Romane 2015

Die besten Bücher 2015: erste Favoriten und Empfehlungen

romane 2015 wordpress.

Jeden Winter suche ich Romane / Neuerscheinungen und mache eine erste Liste für die Bücher des Jahres:

Eine erste Auswahl der literarischen Neuerscheinungen, die ich bis Ende des Jahres u.a. für ZEIT Online (an-)lesen, sichten, sortieren will.

Hier meine Auswahl für 2015. Ergänzungen / Empfehlungen sind willkommen – vielen Dank! Im Lauf der nächsten Wochen kommen noch ca. 200 weitere Titel.

Freundin W. hat die wichtigsten auf Deutsch erscheinenden Bücher 2015 hier aufgelistet – in einem Ranking bei Goodreads: Link.

Ich selbst habe im Dezember Buchcover 2015 gesammelt und nach Trends sortiert, hier.

Wo steckst du, Bernadette?

Focus

Umweg nach Hause, besser aber: Alles Über Lulu

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angelesen und gemocht:

Update, Frühling 2015. weitere Empfehlungen hier (Deutschlandradio Kultur, Link):

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01: CHIGOZIE OBIOMA, „Der dunkle Fluss“ / „The Fishermen“

  • Nigeria: Als ihr Vater plötzlich verschwindet, wollen zwei Brüder vom Fischfang leben.
  • Literarischer Thriller aus Sicht eines Neunjährigen.
  • 313 Seiten, 13. Februar 2015, Aufbau Verlag [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Der dunkle Fluss

02: JAN HIMMELFARB, „Sterndeutung“

  • Arthur Segal, Jude und Überlebender des Holocaust, lebt als Autohändler in der Ukraine: Anfang der 90er Jahre blickt er zurück auf sein Leben.
  • 394 Seiten, 19. Januar 2015, C.H. Beck [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Sterndeutung

03: MICHAEL FEHR, „Simeliberg“

  • Literarische Adaption eines Grimm-Märchens als Schweizer Hinterwäldler-Noir-Thriller in Versen und Mundart. (Wow.)
  • 144 Seiten, Februar 2015, Der gesunde Menschenverstand [Amazon | Leseprobe | Goodreads]

Simeliberg

04: TERÉZIA MORA, „nicht sterben“

  • Poetikvorlesungen einer meiner deutschsprachigen Lieblingsautorinnen.
  • 160 Seiten, 23. Februar 2015, Luchthand [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Nicht sterben

05: FAVEL PARRETT: „Der Himmel über uns“ / „When the Night Comes“

  • Atmosphärischer Mainstream-Roman über ein junges Mädchen in Hobart, Tasmanien, das sich mit einem Seefahrer befreundet.
  • (..die früheren Bücher Parretts haben noch bessere Kritiken.)
  • 220 Seiten, 14. Februar 2015, Hoffmann und Campe [Amazon | Ocelot | Goodreads]

When the Night Comes

05: NICOLAS BREUEL, „Schlossplatz, Berlin“

  • Ein nervöser, naiver (?) Bundestagsabgeordneter denkt während einer Zwangspause an der Nordsee neu über seine Ziele und Werte nach.
  • 280 Seiten, 1. März 2015, dtv [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Schlossplatz, Berlin

06: MARC DEGENS, „Fuckin‘ Sushi“

  • Coming of Age in Bonn: eine Schülerband schafft den Durchbruch. Zu welchem Preis?
  • 320 Seiten, 18. Februar 2015, Galiani [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Fuckin Sushi

07: LINUS REICHLIN, „In einem anderen Leben“

  • Ein Kunstfälscher in Berlin trifft auf die Jahrzehnte alten Lebenslügen seiner Eltern und seiner Jugend. Dick aufgetragen – aber sympathisch.
  • 384 Seiten, 29. Januar 2015, Galiani [Amazon | Ocelot | Goodreads]

In einem anderen Leben

08: DIETMAR SOUS, „Roxy“

  • Außenseiter- und Schulversagerroman über die 70er Jahre.
  • 144 Seiten, 13. Februar 2015, Transit [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Roxy

09: XIFAN YANG, „Als die Karpfen fliegen lernten: China am Beispiel meiner Familie“

  • Xifan Yang, in Deutschland aufgewachsen, schreibt über ihre Eltern und Großeltern.
  • 335 Seiten, 23. Februar 2015, Hanser Berlin [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Als die Karpfen fliegen lernten: China am Beispiel meiner Familie

10: LÁSZLÓ KRASZNAHORKAI, „Die Welt voran“

  • Kurzgeschichten, Sprachexperimente, Verwirrspiele: experimentelle Prosastücke des ungarischen Avantgarde-Erzählers.
  • 416 Seiten, 19. Februar 2015, S. Fischer [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Die Welt voran

11: SIFISO MZOBE, „Young Blood“

  • Young-Adult-Literatur aus Südafrika: ein junger schwarzer Schulabbrecher wird zum Kriminellen.
  • 274 Seiten, 16. Februar 2015, Peter Hammer [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Young Blood

12: TOM DRURY, „Das stille Land“ / „The driftless Area“

  • Eine Affäre in der Provinz, eine allein lebende Nachbarin und eine Kette aus Zufällen… oder geheimen Plänen?
  • 216 Seiten, 31. Januar 2015, Klett-Cotta [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Das stille Land

13: ARNO GEIGER, „Selbstportrait mit Flusspferd“

  • Nach einer Trennung verbringt ein Veterinärsstudent einen Sommer mit der Pflege eines Zwergflusspferdes. Schönes Sommerbuch? Oder Kitsch?
  • 288 Seiten, 2. Februar 2015, Hanser [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Selbstporträt mit Flusspferd

14: DAGNY GIOULAMI, „Alle Geschichten, die ich kenne“

  • Schrulliger, leichter Südosteuropa-Roman über eine junge Frau aus Zürich, die spontan nach Griechenland reist.
  • 160 Seiten, Februar 2015, weissbooks [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Alle Geschichten, die ich kenne: Roman

15: SIBYLLE KNAUSS, „Das Liebesgedächtnis“

  • Eine Schriftstellerin wird im Alter dement… und schreibt gegen den eigenen Verfall an.
  • 192 Seiten, 9. Februar 2015, Verlag Klöpfer & Meyer [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Das Liebesgedächtnis

16: MICHÉLE BERNSTEIN, „Alle Pferde des Königs“

  • Hipster-Literatur, im Original erschienen 1960:
  • Bernstein, eine junge Situationistin, parodiert den psychologischen Roman Frankreichs so geschickt und erfolreich, dass ihr (ironisches?) Buch als großer Jugend- und Beziehungsroman gefeiert wird.
  • 128 Seiten, 25. Februar 2015, Edition Nautilus [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Alle Pferde des Königs

17: SEMJON VOLKOV, „Idiotenbus“

  • der Alltag eines jungen Mannes mit geistiger Behinderung in einer Werkstatt.
  • Rollenprosa, ein bisschen gewollt-drollig / lesebühnenhaft.
  • 200 Seiten, 12. Januar 2015, Verlag tredition [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Idiotenbus

18: FLORIAN GANTNER, „Trockenschwimmer“

  • Ein junger, melancholischer Versager in Österreich blickt zurück auf seine Alltags-Niederlagen… und ein (kleines) Verbrechen.
  • 192 Seiten, 12. Februar 2015, Edition Laurin [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Trockenschwimmer

19: RICHARD McGUIRE, „Hier“ / „Here“

  • der selbe Bildausschnitt, immer neu über ganze Epochen hinweg gezeigt:
  • Graphic Novel über Zeit und Wandel.
  • 300 Seiten, 10. Dezember 2014, Dumont [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Hier

Die Belagerung von Krishnapur

Butcher's Crossing

The Blazing World

We Are All Completely Beside Ourselves

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neue deutsche / deutschsprachige Titel:

  • Daniel Kehlmann: „Kommt, Geister“, Poetik-Vorlesungen in Frankfurt 2014. (Rowohlt, 224 Seiten, 6. März 2015.)
  • Stefan Gärtner: „Putins Weiber“, Werbetexter mit kriselnder Beziehung besucht alle Frauen seiner Vergangenheit: ‚the ones that got away‘. (Rowohlt Berlin, 256 Seiten, 24. April 2015.)
  • Killen McNeill: „Am Fluss“, 1968 verbringen vier Jugendliche einen Sommer an der Donau. Jahrzehnte später treffen sich die Überlebenden: McNeill lebt in Deutschland und schrieb bisher meist Krimis. (ars vivendi, 288 Seiten, 30. April 2015.)
  • Volker Hage: „Die freie Liebe“, Student aus Lübeck verliebt sich im München der 70er Jahre in seine Mitbewohnerin: „‚Jules et Jim‘ in Schwabing“ (Luchterhand, 160 Seiten, 11. Mai 2015.)
  • [Hildesheim-Absolventin / Freundin] Vea Kaiser: „Makarionissi, oder: Die Insel der Seligen“, episch-skurriler Familienroman „von Griechenland bis Niedersachsen, von den Fünfzigerjahren bis in die Gegenwart“ (Kiepenheuer & Witsch, noch keine Seitenzahl angekündigt, 11. Mai 2015.)

Makarionissi oder Die Insel der Seligen

  • Ralf Rothmann: „Im Frühling Sterben“, zwei siebzehnjährige Freunde aus Norddeutschland werden 1945 zur Waffen-SS zwangsrekrutiert und landen in Ungarn (Suhrkamp, 200 Seiten, 9. Mai 2015.)
  • Ruth Schweikert: „Wie wir älter werden“, Familienroman über das Alter aus wechselnden Perspektiven dreier Generationen (S. Fischer, 256 Seiten, 21. Mai 2015.)
  • Christiane Neudecker: „Sommernovelle“: An Pfingsten 1989 fahren zwei junge, idealistische Freundinnen an die Nordsee, um auf einer traurigen Beobachtungs-Station für Vögel auszuhelfen. (Luchterhand, 160 Seiten, 25. Mai 2015.)

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vielversprechende Übersetzungen – neu auf Deutsch:

Herrlichkeit

Der Junge, den es nicht gab

Egenmäktigt förfarande: En roman om kärlek

The Thrill of it All

Wenn der Wind singt / Pinball 1973

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Übersetzungen – mit schlechten Kritiken:

  • Boris Razon: „Palladium“, junger Journalist in Paris „erkrankt am Guillain-Barré-Syndrom, einer lebensbedrohlichen Nervenentzündung, die zur vollkommenen Lähmung führen kann“ (Ullstein, 336 Seiten, 8. Mai 2015. Goodreads: 3.23 von 5)

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angelesen – und nicht gemocht:

How It All Began

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interessante Auslandstitel, noch ohne Wertung:

  • Michail Ossorgin: „Eine Straße in Moskau“, wiederentdeckter Montage-Roman über Moskau, 1914 bis 1920 (Die Andere Bibliothek, 500 Seiten, 20. Juli 2015.)

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verwandte Links:

und, jeden Monat neu:

Underdog Literature: 15 unbekanntere Bücher (Link; monatlich neu)

„neue Bücher 2015“-Listen anderer Blogs:

…gesammelt von Muromez (Link)

Die besten Buchcover 2015: Titelbilder, Design

buchcover 2015 wordpress

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heute nochmal länger, und auf Deutsch:

„Der Buch-Blogger und Kulturjournalist Stefan Mesch hat auf BuzzFeed die Zehn großen Trends“ der Covergestaltung des kommenden ersten Halbjahres 2015 enthüllt; eine spannende Übersicht“

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In meiner Kindheit waren Bücher Männersache: Unser Pfarrer hatte eine Bücherwand, mein Grundschulrektor las „Der Herr der Ringe“, im Fernsehen blätterten zerstreute alte Herren wie Papa Schlumpf durch dicke Zauberbücher.

Heute werden meist ältere Frauen bedient: Duftkerzen und Badesalz, Elke Heidenreich und Wolfgang Herles, ein Flut „ergreifender, zarter“ Bücher fürs Gänsehaut- und Taschentuch-Publikum.

Ich suche jeden Winter durch Verlagskataloge und, weil es bequem und online ist, auch durch Amazon-Register… und merke mir Bücher vor, die ich meinem ZEIT-Redakteur vorschlagen kann: zur Rezension oder für Autoren-Interviews auf ZEIT Online.

Seit 2011 mache ich diese Listen interessanter Neuerscheinungen auch gleich öffentlich – in meinem Blog.

Ich lese fast 100 Romane im Jahr, blättere durch fast jede literarische Neuerscheinung, zu der ich Online-Leseproben finde, und will in fünf, zehn Jahren gerne selbst solche Elke-Heidenreich-Empfehlungen geben, möglichst öffentlich:

Ich will Bücher entdecken, die noch fast keiner kennt – aber die möglichst viele Leute mit Gewinn lesen können.

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Letzte Woche fragte Tine Maria Winther, Redakteurin der Literaturbeilage von Poltiken (Dänemark), ob ich ihr als Deutschland-Experte einige Sätze zu den Büchern, über die in Deutschland 2015 gesprochen werden wird, schicke.

Meine Blogger-Kollegin Mara Giese sagt: der Frühling 2015 gehört J.D. Salinger, mit neu veröffentlichten Stories und mehreren Biografien und Memoirs.

Ich selbst schaute durch 500 Frühjahrs-Titel und fand vor allem bemerkenswerte Cover.

„Sinnliche“, farbstarke, gefilterte Fotos. Bildstarke, kräftige Motive. Titel, die Lebenswelten vermitteln. Stimmungen. Buchcover 2015, das heißt sehr oft: Atmosphäre!

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Kurz nach Mitternacht hatte ich 500 Amazon-Seiten offen. Gegen 2 Uhr fing ich an, Buchcover nach Motiven zu sortieren, nach Moden, Trends, Dopplungen und heimlichen Zwillingen. Erst wollte ich die Cover nur auf meinem eigenen Blog sammeln, https://stefanmesch.wordpress.com/

Dann dachte ich nach, ob ich für ZEIT Online oder den Berliner Tagesspiegel einen Buchcover-Artikel pitchen soll. Aber oft sprechen die Bilder und Zusammenstellungen, die ich die Nacht lang ordnete, für sich: Es braucht nicht viele Worte. Ich will nur kurz meine Favoriten zeigen. Ein paar kuriose Dopplungen. Ein wenig Trash und ein halbes Dutzend verunglückte Fotomontagen:

In einem Online-Feuilleton wäre das eine reine Klickstrecke. In meinem Blog gehen solche kurzen, spaßigen Listen manchmal unter.

Ich melde mich um 4 bei Buzzfeed an. Lade meine Fotos hoch. Schreibe ein paar kurze Teaser und Halbsätze – auf Englisch, damit die Bücher das denkbar größte Publikum erreichen, und auch Nicht-Deutsche mitreden und stöbern können. Und schon um halb 6 morgens bin ich fertig: der Artikel steht. Ein Spielerei, ein Nebenbei-Projekt, eine spontane Liste, perfekt für eine Website, die fast nur Bilder und spontane Listen sammelt.

In knapp sechs Tagen öffneten 2000 Menschen den Buzzfeed-Artikel. Das sind Zahlen, die ich oft auch im eigenen Blog erreichen kann. Ich bin nicht sicher, ob es sich für mich als Journalist hier lohnte, unbezahlten Gratis-Content auf diese Riesen-Plattform zu stellen. Bei Amerikanern oder dem breiten Publikum hat die Buchcover-Liste noch nicht gezündet.

Aber Verlags- und Autoren-Freunde sprachen auf Facebook lange über die Cover und meine Kategorien. Eine Freundin bei Hanser bedankte sich und sagte, sie habe meine Sammlung an Peter Hassiepen, den Hanser-Gestalter, weiter geleitet. Niemand im Netz ruft sofort „Toll! Lasst uns jetzt stundenlang über Buchcover reden!“ Aber, immerhin: Verlage selbst freuen sich, diese Cover gesammelt zu sehen, Rückmeldungen zu lesen, Stimmmungsbilder einzuholen.

Ich selbst bin recht zufrieden mit den Buchcovern 2015: Noch vor zwei Jahren waren auf jedem dritten, vierten KiWi-Roman Rosenblüten, Blumenranken, Apfelknospen, in matten Farben und im Stil von Omas Häkeldecke. Floral, lauwarm, tantig. Buchcover, zu denen ich mir keine jungen Leserinnen und Leser vorstellen kann und kaum männliche Käufer.

2015 wird das besser: viele Bücher sehen aus wie Plattencover oder Indie-Filme, viele Erwachsenen-Titel sind so kantig, markant und selbstbewusst gestaltet wie sonst nur amerikanische Young-Adult-Titel. Viele Bücher 2015 wirken jung. Sinnlich. Unisex. Gefühlsstark. Erlebnisse. Lebenswelten. Eine intensive Erfahrung, zwischen Buchdeckel gepresst.

Das sind nicht die Bildungsbürger-Schwarten meiner Kindheit. Das spricht auch Käufer an, die keine zartrosa „Brigitte-Bibliothek“ suchen.

Wir reden selten über Bücher. Verlage haben nicht viele Inhalte, die online leicht besondere Beachtung finden. Viele Buchcover 2015 aber können sich sehen lassen – auch international. Deshalb war mir wichtig, sie zu zeigen. An möglichst zentraler Stelle.

Meist bin ich klassischer Kritiker und Kulturjournalist. Manchmal bin ich Blogger. Aber hier will ich vor allem Multiplikator sein. Zeigen: deutsche Bücher haben Stil. Deutsche Cover werden besser. Trotz aller Krisen: Hier bewegt sich was!

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Trend 1: tolles Licht

buchcover 2015 - tolles Licht

Fotos. Starke Kontraste. Licht!

Falls diese 2015er-Bücher nur halb so atmosphärisch sind wie ihre Cover… werden sie grandios!

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Trend 2: Amerika, traurig

buchcover 2015 - sad america

US-Autor*innen haben immer noch große deutsche Fangemeinden. Mich freut, dass Titel wie “California” und “We are not ourselves” schon 2015 auch bei uns erscheinen. Aber:

Viele dieser Cover wirken ziemlich… trist. Ist das Amerika, von dem wir am liebsten lesen / hören, Amerika in der Krise?

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Trend 3: Kontrast vor schwarzem Hintergrund

buchcover 2015 - schwarz und eine starke Farbe

Mir gefällt besonders das Cover von Tom Liehr, „Nachttankstelle“. Außerdem bin ich froh, dass die Augen des Wolfs auf dem „Wolfsland“-Cover nicht künstlich zum Leuchten / Strahlen gebracht wurden.

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Trend 4: Riesenstadt, Riesen-Typo

buchcover 2015 -  typography geography global novels

Ich hoffe, da kommt noch mehr: wuchtige Gebäude und wuchtige Buchstaben passen sehr, sehr gut zusammen!

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Trend 5: schrullige Retro-Frauen

buchcover 2015 - fashionable retro women, all slightly unsettling

Charmant! Ich hoffe, die Frauenfiguren in diesen Büchern sind so markant wie die Abbildungen auf den Covern: schrullig, eigensinnig, selbstbewußt und ein wenig verstörend. Mich ärgert nur, dass das deutsche Cover von Maria Semple’s grandiosem “Where did you go, Bernadette?” einen pinken Hintergrund erhielt. Das Original ist deutlich nüchterner.

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Trend 6: kleine, fröhliche Punkte

buchcover 2015 - small happy dots

Erzählerischer Schwung. Optimismus… mit einem Schuss Melancholie: Ich mag diese Punkte. Und offenbar reichen schon drei Orangen (und das runde Aufbau-Logo), um verspielte Stimmung zu schaffen.

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Trend 7: große, bedrückende Punkte

buchcover 2015 - big dots

Schwer, drückend, wie auf Leinwand oder auf einer Flagge: All diese Punkte haben fast die selbe Größe. Gibt es ein ideales Größenverhältnis für Kreise auf einem Buchcover?

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Trend 8: Vögel und Sterblichkeit

buchcover 2015 - sterblichkeit und vogelschwärme

“Du wirst sterben. Dein Vermächtnis und die Erinnerungen, die du in anderen Menschen hinterlassen hast, werden in alle Richtungen stieben – wie ein Schwarm Vögel.“ …war das die Überlegung hinter diesen Covern?

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Trend 9: seltsame Tiere

buchcover 2015 - goofy animals

Seltsame Tiere scheinen ein Versprechen zu sein: „Achtung: hier kommt ein eigensinniges Buch, mit ganz eigenem Ton.“ Mir gefällt besonders die absurde „Muschelrose“… und der Widerspruch zwischen „Monster“ und dem abgebildeten Seehund.

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Trend 10: Understatement.

buchcover 2015 - understatement, sepia

Schwere Sachbücher und historische Romane benutzen oft solche Pergament- und Off-White-Töne. Aber mir gefällt, wie selbstbewusst und „klassisch“ diese neuen Coverentwürfe anmuten – in Kontrast zu all ihren lauten, überladenen, bunten Konkurrenten.

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außerdem: Cover im Instagram-Look

buchcover 2015 - instagram look

Bücher im Instagram-Look… für eine junge Zielgruppe?

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„Sexy“ Cover…

buchcover 2015 - sexy or... or cheap

Hier sind fünf der wildesten (oder: billigsten?) Cover 2015, die ich fand.

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„Little Boxes“:

buchcover 2015 - little boxes

Viele Wohnungen. Viele Figuren. Schon kapiert: die Traurigkeit und Anonymität der Moderne.

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Wellen! Schwimmer! Das Meer!

Kein Trend zu 2015. Denn, keine Frage: JEDES Buch verkauft sich besser, wenn es mit dem Meer zu tun hat. Leser*innen lieben Wasser… und Bücher mit Sehnsuchts-Settings.

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Photoshop-Desaster (?)

Verlage? Ich… rolle die Augen. Aber andererseits war ich wohl eh kein Teil der Zielgruppe für diese sechs Titel.

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Asien-Klischees:

buchcover 2015 - Asian visual clichès

Machen wir das immer noch? Muss das sein? Wirklich? 😦

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“Die Online-Omi muss in Reha“:

buchcover 2015 - online-oma hüfte

Perfekt. DAS wird Deutschlands Buch 2015.

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und…

starke Farben, klare Typografie:

meine Lieblingscover

buchcover 2015 - lieblingscover. bold typography, popping colors. my personal favorites.

„Palladium“ und „Verlust“ haben recht schlechte Kritiken. Schade: optisch spricht mich all das sehr an!