Star Wars

Star Wars: Das Erwachen der Macht. 100 Probleme, Fragen, Ideen

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Ich arbeite oft zwei, drei Tage lang an den Buch-, Film-, Comic-Kritiken für Zeitungen. Ich schreibe langsam, formuliere genau. „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ sah ich mir vorhin in der Mitternachts-Premiere an, recht spontan. Bevor ich schlafe, sammle ich 100 schnelle Gedanken, Kritikpunkte, Einwürfe und Ideen. Kein großer Text. Sondern Aspekte, die ich festhalten und über die ich ins Gespräch kommen will, falls jemand fragt: „Und? Hat es dir gefallen?“

Mir hat der Film sehr gefallen.

Ich bin überrascht, wie viel Spaß ich hatte – und wie zufrieden mich das machte.

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01_Sehen oder nicht? Sehen!

02_In einem Satz: Mitreißend, liebevoll, zeitgemäß – ein schneller, übersichtlicher, einsteigerfreundlicher Abenteuerfilm mit tollen Darstellern, aber eher fadem, verflachten Kosmos.

03_Das größte Problem: Es geht um nichts (Größeres, thematisch). Dem Universum wird nichts Neues hinzugefügt – nur alte Rollen, Stationen, Konflikte neu verteilt und durchgespielt. Vieles wirkt unlogisch, lustlos zurecht gebogen, aufgegossen: Noch nie hat mich diese Erzählwelt weniger überzeugt.

04_Vorher die alten Teile sehen? Nicht nötig. Fast alles, was passiert, erklärt sich im Lauf und Kontext des Films. Aber: Es macht sicher Spaß, vorbereitend noch einmal Episode IV zu sehen – weil vieles aus diesem ersten Teil von 1977 im neuen Film gesteigert, gespiegelt, zitiert wird.

05_Ein Film für Kinder? Nein. Aber mit 11, 12 hätte ich mich in Hauptfigur Rey verliebt, alle Konflikte sehr tragisch und tiefgehend empfunden, den Film GELIEBT. Erwachsener als Episode I oder IV. Einige düstere Momente. Aber nicht übertrieben dunkel oder brutal.

06_Nichts, das ich gerade sah, habe ich durch Episode I, II oder III besser verstanden. Die Prequel-Trilogie scheint mir nicht explizit ausgeklammert oder totgeschwiegen – aber fürs Verständnis von Episode VII recht egal. Jemand sagt kurz „Sith“. Doch das ist die einzige Stelle im Film, an der ich dachte: „Okay. Die Autoren haben über Episode I bis III nachgedacht, beim Schreiben.“

07_Ich fand auch keine Shout-Outs und Zitate zu „Star Wars: Rebels“, „Star Wars: The Clone Wars“ oder den Expanded-Universe-Comics und -Romanen [sehr viel gelesen, für Deutschlandradio Kultur. Empfehlungen hier im Link]. An einer Stelle im Film sind einige Flaggen zu sehen, deren Symbole Fans wiedererkennen können. Aber es hat keinen Einfluss auf die Handlung.

08_Alle Filme, gerankt: 5, 7, 4, 2, 6, 3, 1 [kluge Polit-Intrigen in Episode II schlagen schlimme Ewoks in Episode VI: toller Artikel darüber, wie schlecht „Return of the Jedi“ war]

09_4 von 5 Sternen. Klare Empfehlung. Ab ca. 20 Minuten nach Beginn dachte ich sehr lange sogar: 5 Sterne.

10_Warum keine 5 Sterne? Weil Episode VII nichts Größeres erzählt über das Menschsein oder die Star-Wars-Welt, kein besonderes, eigenes Thema sucht, keine sehr pointierte oder interessante Aussage, nichts Persönliches. Look, Inszenierung, Darsteller? Alles mit starker, überzeugender Handschrift. Drehbuch? Souverän – aber nichts Besonderes. Kein Film, der das Jahr 2015 definiert. Oder irgendwas verändert..

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ab hier: Spoiler. Details aus der Handlung.

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11_War Wehleidigkeit schon immer die erste, größte (…einzig überhaupt erkennbare?) Charaktereigenschaft von Chewbacca?

12_Warum klopfte sich Kylo Ren im letzten Kampf im Wald immer wieder nervös an die Flanke/Seite? [Edit: Weil Chewbacca ihn dort angeschossen/getroffen hat, sagen Freunde.]

13_Zitiert Reys erste Szene den Anfang von „Nausicaä aus dem Tal der Winde“? Großartiger Film – und die selbe Stimmung. Junge Frau, allein beim Sammeln und Entdecken. Mir tat leid, dass Rey mühsam auf einem Stück Blech die Düne herabrutschen musste… während Nausicaä auf ihrem Lenkdrachen nach Hause fliegt.

14_Die andere Zeichentrick-Szene, an die ich denken musste: In der vielleicht spannendsten/besten Episode von „Avatar: Herr der Elemente“ brechen die Helden in einen riesigen Bohrer ein, der eine Festungsmauer zerstören soll… und wollen die Riesen-Maschine an ihren Schwachpunkten sabotieren. Stimmung und Taktik im Episode VII-Finale (Sprengladungen an taktisch klugen Stellen, bevor der Starkiller aufgeladen ist und feuern kann) waren die selben – nur war die „Avatar“-Episode dramatischer. (Schade!)

15_Von hinten (!) sieht Reys Kostüm aus wie die Vorderseite der Roben, die Luke, Obi-Wan und Qui-Gon trugen.

16_Nach einer Weile merkt man, dass Rey – wie viele bisher wichtige Frauen in ‚Star Wars‘ – eine recht exzentrische Frisur trägt: drei Haarknoten, den Hinterkopf hinab. Ich brauchte mehr als eine Stunde, um zu merken, wie viel Mühe in ihrem Kostüm/Charakterdesign steckt.

17_Das ist der „Star Wars“-Film mit den bisher dreckigsten Schiffen, Bars, Gebrauchsgegenständen. Sogar Kylo Rens Maske ist ungepflegt/beschädigt.

18_Die Farben und Farbstimmungen sind naturalistischer als in Episode I bis III – aber ich bin überrascht, WIE stilisiert die jeweiligen Wüsten-, Wald-, Schnee-Planeten trotzdem bleiben: Ich glaube, man könnte die Stimmung des kompletten Films nachzeichnen, indem man einfach 10 mal zwei dominante Farben/Farbkombis sammelt. Besonders die hellblauen und lila-roten Lichter im Starkiller, passend zum roten und zum blauen Lichtschwert später im Wald. An vielen Stellen war mir das farblich zu stimmig/künstlich/durchgestylt.

19_Ich musste lachen, als ich auf IMDb las: „In summer 2013, it was revealed both Carrie Fisher and Mark Hamill had begun a vigorous regimen of diet, exercise and stunt training to prepare for their roles of Leia and Luke.“ An KEINER Stelle tun die beiden irgend etwas, für das man ein Stunt-Training bräuchte.

20_Mich freut, wie wichtig Han Solo den ganzen Film über bleibt: Als ich hörte, dass Harrison Ford wenig Lust auf die Rolle hatte, rechnete ich mit drei, vier nostalgisch-knappen Szenen. Auch sein „Chewie: We’re home“ im Trailer kam mir müde vor. Tatsächlich ist Han unbedingt eine Hauptfigur – nach Rey und Finn, vor Kylo Ren und dem (viel zu präsenten) BB-8.

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21_Fast jedes Marvel-“Star Wars“-Comic, das ich seit Sommer las, begann mit einer Zusammenfassung im „Opening Crawl“-Stil. Und beinahe jedes Mal waren die ersten Worte nach „A long, long time ago“ wie in Episode IV „It is a period of“ [„renewed hope“/“fear“/“chances“ usw.] Alle sieben Filme beginnen mit unterschiedlichen ersten Sätzen – doch im Nachhinein überrascht mich, dass sich Episode VII dauernd an Episode IV orientiert… aber nicht mit „It is a period of“ beginnt… während die Comics, die oft nur zeitlich, aber nicht inhaltlich besonders nah an Episode IV liegen, den Satz beinahe JEDES Mal zitieren/aufgreifen.

22_Raumschiffe und Fahrzeuge, die mir gefielen: Reys primitiver Schwebe-Traktor. Das mechanische Nashorn-Gefährt des Java-ähnlichen Wesens, das BB-8 zerlegen wollte. Die toll klaustrophobischen, schön ausgeleuchteten Schleusen, Gänge, Crawlspaces in u.a. Hans neuem Frachter. Auch Sternzerstörer-Innendesign gefällt mir fast immer – besonders über mehrere Etagen/Ebenen hinweg.

23_Der neue Sternzerstörer kam mir ungelenk, vollgestopft und wie eine sehr kipp-gefährdete, überladene Torte vor. Die Starkiller-Base war (von außen und als Idee) drittklassig, langweilig, banal. Zu Tie-Fightern, X-Wings usw. habe ich kein besonderes Verhältnis. Die neuen Stormtrooper-Helme erinnern mich an Donald Ducks Schnabel. Die „Flametrooper“, neuen „Snowtrooper“ usw. schienen nur im Film, um weiteres Merchandise zu verkaufen.

24_In der Eröffnungsszene sind im Dunkeln Hühner oder sehr kleines Zuchtvieh zu sehen, zwischen den Hütten auf Jakku. Doch als die Stormtrooper angreifen, tauchen sie nicht mehr auf: Tiere/Creatures fielen mir sonst an keiner Stelle positiv auf (der Geier war besonders lustlos; auch das Tier, das zusammen mit Finn trinkt, wirkte unfertig).

25_Es gibt zwei Stellen, an denen wir viel zu schnell zu viele neue Aliens/Kreaturen sehen: Die Holo-Schachfiguren im Millennium Falcon (reale Wesen oder sowas wie bei uns Orks, Trolle usw.?) und die Besucher von Maz Kanatas Bar. Ich habe mich daran gewöhnt, dass in „Star Wars“ sehr naturalistische Aliens neben Muppets im B-Movie-Look stehen – und habe mit diesen B-Movie-Designs keine Probleme. Doch ich glaube, es ist keine Lösung, alle Trash-Figuren auf einem Haufen kurz zu zeigen – sonst aber alles immer realistischer/konventioneller zu gestalten. Den Wesen auf Han Solos Frachter z.B. hätte mehr Trash-Charme gut getan: Man stelle sich die selbe Szene z.B. mit Piranha-Tribbles vor.

26_User auf Reddit, über Kylo Rens Meister – Snoke: „That name though. Seriously? It sounds less like The Evil Overlord and more like the guy in the back alley, with a shank and a bad London accent.“ Mir sah die Figur zu Gollum- und Voldemort-haft aus. Schade, dass Sith-Sein anscheinend weiterhin bedeutet: so theatral-hässlich-kindergartenhaft-böse wie möglich aussehen zu wollen. Sind nur hässlichen Personen böse? Erkennt man das Böse immer schon am Kleidungsstil?

27_Ist Snoke tatsächlich so groß? Was, wenn er schlumpfgroß wäre – und mit dem Holo-Auftritt nur kompensiert?

28_Captain Phasma hatte eine furchtbare deutsche Synchronstimme. Keine nennenswerte Rolle. Und Fans fragen sich, ob sie tatsächlich von den Helden in die Müllpresse geworfen wurde (wie unmenschlich: Ich hoffe nicht). Da muss in Teil 8 und 9 noch mehr kommen. Mir missfällt, wie schnell schon in Teil I bis III Figuren wie Dooku, Grievous und Maul verheizt wurden. Gebt diesen Figuren Raum und Tiefe!

29_albern/schlechte Regie: Als Finn zurück in den Truppentransporter steigt und Captain Phasma – die er beim Einsteigen nicht hätte übersehen können – erst sieht, als die Kamera zu ihr schwenkt. Auf TVTropes heißt das „Behind the Black“.

30_Alle Verhör-Szenen langweilten mich. Ich frage mich, ob das erzählerisch zu verbraucht ist – oder einfach besser inszeniert/geschrieben sein müsste: Kylo und Poe, Kylo und Rey. Im Oktober erst sah ich das Finale der ersten „Star Wars: Rebels“-Staffel: Kanan wird verhört, im selben Stil. Immer die selben Bilder, Floskeln, Drohgebärden.

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31_Ich musste an vielen Stellen lachen oder mich freuen (am meisten, als Rey im Wald steht, zum ersten Mal, und sich über das viele Grün freut). Leider war ich an keiner Stelle besonders traurig, beklommen. Der meiste Humor kommt von Fin. Das freut mich: Eine Figur, die Held sein darf… doch trotzdem immer wieder trottelig, überfordert, vorschnell.

32_In der ersten Hälfte fragte ich mich, ob „Fin nimmt/wählt den falschen Gegenstand“ ein Leitmotiv wird. Aber in der zweiten Hälfte griff er dann nur noch einmal daneben – als er mit Bomben hantierte, bei Beladen der Schiffe. Ich bin gespannt, ob Episode VIII und IX noch einmal solche Finn-nimmt-das-Falsche-Momente zeigen.

33_Ich kann noch immer keinen ganzen Satz über Admiral Ackbars Charakter/Gemüt/Wesen sagen.

34_Die junge Frau mit der Prinzessin-Leia-Frisur, die während einer Besprechung schräg neben Leia stand… ist Carrie Fishers Tochter, Billie Lourd? Google, google… ja.

35_Ich bin froh, dass aus „Kylo ist Ben, Sohn von Han und Leia“ keine große Enthüllung im Finale gemacht wurde. Schade aber, dass Han und Leia nur ein Kind zu haben scheinen: Im alten Expanded Universe hatten sie Zwillinge – einen Sith-Sohn und eine Jedi-Tochter; später noch einen weiteren Jedi-Sohn, Anakin. Das Verhältnis zwischen Han, Leia und Kylo hat mich an Promi-Eltern erinnert, deren Kinder alle Möglichkeiten haben… und die ihre Eltern irgendwann hassen.

36_Insgesamt war Kylo weinerlich, abstoßend, nervig – doch das ist in Ordnung: Anakin war in Episode II und III genauso schlimm (Sith-Risikopersönlichkeiten). Mir machen solche unkontrollierten, selbstmitleidigen Jammer-Jungs viel mehr Angst als sortierte, gefasste, kontrollierte Staatsmänner und Machtmenschen. (Zwei andere Beispiele für „grotesk mächtig, grotesk verzogen“: Superboy Prime im DC-Universum bis 2011 und vielleicht der junge Lex Luthor in „Batman vs. Superman“)

37_Trotzdem stört mich, dass Adam Driver als Kylo genauso unbeholfen, aggro, spackig durchs Bild stapft wie in „Girls“. Dort nennt ihn Freund M. nur „der Affenjunge mit dem Affengesicht“. Ich stelle mir ein Kind von Han und Leia hübscher vor. Und, wichtiger: souveräner.

38_Es gab im ganzen Film keine Alien-Babes, Metallbikinis, Sklavinnen usw. Bei der Frau mit schwarzem Pony und Augen-Make-Up, die bei Maz Kanata mit einem dicken Alien auf einem Sofa loungte, dachte ich: „Na ja. Das ist die ‚Star Wars‘-Version einer typischen deutschen/Berliner Clubberin.“ Überall waren Frauen: als Pilotinnen, Soldatinnen, Händlerinnen – keine war bloßes Eye Candy. Ich mochte auch, dass bei First Order und im Widerstand in jeder Szene viele nicht-weiße Komparsen und Kleinstrollen im Bild waren.

39_Der Film hat mich in jeder Minute blendend unterhalten – aber, wie gesagt: in keiner besonders bewegt oder zum Denken gebracht. Auch, weil die Figuren nur sehr unmittelbare Probleme hatten: Sie müssen irgendwo hin reisen, in Sicherheit kommen usw. Nur an sehr wenigen Stellen hat v.a. Finn die Möglichkeit, größere Entscheidungen über seinen Platz und seine Rolle zu treffen. Besonders in Episode I bis III mussten die Figuren mehr nachdenken, entscheiden. Alles war politischer, offener, unwägbarer – die nächsten Schritte waren oft nicht klar. Episode VII handelt fast gar nicht von Weltanschauungen und der Suche nach dem eigenen Platz. Mir fehlt das sehr.

40_BB-8 als, wörtlich, “der Droide, nach dem wir suchen“? Hm. Verkrampftes, unbeholfenes Zitat.


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41_Die Flucht vor Han Solos wild kugelnden Tentakel-Tieren („Ratare“? „Rathgars“?) kam mir vor wie eine lustlose Indiana-Jones-Hommage.

42_Als vorher zwei Gangster-Gruppen Solos Frachter entern (wie eigentlich – ohne, bemerkt zu werden?), fiel mir auf, wie viele Figuren zwischen 20 und 35 viel Macht oder Verantwortung tragen. Das ist kein Vorwurf an die Autoren (Jugendwahn), sondern beschäftigt mich in-universe: Was wurde aus der Generation von Luke etc.? Im echten Leben dominieren die Baby Boomer. Bei „Star Wars“ sind die Älteren aus dem Spiel, politisch? All die Held*innen, die vor 30 Jahren das Imperium besiegten?

43_Eine Fan-Theorie zu Snoke, via Reddit: Was, wenn er nicht via Hologramm spricht – sondern aus einem Holocron? Die Aufzeichnung einer toten, vergessenen Sith-Persönlichkeit? Eine Art A.I.? Fände ich zeitgemäßer, komplexer, interessanter.

44_Die Hitler-Rede auf dem Appellplatz, der Stormtrooper-Nazi-Gruß etc. waren mir zu dick aufgetragen – vor allem, weil Episode IV 1977 Leni Riefenstahl zitierte – bei der Siegesfeier der Rebellen, nicht bei Ansprachen des Imperiums. Ich verstehe, dass Nazi-Ikonografie und Star Wars mittlerweile zusammen gehören… aber glaube, da kann man intelligentere, kompliziertere Bilder schaffen als „die Bösen sind böse wie Nazis!“

45_Poe klopfte vor allem beim Fliegen furchtbar altbackene, markige Sprüche. Die Dogfights und der Heroismus der Piloten erinnerten mich (wie fast immer bei X-Wing-Szenen) an den zweiten Weltkrieg, die Hangars der Rebellen wurden für Episode VII in England gefilmt, die Mode-Zitate bei den Flieger-Uniformen habe ich nicht erkannt… doch ich frage mich, ob Stil, Basis, Habitus, Kleidung, Werte der Rebellen dieses Mal besonders/noch stärker als sonst von der Royal Air Force inspiriert waren?

46_Mich macht müde, wie oft diese flapsig-tapfer-wackeren Pilot*innen ständig übers Flugfeld RANNTEN. In allen Außen-Szenen mit Leia hüpften hübsche, junge, mutige Menschen beherzt im Hintergrund herum wie… heroische Hündchen. Die Rebellen in z.B. Rogue One kommen mir viel müder, leiser und traumatisierter vor. Zwar liegen 40 Jahre zwischen diesen Rebellen-Gruppen. Doch Leias Leute scheinen mir, so oder so, viel zu munter.

47_Was wurde aus Maz Kanata? Ihre Statue stürzte. Sie selbst wurde vergessen, im restlichen Drehbuch?

48_Ich mag JJ Abrams nicht besonders – fand aber im Film keinen Moment, an dem sich seine Ticks und Handschrift so stark zeigten, dass ich dachte: „Abrams-Hasser halten diesen Film nicht aus!“ Das abramshafteste schien mir Reys Frisur/Haltung/Attitüde: Ich musste den ganzen Film über an Kate aus „Lost“/Evangeline Lilly denken. Im Guten!

49_Dialog auf Reddit: „I felt it was super predictable. How many times can they keep doing a bigger and better battle station?“ – „Yes but it’s powered by the SUN this time!“ – „It was nice to see the First Order going green and not relying on fossil fuels or nuclear power for their planet destroying weapons.“

50_Ich mag alle Elternfiguren aus Episode I bis VI – Lars und Beru, Anakins Mutter, Leias Adoptiveltern – doch hasse, wie schnell sie abserviert/getötet werden. Dass Rey und Finn ohne Eltern aufwachsen, heißt: Episode VII bringt keine harmlosen älteren Randfiguren um, dem Plot zuliebe. Gut! Doch es heißt auch: Rey und Finn sind zwischen 20 und 30 – haben keine Bildung, keine Social Skills, keine Erfahrung im Umgang mit Menschen. Dass sich Rey sofort Han an den Hals wirft, als Vaterfigur, macht Sinn. Dass Finn so kompetent und ohne größere Kulturschocks als Deserteur leben kann, überzeugt mich nicht. Beide sollten VIEL mehr Schwierigkeiten haben. Auch miteinander.

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51_In fünf Jahren öffne ich Jedipedia. Suche nach dem (auffälligen) Fingerring, den Leia trägt. Und finde drei bis fünf Romane und Fußnoten über seine Bedeutung und Geschichte: Das „Expanded Universe“ wird jetzt mit all diesen Figuren, Orten, neuen Details gefüttert. Ich bin gespannt, wie die Autor*innen und Redakteur*innen all solche Nebensächlichkeiten, Requisiten, Details in eigenen Geschichten weiter ausgestalten.

52_In Episode IV erwähnt Han Solo den „Kessel Run“ – ohne lange Erklärung. Auch in Episode VII wird immer wieder Vergangenes erwähnt, ohne Kontext und Details: Wer waren die vielen Zwischenbesitzer des Millennium Falcon? Woher kennen sich Maz und Han? Wer sind die „Ritter von Ren“? C-3POs roter Arm. Lukes Padawan. Reys Visionen. Vieles wird wohl in Episode VIII und IX enthüllt: wichtige Backstory. Der Rest aber ist Futter fürs Extended Universe.

53_Kylos grober schwarzer Stoff (und die idiotische Maske – ohne besondere Funktionalität, oder?). Fins Jacke und Unterwäsche. Hans Weste. Reys Leinen. Lukes Kapuze. Ich mag, wie nah die Kamera den Figuren kam. Wie körperlich, stofflich, verschwitzt, handfest gekämpft, gereist, geflüchtet wird, dieses Mal. Immer wieder forderten mich Szenen auf: „Stell dir vor, DAS ist dein Körper. Stell dir vor, DAS ist deine Kleidung.“

54_Die Lichtschwert-Kämpfe waren okay – aber keine besonderes Highlight. Ich mochte, dass Rey bei ihrer ersten Begegnung mit Kylo im Wald durch einen Hohlweg flüchtet und dann knapp zwei Meter nach oben steigt. Und bei ihrer zweiten Begegnung – anderer Planet, aber wieder Wald, ähnlicher Hohlweg – dieselben Schritte macht, bereits viel mutiger und souveräner.

55_Dass sich am Ende des Duells der Boden auftut, die Landschaft zum Jump’n’Run-Level wird, erinnerte mich ans ärgerlich schlechte, ärgerlich hanebüchene Duell zwischen Obi-Wan und Anakin in Episode III. Immer stürzt gleich ALLES ein, und alle retten sich in ALLERletzter Sekunde. Trash.

56_Episode I bis III macht auf einem kleinen Bildschirm wenig Spaß – weil die Kamera oft riesige CGI-Landschaften filmt. Gewusel, in denen ich die Helden aus dem Blick verliere. Episode VII ist sehr übersichtlich, aufgeräumt. Drei, vier Action-Szenen nahmen uns sekundenweise die Orientierung (Angriff der Stormtrooper aufs Dorf zu Beginn, Flucht des Millennium Falcon durch den Sternzerstörer, Poes Flug-Szenen), doch insgesamt kann man sich großartig in den jeweiligen Sets orientieren.

57_Weil die Kamera den Figuren viel näher kommt, entsteht Intimität.

58_Das heißt auch: Episode VII funktioniert auf kleinen Bildschirmen, beim Streamen usw. Kein Film, den man im Kino sehen muss – weil er sonst nicht wirkt. Es gibt viel zu bestaunen. Gute Tonmischung. Schöne Details. Aber Episoden I bis III auf einem Smartphone? Horror. Episode VII? Machbar!

59_Jar-Jar-Aufreger? Kinderkram? Albernheiten? Ich mochte „Wall-E“ nicht – und ärgere mich, dass BB-8 so viele Gefühle, Kitsch-Momente usw. zugestanden werden. Rührselige Roboter… das funktioniert für mich so gut wie… schmollende Laptos oder exzentrische Geldautomaten. Toll, dass Episode VII ohne Kinder auskommt. Aber müssen die Droiden behütet, bestaunt, bespaßt, bewundert werden? BB-8 als pfiffiges, doch etwas dummes Kind?

60_Kein Boba Fett. Schade. Keine Hutts. Gut! Mit beiden (und Lando) rechne ich in späteren Filmen. Irritierend an Episode VII: Jemand, der ohne Ton zuschaut oder noch keine anderen „Star Wars“-Episoden kennt, denkt sicher, Stormtrooper seien die wichtigste visuelle Konstante: Sie sind ÜBERALL. Die Kamera liebt sie, dieses Mal. Ich weiß nicht, woher diese Begeisterung/Faszination für gesichtslose und nicht-sehr-schlaue Soldaten kommt.

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61_Die Chemie zwischen Daisy Ridley und John Boyega? Immens! Ich glaube, wegen Boyega.

62_Die Chemie zwischen Jasoon Isaacs (Poe Dameron) und John Boyega? Auch immens. Huch. Ich glaube, Boyega schafft das mit jedem Szenen-Partner… außer Chewbacca. Ein schwuler Bekannter twitterte vor der Premiere, dass er Poe und Finn gern als Paar sähe. Ich dachte: „Wie albern. Unbedingt Figuren shippen – ohne, dass man ihr Verhältnis, ihre Geschichte, Hintergründe kennt?“ Jetzt, wo ich Finn und Poe zusammen sah, bin ich sicher: Das wird eine große Nummer beiFanfiction-Autor*innen. Wegen Boyegas Charme. Und, weil Poe bisher einen munter-asexuellen Royal-Air-Force-Boy spielt. Bis mindestens zur Premiere von Episode VIII sind alle vier jungen Hauptfiguren – Kylo, Rey, Finn, Poe – überraschend leicht als queer/nicht-heterosexuell lesbar, denkbar, vorstellbar.

…Edit, 19. Dezember: Der Hashtag für Poe/Finn ist #stormpilot

63_“Das, wonach es dir verlangt, liegt nicht hinter dir, sondern vor dir“. Einer der wenigen „spirituellen“ Sätze in Episode VII: Maz Kanata ist dieses Mal die einzige Figur, die mit den Helden länger über Jedi-Wissen sprechen kann. Rey sehnt sich nach ihrer Familie. Maz sagt: Du hast sie nicht verloren – du findest sie erst noch.

64_Wurde dieses Mal nur in Tunesien und Europa gefilmt? Eine irische Insel, Island oder Skandinavien, ein paar mitteleuropäische Wälder – zum ersten Mal können deutsche Kinder sagen: „Ich gehe in den Wald und spiele ‚Star Wars‘.“ Statt Endor/Ewoks dieses Mal: sehr europäische Bäume, Landschaften.

65_Städte, Metropolen, hektische Planeten spielen keine Rolle: Wir bleiben in der Provinz, im Abseits, in der Wildnis oder im Versteck – dabei aber, falls ich das richtig verstand: trotzdem eher im Zentrum der Galaxis, selten im Outer Rim. Coruscant wird nicht erwähnt.

66_In der Hyperraum springen, noch in der Atmosphäre eines Planeten? Das geht?! Das wurde noch nie gezeigt. Schnell hin und her reisen, in (deutsche Synchro:) „Lichtgeschwindigkeit“? So leicht?! Dass der Millenium Falcon zu Beginn von Episode VII flugtüchtig und vollgetankt ist, störte mich. Dass alle Parteien ohne Mühe und lange Wartezeit von Planet zu Planet hopsen – fast, als würden Schiffe gebeamt – lässt die Erzählwelt klein erscheinen. Mit drei, vier Sätzen hätte das Drehbuch helfen können. Noch nie fühlte sich Raumfahrt in „Star Wars“ so banal, prosaisch, einfach an. Und Planeten so eng. Erstmal irgendwo gelandet, scheint alles notfalls sogar zu Fuß erreichbar.

67_Die Nebenfigur, die mich am meisten störte: Snap Wexley, der dickliche X-Wing-Pilot mit Vollbart, der GENAU SO aussieht, wie sich Lucasfilm wohl jahrzehntelang die Zielgruppe vorstellte. Gemütliche, bärige Kind-Männer. Der stereotype „Star Wars“-Fan. Erst später verstand ich: Das ist Abrams‘ Kumpel Greg Grunberg – den ich aus u.a. „Felicity“ und „Lost“ (und „Heroes“) hätte erkennen können.

68_Statt Tatooine (Drehort Tunesien): Jakku (Drehort Tunesien). Statt Obi-Wan: Han Solo. Statt dem Todesstern: die Starkiller-Base. Statt der Cantina: Maz Kanatas Bar. Statt den Dschungel-Tempeln auf Yavin IV: Maz Kanatas Wald-Tempel. Statt R2s wichtigem Hologramm: BB-8s wichtiges Hologramm. Statt der Zerstörung des Todessterns via Achillesverse: Zerstörung der Starkiller-Base via Achillesverse. Und, vielleicht am lächerlichsten: In Episode IV wird Alderaan zerstört. In Episode VII 5 (!) Planeten eines Systems. Und trotzdem wirkt es lapidarer, weniger bedeutend. Overkill.

69_Ich bin nicht sicher, warum der First Order über den Angriff auf die 5 Welten spricht, als sei damit „die Republik“ vernichtet. Sitzt die Republik auf diesen fünf Welten? Haben Luke, Leia, Han diese Republik aufgebaut? Wie stehen „Widerstand“ und „Republik“ zueinander? Und: Warum ist Hans Tod eine größere Tragödie für die munteren Widerständler als das Ende von 5 (!) Welten, mit u.a. der einzigen Metropole, die man in Episode VII sah?

70_In Episode III war ich enttäuscht, weil die dramatischste und wichtigste Szene – Palpatine gibt Order 66, die Klone töten die Jedi – nur eine schnelle Montage bleibt. In Episode VII nehme ich den Starkiller nicht ernst genug – weil die 5 Welten so nebensächlich scheinen, ihre Vernichtung opernhafter Kitsch.

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71_Einer der besten (aber sehr selbstverliebt-langen) Storytelling-Essays zeigt die Ring-Dramaturgie der beiden „Star Wars“-Trilogien: Episode I bezieht sich nicht nur auf Episode IV, sondern noch viel mehr – Überraschung! – auf Episode VI. Mit Episode VII beginnt ein andere, langweiligere Struktur: Gibt es fortan „Regeln“ wie „Im ersten Teil jeder Trilogie spielt ein Wüstenplanet eine große Rolle“ oder „Ein Mentor wird getötet: die älteste Hauptfigur überlebt Teil 1 einer Trilogie auf keinen Fall“? Mir kam vieles in Episode VII zu Schema F vor: Als müsste es passieren, weil es in Episode VI und Episode I passierte.

72_Gab es einen „Han shot first“-Moment? Mir ist nichts aufgefallen.

73_Der Untertitel, „Das Erwachen der Macht“, lässt Episode VII bedeutender klingen, als sie sich anfühlt: ein wichtiger Wendepunkt für die ganze Galaxis? Bisher scheint einfach nur Rey zu merken, dass sie die Macht spüren kann („force-sensitive“ ist). Aber nun gut: In „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ kamen auch nicht sehr viele Jedi zurück.

74_Warum nicht „Die Macht erwacht“? Bäm.

75_Rey als Lukes Tochter? Eine Möglichkeit – aber nicht besonders wichtig oder spannend: Ich mag keine Fantasy-Welten, in der alle begabten Figuren aus derselben Familie stammen. Schöner, falls Rey Plebs und nur zufällig sehr machtbegabt/force-sensitive wäre.

76_Schön, wie viele Szenen im Film spannend werden, weil Figuren über etwas SPRECHEN, das nicht gezeigt wird. Ich mochte Reys Vision bei Maz Kanata – aber freute mich, dass die Gedanken-Duelle zwischen Rey und Kylo, das Gespräch zwischen Han und Kylo, Leias Erinnerungen etc. ohne Rückblenden, Montagen auskamen: Ein paar der eindrücklichsten und wichtigsten Ereignisse hat Episode VII nur in Sprache/Worten gezeigt. [Macht „Star Wars“ aber oft so.]

77_Ich sah keinen besonderen Disney-Einfluss. Ich sah auch überhaupt keinen Willen, einen neuen Stil, Tonfall für Blockbuster zu finden: Seit „Fluch der Karibik“ sind viele große Franchises flapsig, überdreht. Umgekehrt gibt es viele überraschend dunkle, blutige, raue Jungs-Franchises. Episode VII wollte „Star Wars“ im Jahr 2015 sein – nicht: den Blockbuster neu erfinden. Ich mag das – aber bin unsicher, ob Episode VII ein einflussreicher, maßgeblicher Film sein kann. Wagnisse, Experimente, eine neue Ästhethik fehlen hier.

78_Ich hatte eine Kinokarte für die Original-Verson, aber ging in den falschen Saal. Ich mochte die Syncho (während des Film fragte ich mich: Heißt es in Deutschland schon immer „Widerstand“ statt „Rebellen“? Sind „Widerstand“ und „Rebellen“ verschieden? Ja. Mehr hier.). Score/Musik waren gut, doch an keiner Stelle besonders. Das 3D unaufdringlich, souverän. Adam Driver hätte ich lieber im Original gehört, und bei Figuren wie Poe und den First-Order-Schnöseln fragte ich mich, ob sie mit britischem Akzent sprechen.

79_Trailer vor Filmbeginn: Tarantinos „Hateful Eight“, „Independence Day 2“ (furchtbares 3D) und ein sehr kurzer „Batman vs. Superman“-Trailer. Der schlimme „Star Trek: Beyond“-Trailer fehlte.

80_Werbung: keine „Star Wars“-Produkte, keine Disney-Artikel, keine Videospiele oder typische Jungs-Dinge… sondern vermutlich das, was gerade in jedem Berliner Kino vor jedem Film läuft: ein Image-Clip für BILD, Krankenkassenwerbung für die BKK (auch Homöopathie), Lays Chips, Pepsi Max, Spotifys Best-of-2015-Seite. Eine sympathische BVG-Kampagne, „Hauptstadtpoesie“. Ein beschissen reaktionärer Spreequell-Spot, „Volle Pulle Leben“. „Star Wars“-spezifisch nur eine Reisekampagne für Tunesien, #truetunisia.

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81_Im Netz wird „The First Order“ manchmal als TFO abgekürzt. „The Force Awakens“ auch. Entscheidet euch!

82_Viele (männliche?) Reddit-User sind verärgert, wie kompetent und wichtig Rey ist – auch im Vergleich zu Finn: Das Kinoplakat zeigt eine junge Frau (Rey) mit Kampfstab. Daneben, deutlich kleiner, Finn mit Lichtschwert. Ein Jedi? Nein: Die Größenverhältnisse von Rey, Finn und BB-8 entsprechen zwar ihrem tatsächlichen Raum im Film. Doch Finn ist so überfordert mit dem Lichtschwert… es wäre stimmiger/sinnvoller, Rey mit Schwert zu zeigen. Zwar nahm ich Finn durchgängig als Sympathieträger wahr. Doch Kinoplakat und Trailer haben mich nicht darauf vorbereitet, wie sehr Rey diesen Film dominiert.

83_Ein Ekel-Userkommentar auf ZEIT Online wünscht sich bei Rey, Finn und Poe die selbe Rollenverteilung wie bei Leia, Luke und Han in Episode IV. „Die Prinzessin, der Ritter und der Cowboy“. Stimmt: so simpel sah ich das noch nie! Gute Zusammenfassung von Episode IV.

84_Zu Episode VII passt es nicht: Rey und Finn sind sich sehr ähnlich – überforderte, idealistische Waisenkinder. Poe ist der 40er-Jahre-Galan, -Spion, -Kriegsheld, Jack-of-all-Trades; Han übernimmt Obi-Wans Rolle. Prinzessinnen, Damsels in Distress, Frauen, die vor allem als Love Interest funktionieren, kommen nicht mehr vor.

85_ Dass Rey so mächtig ist, störte mich nicht – denn sie selbst war davon am überraschtesten. Mir gefiel, wie überrumpelt-aber-vorsichtig sie versuchte, ihre Kräfte auszuloten. Ohne, sofort ausgiebig mit Han, Finn, Maz zu sprechen.

86_Eine Fan-Theorie: „Rey was born without a father, just like Anakin.“ Das hatte ich vergessen – und ich bin froh darum. Bitte nicht wieder dieser Messias-Mist.

87_Das letzte „Star Wars“-Musikstück, das Eindruck auf mich machte, stammt aus Episode I: Duel of the Fates. In Episode VII gab es keine Komposition von John Williams, die so prägnant war.

88_Reddit-Kommentar zur Flucht von Finn und Poe: „In their escape from the First Order, Finn unthinkingly kills more people than were even present at the village massacre. I get that the first order are the baddies but these are people he’s been living with his entire life.“ Stimmt. Ich bin kein Fan von Helden, die ihre Gegner töten. Kann aber damit leben, dass alle Star-Wars-Helden das tun: Das war schon immer so, seit 1977.

89_Die erste Trilogie hatte viele Samurai- und ZEN-Momente. Die zweite Trilogie Amidalas Kostüme. In Episode VII sah/fand ich nichts, das mich an Japan erinnerte.

90_Gerade ergoogelt/gefunden: die Berlin-Mitte-Frau aus Maz Kanatas Bar heißt Bazine Netal – und ist Kopfgeldjägerin.

star wars vii banner

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91_Meine 10 Lieblingssätze aus der – ingesamt: sehr guten – Spekulation/Zusammenfassung von „Making Star Wars“ (Link): „Poe Dameron places [Luke’s] lightsaber inside BB-8 and orders him to flee [on Jakku]“, „Finn feels ill. He takes off his helmet, and vomits“, „Rey tries to help by releasing the ship’s cargo (which appears to be livestock, potentially giant space pigs)“, „Maz Kanata is a pirate at a secret location on Yavin IV“, „VISION: There is what looks to be a Jedi Academy, and the dead bodies of padawans are on the ground. Luke Skywalker shows up, too late“, „Rey may learn that she is the lost daughter of Han Solo“, „The Resistance Base, which seems to be on the other side of Yavin IV“, „Queen Leia’s own superweapon, the Sledgehammer, is destroyed. It falls into the atmosphere of the planet and breaks apart.“

92_Ich musste lange googeln, um Foto und Name der Guavian Enforcers (Link) zu finden. Fans lieben bereits Boba Fett und die Imperial Guard. Ich bin recht sicher: Diese neuen roten Kostüme/Helme/Krieger sind im Film, damit sie Cosplayer und Rüstungs-Nerds begeistern.

93_Episode IV bis VI zeigt einen asymmetrischen Krieg: Rebellen gegen totalitäre Besatzer. Episode I bis III zeigt, wie eine Republik zerbricht – mit vielen, überraschend komplexen Parallelen zu Weimar, Reichstagsbrand und dem Ermächtigungsgesetz der Nazis. Ich war mir vor Episode VII sicher: Dieses Mal wird es um Gesellschaften gehen, die eine Besatzung hinter sich haben, mit Parallelen zu Afghanistan, Pakistan, mit Terrorzellen und religiösen Splittergruppen… eine New Republic in der Rolle Amerikas, und der First Order als IS? Episode VII ist nicht besonders militaristisch. Aber auch nicht besonders Post-Terror. Zu meiner Überraschung kein „Hier sieht man, was heutzutage mit der Welt nicht stimmt“-Film.

94_Episode VII ist der unpolitischste, naivste „Star Wars“-Teil: Ich weiß nicht, wer hier regiert, entscheidet, kämpft. Wie diese Machtstrukturen entstanden – und was Zivilisten von ihnen halten.

95_Bei aller Sympathie für Han und Leia: Was haben sie in 30 Jahren aufgebaut? Ist Leia Diplomatin? Wofür steht die New Republic/Resistance? Wie konnte SO wenig anders, besser werden in 30 Jahren? Womit habt ihr euer Leben verbracht? Der Opening Crawl hilft nicht: „With the support of the REPUBLIC, General Leia Organa leads a brave RESISTANCE.“ Was heißt das?

96_Reddit-User Demoa, unzufrieden: „I had a bit of an issue with having the Millenium Falcon randomly be on Jakku stationned right next to where they need an escape but I thought „the movie has been so good so far let’s just roll with it“. But then Han Solo shows up in the most random way possible to pick them up and then the movie completely fell apart for me. The whole Maz Kanata thing was a trainwreck too. „Hi I’m a pirate, I’m also 1000 years old, I also talk like a Jedi, but I have no powers, and by the way I have this awesome lightsaber that I got somehow.“

97_Facebook-Freund Lars Weisbrod, unzufrieden: „Wollte den neuen Star Wars sehen, aber irgendwie haben sie im Kino die Filme vertauscht und noch mal „A New Hope“ gezeigt.“

98_Oft hat ein „Star Wars“-Showdown mehrere Stränge: Episode I hatte vier, mit zu verschiedenen Stimmungen. Der Showdown von Episode VII bleibt durchgängig bei Finn-Han-Rey, springt immer nur sekundenweise zu Poe und den anderen X-Wing-Piloten. Ein großer Unterschied, dramaturgisch. Einfacher. Übersichtlicher.

99_Die grafischen Szenenwechsel, Überblendungen der ersten Trilogie machten mir keinen Spaß. In Episode I bis III wurde das weiter aufgewärmt. In Episode III zählte ich nur drei solcher Momente. Gut!

100_Ich sah Episode VII in Berlin: Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg, Mitternachtspremiere, 3D/Deutsch. Fast alle waren 25 bis 40. Viele Zweiergruppen, Freundeskreise, immer mit Männern: Ich sah keine einzige Frau allein – und keine Frauen-/Freundinnengruppe. Knapp die Hälfte des Kinos war besetzt.

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längere Artikel zum Film, die ich mochte:

Star Wars – das Expanded Universe. [Empfehlungen für Deutschlandradio Kultur]

Star Wars extended Universe, Stefan Mesch

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Am 27. Oktober (Dienstag) ab 10.07 Uhr morgens spreche ich bei Deutschlandradio Kultur über das „Expanded Universe“ von „Star Wars“.

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„Star Wars“ kam 1977 in die US-Kinos: die erste Trilogie lief von 1977-83, die zweite (die Handlung spielt 30 Jahre vor der ersten) 1999-2005. Schon in den 70ern und 80ern gab es ergänzende offizielle Romane, Comics, später Videospiele, die Figuren und Elemente aus den Filmen aufgreifen und ausschmücken/weiterspinnen: das „Expanded Universe“, EU.

1991 bis 93 erschien eine Bestseller-Trilogie namens „Erben des Imperiums“, die erzählt, was Hauptfiguren wie Han Solo, Luke Skywalker usw. nach ihrem letzten Filmauftritten erleben: Geschichten über ihre Kinder und Kindeskinder, später (nach 1999 und „Episode 1“) auch viel über ihre Väter und Großväter. Es gibt zahllose (oft: aufeinander aufbauende) Romane/Spiele/Comics usw. sehr verschiedener Qualität und Ausrichtung: Jugend- und Kinderbücher, Kriegsromane, Detektivgeschichten.

2012 kaufte Disney die Rechte an „Star Wars“ und kündigte eine neue Trilogie an: Der erste Teil dieser dritten Trilogie, „Star Wars: Episode 7: Das Erwachen der Macht“ spielt über 30 Jahre nach Teil 6 und zeigt Harrison Ford, Carrie Fischer, Mark Hamill und eine neue Generation von Heldinnen und Helden mehrere Jahrzehnte nach dem Tod Darth Vaders. Das Imperium ist immer noch nicht vollständig besiegt. Zusätzlich zur neuen Trilogie sind auch mehrere Einzelfilme geplant, u.a. über Han Solo.

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Mit dem ersten neuen Film (Kinostart: 17. Dezember) wird das bisherige „Expanded Universe“ hinfällig: offiziell/“wirklich passiert“ sind nur noch die bisherigen sechs Filme sowie zwei Kinder-Animationsserien, „The Clone Wars“ und „Rebels“.
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Dazu erscheinen seit Frühling immer neue Romane, Comics und bilden ein neues „Expanded Universe“, das dem alten widerspricht/das alte ersetzt: es gibt neue Comics von Marvel Comics, es gibt Romane verschiedener Genres… und diese Bücher haben neue Dringlichkeit und finden breiteren Anklang als seit Jahren, denn sie „sind offiziell“ und „zählen“: Wenn in den Marvel-Comics Han Solos (Ex-)Ehefrau vorgestellt wird, könnte diese Frau auch in den neuen Kinofilmen auftauchen.
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Ich habe dieses neue Expanded Universe gelesen/geschaut/besucht in den letzten Wochen (das alte kenne ich auch, von früher) und mir angesehen, wo der Reiz liegt.
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vader extended universe 5
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Sind das wichtige Geschichten? Oder nur Beiwerk und Ausschmückungen? Eine Nebenfigur (aus ‚Darth Vader‘ von Kieron Gillen), weiß, dass sie keine große Rolle spielt, und sagt (als schöner Meta-Kommentar): „My blood is doodling in the margins of a story worth telling.“
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Die meisten Geschichten aus dem „Expanded Universe“ spielen in diesen Margins/Randspalten.
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meine Beobachtungen:
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  • „Star Wars“ hat kaum Frauenfiguren, wenige nicht-weiße Hauptfiguren und bisher in den Kinofilmen auch nur mutmaßlich heterosexuelle Figuren. Die neuen Geschichten mischen das auf. So sehr, dass in JEDEM neuen Comic/Buch z.B. drei, vier kämpferische Frauen vorkommen.
  • weil das Kinoplakat des neusten Films eine Frau in den Mittelpunkt stellt, reden Rassisten in den USA davon, dass „Star Wars“ für einen „White Genocide“ wirbt und Weiße diskriminiert. Tatsächlich werden die neuen Filme zeitgemäßer und multikultureller. Die EU-Geschichten noch einmal VIEL mehr: Im „Leia“-Comic z.B. waren fast alle Männer Beiwerk.
  • alle neuen EU-Bücher sind Ausschmückung und Bonus-Material: Die Geschichten sind kein Muss sondern, im schlechten Fall, Geschäftemacherei und Cross-Platform-Storytelling, dessen Einzelteile für das Gesamtbild kaum Belang haben. Unter der Marke „Star Wars“ werden Geschichten erzählt, die für die große „Star Wars“-Handlung nicht wichtig sind.
  • WEIL die Geschichten nicht sehr wichtig sind, haben die Autor*innen der jeweiligen Romane und Comics viel Freiraum, einen eigenen Ton zu finden. „Kanan“ ist ein wunderbar kluger politischer Coming-of-Age-Comic, „Servants of the Empire“ handelt von Hackern, Datenschutz und Teenagern, die sich politisieren, Militär-Experte Greg Rucka schreibt in „Shattered Empire“ eine für ihn typische Militärgeschichte…
  • …das zeigt, wie bunt der „Star Wars“-Erzählkosmos ist und auf wie viele Arten er bespielt werden kann: clevere Variationen und Versuche. Mir missfällt, dass die besten Erzähler/Künstler/Unterhaltungsautoren mittlerweile immer wieder unter dem Dach solcher großer Marken/Franchises erzählen müssen: „Star Wars“, Disney, Marvel, DC… immer wieder die selben Medienwelten und Figurenkabinette, von Konzernen bewacht und reglementiert.
  • und: die großen Kinofilme werden weiterhin Abenteuer/Verfolgungsjagden/Ritter und Prinzessinnen zeigen. Aber je kleiner die Zielgruppe, je enger der Fokus, desto mehr Freiheiten, Farbe und Eigensinn bewahren sich die EU-Bücher: Als Appetithappen oder Teaser für den neuen Kinofilm haben mich die Bücher nicht überzeugt. als Werkschau aber, wie WILD z.B. ein Darth-Vader-Comic sein kann oder wie politisch ein Jugendbuch über Nebenfiguren aus der „Rebels“-Kinderserie… überzeugen mich die Bücher. Eine Erzähl- und Experimentierfreude und Bandbreite, mit der ich nicht gerechnet hätte!

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Dkultur star wars

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Was genau habe ich gelesen/gesehen, und wo spielt es? Eine kurze Timeline:
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  1. Star Wars 1: The Pantom Menace
  2. 10 Jahre später: Star Wars 2: Attack of the Clones
  3. EU, kurz darauf: Kinder-Trickserie „Star Wars: The Clone Wars“
  4. Star Wars 3: Revenge of the Sith
  5. EU, kurz darauf: der Kinder-Comic „Kanan: The last Padawan“ (über eine Figur aus „Rebels“)
  6. EU, 15 Jahre später: Kinder-Trickserie „Rebels“ und der (sehr gute) Jugendroman „Servants of the Empire“
  7. 4 Jahre später: Star Wars 4: A New Hope [der erste, klassische Film von 1977]
  8. EU, kurz darauf: die Marvel-Comics „Star Wars“, „Darth Vader“, „Lando“, „Princess Leia“, der Han-Solo-Jugendroman „Smuggler’s Run“ und der Liebesroman „Lost Stars“[beginn vor „Rebels“, endet ca. zwei Jahre nach „Return of the Jedi“]
  9. kurz darauf: Star Wars 5: The Empire strikes back
  10. kurz darauf: Star Wars 6: Return of the Jedi
  11. EU, kurz darauf: der Marvel-Comic „Shattered Empire“
  12. fast 40 Jahre später: der Kinofilm 2015, „Das Erwachen der Macht“, der Beginn einer neuen Trilogie

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insgesamt sind gerade knapp 25 EU-Bücher und -Comics erhältlich. Ich habe ca. 10 davon gelesen – alle aktuell erhältlichen Comics, und vier Romane. Liste hier:
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star wars rebels
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  • Die Kinder-Animationsserie „The Clone Wars“ hat tolle Kritiken – aber ich habe mich nie zwingen können, eine komplette Folge auszusitzen: hölzerne Figuren, billige Animationen, eine träge Kameraführung… sogar die Lichtschwertkämpfe sind langweilig.
  • „Rebels“ zeigt eine Gruppe (großteils: jugendlicher) Widerstandskämpfer vier Jahre vor Episode IV: der Pilotfilm langweilte mich noch ähnlich wie die Vorgängerserie „The Clone Wars“, aber das Finale der ersten Staffel, „Fire across the Galaxy“ hat Schwung, Witz, Tempo und anspruchslosen Charme: mit 11 hätte mich das mitgerissen und begeistert. Die „Star Wars“-EU-Geschichte, die bisher am meisten klassische „Star Wars“-Atmosphäre und -Euphorie vermittelt. Empfehlung!
  • „Kanan“ (Comic, geschrieben von Greg Weisman) ist nachdenklicher, düsterer, verkopfter als „Rebels“ – aber bringt mich einer interessanten Figur – einem jugendlichen Jedi-Padawan, auf der Flucht vor dem Imperium – sehr nahe: intelligent, solide gezeichnet, gute Unterhaltung auch ohne, dass man „Rebels“ kennen muss.
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  • die vierbändige Jugendbuchreihe „Servants of the Empire“ von Jason Fry zeigt eine Randfigur aus „Rebels“: Zare Leonis, der mit 15 eine Elite-Ausbildung des Imperiums durchlaufen will, aber dabei heimlich seine verschwundene Schwester sucht – und seine Freundin Merei Spanjaf, eine Hackerin („Slicerin“), die sich in Straftaten verstrickt: super-politische, beklemmende, sehr intelligente und süffige Jugendromane über Datenschutz, Überwachung, Engagement und Kompromisse, hat mich so mitgerissen und begeistert wie einige „Harry Potter“-Romane. Aber: Ich habe nur Band 3 und Band 4 gelesen (ohne Mühe verständlich); Band 1 und 2 haben schlechtere Kritiken. Alles in allem: die schönste Überraschung/Entdeckung dieser Liste!
  •  eine politische Young-Adult-Romanze im Star-Wars-Universum, 550 Seiten dick? „Lost Stars“ von Claudia Gray hat überragende Kritiken und erzählt zwei Schicksale zwischen Imperium und Rebellion mit Wucht, Pathos und Kitsch von „Vom Winde verweht“. Die weibliche Hauptfigur hat mich nicht überzeugt, und an vielen Stellen wirkt die Handlung etwas bemüht/konstruiert – aber stilistisch ist es toll, die politischen und moralischen Fragen sind großartig, das Buch ist SO viel ambitionierter, anspruchsvoller, länger, beherzter, als es sein müsste: Wer Young-Adult-Dystopien liebt, wird hier auf hohem Niveau unterhalten und zum Nachdenken gebracht.
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  • „Smuggler’s Run“ ist ein munterer Unterhaltungs-Kurzroman von einem meiner Lieblings-Comic- und Thrillerautoren, Greg Rucka. Eine simple Abenteuergeschichte, aber sehr charmant und liebevoll erzählt und auch für 11- bis 15jährige problemlos verständlich: einfache Bücher, die Menschen fürs Lesen (und die Figuren) begeistern? Überzeugt mich.
  • Kieron Gillen ist einer der originellsten, aber auch selbstverliebtesten und quatschigsten Comic-Talente, die ich kenne. Sein „Darth Vader“-Comic überzeugt mich psychologisch kein Stück: Hier werden nur absurde und überraschende „Schaut her, wie originell ich bin!“-Momente aneinander gereiht. Das Tolle aber: Sie SIND originell, und sie machen Spaß. Eine verspielte, humorvolle Prahlerei: irgendwie toll, aber irgendwie doof… aber eben doch: toll!
  • Der offizielle Marvel Star Wars-Comic von Jason Aaron spielt kurz nach Episode IV, ist der meistverkaufte US-Comic des Jahres… und wirkt wie durchgepaust, abgekupfert, aufgegossen: eine lustlose, steife Geschichte, bei der ich – anders als bei den anderern Titeln – die ganze Zeit nur dachte „Geldmacherei!“ und „Diese Geschichte ist unnötiges Beiwerk.“ Solide inszeniert – aber… seelenlos. Keine Empfehlung.
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  • „Princess Leia“ von Mark Waid ist wie viele, viele Superheldencomics von Mark Waid, die mich frustrierten: gut gemeint, mit viel Herz und Liebe zu den Figuren erzählt… aber halb durchdacht, voller kleiner Logiklöcher und Unklarheiten, unfertig, fadenscheinig. Ich fühlte mich gut unterhalten – aber je länger ich über die Figur, ihre Psychologie und die Geschichte nachdenke, desto trauriger werde ich: herzig – aber halbgar.
  • Exzellent gezeichnet, solide geschrieben… aber Charles Soules „Lando“ geht nach zwei Kapiteln die Puste aus: eine erwartbare Geschichte erstreckt sich über 100 Seiten, und kleine Twists und Überraschungen (schwule Figuren! Gender-nonconforming Außerirdische! etc.) verpuffen viel zu schnell: ein lebenslustiger, schneller, cleverer Mann… in einer schleppenden und witzlosen, zu langen Kurzgeschichte. Fuchtbar.
  • Der handwerklich schönste Star Wars-Comic (Zeichnungen: Marc Checchetto), geschrieben von Greg Rucka, der wirklich schon Dutzende tolle, kluge, faszinierende Frauen in Uniform in seinen Comics und Thrillern schrieb… aber hier wirkt es witzlos und nebensächlich: In „Shattered Empire“ hat eine Pilotin/Soldatin der Rebellion kurze, episodenhafte Missionen kurz nach Ende von Episode 6. Nichtssagende, substanzlose Kurzgeschichten. Die Figur ist interessant – aber hier wurde sie nicht genutzt, und „Lost Stars“ hat ähnliche Blickwinkel VIEL sinnlicher, klüger, packender erzählt.

Helden meiner Kindheit [quick list]

Mein Namensgedächtnis? Passabel. Mein Datumsgedächtnis? Recht gut.

Mein Gesichtergedächtnis? Nicht vorhanden.

Aber mein… Wann-habe-ich-was-gesehen/gelesen/erstmals-gehört-Gedächtnis?

Viel, VIEL besser, als es heute, in Zeiten des Internets, sein müsste:

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In diesem Eintrag (und: als Ergänzung meiner „Videospiel-Biografie“ (Link)):

Filme, Bücher und Serien, die ich in meiner Kindheit richtig, *richtig* mochte.

Helden meiner Kindheit: Viel Spaß!

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im Kindergarten:

in der ersten Klasse, 1989-90:

in der zweiten Klasse, 1990-91:

in der dritten Klasse, 1991-92:

in der vierten Klasse, 1992-93:

in der fünften Klasse, 1993-94:

in der sechsten Klasse, 1994-95:

in der siebten Klasse, 1995-96:

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Die wichtigsten zehn, bis Klasse 6:

  • „Ducktales“
  • „Die Schlümpfe“
  • „Die Königin der 1000 Jahre“
  • Disneys „Lustiges Taschenbuch“
  • Die Abenteuer-Spiel-Bücher
  • „Star Wars“
  • „TKKG“
  • „Die grüne Wolke“
  • „Lady Oscar“
  • „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“

2005 war ich in Hildesheim, im Rahmen des Studiums, auch an einem Buchprojekt namens „Alte Freunde: Helden unserer Kindheit“ (Vorwort von Stephan Porombka hier) beteiligt: kurze, verliebte Texte über den persönlichen Einfluss, den Helden wie ALF, Batman oder Pumuckl auf unsere (Medien-)Generation hatten. (mehr Informationen hier)

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