Romane

Die besten Bücher 2019: erste Favoriten und Empfehlungen [Buchtipps, Romane]

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bereits gelesen, Empfehlung:

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BARBARA PYM: „Vortreffliche Frauen“, Dumont, 14. Juni

„Im London der späten 40er Jahre gilt eine ledige Frau über 30 als alte Jungfer. Mildred, eine etwas farblose Dame ohne feste Bindungen, wuchs als Pfarrerstochter auf, arbeitet für eine Hilfsorganisation und engagiert sich in der Kirchengemeinde. Alles verläuft in ruhigen Bahnen, bis neue Nachbarn einziehen: eine attraktive Anthropologin und ein charmanter Marineoffizier. Das Paar stellt Mildreds Leben auf den Kopf. Nicht nur ist man dem Alkohol zugeneigt, es werden Dinge beim Namen genannt, die eine Lady lieber verschweigt. Vor allem aber wird Mildred wiederholt in Ehezwiste hineingezogen. Als sich schließlich der Pfarrer in ein neues Gemeindemitglied verliebt und Mildred um Hilfe bittet, wird es ihr zu viel: Mit einem Mal entdeckt die stets nützliche Mildred ihre eigenen Bedürfnisse und hat am Ende tatsächlich die Wahl zwischen zwei Männern. Legt sie als treusorgende Gattin des Wissenschaftlers fortan Sachverzeichnisse an, entscheidet sie sich für den Pfarrer oder verzichtet sie gar auf beide?“ [mehr: Goodreads]

Ein täuschend freundliches, doch nie betuliches oder verharmlosendes Portrait einer Frau, von der Männer denken: „Selbstverständlich, dass so eine uns zuhört. Zuarbeitet. Entgegen kommt.“

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angelesen und gemocht:

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KENT HARUF: „Abendrot“, Diogenes, 23. Januar

„Eine Kleinstadt in Colorado: Alle sind bemüht, dem Leben einen Sinn abzutrotzen. Zwei alte Viehzüchter müssen den Wegzug ihrer Ziehtochter verkraften. Ein Ehepaar kämpft ums schiere Überleben – und um die Kinder, die man ihnen wegnehmen will. Zwei Teenager sehnen sich nach Abenteuern. Doch dann gerät das Leben aller komplett aus den Fugen – und sie begegnen einander neu.“ [mehr: Goodreads]

Ich las und mochte Band 1.

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MARTA BREEN: „Rebellische Frauen – Women in Battle. 150 Jahre Kampf für Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit“, Elisabeth Sandmann Verlag, 11. Februar

„Der Kampf ums Wahlrecht war zugleich der Kampf dafür, als vernünftige, rational denkende Menschen wahrgenommen zu werden. Frauen kämpfen seit über 150 Jahren für wirtschaftliche Unabhängigkeit, Bildung, Beruf und für das Recht über den eigenen Körper und das Recht, zu leben und zu lieben, wen man will. Neben Rosa Luxemburg, Emmeline Pankhurst und Malala Yousafzai werden auch weniger bekannte Protagonistinnen der Frauenbewegung portraitiert.“ [mehr: Goodreads]

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JORGE BARON BIZA: „Die Wüste und ihr Samen“, Suhrkamp, 11. Februar

„Beim Unterschreiben der Scheidungspapiere schüttet der Vater der Mutter Säure ins Gesicht. Der gemeinsame Sohn ist anwesend, es ist der Moment, in dem er zu erzählen beginnt. Von den hilflosen Versuchen der ersten Minuten, den Schaden zu begrenzen, von der seltsamen Erleichterung, als er erfährt, dass sich der Vater eine Kugel in den Kopf geschossen hat, von der Reise an der Seite der Mutter nach Mailand zu einem Spezialisten, von seiner ganz persönlichen Höllenfahrt durch Bars und Bordelle.“ [mehr: Goodreads]

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MARTINA BERGMANN: „Mein Leben mit Martha“, Eisele, 22. Februar

„Der literarische Bericht einer ungewöhnlichen Lebensgemeinschaft. Martina kümmert sich um Martha. Martha ist Mitte achtzig und in einer »poetischen Verfassung«. So nannte das Heinrich, der Mann, mit dem Martha fast vierzig Jahre lang zusammenlebte. Jetzt ist Heinrich tot, und Martina beschließt, sich der alten Dame anzunehmen, ohne mit ihr verwandt zu sein oder sie auch nur gut zu kennen. Oder ist es vielmehr Martha, die sich Martina ausgesucht hat? Martina Bergmann tritt in ihrem ebenso klaren wie empathischen Bericht den Gegenbeweis dafür an, dass die Betreuung eines dementen Menschen eine Bürde sein muss. Ein glänzend geschriebenes Plädoyer für das würdevolle Zusammenleben.“

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JAMES M. CAIN: „Mildred Pierce“, Arche, 26. Februar

„Kalifornien während der großen Depression. Mildred, Hausfrau und Mutter, hat alles verloren; ihr Vermögen, weil ihr Mann Bert im Immobiliengeschäft scheiterte, dann auch Bert selbst, der eine jüngere Geliebte hat. Mildred bleibt mit ihren Töchtern, der zarten Ray und der älteren Veda, einem selbstherrlichen, kaltherzigen Mädchen zurück und baut nach und nach ein Restaurant-Imperium auf… als ihr Hang zu Männern ohne Rückgrat und ihre fast toxische Liebe zur niederträchtigen Veda sie zu ruinieren drohen.“ [mehr: Goodreads]

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MIAOJIN QIU: „Aufzeichnungen eines Krokodils“, dtv, 28. Februar

„Lazi studiert in den 80er Jahren kurz nach Aufhebung des Kriegsrechts in Taipeh und liebt die ältere Shui Ling. Nach der Trennung steht ein als Mensch getarntes Krokodil vor Lazis Tür, schüchtern, doch scharfsinnig und sehr überzeugend. Das Krokodil entflammt Lazi mit einer umstürzlerischen Idee.“ [mehr: Goodreads]

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WILLIAM KENT KRUEGER: „Für eine kurze Zeit waren wir glücklich“, Piper, 1. März

„Im Sommer 1961 kommt der Tod in vielen Formen nach New Bremen. Als Unfall. Selbstmord. Und als Mord. Zusammen mit seinem kleinen Bruder Jake scheint der dreizehnjährige Frank immer am falschen Ort zu sein – oder am richtigen, schließlich liefert eine Leiche auch Stoff für gute Geschichten. Bis das Sterben auch Franks Familie heimsucht.“ [mehr: Goodreads]

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MIRIAM TOEWS: „Die Aussprache“, Hoffmann und Campe, 5. März

„Acht Frauen. 48 Stunden Zeit, die eigene Geschichte umzuschreiben. Jahrelang versuchen sie, mit dem, was geschehen ist, zurechtzukommen. Jetzt haben die Frauen einer abgeschieden lebenden [Mennoniten-]Gemeinschaft die Gelegenheit, alles anders zu machen. Und so ergreifen sie das Wort. Sollen sie bleiben oder gehen? Bleiben sie, dann müssen sie nicht nur angehört werden, sondern auch verzeihen. Gehen sie, müssen sie in einer ihnen gänzlich unbekannten Welt den Neuanfang wagen.“ [mehr: Goodreads]

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DEBORAH LEVY: „Was das Leben kostet“, Hoffmann und Campe, 5. März

„Deborah Levy ist um die 50: Sie und ihr Mann gehen getrennte Wege, die ältere Tochter zieht fort, das gemeinsame Haus gibt es nicht mehr, ihre Mutter liegt im Sterben. Levy nimmt diese schmerzhaften Einschnitte zum Anlass, von Grund auf neu über die Frage nachzudenken, was es heißt, als Frau ein sinnreiches, erfülltes, selbstbestimmtes Leben zu führen. Eine kluge Aktualisierung der Gedanken Simone de Beauvoirs.“ [mehr: Goodreads]

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ADAM SILVERA: „Was mir von dir bleibt“, Arctis, 22. März

„Freundschaft, Liebe, Verlust, Trauer, Selbstsuche: Als Griffins erste Liebe und Exfreund Theo bei einem Unfall stirbt, bricht eine Welt zusammen. Obwohl Theo aufs College nach Kalifornien gezogen war und anfing, Jackson zu daten, hatte Griffin nie daran gezweifelt, dass Theo eines Tages zu ihm zurückkehren würde. Für Griffin beginnt eine Abwärtsspirale. Er verliert sich in seinen Zwängen und selbstzerstörerischen Handlungen. Seine Geheimnisse zerreißen ihn innerlich. Sollte eine Zukunft ohne Theo für ihn überhaupt denkbar sein, muss Griffin sich zuerst seiner eigenen Geschichte stellen.“ [mehr: Goodreads]

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BETTY SMITH: „Glück am Morgen“, Insel, 9. April

„Annie liebt Carl. Carl liebt Annie. Die Achtzehnjährige verlässt heimlich die Wohnung ihrer Mutter in Brooklyn und zieht in die kleine Universitätsstadt im Mittleren Westen, wo Carl Jura studiert. Sie lassen sich gegen den Willen ihrer Eltern trauen. Sie müssen mit wenig zurechtkommen, Carl hat kaum Zeit, Annie dafür umso mehr. Doch das Leben meint es gut mit ihnen, Annie findet neue Freunde, Carl bessere Nebenjobs, Annie besucht heimlich Literaturseminare und hat erste kleine Erfolge als Schriftstellerin. Ein wunderbar leichter Roman über das große Glück, zu lieben und geliebt zu werden.“ [mehr: Goodreads]

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GABE HABASH: „Stephen Florida“, Rowohlt, 16. April

„Das Alleinsein, die Besessenheit, das Ringen und der Wunsch, Großes zu schaffen. College in North Dakota: Stephen müht sich, von Sieg zu Sieg zu eilen. Abseits der Matte gelingt ihm nichts: Sein einziger Freund ist auf dem Sprung, seine Freundin eine Ablenkung, die er sich nicht erlauben kann. Als eine Verletzung ihn zu einer Winterpause zwingt, ringt er alleine mit sich und seinen Traumata.“ [mehr: Goodreads]

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TIM WINTON, „Die Hütte des Schäfers“, Luchterhand, 8. Juni

„Ein ödes Kaff in Westaustralien: Jaxie Clackton, 15, hat Angst, nach Hause zu gehen, seit seine Mutter gestorben ist. Sein Vater bedeutet für ihn nur Ärger und Gewalt. Jaxie läuft immer Richtung Norden, in die heiße, wasserlose Salzwüste, eine tödliche Gefahr für jeden, der sich dort nicht auskennt. Am Ende seiner Kräfte stößt er auf einen einsamen alten Mann in einer verlassenen Schäferhütte, und obwohl sein Leben von ihm abhängt, weiß er nicht, ob er ihm trauen kann.“ [mehr: Goodreads]

Tim Winton schrieb mein Lieblingsbuch 2016: „Inselleben“, und Klaus Berr ist einer der besten Übersetzer, die ich kenne.

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AMI POLONSKY: „Und mittendrin ich“, cbj, 24. Juni

„Was wäre, wenn dein Äußeres das genaue Gegenteil deines Inneren wäre? Du deine Sehnsucht einfach nicht mehr länger geheim halten könntest? Würdest du den Mut haben, du selbst zu sein? Bisher machte sich [trans Mädchen] Grayson, 12, in der Schule unsichtbar. Als eine unerwartete Freundschaft und ein verständnisvoller Lehrer Grayson ermutigen, ins Rampenlicht zu treten, findet Grayson endlich einen Weg, ihre Flügel auch im wahren Leben zu entfalten.“ [mehr: Goodreads]

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GENGOROH TAGAME: „Der Mann meines Bruders“, Carlsen, 29. Januar

„Kanadier Mike Flanagan ist der hinterbliebene Ehemann von Yaichis verstorbenen Zwillingsbruder Ryoji, der als Erwachsener die Akzeptanz seiner Sexualität im Ausland suchte. Mike will mit seinem Besuch endlich die japanische Verwandschaft kennenlernen und seine Trauer teilen.“ [mehr: Goodreads]

Ich las die ersten drei Bände: Band 1 ist holprig und wirkt konstruiert. Erst nach Band 2 wusste ich: Ich will das weiter lesen.

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neu von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren:

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TAKIS WÜRGER: „Stella“, Hanser, 11. Januar

„1942. Friedrich, ein stiller junger Mann vom Genfer See, kommt nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt ihn mit in die geheimen Jazzclubs, trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Eines Morgens klopft sie an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: „Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt.“ Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht – über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe.“

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BARBARA HONIGMANN: „Georg“, Hanser, 28. Januar

„Mein Vater heiratete immer dreißigjährige Frauen. [Nur] er wurde älter… Sie hießen Ruth, Litzy, das war meine Mutter, Gisela und Liselotte…“ Die private Seite einer Lebensgeschichte, die um die halbe Welt führt: Frankfurt, Odenwaldschule, Paris-London-Berlin, dazwischen Internierung in Kanada, nach der Emigration der Weg in die DDR. Und bei alldem die wiederkehrende Erfahrung: „Zu Hause Mensch und auf der Straße Jude.“ Barbara Honigmann erzählt lakonisch und witzig von ihrer deutsch-jüdisch-kommunistischen Sippe.“

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KENAH CUSANIT: „Babel“, Hanser, 28. Januar

„1913, unweit von Bagdad: Die Ausgrabung Babylons. Der Archäologe Robert Koldewey leidet schon genug unter den Ansichten seines Assistenten Buddensieg. Kenah Cusanits erster Roman ist Abenteuer- und Zeitgeschichte zugleich – klangvoll, hinreißend, klug.“

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BARBARA STENGL: „Siehst du mich?“, Europa Verlag, 1. Februar

„Nina kehrt nach St. Georgen an der Gusen im oberösterreichischen Mühlviertel zurück, um gemeinsam mit ihrer betagten Großtante Resl Totenwache zu halten: Am Sarg der Mutter will Nina endlich Klarheit über ihre Herkunft und den Vater. In Rückblenden erzählt Stengl die Biografien von Großmutter, Mutter und Tochter und legt dabei ein kaum beachtetes Kapitel der österreichischen NS-Geschichte offen.“

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PEGGY MÄDLER: „Wohin wir gehen“, Galiani, 14. Februar

„Almut und Rosa, zwei Mädchen im Böhmen der 1940er Jahre: Als Almuts Vater überraschend stirbt und ihre Mutter Selbstmord begeht, nimmt Rosas Mutter, eine deutsche Kommunistin und Antifaschistin, die nach dem Krieg wie alle Deutschen die Tschechoslowakei verlassen muss, beide Mädchen mit nach Brandenburg. Sie werden Lehrerinnen, ziehen nach Berlin, doch mit 30 entscheidet sich Rosa abermals für einen Neuanfang: Wenige Monate vor dem Mauerbau steigt sie nur mit einer Handtasche in die S-Bahn nach Westberlin. Almuts Welt bricht verliert ihr Oben und Unten. Ein halbes Jahrhundert später hat Almuts Tochter Elli ebenfalls eine beste Freundin, die Dramaturgin Kristine. Und sie ist es schließlich, die sich im Alter um Almut kümmert, als Elli in Basel eine Stelle am Theater hat. Erfahrungen und Erinnerungen lagern sich wie Sedimente ab. Weggehen, Ankommen oder Bleiben?“

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MARKO DINIC: „Die guten Tage“, Zsolnay, 18. Februar

„Im täglich zwischen Wien und Belgrad verkehrenden „Gastarbeiter-Express“, einem Bus, rollt der Erzähler durch die ungarische Einöde. Jener Stadt entgegen, in der er aufgewachsen ist. Die Bomben, der Krieg, Miloševic, den er zuerst lieben, dann hassen gelernt hat, und der Vater, für dessen Ideologie und Opportunismus er nur noch Verachtung empfindet, hatten ihn ins Exil getrieben. Eine traumatisierte Generation, zwanzig Jahre nach dem Bombardement von Belgrad.“

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WALTER GROND: „Sommer ohne Abschied“, Haymon, 21. Februar

„Eine Kleinstadt in der Provinz, zwei Paare, ein zugezogenes, ein alteingesessenes, und ein mysteriöser Vorfall, der die Gemüter im Ort bewegt: Auf einer zweiten Ebene erzählt Grond von der tiefsitzenden Angst einer Gemeinschaft, sich Fremdem gegenüber zu öffnen – und von der letztlich nie sicher überbrückbaren Kluft zwischen Städtern und Landbewohnern. Ein psychologisch fein gewobener Roman von schlichtem sprachlichem Glanz, der auf subtile Weise die Nervosität der Gegenwartsgesellschaft bloßlegt.“

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JAROSLAV RUDIS: „Winterbergs letzte Reise“, Luchterhand, 25. Februar

„Jan Kraus arbeitet als Altenpfleger in Berlin. Geboren ist er in Vimperk, dem früheren Winterberg, im Böhmerwald, seit 1986 lebt er in Deutschland. Unter welchen Umständen er die Tschechoslowakei verlassen hat, bleibt sein Geheimnis und sein Trauma. Kraus begleitet Schwerkranke in den letzten Tagen ihres Lebens. Die Tage, Wochen, Monate, die er mit seinen Patienten verbringt, nennt er „Überfahrt“. Einer von denen, die er auf der Überfahrt begleiten soll, ist Wenzel Winterberg, geboren 1918 in Liberec, Reichenberg. Als Sudetendeutscher wurde er nach dem Krieg aus der Tschechoslowakei vertrieben. Als Kraus ihn kennen lernt, liegt er gelähmt und abwesend im Bett. Es sind Kraus‘ Erzählungen aus seiner Heimat Vimperk, die Winterberg aufwecken und ins Leben zurückholen. Doch Winterberg will mehr von Kraus, er will mit ihm eine letzte Reise antreten, auf der Suche nach seiner verlorenen Liebe – eine Reise, die die beiden durch die Geschichte Mitteleuropas führt. Von Berlin nach Sarajevo über Reichenberg, Prag, Wien und Budapest. Denn nicht nur Kraus, auch Winterberg verbirgt ein Geheimnis.“ [der unaufgeregt-schönste, präziseste, beste Klappentext, den ich dieses Jahr las. bitte mehr hiervon – statt Floskeln.]

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DANIELA KRIEN: „Die Liebe im Ernstfall“, Diogenes, 27. Februar

„Sie heißen Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Als Kinder und Jugendliche erlebten sie den Fall der Mauer, und wo vorher Grenzen und Beschränkungen waren, ist nun die Freiheit. Doch Freiheit, müssen sie erkennen, ist nur eine andere Form von Zwang: der Zwang zu wählen. Fünf Frauen, die das Leben beugt, aber keinesfalls bricht.“

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JUAN S. GUSE: „Miami Punk“, Fischer, 27. Februar

„Der Atlantik hat sich über Nacht von der Küste Floridas zurückgezogen und eine Wüste hinterlassen. Kreuzfahrtschiffe rosten im Sand vor Miami, die Hotels bleiben leer, der Hafenbetrieb ist eingestellt und selbst die Dauerwerbesendungsindustrie liegt am Boden. Mittendrin eine überambitionierte Indie-Game-Programmiererin, eine strauchelnde Arbeiterfamilie, eine junge Soziologin und ein E-Sport-Team aus Wuppertal. Ein Roman über die Bedeutung von Arbeit, über Herrschaft und Macht und über einsame Nächte vor dem Computer.“

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ISABELLE LEHN: „Frühlingserwachen“, Fischer, 27. Februar

»Ich glaube an den Verstand, den freien Willen und die Kraft der Gedanken. Ich glaube an Biochemie, Serotoninmangel und erhöhte Entzündungswerte. Ich glaube an Alkohol und Penetration, an die Sehnsucht nach Selbstaufgabe und die Würde des Scheiterns. Ich glaube an die Wirksamkeit von Psychopharmaka – und sogar daran, ein schönes Leben zu haben.« Das Leben ist gut – solange wir es nicht daran messen, wie wir es uns vorgestellt haben. Isabelle Lehn schreibt über eine Frau namens Isabelle Lehn.“

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REINHARD KAISER-MÜHLECKER: „Enteignung“, Fischer, 27. Februar

„Nach Jahren auf Reisen kehrt ein Journalist in den Ort seiner Kindheit zurück. Er schreibt für das kriselnde Lokalblatt, beginnt eine Affäre und arbeitet auf dem Hof eines Mastbauern, dessen Land enteignet wurde. Ines, Hemma, Flor ziehen ihn hinein in die Kämpfe um ihr Leben, das ihnen weggenommen wird. Ein existentieller und aufwühlender Roman.“

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BIJAN MOINI: „Der Würfel“, Atrium, 28. Februar

„Deutschland wird von einem perfekten Algorithmus gesteuert: Der »Würfel« ermöglicht den Menschen ein sorgenfreies Leben, zahlt allen ein Grundeinkommen, erstickt Kriminalität im Keim. Dafür sammelt er selbst intimste Daten. Berechenbarkeit ist zum höchsten Gut geworden. Einer der wenigen Rebellen ist der 28-jährige Taso. Mit großem Aufwand entzieht er sich der Totalerfassung. Dalia floh aus einer rückständigen Sekte und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Leben in der schönen Welt des Würfels. Taso verliebt sich, gerade als der Widerstand ihn rekrutieren will. Plötzlich steht er vor einer unmöglichen Entscheidung: Verrät er seine Ideale – oder eine ideale Welt?“

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TABEA HERTZOG: „Wenn man den Himmel umdreht, ist er ein Meer“, Berlin Verlag, 1. März

„Eine junge Frau erhält kurz vor ihrem dreißigsten Geburtstag eine Diagnose, die alles verändert: Chronische Niereninsuffizienz. Alle Zukunftspläne sind plötzlich hinfällig. Dann verschlechtern sich die Nierenwerte, sodass sie dreimal pro Woche zur Dialyse muss. Bald wird klar: Ein neues Organ muss her. Krankheit und Spendersuche werfen sie auf ihre Familie und Vergangenheit zurück. Bei der Mutter aufgewachsen hat sie zum Vater erst seit Kurzem vorsichtigen Kontakt. Im Krankenhaus treffen alle erstmals wieder aufeinander. Tabea Hertzogs eigene, wahre Geschichte voller Empathie, Tragik, Lakonie und Humor.“

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TANJA RAICH: „Jesolo“, Blessing, 4. März

„Kinder sind kein Thema für Andrea. Sie hat einen Job, der okay ist. Sie führt seit vielen Jahren eine Beziehung mit Georg, die okay ist. Jedes Jahr verbringen sie einen netten Urlaub in Jesolo. Andrea will sich nicht festlegen, doch Georg will ein Fundament für ein gemeinsames Leben. Nach dem Urlaub ist Andrea schwanger. Hin- und hergerissen entscheidet sie sich für das Kind – und geht damit einen Kompromiss nach dem anderen ein: Sie nimmt einen Kredit auf, obwohl sie nie einen Kredit aufnehmen wollte; zieht ins Haus ihrer Schwiegereltern, obwohl sie nie mit ihnen unter einem Dach leben wollte. Von allen Seiten prasseln Ratschläge auf Andrea nieder, und sie wird in eine Mutterrolle gedrängt, mit der sie sich nicht identifizieren kann. Ein bewegender Roman über zehn Monate im Leben einer jungen Frau, der nicht nur Beziehung, Schwangerschaft und Familie in ihrer ganzen Ambivalenz zeigt, sondern auch, wie schwierig es ist, wie unmöglich fast, sich angesichts gesellschaftlicher Rollenzuschreibungen als Individuum zu behaupten.“

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FERIDUN ZAIMOGLU: „Die Geschichte der Frau“, Kiepenheuer & Witsch, 7. März

„Es spricht die Frau. Ein literarisches Abenteuer, ein großer Gesang, ein feministisches Manifest: Feridun Zaimoglus neuer Roman ist ein unverfrorenes Bekenntnis zur Notwendigkeit einer neuen Menschheitserzählung – aus der Sicht der Frau. Es lässt zehn außerordentliche Frauen zur Sprache kommen vom Zeitalter der Heroen bis in die Gegenwart. Menschen, deren Sicht auf die Dinge nicht überliefert wurde. Weil Männer geboten, die Wahrheit tilgten und die Lüge zur Sage verdichteten. Diesen Frauen war es vorbehalten, schweigend unsichtbar zu bleiben oder dekorativ im Bild zu stehen. Doch nun sprechen sie – klar und laut, wie eine abgefeuerte Kugel. Folgende Frauen kommen zu Wort: Zippora, 1490 v. Chr. – schwarzhäutige Frau des Moses; Antigone – Streiterin gegen Gewaltherrschaft; Judith am 6. Tag nach der Auferstehung – Jüngerin Jesu, Frau des Judas; Brunhild, 429 – zaubermächtige Walküre; Prista Frühbottin, 1540 – heilkundige Frau, der Hexerei bezichtigt; Lore Lay, 1799 – Magd, die sich vom Dichter nicht bannen lässt; Lisette Bielstein, 1849 – rote Fabrikantentochter; Hildrun Tilmanns, 1945 – Trümmerfrau; Leyla, 1965 – Gastarbeiterin der ersten Stunde; Valerie Solanas. 1968 – Feministin, die zur Waffe greift.“ [Das klingt krass präpotent und selbstverliebt.]

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KARL-MARKUS GAUß: „Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer“, Zsolnay, 11. März

„Abenteuer suchen viele in der Ferne, Karl-Markus Gauß findet sie im Reich der Gegenstände. Dinge des Alltags, die er preist und in denen er die Vielfalt und den Reichtum der Welt entdeckt. Dadurch erfahren wir von tapferen und merkwürdigen Menschen, von entlegenen Regionen, unbekannten Nationalitäten und nicht zuletzt von den Vorlieben des Verfassers selbst. Karl-Markus Gauß, der Kartograph der Ränder von Europa, führt uns auf eine charmante, unterhaltsam lehrreiche Expedition ins unbekannte Gelände des Privaten.“

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ANSELM NEFT: „Die bessere Geschichte“, Rowohlt, 12. März

„Internatsroman, tragische Liebesgeschichte und Roman über Führung und Verführung. Mit 13 kommt Tilman auf ein Internat an der Ostsee, verliebt sich in Ella und findet Aufnahme in ihrer Schülergruppe, geleitet vom sehr unkonventionellen Lehrerpaar Wieland. Als er sich zwischen Ella und der „Familie“ entscheiden muss, kommt es zur Katastrophe. 27 Jahre später erhält der bekannte Schriftsteller Tilman Weber einen Telefonanruf. Ella will die sexuelle Gewalt von damals öffentlich machen. Tilman will das auf keinen Fall.“

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SARAH KUTTNER: „Kurt“, Fischer, 13. März

„»Ich bin mit zwei Kurts zusammengezogen. Einem ganzen Kurt und einem Halbtagskurt. Jana und Kurt haben sich entschieden, dass sie ihr Sorgerecht teilen. Das Kind pendelt nun wochenweise hin und her.« Lena hat mit ihrem Freund Kurt ein Haus gekauft. Als der kleine Kurt bei einem Sturz stirbt, bleiben drei Erwachsene zurück, deren Zentrum in Trauer implodiert. Kuttner erzählt von einer ganz normalen komplizierten Familie und davon, was sie zusammenhält, wenn das Schlimmste passiert.“

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MONIKA RINCK: „Champagner für die Pferde. Ein Lesebuch“, Fischer, 13. März

„Eine Feier der Poesie! Das umfangreiche Lesebuch, das die Autorin zusammen mit ihrer Verlegerin Daniela Seel zusammengestellt hat, steht im Zeichen der Fülle: Gedichte, Essays und Kurzprosa aus mehr als zwanzig Jahren. Es geht um Witz und Literatur, Schwimmen und Schlafen, Glück und Erschöpfung, Sammeln und Wegwerfen und die Ekstase der Wiederholung.“

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RUTH SCHWEIKERT: „Tage wie Hunde“, Fischer, 13. März

„Wenige Monate nach ihrem 50. Geburtstag erhält Ruth Schweikert die Diagnose, dass sie an einer besonders aggressiven Form von Brustkrebs erkrankt ist. In welchen Käfig aus Vorstellungen, Technik und Terminen gerät jemand, der Krebs hat? Schweikert erzählt radikal genau von der Wirklichkeit der eigenen Krankheit. Es geht um schlaflose Nächte, Spritzen und Katheter. Doch es geht auch ums eigene Schreiben und Lesen, Einsamkeit und Scham.“

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EWALD ARENZ: „Alte Sorten“, Dumont, 18. März

„Sally kurz vor dem Abitur, hasst Angebote, Vorschriften, Regeln, Erwachsene. Liss bewirtschaftet allein einen Hof zwischen Weinbergen und Feldern. Schon beim ersten Gespräch stellt Sally fest, dass Liss anders ist als andere Erwachsene. Kein heimliches Mustern, kein voreiliges Urteilen, keine misstrauischen Fragen. Liss bietet ihr an, bei ihr auf dem Hof zu übernachten. Aus einer Nacht werden Wochen. Für Sally ist die ältere Frau ein Rätsel. Was ist das für eine, die nie über sich spricht, die allein das Haus bewohnt, in dem doch die frühere Anwesenheit anderer zu spüren ist? Während sie gemeinsam Bäume auszeichnen, Kartoffeln ernten, Bienen zuckern, erfahren die beiden Frauen nach und nach von den Verletzungen der jeweils anderen.“

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SASA STANISIC: „Herkunft“, Luchterhand, 18. März

„Ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt. Ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh. HERKUNFT ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre. HERKUNFT ist traurig, weil Herkunft für mich zu tun hat mit dem, das nicht mehr zu haben ist. In HERKUNFT sprechen die Toten und die Schlangen, und meine Großtante Zagorka macht sich in die Sowjetunion auf, um Kosmonautin zu werden. Diese sind auch HERKUNFT: ein Flößer, ein Bremser, eine Marxismus-Professorin, die Marx vergessen hat. Ein bosnischer Polizist, der gern bestochen werden möchte. Ein Wehrmachtssoldat, der Milch mag. Eine Grundschule für drei Schüler. Ein Nationalismus. Ein Yugo. Ein Tito. Ein Eichendorff. Ein Saša Stanišić.“

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JOCHEN VEIT: „Mein Bruder, mein Herz“, Arche, 22. März

„Vor vielen Monaten, als die Eltern unter ungeklärten Umständen spurlos verschwanden, verließ Stephan seinen 13 Jahre jüngeren Bruder Benno und das abgelegene Dorf im Schwarzwald. Jetzt kehrt er zurück. Hat Benno etwas mit dem Verschwinden der Eltern zu tun gehabt? Während sich über dem unergründlichen Dickicht des Waldes der Himmel verdunkelt, kommt Stephan einer Wahrheit über sich und seinen Bruder immer näher – bis ein Sturm losbricht, der droht, alles zum Einsturz zu bringen.“

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REGINA SCHEER: „Gott wohnt im Wedding“, Penguin, 25. März

„Ein Haus. Ein Jahrhundert. Der ehemals rote Wedding: ärmlicher Stadtteil in Berlin. Leo kehrt nach 70 Jahren aus Israel nach Deutschland zurück, obwohl er das nie wollte. Enkelin Nira liebt Amir, der in Berlin einen Falafel-Imbiss eröffnet hat. Laila weiß gar nicht, dass ihre Sinti-Familie hier einst wohnte. Die alte Gertrud hat Leo 1944 im Versteck auf dem Dachboden entdeckt – aber nicht verraten.“

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SVENJA GRÄFEN: „Freiraum“, Ullstein fünf, 29. März

„Vela und Maren wollen Kinder. Doch dann bricht Maren aus: in ein Haus am Rand der Stadt, mit vielen anderen. Hier gibt es keine Mietanpassungen und keine Preiserhöhungen auf Milch und Käse. Hier ist auch Theo, um den in der Gemeinschaft alles kreist.“

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ANN COTTEN: „Lyophilia“, Suhrkamp, 31. März

„Ann Cotten ist erwachsen geworden, was uns ein Stück weit in die Zukunft katapultiert. Sie behauptet, nur mehr konstruktiv am Funktionieren eines vernünftigen Lebens für möglichst alle interessiert zu sein. Ganz der menschenfreundliche Roboter, quasi. Die alternden Bewohnerinnen des kurz nach Eröffnung bankrott erklärten Siedlungsasteroiden Amore (KAFUN) halten sich an Klischees und Running Gags fest, um einen Halt gegen die Trauer zu finden. Eine Sammlung von Erzählungen wie ein Schuss ins Knie, die Ann Cotten die letzten Jahre etwas hochstaplerisch als »Science Fiction auf Hegelbasis« angekündigt hat.“

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DORIS ANSELM: „Hautfreundin. Eine sexuelle Biografie“, Luchterhand, 27. Mai

„Gibt es noch schmutzige Worte? Hilft Fesseln gegen Traurigkeit? Gedeiht im Unanständigen vielleicht ein besonderer Anstand? – Sie ist eine Frau, die Sex mag und seltsame Fragen, ihre eigene Haut und die Haut ganz verschiedener Männer. Die überraschend glückliche sexuelle Biografie einer freien Frau.“

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ANDREAS MAIER: „Die Familie“, Suhrkamp, 17. Juni

„Am Ende dieses Romans ist der Erzähler Andreas 28 Jahre alt und studiert in Frankfurt am Main. Konflikte des fünf Jahre älteren Bruders mit dem CDU-Vater: Der Bruder gründet, kaum fünfzehn, den ersten Grünen-Verband in der Stadt mit. Andreas ist damals zwölf und lernt erstmals, wie offen zutage liegende Wahrheiten von engsten Verwandten dauerhaft bestritten werden. Als Student beginnt er Protagonist zu begreifen, dass Öffentlichkeit auf Unwahrheit, Verdrängung und kollektiver Rationalisierung beruht.“ Ich las alle bisherigen Teile von Maiers „Ortsumgehungs“-Zyklus. „Die Universität“, der direkte Vorgänger, war der bisher schlechteste. Trotzdem: Vorfreude!

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CORNELIA FUNKE: „Das Labyrinth des Fauns“, Fischer, 2. Juli

„Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald wird zum Königreich voller magischer Wesen. Ein geheimnisvoller Faun stellt dem Mädchen drei Aufgaben. Besteht sie, wird sie Prinzessin des Reiches. Immer tiefer wird Ofelia in eine phantastische Welt hinein gezogen, die wundervoll ist und grausam zugleich. Inspiriert von Guillermo del Toros grandiosem oscarprämierten Meisterwerk »Pans Labyrinth« schafft Bestsellerautorin Cornelia Funke eine Welt, wie nur Literatur es kann.“

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internationale Literatur, neu übersetzt:

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LARS MYTTING: „Die Glocke im See“, Insel, 14. Januar

„Norwegen, 1880: Die wissbegierige Astrid ist anders als die übrigen Mädchen im dunklen, abgeschiedenen Tal. Sehnt sie sich nach einem Leben mit dem jungen Pastor Kai Schweigaard? Oder entscheidet sie sich für das Neue, Unberechenbare? Schweigaard will die 700 Jahre alte Stabkirche in Butangen abreißen und durch eine modernere, größere Kirche ersetzen. Er hat auch schon Kontakt zur Kunstakademie in Dresden: Architekturstudent Gerhard Schönauer soll den Abtransport der Kirche nach Dresden und den Aufbau dort überwachen. Astrid rebelliert, denn mit der Kirche verschwänden auch die beiden Glocken, die einer ihrer Vorfahren einst stiftete. Astrid verliebt sich Gerhard: modern, weltoffen, elegant. Wählt sie die Heimat und den Pfarrer oder den Aufbruch in eine ungewisse Zukunft in Deutschland?“ [mehr: Goodreads]

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EDOUARD LOUIS: „Wer hat meinen Vater umgebracht“, Fischer, 23. Januar

„Ein zorniger junger Autor auf Erfolgskurs: An meine Kindheit habe ich keine einzige glückliche Erinnerung, lautete der erste Satz in Edouard Louis‘ Roman »Das Ende von Eddy«. Mittlerweile versteht er die Gewaltausbrüche seines Vaters, der unter der sozialen Ungerechtigkeit einer Gesellschaft litt, die für Menschen wie ihn keinen Platz hat. Eine überwältigende Hommage an die gescheiterten Träume des Vaters.“ [mehr: Goodreads]

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VRATISLAV MANAK: „Heute scheint es, als wäre nichts geschehen“, Karl Rauch Verlag, 5. Februar

„Der junge Lehrer Ondřej Šmid kommt zur Feier des achtzigsten Geburtstags seines Großvaters nach Pilsen zurück und wird Geheimnissen und Erinnerungen konfrontiert. Schnell drängt sich ihm die Frage auf, ob es Dinge in seiner Kindheit gibt, die ihm entgangen sind oder die er verdrängte. Fragmente setzen sich zusammen wie die bunten Elemente eines Zauberwürfels.“ [mehr: Goodreads, viele schlechte Kritiken]

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JOHANNE HOLMSTRÖM: „Die Frauen von Själö“, Ullstein, 8. Februar

„In einer Herbstnacht 1891 ertränkt Kristina Andersson ihre beiden Kinder im Meer. Sie kommt in die Nervenheilanstalt auf Själö, einer Insel im Schärengarten Finnlands – kaum eine der Patientinnen, die hier eingewiesen werden, verlässt die Insel jemals wieder. Vierzig Jahre später wird die siebzehnjährige Elli ebenfalls dort eingeliefert. Sie lief von zu Hause weg, verliebte sich Hals über Kopf und musste vor der Polizei fliehen. Zwei Frauen, die einen hohen Preis für ihr Verlangen, ihre Liebe und ihr Streben nach Freiheit bezahlen mussten.“ [mehr: Goodreads]

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PIERRE LEMAITRE: „Die Farben des Feuers“, Klett-Cotta, 28. Februar

„Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs regieren Habgier und Neid in Paris, und so bahnt sich ein Komplott an, das mächtige Bankimperium Péricourt zu Fall zu bringen. Doch Alleinerbin Madeleine weiß die Verhältnisse in Europa für sich zu nutzen und dreht den Spieß um. In einer Epoche, in der es Frauen nicht einmal gestattet war, selbst einen Scheck zu unterschreiben beginnt Madeleine, ihren ganz persönlichen Rachefeldzug zu planen.“ [mehr: Goodreads]

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ANGIE THOMAS: „On the come up“, cbj, 4. März

„Bri ist 16 und will berühmte Rapperin werden. Als Tochter einer Rap-Legende ist das nicht leicht: Ihr Vater starb, kurz bevor er den großen Durchbruch schaffte. Dann verliert ihre Mutter ihren Job. Plötzlich gehören Essensausgaben, Zahlungsaufforderungen und Kündigungen ebenso zu Bris Alltag wie Reime und Beats.“ [mehr: Goodreads]

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TORE RENBERG: „Von allen Seiten“, Heyne, 4. März

„Bens Vater ist geizig, Bens Mutter psychotisch. Ben langweilt das triste Leben, nur ab und zu unterbrochen von kurzen Glücksmomenten beim Klebstoffschnüffeln. Mit seinem älteren Bruder Rikki macht er sich auf nach Stavanger: Dort leben Onkel Rudi, Jan Inge und Cecilie, die sich einen Dreck scheren um Recht und Gesetz.“ [Band 2 einer Trilogie; mehr: Goodreads]

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SIRI HUSTVEDT: „Damals“, Rowohlt, 5. März

„1979: Eine junge Frau bezieht ein winziges Zimmerchen im heruntergekommenen Morningside Heights. S.H. kommt direkt aus der amerikanischen Provinz; daher ihr Spitzname: „Minnesota“. Sie will Schriftstellerin werden, genießt den Schmutz wie den Glanz, das turbulente Leben wie die Einsamkeit. Alles Neue saugt sie in sich auf. So auch die oft skurrilen Monologe und gesungenen Mantras aus der Nachbarwohnung. Lucy Brite, liest sie auf dem Klingelschild. Doch mit der Zeit wünscht sie, sie hätte nicht so genau hingehört. Immer dringlicher, klagender werden Lucys Gesänge. Von Misshandlung ist die Rede, Gefangenschaft, Kindstod, von Mord. Nach und nach wird die Nachbarin zu einer immer schrecklicheren Obsession. Frauensolidarität und Männerwahn, Liebe und Geschlechterkampf, Gewalt und Versöhnung.“

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CHRISTELLE DABOS: „Die Verlobten des Winters“, Insel, 11. März

„Ophelia kann Gegenstände lesen und durch Spiegel reisen. Auf der Arche Anima lebt sie inmitten ihrer riesigen Familie. Doch sie soll auf die eisige Arche des Pols ziehen und einen Adligen, Thorn, heiraten. Warum wurde ausgerechnet sie, das zurückhaltende Mädchen mit der leisen Stimme, auserkoren? Ophelia macht sich auf den Weg in ihr neues, blitzgefährliches Zuhause.“ [mehr: Goodreads. Young Adult, erster Teil einer französischen Reihe]

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ALESSIO DE SANTA: „The Moneyman – Die Geschichte von Roy und Walt Disney“, Knesebeck, 20. März

„Walt Disneys Lebenswerk wäre nicht möglich gewesen ohne seinen Bruder Roy, der sich um die finanzielle Seite kümmerte. Von Kindheit an hatten die beiden ein enges Verhältnis. Roy unterstützte Walts Pläne, Künstler zu werden. Aus Roys Sicht erzählt diese lebhaft illustrierte Graphic Novel die Geschichte von Walt Disney und lässt den Geist der 1940er und 1950er Jahre spüren.“ [mehr: Goodreads]

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PHILIPPE LANCON: „Der Fetzen“, Klett-Cotta, 23. März

„An einem Morgen im Januar entscheidet sich Lançon spontan, in der Redaktion von Charlie Hebdo vorbeizuschauen. Er sitzt im Konferenzraum, als zwei maskierte Attentäter das Gebäude stürmen. Kurz darauf sind die meisten seiner Freunde tot, ihm selbst wird der Unterkiefer zerschossen. Lançon wird nicht als Gastdozent nach Princeton gehen, wie es geplant war. Er wird seine Querflöte verschenken, die er nicht mehr spielen kann. Er wird lange Zeit keine Redaktion mehr betreten. Stattdessen wird er siebzehn Gesichtsoperationen erdulden und versuchen, seine Identität zu rekonstruieren.“ [mehr: Goodreads]

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JOHAN HARSTAD: „Max, Mischa und die Tet-Offensive“, Rowohlt, 26. März

„Freundschaft, Flucht, Liebe, Krieg und Kunst: Max Hansen wächst in Norwegen auf. Ein Idyll – bis Max‘ Familie an die US-Ostküste emigriert. Mordecai wird Max‘ bester Freund und macht ihn mit Mischa bekannt, einer sieben Jahre älteren Künstlerin. Sie ist es auch, die Max anstiftet, nach seinem geheimnisvollen Onkel Owen zu suchen, einem Vietnam-Veteranen. Die unkonventionelle WG wird zum Epizentrum des Lebens von Max, Mischa, Mordecai und Owen.“ [mehr: Goodreads]

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VIOLAINE HUISMAN: „Die Entflohene“, Fischer, 27. März

„Huisman erzählt die Geschichte ihrer schräg-charmanten Mutter: Catherine konnte ausrasten, die beiden Töchter unflätig beschimpfen, um sie gleich danach in Liebe zu ertränken. Sie ist manisch-depressiv. Mit gnadenloser Aufrichtigkeit und großer Wärme erinnert sich Huisman an ihre schöne, witzige und widersprüchliche Mutter und die unkonventionelle Familie.“ [mehr: Goodreads]

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TORBORG NEDREAAS, „Im Mondschein wächst nichts“, Kameru Verlag, 29. März

„Ein Zufall führt zwei Fremde – eine Frau und einen Mann – in den 20er Jahen auf dem Bahnhof einer norwegischen Kleinstadt zusammen. Statt des erwarteten erotischen Abenteuers beginnt die junge Frau mit schonungsloser Offenheit über ihr Leben und ihre hoffnungslose Liebe zum Gymnasiallehrer Johannes zu erzählen. Eine Liebe, die sich über Standesvorurteile hinwegzusetzen versuchte.“ [mehr: Goodreads]

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MICH VRAA, „Jetzt seid ihr frei“, Hoffmann und Campe, 1. April

„1827 soll Peter von Scholten die königlichen Schatzkammern mit Reichtümern aus der Kolonie Indien füllen – ohne Rücksicht auf Menschenleben. Doch für von Scholten sind auch Sklaven Menschen, eine Einstellung, für die ihn die Plantagenbesitzer hassen. Auf seiner Seite stehen die Humanisten Maria Eide und ihr Mann Mikkel, die den Sklaven Gehör verschaffen wollen, und vor allem die freie, wohlhabende Einheimische Anna Heegaard, in die Peter sich verliebt. Und die Zeiten ändern sich: Die Sklaven erheben sich gegen ihre Unterdrücker, und Peter von Scholten erklärt sie gegen den Willen seines Königs für frei.“ [mehr: Goodreads] Hm. White Savior-Narrativ?

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AMOS OZ, SHIRA HADDAD: „Was ist ein Apfel?“, Suhrkamp, 9. April

„Seit 2014, bei der Arbeit an einem Roman, entwickelten sich intensive Gespräche zwischen Amos Oz und der Lektorin Shira Hadad – in denen ohne Tabus und falsche Scham Oz‘ Leben und Schreiben zum Thema wird. Da die Lektorin sich nicht auf eine Rolle als Stichwortgeberin beschränkt, sind Kontroversen nicht ausgeschlossen, zumal die jüngere, weibliche Perspektive auf das Tun und Lassen des weltweit anerkannten Schriftstellers zu produktiven Provokationen führt. Was führt zur Geburt des Schriftstellers unter neuem Namen angesichts des Selbstmords der Mutter? Wie hat man sich die konkrete Arbeit am Schreibtisch vorzustellen?“ [mehr: Goodreads]

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DAMIR OVCINA, „Zwei Jahre Nacht“, Rowohlt Berlin, 16. April

„Ovčina, der während des Bosnienkriegs jahrelang in Sarajevo eingeschlossen war, hat einen gewaltigen, autobiographischen Roman geschrieben: Ein Staat zerfällt, plötzlich ist Krieg. Ein 18jähriger Mann muss zwei Jahre in einem feindlichen Viertel Sarajevos bleiben, vom Vater getrennt. Von den Besatzern wird er gedemütigt. Er muss Tote bestatten, steht aber auch den Lebenden bei. Er lernt, im Verborgenen, eine Frau kennen. Dann wehrt er sich zum ersten Mal gegen seine Peiniger, flüchtet und kämpft fortan im Untergrund.“ [mehr: Goodreads]

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JUDITH VISSER: „Mein Leben als Sonntagskind“, HarperCollins, 1. Mai

„Jasmijn führt Tagebuch – doch redet nur mit ihrer Hündin Senta und mit Elvis Presley, mit dessen Postern sie ihr Zimmer tapezierte. Wie schaffen es andere Menschen bloß, dass sie immer wissen, wie sie sich verhalten sollen? Mit Senta und Elvis an ihrer Seite macht sich Jasmijn auf, dieses Geheimnis zu ergründen und ihr Glück zu finden. Der Bestseller aus den Niederlanden: ein berührender Roman über das Erwachsenwerden mit Autismus.“ [mehr: Goodreads]

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JAVIER MARIAS: „Berta Isla“, Fischer, 22. Mai

„Tomás – halb Spanier, halb Engländer – verliebt in die junge Berta Isla. Als er zum Studium nach Oxford geht, bleibt sie in Madrid zurück – nicht ahnend, dass Tomás dort einen schwerwiegenden Fehler begeht. Um einer Haftstrafe zu entgehen, beginnt er, heimlich für den britischen Geheimdienst zu arbeiten. Als er zu Beginn des Falklandkrieges plötzlich verschwindet, beginnt sie endgültig zu hinterfragen, wen sie geheiratet hat. Eine Geschichte über das Warten, die Zerbrechlichkeit der Liebe und die Zerrissenheit zwischen Krieg, Geheimnissen und Loyalität.“ [mehr: Goodreads]

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IAN McEWAN: „Maschinen wie ich“, Diogenes, 22. Mai

„[Spielt in einer Parallelwelt, in der es schon in den 1980ern Androiden gibt:] Lebenskünstler Charlie ist Anfang 30. Miranda eine clevere Studentin, die mit einem dunklen Geheimnis leben muss. Sie verlieben sich, gerade als Charlie seinen ›Adam‹ geliefert bekommt, einen der ersten lebensechten Androiden. In ihrer Liebesgeschichte gibt es also von Anfang an einen Dritten: Adam. Kann eine Maschine denken, leiden, lieben? Adams Gefühle und seine moralischen Prinzipien bringen Charlie und Miranda in ungeahnte – und verhängnisvolle – Situationen. [mehr: Goodreads] [Ich mochte den simplen, aber sympathischen Comic ‚Alec + Ada‘]

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CARL FRODE TILLER: „Der Beginn“, btb, 24. Juni

Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden, gelebt werden muss es vorwärts. Terje liegt nach einem Suizidversuch im Sterben und lässt sein verpfuschtes Leben Revue passieren. Momente des Friedens fand er nur in der Natur. Ein bewegendes Buch, erzählt wie im Rausch – über endgültige Entscheidungen, Vorherbestimmung und die Freiheit des Einzelnen.“ [mehr: Goodreads]

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Sachbuch:

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AMINA BILE, SOFIA NESRINE SROUR, NANCY HERZ: „Schamlos“, Gabriel (Thienemann-Esslinger), 11. Februar

„Drei junge Frauen – Muslimas, Bloggerinnen, Feministinnen – beziehen Position: Wie fühlt es sich an, ständig zwischen den Erwartungen ihrer Familien, ihrer kulturellen Identität und ihrem Selbstverständnis, als Jugendliche in einem westlichen Land zu leben, hin- und hergerissen zu sein? Sie haben Diskussionen angeregt, Tabu-Themen öffentlich gemacht und zahlreiche sehr persönliche Geschichten gesammelt. Dabei entstand ein bemerkenswertes, mutiges Buch. Ein Plädoyer für eine multikulturelle Gesellschaft.“ [mehr: Goodreads]

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JAYROME C. ROBINET: „Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund“, Hanser Berlin, 18. Februar

„Jayrôme hat früher als weiße Französin gelebt. Er zieht nach Berlin, beginnt Testosteron zu nehmen und erlebt eine zweite Pubertät. Ihm wächst ein dunkler Bart – und plötzlich wird er auf der Straße auf Arabisch angesprochen. Ob im Café, in der Umkleide oder bei der Passkontrolle, er merkt, dass sich nicht nur seine Identität, sondern vor allem das Verhalten seiner Umwelt ihm gegenüber radikal änderte. Er kann vergleichen: Wie werde ich als Mann, wie als Frau behandelt? Und was bedeutet es, wenn sich nicht nur das Geschlecht ändert, sondern augenscheinlich auch Herkunft und Alter? Mitreißend erzählt er von seinem queeren Alltag und deckt auf, wie irrsinnig gesellschaftliche Wahrnehmungen und Zuordnungen oft sind.“

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FATMA AYDEMIR, HENGAMEH YOGHOOBIFARAH (Herausgeber*innen): „Eure Heimat ist unser Albtraum“, Ullstein, 22. Februar

„Wie fühlt es sich an, täglich als „Bedrohung“ wahrgenommen zu werden? Wie viel Vertrauen besteht nach dem NSU-Skandal noch in die Sicherheitsbehörden? Was bedeutet es, sich bei jeder Krise im Namen des gesamten Heimatlandes oder der Religionszugehörigkeit der Eltern rechtfertigen zu müssen? Und wie wirkt sich Rassismus auf die Sexualität aus Dieses Buch ist ein Manifest gegen Heimat – einem völkisch verklärten Konzept, gegen dessen Normalisierung sich 13 Autor_innen wehren. Zum einjährigen Bestehen des sogenannten „Heimatministeriums“ sammeln Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah schonungslose Perspektiven von Denker_innen, die Rassismus und Antisemitismus erfahren. In persönlichen Essays geben sie Einblick in ihren Alltag und halten Deutschland den Spiegel vor: einem Land, das sich als vorbildliche Demokratie begreift und gleichzeitig einen Teil seiner Mitglieder als »anders« markiert, kaum schützt oder wertschätzt. Mit Beiträgen von Sasha Marianna Salzmann, Sharon Dodua Otoo, Max Czollek, Mithu Sanyal, Olga Grjasnowa uvm.“

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Stuart Hall: „Schriften. Band 1“, Argument, 1. März

„Die Cultural Studies, begründet mit der Absicht, das Alltagsleben als umkämpften Ort sichtbar zu machen, einen Ort des Widerstandes, an dem um die ‚Köpfe und Herzen‘ der Menschen gerungen wird, wurden inzwischen weltweit zur universitären Disziplin. Stuart Hall schafft es, identitätsstiftende Praxen als umkämpft und herrschaftsmächtig durchsetzt zu theoretisieren und analytische Werkzeuge zu entwickeln, um die ideologischen Prozesse, Kämpfe und Konjunkturen der kapitalistischen Gegenwart zu kritisieren. Mit konkreten Analysen zu aktuellen Entwicklungen lotet er die Möglichkeiten linker Politik und Kultur aus und sucht nach ‚günstigen Bedingungen für einen Fortschritt zum Sozialismus‘ in aktuellen Kräfteverhältnissen.“ [mehr: Goodreads]

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lou kordts: „Queering Genitals. intime anatomie um_denken“, Edition Assemblage, 1 März

„In „Queering Genitals“ werden intime Anatomie aus trans Perspektive grundlegend befragt und cisnormative Erzählungen auf den Prüfstand gestellt. Genitalien werden anhand queerer Körpererfahrungen reclaimed, dekonstruiert, veruneindeutigt und in ihrer Diversität sichtbar gemacht, um mehr Möglichkeiten zu schaffen Körper, Identität und Lust lebbar zu machen, aber auch Ambivalenz und Unsicherheit zuzulassen.“

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MARK TERKESSIDIS: „Wessen Erinnerung zählt? Kolonialismus und Rassismus heute“, Hoffmann und Campe, 6. Mai

„Beutekunst. Die Rückgabe von Sammlungen an afrikanische Länder: Deutschlands Umgang mit seiner Kolonialgeschichte. Terkessidis beschreibt Kennzeichen von Alltagsrassismus ebenso wie dessen Entstehung, insbesondere während der Kolonialzeit und argumentiert, dass mit dem Versailler Vertrag Vorurteile in deutsche Köpfe Einzug hielten, die bis heute bestehen. Am Beispiel von Raubkunst, Sprache und falschen Erwartungshaltungen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund zeigt er, dass wir die Last der Kolonialzeit noch lange nicht überwunden haben.“

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JAN BRANDT: „Ein Haus auf dem Land / Eine Wohnung in der Stadt: Von einem, der zurückkam, um seine alte Heimat zu finden / Von einem, der auszog, um in seiner neuen Heimat anzukommen“, Dumont, 17. Mai

„Stadt und Land, Utopie und Heimat: zwei Seiten einer Medaille. In Brandts ostfriesischem Heimatdorf Ihrhove steht das Haus des Urgroßvaters vor dem Abriss. Der Eigentümer, ein Bauunternehmer, sieht keinen Grund, das Alte zu erhalten, wo sich durch etwas Neues der Profit um ein Vielfaches steigern lässt. Jan Brandt droht der Verlust der Heimat, und er nimmt den Kampf auf, um den Gulfhof zu retten, das Symbol seiner Herkunft. In Berlin, wohin sich Brandt Ende der Neunziger vor der Provinz geflüchtet hatte, droht ihm zeitgleich der Rauswurf aus der Mietwohnung. Brandt bekommt zu spüren, dass sich Berlin, die einstige antikapitalistische Utopie, in eine Schlangengrube verwandelt hat, in der die Mieter nahezu alles für eine bezahlbare Wohnung tun würden – und müssen.“

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[Alle Klappentexte: gekürzt]

[Leseexemplare? gern einfach direkt per E-Mail schicken | Printadresse hier: Link]

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Ich bin freier Kritiker – und gern, so oft wie möglich: Moderator bei Lesungen und Podien. Ich hoffe, auch 2019 mit zwei, drei Autor*innen auf Bühnen ins Gespräch zu gehen. Bisher moderierte ich u.a. Lesungen und Gespräche mit Stewart O’Nan, Thomas von Steinaecker, Anke Stelling, Assaf Gavron, Manja Präkels (Foto) und Nik Afanasjew, Kathrin Passig, Teresa Präauer und Justin Torres, Angela Steidele, Julia von Lucadou, Gianna Molinari, Lasha Bugadze, Beka Adamaschwili und Fiona Maazel. Gern auf Englisch: das.ensemble (at) gmail.com

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Warum ich keine Comics lese: Argumente gegen Mangas und Graphic Novels. [Montagsfrage, deutsche Buchblogs]

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Comics sind humorvolle Unterhaltung für zwischendurch, aber nicht wirkliche Lektüre.

Ich denke, das ist eher was für nebenbei.

Man kann es auch gar nicht mit echten Büchern vergleichen: Romane sind einfach viel mehr Literatur.

Bücher haben doch eine ganz andere Tragweite.

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Ich will mir eine Geschichte selbst ausmalen.

Das geschriebene Wort ist einfach viel schöner, und man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Es geht doch nichts über einen echten Roman, der Figuren und Schauplätze auch ohne Bild zu malen fähig ist.

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Comics liegen bei uns am Klo. Für mehr Lektüre als kurze Bildgeschichten ist oft gar keine Zeit.

Bücher finde ich doch wertiger.

Seit ich Bücher ohne Bilder lesen kann, mache ich das auch.

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Als Kind war es irgendwie normal, Comics zu lesen. „Asterix & Obelix“ und „Tim & Struppi“ haben wir gefühlt alle gelesen, oder? Das gehört wohl zur Grundbildung dazu. Mein Papa hat gern die Asterix-Hefte gelesen. Wir Kinder kamen natürlich damit in Berührung, auch wenn das meiner Mama nicht so gut gefiel. Weil ich zur Waldorfschule ging, war es sogar etwas verpönt und nicht gern gesehen. Mangels Büchern im elterlichen Haushalt habe ich eben mit Comics begonnen.

Irgendwann im Alter von acht oder neun Jahren hatte ich keine Lust mehr auf Comics oder der Reiz war einfach weg.

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Mein bester Freund liest noch heute die alten Comics, um sich aufzuheitern. Ich habe mein Abo der „Lustigen Taschenbücher“ gekündigt, weil ich merkte, dass hier keine Geschichten mehr für mich geschrieben werden. Die LTBs waren immer zu schnell ausgelesen. Ich vermute, heute würden sie mich nicht mehr begeistern. Ich will sie nicht lesen, um meine Kindheitserinnerungen nicht zu verfälschen.

Die paar Comics von damals sind gegen die Masse der gelesenen Bücher eigentlich kaum der Rede wert.

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Viele Leser hat das sicher auf den Weg zu „echten“ Büchern geführt.

Ich finde Comics für die Entwicklung sehr nützlich.

Je älter ich aber wurde, desto weniger konnten sie mich in den Bann ziehen.

Mir sind die Geschichten einfach zu „flach“. Als Lückenfüller beim Arzt ganz ok, aber ansonsten fehlt der Reiz. Ich kann nichts daran finden.

Für viele Leser sind Comics der Einstieg in die Welt der Romane.

Ich habe die Fähigkeit erworben, Bücher ohne Bilder zu lesen. Darauf war ich stolz, also zieh ich das jetzt durch.

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Für Mangas habe ich mich noch nie interessiert. Mit Comics bzw. Mangas konnte ich noch nie etwas anfangen. Um ehrlich zu sein, kann ich da nicht mal einen Unterschied erkennen. Ich weiß so wenig über Comics und Graphic Novels, dass mir nicht mal klar war, dass es da einen Unterschied gibt. An der Comicecke in der Bücherei oder der Buchhandlung laufe ich schnurstracks vorbei und würdige sie keines Blickes.

Mangas rühre ich im Traum nicht an. Auf den Manga-Zug bin ich nie aufgesprungen, weil mir die Darstellung mit den übergroßen Augen und schmalen Mündern der Manga-Menschen nie gefallen hat. Wahrscheinlich gehöre ich mit meiner Generation auch nicht mehr zu der Zielgruppe: In meiner Kindheit gab es Mangas noch gar nicht.

Die Schreibweise von Mangas hat mich übelst verwirrt. Mich irritieren diese ganzen Bilder und die Sprechblasen und dieses Von-hinten-nach-vorne-Lesen einfach nur total – das ist nicht meins.

Man muss ja auch nicht jeden Trend mitgehen.

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Mich machen überladene Comics/Manga nervös. Es passiert zu viel auf einer Seite, meine Augen wissen nicht, wo sie beginnen und wo enden sollen. Ganz übel ist es, wenn sich bunte Seiten mit schwarz-weißen abwechseln.

Ich schaue auch nur wenige Serien/Filme: zu viel, zu schnell. Ich mag nur selten Buchverfilmungen. Also liegt mein Unwillen wohl daran, dass ich mir ungern in mein Kopfkino reinpfuschen lasse: Ich habe oft sehr spezifische Vorstellungen, und wenn eine Zeichnung (oder andere Darstellung) so gar nicht damit übereinstimmt, bringt mich das total aus dem Konzept.

So kunstvoll ein Comic auch gezeichnet sein mag, ich konzentriere mich viel zu sehr auf den Text, der für mich dann logischerweise zu wenig hergibt. Das ist für mich also kein Lesevergnügen so wie ich es verstehe. Denn ich habe Freude an Formulierungen, an poetischen Beschreibungen, an der Sprache, dem Erzählstil. All das finde ich beim Comic nicht bzw. steckt eben das in den Bildern, die ich nicht zu würdigen weiß.

Für mich persönlich ist das Lesen eines Romanes einfacher und flüssiger.

Ich hab gleich mit den richtig fetten Schinken losgelegt.

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Ich bewundere heute noch Wilhelm Busch mit seinem ausdrucksstarken Zeichentalent und seinen treffenden Texten mit viel Witz dahinter.

Aber heute müssen es Bücher sein.

Ich lese zwar nicht nur Romane (sondern auch Fachbücher), aber mit Comics habe ich abgeschlossen. Das ist nicht meine Welt.

Ein weiterer Grund, weshalb ich nie einen Comic oder einen Manga in die Hand nehme ist, dass mich beides schon als Kind nicht interessiert hat. Ich glaube, es ist schwer, für so etwas noch im Nachhinein seine Leidenschaft zu entdecken. Viele scheinen mit Comics gestartet zu sein und sich dann weiterentwickelt zu haben.

Ich lese höchstens mal die Comics aus der Tageszeitung oder sehe mir ein paar online an. Aber extra einen Manga kaufen oder eine Graphic Novel, das wäre nichts für mich. Gezeichnete Geschichten sind für mich eine zusätzliche, humorvolle Ablenkung, die ich mehr nebenbei zur Erheiterung mal lese, aber nicht Lektüre als solches. Ein witziger Zeitvertreib, etwas um sich alleine zu amüsieren und lachen, aber keine Lektüre zum Sich-Hineinversetzen und Wegtauchen. Eine Unterbrechung beim Lesen von Comics ist viel weniger schlimm, als wenn ich einen Roman lese.

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Mangas waren nur gut während dem Studium, wenn ich Zug gefahren bin. Da konnte ich mich nie so gut auf Bücher konzentrieren, wegen den ganzen Gesprächen um mich.

Als ich damals angefangen habe, kosteten Mangas meist um die 5 €, was für mich absolut vertretbar war. Irgendwann wurden die Preise erhöht und ich wurde zu geizig, um Mangas für 6,50 € zu kaufen. Für mich stimmte dann das Verhältnis zwischen dem Preis und der Lesezeit einfach nicht mehr. Mit einem Roman, der 8 oder 10 Euro kostet, kann ich mich viel länger beschäftigen.

Was mich nervt, ist die Tatsache, dass sie sehr schnell ausgelesen sind. Ich muss sagen, dass sie mir meist den Preis nicht wert sind, dafür dass man super schnell damit durch ist und ich die Zeichnungen auch gar nicht angemessen würdige, sondern aus Ungeduld immer direkt zur Sprechblase springe und den Rest eher am Rande wahrnehme.

Verglichen mit normalen Taschenbüchern sind Comics schweineteuer.

Bei mir stehen auch zu viele Bücher, die noch gelesen werden wollen. Daher werde ich sicherlich mir nicht noch eine Buchform wie Comic oder Manga auswählen. Ich habe a) viel zu wenig Platz in meinen Bücherregalen und b) viel zu wenig Geld auf meinem Konto, um eine eigene Sammlung anzulegen.

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In meiner Jugend habe ich mich an die X-Men gewagt (und auch andere Superheldencomics gelesen), aber so richtig warm geworden bin ich damit nicht. Ich mag Superheldenfilme und auch gegen die animierten Serien habe ich nichts. Aber die Comics reizen mich nicht.

Ich würde super gerne ins Marvel- und DC-Universum eintauchen, finde aber keinen guten Anfangspunkt. Wollte man chronologisch anfangen, müsste man sich doch diese unverschämt teuren Uralt-Ausgaben anschaffen, oder sehe ich das falsch? Bei Marvel und DC habe ich irgendwie immer eine so düstere Stimmung im Kopf.

Im Bereich Comic ist die Mädchen-Jungs-Trennung noch absurd deutlich.

Der Blick auf die herkömmliche Comic-Branche zeigt, wie mager starke weibliche Charaktere und Protagonistinnen waren und es trotz Verbesserungen eigentlich auch heute noch sind. Vor allem mit den Manga-Gesichtern tue ich mich oft schwer. Meist gefallen mir eher die Szenenzeichnungen im Hintergrund. Ich las noch so eine Manga-Reihe mit rotem Cover. Ich weiß leider nicht mehr wie er heißt und worum es geht. Irgendwas mit Schule und Liebe, erschienen bei Tokyopop. Mit dem Alter hat das Lesen von Mangas nachgelassen. Das liegt, denke ich vor allem daran, dass in Deutschland wenige Mangas mit starken und reifen/älteren Charakterinnen existieren.

Warum ich das aufgegeben habe, weiß ich gar nicht. Ich wurde einfach älter und habe den Reiz daran verloren.

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Mangas und Comics sind mir mittlerweile nicht mehr ernst genug.

Da lese ich doch lieber einen Fließtext!

Mittlerweile, muss ich gestehen, übersehe ich die Illustrationen und lese nur noch den vorhanden Text. Ich weiß auch nicht woran das liegen mag, dass ich die wunderschönen, schaurigen oder aber auch bedrückenden Bilder nicht mehr so wahrnehme wie damals. Vielleicht weil man heute zu übersättigt ist von Bildern? Vielleicht aber auch, weil mich die Sprache mehr reizt.

Ich finde gezeichnete Geschichten gut, wenn man nicht viel Zeit zu lesen hat oder eher etwas Leichtes lesen möchte. Ganz selten greife ich noch danach: Wenn ich in Erinnerungen schwelgen oder einfach ein bisschen abschalten und entspannen möchte.

Eigentlich nicht aus reinen Interesse, sondern eher um die Zeit tot zu schlagen

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Graphic Novels sind Romane, als „Comic“ gezeichnet. Natürlich kann man das nicht mit Romanen vergleichen.

Bei Comics fehlt mir etwas und es ist für mich auch kein richtiges Lesen. Lesen ist für mich, wenn ich völlig in eine Geschichte eintauchen kann, die Charaktere mit all ihren Facetten kennen lerne und entweder mag oder nicht.

Gerade für Graphic Novels muss man ja auch erst einmal in der richtigen Stimmung sein, finde ich. Ich wüsste noch nicht mal, wo ich da anfangen sollte, so viele gibt es da schon. Der Markt scheint ja ziemlich geflutet zu sein. Mir fehlt einfach der Überblick über das Medium, um einen Ansatzpunkt zu finden, ohne eine Menge Fehlkäufe zu tätigen.

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Damit ich ein Comic kaufe, muss mich der Zeichenstil einfach umhauen. Ich verstehe, dass man den künstlerischen Aspekt einer tollen Zeichnung schätzen kann. Aber dafür würde mir z.B. ein einzelnes Bild mit einer entscheidenden Szene reichen, das ganze Buch müsste ich nicht auf diese Art erzählt bekommen.

Wenn mir die Zeichnungen nicht gefallen, dann hat die Story oft auch keine Chance. Ich habe noch keinen Comic gefunden, wo für mich „alles passt“

Wobei ich mich schon für eine Reihe begeistern könnte, wenn ich nur die richtige finden würde.

Das Erlebnis beim Romanelesen ist meiner Ansicht nach intensiver (und länger).

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Meine Fantasie passt einfach besser zu den Protagonisten, als sie beschrieben werden. Das verfälscht aber oftmals die Intention des Autors, der sich ja etwas dabei gedacht hat, den Charakter SO darzustellen. Ein Manga lässt hier nicht viel Interpretationsspielraum. Man bekommt deutlich – schwarz auf weiß – gezeigt, wie der Charakter aussieht, ob er eher ein kalter oder gefühlvoller Mensch ist. Hier wird das Augenmerk auf die Mimik und nicht auf das geschriebene Wort gelegt. Bei den passenden Genres ist das eine willkommene Abwechslung für mein Gehirn – mal wenig mitdenken zu müssen, tut wirklich gut.

Ich lese gerne Bücher und lasse meine Fantasie spielen, genieße aber trotzdem ab und an, dass ich bei Comics komplett abschalten kann und Bilder vorgegeben bekomme.

Grundsätzlich bin ich nicht dagegen.

Ich bin aber eher der Romantyp.

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Beim Lesen geht es mir wirklich um das Wort und nicht um die optische Gestaltung.

In ein Buch lasse ich mich komplett fallen, sinke da viel tiefer ein als in eine Comicgeschichte.

Dann kommt mein Kopfkino zum Einsatz und ich lasse mich entführen in fremde Welten, wie es ein Comic nie könnte.

Ich bemühe lieber das Kopfkino als mir eine optische Ergänzung der Geschichte vorsetzen zu lassen. Das Kopfkino ist meiner Meinung nach auch viel vielfältiger. Ich brauche die Möglichkeit, mir selbst auszumalen zu können, wie eine Figur, wie eine Umgebung aussieht.

Wenn ich mich beim Lesen zwischen den Buchdeckeln verliere, habe ich mich zu 99,9% in die Wörter verliebt – Wörter können schön sein, Wörter können mehr verletzen als ein Messer – und nicht in die optische Gestaltung.

Das ist einfach nicht mein Medium, weil es zu viel vorgibt, was ich mir (was wir uns) lieber selbst ausmalen wollen.

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Das hier war kein Text von mir – sondern eine Collage aus 70 Blogbeiträgen von:

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1. Motte Enna – BücherregalSchätze 25. Charleens Traumbibliothek 49. Pineapples BookNook
2. Holla die Buchfee 26. Bücher in meiner Hand 50. PaperbackStories
3. Aequitas et Veritas 27. msmedlock 51. Ruby
4. Sheena 28. LeesBücher! 52. sanne von Wortgestalten
5. Gabis Laberladen 29. Nisnis Bücherliebe 53. Little Book Obsession
6. Ladysmartypants 30. Kerstin Wörterkatze 54. Ghost
7. wortmagieblog 31. Nenis Welt 55. Conny | Meine kleine Welt
8. Bücherkiste 32. Corly 56. Liv
9. Kiras kleine Leseecke 33. away from here 57. schraeglesen
10. Der Büchernarr 34. Tessa Jones 58. Anna von liveyourlifewithbooks
11. Buchträumerin 35. Julia L. Jordan 59. Lauter&Leise | Antonia
12. Buchperlenblog 36. Nicoles Bücherwelt 60. Klusi liest
13. VonDerZeitBeseelt 37. Myna Kaltschnee 61. Melanie von Bücher sind Schiffe, …
14. Bucheulchen Lisa 38. Wulf | Medienjournal 62. geschichtenfaenger
15. Katja | Zwischen den Seiten 39. Anni_Book 63. libris_poison
16. sommerlese 40. Lesefieber-Buchpost 64. Mein Lesezeichen Blog
17. Tintenblüte 41. Leuchtturmwaerterins Buechertuermchen 65. My Book&Serie&Movie Blog
18. Büchertänzerin 42. Mein Senf für die Welt 66. Määds Books
19. Unendliche Geschichte 43. Sarah von ZeilenSprung – Literatur erleben 67. Sven von It’s a Blob
20. Moony || Vollmondschatten 44. Buch – „Bloggade“ 68. vro jongliert
21. Beutelwolf-Blog 45. Shanlira`s Bücherwelt 69. Schwarzbuntgestreift
22. Linda // dufttrunken 46. Nela | Livricieux 70. Bettina von Bookish Moments
23. Tinte | Feder | Schwert 47. bookish-heart-dreams 71. Buchweiser
24. Gedankenwelt von Denise & Antonia 48. RaspberryBook 72. Tarika (Tarikas Orbit)

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Buchbloggerin Svenja Borghans fragte auf ihrem Blog Buchfresserchen als „Montagsfrage“ in die Runde:

„Ich arbeite als Illustratorin und lese ganz gerne mal eine gezeichnete Geschichte statt eines klassischen Romans: Ein Bild sagt eben doch oft mehr als 1000 Worte. Wie ist das bei euch?“

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Ich las alle 70+ Antwort-Blogposts und trug zusammen, was viele Buchblogger*innnen an Comics verwirrt, langweilt, abstößt oder kalt lässt, im obigen Text.

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Ich selbst liebe Comics und bespreche/empfehle sie u.a. beim Berliner Tagesspiegel und bei Deutschlandradio Kultur.

Ich freue mich, wenn mich Menschen nach persönlichen Comictipps und Empfehlungen zum Einstieg fragen – gern z.B. via Facebook.

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Falls ihr nur EINEN Comic probieren wollt: Nehmt „Daytripper“ von Fabio Moon und Gabriel Ba.

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drei Blogposts zur Montagsfrage, die ich mochte und empfehle:

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als Gegengewicht:

Zitate aus Buchblogs, deren Autor*innen GERN Comics lesen… und ihre Gründe:

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  • Man taucht nicht nur in die Fantasie des Autors, sondern auch gleich noch in die des Zeichners ein.
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  • Ich finds toll, wenn man manchmal keine Worte braucht und trotzdem die Geschichte versteht.
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  • Da spielen Bild und Wort einander den Ball zu, da erzählt eine Zeichnung ohne eine einzige Sprechblase einen eigenen Teil der Handlung. Das Bild dient dabei nicht dazu, dem Leser die Vorstellungsarbeit abzunehmen.
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  • Die Vielfalt von Comics steht der von Romanen in nichts nach, so dass für jeden Geschmack etwas zu finden sein sollte. Und so sehr ich es schätze, wenn es einem Buch gelingt, eine fiktive Welt vor meinem inneren Auge lebendig werden zu lassen, so schön ist es doch manchmal, sich die Visionen und Ideen anderer Leute direkt präsentieren zu lassen, wobei hier eben ähnlich wie im Film vieles auch einfach nur gezeigt, nicht erzählt werden muss, was dem Geschehen oft eine zusätzliche Ebene verleiht, die bei dem „nur“ geschriebenen Wort schwer zu erreichen ist.
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  • Der Zugang zu Comic ist intuitiv: Deswegen lesen sie Kinder so gerne. Das Bild erzählt die Geschichte und der Text ist nur ein Teil davon. Die Peanuts würden als rein sprachlicher Witz doch niemals funktionieren. Oder würdet ihr lachen, wenn ihr einen puren Buchstabentext darüber lesen würdet, wie Lucy Charlie Brown den Football wegzieht – schon wieder?
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  • Bildgeschichten können so beiläufig sein: Ich erinnere mich, wie ich früher Geschichten gelesen habe und mir im Hintergrund herrlich absurde Details aufgefallen sind. Die Haupthandlung geht unbeteiligt weiter, aber im Hintergrund jagt ein Mensch seinen Hund, weil der seine Hose geklaut hat. Ein Buchstabentext kennt nur eine Ebene der Erzählung.
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  • Gute Geschichten vertragen keine mittelmäßigen Wortakkrobaten: Eigentlich bin ich ja auch gerne für Action und Abenteuer zu haben, Sci-Fi und Fantasy. Doch oft hapert es einfach an Menschen, die diese Geschichten erzählen können. Weil die Aktionen zugegebenermaßen auch nach platten und klischeebehafteten Beschreibungen schreien. Doch Comics kommen da drum herum – weil sie das eben einfach den Bildern überlassen können.
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  • Allen Graphic Novels, die ich mag, ist gemein, dass sie versuchen, ein komplexes Thema oder den Inhalt eines mehrere hundert Seiten langen Romans in einer graphischen Darstellung wiederzugeben. Manchmal mit wenigen Worten, dafür mit umso ausdrucksstärkeren Bildern.
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  • In einem Song von Rammstein heißt es „Der Mensch ist doch ein Augentier. Schöne Dinge wünsch‘ ich mir“. Und so ist es – ich mag einfach schöne Bilder.
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  • Nicht nur Nerds, Geeks oder aber Kinder lesen Comics. Denn wie bei den Romanen, sind auch der Stil, das Genre und die unterschiedlichsten Thematiken ein besonderer Pool, aus dem man schöpfen kann.
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  •  Entsprechend kann ich nur jedem raten, der immer noch mit Comics fremdelt oder meint, die Geschichten wären bloß für Kinder konzipiert, sich doch einmal ausgiebig umzutun und eventuell einen Blick zu wagen, denn so schön Bücher sind, in die man abtauchen kann, so schön kann es eben auch sein, sich in einem optisch wie inhaltlich fulminant aufgemachten Comic zu verlieren.

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  • „Onkel Dagobert“-Autor und -Zeichner Don Rosa schafft es wie kein anderer, eine tolle Geschichte zu erzählen und dazu mega detaillierte Zeichnungen zu liefern. Er erzählt oft im Hintergrund noch eine kleine Nebengeschichte, während man den Figuren im Vordergrund „lauscht“. Dazu recherchiert er akribisch für seine Geschichten, die meist geschichtliche Aspekte beinhalten. Seine Figuren sind die Ducks, die er auf diese Abenteuer schickt. Leider ist er nun im Ruhestand, es kommen also keine neuen Geschichten mehr von ihm.
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  • Batman-Comics sind, glaube ich – man verzeihe mir das Stereotyp – so ein Jungs-Ding. Es ist legitim, sie als Helden zu verehren, weil sie stark sind. Und lustigerweise auch Probleme haben dürfen. Bruce Wayne ist für mich eine gescheiterte Existenz, dennoch kann der kleine Junge in mir zu ihm aufblicken und ihn bewundern. Es geht um Männerrollen und Ideale.
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  • Ich lese gerne Shonen-Mangas – das bedeutet, dass die eigentliche Zielgruppe für dieses Genre Jungen sind und ein bestimmter Zeichenstil vorherrscht. Es geht meist um einen Hauptcharakter, der mit der Zeit Freunde findet und auf eine Reise aufbricht oder auf ein bestimmtes Ziel hinarbeitet. Was mir daran so gefällt ist vor allen Dingen, die Botschaft, die diese Mangas übermitteln. Es geht darum, dass man für seine Freude und für seine Ziele und Träume einsteht und dass man alles schaffen kann, wenn man zusammenhält und hart an sich und für seine Ziele arbeitet.
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  • Beim Manga „One Piece“ kann ich mir einfach nicht vorstellen, das als Buch zu lesen. Ich wüsste nicht wie man so genau die Kampfszenen beschreiben soll und erst die Blicke der Crew Mitglieder, wenn einer ihrer Freunde verletzt wird.
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  • Was mich an gezeichneten Figuren reizt? Die Emotionen bekommen ein Gesicht, welches ich nicht fehlinterpretieren kann.
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  • Ansonsten reizt mich an Manga, dass sie wahnsinnig viel Gefühl durch die Kombination von Bild und Text übermitteln können. Ich kann mich stundenlang in einem Manga verlieren und dann beim zweiten Mal lesen doch immer wieder etwas Neues entdecken.
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  • Außerdem stammen Mangas aus einem ganz anderem Kulturkreis mit anderen Traditionen und Umgangsformen. Ich denke, dass das auch ein Grund war weshalb ich sie so gerne gelesen habe, das hat mich einfach fasziniert. Da war ich dann ganz weit weg von meinem Alltag.

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Christian Schlüter schreibt in der Berliner Zeitung:

Allein das Neben- und Ineinander von Bild und Text erfordert hier einen gelenkigen Blick: Aus einer Linie, einem Strich kann sowohl eine lebendige Zeichnung als auch ein lebloser Buchstabe werden, aber auch eine wortmalerische Interjektion, ein „Zack“, „Boing“, „Peng“ oder „Hatschi“ – das Auge springt zwischen Bild und Text hin und her. Eine wunderbare Dehnübung für schlaffe Sehnerven ist das und eine Aufforderung zu weitreichender Interpretation.

Dass unsere Fantasie aus wohlgesetzten Buchstabengruppen – aus Wörtern und Sätzen – die schönsten Bilder zusammenreimt und damit die schöne Literatur zum Leben erweckt, dass unsere Fantasie also das Tote zum Leben erweckt: Diese Kulturleistung wird bis heute als alternativloser Vorzug der reinen Buchstabenbelletristik gepriesen.

Und macht als Argument, obwohl alles an ihm falsch ist, den größten Eindruck: Die schöne, an sich selbst bilderlose Literatur gilt als die eigentliche, die gute Literatur, aber der Comic, der Bilder schon mit sich trägt, soll die Fantasie töten und deswegen schlechte Literatur sein.

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auf Facebook kommentieren Freundin W…

„Ich habe im Bereich der Graphic Novels so viele wunderbare, großartige Geschichten entdeckt, von denen mich einige mehr gefangen genommen und gerührt haben als die meisten Romane.

Das Lesen erfordert eine andere Art der Konzentration. Wenn ich mich gerade auf keinen Roman konzentrieren kann, aber gerne lesen möchte, dann klappt das mit GN, weil sie eine andere Art der Konzertation erfordern. Wenn mir Geschichte und Darstellung zusagen, ist das Lesen wie ein Film, dessen Tempo ich selbst bestimme. GNs sind perfekt, wenn man lieber weniger Wörter haben will als zu viele. Jeder wichtige Moment muss sitzen, als einzelnes Bild oder Sequenz mit kurzgefassten Worten und die Wirkung ist auf mich oft intensiver und einprägsamer als bei Romanen. Besonders die autobiografischen GN kommen mir oft mutiger, frischer, jünger, konzentrierter und ehrlicher vor als ähnlich motivierte Romane.“

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…und Comicleser I.:

Die meisten Blogger-Kommentare sind nachvollziehbar, nicht weil sie korrekt sind, sondern weil es für Comic-Einsteiger nicht leicht ist, durch den Wust an Veröffentlichung zu blicken. Das es neben Einzelheften und TPB [Sammelbänden] auch meist schöne, ‚wertige‘, Hardcover-Ausgaben gibt. Dass es nicht nur Marvel, DC und Superhelden gibt. Dass sich gute Geschichten meist über viele Ausgaben und Jahre aufbauen. Dass Menschen die ‚Buchblogger‘ sind, wohl selten einen coolen Comic-Geek im Freundeskreis haben, der sich täglich durch die Neuerscheinungen liest und Lesetipps und Kaufberatung geben kann. Dass man sehr viel über Theorie und Technik der Comicgestaltung lernen kann. Dass ‚Graphic Novel‘ ein von Schnöseln geprägter Begriff für besonders langweilige Comics ist. Und besonders, dass es nicht auf das Medium ankommt, sondern auf den Inhalt.“

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gelesen 2016: meine 20 besten Bücher des Jahres

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Die 20 Bücher, die ich möglichst vielen Menschen empfehlen kann:

meine Entdeckungen 2016.

2015 empfahl ich Bücher etwas ausführlicher.

Favoriten 2014 | Favoriten 2013 | Favoriten 2012 | Favoriten 2011

Lieblingscomics 2016 hier (Link).

Und: Songs 2016 (Link)!

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20: THOMAS VON STEINAECKER, „Die Verteidigung des Paradieses“

19: KEI SANBE, „Die Stadt, in der es mich nicht gibt“

18: DANIEL SCHREIBER: „Zuhause“ / SACHA BATTHYANY: „Und was hat das mit mir zu tun?“

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17: SYLVIE SCHENK, „Schnell, dein Leben“

16: MATTHIAS HIRTH, „Lutra lutra“

15: A.S. KING, „Still Life with Tornado“

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14: RAYMOND BRIGGS, „Ethel and Ernest“

13: DELPHINE DE VIGAN: „Nach einer wahren Geschichte“

12: EMMANUEL GUIBERT: „How the World was. A California Childhood“

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11: KIERON GILLEN, „Darth Vader“

10: GABRIEL HARDMAN, CORINNA BECHKO, „Invisible Republic“

09: CLEMENS J. SETZ: „Glücklich wie Blei im Getreide“

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08: HARUKI MURAKAMI, „Von Beruf Schriftsteller“

07: DAVID EAGLEMAN, „Sum: 40 Tales from the Afterlives“

06: NIS-MOMME STOCKMANN, „Der Fuchs“

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05: ANDREAS MAIER, „Die Straße“ (und der Vorläufer „Das Zimmer“)

04: ANNA KATHARINA HAHN, „Am schwarzen Berg“

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03: RANDY INGERMANSON, „Writing Fiction for Dummies“

02: SOPHIE DAULL, „Adieu, mein Kind“

01: BRECHT EVENS, „Panter“

…auch die Manga-Reihen „Billy Bat“, „Gute Nacht, Punpun“ und „I am a Hero“ waren/blieben großartig; und das Finale von Ed Brubakers dreiteiliger Graphic Novel „The Fade Out“ überzeugte mich.

Die besten Geschenke 2016: Buchtipps und Empfehlungen zu Weihnachten

schwule Literatur, deutschsprachig

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die zehn Bücher, die ich am häufigsten verschenke:

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Fun Home: Eine Familie von Gezeichneten  The Notebook, The Proof, The Third Lie: Three Novels  Revolutionary Road  The Road  To Kill a Mockingbird (To Kill a Mockingbird #1)

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Der Garten Eden  Weiter leben. Eine Jugend.  Daytripper  The Summer Book  Das große Los

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Buchtipps sind… sinnlos. In meinem privaten (Zuhause-)Freundeskreis jedenfalls:

Es fällt mir leichter (und wirkt weniger… übergriffig / aufdringlich), auf Amazon Marketplace, Medimops oder Rebuy zwei, drei gebrauchte Ausgaben zu kaufen und zu verschenken – statt Freunden mit Kaufempfehlungen in den Ohren zu liegen.

Sobald ich denke “Er/sie hätte Spaß, mit diesem Buch”, kaufe ich eine billige Ausgabe.

Hier: Die Bücher und DVDs, die ich 2015 und 2016 verschenkte. 95 Prozent davon: selbst schon gelesen, und sehr gemocht.

Blau markierte Titel kamen sehr gut an.

Rot markierte Titel kamen schlecht an.

verschenkt 2011 | verschenkt 2012 | verschenkt 2013verschenkt 2014

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Geschenke 2015 und 2016:

Kinder:

Sohn einer Schulfreundin, im April geboren:

  • Frans Lanting: „Auge in Auge“ (Coffee-Table-Book mit Tierfotos, Link)

Pflegetochter meiner besten Freunde, 2:

  • Eva Muggenthaler: „Fish on a Walk“ (Bilderbuch, Link)

meine Nichte, 2:

  • JonArno Lawson: „Sidewalk Flowers“ (Bilderbuch, Link)
  • Katharina Grossmann-Hensel: „Eltern richtig erziehen“ (Bilderbuch, Link)

meine Patentochter, 3:

  • JonArno Lawson: „Sidewalk Flowers“ (Bilderbuch, Link)
  • Jeff Mack: „Gut gelaufen! Schlecht gelaufen!“ (Bilderbuch, Link)
  • Oyvind Torsetter: „Das Loch“ (Bilderbuch, Link)
  • Karsten Teich: „Wir sind 1 a“ (Bilderbuch, Link)

mein Neffe, 7:

  • „Star Wars: Rebels“, Staffel 1 (DVD, Link)
  • „Avatar: Herr der Elemente“, Staffel 1 (DVD, Link)
  • Kiyohiko Azuma: „Yotsuba!“ (Manga, Band 1 und 2, Link)

Sohn meiner besten Freunde, 9:

  • Eiichiro Oda: „One Piece“, Band 1 (Manga, Link; er las dann alle 70+ Bände)
  • Yusei Matsui: „Assassination Classroom“, Band 1 (Manga, Link; er las dann alle ca. 14 Bände)
  • Art Balthazar, Franco: „Superman Family Adventures“, Band 1 und 2 (Kinder-Comics, Link)
  • Guy Delisle: „Ratgeber für schlechte Väter“ (Cartoons, Link)
  • Brian Selznick: „Wunderlicht“ (Kinderbuch, Link)
  • „Superman: Die Abenteuer von Lois & Clark“, Staffel 1 (DVD, Link)

Tochter meiner besten Freunde, fast 15:

  • Kiyohiko Azuma: “Yotsuba&!”, Band 13 (Manga, Link)
  • Anne Frank: „Tagebuch“ (Link)
  • Jean Kwok: „Goodbye, Chinatown“ (Memoir, Link)
  • Jean-Paul Sartre: „Geschlossene Gesellschaft“ (Theaterstück, Link)
  • Nick Burd: „Die Wonnen der Gewöhnlichkeit“ (Jugendbuch, Link)
  • Stephen Chbosky: „Vielleicht lieber morgen“ (Jugendbuch, Link)
  • Kaoru Mori: „Young Bride’s Story“, Band 1 (Manga, Link)
  • CLAMP: „Wish“, Komplettausgabe, 1 bis 4 (Manga, Link)

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Eye to Eye Fish On A Walk Sidewalk Flowers Good News, Bad News Das Loch Yotsuba&!, Vol. 01 (Yotsuba&! #1) One Piece, Bd.1, Das Abenteuer Beginnt (One Piece, #1) 暗殺教室 1 [Ansatsu Kyoushitsu 1] (Assassination Classroom, #1) Superman Family Adventures, Vol. 1 Ratgeber für schlechte Väter Wunderlicht Tagebuch der Anne Frank Girl in Translation Geschlossene Gesellschaft Die Wonnen der Gewöhnlichkeit Vielleicht Lieber Morgen A Bride's Story, Vol. 1 (A Bride's Story, #1) Wish, Vol. 01 (Wish, #1)

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Frauen:

meine Schwester, 24:

  • Christoph Kucklick: „Die granulare Gesellschaft“ (Sachbuch, Link)
  • David McCandless: „Information is beautiful“ (Infografiken, Link)
  • Florian Illies: „Generation Golf“ (Sachbuch, Link)
  • Ralf Grauel: „Deutschland verstehen“ (Infografiken, Link)
  • Christiane Neudecker: „Boxenstopp“ (Roman, Link)

Pädagogin, gerade Mutter geworden, 33:

  • Stewart O’Nan: „Die Chance“ (Roman, Link)
  • Valerian Tornius: „Zwischen Hell und Dunkel: Ein Rembrandt-Roman“ (Roman, Link)
  • Tobias Wolff: „This Boy’s Life“ (Memoir, Link)
  • Meike Winnemuth: „Das große Los“ (Reisereportage, Link)

Pädagogin, 33:

  • Meike Winnemuth: „Das große Los“ (Reisereportage, Link)
  • Slavenka Drakulic: „Als gäbe es mich nicht“ (Roman, Link)
  • Agota Kristof: „Das große Heft“ (Roman, Link)

Ärztin, 33 – mochte „‚Mind-Boggling‘, Evening Post“ von Max Goldt:

  • Max Goldt: “Quitten für die Menschen von Emden bis Zittau” (Kolumen, Link)
  • Max Goldt: “Die Kugeln in unseren Köpfen” (Kolumnen, Link)
  • Max Goldt: “Der Krapfen auf dem Sims” (Kolumnen, Link)
  • Max Goldt: “Ä“ (Kolumnen, Link)
  • Haruki Murakami: „Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt“ (Roman, Link)

Pädagogin, 34:

  • Anna-Katharina Hahn: „Am schwarzen Berg“ (Roman, Link)
  • Andreas Maier: „Das Zimmer“ (Roman, Link)
  • Maria Semple: „Wo steckst du, Bernadette?“ (Roman, Link)
  • James Baldwin: „100 Jahre Freiheit ohne Gleichberechtigung“ (Bürgerrechts-Manifest, Link)
  • Tina Fey: „Bossypants. Haben Männer Humor?“ (Memoir, Link)

Pädagogin, 34 – liest fast nur Theaterstücke und Comics/Mangas:

  • Ryan North: „Squirrel Girl“ (Comic, Link)
  • Kou Yaginuma: „Twin Spica“ (Manga, Band 1 und 2, Link)

Bürokauffrau, 37:

  • Jean-Dominique Bauby: „Schmetterling und Taucherglocke“ (Memoir, Link; dazu die Verfilmung auf DVD)
  • Markolf Hoffmann: „Ines öffnet die Tür“ (Jugendbuch, Link)

Krankenschwester, ca. 60:

  • Heide Koehne: „Der Buchladen“ (Roman, Link)
  • Slavenka Drakulic: „Als gäbe es mich nicht“ (Roman, Link)

meine Mutter (ehem. Arzthelferin, Anfang 60):

  • „Orphan Black“, Staffel 1 (DVD, Link)
  • „Mad Men“, Staffel 7 (DVD, Link)
  • Jenny Erpenbeck: „Gehen, ging, gegangen“ (Roman, Link)
  • Philippe Vigand, Stéphane Vigand: „Verdammte Stille“ (Memoir, Link)
  • Anna Wimschneider: „Herbstmilch. Lebenserinnerungen einer Bäuerin“ (Memoir, Link)
  • David Levithan: „Two Boys Kissing“ (Jugendbuch, Link)
  • Maria Semple: „Wo steckst du, Bernadette?“ (Roman, Link)

Mutter einer Schulfreundin, in Santa Monica aufgewachsen, Ende 60:

  • Emmanuel Guibert: „How the World was. A California Childhood“ (Graphic Novel, Link)
  • Richard Yates: „Revolutionary Road“ (Roman, Link)

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Die granulare Gesellschaft: Wie das Digitale unsere Wirklichkeit auflöst The Visual Miscellaneum: A Colorful Guide to the World’s Most Consequential Trivia Generation Golf. Eine Inspektion Deutschland verstehen Boxenstopp: Roman Die Chance Zwischen Hell und Dunkel. Ein Rembrandt-Roman This Boy's Life Das große Los Das große Heft Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau Die Kugeln in unseren Köpfen. Der Krapfen auf dem Sims. Ä Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt Am Schwarzen Berg Das Zimmer Wo steckst du, Bernadette? The Fire Next Time Bossypants The Unbeatable Squirrel Girl, Volume 1: Squirrel Power Twin Spica, Volume: 01 Schmetterling Und Taucherglocke Ines öffnet die Tür Der Buchladen Gehen, ging, gegangen Verdammte Stille Herbstmilch Two Boys Kissing: Jede Sekunde zählt How the World Was: A California Childhood

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Männer:

Hotelkaufmann, 26 – reiste nach Thailand:

  • Alex Garland: „Der Strand“ (Roman, Link)
  • Josef Haslinger: „Phi Phi Island. Ein Bericht.“ (Memoir, Link)

Mein Bruder – Mechatroniker, 31:

  • “Community“ (DVD, Staffel 1, Link)
  • „Homeland“ (DVD, Staffel 1, Link)
  • „The Americans“ (DVD, Staffel 1, Link)

Ingenieur, 32:

  • David Eagleman: „Fast im Jenseits“ (tolle Gedankenspiele, Link)
  • Greg Rucka: „Lazarus“, Band 1 (Comic, Link)

Lyriker, 33 – Fan von Nonsens-Texten und Satire:

  • Edgar Hilsenrath: „Zibulsky“ (satirische Kurztexte, Link)

Bankkaufmann, 35:

  • Haruki Murakami: „Naokos Lächeln“ (Roman, Link)
  • Haruki Murakami: „Mister Aufziehvogel“ (Roman, Link)
  • Sebastian Haffner: „Die Geschichte eines Deutschen“ (Memoir, Link)
  • Arthur Miller: „Focus“ (Roman, Link)
  • Nicholson Baker: „Menschenrauch“ (Geschichts-Sachbuch, Link)
  • Josef Haslinger: „Phi Phi Island. Ein Bericht.“ (Memoir, Link)
  • Geoff Dyer: „Sex in Venedig, Tod in Varanasi“ (Roman, Link)
  • Tina Fey: „Bossypants: Haben Männer Humor?“ (Memoir, Link)
  • Octavia Butler: „Vom gleichen Blut“ (Roman, Link)
  • W.G. Sebald: „Die Ausgewanderten“ (Roman/Kurzgeschichten, Link)

Kunstpädagoge, 36:

  • Edouard Levé: „Autoportrait“ (Memoir/Textmontage, Link)
  • Gertraud Klemm: „Muttergehäuse“ (Memoir, Link)
  • David Eagleman: „Fast im Jenseits“ (tolle Gedankenspiele, Link)
  • Raymond Briggs: „Ethel & Ernest“ (Graphic Novel, Link)

Mathe- und Sportlehrer, 36:

  • Sebastian Haffner: „Die Geschichte eines Deutschen“ (Memoir, Link)
  • Sebastian Christ: „Was von Deutschland übrig bleibt“ (Reportage, Link)
  • Anna Funder: „Stasiland“ (Reportage, Link)

mein Vater, Mechatroniker, 60:

  • “Der Gigant aus dem All“ (DVD, Link)
  • „Boyhood“ (DVD, Link)
  • „Gravity“ (DVD, Link)
  • „Vielleicht lieber morgen“ (DVD, Link)

…und ich sah meinen US-Lieblingsautor, Stewart O’Nan, im Sommer in Freiburg und moderierte eine seiner Lesungen. O’Nans Roman „West of Sunset“ spielt unter Drehbuchautoren im Hollywood der 40er Jahre, und ich musste an eine Graphic Novel denken, das im selben Milieu spielt und mich sehr begeisterte – also schenkte ich es ihm:

  • Ed Brubaker: „The Fade Out“, Band 1 (Graphic Novel, Link)

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Der Strand Phi Phi Island: Ein Bericht Fast Im Jenseits Lazarus, Vol. 1: Family Zibulsky oder Antenne im Bauch: Satiren Naokos Lächeln Mister Aufziehvogel Geschichte eines Deutschen Fokus Menschenrauch Wie Der Zweite Weltkrieg Begann Und Die Zivilisation Endete Sex in Venedig, Tod in Varanasi Vom gleichen Blut Die Ausgewanderten Autoportrait Muttergehäuse Ethel and Ernest Was von Deutschland übrig bleibt: eine Wanderreportage Stasiland The Fade Out: Act One

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mein Partner und ich wohnen zusammen – und ich kaufe/schenke ihm fast nie Bücher: Er liest meine Ausgaben mit, statt sich ein eigenes, zweites Exemplar zu holen. Bücher, die ich ihm empfahl, und die er las, seit Ende 2014:

Freund M., Florist, 35:

  • Barbara Pym: „Vortreffliche Frauen“ (Roman, Link)
  • Francois Truffaut: „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ (Interview, Link)
  • Alice Walker: „Die Farbe Lila“ (Roman, Link)
  • Anna Katharina Hahn: „Am schwarzen Berg“ (Roman, Link)
  • Anna Katharina Hahn: „Kürzere Tage“ (Roman, Link)
  • Christoph Schmitz: „Das Wiesenhaus“ (Roman, Link)
  • Erik Neutsch: „Spur der Steine“ (Roman, Link)
  • Ruth Klüger: „weiter leben“ (Memoir, Link)
  • Anonyma: „Eine Frau in Berlin“ (Memoir, Link)
  • Anna Wimschneider: „Herbstmilch“ (Memoir, Link)
  • Erich Maria Remarque: „Drei Kameraden“ (Roman, Link)
  • Kazuo Ishiguro: „Was vom Tage übrigblieb“ (Roman, Link)
  • R.C. Sherriff: „Septemberglück“ (Roman, Link)
  • Ernest Hemingway: „Der Garten Eden“ (Roman, Link)
  • Ariel Magnus: „Zwei lange Unterhosen der Marke Hering“ (Memoir, Link)
  • Joan Didion: „Das Jahr magischen Denkens“ (Memoir, Link)
  • Terezia Mora: „Der einzige Mann auf dem Kontinent“ (Roman, Link)
  • Josef Haslinger: „Phi Phi Island. Ein Bericht.“ (Memoir, Link)
  • Valerian Tornius: „Zwischen Hell und Dunkel. Ein Rembrandt-Roman“ (Link)
  • Haruki Murakami: „Naokos Lächeln“ (Roman, Link)
  • Marc Degens: „Fuckin‘ Sushi“ (Roman, Link)
  • Leif Randt: „Schimmernder Dunst über CobyCounty“ (Roman, Link)

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Vortreffliche Frauen Mr. Hitchcock, Wie Haben Sie Das Gemacht? Die Farbe Lila Am Schwarzen Berg Kürzere Tage Das Wiesenhaus Spur der Steine: Roman weiter leben: Eine Jugend Eine Frau in Berlin Herbstmilch Drei Kameraden Was vom Tage übrigblieb Septemberglück Der Garten Eden Zwei lange Unterhosen der Marke Hering Das Jahr magischen Denkens Der einzige Mann auf dem Kontinent Phi Phi Island: Ein Bericht Zwischen Hell und Dunkel. Ein Rembrandt-Roman Naokos Lächeln Fuckin Sushi Schimmernder Dunst über Coby County

Deutscher Buchpreis 2015: meine Favoriten (Vorauswahl)

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nur kurz:

ich mag die Bandbreite, Abwechslung und den Mut der Longlist zum deutschen Buchpreis 2015, habe in den letzten Tagen die ersten Seiten aller 20 nominierten Titel gelesen und, für mich selbst, eine Vorauswahl getroffen:

sechs Titel, die ich kaufen und lesen werde – früher oder später.

[…“später“, denn diese nominierten Titel werden in den Zeitungen und Feuilletons, für die ich schreibe, meist von ältere Rezensent*innen besprochen: mein Job und Fachgebiet sind die Entdeckungen, US-Literatur, Jugendbücher, Indie-Titel… Überraschungs-Bücher und literarische Außenseiter, die noch recht wenige Menschen auf dem Schirm haben. Longlist-Titel sind so bekannt und allgegenwärtig, dass ich selten Schreib-/Rezensionsaufträge für sie bekomme.]

Sechs Titel sprechen mich sehr an:

deutscher buchpreis 2015 stefan mesch favoriten buchcover

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  1. „Bodentiefe Fenster“, Anke Stelling, Verbrecher Verlag
  • eine depressive Mutter im Prenzlauer Berg hat Angst vor dem sozialen Abstieg
  • das Thema (Öko-Biedermeier in Berlin) ist oft Stoff für billige Witze und Satire – hier wird es ernster, sozialkritischer und, hoffentlich, klüger durchgespielt
  • ich kenne Stellings Debüt von 2004, „Glückliche Fügung“, fand es recht seicht/konventionell… aber sympathisch
  • Rezensionen auf Perlentaucher.de

„Mit vierzig Jahren und als Mutter zweier Kinder ist aus Sandra eine Art Kassandra vom Prenzlauer Berg geworden. Weggehen kann sie jedoch auch nicht, außerdem genießt sie ihre Privilegien. Sie feiert die Kindergeburtstage wie früher, wie Pippi Langstrumpf, doch der Kern der Utopie ist nicht mehr da. Bodentiefe Fenster – bodenlose Gegenwart.“ [Klappentext, gekürzt]

Bodentiefe Fenster
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2. „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“, Frank Witzel, Matthes & Seitz

  • 800-Seiten-Kindheits-und-Erinnerungsbuch über die BRD
  • sehr überbordend, verspielt, voller Zitate und Zeitgeschichte
  • vielleicht zu viel Retro-Kitsch, zu gewollt… aber die Welt und das Milieu sind sehr gut getroffen
  • Rezensionen auf Perlentaucher.de

„Ein Spiegelkabinett der Geschichte im Kopf eines Heranwachsenden: Erinnerungen an das Nachkriegsdeutschland, Ahnungen vom Deutschen Herbst; das dichte Erzählgewebe ist eine explosive Mischung aus Geschichten und Geschichte, Welterklärung, Reflexion und Fantasie: ein detailbesessenes Kaleidoskop aus Stimmungen einer Welt, die 1989 Geschichte wurde. Ein mitreißender Roman, der den Kosmos der alten BRD wiederauferstehen lässt.“ [Klappentext, gekürzt.]

Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

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3. „Winters Garten“, Valerie Fritsch, Suhrkamp

  • eine seltsame Kleingartenkolonie – und dahinter die Stadt, Zivilisation, die zerfällt: ein dystopischer, aber sehr märchenhafter und stiller Roman über Alter und Ende
  • altmodische Sprache, wahrscheinlich kaum Plot oder Überraschungen, erzählerische Raffinesse: das Buch funktioniert über Atmosphäre. 160 Seiten eigentümliche, bedrohliche Atmosphäre? das klingt machbar und sympathisch!
  • aber: vielleicht trotzdem nur Kitsch und zäher, barocker Quatsch? wie ihr Klagenfurt-Video?
  • Rezensionen auf Perlentaucher.de

„‚Winters Garten‘, so heißt die idyllische Kolonie jenseits der Stadt, in der alles üppig wächst.Valerie Fritsch erzählt von einer Welt aus den Fugen. Und von zwei Menschen, die sich unsterblich ineinander verlieben, als die Gegenwart nichts mehr verspricht, die Häuser und Straßenzüge verfallen, die wilden Tiere in die Vorgärten und Hinterhöfe eindringen.“ [Klappentext, gekürzt.]

Winters Garten

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4. „Siebentürmeviertel“, Feridun Zaimoglu, Kiepenheuer & Witsch

  • 800 Seiten in der Türkei der 30er/40er Jahre
  • sehr wuchtig, sprachverspielt, überraschend, episch: ich kenne von Zaimoglu „Kanak Sprak“ und „Liebesmale, scharlachrot“, und beides war mir zu gewollt, zu poetry-slam-haft und pubertär. der Ton in „Siebentürmeviertel“ ist selbstbewusster.
  • Rezensionen auf Perlentaucher.de

„Eine fremde und faszinierende Welt, in der sich ein deutscher Junge behaupten muss: Es ist das Jahr 1939, und Wolf findet sich in Istanbul wieder, in der Familie von Abdullah Bey und mitten im Siebentürmeviertel, einem der schillerndsten Stadtteile der Metropole, in der Religionen und Ethnien in einem spannungsreichen Nebeneinander leben. Was als vorübergehende Maßnahme gedacht war, wird zu einer Dauerlösung, und Wolf muss sich zurechtfinden in diesem überwältigenden Kosmos. Er wird von Abdullah Bey an Sohnes statt angenommen, besucht die Schule und erobert sich seine Stellung unter den Jugendlichen des Viertels. Als er langsam zu begreifen beginnt, welche Rolle Abdullah Bey wirklich spielt, gerät er in große Gefahr.“ [Klappentext, gekürzt.]

Siebentürmeviertel

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5. Getraud Klemm, „Aberland“, Droschl

  • Baden bei Wien: eine Mutter Ende 50 und ihre Tochter Mitte 30 hadern mit ihren Beziehungen, Rollen und dem bürgerlichen Druck.
  • 2014 erschienen, ebenfalls angelesen und gemocht: „Herzmilch“ (Perlentaucher)
  • die meisten Bekannten, die bisher Gertraud Klemm lasen, sagen: mitteltiefgründig, mittelambitioniert, mittelinteressant. mal sehen.
  • Rezensionen auf Perlentaucher.de

„Elisabeth, 58, versucht würdevoll zu altern. Ihr gutbürgerliches Leben ist am ehesten charakterisiert durch das, was sie alles nicht getan hat: sie hat nicht studiert und nicht gearbeitet, sie hat ihre Kinder nicht vernachlässigt und ihren Mann nicht mit dem Künstler Jakob betrogen, sie hat der Schwiegermutter nicht die Stirn geboten und stellt noch immer nicht den Anspruch, ins Grundbuch der Jugendstilvilla eingetragen zu werden. Mit Zynismus und verhaltener Selbstreflexion beobachtet sie das Altern der Frauen um sie herum. Und sie beobachtet ihre Kinder, vor allem Franziska, 35, die zu Wutausbrüchen neigt, mit den Anforderungen der Gesellschaft an ihre Mutterrolle hadert.“ [Klappentext, kaum gekürzt… weil er sehr gut geschrieben ist!]

Aberland
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6. Jenny Erpenbeck, „Gehen ging gegangen“, Knaus

  • Professor mit Sinnkrise sucht Kontakt zu Geflüchteten am Berliner Oranienplatz
  • politischer, aber poetischer Roman über die Frage, was Engagement bewegt und was Menschen einander geben können.
  • ich mochte „Das alte Kind“ nicht, Erpenbecks staubige, viel zu betuliche Kurzgeschichten. auch hier im Portrait wirkt sie verkrampft (Link: könnte aber auch an der Journalistin liegen). aber „Heimsuchung“ gehört zu meinen Lieblingsbüchern: ich bin gespannt, wie modern/altmodisch der neue Roman mit Sprache und Themen umgeht… aber bleibe etwas vorsichtig.
  • Rezensionen auf Perlentaucher.de

„Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika zu suchen, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, und weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist.“ [Klappentext, gekürzt.]

Gehen, ging, gegangen …und, große Empfehlung: Heimsuchung
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zwei Titel auf der Kippe:

    • „89/90“ von Peter Richter wirkt kompetent geschrieben und unterhaltsam – aber ich habe das Gefühl, schon fünf solcher Bücher zu kennen. wäre das ein unbekanntes Buch/Geheimtipp, ich würde es bald lesen. aber es findet sein Publikum sicher auch ohne mich.
    • „Die Stunde zwischen Wolf und Gitarre“ von Clemens J. Setz hat 1000 Seiten und wirkt sehr verspielt: ein Buch, das seinen Leser*innen wahrscheinlich viele Fallen stellt. ich habe Angst, mich auf Figuren einzulassen – wenn mir schon die ersten Seiten signalisieren: da geht es eher um literarische Spiele, Fragen der Perspektive, Überraschungen und Überrumpelungen.

89/90: Roman   Die Stunde zwischen Frau und Gitarre

mehr:

Die besten Bücher 2015: erste Favoriten und Empfehlungen

romane 2015 wordpress.

Jeden Winter suche ich Romane / Neuerscheinungen und mache eine erste Liste für die Bücher des Jahres:

Eine erste Auswahl der literarischen Neuerscheinungen, die ich bis Ende des Jahres u.a. für ZEIT Online (an-)lesen, sichten, sortieren will.

Hier meine Auswahl für 2015. Ergänzungen / Empfehlungen sind willkommen – vielen Dank! Im Lauf der nächsten Wochen kommen noch ca. 200 weitere Titel.

Freundin W. hat die wichtigsten auf Deutsch erscheinenden Bücher 2015 hier aufgelistet – in einem Ranking bei Goodreads: Link.

Ich selbst habe im Dezember Buchcover 2015 gesammelt und nach Trends sortiert, hier.

Wo steckst du, Bernadette?

Focus

Umweg nach Hause, besser aber: Alles Über Lulu

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angelesen und gemocht:

Update, Frühling 2015. weitere Empfehlungen hier (Deutschlandradio Kultur, Link):

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01: CHIGOZIE OBIOMA, „Der dunkle Fluss“ / „The Fishermen“

  • Nigeria: Als ihr Vater plötzlich verschwindet, wollen zwei Brüder vom Fischfang leben.
  • Literarischer Thriller aus Sicht eines Neunjährigen.
  • 313 Seiten, 13. Februar 2015, Aufbau Verlag [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Der dunkle Fluss

02: JAN HIMMELFARB, „Sterndeutung“

  • Arthur Segal, Jude und Überlebender des Holocaust, lebt als Autohändler in der Ukraine: Anfang der 90er Jahre blickt er zurück auf sein Leben.
  • 394 Seiten, 19. Januar 2015, C.H. Beck [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Sterndeutung

03: MICHAEL FEHR, „Simeliberg“

  • Literarische Adaption eines Grimm-Märchens als Schweizer Hinterwäldler-Noir-Thriller in Versen und Mundart. (Wow.)
  • 144 Seiten, Februar 2015, Der gesunde Menschenverstand [Amazon | Leseprobe | Goodreads]

Simeliberg

04: TERÉZIA MORA, „nicht sterben“

  • Poetikvorlesungen einer meiner deutschsprachigen Lieblingsautorinnen.
  • 160 Seiten, 23. Februar 2015, Luchthand [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Nicht sterben

05: FAVEL PARRETT: „Der Himmel über uns“ / „When the Night Comes“

  • Atmosphärischer Mainstream-Roman über ein junges Mädchen in Hobart, Tasmanien, das sich mit einem Seefahrer befreundet.
  • (..die früheren Bücher Parretts haben noch bessere Kritiken.)
  • 220 Seiten, 14. Februar 2015, Hoffmann und Campe [Amazon | Ocelot | Goodreads]

When the Night Comes

05: NICOLAS BREUEL, „Schlossplatz, Berlin“

  • Ein nervöser, naiver (?) Bundestagsabgeordneter denkt während einer Zwangspause an der Nordsee neu über seine Ziele und Werte nach.
  • 280 Seiten, 1. März 2015, dtv [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Schlossplatz, Berlin

06: MARC DEGENS, „Fuckin‘ Sushi“

  • Coming of Age in Bonn: eine Schülerband schafft den Durchbruch. Zu welchem Preis?
  • 320 Seiten, 18. Februar 2015, Galiani [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Fuckin Sushi

07: LINUS REICHLIN, „In einem anderen Leben“

  • Ein Kunstfälscher in Berlin trifft auf die Jahrzehnte alten Lebenslügen seiner Eltern und seiner Jugend. Dick aufgetragen – aber sympathisch.
  • 384 Seiten, 29. Januar 2015, Galiani [Amazon | Ocelot | Goodreads]

In einem anderen Leben

08: DIETMAR SOUS, „Roxy“

  • Außenseiter- und Schulversagerroman über die 70er Jahre.
  • 144 Seiten, 13. Februar 2015, Transit [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Roxy

09: XIFAN YANG, „Als die Karpfen fliegen lernten: China am Beispiel meiner Familie“

  • Xifan Yang, in Deutschland aufgewachsen, schreibt über ihre Eltern und Großeltern.
  • 335 Seiten, 23. Februar 2015, Hanser Berlin [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Als die Karpfen fliegen lernten: China am Beispiel meiner Familie

10: LÁSZLÓ KRASZNAHORKAI, „Die Welt voran“

  • Kurzgeschichten, Sprachexperimente, Verwirrspiele: experimentelle Prosastücke des ungarischen Avantgarde-Erzählers.
  • 416 Seiten, 19. Februar 2015, S. Fischer [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Die Welt voran

11: SIFISO MZOBE, „Young Blood“

  • Young-Adult-Literatur aus Südafrika: ein junger schwarzer Schulabbrecher wird zum Kriminellen.
  • 274 Seiten, 16. Februar 2015, Peter Hammer [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Young Blood

12: TOM DRURY, „Das stille Land“ / „The driftless Area“

  • Eine Affäre in der Provinz, eine allein lebende Nachbarin und eine Kette aus Zufällen… oder geheimen Plänen?
  • 216 Seiten, 31. Januar 2015, Klett-Cotta [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Das stille Land

13: ARNO GEIGER, „Selbstportrait mit Flusspferd“

  • Nach einer Trennung verbringt ein Veterinärsstudent einen Sommer mit der Pflege eines Zwergflusspferdes. Schönes Sommerbuch? Oder Kitsch?
  • 288 Seiten, 2. Februar 2015, Hanser [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Selbstporträt mit Flusspferd

14: DAGNY GIOULAMI, „Alle Geschichten, die ich kenne“

  • Schrulliger, leichter Südosteuropa-Roman über eine junge Frau aus Zürich, die spontan nach Griechenland reist.
  • 160 Seiten, Februar 2015, weissbooks [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Alle Geschichten, die ich kenne: Roman

15: SIBYLLE KNAUSS, „Das Liebesgedächtnis“

  • Eine Schriftstellerin wird im Alter dement… und schreibt gegen den eigenen Verfall an.
  • 192 Seiten, 9. Februar 2015, Verlag Klöpfer & Meyer [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Das Liebesgedächtnis

16: MICHÉLE BERNSTEIN, „Alle Pferde des Königs“

  • Hipster-Literatur, im Original erschienen 1960:
  • Bernstein, eine junge Situationistin, parodiert den psychologischen Roman Frankreichs so geschickt und erfolreich, dass ihr (ironisches?) Buch als großer Jugend- und Beziehungsroman gefeiert wird.
  • 128 Seiten, 25. Februar 2015, Edition Nautilus [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Alle Pferde des Königs

17: SEMJON VOLKOV, „Idiotenbus“

  • der Alltag eines jungen Mannes mit geistiger Behinderung in einer Werkstatt.
  • Rollenprosa, ein bisschen gewollt-drollig / lesebühnenhaft.
  • 200 Seiten, 12. Januar 2015, Verlag tredition [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Idiotenbus

18: FLORIAN GANTNER, „Trockenschwimmer“

  • Ein junger, melancholischer Versager in Österreich blickt zurück auf seine Alltags-Niederlagen… und ein (kleines) Verbrechen.
  • 192 Seiten, 12. Februar 2015, Edition Laurin [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Trockenschwimmer

19: RICHARD McGUIRE, „Hier“ / „Here“

  • der selbe Bildausschnitt, immer neu über ganze Epochen hinweg gezeigt:
  • Graphic Novel über Zeit und Wandel.
  • 300 Seiten, 10. Dezember 2014, Dumont [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Hier

Die Belagerung von Krishnapur

Butcher's Crossing

The Blazing World

We Are All Completely Beside Ourselves

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neue deutsche / deutschsprachige Titel:

  • Daniel Kehlmann: „Kommt, Geister“, Poetik-Vorlesungen in Frankfurt 2014. (Rowohlt, 224 Seiten, 6. März 2015.)
  • Stefan Gärtner: „Putins Weiber“, Werbetexter mit kriselnder Beziehung besucht alle Frauen seiner Vergangenheit: ‚the ones that got away‘. (Rowohlt Berlin, 256 Seiten, 24. April 2015.)
  • Killen McNeill: „Am Fluss“, 1968 verbringen vier Jugendliche einen Sommer an der Donau. Jahrzehnte später treffen sich die Überlebenden: McNeill lebt in Deutschland und schrieb bisher meist Krimis. (ars vivendi, 288 Seiten, 30. April 2015.)
  • Volker Hage: „Die freie Liebe“, Student aus Lübeck verliebt sich im München der 70er Jahre in seine Mitbewohnerin: „‚Jules et Jim‘ in Schwabing“ (Luchterhand, 160 Seiten, 11. Mai 2015.)
  • [Hildesheim-Absolventin / Freundin] Vea Kaiser: „Makarionissi, oder: Die Insel der Seligen“, episch-skurriler Familienroman „von Griechenland bis Niedersachsen, von den Fünfzigerjahren bis in die Gegenwart“ (Kiepenheuer & Witsch, noch keine Seitenzahl angekündigt, 11. Mai 2015.)

Makarionissi oder Die Insel der Seligen

  • Ralf Rothmann: „Im Frühling Sterben“, zwei siebzehnjährige Freunde aus Norddeutschland werden 1945 zur Waffen-SS zwangsrekrutiert und landen in Ungarn (Suhrkamp, 200 Seiten, 9. Mai 2015.)
  • Ruth Schweikert: „Wie wir älter werden“, Familienroman über das Alter aus wechselnden Perspektiven dreier Generationen (S. Fischer, 256 Seiten, 21. Mai 2015.)
  • Christiane Neudecker: „Sommernovelle“: An Pfingsten 1989 fahren zwei junge, idealistische Freundinnen an die Nordsee, um auf einer traurigen Beobachtungs-Station für Vögel auszuhelfen. (Luchterhand, 160 Seiten, 25. Mai 2015.)

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vielversprechende Übersetzungen – neu auf Deutsch:

Herrlichkeit

Der Junge, den es nicht gab

Egenmäktigt förfarande: En roman om kärlek

The Thrill of it All

Wenn der Wind singt / Pinball 1973

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Übersetzungen – mit schlechten Kritiken:

  • Boris Razon: „Palladium“, junger Journalist in Paris „erkrankt am Guillain-Barré-Syndrom, einer lebensbedrohlichen Nervenentzündung, die zur vollkommenen Lähmung führen kann“ (Ullstein, 336 Seiten, 8. Mai 2015. Goodreads: 3.23 von 5)

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angelesen – und nicht gemocht:

How It All Began

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interessante Auslandstitel, noch ohne Wertung:

  • Michail Ossorgin: „Eine Straße in Moskau“, wiederentdeckter Montage-Roman über Moskau, 1914 bis 1920 (Die Andere Bibliothek, 500 Seiten, 20. Juli 2015.)

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verwandte Links:

und, jeden Monat neu:

Underdog Literature: 15 unbekanntere Bücher (Link; monatlich neu)

„neue Bücher 2015“-Listen anderer Blogs:

…gesammelt von Muromez (Link)

Best Books of the Year: My personal Top 20

stefan mesch best books 2014

(After a popular list last year [Link] and earlier in 2012 [Link] and 2011 [Link]…)

…here are the 20 very best books I’ve read in 2014:

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20: HEIDE KOEHNE, „Der Buchladen“, German novel, 2011.
Der Buchladen

19: BRIAN WOOD, „The Massive“, Books 1 to 5, Graphic Novels, 2013 and 2014.
The Massive, Vol. 1: Black Pacific The Massive, Vol. 2: Subcontinental The Massive, Vol. 3: Longship The Massive, Vol. 4: Sahara The Massive, Vol 5: Ragnarok (The Massive #25-30)

18: TIM WISE, „White like me. Reflections on Race from a Privileged Son“, Nonfiction / Memoir, 2004.
White Like Me: Reflections on Race from a Privileged Son

17: HARUKI MURAKAMI, „Von Männern, die keine Frauen haben“, Japanese Short Stories, 2014. (I liked his most recent novel, too.)
Von Männern, die keine Frauen haben

16: STEWART O’NAN, „Der Zirkusbrand“, Nonfiction, 2000.
Der Zirkusbrand

15: CHRISTIANE FROHMANN, „Tausend Tode Schreiben“, German anthology, 2014: 135+ personal texts about dying and loss […more here].
Tausend Tode schreiben

14: GREG RUCKA, “Lazarus”, Books 1 and 2. Graphic Novels, 2014.
Lazarus, Vol. 1: Family Lazarus, Vol. 2: Lift

13: ED BRUBAKER, “Velvet”, Book 1. Graphic Novel, 2014.
Velvet, Vol. 1: Before the Living End

12: MARTIN HATZIUS, „Alles fragen, nichts fürchten“, book-length interview with my favorite German living writer, Dietmar Dath, 2011.
Dietmar Dath: Alles fragen, nichts fürchten

11: SIGRID NUNEZ, „A Feather on the Breath of God“, Memoir, 1995.
A Feather on the Breath of God: A Novel

10: ARTHUR MILLER, „Focus“, Novel, 1945.
Focus

09: MEIKE WINNEMUTH, „Das große Los“, German Travelogue, 2012.
Das große Los

08: JAN BAUER, „Der salzige Fluss“. German Graphic Novel Travelogue, 2014.
Der salzige Fluss

07: NORA WICKE, „Vierstromland“, German novel, 2014.
Vierstromland

06: G. WILLOW WILSON, „Ms. Marvel“, Book 1. Graphic Novel, 2014.
Ms. Marvel, Vol. 1: No Normal

05: TSUGUMI OHBA, „Bakuman“, Books 2 to 20. Manga series, 2009 to 2012.
Bakuman, Volume 2: Chocolate and Akamaru (Bakuman, #2) Bakuman, Volume 3: Debüt und Ungeduld Bakuman, Volume 4: Phone Call and the Night Before (Bakuman, #4) Bakuman, Volume 5: Yearbook and Photobook Bakuman, Volume 6: Recklessness and Guts

04: ROBERTO AGUIRRE-SACASA, „Afterlife with Archie“, Book 1. Graphic Novel, 2014.
Afterlife with Archie Book 1: Escape from Riverdale

03: VALERIAN TORNIUS, „Zwischen Hell und Dunkel“, German novel, 1932.
Zwischen Hell und Dunkel. Ein Rembrandt-Roman

02: LIANE DIRKS, „Vier Arten meinen Vater zu beerdingen“, German novel, 2002.
Vier Arten meinen Vater zu beerdigen

01: ÁGOTA KRISTÓF, „The Notebook“, „The Proof“, „The Third Lie“, Hungarian Trilogy, 1986 to 1991.
The Notebook, The Proof, The Third Lie: Three Novels

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For a complete list of books I’ve read in 2014, please go here [Link].

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In comics, I’ve also enjoyed book 3 and 4 of Brian K. Vaughan’s „Saga“ space opera [Link], Year 1 and (to a lesser degree) Year 2 of Tim Taylor’s „Injustice: Gods among us“ [Link], Bryan Q. Miller’s still solid „Smallville“ [Link], the Marvel books „She-Hulk“ [Charles Soule, Link] and „Hawkeye“ [Matt Fraction, Link].

I enjoyed the first six „New 52“ DC comic books featuring Wonder Woman [Link] and started reading lesser-known series like „Promethea“ [Link], „Nailbiter“ [Link], „Rat Queens“ [Link], „Mind MGMT“ [Link] and „The Private Eye“ [Link]. I’ve also enjoyed Daniel Clowes‘ „David Boring“ [Link].

Mark Millar’s „Jupiter’s Legacy“ had a great start – but I will have to wait until 2015. [Link]

Here’s a big collage of the graphic novels I’ve discovered in 2014:

graphic novels stefan mesch 2015
Have a great 2015! More to come!

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