Prosanova

Lohnt sich PROSANOVA – Festival für junge Literatur? [8. bis 11. Juni 2017, Hildesheim]

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8. bis 11. Juni 2017 | Hildesheim

über 60 Autor*innen & Künstler*innen

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Zeitschrift BELLA triste  |  Studiengang Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus

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„Das studentische Team hat Wände gestrichen, Teppiche verlegt, Holzinseln gezimmert und Toiletten vergoldet.“

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„Der Schulranzen mit eingebauten Lautsprechern pumpt Beats in die fast fertige Cafébar.“

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„Lena und Martha sind gestern neun Stunden Transporter gefahren, um kostenlose Möbel von Hannover aufs Festivalgelände zu bringen.“

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„Auf dem Festivalgelände dürfen die Brennnesseln nicht vernichtet werden, weil für einige Schmetterlinge gerade Nistzeit herrscht.“

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„Es gibt noch nichts mit Glitzer. Es gibt was mit Hobelspänen und Sägen und Computern.“

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„Als es noch keine Vasen gab, haben wir Bierflaschen vergoldet.“

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„Nee, diese neuen, diese Schriftsteller oder wie sie sich nennen, die fangen immer Sätze an und beenden sie dann nicht. Und ich kann auch nichts damit anfangen. Da werden einem so Bruchstücke vorgeworfen und dann muss man gucken, wie es weiter geht.“ [beim Friseur um die Ecke]

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„Nachtschwärmer dösen in den Betten. Auf der Leinwand lesen virtuelle junge Leute.“

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„Lektoren, das sind einfach bessere Menschen. Bloß keinen Autor heiraten! Die sind wahlweise unglücklich, also von Selbstzweifeln zerfressen, oder im Höhenflug. Am Anfang denkste dir, das ist jetzt halt wegen dem Debüt, aber nee, das bleibt. Widerlich. Also: Hier laufen ja einige Lektoren rum. Ich muss los!“

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„Christina ist schon bevor sie das Diplom machte, mit ihrem Lebensgefährten an den Bodensee gezogen, um dort als Köchin in der Natur- und Wildnispädagogik zu arbeiten.“

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„All die kleinen Szenen, Begegnungen und Selbstdarstellungen des Publikums erinnern mich an Filme von Federico Fellini (1920-1993). Die ganze Kleidungsästhetik der Besucher ist später Fellini. Die Paletten sind Fellini, die alten Sofas, die ewige Sonne, die Gespräche, die Musik, das Herumstreunen und Herumschleichen – alles Fellini!“ [Autor Hanns-Josef Ortheil, 65; Gründer des Hildesheimer Studiengangs Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus]

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„Wir gehen durch, wir gehen ins Foyer, zur Veranstaltungstabelle, zum Kiosk, durch den Flur zur Mensa. Die Lesung hat noch nicht angefangen.“

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„Wir gehen raus auf den Schulhof. Wir gehen hoch, wir gehen in den Litroom. Wir gehen durch. Wir gehen auf den Schulhof. Diesmal andersrum. Wir gehen zur Mensa.“

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„2014 feiern wir PROSANOVA in einer leerstehenden Schule. In einer Schule, denke ich, ausgerechnet in einer Schule und schon denke ich Foucault, denke Überwachen und Strafen.“

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„Wir erfahren: in der Hauptschule am Alten Markt sind die ersten Mobbing-Videos Deutschlands entstanden.“

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„In dieser Schule wird getrunken, gefeiert und gevögelt werden. Die unsportlichen Bücherwürmer von früher haben sich zu Organisatoren der Maßlosigkeit entpuppt. […] Es geht darum, Jungautoren so sehr abzufüllen, dass man ihnen die Haare beim Kotzen halten wird.“

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„Marina und ich haben berechnet, dass wir ungefähr 10.000 Klopapierrollen bei Metro kaufen müssen, Marina will von allen Sachen 1000 kaufen, weil sie 1000 liebt.“

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„Wir arbeiten per Hotspot, weil der Techniker von der Telekom, der uns am Mittwoch das Internet bringen sollte, am Festivalgelände kein Klingelschild mit ‚BELLA triste‘ gefunden hat.“

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„Ich sehe zukünftigen Bachmannpreisträgern beim Aufbau einer Bühne zu.“

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„Auf wen oder was freust du dich am meisten?“ – „Tilman Rammstedt. Ich hoffe, ich darf ihn vom Bahnhof abholen.“

 

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„Ich nicke Thomas Klupp zu, ich grinse Helene Bukowski an, ich nicke Benjamin Quaderer zu, ich zwinkere Fiona Sironic zu, ich nicke Stefan Vidovic zu, ich grüße Florian Stern mit Handschlag, ich nicke ihm zu, ich lächle Katrin Zimmermann an, ich schlage mit Alina Rohrer ein, ich winke Fabian Hischmann zu, ich winke ab, ich schüttele den Kopf, ich lasse ihn hängen, ich nicke Ferdinand Schmalz zu.“

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„Auf einer der Holzbänke ist eine Frau ganz in einen E-Book-Reader versunken. Ich glaube, sie ist die erste Person, die ich auf PROSANOVA abseits der Bühnen lesen sehe.“

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„Dass so viele Ehemalige da sind, ist der beste Beweis dafür, dass die Hildesheimer Literatenschule keine bloße Schule ist. Sie ist eine Atmosphäre, eine biografische Heimat, eine Zeit- und Raum-Insel von großer Schönheit.“ [Ortheil]

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„Kai sagt, die alte Intimität sei wieder da, die Intimität von PROSANOVA 2005. Lagerfeuer, dicht zusammen sitzen, horchen und flüstern“

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Komme ich mit dem, was hier geboten wird, irgendwie zurecht oder weiter?, fragen sich die Alumni. „Einige genießen auch die Nostalgie der Rückkehr. Für sie ist Hildesheim jetzt eine leicht berührende Erinnerungsarbeit.“ [Ortheil]

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„Seit über zehn Jahren sind Paul Brodowsky, Thomas Klupp und Claudius Nießen der Schreibschule treu. Thomas umschifft elegant die unangenehmen Themen (Kesslerdebatte, Konkurrenzdruck, Vetternwirtschaft), er strahlt ins Publikum: Schreibschule, das sind warme, vereinende Strahlen der Liebe.“

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„Weil doch derzeit nichts Schwachsinnigeres und Dümmeres in unseren Feuilletons grassiert als die Schreibschulverdammnis: Unrecherchiert. Phrasenhaft. Reiner Feuilletonmüll. Und leider stimmt auch in der Polemik unseres geliebten Flo Kessler, den Hildesheim aufgezogen, genährt und gepäppelt hat (bis es ihm zuviel werden musste und er das Zuviel ausgekotzt hat) kaum etwas.“ [Ortheil]

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„Leif Randt liest von einem Planeten und der Universität dort, und lässt wie gewohnt alles in der Schwebe“

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„Jeder ist eingeladen, aber nur ganz bestimmte Leute kommen dann auch.“ [Ortheil]

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„Christian Kracht kommt dieses Mal nicht zu PROSANOVA, weil er in Afrika wohnt“

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„Talent ist Verpflichtung.“ [Ortheil]

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Seit 2005 findet PROSANOVA alle drei Jahre statt:

2005 war ich Student und Praktikant, 2008 Mitglied der Künstlerischen Leitung, 2011 zum ersten Mal seit drei Jahren als Besucher zurück in der Stadt, 2014 moderierte ich ein Gespräch mit Kathrin Passig.

Auch 2017 bin ich da, und schreibe/blogge u.a. für die Festival-Dokumentation.

Nach jedem PROSANOVA-Festival erscheint ein Buch mit Snapshots, Szenen, Poetik- und Journalismus-Texten. Alle obigen Zitate sind nicht von mir, sondern von Imke Bachmann, Ronja von Rönne, Florian Stern, Michael Wolf und Juli Zucker, erschienen in „Prosanova 4. Ein Kommentar“, herausgegeben von Florian Stern und Hanns-Josef Ortheil, Edition Paechterhaus, 2015. Hier bestellen.

Leseprobe: Link

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Video von mir, zur Arbeit an PROSANOVA 2008:

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PROSANOVA Literaturfestival 2014, Hildesheim: Stimmen der Presse

Alle drei Jahre findet in Hildesheim PROSANOVA statt (Website), das Festival für junge deutschsprachige Literatur.

2011, als einen der ersten Beiträge in meinem Blogs, sammelte ich die Stimmen der Presse in einem Eintrag (Link).


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2014 schrieb ich einen kurzen Text über die Festivals 2005, 2008, 2011 und das Immer-wieder-neu-nach-Hildesheim-Kommen für die PROSANOVA-Festivalzeitung (Link):

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Hier gesammelt: die wichtigsten Pressestimmen zu PROSANOVA 2014 (29. Mai bis 1. Juni 2014, Hauptschule Alter Markt, Hildesheim).

1) „Hildesheim strotzt vor Selbstbewusstsein. Es hat dem deutschen Literaturinstitut in Leipzig den Ruf des etwas rebellischeren, angekratzten, dynamischeren voraus. Die Prosanova findet alle drei Jahre statt, weswegen die Veranstalter jede Menge Zeit haben, ein wundervolles Programm, eine wundervolle Atmosphäre zu erschaffen.“: Hannah Lühmann, ZEIT Online, „Wo sind hier die Germanistikhäschen?“

2) „Das Social Reading ist eindeutig einer der Höhepunkte des Festivals. Auch die Autoren scheinen sich in ihrer Doppelrolle als Autor und Lektor total wohl zu fühlen.“: Simone Schlosser, Deutschlandfunk, „Alles ist Literatur – oder eben auch nicht“

3) „Hier, im kleinen Biotop, wird nach allen Regeln der Kunst das literarische Feld beackert. „Der Literaturbetrieb ist auch irgendwie ein Schlangennest“, sagte Ina Hartwig, ihres Zeichens freie Literaturkritikerin. Ist hingegen das Festival, die Schreibschulen, das mit Watte ausstaffierte Versuchslabor, „die Simulation von Literaturbetrieb“ nur die kuschelige Komfortzone des giftigen Betriebs?“: Nadine Hemgesberg, Die Welt: „Ein Schlangennest, in dem man kuscheln kann“

4) PROSANOVA-Tagebuch auf litaffin.de, von Johannes Spengler u.a.:

5) „Im Innenhof der ehemaligen Hauptschule (Alter Markt 70), einem Schuklassen-Oberstufenraum-Party-Lounge-Traum – Sofas, Sessel, Stühle, Polster, Tischtennisplatten, überall was zum Sitzen, rumlungern, liegen eben – […] Zwanglosigkeit meets Literatur.“ Sylvia Kokot, Literatur und Feuilleton: „Prosanova also! Hildesheim also!“

6) Fotos „Später natürlich mehr darüber, wie Clemens Meyer eines Nachts eine Maus in seinem Bett fand, die somalische Piraterie und wie Jo Lendle, Annika Reich und Jan Brandt ihre Texte gegenseitig Korrektur lesen.“: „Erste Eindrücke aus Hildesheim“: Mara Giese im Buzzaldrin-Blog [noch weitere Beiträge kommen / folgen]

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7) zu Florian Kessler, Ina Hartwig und Georg Dietz: „…weil es hier um etwas anderes geht als um die Würdigung zweier Kritiker: Nämlich um die Frage nicht nach der Notwendigkeit der Kritik, sondern nach idealtypischen Ausdrucksformen der Kritik. Wie soll Kritik sein? Bitte hören Sie hin & entscheiden Sie selbst.“ Oskar Piegsa auf achtmilliarden.com: „Wie soll Kritik sein?“

8) „Ein völlig größenwahnsinniges Unterfangen also, das überhaupt nur möglich ist, weil diese Studierenden dafür monatelang ihr Studium vernachlässigen oder ganz aussetzen, sich die Sache zu eigen machen, in ihr aufgehen. Wer die nötige Aufopferungsbereitschaft für den Größenwahn nicht schon mitbringt, wird vor Ort von den anderen angesteckt. Schon nach wenigen Monaten in Hildesheim konnte ich mir kaum noch vorstellen, dass dieser Ort und die Dinge, die wir dort taten, etwas anderes sein könnten als der glühende Mittelpunkt der Welt. Die Illusion ist perfekt: Weil die Stadt nichts hergibt, machen sich die Studierenden den kompletten Kulturbetrieb selbst. Eigenes Theater, eigene Filme, eigene Lesungen, eigene Kunst – und immer mit dem Blick nach vorn.“ grandioser Text von Viktor Kümel, Mitglied der künstlerischen Leitung von PROSANOVA 2011, auf dem Open-Mike-Blog: „Aus der Mitte meines Brustkorbs“

9) „Aber: Es gibt diesen Moment natürlich nicht, in dem eine Schule aufhört, eine Schule, oder ein Festivalgelände anfängt, ein Festivalgelände zu sein. Was wir machen, ist lediglich, die Lesart zu ändern, Dinge so zu verschieben, dass man darin neue Strukturen erkennen könnte […]. Eine Schule ist ein Ort, an dem man rechnet und heimlich raucht. Ein Festivalgelände ist ein Ort, an dem man sich volllaufen lässt und unbehelligt raucht.“ Juan Guse, Mitglied der künstlerischen Leitung von PROSANOVA 2014, im Logbuch Suhrkamp: „Gespräche mit Holz“

10) „Einige Zuschauer weinten während der Performance, andere, besonders Freunde von mir, ertrugen den Anblick nicht und verließen sie vorzeitig. Manche hatten Angst vor meiner Nacktheit. Manche kicherten. Manche flüsterten über meine Brüste, manche über meine Narben oder meine unrasierten Beine und andere über die Bekenntnisse an der Wäscheleine. Sie hatten alle Recht: Es ging sowohl um meine Brüste, als auch um meine Narben, meine unrasierten Beine und die Bekenntnisse an der Wäscheleine.“ Sirka Elspaß auf Tumblr über ihre Literatur-Performance „An Artist Should Not Lie To Himself Or Others“: „Kein Abstand, keine Umarmung. Rückblick: Performance“

Video von S. Fischer Hundertvierzehn / „Fragen wie Fichte“: „Auf dem PROSANOVA-Festival in Hildesheim haben wir sieben Autoren vor die Kamera gelockt und ihnen Fragen wie Fichte gestellt: Jan Brandt, Antje Rávic Strubel, Thomas Klupp, Benedict Wells, Martin Kordic, Annika Reich, Ferdinand Schmalz.“

11) „Der oberflächliche Blick auf das Soziotop, das sich zum vierten Hildesheimer Schreibschulliteraturfestival Prosanova versammelte […]: sehr weiß, sehr mittelschicht, sehr lässig postmaterialistisch gekleidet im Ulf-Poschardt-Herzkaschper-Stil. […] An der Festivalfrittenbude keine Fritten, sondern Chili sin carne. Umgangsformen: rempeliges Hier-komm-ich auf den Gängen, ansonsten gepflegt.“ Ekkehard Knörer im Merkur – deutsche Zeitschrift für europäisches Denken: „Et in Hildesheim ego: Prosanova 14“

12) „Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, wie nebensächlich es bei diesen Begegnungen wurde, ob jemand nun Romane, Gedichte oder Theaterstücke schreibt, Graphic Novels oder Songs, ob sie veröffentlicht sind oder nicht und in welcher Form, wie unhierarchisch das alles nebeneinander stand. Diese ganzen Kategorien und Eckdaten, sogar die biografischen, spielten kaum eine Rolle, in den seltensten Fällen wurde überhaupt anmoderiert, vorgestellt, eingeordnet, legitimiert. Das brauchte es gar nicht, die Autorinnen und Autoren waren einfach da: dort, wo sie sich selbst hingestellt hatten, ausgestattet mit den Waffen, die sie selbst frei gewählt hatten; sie sprachen für sich. Und man kann diese abenteuerliche Missachtung der Etikette nachlässig oder unhöflich finden, aber ich behaupte, dass sich gerade an solchen, vermeintlich unprofessionellen Stellen die ganze idealistische Radikalität zeigt, mit der dieses Festival seine eigenen Maßstäbe entwickelt […]“ Victor Kümels Festival-Fazit auf dem Open-Mike-Blog: „PROSANOVA 14: Literatur als Körperwissen“

13) „Die Ausstrahlung über die eigenen Kreise hinaus dürfte sehr gering geblieben sein. […] Bei den Eröffnungsreden fiel zwar immer wieder das Wort «Dringlichkeit». Dringlich wurde es jedoch nur, als Wolfram Lotz über Piraterie in Somalia und die Absurdität des Hamburger Piratenprozesses sprach. Im Übrigen drehte sich alles eher um die Frage, «wie wir leben wollen». Das Gespräch ging kaum über die privaten Lebensentwürfe hinaus. Gemeint waren mit dem «Wir» die Schreibenden selbst, vielleicht noch die Schreibschüler im Publikum. Es scheint, als sei es für angehende Autorinnen und Autoren wichtiger, herauszufinden, wie man als Schriftsteller leben muss, als was in der Welt gerade geschieht.“ Fabian Schwitter in der NZZ, „Das Literaturfestival Prosanova: Keine neuen Töne“

14) „PROSANOVA gehört für mich zu den Phänomenen, die man selbst erlebt haben muss. Zu den Phänomenen, die sich für Menschen, die nicht dabei gewesen sind, nur schwer beschreiben lassen. Als Literaturfestival lebt es natürlich vor allen Dingen von der Literatur, darüber hinaus hat es aber auch eine ganz besondere literarische Atmosphäre. Ich habe mich ein wenig gefühlt wie auf Klassenfahrt, überall traf ich auf Menschen, die eine ähnliche Begeisterung, Liebe, Obsession für Literatur haben, wie ich. Plötzlich habe ich mich nicht mehr wie ein seltsamer Literatur-Nerd gefühlt, sondern wie ein Teil eines Ganzen – aufgehoben, angekommen. Vielleicht war dieses Gefühl mein wahres PROSANOVA-Highlight“ Mara Giese in ihrem Blog, buzzaldrins.com, „PROSANOVA: Eine Feier der Literatur“

15) 14) „Letztes Wochenende war PROSANOVA. Mein erstes Mal. Man bekommt dort eine Autorentasche mit weissen Mäusen und Schaumerdbeeren. Und eine großartige Lesung nach der anderen. Jan Brandt, Jo Lendle und ich haben zusammen ein neues Lesungsformat ausprobiert: #brandtlendlereich Social Reading.  Die Texte erschienen hinter uns auf einer Leinwand. Die Kommentare wurden eingeblendet und vorgelesen. Ich würde damit sofort auf Tour gehen […]“ Annika Reich in ihrem Blog, „Prosanova“

16) „Es ging in den letzten Monaten immer wieder um drängende Erfahrungen, Unzulänglichkeiten und Relevanzfragen der Gegenwartsliteratur. Nichts könnte nach diesem Festival der Wahrheit ferner liegen. Was hier zu sehen war, muss nicht gegen eine Wirklichkeit bestehen, die es zu übertrumpfen gilt. Die Gegenwartsliteratur muss sich nicht einmal zu etwas bekennen. Sie ist, soviel ist nach diesen vier Tagen klar, selbst schon längst ein Teil der Wirklichkeit, und es ist bereichernd ihr zuzuhören, wenn sie deklamiert, flüstert oder laut nachdenkt.“ Fabian Thomas und Ferdinand Schmalz [2 Texte], gemeinsam auf S. Fischer Hundertvierzehn: „PROSANOVA – was bleibt“

17) „Die Comic-Lesung Emotions can be expressed by the shape of a balloon ist sehr lustig und schön und ich will mir Aisha Franz‘ Comic über die Agenten-Hündin Brigitte kaufen. Wir kaufen 2 Flaschen Rotwein, nach der ersten merken wir noch gar nichts, wir sagen „Morgen kaufen wir 3 Flaschen, oder 4 oder 5!“. Später Drama, so ein Drama, das eben kommt, wenn man Rotwein trinkt. Ich hab das Gefühl, jeder, auf den ich zu tanzen, tanzt vor mir weg. Die Musik finden wir alle doof. Warum wir trotzdem erst um 5 im Zelt sind, kann ich mir nicht erklären.“ Sandra, Studentin am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, führte auf zersaugt.blogspot.de: „Prosanova: ein Festival-Tagebuch“

…über mein PROSANOVA-Gespräch mit Kathrin Passig schreibt Sandra: 

Wir sind viele, das Gespräch zwischen Stefan Mesch und Kathrin Passig ist sehr nett und interessant. Und Stefan Mesch sollte man wohl wirklich auf Facebook folgen.“

vielen Dank!

Ekkehard Knörer schreibt zu meinem Gespräch und meinen Texten:

„Einen schönen Stunt gab es am Freitag: Kathrin Passig und Dirk von Gehlen sprechen über das Digitale und die Literatur. So war das angekündigt. Auf der Bühne aber alles verkehrt. Kathrin Passig mit einem riesigen Namensschild “Dirk von Gehlen” um den Hals. Dirk von Gehlen trägt das Namensschild “Kathrin Passig”. Sie vertreten des jeweils anderen Positionen und ziehen das ziemlich souverän durch. Es kommt allerdings so erheiternd wie erschwerend hinzu, dass Kathrin Passig (als Dirk von Gehlen) zwar Kathrin Passig ist, aber Dirk von Gehlen (als Kathrin Passig) ist nicht Dirk von Gehlen. Dargestellt wird er nämlich von Stefan Mesch, einem Hildesheim-Absolventen. Er ist einer, der die Sache mit der Literatur außerordentlich ernst nimmt. Seit Jahren schreibt er an seinem ersten Roman, er soll im Sommer 2015 fertig sein. Es gibt auch ein Blog. Stefan Mesch liebt die Liste, das Durchnummerieren. Im Irgendwas mit Schreiben-Band hat er ein 100-Punkte-Manifest in eigener Sache verfasst. Ein ziemlich toller Text, schonungslos, nicht auf einen Nenner zu bringen, offen, peinlich, ehrlich, narzisstisch, nicht auszurechnen. In Paragraph 18 bringt er die Schreibschulsache in subjektiver Richtigkeit auf den Punkt:

„Ich will nicht wissen, ob viele Texte/Kurzgeschichten, die ich in Hildesheim diskutierte und verbessern half, die allerletzten Geschichten waren, die meine Freunde schrieben. ‘Höchstens drei von euch machen später mit Romanen Karriere’, klärte Hanns-Josef Ortheil schon in Woche 1. Wir waren 14 Anfänger – und schreiben heute, zehn Jahre später, fast alle noch in irgend einer Form. Doch ‘Roman-Autor(in), veröffentlicht’ dürfen sich tatsächlich nur Kai und Nora nennen, bisher. Für mich war Hildesheim eine Schreib- und Lebensverhinderungsanstalt. ‘Durchlässig wie Badeschaum’? ‘Offene Türen’?! Oft half über Monate nur grimmiges Weiterschreiben – während Freunde heulten und den Kübler-Ross-Phasen des Aufgebens folgten wie in jeder anderen Casting- und Reality-Show, ihre Romanversuche löschten, Nischen der Kultur-Vermittlung suchten, die schneller Lob oder besser Bezahlung brachten. (Dass bei diesem Ausharren, Weiterschreiben, Sich-Nicht-Beirren-Lassen auch reiche Eltern oder ein Arztsohn-Ego helfen – klar!)“

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…more to come (Süddeutsche Zeitung bisher nur in der Printausgabe!)

  • über 60 Fotos von mir (Link)
  • über 120 Fotos von Veronika Kaiser, Johanna Baschke und Marco Müller (Link)
  • fast alle Lesungen als Podcast / zum Nachhören bei Litradio.net (Link)

Mein Video zu Prosanova 2008 [ich war damals Teil der Künstlerischen Leitung]:

„Kein Arsch kennt Uwe Tellkamp“: Wozu junge Bücher? Wozu PROSANOVA 2014.

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[Schreiben im Abseits | „Junge Literatur?!?“ | „Kein Arsch kennt Uwe Tellkamp“]

Noch zweieinhalb Wochen zu PROSANOVA – dem Festival für junge deutschsprachige Literatur in Hildesheim. [29. Mai bis 1. Juni 2014, Infos hier]

Die ersten studentischen Radiosendungen und „Hoffen wir mal, dass es viral geht!“-Videos ziehen durch Facebook. Und ich bin angetan:

Das Litradio Net-Feature (http://litradio.net/litmix-pn14/) macht Spaß – vor allem das lange Gespräch mit Lena Vöcklinghaus (ab ca. 29:00).

Auch die sympathisch banalen „Sturm Hund Struppi“-Quatschvideos von litradio.net schaffens jedes Mal, mich 5, 6 Minuten lang zu überraschen / irritieren / in „doof-aber-witzig!“-Laune zu ziehen.

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Trotzdem kurz – so von außen und grundsätzlich:

2005, beim ersten PROSANOVA, waren Jan Fischer und ich in der Redaktion der Festivalzeitung. Die Festivalzeitung ist eins dieser halb-offiziellen und halb-unabhängigen Organe – wie Litradio und „Sturm Hund Struppi“ heute – die einerseits Identität schaffen, Stimmung machen, über das Festival informieren.

Aber andererseits quer stehen wollen – freier, kritischer, MEHR sein wollen als ein Sprachrohr der Festival-Orga.

Jan und ich sollten uns damals Ressorts / Formate für die Zeitung überlegen… und weil die Prosa Nova-Leiter ständig verzückt und starry-eyed „Wir haben’s geschafft: UWE TELLKAMP kommt. SOLCHE NAMEN konnten wir gewinnen! Wahnsinn!“ riefen, war unser erster Vorschlag: eine Straßen-Umfrage. In Hildesheim. Über all diese – ach-so-relevanten? – Autoren:

„Wir nennen das Umfrage-Feature ‚Kein Arsch kennt Uwe Tellkamp‚!“

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Ich würde das heute nicht mehr machen. Und die beiden Features von gestern / heute (Litradio Litmix und Sturm Hund Struppi 04) zeigen ganz gut, was sich verändert hat:

Nicht jeder liest. Fast *niemand* liest Literatur-Literatur / junge deutsche Texte.

Oder würde behaupten, dass dort – gesellschaftlich, kulturell – grade etwas RICHTIG Großes, Wegweisendes, Relevantes passiert. Bücher sind für Liebhaber und Freaks. Und kleine, schrullige, abseitige, anspruchsvolle junge deutschsprachige Bücher… sind die Nische in der Nische.

Dass PROSANOVA seit 9 Jahren immer wieder sagt: „Trotzdem spannend! Trotzdem toll! Wir stellen das vor. Wir machen das sichtbar. Wir finden so vieles SO gut, dass wir das FEIERN wollen – mit euch!“ ist… großartig.

Vielleicht nicht zwingend / weltbewegend / nötig für jeden, der zwei Katzenkrimis liest pro Jahr – aber RICHTIG zwingend / weltbewegend / nötig für die Menschen, die junge deutsche Literatur lesen, vermitteln, schreiben:

Eine Theater-Bekannte bat mich neulich zu einer Besprechung – am 31. Mai und 1. Juni. „Das geht nicht. Da ist PROSANOVA. Das ist nur alle drei Jahre. Und für uns Schreib-Menschen… wie Weihnachten. Ich MUSS da hin!“

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Wenn Max in „Sturm Hund Struppi 4“ Hildesheimer Verkäuferinnen, mit-Jeansjacke-am-Stehtisch-rumsteh-Männer und Teenager („Ihr geht zur Hauptschule?“) fragt, ob / warum ihr Herz keinen Riesensprung macht, sobald sie „Festival für junge deutschsprachige Literatur“ hören… wird mir schlecht. Mehr als vor 9 Jahren.

Weil…

…ich die Wut verstehe, mit der Journalisten (und seis nur bei der PROSANOVA-Festivalzeitung) auf Behauptungen reagieren wie „Uwe Tellkamp: Toller geht’s nicht! DAS ist wichtig und spannend!“

[Ich glaube, Florian Kesslers ZEIT-Artikel war auch deshalb für viele enttäuschte Wenig-Leser so befreiend und willkommen: Er spricht den Menschen aus dem Herzen, die EH glauben, dass in keiner Buchhandlung irgend etwas auf dem Neuerscheinungs-Tischchen liegt, das WIRKLICH wichtig, dringend ist.]

Der Wunsch dieser Hildesheimer Redaktionen, immer wieder zu zeigen: Die Welt dreht sich nicht um Hildesheim. Oder um diese Bücher. Oder um das Festival… leuchtet mir erstmal ein. [Uwe Tellkamp ist super. Aber das nur am Rand. Und: Uwe Tellkamp hat den deutschen Buchpreis gewonnen – aber wird heute wohl in der Hildesheimer Fußgängerzone IMMER noch nicht gekannt.]

Nur… sind wir heute…

…in einer GANZ anderen Lage, wenn’s um Literatur, Information, PR und Teilen geht:

Ich kann Uwe-Tellkamp-Kapitel auf Facebook verlinken. Ich kann Youtube-Videos teilen. Ich könnte JEDEM in meiner Blase (und, in Blogs: auch weit über diese Blase hinaus) ganz konkret und offen aufzeigen, WAS mich an junger Literatur begeistert. WAS sich lohnt. WO es spannend wird.

Und da sehe ich Journalisten / Berichterstatter heute in einer ganz anderen Verantwortung als vor neun Jahren:

Ihr könnt uns ZEIGEN, warum sich PROSANOVA lohnt. Ihr könnt informieren. Kuratieren. Teilen. Begeistern. Ihr müsst nicht immer wieder diese bräsige und rhetorische (und klassistische!) „Wen interessiert das? Interessiert das die Hildesheimer Fußgängerzonen-Menschen?“-Fragen stellen. Ihr müsst GAR NICHT MEHR fragen.

Denn ihr habt jetzt die Mittel, ANTWORTvorschläge zu geben. WO sind die tollen Autoren? WER hätte Spaß auf diesem Festival? WAS ist das Spannende an junger deutschsprachiger Literatur?

Meine Lieblingsstelle – verunglückt, überraschend, toll aus dem Ruder laufend – im Litradio-Feature kommt gleich zu Beginn: Die rebellisch-kritisch-süffisanten Jungreporter-Schnösel fragen Anwohner, ob sie Lust hätten, 30 EURO (!1!!1) für ein PROSANOVA-Ticket zu zahlen.

Und statt „Nie im Leben!“ und „Was ist ein Ticket?“ und „30 Euro? Das gebe ich nur für Helene-Fischer-Konzerte oder in der Spielothek aus!“ sagen die Hildesheimer Befragten: „Ja. Grundsätzlich schon. Kommt auf die Autoren an. Warum nicht? Und bei uns im Garten ist noch Platz für Zelte.“

Nicht alles muss affirmativ sein. Nicht jeder muss werben und begeistern. Und: ich selbst bin auch oft genervt von den Literatur-Freunden, die sich für ALLES begeistern und jedes Buch mit Lesebändchen und Schutzumschlag „traumhaft schön“ finden.

Aber ich glaube, die PROSANOVA-„Berichterstattung“ (?) oder -„PR“ (?) geht am Thema vorbei: NIEMAND behauptet ernsthaft, ein Hildesheimer Festival mit… Kathrin Röggla, Antje Ravic Strubel und Dietmar Dath (who are these people?) sei das Ereignis des Jahres. Für jeden, der durch die Fußgängerzone läuft.

Doch es IST nen Blick wert. Und: Wenn sich Außenstehende erstmal wenig interessieren, muss das nicht an der Hybris und dem Bauchnabelblick der Veranstalter liegen („Geil! Uwe Tellkamp!“)… aber auch nicht an der Ignoranz ALLER ALLER „normalen“ Hildesheimer.

Seit 10 Jahren passiert mir – mit „normalen“ Wenig-Lesern – fast nie: „Oh. Ich lese keine Bücher. Das interessiert mich nicht!“. Sondern – viel, viel öfter: – „Stefan? Du hast mir Marcus Braun empfohlen. Fand ich blöd. Du hast mir eine Bella Triste geschenkt. Fand ich witzlos. Du hast ein Interview mit Kathrin Röggla verlinkt – war jetzt nicht meins.“

Oft liegts nicht am grundsätzlich fehlenden Interesse. Sondern an falsch vermittelter, falsch adressierter, vorschneller oder unüberlegter Begeisterung: Wir haben – grade hier, via Social Media – SO VIELE Möglichkeiten, zu zeigen, WAS toll ist an Uwe Tellkamp.

Stattdessen nur Hauptschüler vorzuführen, weil die nicht rufen „Oha! Interessant!!“… bringt nichts. Es ist UNSER Job, zu zeigen, WAS interessant ist. An Tellkamp. An PROSANOVA. An Literatur.

Falls der Funke nicht überspringt, liegt das im Zweifelsfall fast IMMER an mir und meiner Vermittlung.

Nicht an den Menschen in der Hildesheimer Fußgängerzone.

[So. Kurz runtergetippt und ursprünglich auf meiner Facebook-Seite gepostet. Teilt und kommentiert gerne.]

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Ich selbst war 2008 Mitglied der Künstlerischen Leitung des zweiten PROSANOVA-Festivals:


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Links:

  • PROSANOVA 2011: Fotos
  • PROSANOVA 2011: Stimmen der Presse
  • PROSANOVA 2011: Eine Welt für sich
  • junge Literatur: 50 Empfehlungen
  • junge Literatur: Wo / wie findet man neue Bücher?

    PROSANOVA ist das größte Festival für junge Literatur im deutschsprachigen Raum. Vom 29. Mai bis zum 1. Juni trifft sich in Hildesheim wieder die junge Literaturszene zu Text, Tanz und Gespräch. In über 40 Veranstaltungen feiern 70 Künstlerinnen und Künstler ihr persönliches Bekenntnis zur Literatur.

    Autorinnen und Autoren, u.a.

    Adler & Söhne | als wir von den bäumen runterkamen | Jan Brandt | Katja Brunner | Carolin Callies | Lars Claßen | Ann Cotten | Kenah Cusanit | Dietmar Dath | Michel Decar | Dorothee Elmiger | Joseph Felix Ernst | Guido Graf | Verena Güntner | G13 | Martina Hefter | Susanne Heinrich | Fabian Hischmann | Maren Kames | Florian Kessler | Thomas Klupp | Martin Kordic | Jan Kuhlbrodt | Kevin Kuhn | Svealena Kutschke | Jo Lendle | Wolfram Lotz | Clemens Meyer | Matthias Nawrat | Claudius Nießen | Jakob Nolte | Hanns-Josef Ortheil | Thomas Pletzinger | Leif Randt | Annika Reich |Monika Rinck | Kathrin Röggla | Christian Schärf | Oliver Scheibler | Ferdinand Schmalz | Sabine Scho | Jan Skudlarek | Kai Splittgerber | Saša Stanišić | Antje Rávic Strubel | Thalstroem| TRAUMAWIEN | Stefanie de Velasco |Katrin Zimmermann

Stefan Mesch: Publikationen und Termine, Mai 2012

Termine, Artikel, Veröffentlichungen

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wichtige Veröffentlichungen, 2011/12:

  • Futter für die Bestie: 528 Wege… zum nächsten guten Buch. Essay, erschienen in Ausgabe 31 von „BELLA triste – Zeitschrift für junge deutschsprachige Literatur“, Hildesheim 2011. [Link; Ergänzungen hier und hier.]
  • Wofür stehst du? Junge Literatur, Poesie… und Position. Essay zur Gegenwartsliteratur, Literaturfest München, September 2011. [fab:muc.de]
  • Schreibversuche. Schreibschulprosa. Stadtgeschichten. Vorwort zur jährlichen „Landpartie“-Anthologie des Studiengangs Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, März 2012. [Link; Edition Pächterhaus]

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Literatur und Netzkultur für DIE ZEIT:

  • eBook nach Fukushima: In ‚Aftershocks‘ berichten Blogger und Autoren über die Tage nach dem Tsunami. [ZEIT Online, Mai 2011]
  • Barbara Honigmann (Interview): Die jüdische Autorin über Heimat, Traumata und Emanzipation. [ZEIT Online, Oktober 2011]
  • eBooks und Social Reading: Auf Plattformen wie Slicebooks und Longreads werden Hobby-Leser zu Kuratoren. [ZEIT Online, November 2011]
  • Brewster Kahle (Interview): Der Archivar und OpenLibrary-Erfinder über Bibliotheken, freies Wissen und den Kampf gegen Amazon und Google. [ZEIT Online, April 2012]
  • Bücher für den Sommer! Persönliche Empfehlung für den Comic ‚Daytripper‘ von Gabriel Bá und Fabio Moon. [ZEIT Online, Juli 2011]
  • Bücher für Weihnachten! Persönliche Empfehlung für den Coming-of-Age-Roman ‚Das also ist mein Leben‘ von Stephen Chbosky. [ZEIT Online, Dezember 2011]

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TV, Comics, Feminismus etc. im Berliner Tagesspiegel (Print):

  • Heimwerker: Die neuen Autonomen. Urban Gardening, Etsy, Do-it-Yourself als Luxus und Selbstverwirklichung. Eine Rundschau. [Link, August 2011]
  • ‚Green Lantern‘ in Comic und Kino: Übersicht/Einführung ins „vielleicht letzte große triviale Epos“ im Medium Comic. [Link, Juli 2011]
  • US-TV-Serien werden immer konservativer. Hausfrauen, Prinzessinnen, Sexobjekte… von ‚Panem‘ bis ‚Bridesmaids‘. [Link, September 2011]
  • ‚Netzspiegel‘ Online-Kolumne: Literatur-Empfehlungen, Netzwerke und die BookDNA-Datenbank. [November 2011, Link, November 2011]

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verstreute Veröffentlichungen:

  • 25 Jahre mit „Green Lantern“ (Interview): Sally Pascale, Hausfrau und Bloggerin, über die monatliche Comic-Reihe. [englisch, August 2011, Link]
  • Literaturfestival ‚PROSANOVA‘: kurze Glosse über Eventplanung und Perfektionismus in der ‚PROSANOVA‘-Festivalzeitung. [Mai 2011, Link]

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Lektorat:

  • „Die Magier von Montparnasse“ (Oliver Plaschka, Klett-Cotta; Fantasy) erscheint im Taschenbuch. [August 2011, Amazon.de]
  • „Weiter Weg“ (Martin Spieß, Birnbaum Verlag; Short Stories) erscheint im Taschenbuch. [Juni 2011, Amazon.de]
  • Verlagsgutachten für Natalie Buchholz, Michael Zöllner und Franziska Schneider, Klett-Cotta / Tropen-Verlag [2011, Wikipedia.de]

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Lesungen, Akademisches u.a.:

  • Lesung: „Zimmer voller Freunde“ Literaturbüro Freiburg, ‚zwischen/miete‘-Lesereihe, 4. November 2011. [Details]
  • Übersetzung ins Englische: Fünf Festreden / Ansprachen für Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, für seine Reise durch Kanada, April 2012.
  • Übersetzung ins Deutsche: Pressestimmen / Zitate für die Website des Goethe-Institut Toronto, April 2012.
  • Moderation [Englisch]: Picador-Gastprofessorin und Schriftstellerin Fiona Maazel im Centraltheater Leipzig, 15. Mai 2012. [Details]
  • Gastvorlesung / Seminar: ‚Entenhausen finden Sie überall: Kulturwissenschaftliche Methoden am Beispiel Comic‘, Universität Hildesheim, 21. Mai 2012. [Details]

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Literatur: Scouting & Kritik

  • Lektüre von jährlich ca. 80 Romanen / 160 Comics… auf Goodreads.com bewertet und sortiert. [Profil; Übersicht 2011, Übersicht 2012]
  • monatliche Liste: 23 neue, vielversprechende, unbekannte Bücher – gesammelt und verlinkt [„Underdog Literature“, seit Juni 2011]
  • monatliche Liste: 15 unbekanntere Kinofilme / Arthouse-Produktionen – gesammelt und verlinkt [„Underdog Cinema“, seit März 2012]
  • sporadische Liste: Netz-/Presseschau, Debatten, Links, Funstücke – gesammelt und sortiert [„Underdog Journalism“, seit April 2012]
  • persönliche Empfehlungen: Die 20 besten Lektüren 2011 [Blog, Januar 2012]

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stefanmesch.wordpress.com: nennenswerte Einträge

  • Superhelden-Comics: gute Einstiegspunkte / Lektüre-Listen für u.a. „Superman“, „Green Lantern“ und „Batwoman“. [Link, englisch, seit Dezember 2011]
  • Ayelet Waldman (Interview): langes Gespräch mit der Autorin, Anwältin, TV-Produzentin, Kolumnistin. [Link, englisch, November 2011]
  • Anne Köhler (Interview): Gespräch mit der Autorin, Kolumnistin und Gelegenheits-Jobberin zum Erscheinen ihres Buches. [Link, November 2011]
  • „Helden meiner Kindheit“: private Medien- und Trickfilm-Biografie, ca. 1987 bis 1995. [Link, Juni 2011]
  • seit Ende Mai 2011 knapp 100 Einträge [davon zwei Drittel Englisch] und ca. 35.000 Besucher.

Social Media:

  • Facebook [Link]
  • Google Plus [nur sporadisch, Link]
  • Twitter [nur sporadisch, Link]
  • Goodreads [Bücher / Lektüren, Link]
  • Criticker [Filme, Link]
  • IMDb [Watchlist für zukünftige Filme, Link]
  • last.fm [Musik / Webradio, Link]
  • Youtube [sporadische Videos, Link]
  • ZEIT Online [Link]

mehr:

Prosanova 2011, Hildesheim: letzte Bilder, letzte Presse

drei letzte Stimmen zum PROSANOVA-Festival 2011 in Hildesheim:

1) „Die „Lesung als eigenständige Kunstform“ soll im Mittelpunkt stehen, die Übersetzung von Literatur in den Raum. […] Die Lesart der Lesung als Kunstform, das wird beim Prosanova schnell klar, bietet unzählige Möglichkeiten des Scheiterns.“ Johannes Schneider im Berliner Tagesspiegel.

2) „Das ist ganz klar ein Milieu, zwischen Leipzig und Hildesheim, abgeschlossen, sehr jung und sensibel, mit undeutlichem literarischem Auftrag, aber viel Antrieb. Die Literatur, die da entsteht, hat möglicherweise vor allem die Funktion einer Legitimation und sozialen Strukturierung dieser Existenzform, also: Die Gruppe muß außen Bücher produzieren, um sich innen zu ordnen.“ Ronnie Vuine von txtr.org macht eine bildstarke, spannende PROSANOVA-Begehung in seinem Blog.

3) „Jetzt muss endlich danke gesagt werden!“, sagt PROSANOVA-2005-Mitveranstalter Paul Brodowsky und liest eine charmante Danksagung im Stil von Tilman Rammstedts „Erledigungen vor der Feier“:

4) ein paar letzte, private Fotos von mir:

Autorin Svenja Leiber:

Autorin Rabea Edel, Moderator Richard Kämmerlings, Autorin Felicia Zeller:

„Lese-Inseln“ mit Autor Niklas Bardeli:

die 60 Hildesheimer Studentinnen und Studenten im PROSANOVA-Team:

Christopher Weber, Gewinner des PROSANOVA-Prosa-Wettbewerbs:

Susanna Mewe, Gewinnerin des Publikumspreis‘:

Prosanova 2011, Hildesheim: Eine Welt für sich.

Restaurierte Räume, viel Liebe zum Detail:

Für die Prosanova-Festivalzeitung schrieb ich am Sonntag eine kurze Glosse über die Mühe, den Charme und die Absurdität einer Festival-Welt, die nur vier Tage lang existiert.

Hier der Link zum .pdf.

Mäuseköpfe, überall.

An vielen toten, hässlichen, banalen Stellen in den Disney-Themenparks haben die Disney-Gärtner, Disney-Maler, Disney-Handwerker und Disney-Architekten eine geheime, liebevolle Störung eingebaut: Die Silhouette des Kopfes von Micky Maus, getarnt als Blumenranke, Astloch, Schraube, Mosaik oder Tapetenmuster, versteckt in tausend Winkeln und in jeder Größe, geprägt in jedes denkbare Material.

Es geht um Utopien, Gegenwelten. Neue Räume.

Es geht um Handwerk und Details.

Es geht um Sinnlichkeit, um Gastfreundschaft. Um einen kurzen, liebevollen Blick.

Die Orte von PROSANOVA sind das Anti-Disneyland: ein leeres, ausgeweidetes Möbelhaus. Eine bankrotte Gummifabrik. Räume, die ihre Funktion verloren haben. Hallen, die keiner länger nutzt und braucht.

Vier letzte, kurze Tage lang wird eine Utopie und Gegenwelt gebaut – und jede Blumenvase dieser Gegenwelt möchte gekauft oder geliehen, gespült, befüllt, ins beste Licht gerückt, sortiert und anschließend geputzt und wieder vom Gelände befördert sein:

Die Disney-Parks gibt es seit 40 Jahren – und PROSANOVA nur knapp 80 Stunden lang. Die Disney-Räume sind aus einem Guss – doch PROSANOVA eine Serie aus Kompromissen, Experiment, Improvisation. Disney hat hochbezahlte „Imagineers“, die eigene Schrauben, Blumenranken, Astlöcher (und ganze Bäume!) bauen. Und PROSANOVA?

Hat unbezahlte, aber genau so manische, detailverliebte, bekloppt-charmant-verspielte Weltenbauer: Ivana Rohrs Albino-Kaktus im Foyer der „Nichts bleibt, Baby!“-Installation. Die beiden rammelnden PROSANOVA-Dackel am Fuß der Rampe für die Panzer. Die Kickboxer, an die Konzert- und Partyhalle gesprüht – mit einer teuren Leuchtfarbe, weit über dem Budget.

Es geht um Utopien, Gegenwelten. In Räumen, die knapp 80 kurze Stunden leben.

Es geht um Mäuseköpfe.

Es geht um Liebe.

Stefan Mesch

…hier ein Link zu Disneys geheimen ‚Hidden Mickeys‘ (Wikipedia).

Prosanova 2011, Hildesheim: Stimmen der Presse

Alle drei Jahre findet in Hildesheim PROSANOVA statt (Website), das Festival für junge deutschsprachige Literatur.


Hier die wichtigsten Pressestimmen zu PROSANOVA 2011 (26. bis 29. Mai 2011, Mackensen-Kaserne Hildesheim).

1) „90 Autoren und Künstler und etwa tausend Gäste verwandeln das Areal aus Panzergaragen, Reithalle und Brachwiesen für ein Wochenende in ein wuseliges Literaturcamp“: Frida Thum, ZEIT Online, „Literatur, notfalls mit der Axt“

2) „Das Konzept ging auf: Mehrere hundert, zumeist junge Besucher haben sich an diesem Wochenende auf die ungewöhnlichen Literaturabenteuer eingelassen“: Susanne Schrammar, Deutschlandradio Kultur, „Lesung als ästhetisches Erlebnis“

3) „What I like – and don’t like – about Prosanova (at least this time) is its very experimental nature“: Kathy Derbyshire, love german books (Englisch): „Prosanova“

4) PROSANOVA-Autor Leif Randt im Interview mit ZEIT ONLINE: „Mein Buch ist aus Versehen politisch“

5) „[…D]as Ergebnis der Hildesheimer Suche nach der Kunstform Lesung: Neue Formen können ein Gewinn sein, ohne Inhalt aber sind sie nichts wert. Und der Inhalt bleibt nun mal der Text.“: Klaus Irler, taz Berlin, „Die Lesung macht Karriere“

6) „Zwischen Festival-Zentrale, Panthergebäude, Pinguinkomplex und einem mysteriösen Schlafzelt ist Vollzeit-Rush-Hour“: der TUBUK-Blog in Kooperation mit Freitag: „Prosanova 2011: Der Festivalrapport“ [Es hieß ‚Pantherhalle‘ und ‚Kolibri-Komplex’… aber die Fotos im Artikel sind schön.]

7) „Die Lesung als ästhetisches Ereignis stand im Mittelpunkt des inzwischen dritten Prosanova-Festivals – entsprechend vielfältige waren die Literaturformate“: Lino Wirag für globe-m.de: „Klassentreffen der jungen Literaturszene“

…more to come (Süddeutsche Zeitung? FAZ?)

Mein Video zu Prosanova 2008 [ich war damals Teils der Künstlerischen Leitung]: