fast nur Theaterstücke und Comics/Mangas:

  • Ryan North: „Squirrel Girl“ (Comic, Link)
  • Kou Yaginuma: „Twin Spica“ (Manga, Band 1 und 2, Link)

Bürokauffrau, 37:

  • Jean-Dominique Bauby: „Schmetterling und Taucherglocke“ (Memoir, Link; dazu die Verfilmung auf DVD)
  • Markolf Hoffmann: „Ines öffnet die Tür“ (Jugendbuch, Link)

Krankenschwester, ca. 60:

  • Heide Koehne: „Der Buchladen“ (Roman, Link)
  • Slavenka Drakulic: „Als gäbe es mich nicht“ (Roman, Link)

meine Mutter (ehem. Arzthelferin, Anfang 60):

  • „Orphan Black“, Staffel 1 (DVD, Link)
  • „Mad Men“, Staffel 7 (DVD, Link)
  • Jenny Erpenbeck: „Gehen, ging, gegangen“ (Roman, Link)
  • Philippe Vigand, Stéphane Vigand: „Verdammte Stille“ (Memoir, Link)
  • Anna Wimschneider: „Herbstmilch. Lebenserinnerungen einer Bäuerin“ (Memoir, Link)
  • David Levithan: „Two Boys Kissing“ (Jugendbuch, Link)
  • Maria Semple: „Wo steckst du, Bernadette?“ (Roman, Link)

Mutter einer Schulfreundin, in Santa Monica aufgewachsen, Ende 60:

  • Emmanuel Guibert: „How the World was. A California Childhood“ (Graphic Novel, Link)
  • Richard Yates: „Revolutionary Road“ (Roman, Link)

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Die granulare Gesellschaft: Wie das Digitale unsere Wirklichkeit auflöst The Visual Miscellaneum: A Colorful Guide to the World’s Most Consequential Trivia Generation Golf. Eine Inspektion Deutschland verstehen Boxenstopp: Roman Die Chance Zwischen Hell und Dunkel. Ein Rembrandt-Roman This Boy's Life Das große Los Das große Heft Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau Die Kugeln in unseren Köpfen. Der Krapfen auf dem Sims. Ä Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt Am Schwarzen Berg Das Zimmer Wo steckst du, Bernadette? The Fire Next Time Bossypants The Unbeatable Squirrel Girl, Volume 1: Squirrel Power Twin Spica, Volume: 01 Schmetterling Und Taucherglocke Ines öffnet die Tür Der Buchladen Gehen, ging, gegangen Verdammte Stille Herbstmilch Two Boys Kissing: Jede Sekunde zählt How the World Was: A California Childhood

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Männer:

Hotelkaufmann, 26 – reiste nach Thailand:

  • Alex Garland: „Der Strand“ (Roman, Link)
  • Josef Haslinger: „Phi Phi Island. Ein Bericht.“ (Memoir, Link)

Mein Bruder – Mechatroniker, 31:

  • “Community“ (DVD, Staffel 1, Link)
  • „Homeland“ (DVD, Staffel 1, Link)
  • „The Americans“ (DVD, Staffel 1, Link)

Ingenieur, 32:

  • David Eagleman: „Fast im Jenseits“ (tolle Gedankenspiele, Link)
  • Greg Rucka: „Lazarus“, Band 1 (Comic, Link)

Lyriker, 33 – Fan von Nonsens-Texten und Satire:

  • Edgar Hilsenrath: „Zibulsky“ (satirische Kurztexte, Link)

Bankkaufmann, 35:

  • Haruki Murakami: „Naokos Lächeln“ (Roman, Link)
  • Haruki Murakami: „Mister Aufziehvogel“ (Roman, Link)
  • Sebastian Haffner: „Die Geschichte eines Deutschen“ (Memoir, Link)
  • Arthur Miller: „Focus“ (Roman, Link)
  • Nicholson Baker: „Menschenrauch“ (Geschichts-Sachbuch, Link)
  • Josef Haslinger: „Phi Phi Island. Ein Bericht.“ (Memoir, Link)
  • Geoff Dyer: „Sex in Venedig, Tod in Varanasi“ (Roman, Link)
  • Tina Fey: „Bossypants: Haben Männer Humor?“ (Memoir, Link)
  • Octavia Butler: „Vom gleichen Blut“ (Roman, Link)
  • W.G. Sebald: „Die Ausgewanderten“ (Roman/Kurzgeschichten, Link)

Kunstpädagoge, 36:

  • Edouard Levé: „Autoportrait“ (Memoir/Textmontage, Link)
  • Gertraud Klemm: „Muttergehäuse“ (Memoir, Link)
  • David Eagleman: „Fast im Jenseits“ (tolle Gedankenspiele, Link)
  • Raymond Briggs: „Ethel & Ernest“ (Graphic Novel, Link)

Mathe- und Sportlehrer, 36:

  • Sebastian Haffner: „Die Geschichte eines Deutschen“ (Memoir, Link)
  • Sebastian Christ: „Was von Deutschland übrig bleibt“ (Reportage, Link)
  • Anna Funder: „Stasiland“ (Reportage, Link)

mein Vater, Mechatroniker, 60:

  • “Der Gigant aus dem All“ (DVD, Link)
  • „Boyhood“ (DVD, Link)
  • „Gravity“ (DVD, Link)
  • „Vielleicht lieber morgen“ (DVD, Link)

…und ich sah meinen US-Lieblingsautor, Stewart O’Nan, im Sommer in Freiburg und moderierte eine seiner Lesungen. O’Nans Roman „West of Sunset“ spielt unter Drehbuchautoren im Hollywood der 40er Jahre, und ich musste an eine Graphic Novel denken, das im selben Milieu spielt und mich sehr begeisterte – also schenkte ich es ihm:

  • Ed Brubaker: „The Fade Out“, Band 1 (Graphic Novel, Link)

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Der Strand Phi Phi Island: Ein Bericht Fast Im Jenseits Lazarus, Vol. 1: Family Zibulsky oder Antenne im Bauch: Satiren Naokos Lächeln Mister Aufziehvogel Geschichte eines Deutschen Fokus Menschenrauch Wie Der Zweite Weltkrieg Begann Und Die Zivilisation Endete Sex in Venedig, Tod in Varanasi Vom gleichen Blut Die Ausgewanderten Autoportrait Muttergehäuse Ethel and Ernest Was von Deutschland übrig bleibt: eine Wanderreportage Stasiland The Fade Out: Act One

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mein Partner und ich wohnen zusammen – und ich kaufe/schenke ihm fast nie Bücher: Er liest meine Ausgaben mit, statt sich ein eigenes, zweites Exemplar zu holen. Bücher, die ich ihm empfahl, und die er las, seit Ende 2014:

Freund M., Florist, 35:

  • Barbara Pym: „Vortreffliche Frauen“ (Roman, Link)
  • Francois Truffaut: „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ (Interview, Link)
  • Alice Walker: „Die Farbe Lila“ (Roman, Link)
  • Anna Katharina Hahn: „Am schwarzen Berg“ (Roman, Link)
  • Anna Katharina Hahn: „Kürzere Tage“ (Roman, Link)
  • Christoph Schmitz: „Das Wiesenhaus“ (Roman, Link)
  • Erik Neutsch: „Spur der Steine“ (Roman, Link)
  • Ruth Klüger: „weiter leben“ (Memoir, Link)
  • Anonyma: „Eine Frau in Berlin“ (Memoir, Link)
  • Anna Wimschneider: „Herbstmilch“ (Memoir, Link)
  • Erich Maria Remarque: „Drei Kameraden“ (Roman, Link)
  • Kazuo Ishiguro: „Was vom Tage übrigblieb“ (Roman, Link)
  • R.C. Sherriff: „Septemberglück“ (Roman, Link)
  • Ernest Hemingway: „Der Garten Eden“ (Roman, Link)
  • Ariel Magnus: „Zwei lange Unterhosen der Marke Hering“ (Memoir, Link)
  • Joan Didion: „Das Jahr magischen Denkens“ (Memoir, Link)
  • Terezia Mora: „Der einzige Mann auf dem Kontinent“ (Roman, Link)
  • Josef Haslinger: „Phi Phi Island. Ein Bericht.“ (Memoir, Link)
  • Valerian Tornius: „Zwischen Hell und Dunkel. Ein Rembrandt-Roman“ (Link)
  • Haruki Murakami: „Naokos Lächeln“ (Roman, Link)
  • Marc Degens: „Fuckin‘ Sushi“ (Roman, Link)
  • Leif Randt: „Schimmernder Dunst über CobyCounty“ (Roman, Link)

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Vortreffliche Frauen Mr. Hitchcock, Wie Haben Sie Das Gemacht? Die Farbe Lila Am Schwarzen Berg Kürzere Tage Das Wiesenhaus Spur der Steine: Roman weiter leben: Eine Jugend Eine Frau in Berlin Herbstmilch Drei Kameraden Was vom Tage übrigblieb Septemberglück Der Garten Eden Zwei lange Unterhosen der Marke Hering Das Jahr magischen Denkens Der einzige Mann auf dem Kontinent Phi Phi Island: Ein Bericht Zwischen Hell und Dunkel. Ein Rembrandt-Roman Naokos Lächeln Fuckin Sushi Schimmernder Dunst über Coby County

Buchtipps Weihnachten, Herbst, Frankfurter Buchmesse 2015: die besten Romane

die besten Romane 2015 wordpress

Angelesen, vorgemerkt, entdeckt: meine Vorauswahl der literarischen Neuerscheinungen im Herbst 2015. Neue Bücher für die Zeit zwischen Herbstanfang, Frankfurter Buchmesse und Weihnachten.

Jeden Winter suche ich Romane / Neuerscheinungen und mache eine erste Liste für die Bücher des Jahres:

Jeden Spätsommer mache ich eine Liste mit Neuerscheinungen zur Frankfurter Buchmesse (Link 2014): eine erste Longlist der Bücher, die ich bis Ende des Jahres u.a. für ZEIT Online(an-)lesen, sichten, sortieren will.

Hier meine Auswahl für Herbst und Winter 2015. Ergänzungen / Empfehlungen sind willkommen – vielen Dank! Bücher aus kleineren Verlagen sind noch nicht auf der Liste, weil ich bisher nur via Goodreads gesucht und sortiert habe; und Indie-Bücher oft keine Goodreads-Einträge haben.

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fünf aktuelle Bücher, gelesen: Empfehlungen!

1. “Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969”, Frank Witzel, Matthes & Seitz

  • Shortlist zum deutschen Buchpreis 2015
  • 800-Seiten-Kindheits-und-Erinnerungsbuch über die BRD, Matthes & Seitz
  • sehr überbordend, albern, mäandernd, voller Zitate und Zeitgeschichte
  • ein anspruchsvoller und ca. 350 Seiten zu langer Roman: es gibt deutlliche Hänger… aber so viel Erzählfreude, Originalität, Überraschungen: tatsächlich ein literarisches Ereignis.

“Ein Spiegelkabinett der Geschichte im Kopf eines Heranwachsenden: Erinnerungen an das Nachkriegsdeutschland, Ahnungen vom Deutschen Herbst; das dichte Erzählgewebe ist eine explosive Mischung aus Geschichten und Geschichte, Welterklärung, Reflexion und Fantasie: ein detailbesessenes Kaleidoskop aus Stimmungen einer Welt, die 1989 Geschichte wurde. Ein mitreißender Roman, der den Kosmos der alten BRD wiederauferstehen lässt.” [Klappentext, gekürzt.]

Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

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2. Jenny Erpenbeck, “Gehen ging gegangen”, Knaus

  • Shortlist zum deutschen Buchpreis 2015
  • 352 Seiten, Knaus
  • Professor mit Sinnkrise sucht Kontakt zu Geflüchteten am Berliner Oranienplatz
  • politischer Roman über die Frage, wie Engagement hilft und was Menschen einander geben können: die Sprache ist sehr simpel, vieles wirkt didaktisch, erklärend, etwas kunstlos… aber keinem Buch wünsche ich 2015 mehr Leserinnen und Leser. Informativ, menschlich, sympathisch und klug.
  • ich mochte “Das alte Kind” nicht, Erpenbecks staubige, viel zu betuliche Kurzgeschichten. auch hier im Portrait wirkt sie verkrampft (Link: könnte aber auch an der Journalistin liegen). aber “Heimsuchung” gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Erpenbeck ist keine sehr „junge“ oder frische Erzählerin.

“Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika zu suchen, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, und weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist.” [Klappentext, gekürzt.]

Gehen, ging, gegangen …und, große Empfehlung: Heimsuchung

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3. Ulrich Peltzer, „Das bessere Leben“

  • Shortlist zum deutschen Buchpreis 2015
  • 448 Seiten, S. Fischer
  • sehr kühler, sperriger, aber kluger Roman über Manager über 50, die 2006 aus dem Koffer leben und entscheiden müssen, welchen Platz sie Beruf, Familie und Liebe einräumen.
  • erst ab ca. Seite 240 nimmt der Roman Fahrt auf: viel Vorlauf, viele Zeitsprünge und Auslassungen, an vielen Stellen prätenziös, ins Leere laufend.
  • den deutschen Buchpreis hat Peltzer nicht verdient. aber ich hatte Spaß daran, mich durch ein sehr trockenes, aber komplexes und überraschend warmherziges Buch zu beißen.

„Aus ehemaligen Revolutionären sind Manager geworden, Akteure der Wirtschaft. Sie sind involviert in globale Geschäfte zwischen Mailand, Südamerika und China, ihre Deals sind dubios. Haben sie alles verraten? Was heißt es heute in dieser Welt, gut zu leben? Jochen Brockmann ist erfolgreicher Sales Manager, doch er verstrickt sich in ein abstürzendes System. Die Bank gibt keinen Kredit mehr, Indonesien investiert nicht, es bieten sich die Chinesen an. Sylvester Lee Fleming ist ein skrupelloser Geschäftemacher, Finanz-Investor und Risiko-Berater. Er erscheint, als Retter, Verführer und Versucher. Ist er ein Abgesandter des Teufels oder nur ein Psycho? Er kreuzt Brockmanns Weg. Ist das Zufall oder Plan?“

Das bessere Leben

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4. David Levithan, „Two Boys kissing – jede Sekunde zählt“

  • 288 Seiten, S. Fischer
  • das beste Jugendbuch, das ich 2013 las, endlich auf Deutsch.
  • mehr schwule, lesbische, queere Jugendbuch-Tipps hier.
  • für ZEIT Online schrieb ich 2013: „In US-amerikanischen Jugendbüchern tut sich stilistisch oft nicht viel: Stakkatosätze. Präsens. Sekundenrealismus, nah am Ich-Erzähler. Alles klingt gleich. Nichts irritiert. Eine Ausnahme ist David Levithan, der in zehn Jahren fast 20 Bücher über Paare, Selbstverwirklichung und Partnerschaft-als-Selbstverwirklichung schachtelte. Jedes klang anders. Allerdings ist Two Boys Kissing der erste Levithan-Roman, der mich überzeugt: Acht schwule Jugendliche auf dem Land, 50 Stunden persönlichste Katastrophen und Triumphe, brillante Perspektivwechsel, Schnitte. 200 Seiten nichts als Sätze, die Leser zum Weinen bringen wollen. Vor Wut. Freude. Begeisterung. Ein hoher Ton.“

„Craig und Harry wollen ein Zeichen für alle schwulen Jungs setzen. Dafür küssen sie sich. 32 Stunden, 12 Minuten und 10 Sekunden. So lange dauert es, um den Weltrekord im Langzeitküssen zu brechen. So lange dauert es, das Leben aller schwulen Pärchen in der Umgebung für immer zu verändern… Geschickt verwebt David Levithan all ihre Geschichten zu einer großen Geschichte über homosexuelle Jugendliche von heute.“ [Klappentext, gekürzt.]

Two Boys Kissing: Jede Sekunde zählt

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5. Arthur Miller, „Fokus“ (alter deutscher Titel: “Brennpunkt”)

  • 280 Seiten, S. Fischer
  • “Mad Men”-artiger Büro- und Kleinbürger-Roman über Rassismus und Antisemitismus in Manhattan und Brooklyn 1945. Eins meiner Lieblingsbücher 2014.

„Mr. Newman ist ein kleiner Angestellter mit einem großen Ehrgeiz. Von seinem gläsernen Büro aus überwacht er die ihm unterstellten Stenotypistinnen. Doch eines Tages lässt seine Sehkraft nach. Als der Arzt ihm eine Brille verordnet, beginnt sein Leidensweg. Denn plötzlich wirkt Newman in den Augen seiner Mitmenschen irgendwie »jüdisch«. Newman, bislang rassistischen Diffamierungen gegenüber vollkommen gleichgültig, steht plötzlich selbst im Brennpunkt antisemitischer Hetze.“ [Klappentext, gekürzt]

Focus

 

21 neue Bücher, angelesen, gemocht, vorgemerkt:

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01: IRENE RUTTMANN, „Adèle“

  • kluge und berührende Romanze im 1. Weltkrieg
  • 362 Seiten, 8. August, Suhrkamp/Insel

„Der junge deutsche Drogist Max ist im Dezember 1916 an der Aisne in Frankreich als Krankenträger im Fronteinsatz. In einem verlassenen Ort sucht er nach Kräutern, um die Bauchschmerzen seiner Kameraden zu lindern, als er Adèle, das Mädchen aus der Champagne, trifft. Behutsam entwickelt sich eine Liebesgeschichte während der blutigsten Schlachten im Ersten Weltkrieg.“ [Klappentext, gekürzt]

Adèle

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02: SERHIJ ZHADAN, „Mesopotamien“

  • ein junger Freundeskreis im Zweistromland – ohne Sozialromantik.
  • 362 Seiten, 8. August, Suhrkamp/Insel

„Romeo, zwanzig Jahre alt, ist zum Studium nach Charkiw gekommen. Vor dem Hintergrund des Krieges, der bereits begonnen hat, kämpfen Marat, Romeo, Sonja, Ivan, Bob gegen die drohende Verfinsterung ihres Lebens, um ihre Liebe, um ein mutiges, freies Verhältnis zueinander, dem auch der Tod nichts anhaben soll.“ [Klappentext, gekürzt]

Mesopotamien

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03: EIMEAR McBRIDE, „Das Mädchen ein halbfertiges Ding“

  • Gestammel? oder große Poesie? ein Buch, erzählt in atemloser, verkürzter Sprache
  • 256 Seiten, 4. August 2015, Schöffling

„Eine junge Frau wächst in der Enge einer irischen Kleinstadt auf, das Leben ihrer Familie ist von der Krankheit ihres Bruders geprägt. Ihr wahres Leben spielt sich im Kopf ab. Der Debütroman hat mit seiner unvergesslichen Sprache für Furore gesorgt.“ [Klappentext, gekürzt]

A Girl Is a Half-formed Thing

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04: JÜRGEN BECKER, „Jetzt die Gegend damals“

  • Schreib- und Perspektive-Experimente um Erinnerung und Identität: Jürgen Becker erschreibt sein Leben, aus Sicht des fiktiven Alter Egos Jörn Winter
  • 161 Seiten, 8. August 2015, Suhrkamp

„Eine Chronik der angehaltenen und zugleich vergehenden Zeit: Jörn Winter folgt den biographischen Wegen des Verfassers Jürgen Becker; sie gehen zurück in die dreißiger Jahre, in Kriegs- und Nachkriegszeit, in die fünfziger Jahre, in die Gegenwart, und Jörn spricht davon, als wäre es sein eigenes Leben: Becker beschäftigt ihn als Alter Ego, um die Distanz zum eigenen Lebenslauf zu wahren; als Korrespondenten, der von Orten und Personen, Landschaften und Gegenden die Geschichten erzählt, die vom Jetzt und vom Damals handeln. “ [Klappentext, gekürzt]

Schnee in den Ardennen. Journalroman [Vorgängerbuch. „Jetzt die Gegend damals“ ist noch nicht auf Goodreads.]

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05: SABINE RENNEFANZ, „Die Mutter meiner Mutter“

  • Erinnerungsbuch über Traumata und häusliche Gewalt in der deutschen Nachkriegszeit
  • 256 Seiten, 14. September 2015, Luchterhand

„Als der Krieg zu Ende war, fing für die vierzehnjährige Anna der Kampf erst an. Am Hof der Familie Wendler kann sie als Magd härteste körperliche Arbeit leisten. 1949 kehrt Friedrich Stein aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft nach Kosakenberg zurück. Ein gebrochener Mann, zwanzig Jahre älter als Anna. Anna macht die Traurigkeit in seinen Augen vom ersten Tag an Angst. Trotzdem muss sie Friedrich heiraten. Über die Umstände wissen die drei Töchter, die aus der Ehe hervorgehen, lange nichts. Erst zwanzig Jahre nach dem Tod des Vaters kommt ein Geheimnis ans Licht.“ [Klappentext, gekürzt]

Die Mutter meiner Mutter

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06: KARL-OVE KNAUSGARD, „Träumen“ (Band 5 [von 6] aus „Mein Kampf“)

  • geschwätzig? banal? langweilig? oder der größte, wichtigste autobiografische Romanzyklus über Wahrnehmung, künstlerische Selbstfindung und Scheitern im Bürgertum seit Proust?
  • 800 Seiten, 21. September 2015, Luchterhand

„14 Jahre verbrachte Knausgård in Bergen, bevor er aus der norwegischen Küstenstadt regelrecht nach Stockholm floh: Jahre, in denen er so unermüdlich wie erfolglos versuchte, Schriftsteller zu werden, in denen seine erste Ehe scheiterte, in denen sich Momente kurzer Glückgefühle mit jenen tiefster Selbstverachtung die Hand gaben. Dabei hatte es am Anfang so gut ausgesehen. Er hatte einen Studienplatz an der Akademie für Schreibkunst ergattert, endlich eine Freundin gefunden…“ [Klappentext, gekürzt]

Träumen

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07: NICHOLSON BAKER, „Das Regenmobil“

  • ein überraschend launiger Versager- und Schwerenöter-Roman von Sprachkünstler Baker
  • 288 Seiten, 18. Dezember, Rowohlt

„Paul ist Dichter (mäßig erfolgreich) und vermisst seine Exfreundin Roz, die ihn verlassen hat. Um seinem Leben wieder Sinn zu geben und seinen drohenden Fünfdundfünfzigsten zu vergessen, besorgt er sich eine akustische Gitarre und sattelt auf Pop- und, vor allem, Protestsongs um. Er weiß nicht, was ihm mehr zuwider ist: Amerikas Drohnenkrieg oder Roz‘ neuer Freund. Während er auf seinem alten Bauernhof in Maine darüber nachdenkt, erheitern allerlei tröstliche Alltagsvergnügen sein schwankendes Gemüt: sein Traum-Rasensprenger, die Saiten seines Eierschneiders, die einen fast perfekten Mollakkord ergeben, einige Experimente mit Tabak…“ [Klappentext, gekürzt]

Das Regenmobil

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08: EDWIGE DANTICAT, „Kein anderes Meer“

  • Coming-of-Age in Haiti: magischer Realismus und existenzielle Not. vielleicht etwas süßlich.
  • 256 Seiten, 24. August, Hanser

„Am Morgen hatte sie noch wie jedes Jahr mit ihrem Vater Nozias das Grab der Mutter besucht. Jetzt ist die siebenjährige Claire spurlos verschwunden, am Strand von Ville Rose auf Haiti. Sie sollte ihr Heimatdorf verlassen, von einer reichen Tuchhändlerin adoptiert werden. Ist sie deshalb geflohen? Die haitianisch-amerikanische Autorin Danticat erzählt märchenhaft und doch realistisch von Ville Rose, einem Ort, wo Bäume in den Himmel fliegen und Frösche in der Hitze explodieren.“ [Klappentext, gekürzt]

Claire of the Sea Light

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09: JOAN SALES, „Flüchtiger Glanz“

  • Antikriegs-Kultroman, im katalanischen Original erschienen 1956.
  • 576 Seiten, 28. September, Hanser

„Im belagerten Barcelona wütet das Chaos. Lluis, Atheist, ehemaliger Anarchist und Skeptiker, verlässt seine Frau, um in den Bergen mit den Republikanern zu kämpfen. Doch es ist eine „tote Front“, wo die Anarchisten Klöster verwüsten und Zivilisten hinrichten. Lluis ist entsetzt, überschreitet aber selbst die Grenze der Moral und sucht Antworten auf seine Fragen nach dem Ursprung des Bösen, nach Gott und den Möglichkeiten der Liebe.“ [Klappentext, gekürzt]

Flüchtiger Glanz

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10: RICHARD FLANAGAN, „Der schmale Pfad durchs Hinterland“

  • im schlimmsten Fall ist das ein Mainstream-Schmöker in der Tradition von „Der englische Patient“. stilistisch aber überzeugt es mich erstmal.
  • 448 Seiten, 14. September, Piper

„Dem begabten Chirurgen Dorrigo Evans steht eine glänzende Zukunft bevor. Doch als der Zweite Weltkrieg auch Australien erreicht, meldet er sich zum Militär. Während er in einem japanischen Gefangenenlager mit seinen Männern gegen Hunger, Cholera und die Grausamkeit des Lagerleiters kämpft, quält ihn die Erinnerung an die Liebe zur Frau seines Onkels.“ [Klappentext, gekürzt]

Der schmale Pfad durchs Hinterland

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11: MARTIN AMANSHAUSER, „Der Fisch in der Streichholzschachtel“

  • Spaßroman, dick aufgetragen – aber originell und sympatisch schrullig.
  • 576 Seiten, 27. Juli, Deuticke

„Auf der Karibik-Kreuzfahrt, die Fred mit seiner Frau Tamara und dem pubertären Nachwuchs unternimmt, herrscht Langeweile. Dann trifft er an Bord ausgerechnet auf seine Exfreundin Amélie, das Schiff gerät in einen Orkan, der Kontakt zur Außenwelt ist unterbrochen und eine Horde eigenwilliger Piraten aus der Vergangenheit kapert das Schif. Diese haben es auf Pfefferstreuer und Toilettenpapier abgesehen und reagieren panisch auf die technischen Errungenschaften aus dem 21. Jahrhundert. Eine hinreißende Satire, eine Liebesgeschichte mit Humor aus einer Welt voller Wunder.“ [Klappentext, gekürzt]

Der Fisch in der Streichholzsch​achtel

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12: EDITH WHARTON, „Zeit der Unschuld“

  • Neuauflage des US-Gesellschaftsromans von 1920.
  • 400 Seiten, 8. September, Manesse

„Der ehrgeizige New Yorker Anwalt Newland Archer muss sich entscheiden: Will er sein Leben mit May Welland teilen, einer jungen Frau aus gutem Haus und wie geschaffen für sein berufliches Fortkommen? Oder steht er zu seinen Gefühlen für Mays Cousine Ellen Olenska, die im Begriff ist, gegen alle Konventionen zu verstoßen?“ [Klappentext, gekürzt]

Zeit der Unschuld

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13: WILLIAM FAULKNER, „Absalom, Absalom!“

  • düsterer, anspruchsvoller Südstaaten-Romanklassiker in neuer Übersetzung
  • 480 Seiten, 25. September, Rowohlt

„In neuer Übersetzung von Nikolaus Stingl: Aus der biblischen Geschichte von Absalom, in die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs versetzt, wird die Geschichte der Sutpens, die sich über mehr als ein Jahrhundert erstreckt. Thomas Sutpen stammt aus einer armen weißen Familie, heiratet auf Haiti die reiche Eulalia Bon und taucht 1833 plötzlich mit einem Haufen schwarzer Sklaven in Jefferson auf, wo er Land kauft, ein Herrenhaus errichtet, ein zweites Mal heiratet und gesellschaftliches Ansehen erwirbt. Es geht um Schuld und Schuldgefühle der Sklavenhaltergesellschaft, den unmöglichen Versuch, die Niederlage im Bürgerkrieg als notwendig zu erkennen, die Macht des Geldes und die Verwüstungen, die es anrichtet.“ [Klappentext, gekürzt]

Absalom, Absalom!

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14: EMILY ST. JOHN MANDEL, „Das Licht der letzten Tage“

  • ein sanfter und stiller Roman über den Alltag einer Wandertheatertruppe, 20 Jahre nach einer verheerenden, weltweiten (?) Seuche.
  • 416 Seiten, 14. September, Piper

nichtssagender, entsetzlicher deutscher Kitsch-Klappentext: „Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.“

Das Licht der letzten Tage

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15: WILLY VLAUTIN, „Die Freien“

  • Vlautins Romane sind mir oft zu dick aufgetragen und mit zu schlichtem Gut-Böse-Rollen. Hier geht es um ein Ensemble – deshalb bin ich optimistisch(er).
  • 320 Seiten, 5. Oktober, Berlin Verlag

„Versehrt ist Leroy Kervin aus dem Einsatz im Irak zurückgekehrt. Jetzt kämpft er ums Überleben. Und die Menschen an seiner Seite haben in ihrem Alltag nicht weniger zu kämpfen: Für Freddie McCall ist die Nachtschicht in Leroys Wohngruppe nur einer der Jobs, die er braucht, um die Arztrechnungen seiner Tochter zu bezahlen. Die Krankenschwester Pauline kämpft verzweifelt um das Leben ihrer jungen Patientin Jo. Für die Helden dieses Buches sind die USA ein kaltes Land ohne Gnade. Freiheit? Für die einfachen Menschen scheint es sie nicht zu geben.“ [Klappentext, gekürzt]

Die Freien

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16: OLIVER BOTTINI, „Im weißen Kreis“

  • Freiburg-Krimis (Band 6 einer Reihe), stilistisch überzeugend. Die Beschreibung des Plots klingt überkonstruiert und „Tatort“-haft.
  • 350 Seiten, 24. September, Dumont

„Louise Bonì, Hauptkommissarin der Kripo Freiburg, erhält von einer Informantin den Hinweis, dass ein Mann zwei Waffen bei russischen Kriminellen gekauft habe. Ihre Ermittlungen führen sie in die Neonazi-Szene, und durch einen Zeitungsartikel stößt sie auf ein »perfektes Opfer«: Ludwig Kabangu, ein Ruander, der von der Universität Freiburg die Gebeine eines Ahnen zurückfordert. Deutsche Wissenschaftler hatten diese hundert Jahre zuvor zum Zweck der Rassenforschung nach Freiburg gebracht.“ [Klappentext, gekürzt]

Im weißen Kreis

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17: CLAIRE NORTH, „Die vielen Leben des Harry August“

  • süffiger und klug konstruierter Young-Adult-Science-Fiction-Roman
  • 496 Seiten, 12. November, Lübbe

„Harry August stirbt. Mal wieder. Es ist das elfte Mal. Er weiß genau, wie es weitergehen wird: Er wird erneut im Jahr 1919 geboren werden — mit all dem Wissen seiner vorherigen Leben. Harry hat akzeptiert, dass er in dieser Zeitschleife festhängt, auch wenn er nicht weiß, wieso. Doch dann steht plötzlich ein junges Mädchen an seinem Sterbebett und überbringt ihm eine erschütternde Botschaft: Der Untergang der Welt steht bevor! Und das auslösende Ereignis findet vermutlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts statt. Harry, der bald wieder im Jahr 1919 sein wird, muss nun nicht weniger tun, als diese Zukunft zu verhindern.“ [Klappentext, minimal gekürzt]

Die vielen Leben des Harry August

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18: HORACIO CASTELLANOS MOYA, „Der Traum von Rückkehr“

  • Thema? toll. Stil? toll. ich wünschte nur, das Buch wäre länger und hätte mehr Zeit, diese Themen auszuloten.
  • 176 Seiten, 20. August, S. Fischer

„Der große Exilroman des salvadorianischen Schriftstellers. Zweimal aus dem Heimatland vertrieben, ist ›Der Traum von Rückkehr‹ ein persönlicher: Mit trockenem Humor und einer gehörigen Portion Selbstironie enthüllt der Protagonist Erasmo Aragón eine ebenso spannende wie verworrene Geschichte. Das politische wird zum existentiellen Exil.“ [Klappentext, gekürzt]

Der Traum von Rückkehr

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19: DARRAGH McKEON, „Alles Stehende verdampft“

  • die ersten Seiten lesen sich wie ein gut gemeinter TV-Mehrteiler vom „Emergency Room“-Team: ein bisschen behäbig, aber toll recherchiert.
  • 464 Seiten, 11. September, Ullstein

„April 1986, ein kalter Frühlingsmorgen in Weißrussland. Der dreizehnjährige Artjom darf zum ersten Mal mit den Männern des Dorfes auf die Jagd gehen. Das Vieh auf den Weiden blutet aus den Ohren, und kurz darauf fallen die Vögel tot vom Himmel. Im benachbarten Tschernobyl ist das Undenkbare passiert. Die Katastrophe von Tschernobyl teilt das Leben in ein Davor und ein Danach ein: Der Bauernsohn aus Weißrussland, der Moskauer Chirurg vor den Trümmern seiner Ehe, seine Exfrau, die Dissidentin, und ihr Neffe, das Klavierwunderkind, sie alle werden durch den Super-GAU unwiderruflich verändert. Darragh McKeon zeichnet das Psychogramm einer hochtechnisierten Gesellschaft im Angesicht einer selbstverursachten Katastrophe. In eindringlichen Bildern und mit großem Einfühlungsvermögen für seine Figuren zeigt der Autor, wie eine solche Ausnahmesituation Menschen zu Fall bringen und Staatsapparate zerstören kann.“ [(toller) Klappentext, nur leicht gekürzt]

Alles Stehende verdampft

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20: LISA WILLIAMSON, „Zusammen werden wir leuchten“

  • Jugendbuch über eine junge Transsexuelle: sympathische Ich-Erzählerin, aber alles ein bisschen schlicht gestrickt, langsames Erzähltempo
  • 384 Seiten, 10. Dezember, S. Fischer

„Es ist Davids vierzehnter Geburtstag und als er die Kerzen ausbläst, ist sein sehnlichster Wunsch… ein Mädchen zu sein. Das seinen Eltern zu beichten, steht auf seiner To-do-Liste für den Sommer – gaaaanz unten. Bisher wissen nur seine Freunde Essie und Felix Bescheid, die bedingungslos zu ihm halten und mit denen er jede Peinlichkeit weglachen kann. Aber wird David jemals als Mädchen leben können? Und warum fasziniert ihn der geheimnisvolle Neue in der Schule so sehr?“ [unangenehm biederer Klappentext: Transsexualität ist keine „Peinlichkeit“, die „gebeichtet“ werden muss]

Zusammen werden wir leuchten


21: KATE RACCULIA, „Willkommen im Bellweather Hotel“

  • „Glee“ trifft „The Shining“? eine Young-Adult-Satire mit überdrehten und exzentrischen Musikern
  • 448 Seiten, 23. November, Limes

„Jedes Jahr im November findet in dem alten, einst prachtvollen Bellweather Hotel ein landesweiter Musikwettbewerb statt. Hunderte von Nachwuchstalenten strömen durch die Flure, darunter auch der schüchterne Rabbit Hatmaker und seine divenhafte Zwillingsschwester Alice, die bereits jetzt an ihren Memoiren schreibt. Auch Minnie Graves ist nach fünfzehn Jahren zum ersten Mal ins Bellweather zurückgekehrt. Damals, als kleines Mädchen, wurde sie Zeugin einer schrecklichen Tragödie, die sich in Zimmer 712 ereignete. Als die Hotelgäste von einem gewaltigen Schneesturm überrascht werden und eine begnadete Flötistin verschwindet – ausgerechnet aus Zimmer 712 –, treffen bei der Suche Personen aufeinander, die mehr miteinander gemeinsam haben, als sie ahnen.“ [Klappentext, gekürzt]

Willkommen im Bellweather Hotel

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Bonus:

drei Bücher aus Frühsommer und Frühling, die ich erst jetzt entdeckte:

ANN LECKIE, „Die Maschinen“

  • sperriger, aber preisgekrönter Science-Fiction-Roman über eine künstliche Intelligenz und ihre Rolle als Kriegsmaschine
  • 544 Seiten, 9. Februar, Heyne

„Was wird aus den Menschen, wenn die Maschinen frei sein wollen? Breq ist eine Kämpferin, die auf einem einsamen Planeten auf Rache sinnt. Hinter ihrer verletzlichen, menschlichen Fassade verbirgt sich mehr: Sie wurde von den Radch geschaffen, die nach und nach das gesamte Universum unterworfen haben. Breq ist nur dem Äußeren nach eine Frau, vor allem aber ist sie ist eine perfekt konstruierte Maschine, abgerichtet zum Erobern und Töten. Nun aber beschließt sie das Unmögliche: Ganz allein will sie es mit Anaander Mianaai aufnehmen, dem unbesiegbaren Herrscher der Radch. Denn Breq will endlich frei sein.“ [Klappentext, gekürzt]

Die Maschinen

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POLINA SCHEREBZOWA, „Polinas Tagebuch“

  • simples, bewegendes Tagebuch einer jungen Tschetschenin
  • 592 Seiten, 6. März, Rowohlt

„Neun Jahre alt war Polina Scherebzowa, als in Grosny Krieg ausbrach. In diesem Jahr, 1994, begann sie ihr Tagebuch, das sie zehn Jahre lang und über einen zweiten Konflikt hinaus führte. Es ist eine fesselnde Chronik vom Leben in Zeiten des Krieges, von der Schönheit und Grausamkeit des Daseins, die Polina stilistisch glänzend und mit der tiefen Lakonie eines Kindes, später einer jungen Frau beschreibt.“ [Klappentext, gekürzt]

Polinas Tagebuch

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SUSAN ABULHAWA, „Als die Sonne im Meer verschwand“

  • Mainstream-Roman über Israel und den Gazastreifen, klar und sympathisch erzählt
  • 448 Seiten, 23. November, Limes

„In Amerika aufgewachsen, kennt die Palästinenserin Nur die malerischen Dörfer ihrer Heimat bloß aus den Erzählungen ihres Großvaters. Doch dann trifft sie Jamal, der als Arzt in Gaza arbeitet und sie dorthin einlädt. Zum ersten Mal reist Nur zu ihrer Familie und erlebt, wie eng deren Geschichte mit der Israels und Palästinas verflochten ist.“ [Klappentext, gekürzt]

Als die Sonne im Meer verschwand

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2014 / 2015: die besten Bilderbücher und Kinderbücher (Empfehlungen!)

kinderbuchtipps stefan mesch kindergarten vorschule weihnachten

Einmal pro Monat stelle ich 20 unbekannte oder neue Bücher vor.

Im Dezember:

Bilderbücher für Kinder zwischen 3 und 8 Jahren.

Viel Bild. Wenig Text, zum Vor- oder Selber-Lesen.

Statt 20 beinahe 30 Titel: viel Tolles gefunden!

Ich bin Literaturkritiker und verschenke privat sehr viele Bücher; auch oft und gerne an die Kinder meiner Verwandten und Freunde. Wichtig: Ich bin kein Pädagoge oder Experte. Ich saß lange in der (großartig sortierten, hellen, sympathischen) Kinder- und Jugendbibliothek der Berliner Amerika-Gedenkbibliothek und habe geblättert, gelesen, sortiert.

Hier sind die Titel, die mir besonders gefallen.

„Die besten Kinderbücher“? Die vorerst besten, die ich kenne. Ich freue mich über weitere Tipps und Kommentare! Einige Titel sind Neuerscheinungen. Viele sind älter. Einige wenige sind vergriffen und nur noch antiquarisch / gebraucht erhältlich.

Ich linke, falls vorhanden, auf die Website des jeweiligen Verlags und, als Link zum Kaufen: zu meinem Lieblings-Indie-Buchhändler mit kostenfreiem deutschlandweitem Versand, ocelot – not just another bookstore. Für Bücher, die man nur gebraucht kaufen kann und/oder die nicht über ocelot.de verfügbar sind, linke ich zu Amazon.

Die kleine Bildvorschau unter den jeweiligen Titeln führt zu Goodreads. Dort sind (meist: englischsprachige) Kurzkritiken.

Wer Empfehlungen und Bücher sucht, für sich selbst oder als Geschenk, aktuell, zeitlos oder fast vergessen, Literatur, Comics, Thriller oder Genre:

  • Anfragen zu persönlichen Empfehlungen und Geschenk-Tipps können mir gerne auch direkt geschickt werden, als Nachricht via https://www.facebook.com/smesch

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01: ØYVIND TORSETER, „Das Loch“

  • 64 Seiten, Gerstenberg Verlag – hier bestellen.
  • ein Loch in der Wand? ein Loch in der Wohnung? ein Loch im Buch, das durch alle Szenen wandert! elegante Zeichnungen, charmante/kunstvolle Erzählung.
  • fühlen (haptisch), staunen, lachen

The Hole

02: EVA MUGGENTHALER: „Als die Fische spazieren gingen. Erzählbilder.“

  • 32 Seiten, mixtvision Verlag – hier bestellen.
  • auf jeder Doppelseite ein großes Wimmel-, Such- und Panoramabild mit überraschenden, oft surrealen Tier-, Natur- und Alltagsszenen. kein Text: die Geschichten können sich Kinder und Vorleser*innen selbst überlegen.
  • staunen, suchen, phantasieren

Fish On A Walk

03: TOR FREEMAN, „Olivia und das große Geheimnis“

  • 32 Seiten, dtv – hier bestellen.
  • junge Tiere in der großen Pause: Olivia wird ein Geheimnis anvertraut. kann sie es für sich behalten? und was, wenn es immer weitere Kreise zieht? [erhobener Zeigefinger und recht einfallslose Rollenbilder. aber: charmant gestaltete Figuren, ansprechend erzählt.]
  • mitfühlen, lachen, spekulieren

Olive and the Big Secret

04: COLIN THOMPSON, „Bücher öffnen Welten“

  • 40 Seiten, Lappan Verlag – hier bestellen.
  • ein Junge sucht ein geheimnisvolles Buch namens „Für immer leben“ und reist dabei durch fantasievolle, atmosphärisch dichte Buch-, Lese- und Bibliothekswelten.
  • staunen, philosophieren, über Potenzial und Sinn von Büchern sprechen

Bücher öffnen Welten

05: TRACEY CORDEROY, „Schufti Verdufti und Mopsfinger Sam“

  • 32 Seiten, Langenscheidt – hier bestellen.
  • zwei Ganoven-Hunde in der Großstadt: um ihre Freunde auszurauben, tarnen sich Schufti und Sam als Konditoren und eröffnen einen Cupcake-Laden. bald stellt sich die Frage: sind sie noch Gangster? oder schon Bäcker? charmante Zeichnungen, schöner Konflikt. aber: sehr amerikanisch.
  • lachen, über Moral und persönliche Ziele / Eigenheiten sprechen, US-typische Schnörkel-Cupcake-und-Kuchen-Bildchen bestaunen

Shifty McGifty and Slippery Sam

06: WALTER WICK, „Ich finde was… in der Schatzkiste“

  • 40 Seiten, Kosmos Verlag – hier bestellen.
  • riesige Such- und Wimmelbild-Foto-Installationen zum Thema Werkzeugkiste, Trödel, Spielzeug, Rumpelkammer, sympathisch kitschfrei.
  • suchen, staunen, entdecken

Can You See What I See?: Cool Collections: Picture Puzzles to Search and Solve

07: ANNE GUERY, OLIVIER DUSSUTOUR, „ABC der Kunst“

  • 60 Seiten, Deutscher Kunstverlag – hier bestellen.
  • 26 Doppelseiten für jeweils einen Buchstaben… und ein Gemälde / Kunstwerk vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart, in dessen Farben, Flächen sich der Buchstabe versteckt: ein entspanntes, sympathisches Such-Kunstbuch für Vorschüler und Schüler.
  • suchen, entdecken, spielerisch mit Kunst in Berührung treten

Alphab'art

08: PETER SPIER, „Menschen“

  • 48 Seiten, Thienemann Verlag – hier bestellen.
  • ein großformatiges Wimmel- und Statistikbuch über die Lebensverhältnisse, Kulturen, Geschichte, Mode und Schmuck und Eigenheiten verschiedener Volksgruppen: sehr einfache Zeichnungen, deshalb ein bisschen ethno-kitschig / folklorisierend. aber: eine tolle Möglichkeit, Kindern zu zeigen, dass die westliche Welt nur EIN Kulturraum unter vielen ist.
  • staunen, lernen, suchen / entdecken

People

09: LUCIA SCUDERI, „Wie fühlst du dich heute?“

  • 28 Seiten, Hueber Verlag – hier bestellen.
  • ich fühle mich eifersüchtig wie ein Rabe…? auf jeder Doppelseite wird ein Gefühl bildhaft mit Tieren illustriert, jeweils zweisprachig: das Buch ist in Deutsch-Italienisch, Deutsch-Türkisch, Deutsch-Russisch etc. erhältlich und macht Lust, eigene Gefühle zu benennen… und Sprachbilder, interessante Vergleiche für diese Gefühle zu suchen.
  • Emotionen benennen, Sprachbilder bauen, Sprachen lernen

Se io sento...

10: JOAN STEINER, „Ich sehe was, was du nicht siehst… im Winter“

  • 32 Seiten, Esslinger Verlag – hier bestellen.
  • etwas kitschige, weihnachtliche Miniatur- und Modelllandschaften, gebaut aus (unpassenden? überraschenden!) Alltagsgegenständen: ein Spiel- und Suchbuch, das Lust macht, Objekte mit neuen Augen zu sehen.
  • staunen, suchen, zum-Basteln-inspiriert-werden

Look-Alikes Christmas: The More You Look, the More You See!

11: NASRIN SIEGE, „Wenn der Löwe brüllt“

  • 32 Seiten, Peter Hammer Verlag – hier bestellen.
  • melancholisches Kinderbuch über zwei Straßenjungen, die sich mit Diebstählen über Wasser halten, einen sicheren Ort zum Schlafen suchen und den „Löwen“ namens Hunger zum Schweigen bringen wollen.
  • mitfiebern, mitfühlen, Empathie für andere Lebensverhältnisse entwickeln

Wenn der Löwe brüllt

12: MARTIN WADDELL, „Ist dieses Tier nützlich hier?“

  • 32 Seiten, Sauerländer – hier gebraucht bestellen.
  • konventionelle, aber sehr sympathische Nonsens-Geschichte über einen Jungen, der einen Elch im Haushalt belassen will, in Reimen erzählt.
  • lachen, reimen, über den fragwürdigen „Nutzen“ vieler Haustiere spekulieren

What Use Is A Moose?

Die folgenden Bücher sind nicht weniger empfehlenswert. Sie haben nur keine Vorschau-Bilder bei Goodreads:

13: ANTJE VON STEMM, „Unser Haus“

  • 64 Seiten, Gerstenberg Verlag – hier gebraucht bestellen.
  • der Alltag in sechs Mietwohnungen, als Klapp- und Wimmel-Bilderbuch, vom Morgen bis in die Nacht.
  • suchen, entdecken, verschiedene Alltagswelten verstehen

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14: SONJA BOUGAEVA, „Wie Frau B. so böse wurde“

  • 32 Seiten, Atlantis – hier bestellen.
  • eine kinderfeindliche, gehässige alte Frau hilft einem Mädchen, sich auf dem Kinderspielplatz zu behaupten: ruppig, toll gezeichnet, schwungvoll und sympathisch!
  • Empathie zeigen, lachen, lernen

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15: KARSTEN TEICH, „Wir sind 1 a“

  • 32 Seiten, Carlsen – hier bestellen.
  • vier Erstklässler werden durch ihren Tag begleitet, in comichaften, sehr energischen, ausdrucksvollen Zeichnungen. dabei wird klar, dass alle vier Gemeinsamkeiten haben… und charakterliche Unterschiede.
  • mitfühlen, lachen, Bildwitze und amüsante Details entdecken

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16: JOKIN MICHELENA, PATRICK K. ADDAI, „Ein Adler bleibt immer ein Adler“

  • 40 Seiten, Adinkra – hier bestellen.
  • tolle ghanaische Fabel über Stolz und Identität: in den meisten Geschichten über Außenseiter-Tiere wird das missverstandene Tier integriert und gelobt. hier bleibt ein Adler, von einem Bauern gefangen und mit Hühnern eingesperrt, stolz, würdevoll und… fehl am Platz.
  • mitfühlen, philosophieren, hinterfragen

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17: BARBARA HAIDUCK, „Wo ist bloß das Chamäleon?“

  • 32 Seiten, Sankt Michaelsbund – hier bestellen.
  • künstlerisch anspruchsvolle, überraschend vielseitige Collagen, auf denen jeweils an Chamäleon gesucht und entdeckt sein will.
  • suchen, Kunst bestaunen

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18: ELISABETH STEINKELLNER, MICHAEL ROHER, „Papilios Welt“

  • 32 Seiten, Picus Verlag – hier bestellen.
  • ein junger Tagträumer stellt sich eine offene, gewaltfreie, faire, inklusive, nicht-homophobe und nicht-xenophobe Gesellschaft vor. ist eine solche Welt machbar? denkbar, zeigt das Buch, ist sie auf jeden Fall!
  • philosophieren, nachdenken

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19: MICHAEL ROHER, „Fridolin Franse frisiert“

  • 32 Seiten, Picus Verlag – hier bestellen.
  • ein kurzes, fantasievolles über eine Kundin beim Friseur, in deren schwarzweißes, wogendes Haar (ein über 20 Seiten langes durchgängiges Bild) allerlei absurde Welten, Motive und Gegenstände einfrisiert werden: versponnen, kurz, extrem charmant.
  • lachen, suchen, phantasieren

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20: MARY HOFFMANN, ROS ASQUITH, „Du gehörst dazu. Das große Buch der Familien“

  • 40 Seiten, Fischer – hier bestellen.
  • Sachbilderbuch, das verschiedene Familienformen, Lebensverhältnisse, Kulturen und Patchwork-Welten entspannt und positiv nebeneinander stellt.
  • lernen, nachdenken, verstehen

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21: FRANZ-JOSEPH HUAINIGG, VERENA HOCHLEITNER, „Jakob & das Rote Buch“

  • 32 Seiten, Wiener Dom Verlag – hier bestellen.
  • ein Junge im späten Grundschulalter, der in einer Pflegefamilie aufwächst, kann seine leibliche Mutter nur selten sehen und befürchtet, dass sie kein Interesse an ihm hat (…eine Möglichkeit, die das Buch durchaus in Betracht zieht und nicht kitschig entkräftet). er legt ein Buch über seine Herkunft, seinen Alltag und seine Eigenheiten an, das ihm hilft, alle Facetten seiner Herkunft / Familie / Identität besser zu verstehen.
  • nachdenken, Empathie entwickeln, schwierige Familienverhältnisse verarbeiten

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22: KRISTIN ROSKIFTE, „Zoom den Hut“

  • 32 Seiten, Sauerländer – hier bestellen.
  • Bilderbuch, das kleine Alltagsszenen immer weiter (oft: surreal und überraschend) aus-zoomt: überraschende Perspektivwechsel, sympathische Gestaltung.
  • staunen, Motive erraten, Dinge aus neuen Winkeln sehen

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23: BERND KOHLHEPP, JENS RASSMUS, „Drachen erziehen ist leicht“

  • 30 Seiten, Sauerländer – hier bestellen.
  • ein Junggeselle hat ein Drachenei in der Wohnung, erzieht den jungen Drachen und lässt ihn schließlich in die Freiheit: charmante, unglaublich rührende Geschichte über alleinerziehende Väterfiguren, die Kinder anregt, sich (zur Abwechslung) kurz in die Rolle des Erziehenden zu denken.
  • mitfühlen, lachen, gerührt sein

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interessante Titel… die mich nicht restlos überzeugten:

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Empfehlungen von Freunden:

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underdog literature october 2014

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und:

Geschenke 2011: Bücher, DVDs und Comics

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[für eine Übersicht über die besten Bücher, die ich 2011 gelesen habe… hier entlang (Link)!]

die zehn Bücher, die ich am häufigsten verschenke:

die zehn Filme / Serien, die ich gerne empfehle / verschenke:

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Buchtipps sind… sinnlos. In meinem privaten (Zuhause-)Freundeskreis jedenfalls:

Es fällt mir leichter (und wirkt weniger… übergriffig / aufdringlich), auf Amazon Marketplace zwei, drei gebrauchte Ausgaben zu kaufen und zu schenken, als Freunden mit Kaufempfehlungen in den Ohren zu liegen.

Sobald ich denke „Er/sie hätte Spaß, mit diesem Buch“, kaufe ich eine billige Ausgabe.

Hier: Die Bücher und DVDs, die ich 2010 verschenkt habe.

Blau markierte Titel kamen sehr gut an.

Rot markierte Titel kamen schlecht an.

Die Liste für 2011 veröffentliche ich besser erst nach Weihnachten…

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Geschenke 2010:

Kinder:

mein Neffe, zu Taufe, 1. Geburtstag und zu Weihnachten:

  • Eric Carle: „Bilderbuchschatz“ (Bilderbuch, Link)
  • Eric Carle: „Die kleine Raupe Nimmersatt“ (Pop-Up-Buch, Link)
  • Anouck Boisrobert: „Popville“ (Pop-Up-Buch, Link)
  • David A. Carter: „One Red Dot“ (Pop-Up-Buch, Link)
  • Didier Cornille: „Hier & da – das Buch der Zahlen, Farben und Formen“ (Bilderbuch, Link)
  • Obstgarten (Brettspiel, Link)

Sohn meiner besten Freunde, 2 / 3 Jahre alt:

  • „Buchstabix“ (Brettspiel, Link)
  • „Cube Book: Cars“ (Bildband, Link)

Tochter meiner besten Freunde, 8 Jahre alt:

  • „Mein Nachbar Totoro“ (DVD, Link)
  • „Yotsuba“ 1 bis 3 (Manga, Link)
  • „Viva Pinata“ (DS-Spiel, Link)
  • „Disneys Lustiges Taschenbuch 143: Das Geheimnis der Silberleuchter“ (Comic, Link)

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Frauen:

meine Schwester – Schülerin, 17:

  • „One Week“ (DVD, Link)
  • Leif Randt: „Leuchtspielhaus“ (Roman, Link)

Pädagogin, 27 – mag Schmöker und weibliche Hauptfiguren:

  • Alison Bechdel: „Fun Home“ (Graphic Novel, Link)
  • Natalia Ginzburg: „Die Stadt und das Haus“ (Roman, Link)
  • Francesca Marciano: „Himmel über Afrika“ (Roman, Link)
  • Monika Maron: „Animal triste“ (Roman, Link)
  • Dietmar Dath: „Dirac“ (Roman, Link)
  • Lois Lowry: „Hüter der Erinnerung“ (Jugendbuch, Link)
  • Randy Pausch: „Die Lehren meines Lebens“ (Essay, Link)

Pädagogin, 27 – mag „Friends“:

  • „Der Aufstand“ (DVD, mit David Schimmer, Link)
  • „The Comeback“ (DVD, mit Lisa Kudrow, Link)
  • „The Triumph“ (DVD, mit Matthew Perry, Link)
  • Dietmar Dath: „Dirac“ (Roman, Link)
  • Randy Pausch: „Die Lehren meines Lebens“ (Essay, Link)

Pädagogin, 27 – mag Mangas:

  • Jiro Taniguchi: „Vertraute Fremde“ (Manga, Link)
  • Judd Winick: „Pedro and me“ (Comic, Link)
  • Bryan Lee O’Malley: „Scott Pilgrim“ 1 bis 4 (Comic, Link)
  • Randy Pausch: „Die Lehren meines Lebens“ (Essay, Link)

Pädagogin, 27 – mag Young Adult-Literatur und Schmöker:

  • Suzanne Collins: „Die Tribute von Panem“ (Science Fiction, Link)
  • Miriam Toews: „Ein komplizierter Akt der Liebe“ (Jugendbuch, Link)
  • David Leavitt: „Martin Baumann“ (Roman, Link)
  • Randy Pausch: „Die Lehren meines Lebens“ (Essay, Link)

Journalistin, 27:

  • Gabrielle Zevin: „Anderswo“ (Jugendbuch, Link)

Hausfrau / Beamtin, 31:

  • „Wie ein einziger Tag“ (DVD, Link)

Krankenschwester, Mitte 50:

  • Björn Kern: „Einmal noch Marseille“ (Roman, Link)

meine Mutter (ehem. Arzthelferin, Pflegedienstleiterin, Mitte 50):

  • Juri Taniguchi: „Vertraute Fremde“ (Manga, Link)
  • Randy Pausch: „Die Lehren meines Lebens“ (Essay, Link)
  • Miriam Toews: „Die fliegenden Trautmans“ (Jugendbuch, Link)
  • Harper Lee: „Wer die Nachtigall stört“ (Jugendbuch/Roman, Link)
  • David Nicholls: „Zwei an einem Tag“ (Roman, Link)

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Männer:

Mein Bruder – Mechatroniker, 24:

  • „Ein Königreich für ein Lama“ (DVD, Link)

ITler/Maschinenbauer, 26:

  • „Mad Men“, Staffel 1 (DVD, Link)
  • Wladimir Kaminer: „Militärmusik“ (Roman, Link)

Programmierer, 27:

  • David Foster Wallace: „Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich“ (Essay, Link)
  • Sergej Lukianeko: „Wächter des Tages“, „Wächter der Nacht“, „Wächter des Zwielichts“ (Fantasy-Dreiteiler, Link)
  • Thomas von Steinaecker: „Wallner beginnt zu fliegen“ (Roman, Link)
  • Dana Bönisch: „Rocktage“ (Roman, Link)
  • Randy Pausch: „Die Lehren meines Lebens“ (Essay, Link)

Bankkaufmann, 29:

  • George Orwell: „1984“ (Roman, Link)
  • Christopher Isherwood: „Der Einzelgänger“ (Roman, Link)
  • Richard Ford: „Unabhängigkeitstag“ (Roman, Link)
  • Augusten Burroughs: „Krass!“ (Jugendbuch, Link)
  • Louis Sachar: „Löcher“ (Jugendbuch, Link)
  • Randy Pausch: „Die Lehren meines Lebens“ (Essay, Link)

Künstler / Kurator, 30:

  • John Fiske: „Reading the Popular“ (Essay, Link)
  • John Fiske: „Understanding Popular Culture“ (Essay, Link)

Grafiker, 58 – mag Blockbuster, leichte Kost und Filme „zum Abschalten“:

  • „Waltz with Bashir“ (DVD, Link)
  • „Almost Famous“ (DVD, Link)
  • „Freaky Friday“ (DVD, Link)

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Geschenke für Paare / junge Eltern:

  • „True Blood“, Staffel 1 (DVD, Link)
  • „The OC“, Staffel 1 (DVD, Link)
  • „Porn for New Moms“ (Bildband, Link)

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Geschenke für Freunde aus Kanada / Toronto:

Grafiker, 29:

  • Scott McCloud: „Understanding Comics“ / „Making Comics“ (Essays / Comics, Link)
  • Cormac McCarthy: „The Road“ (Link)
  • „Vanilla Sky“ (DVD, Link)

Bibliothekar, Ende 30:

  • Nick Burd: „The vast Fields of Ordinary“ (Jugendbuch, Link)

Theater-Agent (und Science-Fiction-Leser), Anfang 50:

  • Vladimir Nabokov: „Das Bastardzeichen“ (Roman, Link)
  • Suzanne Collins: „The Hunger Games (Jugenbuch, Link)

Pädagogin, Anfang 50, wohnt in Hamilton, Ontario:

  • Stefan Mühldorfer: „Tagsüber dieses strahlende Blau“ (flügellahmer Roman… der aber in Hamilton, Ontario spielt. Ich übergab das Buch mit einer entsprechenden Warnung: Vielleicht hilft wenigstens das Lokalkolorit. Link)

Pädagogin / Feminstin / Couchsurferin in spe, 60:

  • Alison Bechdel: „Fun Home“ (Comic, Link)
  • Brian Thacker: „Couch Surfing“ (Reisebericht, Link)

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