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neue TV-Serien für 2016: Favoriten & Vorauswahl

neue Serien 2013 bis 2015

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Serien, die ich liebe? „Six Feet Under“, „Willkommen im Leben“, „Mad Men“, „Neon Genesis Evangelion“, „Wild Palms“

Serien, die ich mochte? „Girls“, „Ugly Betty“, „One Tree Hill“, Lars von Triers „Geister“, „Tell me you love me“, „Buffy“, „Veronica Mars“, „Babylon 5“, „Star Trek: Deep Space Nine“. Auch „Lost“, „Twin Peaks“, „Weeds“, „Akte X“, „24“, „Desperate Housewifes“ haben mich für ein paar Staffeln/Jahre überzeugt.

„Verbotene Liebe“ hat mich nie begeistert – doch seit 1995 immer wieder so beschäftigt, dass ich 2015 ein ganzes Buch über die Soap herausgab.

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Seit ca. 2007 lese ich die täglichen US-Links von TV Tattle, Norman Weiss: Ich habe keine Zeit, jede Woche „Game of Thrones“, „Community“, „The Walking Dead“ zu sehen – doch ich liebe Artikel, Interviews, Essays, Kulturjournalismus über US-TV.

Aktuell werden 409 US-Serien produziert: für die großen Networks (ABC, NBC, CBS, Fox… und The CW), für Kabel-, Nischen- und Bezahlsender und für Anbieter wie Netflix, Hulu, Amazon, Yahoo.

Ich versuche, den Überblick zu behalten. Im Ernst.

Auch, wenn viele Beobachter sagen: Die Zahl der Serien wächst. Doch die Zahl der talentierten Autor*innen wächst nicht im selben Tempo mit. Deshalb gibt es sehr viele recht gute, aber kaum großartige Serien. Und weil Kritik heute leichter und schneller geäußert ist (auch privat, in Facebook-Diskussionen im erweiterten Freundeskreis), bin ich mir selbst bei Serien, die einen sehr guten Eindruck machen, leider immer weniger sicher, ob das…

a) …noch ein Mainstream-Publikum erreicht (WISSEN Leute auf der Straße, was „Homeland“ ist, „House of Cards“? Oder ist jede Serie mit schlechteren Einschaltquoten als „Tatort“ und „Sturm der Liebe“ heute wieder Kult/Underground/Subkultur?)

b) …WIRKLICH gut ist: Selbst bei Serien mit sehr guten Wertungen und Kritiken gibt es immer die fünf, sechs Menschen um mich herum, die sagen „Fargo? Jessica Jones? Die neuen South-Park-Folgen? Nein: Ich habe selten etwas Schlechteres gesehen!“ Ich habe Mühe, mich auf eine Serie einzulassen – denn sobald ich etwas vormerke, sagen drei Leute „DAS nicht. Spar es dir!“

Trotzdem – für die Weihnachtspause und fürs neue Jahr:

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33 (recht) neue Serien, die mich interessieren…

…sortiert von „anspruchsvoll (und sperrig?)“… bis „seicht, aber sympathisch“.

Manche Texte und Trailer spoilern leicht.

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US-Serien

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33: The Leftovers

  • 2+ Staffeln, seit 2014
  • 2 Prozent aller Menschen sind plötzlich verschwunden – von einer Sekunde auf die nächste. „The Leftovers“ war ein recht dümmlicher satirischer Roman von Tom Perrotta. Die Serie ist stiller, dunkler, langsamer, komplexer: Eine oft ungelenke, manchmal richtungslose Familien- und Provinzgeschichte über Verluste und Kleinstadt-Communities außer Kontrolle.
  • Ich sah den Pilotfilm, musste – im Guten wie im Schlechten – an „Mangolia“ denken („Yeah! Melancholisch!“, „Bäh: biblisch-prätenziös!“) und freue mich, dass Staffel 2 noch einmal etwas Ambitioniertes, Seltsameres versucht. Kaum jemand schaut die Serie gern. Doch die, die noch dabei sind, LIEBEN es. Furchtbare Quoten. Glückliche Kritiker. Endet nach Staffel 3.
  • GraphTV: Staffel 2 scheint deutlich besser als Staffel 1

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32: Jessica Jones

  • 1+ Staffeln, seit 2015
  • Eine ehemalige Superheldin eröffnet eine Detektei in New York… und trifft auf einen alten Gegner, der allen Menschen seinen Willen aufzwingen kann: Noir-Thriller um Gewalt, Kontrolle und Missbrauch, aus dem Marvel-Universum.
  • Ich las die Comics 2013 (Empfehlung!) und hätte gern fürs Feuilleton über die Serie berichtet, brachte aber keinen Artikel unter. Ich weiß noch nicht, ob ich „Jessica Jones“ noch sehen soll – privat, ohne Schreibauftrag. Aber Krysten Ritter ist großartig, keine Marvel-Produktion sprach mich mehr/stärker an, und alle, die mich und die Serie kennen, sagen „Kuck! Unbedingt. Du wirst es lieben!“
  • GraphTV: 1×09 scheint besonders gut. Aber: besser ab Folge 1 sehen. Durchgängiger Plot.

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31: Mr. Robot

  • 1+ Staffeln, seit 2015
  • Ein Hacker mit psychischen Problemen bekämpft einen Konzern. Oder eine anonyme Hacker-Gruppe…? Oder doch: sich selbst… und seine Hirngespinste?
  • Langweiliger Trailer, uninteressante Figuren – und Kritiker, deren Schwärmen mir keine Lust macht; denn ich habe Angst, dass mir die IT- und Datenschutz-Themen entweder zu hoch sind (technisch) oder zu flach/niedrig (ethisch, kulturwissenschaftlich). Der Hauptdarsteller ist für den Golden Globe nominiert. Doch bislang denke ich noch: Uff. Pflicht/Hausaufgabe/graue Jungs-Serie, die nur graue Langweiler-Männer mögen?
  • GraphTV zeigt: durchgehend hohe Bewertungen. 1×06 ansehen?

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30: The Americans

  • 3+ Staffeln, seit 2013
  • Zwei russische Agenten und ihre Kinder leben unerkannt als amerikanische Vorstadt-Familie in Washington, D.C.: Die Serie spielt in den 80ern, hat viele Fans – doch genau so viele wütende Nitpicker, die immer wieder schimpfen „Die Agenten-Einsätze sind unrealistisch!“ und „Die Perücken lenken ab!“. Ich glaube, es ist eine Serie über Zuammenhalt, Kompromisse, kulturelle Identität. Nicht über Action und Perücken. Aber: Ich sah den Cliffhanger von Staffel 2 und dachte selbst: „Hm. Fadenscheinig/unrealistisch.“
  • tolle Atmosphäre, gute Darsteller*innen… aber wackliges Drehbuch? So sehr es mich anzieht – ich glaube, als Fan kann man sich über diese Serie und ihre kleinen Versäumnisse furchtbar aufregen, immer wieder.
  • GraphTV: sehr gute Cliffhanger, außerdem 3×07 bis 3×13

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29: Casual

  • mindestens 2 Staffeln, seit 2015
  • Geschiedene Frau und ihr dreister Bruder ziehen wieder zusammen – und suchen neue Partner, Dates und Sex-Optionen. Standard-Prämisse und Standard-Figuren, doch Stil/Tonfall passen für mich hier besser als bei den anderen aktuellen Dating-Serien (z.B. dem viel gelobten „You’re the Worst“, Amazons „Catastrophe“ oder „Togetherness“).
  • GraphTV empfiehlt: 1×08

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28: Humans (Remake von „Real Humans“, Schweden, seit 2012)

  • mindestens 2 Staffeln, seit 2015
  • Ich mag keine süßlichen „Der treue Roboter will endlich ein echter Junge werden“-Plots. Das hier wirkt kälter, soziologischer, kritischer – doch vielleicht zu langsam, didaktisch und selbstverliebt: Wie leben Menschen mit Robotern; modernen Dienern, Sklaven, Gegnern? Remake einer schwedischen Serie, die viele Freunde von mir begeisterte.
  • 2015 las ich den Comic „Alex + Ada“: steif, aber klug. „Ex Machina“ habe ich noch nicht gesehen. „Descender“ war mir zu seicht; „A.I.“ eine Katastrophe.
  • GraphTV: durchgehend recht hoch – nur Pilot und Cliffhanger sind etwas enttäuschend

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27: Halt and Catch Fire

  • mindestens 3 Staffeln, seit 2014
  • Zwei andere „Mad Men“-artige Serien über Wirtschaft, Büros, Zeitgeist und Sexismus, „Silicon Valley“ und „The Good Girls Revolt“, scheinen mir zu platt. Hier will ein Garagen-Unternehmen mit IBM konkurrieren – mit allen Mitteln. Wirkt psychologisch, bitter, bissig, unbequem.
  • GraphTV: 1×08 und 1×09. Staffel 2: nicht besser als Staffel 1.

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26: The Knick

  • 2+ Staffeln, seit 2014
  • Die Serie, die Barack Obama gerade schaut: ein drogensüchtiger Chirurg in einem New Yorker Krankenhaus Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich kann mit Arzt-Pathos und super-männlichen, dreckig-blutigen Historien-Serien wie „Boardwalk Empire“ nicht viel anfangen. Doch ich mag, wie filmisch, bildgewaltig hier gearbeitet wird: Sind die Figuren so interessant wie die hübsch gefilmten, schaurigen Oberflächen?
  • GraphTV emfpiehlt 1×07

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25: Orphan Black

  • mindestens 4 Staffeln, seit 2013
  • Eine Fremde wirft sich vor den Zug – und Sarah Manning, die ihr seltsam ähnlich sieht, übernimmt ihre Identität. Ein Thriller über Klone, Ethik, Privilegien und Schwestern-/Mutterschaft, gefilmt in Toronto. Grandiose Kritiken, grandiose Hauptdarstellerin. Alle sind begeistert. (Auch z.B. meine Mutter.)
  • GraphTV: gute Cliffhanger; die erste Hälfte von Staffel 3 scheint recht fade.

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24: Younger

  • mindestens 2 Staffeln, seit 2015
  • Eine 40jährige gibt sich als 26jährige aus, um für einen Verlag zu arbeiten. Freundin S. sagt: Die Frauenfreundschaften sind toll – und die Debatten um Print- und Online-Kultur, Social Media. Mir ist der bonbonbunte Look sympathisch, die Hauptfiguren auch. Vielleicht schaue ich das mal durch und schreibe dann über Verlage und die Angst vor der Zukunft. „Younger“ ist keine große Kunst – aber für mich überzeugender als z.B. „The New Girl“ oder „Chasing Life“.
  • GraphTV: keine Highlights in 1×03 bis 1×09

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23: Flesh and Bone

  • 2015: 8 Episoden in einer (vollen) Staffel, dann abgesetzt
  • „Black Swan“ als Serie? Düsteres New Yorker Ballett-Drama, blutiger – aber auch deutlich prätenziöser, selbstverliebter – als „Bunheads“. Viel Körperlichkeit, Ekel, Nacktszenen, Magersucht usw.
  • GraphTV: solide Entwicklung, 1×04 könnte ein kleines Highlight sein.

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22: Bob’s Burgers

  • 2011, mindestens 8 Staffeln
  • Herz und Verstand: ein Pizzabäcker, seine Frau und drei Kinder, in Brooklyn. Eine altmodische Familien-Zeichentrick-Sitcom, die mich an die ersten „Simpsons“-Staffeln erinnert. Die Trailer wirken oft krass und „Family Guy“-haft, doch die Serie selbst LIEBT ihre Figuren und erzählt sehr behutsam, weitherzig, intelligent. Wenn ich mich aufmuntern will, breit grinsen… streame ich das hier.
  • Ein paar Freund*innen finden es simpel, langweilig, fade. Tatsächlich ist es nicht besonders ambitioniert. Aber… hach! ❤
  • GraphTV: Staffel 2 und Staffel 6 haben kleine Probleme; 3×21 und 5×19 bis 5×21 lohnen sich.

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21: Black Mirror

  • Anthologie-Serie (alle Episoden stehen für sich allein), bisher 7 Episoden seit 2011; 12 weitere in Planung
  • britische Satire über Technik, Kontrollwahn und die Gefahren, die Regierungen, Konzerne, Gadgets im Alltag oft sehr reicher, scheinbar sicherer Menschen aufwerfen: wechselnde SciFi-Szenarien, moralische Fragen, böse Überraschungen, „Denkt mal gut drüber nach!“…
  • Gut, dass es das gibt. Schade, dass es nicht klüger, stiller, weniger Frank-Schirrmacher-rig von Technik und Menschen erzählt.
  • GraphTV: 1×03 ist bisher der Favorit. Ich sah die Folge, aber dachte (ähnlich wie bei „her“): Das kann Achtklässlern im Ethik-Unterricht Diskussionsanreize geben. Große Erzählkunst ist es nicht. Didaktisch, bieder, seicht – auf eine besserwisserische, unsympathische Art.

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20: Home Fires

  • mindestens 2 Staffeln, seit 2015
  • Als ich in Kanada lebte, merkte ich, wie selbstgerecht, hurrapatriotisch das Commonwealth bis heute dem ersten und zweiten Weltkrieg gedenkt: Veteranen-Kitsch und Mohnblumen-Anstecker machen mir Angst; stoßen mich ab. Trotzdem gefällt mir der Look dieser britischen Serie über einfache Frauen auf dem Land, die sich fragen, was sie gegen deutsche Bombardements tun können – auch und vor allem im Vergleich mit biederen US-„Frauen im Weltkrieg“-Serien wie „Manhattan“.
  • GraphTV: die 6 Episoden steigern sich nicht besonders; 1×06 ist bisher am besten.

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19: Finding Carter

  • mindestens 3 Staffeln, ab 2014
  • Jugend-Thriller über ein – trotziges, energisches, aber völlig überdrehtes – Mädchen, dem Polizisten sagen, dass die Frau, bei der sie aufwuchs, nicht ihre Mutter ist… sondern ihre Entführerin. Carter wird an ihre biologische Familie übergeben… und hat große Startschwierigkeiten mit ihrer neuen/alten Mutter: einer misstrauischen, traumatisierten Ermittlerin.
  • Ich sah die ersten drei Folgen und habe es GELIEBT. Es ist viel zu schnell erzählt – die Ereignisse überstürzen sich. Die Figuren sind stilisiert/krass amerikanisch und, vielleicht am Schlimmsten: 15- und 16jährige organisieren hier ständig mühelos rauschende Parties, Flashmobs, Autos. Ich wünschte, es wäre etwas ruhiger, mehr wie „Willkommen im Leben“. Trotzdem bin ich fürs Erste… hingerissen!
  • GraphTV: es macht keinen Sinn, einzelne Folgen anzusehen/zu überspringen. Die zweite Hälfte von Staffel 2 hat ein paar Hänger.

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18: Masters of Sex

  • mindestens 4 Staffeln, ab 2013
  • Während der ersten zwei, drei Episoden von „Mad Men“ hatte ich Angst, dass wir als Zuschauer dort immer nur auf Dinge gestoßen werden sollen, die heute tabu sind, doch in den 60er Jahren nicht hinterfragt wurden: eine Revue/Endlosschleife aus rauchenden Schwangeren, rassistischen alten Herren, Sekretärinnen-Mäuschen. Tatsächlich ist „Mad Men“ subtiler, komplexer. Bei „Masters of Sex“ bin ich unsicher: Tolle Ausstattung, super-talentierte Darsteller, blendend inszeniert… aber ich weiß nicht, ob wir bei dieser 60er-Jahre-Sexualwissenschaftler-Dramedy nicht vor allem eingeladen werden, überheblich zu lachen – über die dummen Menschen von früher. Falls ja… ist das für mich zu wenig.
  • GraphTV: 1×05 und 2×03 sind Highlights, jede Staffel ist minimal schlechter als die vorherige. Sender Showtime lässt Serien oft sieben, acht Jahre lang laufen… die dann von Jahr zu Jahr holpriger, seltsamer werden und aus der Form geraten. (Manchmal ist das gut. Oft, wie bei z.B. „Dexter“, nicht.)

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17: Deutschland 83

  • 8 Episoden von 2015; noch unklar, ob es eine zweite Staffel gibt. Die Quoten in den USA waren solide, die Quoten in Deutschland, auf dem „Alarm für Cobra 11“-Sendeplatz von RTL, trotz viel Werbung eine große Enttäuschung. Unsympathisch meckriger Artikel zur Quote, DWDL.de
  • ein junger DDR-Agent in der BRD, 1983. Toller Trailer, tolle Schauspieler, schönes Szenario und sehr gute Kritiken. Skeptisch macht mich ein Artikel auf Fortsetzung.tv:
  • „Gut und Böse sind hier relativ eindeutig verteilt. Epische Charakterdramen wie in „Weissensee“, der anderen großen Serie über die jüngere deutsche Geschichte, wird man in der Erzählung von Anna und Jörg Winger vergeblich suchen. Stattdessen bietet sie professionell inszenierte Actionsequenzen, einen ständig von äußeren Geschehnissen getriebenen Protagonisten und vor allem in den Nebenrollen überzeugende Darsteller.“ (Marcus Kirzynowski)
  • GraphTV: 1×04 als Highlight; die Staffel steigert sich nicht.

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16: The Affair

  • der „Rashomon“-Effekt: eine Geschichte, erzählt erst aus 2, später aus 4 widersprüchlichen Perspektiven: Ein Paar macht Urlaub in den Hamptons… bis eine Affäre (und ein Mord?) alles verändern. Ich liebe solche Szenarien, ich liebe Joshua Jackson, ich bin begeistert von den euphorischen Kritiken – aber bisher war es mir dann doch zu Juli Zeh, zu Martin Suter, zu „Tatort“, zu „Lasst uns was Gediegen-Schönes machen, das Paare 50+ nach ‚The Good Wife‘ sehen können, Sonntag abends“.
  • GraphTV: Staffel 1 und Staffel 2 etwa gleich gut; durchgängige Thriller-/Krimi-Handlung, deshalb am besten ab Folge 1 ansehen.

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15: Sense8

  • bisher eine Staffel (2015), S2 kommt 2017
  • Acht Menschen in acht Städten (u.a. Berlin), deren Bewusstsein verknüpft ist: Gender-, Klassen-, Identitäts- und Kultur-Fragen, manchmal bieder-mystisch-öde wie in „Heroes“, produziert von den Wachowskis („Matrix“, „Cloud Atlas“) und (yeah!) J. Michael Straczynski („Babylon 5“). Kein Hit, kein Kritiker-Liebling… aber eine Handvoll Menschen sind SEHR begeistert. Das wird mir entweder sehr nahe gehen – oder mich (wie die meisten Leute) abstoßen, langweilen.
  • GraphTV: keine Serie, bei der man Folgen überspringen sollte. Pilotfilm sehr durchwachsen, doch die Staffel steigert sich schnell immer weiter.

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14: Master of None

  • bisher eine Staffel, 2015. Da kommt bestimmt mehr!
  • Comedian Aziz Ansari („Parks & Recreation“) spielt einen jungen Mann in New York: Single- und Stadtneurotikerserie mit sehr guten Kritiken. Der Trailer wirkt sehr konventionell und saturiert. Nicht so bieder-aber-schrullig wie „The Mindy Project“, aber auch nicht so giftig wie „Girls“ oder „Louie“. Schwerenöter und Dating-Pannen, sympathisch… aber eben: konventionell, trotz Person of Color in der Hauptrolle.
  • GraphTV: die Staffel steigert sich stetig, der Pilotfilm ist die schlechteste Episode bisher.

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13: Steven Universe

  • 73 Folgen (2 Staffeln) seit 2013.
  • Drei Weltraum-Heldinnen mit Kristall-Superkräften… und Steven, ein kleiner, behäbiger, herzig-idealistischer, nicht-sehr-kluger Junge, dessen verstorbene Alien-Mutter ihm ihre Kräfte vererbte: ein Serie für Jungs – aber voller starker Frauenfiguren, mit interessanten Familienmodellen, viel Herz, Humor und tollem Design.
  • Miyazaki, 8-bit-Optik, Scott Pilgrim, „Adventure Time“, magischer Gaming-Realismus… und ein wunderbarer Ohrwurm-Titelsong. Die einzelnen Episoden sind oft etwas langsam und durchschaubar (für Erwachsene)… doch ich bin überrascht und begeistert, was für eine komplexe Kosmologie hier aufgebaut wird – und, wie Fragen um Identität, Verlust und Verantwortung behandelt werden.
  • GraphTV: Staffel 2 hält das Niveau von Staffel 1; 1×26 ist ein erstes Highlight (von vielen).

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12: River

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11: Transparent

  • mindestens 3 Staffeln, ab 2014
  • Ich weiß nicht: Jill Soloway hat für „Six Feet Under“ geschrieben – aber die ersten Szenen aus „Transparent“ erinnerten mich in ihrer bräsig-bieder-selbstgerechten Satire eher an die öde „Wir trinken Wein, rollen die Augen und sind crazy kalifornisch“-Trottel aus „Brothers & Sisters“. Mir wird ständig gesagt: „Schau es an! Wirklich! Du wirst es lieben“…
  • …doch ich sehe bisher nur reiche, platt beschriebene Woody-Allen-Figuren. [Ich mochte „Enlightened“, ich hasste „Looking“ – ich habe Mühe mit „warmherzigen“ Satiren, weil oft beides scheitert: die Satire und die Warmherzigkeit.]
  • GraphTV: Staffel 2 minimal besser als Staffel 1, Highlight: 2×01.

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10: The 100

  • mindestens 3 Staffeln, seit 2014
  • Seit 97 Jahren ist die Erde verseucht und verlassen. Als auf einer Raumstation der Platz knapp wird, werden 100 jugendliche Straftäter zurück in die verstrahlte Wildnis geschickt – und finden Mutanten, Bunker, „Herr der Fliegen“-Survival-Konflikte.
  • Wie in jeder CW-Serie sind die Hauptdarsteller*innen absurd schlank, hübsch, sexualisiert. Mir selbst macht der Trailer zur dritten Staffel keinen Spaß – das sieht aus wie ein postapokalyptisches Billig-„Game of Thrones“ über neofeudale Schrott-Ritter und „Mad Max“-Girls. Aber: Eine Menge erwachsener SciFi-Fans sind immer glücklicher/überzeugter, die bisexuelle Hauptfigur wird immer wieder gelobt… und lange Artikel erklären: Das hier ist moralisch so komplex, dreckig, klug – ein würdiger Nachfolger von „Battlestar Galactica“.
  • GraphTV empfiehlt: 2×11

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09: iZombie

  • mindestens 2 Staffeln, seit 2014.
  • Gescheiterte junge Frau der Generation Praktikum wird zum Zombie – und merkt: Wenn sie Gehirn isst, erlebt sie Flashbacks aus dem Leben des Verstorbenen. Also hilft sie Polizei und Pathologen beim Aufklären von Morden.
  • billiger Look, Schema-F-Dramaturgie, erwartbare Witze. Trotzdem sind viele Menschen Fans – denn Produzent Rob Thomas hat ab 2003 mit „Veronica Mars“ schon einmal eine der galligsten, klügsten, unbequemsten jungen Frauenfiguren im US-TV *grandios* erzählt. Robert Buckley mag ich aus „One Tree Hill“, und die Mischung „hübsche, zynische Quatschköpfe machen Polizeiarbeit gegen übersinnliche Gegner“ funktioniert auch bei „The Flash“ sehr gut.
  • GraphTV empfiehlt: 1×11 bis 1×13; zweite Staffel solide

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08: The Expanse

  • mindestens eine Staffel, seit 2015
  • Mars, Erde und Industrie im Astroiden-Gürtel hinter dem Mars tragen verschiedene Wirtschafts- und Ideologie-Konflikte aus: Politiker und Detektive, Gewerkschaftler und Gangster… ein politisches SciFi-Gesellschaftsdrama im Stil von „Caprica“. Ich habe wenig Vertrauen in den Sender – SyFy. Doch die ersten Kritiken sind sehr, sehr gut. Empfehlung auf Slate.com.
  • noch kein GraphTV-Eintrag. IMDb: vom Pilotfilm zu Folge 4 wird es stetig besser.

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07: The Royals

  • mindestens 2 Staffeln, seit 2015
  • Trash mit Joan Collins und Elizabeth Hurley… als Königin von England: Schon in „One Tree Hill“ hat Mark Schwahn mit „Hamlet“- und „Romeo und Julia“-Motiven gespielt. „The Royals“ ist eine Low-Budget-Soap mit vielen bitchy Frauen, schwülstigen Jungs und komplizierten Intrigen. Hinter dem Gezicke stand bei „One Tree Hill“ ein konservatives, aber SEHR respektvolles, oft feministisches Menschenbild. Wer witzig-starke, comichafte Frauen in völlig überdrehten Konflikten sehen will: Ich glaube, das hier hat Schwung, Tempo, absurde Cliffhanger.
  • GraphTV zeigt: ab Folge 5 wird es besser; vielleicht ist 2×06 ein Highlight

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06: Supergirl

  • mindestens 2 Staffeln, seit 2015
  • Freunde sind schockiert, dass ich diese – bunte, simple, oft kitschige/tussi-hafte – Serie mit ihrem… Spice-Girl-Feminismus mag. Aber: Ich mochte mit 12 „Lois & Clark“, mit 14 „Sailor Moon“, und ich freue mich SO, dass Kinder 2015 diese charmante, selbstbewusste, energische Superheldin sehen können, auf einem großen US-Sender, Woche für Woche. Ich hoffe, dass „Supergirl“ noch Tiefgang aufnimmt, und ich verstehe Freund M., wenn er stöhnt „Starke Frau? Ally McBeal spielt jetzt einfach Ling!“…
  • …doch mich stört, dass „The Flash“ als angenehme Kindskopf-Serie akzeptiert wird, aber „Supergirl“ als peinlich reaktionärer Tussi-Fehltritt gilt. Ich hoffe, die Serie wird besser. Doch SCHLECHT ist sie nicht. Nicht für Zwölf- bis Vierzehnjährige.
  • [Trotzdem schade, dass Greg Berlantis Serien *nie* besonders queer sind: Ich finde seine Arbeiten enttäuschend bieder, gestrig, angepasst – für einen schwulen Produzenten.]
  • GraphTV empfiehlt: 1×07, 1×08

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05: Unreal

  • mindestens 2 Staffeln, seit 2015
  • Hinter den Kulissen einer Reality-Soap im Stil von „The Bachelor“ versuchen eine zynische ältere Produzentin und ihre jüngere, angespannte Kollegin, möglichst viel Drama, Skandale, Konflikte zu schüren.
  • Sehr arrivierte TV-Kritiker wie Willa Paskin LIEBEN die Serie. Ich sah nur den Pilotfilm, fand alles bisher recht fade, hölzern, konventionell. Vielleicht muss man „The Bachelor“ hasslieben, um hier mitzufiebern. Reichtum, Fassaden und Frauen in komplexen Lifestyle-, Job-, Ideologie-Konflikten… für mich bleibt „Ugly Betty“ der große Favorit.
  • GraphTV: Staffel 1 wird langsam besser. Vielleicht 1×05 testen?

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04: Deadbeat

  • mindestens 3 Staffeln, seit 2014
  • Medium (und Faulpelz/Slacker) in New York versucht, Geistern zu helfen und Geld mit Hinterbliebenen zu verdienen. Klingt furchtbar – aber im Trailer dachte ich immer wieder: „Yeah! Wenn, dann so!“ Das hier traut sich mehr als die beiden anderen, etwas anspruchsvolleren Geister-/Jenseits-/Helfer-der-Verstorbenen-Serien hier auf der Liste, „iZombie“ und „River“.
  • noch nicht auf GraphTV. Bestbewerteste Episode: 2×13.

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03: Star Wars: Rebels

  • mindestens 3 Staffeln, seit 2014
  • Fünf Jahre vor „Star Wars: A New Hope“ (1977) formen ein Jedi, zwei Jugendliche, ein Droide und zwei Schmuggler/Militärs eine Widerstandzelle gegen das Imperium. Geschrieben für ca. 8jährige Jungs und in jeder Hinsicht simpler als die Filme – aber im selben Tonfall und mit sympathischen Figuren.
  • Die Vorgänger-Kinderserie „The Clone Wars“ war mir zu steif und billig inszeniert. „Rebels“ ist etwas flüssiger/besser. Trotzdem wirkt es oft low-budget, zu simpel und unbeholfen. „Rebels“ ist gut genug, um mein Interesse zu wecken. Aber zu halbgar, um mir nach drei Episoden noch Lust auf eine vierte zu machen. Die Romane zur Serie sind überraschend gut (und politisch).
  • Ich mochte den Cliffhanger, 1×14. GraphTV warnt: Staffel 2 wird nicht besser.

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02: Last Man on Earth

  • mindestens 2 Staffeln, seit 2015
  • Ein Mann – allein auf der Welt? Eine sehr teure und verhältnismäßig langsame, subtile, anspruchsvolle Sitcom über furchtbare Menschen. Sehr gute Kritiken, aber bisher kein richtiger Hit/Erfolg. Überraschende Besetzungsliste.
  • Als Film wäre mir das zu platt geschrieben/inszeniert/gespielt. Ich bin gespannt, ob das an Tiefe gewinnt, weil so viel Zeit für Charakterentwicklung bleibt. Im schlimmsten Fall wird es ein… gruseliges „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“-Szenario.
  • GraphTV empfiehlt: 2×10

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01: Impastor

  • bisher eine Staffel, 2015
  • Kleingangster stiehlt die Identität eines schwulen Pfarrers – und wird Seelsorger in einer Kleinstadt.
  • Das Konzept klingt billig – doch den Trailer fand ich charmanter als ältere Provinz-Serien wie „Men in Trees“ oder „Ausgerechnet Alaska“. Ich mag, dass Michael Rosenbaum ganz anders spielt/agiert als in „Smallville“.
  • GraphTV warnt: die erste Staffel dümpelt vor sich hin.

Stefan Mesch: gesichtsblind – bei RTL Extra (Birgit Schrowange)

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Am Montag (14. September 2015, ab 22.15 Uhr) spreche ich bei Extra – das RTL-Magazin mit Birgit Schrowange [Link: Wikipedia] über meine Gesichtsblindheit/Prosopagnosie.

Die Sendung ist danach auch in der RTL-Mediathek („RTL now“) sieben Tage abrufbar [Link: RTL now – Extra].

Mehr zu mir und der Störung hier im Eintrag und, u.a., hier.

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rtl extra gesichtsblind ocelot not just another bookstore

Die Dreharbeiten zum RTL-Beitrag, in der Berliner Buchhandlung „Ocelot“ (Link)

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Ich bin – wie etwa ein bis zwei Prozent aller Menschen – gesichtsblind: Wenn ich von einer Person NUR das Gesicht sehe (keine Frisur, keine Kleidung usw., die mir helfen können, die Person einzuordnen)…

…dann erkenne ich zwar, wie jeder sonst, Geschlecht, Alter, Stimmung, Gefühle der Person… aber ich habe sehr große Mühe, zu entscheiden, ob ich dieses Gesicht schon einmal gesehen habe.

Auch beim Gesicht von Verwandten, Freunden, Partnern.

Die Störung heißt „Prosopagnosie“. Brad Pitt ist betroffen. Der Neurologe Oliver Sacks war betroffen und hat viel darüber geforscht und geschrieben. Wenn ich im Freundeskreis oder bei neuen Bekannten darüber spreche, gibt es oft Leute, die sagen: „Oh! Das kenne ich auch.“ Ich glaube, ich kenne fünf, sechs gesichtsblinde Menschen persönlich. Auch Kathrin Passig, eine tolle Autorin und Journalistin, schreibt oft über ihre Probleme, z.B. hier.

Mit dem Cambridge Face Memory Test kann jeder herausfinden, ob er betroffen ist.

Der Test dauert weniger als 20 Minuten: Link

Zwei Thriller mit gesichtsblinden Hauptfiguren:

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15 Probleme:

  • Soldaten, die alle die selbe Kurzhaarfrisur haben
  • Nonnen, bei denen man nur das Gesicht sieht, aber keine Frisur usw.
  • es gibt sehr viele Frauen mit langen, glatten Haaren: eine meiner Schwestern hat langes, blondes Haar und viele langhaarige, blonde Freundinnen. auf Fotos und in dunklen Räumen verwechsle ich sie oft.
  • die meisten deutschen Kinder im Kindergartenalter haben blondes Haar und die selbe Frisur: meinen Neffen oder den Sohn meines besten Freundes könnte ich in einer Gruppe Spielkameraden nicht erkennen.
  • wenn zu viele Leute im selben Alter sind, z.B. wenn ich an einer Uni unterrichte oder vor Schulklassen stehe, habe ich Probleme.
  • Verkäufer, Nachbarn usw., die immer an den selben Orten zu finden sind, erkenne ich nicht wieder, wenn sie plötzlich an neuen Orten auftauchen.
  • Kinderfotos o.ä. überfordern mich, weil ich nicht sehen kann, was das Gesicht des Kindes mit dem Gesicht des Erwachsenen später gemeinsam hat. Leute sagen oft über Säuglinge Dinge wie „Er sieht aus wie der Papa. Nur den Mund hat er von der Mama.“ …und ich denke: https://c1.staticflickr.com/3/2734/4266560677_03d0674183_z.jpg?zz=1
  • in Magazinen wie „Bunte“ oder „Gala“ würde ich ohne die Bildunterschriften niemanden unterscheiden können. Das macht die Magazine ziemlich interessant, weil ich immer denke „Wow: SO kann… Iris Berben auch aussehen, mit einer anderen Frisur o.ä.? Wer hätte das gedacht?!“
  • wäre Birgit Schrowange irgendwo in Berlin, ich würde sie nicht erkennen. Umgekehrt würde ich bei den RTL-Studios bei viel zu vielen brünetten Frauen denken „Ach: DAS könnte Birgit Schrowange sein.“
  • seit 20 Jahren kenne ich die Figur Ute aus „Unter Uns“. trotzdem wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass dieses Foto und dieses Foto die selbe Person zeigen.
  • ab und zu spreche ich jemanden an, weil ich denke, dass wir uns kennen… oder ich werde angesprochen, bleibe im Gespräch und denke noch zwei Minuten lang „Wer ist das?“. Richtig beeinträchtigt aber fühle ich mich nur alle paar Wochen. Und oft auch nur, weil mir Freunde Streiche spielen:
  • ich kam nach Berlin, stand am Fahrkartenautomaten und wollte ein Ticket kaufen, als mich mein Freund überraschte: Er setzte eine Sonnenbrille auf und sagte mit verstellter Stimme: „Kaufen Sie kein Ticket. Sie können auf meiner Karte mitfahren.“ Ich habe ihn nicht erkannt.
  • im Theaterfoyer sagte ich meiner Exfreundin, nachdem wir uns zwei Jahre kannten: „Entschuldigen Sie: Darf ich mal [vorbei gehen]?“
  • über die Kollegin, die ich nach zwei gemeinsamen Tagen auf der Buchmesse nicht mehr erkannte, habe ich hier geschrieben: Link.
  • 2001 sah ich einen Film mit Gillian Anderson (Scully aus „Akte X“) und Angelina Jolie. beide hatten rote Haare – und ich konnte sie nicht auseinander halten.
  • ich finde Fotos und Kostüme interessanter als die meisten anderen Menschen: Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand aussieht, wenn er plötzlich rote Haare hat oder böse kuckt – das wirkt auf mich immer gleich wie ein ganz anderer Mensch. Deshalb speichere ich viele Fotos meiner Freunde, mache sehr viele Fotos von mir, bin immer überrascht, wie… grundsätzlich anders jemand aussieht, wenn er einen Hut trägt oder sich den Kopf rasiert. Theaterkostüme, Halloween, Makeup usw…? Ich bin da sehr leicht beeindrucken. Weil das für mich IMMER eine durchschlagende Wirkung hat. Eine Drag Queen z.B. könnte ich nie erkennen, außerhalb ihres Kostüms.
  • bei „One Tree Hill“ gibt es viele Frauen, die ihre Frisur immer wieder wechseln: Ich habe immer wieder Mühe, diese drei Schauspielerinnen voneinander zu unterscheiden. Auch noch nach sechs bis neun Staffeln:

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mein kopf in unzähligen variationen

…viermal die selbe Person? oder vier verschiedene Leute? ich rätsle oft, bei solchen Fotos.

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Ich habe keine Probleme damit…

…mir Namen zu merken

…mir Frisuren, Haltung, Stimmen zu merken und Menschen daran wieder zu erkennen.

…ich habe in Toronto gelebt, wo es sehr viele Asiaten gibt: meinen Freund dort habe ich an Gang/Körperhaltung erkannt.

Gesichtsblindheit stört und beeinträchtigt, wenn ich Menschen auf der Straße oder in Gruppen finden und unterscheiden soll. Sie stört, weil ich oft grußlos an Freunden vorbeigehe oder, umgekehrt, Leute anlächle, die ich nicht kenne.

Aber echte Probleme, große Peinlichkeiten gibt es nur alle paar Monate: So lange Menschen nicht plötzlich ihre Frisuren und Kleidung ändern oder sich absichtlich verkleiden und tarnen, komme ich gut zurecht.

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Der Dreh für RTL…

hat Spaß gemacht! Ich gebe oft Workshops oder doziere an Unis zum Thema Kreatives Schreiben, Literaturkritik, Kulturjournalismus. Seit ein paar Monaten bin ich auch hin und wieder bei Deutschlandradio Kultur zu Gast und spreche dann live im Radio. Aber Kameras sind mir noch fremd – ich fange erst an, und lerne.

Das Kamerateam und der Produzent des Beitrags waren toll, ich fühlte mich nicht vorgeführt oder lächerlich gemacht. Trotzdem fühlt es sich komisch an, mehrere Stunden vor der Kamera darüber zu reden, was man NICHT kann, NICHT schafft. Ich hätte lieber Bücher vorgestellt, als Literaturkritiker. 🙂

Heute, kurz vor der Ausstrahlung, habe ich Angst, dass ich lachhaft, selbstverliebt, ungepflegt oder unfähig rüberkomme:

  • watschle ich zu sehr, beim Gehen?
  • ist mein Haar zu dünn? hätte ich den Kopf rasieren sollen?
  • reiße ich die Augen auf beim Sprechen? mache ich Hasenzähne?
  • sehe ich aus wie Achim Menzel?
  • nuschle oder hasple ich?
  • wirke ich altklug?

Vieles ist Übungssache. Ich sehe den Beitrag als Test: eine gute Möglichkeit, Erfahrungen zu machen. Gerne wieder! Aber dann über Bücher? Kultur? smesch@gmx.net

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Stefan Mesch. Foto Jacqueline Schulz, http://meistermaedchen.jacquelineschulz.de/

Stefan Mesch. Foto Jacqueline Schulz, http://meistermaedchen.jacquelineschulz.de/

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mehr zu mir:

ich bin 32, habe in Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus studiert (2003 bis 2008) und war dann 2009, 10, 11, 12, 13 in Toronto oder New York, jeweils drei Monate am Stück. den Rest der Zeit lebe ich im Dorf, in dem ich aufgewachsen bin (bei Heidelberg) und schreibe im leerstehenden Haus meiner toten Großeltern.

für eine feste Wohnung fehlt mir das Geld – aber ich bin oft für einige Tage/Wochen in München, Karlsruhe, Hildesheim oder Berlin.

ich suche vergessene Bücher: Bücher, die noch fast keiner kennt – aber die möglichst viele Menschen mit Gewinn lesen könnten. Role Models? Oprah Winfrey, Elke Heidenreich: Leute, die Bücher und Begeisterung fürs Lesen vermitteln.

2012 gewann ich den Dietrich-Oppenberg-Preis der Stiftung Lesen für ein Essay in BELLA triste über das Entdecken von Büchern,

2013 bis 2015 habe ich für die ZEIT Bibliothek der verschwundenen Bücher nach vergriffener Literatur gesucht, die eine Neuauflage verdient.

ich stelle monatlich Bücher in meinem Blog vor, oft nach Themen oder Genres sortiert, z.B. Bücher aus und über Japan oder aktuelle Jugendbücher, und schreibe oft über Blogs und Literaturvermittlung im Netz, empfehle Buchblogs, Literaturkritik oder führe Interviews, z.B. hier zur Buchmesse.

als Literaturkritiker schreibe ich vor allem über US- und kanadische Literatur, junge deutschsprachige Literatur (im Studium war ich Redakteur bei BELLA triste), Superhelden, Graphic Novels und Mangas, Young Adult/Jugendbücher und Bücher über Tod und Verlust/domestic fiction.

seit 2009 schreibe ich für ZEIT Online (Literatur, manchmal Fernsehen/Netzkultur, Feminismus), den Tagesspiegel (Graphic Novels), seit 2015 auch für Der Freitag (Literatur/Politik) und Deutschlandradio Kultur (Netzliteratur, Videospiele).

ich gebe Creative-Writing-Kurse für Schüler und Pädagog*innen am freien Theater Tempus Fugit in Lörrach, und Workshops zu Literaturkritik und Kulturjournalismus, u.a. in Göttingen und Berlin.

ich übersetze aus dem Englischen, u.a. ein Marvel-Superhelden-Lexikon für DK (München) und, für Luxbooks (Wiesbaden) Amy Hempels „Was uns treibt“. gelegentlich bin ich Lektor, prüfe Bücher für Verlage oder beteilige mich an Social-Media-Projekten, z.B. die ‪#‎buchsprechstunde‬ der Büchergilde Gutenberg.

ich mag US-Serien und Seifenopern und habe 2015 ein Buch zu 20 Jahren „Verbotene Liebe“ zusammengestellt, mit/bei Nikola Richter im mikrotext verlag (Berlin) und Beiträgen von u.a. Elke Heidenreich und 40 Seifenopern-Fans und Schauspieler*innen, „Straight to your Heart“.

seit 2009 schreibe ich an meinem ersten Roman, „Zimmer voller Freunde“, und war damit u.a. Finalist beim Open Mike 2012 und Gast bei Kabeljau und Dorsch (Berlin) und 54stories/Literaturhaus Lettretage (Berlin).

Buchtipps von mir. für ZEIT Online: Link

New, good TV? 2012’s most promising shows!

Last year, when NBC, ABC, CBS, Fox and the CW announced their fall shows, I did two things:

This year, here are another 8, 9 shows that look solid and, potentially, interesting.

Scroll down to see my favorite, Fox’s The Goodwin Games!

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1) Go on, NBC:

Despite their basic plots and high-concept scenarios, both „Cougar Town“ (Link) and „Community“ (Link) are energetic shows about…

…a quirky, diverse group of grown-ups who hangs out together and has fun.

‎Matthew Perry’s ensemble dramedy „Go on“ uses a convoluted, Nick-Hornbyesque scenario (a rogue, sportcasting-inspired self-help grief counselling group?)…

…to create ANOTHER one of these shows: quirky, fast-paced, optimistic and snarky. It doesn’t reinvent the wheel. But it should work just fine:

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2) Revolution, NBC:

„The Hunger Games“ meets „Lost“: I don’t like Quests (Link) and adventures that feature a lot of walking / exploring in the wilderness… but this is the first big-budget, mainstream TV show by „Supernatural“ creator Eric Kripke (Link)

…and with all the martial arts and snarky swashbuckling in the trailer’s second half, there’s a distinct Joss Whedon vibe, too. If „Revolution“ doesn’t take itself too seriously… it could be fun, dramatic escapism:

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3) Ben and Kate, Fox:

An overgrown man-child, a hapless single mom and lots of heartwarming family hijinks? This won’t be high-brow, dramatic TV. But while most comedies skew towards ONE gender… this looks like a show that can appeal to men and women. So… yay for non-segregation! 🙂

(I hope the main characters don’t hook up, though. No incestuous shipping!)

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4) The Following, FOX:

Before Kevin Williamson (Link) created „Dawson’s Creek“ and „The Vampire Diaries“, he wrote „Scream“. It’s been too long since there was a genuinely scary crime drama on TV. Plus: Kevin Bacon! Let’s hope this finds an audience:

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5) Arrow, CW:

„The Dark Knight“… on a CW budget? „Green Arrow“ Oliver Queen is one of my favorite DC Comic super-heroes, and as a supporting player in „Smallville“, Justin Hartley has proven that the character works just fine in a weekly show.

Also: Black Canary! Deathstroke! A female big bad! Let’s see if this still looks as good, energetic and engaging after David Nutter (Link), director of the pilot, has moved on:

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6) 666 Park Avenue, ABC:

Robert Buckley („One Tree Hill“), Vanessa Williams („Ugly Betty“), Terry O’Quinn („Lost“)… some of my favorite TV faces, in a trashy, campy, overly dramatic genre drama about a posh apartment building… ruled by demonic forces? I’m sceptical. But I love these actors:

I’m still amazed that Ryan Murphy’s „American Horror Story“ (Link) turned out to be a critically successfull, well-liked show. Contrast and compare:

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7) Nashville, ABC:

I’m not INTERESTED in this dramedy about aging, female friendship, showbiz and country music… but it would be nice to have something (better-written) to show the writers at „Smash“ (NBC) and say „Look: THIS is how it’s done!“

Still: I suspect this will be cancelled quickly. The trailer has no energy.

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8a) and 8b) Next Caller, NBC & The Mindy Project, FOX:

Another two shows that seem to miss their mark and might need retooling / more work.

„Next Caller“ is a modern-day screwball comedy… with a „30 Rock“ look:

„The Mindy Project“ is the lovechild of „Bridget Jones“ and „Grey’s Anatomy“:

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My favorite trailer? A quirky, Wes-Anderson-like family drama about siblings reuiniting after their father’s death, Fox’s „THE GOODWIN GAMES“.

It’s „Gilmore Girls“, „The Royal Tenenbaums“, „Arrested Development“ and, most of all, „The Westing Game“, and looks surprisingly funny:

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