Lesung

Queere Literatur 2016: “Maske”, “Körper”, “Schrift” – drei Diskussionspanels auf dem Literaturfestival “Empfindlichkeiten” (LCB Berlin)

Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 15.07.2016, Berlin. Foto: Tobias Bohm

Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 15.07.2016, Berlin

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Queere Literatur – aus Europa und der Welt: Vom 14. bis 16. Juli 2016 veranstaltet das Literarische Colloquium Berlin (LCB, am Wannsee) ein Festival zu Homosexualitäten – “Empfindlichkeiten” (mehr Infos in der Spex und auf der LCB-Website).

Ich begleite das Festival als Liveblogger.

Der Freitag Vor- und Nachmittag gehört drei großen, knapp zweistündigen Diskussions-Panels: “Maske”, “Körper” und “Schrift”. Fotos vom Festival-Fotografen Tobias Bohm:

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11.00 Uhr: Maske. Statements und Diskussion – mit: 

Ahmet Sami Özbudak (Istanbul)
Angela Steidele (Köln)
Hilary McCollum (Donegal)
Thomas Meinecke (Eurasburg)
Robert Gillett
(London)

Moderation: Franziska Bergmann

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Statements aus der Diskussion, die mir im Gedächtnis blieben – schnell mitgetippt:

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We need to watch language closely and ask ourselves: Whose power is actually operating in that sentence? – Robert Gillett

I know that I’m not a man – I’m DOING a man. That’s what I learned from feminist theory. – Thomas Meinecke

A woman dressing up as a man is confirming the system – by undermining it. – Angela Steidele

I think that queer theory has more… air than, at this minute, it needs: A lot of queer discourse is completely alienating to the vast majority of people. Queer theory is elitist and exclusionary. – Hillary McColum

I disagree. I know that reading queer theory exhausting. But I think that right now, academic writing has so much turned into being like narrative writing – almost like belletristik, literature, pieces of art… I’ve learned a lot about writing from academic writing – often written by women deconstructing feminism: I don’t make the distinction anymore between theory and fiction. – Thomas Meinecke

Angela Steidele benutzt in Vorträgen oft das generische Femininum: “Ich sage „die Biografin“, „die Autorin“… and I know that I shock my audience with that.

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Angela Steidele und Moderatorin Franziska Bergmann im Diskussionspanel "Maske"

Angela Steidele und Moderatorin Franziska Bergmann im Diskussionspanel “Maske”


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Tobias Bohms Fotos vom zweiten Panel:

 

12.30 Uhr: Körper. Statements und Diskussion – mit:

Perihan Magden (Istanbul)
Roland Spahr (Frankfurt)
Antje Rávic Strubel (Berlin)
Michał Witkowski (Warszawa)

Moderation: Dirk Naguschewski

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Statements aus der Diskussion, die mir im Gedächtnis blieben – schnell mitgetippt:

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Accepting ambiguities is very important in the work of Hubert Fichte and in queer literature as a whole. That’s what Fichte talked about in „die Verschwulung der Welt“: It doesn’t mean that everybody has to be gay – but that everybody should learn to perceive the world in different ways. – Roland Spahr

If you’re known as a gay writer, the publishing house wants you to write about homosexuality in every new book – and you have to prove [your authenticity] with your body and your biography, again and again. But what am I? What shelf, what section should I be placed in? „East German author“? „Woman writer“? „Gay writer“? That alone should give me the right to be… everywhere: On ALL the bookshelves! – Antje Rávic Strubel

If I’m doing a reading – especially in England or France – all writers are asked about literature. I’m asked – especially about four years ago: ‘How do you feel about Turkey joining the European Union’? They others are writes. I’m seen as a diplomat. When it comes to Turkish writers, it’s always about politics. – Perihan Magden

Once your books leave the country, you’re not only [seen as] a man and a homosexual – but a Polish person, too. So you have one more problem. British publishers always want you to write about Auschwitz or about the pope. You have to first overcome that your literature is always seen in the context of Poland: „Oh – look at this literature… coming out of such a backwards country full of problems!“ – Michał Witkowski

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Autorin Antje Rávic Strubel - Foto von Tobias Bohm

Autorinnen Perihan Magden und Antje Rávic Strubel, dahinter Thorsten Dönges – Foto von Tobias Bohm


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Tobias Bohms Fotos vom dritten Panel:

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15.30 Uhr: Schrift. Statements und Diskussion – mit:

Gunther Geltinger (Köln)
Ben Fergusson (Oxford / Berlin)
Joachim Helfer (Berlin)
Sookee (Berlin)
Saleem Haddad (London)
Jayrôme C. Robinet (Berlin)

Moderation: Nina Seiler

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Statements aus der Diskussion, die mir im Gedächtnis blieben – schnell mitgetippt:

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Please go count queer published writers: We have not yet travelled even half the way to full recognition. We’re – all of us here […at the festival] – are the exceptions. Not the rule. – Joachim Helfer

We all have multiple identities, but I think that sometimes, the identity that is the most threatened is going to be in the forefront. – Jayrôme C. Robinet

The concept of “queerness” touches on issues of class, politics that I identify with beyond my sexuality: „Queer“ is a term that’s quite broad and subversive. – Saleem Haddad

I know what gay sex is. I know what gay love is. I can imagine all kinds of desires. But I have no idea what a „gay identity“ is. – Joachim Helfer

I wish I wouldn’t have an identity. I wish that I could just… evaporate into straight white maleness. – Saleem Haddad

I love hiphop culture, but it can be very homophic. A lot of artists say “No homo” all the time. So I turned “no homo” into “pro homo”… and sometimes, during my concerts, guys in the front row go all “pro homo! pro homo!” before they realize what they are saying. – Sookee

…und ein Gedanke von Joachim Helfer: Zu fragen, ob spezifisch “queere” Arten gäbe, sich zu äußern oder Kunst zu machen, kann man erst, “wenn 100 Jahre lang jeder leben kann, wie er will – weil so viel [queere Kunst] gerade aus Oppression heraus geschieht”.

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Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 15.07.2016, Berlin. Foto: Thomas Bohm

Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 15.07.2016, Berlin. Foto: Tobias Bohm

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all my 2016 interviews on Queer Literature:

…and, in German:

Kuratoren & Experten am Literarischen Colloquium Berlin: 

Queer Literature: “Empfindlichkeiten” Festival 2016:

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“Naked Boys Reading”: Essay für edel&electric

Foto: Joachim Boepple

Foto: Joachim Boepple

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“Im Sommer 2008 streifte ich den Seitenspiegel eines Autos. Im Sommer 2001 fuhr ich beim Ausparken gegen einen Kleinwagen. Doch das waren meine einzigen Unfälle. Bis mich eine Freundin neulich in die Tiefgarage ihres Wohnblocks lotste: „Du kannst auf unseren Stellplatz!“

Alles war viel zu eng für den Kleintransporter meiner Mutter. Ich wendete. „Winkst du mich raus?“ – „Das klappt so. Fahr!“, sagte sie. Ich rammte einen Pfeiler.

Sie schämte sich. Ich schämte mich. Am meisten schämte sich meine Mutter. Wenn etwas bei mir schief geht, sagt mein Vater bis heute, das läge an ihrer Erziehung. Was ich vermassle, wird ihr zur Last gelegt. Als sie nach Tagen vor Verwandten wagt, den Schaden anzusprechen, lachen alle sie aus.

„Das wissen wir längst! Stefan hat das Auto neulich draußen geparkt: Uns wurde sofort von Freunden erzählt, dass da jetzt eine Schramme ist!“ Man lachte über meine Mutter, weil sie noch glaubte, kontrollieren zu können, wann Peinlichkeiten öffentlich werden. Dabei war alles schon publik: Man hatte nur schadenfroh ihr verschwiegen, dass alle längst darüber lachten, dass sie nicht gut verschweigen und vertuschen kann.

„Was hier am Tisch besprochen wird, geht niemanden was an!“, warnte uns mein Vater jahrelang. „Ich habe neulich ‘Stefan Mesch’ ins Google eingegeben. Aber dann gab es Ergebnisse!“, trumpfte ein Dorf-Rentner auf – als hätte er mich bei irgendwas ertappt. Im Dorf aufwachsen hieß für mich: Gebe ich mehr preis als unbedingt nötig, mache ich mich angreifbar, lächerlich, schwach. Weil alle denken, ich sei zu dumm, meine Geheimnisse zu hüten.

Funktioniert der Literaturbetrieb genauso?”

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Für edel&electric habe ich “Naked Boys Reading” besucht – eine Nackt-Lesereihe in Berlin. 

Und über Entblößungen geschrieben.

Der vollständige Text ist hier: http://edelundelectric.de/index.php/2015/11/06/naked-boys-reading-eine-nackt-lesebuehne-in-berlin/

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Foto: Joachim Boepple

Foto: Joachim Boepple

1000Tode / “Tausend Tode Schreiben”: mein Text… und Update 3

“Inventar”

von Stefan Mesch.

erschienen in: “Tausend Tode Schreiben”, Frohmann Verlag 2014 / 2015

Tausend Tode Sterben Christiane Frohmann .

Mach eine Liste aller Menschen, die dir fehlen.

Sprich aus, was du konkret – an jedem einzelnen – vermisst.

Steck alle Verluste ab, spezifisch, nur für dich: ideell, materiell, sozial/alltäglich, kulturell.

Eine Inventur deiner Zäsuren, Brüche.

Aller plötzlichen Nie-Wieders und Dann-doch-nichts und Zu-Späts.

Öffne ein Register für alles, was ein Tod dir nahm.

Stahl?

Verschenktes Potenzial. Falsche Aufschübe. Verlorene Zeit, Unmöglichkeiten.

Sei egoistisch, hungrig, leg dich fest – bis runter zum kleinsten, albernsten regret.

Und dann dreh um. Mach eine Liste über deinen eigenen Tod.

Aus Sicht der anderen.

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Am Check-in jedes Fluges wünschte ich, Verena hätte die Liste meiner Passworte: Gmail, der GMX-gesendet-Ordner, WordPress, Facebook, das Passwort meiner 2000 Seiten Tagebuch auf der externen Festplatte, 1997 bis 2004. Mein digitaler Nachlass, mein Vermächtnis – falls ich und mein Computer heute ins Meer stürzen, verstummen. Keine weiteren Worte in die Welt lassen dürfen.

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Mach eine Bucket List, wenn du nicht anders kannst.

Und klar – Patientenverfügungen, Organspende. Formalia.

Aber das meine ich nicht:

Es gibt genügend Online-Listen mit 1000 Dingen, die du tun musst, ehe du stirbst. (Bürokratie!)

Es gibt genügend Online-Listen mit 1000 things to see before you die. (Tourismus!)

Ich will ein Inventar aller Dinge, die du geben kannst:

ideell, materiell, sozial/alltäglich, kulturell.

Dazu die Liste aller Menschen, denen etwas fehlen würde – zwischen deinem Tod und ihrem.

Und einen Plan:

Was du hinterlässt.

Für wen genau.

Und wer – womit genau? – was anzufangen wüsste. .

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Als sie mit 14 ihr erstes Testament schrieb, mailt Julia, legte sie die Rangfolge fest, in der ihre Freunde das Zimmer betreten durften, „um sich eine Sache auszusuchen. Mein Nachttisch durfte aber nicht aufgemacht werden!“ Braucht, will oder trösten jemanden meine Comics (Richard? Jakob?), Romane (Maria?), Kleider (…?!), Festplatten, Daten (Frank, Simone, Lino? Und Jule und Jan: Könnt ihr notfalls mein Buch beenden)…? Wie finden die richtigen Hinterlassenschaften die richtigen Hinterbliebenen? Was von dem Zeug, das ich besitze, schreibe, weiß, zu sagen habe, hat einen Wert – Glücks- und Erkenntnispotenzial? Für wen?

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Mach Ablageorte.

Mach dir bewusst, dass deine Ablageorte später Fundorte werden.

Mach Sicherungskopien, Fotos.

Keep your old love letters. Throw away your bank statements.

Mach einen Stammbaum und zähl 20 Dinge auf über jeden Namen im Geäst..

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Roy hat die Schlüssel zu M.s Wohnung, damit er Pornos löschen, Fenster putzen, alles Unvernünftige verschwinden lassen kann in den kurzen Stunden zwischen einem Unfalltod von M. und einer Anreise und Wohnungsinventur durch M.s Mutter. „Meine Tante verließ ihren Mann: Er soff sich dann zu Tode, allein. Die letzten Tage schaffte er es nicht mehr bis zum Klo. Meine ganze Kindheit lang habe ich nichts Gutes über ihn gehört. Der Dreck in seiner Wohnung. Die Ecke, in die er pisste. Das haben alle behalten. Sonst nichts.“ Roy hat den Wohnungsschlüssel, um zu verhindern, dass M., falls er überraschend stirbt, am Zustand seiner Zimmer gemessen und erinnert wird.

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Hast du eine Geschichte? Schreib sie auf.

Hast du alles gesagt?

Genug?

Hast du die wichtigen Menschen alles Wichtige wissen lassen?

Hast du etwas gesehen, erlebt, das mit dir stirbt?

(Muss es das?)

Dreh kurze Filme. Nimm deine Stimme auf.

Lass Karten hier, die uns zu deinen Schätzen führen.

Trete Spuren. Halt dich fest.

Mach Nacktbilder – für die Person, die das zu schätzen weiß oder wüsste.

Ich will die Liste aller Orte, an denen du zwei Nächte verbrachtest – oder mehr.

Ich will die Liste aller Menschen, mit denen du zwei Nächte verbrachtest – oder mehr.

Ich will deine Lieblingssongs und -filme. Deine Favoriten. Deine Perlen.

Ich will Kultur, in der du dich erkennst.

Entdeckungen – die mehr über dich verraten.

Ich will das Inventar der Dinge, die du teilen kannst – sobald du stirbst.

Und ich will, dass du Wege findest, das Teilen vieler Dinge nach vorne zu verlegen:

Sobald du kannst – lass uns gleich teilen.

Heute.

Wozu erst warten, bis einer von uns fehlt? .

Stefan Mesch

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…heute erscheint Version 3 von “Tausend Tode Schreiben”:

. alle Infos zur Teilnahme, Einsendefristen u.a. finden sich hier:

.…das Buch selbst ist unter anderem bei Minimore.de erhältich (Link) .

Texte aus Version 1, die ich besonders mochte, kamen von Alan Posener (Text 002), Michael Brielmaier (003), Anne Kuhlmeyer (004), Gesa Füßle (008), Clemens Setz (010), Jan Fischer (016), Falk Schreiber (017), Judith Sombray (023), Johanna Straub (034), Daniela Seel (037), Jannis Plastargias (039), Sibylle Luithlen (040), Lew Weisz (042), Angelika Maisch (059), Roman Held (071), Johanna Peil (073), Gabriel Yoran (079), Zoe Beck (081), Zora Debrunner (086), Mario Sixtus (090), Stanislaw Bastian (097), Florian Voß (101), AE Rutherford (103), V.S. Wagner (112), Christian Huberts (116), W. (122), Auguste von Blau (123) und Karola Sasse (Text 130).

Texte aus Version 2, die ich besonders mochte: Fabian Thomas (138), Natalia Kauz (143), Meike Rensch-Bergner (145), Uwe Kalkowski (156), Iris Hakelberg (161), Tania Witte (162), Joachim Göb (167), Doris Lautenbach (176), Inga Sawade (183), Lola Gruenthal (188), Marianne Landré Goldschneider (189), Sabrina Sailer (194), Susanne Becker (198), Leopold Faltin (215), Anthea Rubin (216), Jessica Mancuso (220), Claudia Wiedow (222), Kristoffer Patrick Cornils (227), Maximilian Buddenbohm (231), Amaot Wurst (233), Kinderdok (240).

Das neue Update, Version 3, umfasst knapp über 100 neue Texte.

Ich empfehle besonders:

248 Jules Heuser
251 Annette Horn
255 Ingrid Walter
269 @achthirsch
275 Stephanie Jaeckel
283 Bianca Pohlmann
285 Sandra Burkhardt
288 Christina Striewski
297 Katja Kulin
299 Thomas Merz
305 Marianne Labisch
306 anonym
316 Achim Reibach
337 Renesmee Farnbauer
348 @ickemich

und, aus Version 4 (Update):

361: Pierre Vlcek (@henscheck)
362: Luan J. Kreutschmann
371: Tine Mothes
372: Nicole von Horst
375: Der Narkosearzt
380: @patzillasaar
388: Der Emil
401: Thomas D. Föller
419: Peter Gleason

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Das Niveau bleibt hoch und ich lese die Texte weiterhin mit großem Gewinn… doch ich merke nach 350 Texten, wie viele Auorinnen und Autoren (ich selbst auch, unbedingt!) die Erfahrungen, Gefühle und Lebenswelten einer Mehrheit beschreiben:

Für Version 4 hoffe ich auf weitere / viel mehr Stimmen und Perspektiven, die andere Kulturen und Familien, Rollen und Hoffnungen, Abschiede und Identitäten und Gefühle und Sexualitäten zeigen: Sterben, Abschied, Trauer, Alter und Verlust sind universelle Themen. Aber das Drumherum (Wem passiert das? Woran glauben, worauf hoffen, wen lieben diese Menschen?) kommt mir an vielen Stellen gerade gleichförmiger vor, als es sein müsste.

Vielleicht durch die Ballung. Vielleicht, weil ich zu viel am Stück gelesen habe und Muster, Wendungen, Metaphern wieder und wieder erkenne. Noch 650 Texte sollen für dieses Projekt gesammelt werden und erscheinen. Ich glaube, viele Farben, Themen, Aspekte wurden bisher kaum gestreift.

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Autorengespräch / Moderation: Fiona Maazel’s ‘Woke Up Lonely’, Centraltheater Leipzig, Mai 2012

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Toller Moderationsjob in Leipzig, für eine englischsprachige Lesung mit Autorengespräch:

“Im Rahmen des Picador-Guestprofessorship [Link, Börsenblatt.de] am Institut für Amerikanistik der Universität Leipzig ist Fiona Maazel im Sommersemester 2012 zu Gast.

Fiona Maazel [Link, Wikipedia.com], 1975 in Cleveland geboren, lebt und arbeitet in Brooklyn, New York.

2008 wurde sie mit ihrem Debüt-Roman „Last last Chance“ [Link, Text von mir] von der National Book Foundation mit der Ehrung „5 under 35“ für die besten und aufregendsten neuen Talente bedacht, ein Jahr später erhielt sie für ihre messerscharfe Prosa den Bard Preis für Belletristik.

In „Last last Chance“ [Link, Goodreads] beschreibt Maazel den Weg Lucy Clarks aus der Drogensucht, in einer Welt, die scheinbar einzig und allein im Rausch zu ertragen ist. Eine Crack-abhängige Mutter, eine verlorene Liebe und ein grassierender tödlicher Virus bilden den Kosmos dieser Lucy Clark. Maazels präzise Sprache und ihr unerschrockener Stil zeigen ein Amerika, das am Rande der Apokalypse steht. Im Frühjahr 2013 wird ihr zweiter Roman „Woke up Lonely“ erscheinen.”

[Ankündigungstext des American Consulate in Leipzig, Link]

| Di 15.5.12 | 20 Uhr | Centraltheater Leipzig, Rangfoyer | Eintritt frei

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Im Juni 2008 las ich Fiona Maazels ersten Roman – und war sehr angetan [Link].

Für Lesungen, Autorengespräche und universitäre Veranstaltungen, u.a. bei…

…habe ich seit 2007 verschiedene Lesungen moderiert; in Leipzig aber zum ersten Mal auf Englisch.

Vor rund vier Dutzend Besuchern las Fiona Maazel zwei Passagen aus ihrem – noch unveröffentlichten – Roman “Woke up lonely” und führte ein längeres Gespräch über US-Politik, ihren Aufenthalt und ihre Lehrtätigkeit in Leipzig [Link],  Figurenzeichnung, Pastiche und Cloud Seeding [Link].

Eine ambitionierte, begeisternd eigensinnige Erzählerin.

Zwei schnelle, kluge, spannende Romane.

Fast 60 Minuten Gespräch und Diskussion.

…ein sehr, sehr guter Abend – und eine große neue Erfahrung, als Moderator.

Gerne wieder! Gerne mehr!

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Kuratiert und geplant wurde die Lesung von Petra Scheunemann, Holtzbrinck, im Rahmen der Picador Guest Professorship [Link] an der Universität Leipzig, dem DAAD und dem Centraltheater Leipzig.

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bisherige Picador Professors, 2006 bis 2012:

Tristan Hughes, James Hopkin, John Haskell, Chuck Klosterman, Nancy Kress, Catherine Chung, Olen Steinhauer, Nathalie Handal, Shannon Caine, Porochista Khakpour

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Fiona Maazel: Website [Link] und Twitter [Link]

Picador Guest Professorship: In 2006 the University of Leipzig in cooperation with the German Academic Exchange Service and the Veranstaltungsforum der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck initiated the Picador-Guest Professorship for Literature at the University of Leipzig.

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Das Journal der Universität Leizpig schreibt:

“Woke up lonely” in Leipzig

14 Tage nach ihrer Ankunft in Leipzig stellte Fiona Maazel sich und ihre Arbeit dem Leipziger Publikum während einer kurzweiligen Lesung im Foyer des Centraltheaters vor.

Aus ihrem zweiten Roman »Woke up lonely«, der im Frühjahr 2013 erscheinen wird, las die lebhafte Autorin zwei Szenen und sprach im Anschluss mit Stefan Mesch, Journalist und Kulturkritiker, über die Bedeutung und Geheimnisse ihres Schreibens und ihre Zeit in Leipzig.

Nach Aussage der Autorin selbst knüpft der zweite Roman »Woke up lonely« in seiner Merkwürdigkeit an ihren ersten Roman »Last Last Chance« (2009) an. Die US-Amerikanerin erzählt die komplexe, skurrile Geschichte um den Führer eines »Helix-Kults«, eine Selbsthilfe-Organisation zur Abschaffung der Einsamkeit, und dessen Exfrau.

Ursprünglich als Spionagegruppe von der Exfrau, ebenfalls Mitglied des Kults, angeheuert, werden vier Mitglieder des »Helix-Kults« vom Führer selbst entführt.

Sie schreibt keine klassischen Beziehungsgeschichten, vielmehr zeichnet sich der Roman durch ungeahnte Wendungen und bizarre Situationen aus. In detaillierten Beschreibungen, wie in den gelesenen Szenen, zeigt Maazel in einer lebendigen Sprache ihren scharfsinnigen Blick auf die Protagonisten.

Sich selbst als schüchtern bezeichnend, machte die Autorin offen, charmant und bisweilen selbstironisch die große Bedeutung des Schreibens für sich selbst im Gespräch mit Moderator und Publikum deutlich. Ihre Zeit in Leipzig nutzt sie, um an ihrem neuen Roman zu arbeiten, freut sich darüber, einfach mal »weg zu sein« und eine längere Zeit in Europa zu verbringen.

Die Lesung im Rahmen der Picador-Gastprofessur für Literatur ist eine regelmäßig stattfindende Reihe in Zusammenarbeit zwischen der Universität Leipzig und dem Veranstaltungsforum der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Besonderer Dank gilt der Unterstützung durch das US-Generalkonsulat.

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verwandte Links:

“Zimmer voller Freunde”: zwischen/miete Lesung, Literaturbüro Freiburg, November 2011

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“Zimmer voller Freunde”: die zweite öffentliche Lesung… Anfang November 2011, in Freiburg. Die Ankündigung:

»Da sind, wie Trollfrauen und böse Feen von einem aggressiven Videospieldesigner über die ganze dunkle, feuchte Wiese vor mir ausgestreut, überall Dreier-, Vierergruppen fremder Rand- und Nebenfiguren, an denen ich nicht vorbeigehen kann: Ich bräuchte einen Schild, vielleicht ein Schwert. Ich bräuchte Stärke und Gewandtheit. Und ich bräuchte einen Helm.« (Romanprojekt »Zimmer voller Freunde«)

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Die erste zwischen/miete im Herbst 2011 findet statt in der Glümerstraße 15. Zu Gast: Stefan Mesch, geboren 1983 in Sinsheim (Baden), schreibt für die ZEIT, den Berliner Tagesspiegel und literaturkritik.de. Er studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift BELLA triste, Editor des Kulturtagebuch-Projekts, und Mitveranstalter von PROSANOVA, dem Festival für junge Literatur. Seit 2009 schreibt er Zimmer voller Freunde, seinen ersten Roman.

| Fr 04.11.11 | 20 Uhr | Glümerstraße 15 | Eintritt: 3 € inkl. Bier und Brötchen | anschließend Party mit den DJs DJs Johann Wolfgang Flöte, Max Fresh und Ingeborg Bassmann

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Im Juli 2010 veröffentlichte ich das erste Kapitel von “Zimmer voller Freunde” im Freiburger “14 Magazin” (Link). Zur Releaseparty von Ausgabe 2 (Link) im Jos Fritz Café las ich – zusammen mit Adrian Kasnitz, Trudy Mielke – aus Kapitel 3.

Mitte Oktober lud mich Felix Schiller zum zweiten Mal nach Freiburg ein: eine Lesung (und anschließende WG-Party) mit etwa 160 Gästen… und knapp 60 Minuten (!) Lesezeit.

Die ersten 300 Seiten des “Zimmer voller Freunde”-Manuskripts sind mittlerweile fertig. Ab Anfang 2012 suche ich einen Verlag, und in ca. 12 Monaten sind alle 31 Kapitel / 420 Seiten bereit zum Endlektorat.

Figuren, Tonfall, Timing (und… Pointen) des Romans vor einem Livepublikum zu testen ist immer noch sehr neu für mich – und hilft mir weiter:

Ich habe kaum Freunde und Bekannte in Freiburg. Und bin irrsinnig dankbar, dass zahlendes Publikum eine Stunde lang – zum Teil im Stehen, zum Teil via Skype im Nebenzimmer, zum Teil im Flur (!) – diesen Figuren folgt.

Ein guter Abend. Eine tolle Party. Ein Dutzend neuer, interessanter Leute.

Hat Spaß gemacht!

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Das Literaturbüro Freiburg (Link) schreibt über die “zwischen/miete”-Reihe:

“Die Lesereihe zwischen/miete präsentiert Literatur aus der jüngsten Schriftstellergeneration und bringt sie ins Gespräch. Von Studierenden organisiert und moderiert, kommen für einen Abend professionelle junge AutorInnen zur »Zwischenmiete« in Freiburger Wohngemeinschaften und präsentieren ihre Texte. Die von ihren Bewohnern ganz unterschiedlich geprägten studentischen Räume werden so zu einem Ort der jungen Literatur und etablieren eine Plattform für den deutschsprachigen literarischen Nachwuchs.

Seminare, Kneipen, WG-Küchen. Befristete Zusammenkünfte machen die studentische Lebenswelt zu einem großen Teil aus. Vieles geschieht auf Probe, als Experiment, unter Vorbehalt. Auch jede Lesung ist eine Zusammenkunft als Versuchsanordnung zwischen Text, Publikum und Raum, die bei Gelingen der WG ihre eigene Geschichte einschreibt. Die NachwuchsautorInnen nutzen diese Probezeit, den Dialog, das Gespräch und den Austausch – nicht nur mit gestandenen Autoren und Kritikern, sondern mit einem jungen und interessierten Publikum.

Kurzprosa und Lyrik sind oft gewählte Formen junger AutorInnen. zwischen/miete rückt gerade deshalb die kurzen Formen der Literatur in den Mittelpunkt – ohne sich jedoch der traditionellen Erzählform, dem Roman, zu verschließen.

Kuratiert und durchgeführt werden die Veranstaltungen von Ann-Christin Bolay, Carolin Löher und Felix Schiller, Studierende der Universität Freiburg, in Absprache mit dem Literaturbüro Freiburg und in Kooperation mit dem Studentenwerk Freiburg.

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bisherige Gäste, 2010 und 2011:

Clara Ehrenwerth, Tilman Strasser, Marius Hulpe, Wolfram Lotz, Andreas Stichmann, Judith Keller, Janin Wölke, Marie T. Martin, Stefan Petermann, Hannes Köhler

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zwischen/miete auf Facebook: Link

verwandte Links: