lesbische Literatur

Vielfalt, Diversity und Minderheiten im Jugendbuch: Young-Adult-Literatur gegen Rassismus (Buchtipps)

Diversity im Jugendbuch Buchtipps

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Jugendbücher mit Hauptfiguren of Color? Queeren Figuren? Held*innen mit Behinderung? Oder Bücher, die nicht in westlichen Ländern spielen?

Nicht jedes Buch mit nicht-weißen Hauptfiguren ist gleich ein Buch “gegen Rassismus”: Antirassistische Texte kenne ich vor allem als Sachbuch.

Aber: Bücher sind einer der einfachsten Wege, neue, fremde Perspektiven, Lebenswelten, Identitäten besser zu verstehen. Darum mag ich Bücher mit Hauptfiguren, die wenig mit mir gemein haben – und kenne z.B. VIEL mehr gelungene Jugendbücher von, mit und über Frauen.

Hier sind meine Empfehlungen und “bald lesen!”-Favoriten von Titeln, deren Erzähler und Erzählerinnen aus anderen Kulturen kommen, Minderheiten angehören oder Minderheitserfahrungen machen.

andere Jugendbuch-Empfehlungslisten von mir:

Buchtipps von Jugendlichen für Jugendlichen gibt es auf Bücherkinder.de; Buchtipps mit Schwarzen Hauptfiguren hier im .pdf von Berit Pohle.

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zehn diverse Jugendbücher, die ich las und sehr empfehlen kann:

  • Sharon M. Draper: “Mit Worten kann ich fliegen” (Buch ab ca. 11; Erzählerin mit Schwerstbehinderung)
  • Susan Nussbaum: “Good Kings Bad Kings” (Ensemble-Roman über Jugendliche mit Behinderung, teils queer, und einige Betreuer*innen; viele Figuren of Color)
  • Octavia Butler: “Vom gleichen Blut” (feministischer Zeitreise-Roman über eine Schwarze Frau in den 70ern, die sich auf einer Plantage als Sklavin wiederfindet)
  • Claudia Gray: “Star Wars: Verlorene Welten” (politischer Star-Wars-Roman über Mädchen und Jungen, die gemeinsam beim Imperium anheuern, ihre Erfahrungen und Privilegien.)
  • G. Willow Wilson: “Ms. Marvel” (junge muslimische Superheldin in New Jersey, bisher 7 Bände. Band 2 ist fade, der Rest großartig!)

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Mit Worten kann ich fliegen  Good Kings Bad Kings  Vom gleichen Blut  Star Wars: Verlorene Welten (Journey to Star Wars: Das Erwachen der Macht)  Ms. Marvel, Vol. 1: No Normal

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And the Violins Stopped Playing  Go Set a Watchman  Ask the Passengers  Stuck Rubber Baby  Girl in Translation

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Im Mai las ich durch ca. 600 Leseproben von (fast nur: englischsprachigen) Young-Adult- und Middle-Grade-Novels, und fand weitere Titel, auf die ich Lust habe.

45 Bücher, angelesen, vorgemerkt, sehr gemocht:

(alle Inhaltsangaben sind die offiziellen Klappentexte, von mir leicht gekürzt.)

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Linda Sue Park: “Der lange Weg zum Wasser” (Original: “A Long Way to Water”, 2010)

“Um für ihre Familie Wasser bei der Wasserstelle zu holen, läuft Nya täglich acht Stunden. Salva flieht aus seinem vom Krieg zerstörten Dorf. Er läuft quer durch Afrika, auf der Suche nach einem sicheren Ort und seiner verschollenen Familie. Zwei fesselnde Stimmen erzählen von Not und Vertreibung – aber auch von Hoffnung.” [der US-Klappentext ist klüger, konkreter und nennt mehr als nur “Afrika”:  “Two stories, told in alternating sections, about a girl in Sudan in 2008 and a boy in Sudan in 1985.”]

Patricia McCormick: “Der Tiger in meinem Herzen” (Original: “Never fall down”, 2012)

“Das radikale kommunistische Regime der Roten Khmer übernimmt die Macht in Kambodscha. Es folgt ein schrecklicher Völkermord, dem zwei Millionen Menschen zum Opfer fallen – ein Viertel der gesamten Bevölkerung. Arn hat überlebt. Doch der Preis dafür war hoch. Denn er ist selbst zum Täter geworden. Und es ist ihm schwer gefallen, den Tiger in seinem Herzen zu bändigen. Schonungslos und brutal erzählt Patricia McCormick von den Killing Fields. Es braucht nachhaltig beeindruckende Bücher wie dieses, um aufzuzeigen, zu welchen Grausamkeiten Menschen fähig sind und welche Fehler sich niemals wiederholen dürfen.”

Deborah Ellis: “Die Sonne im Gesicht” (Original: “The Breadwinner”, 2001)

“Als ihr Vater verhaftet wird, nimmt die elfjährige Parvana seinen Platz auf dem Markt in Kabul ein. Hier hatte er den vielen Analphabeten ihre Post vorgelesen. Wegen der restriktiven Gesetze der Taliban kann sie sich jedoch nur als Junge verkleidet in der Öffentlichkeit zeigen. Und begibt sich so in große Gefahr.”

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Jason Reynolds: “Coole Nummer” (Original: “When I was the Greatest”, 2014)

“Eine Freundschaft in Brooklyn. Ali hat sich fast sechzehn Jahre von allem Ärger ferngehalten. Dann ergibt sich die Gelegenheit, mit seinem Freund Noodles und dessen Bruder Needles auch mit den großen Jungs zu spielen. Gefährlich, wenn der Freund nur eine Riesenklappe, aber sonst nicht viel hat, und sein Bruder durch sein Tourette-Syndrom unberechenbar ist, sobald er sein Strickzeug nicht parat hat.”

Jason Reynolds: “Nichts ist okay” (Original: “All-American Boys”, 2015)

“Rashad wollte nur eine Tüte Chips kaufen. Plötzlich wird er vor die Tür gezerrt, und ein Polizist stürzt sich auf ihn. Erst im Krankenhaus kommt Rashad wieder zu sich. Rashad ist schwarzer Hautfarbe, der Polizist ein Weißer. Beobachtet hat die Szene ein anderer Jugendlicher: Quinn Collins, weiß, Freund der Familie des Polizisten und Mitschüler von Rashad. Quinn ist schockiert. Warum wurde Rashad niedergeprügelt? Ist sein Freund, der Polizist, ein Rassist? Beide Jugendlichen erzählen ihre Geschichte. Zur selben Zeit gerät eine Stadt in Ausnahmezustand.”

Nnedi Okorafor: “Akata Witch” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2011)

“Born in New York, but living in Aba, Nigeria, twelve-year old Sunny is a little lost: She is albino and thus, incredibly sensitive to the sun. All Sunny wants to do is be able to play football and get through another day of school without being bullied. But once she befriends Orlu and Chichi, Sunny is plunged in to the world of the Leopard People, where your worst defect becomes your greatest asset. Together, Sunny, Orlu, Chichi and Sasha form the youngest ever Oha Coven. Their mission is to track down Black Hat Otokoto, the man responsible for kidnapping and maiming children.”

Nnedi Okorafor schreibt Science-Fiction-, Fantasy- und Jugendromane, oft afrofuturistisch – die auch in Deutschland erscheinen, im Verlag Cross Cult. “Akata Witch” (und eine geplante Fortsetzung, 2017) sind noch nicht auf Deutsch erschienen.

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Johanna Reiss: “Und im Fenster der Himmel” (Original: “The upstairs Room”, 1972)

“Herbst 1941: Als die Deutschen die Niederlande besetzen, geraten die neunjährige Annie und ihre Schwester in große Gefahr – weil sie Juden sind. Hilfreiche Bauern verstecken die beiden Schwestern in einer kleinen Kammer auf dem Dachboden. Fast drei Jahre lang leben sie dort in drangvoller Enge und sehnen sich nach frischer Luft und Bewegung.”

Gloria Whelan: “Stich für Stich” (Original: “Homeless Bird”, 2000)

“Eine dreizehnjährige Inderin wird mit einem ihr unbekannten Mann verheiratet, der kurz darauf stirbt. Als Witwe hat sie in der indischen Gesellschaft jede Existenzberechtigung verloren und wird von der Schwiegermutter versklavt. Ganz unten angekommen, findet sie Hilfe und einen Ansatz zu einem weitgehend selbstbestimmten Leben.”

Cynthia Kadohata: “Kira-Kira” (Original: selber Titel, 2004)

“‘Kira-Kira’ bedeutet ‘glänzend, leuchtend’. Genau dieses Leuchten zaubert Lynn ihrer kleinen Schwester Katie jeden Tag herbei, selbst, als das Leben für sie dunkler wird: Sie ist eine Meisterin darin, immer wieder aufs Neue die glänzenden Dinge des Lebens zu zeigen. Ob das Blau des Himmels oder der Glanz in den Augen des anderen, obwohl es die aus Japan stammende Familie im Amerika der 1950er Jahre alles andere als leicht hat.”

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Nicola Yoon: “The Sun is also a Star” (Original: selber Titel, 2016)

“Schicksalsfäden einer großen Liebe. Als Daniel und Natasha in New York aufeinander treffen, verguckt er sich sofort in das jamaikanische Mädchen. Die zwei teilen einen Tag voller Gespräche über das Leben, ihren Platz darin und die Frage: Ist das zwischen uns Liebe? Doch Natasha soll noch am selben Abend abgeschoben werden.”

Holly Goldberg Sloan: “Glück ist eine Gleichung mit 7” (Original: “Counting by 7s”, 2013)

“Willow ist ein Energiebündel, denkt immer positiv und interessiert sich für alles: Sie studiert das Verhalten von Fledermäusen, züchtet Zitrusfrüchte im Garten und begeistert sich für die Schönheit der Zahl 7. Ihr größter Wunsch ist es, gleichaltrige Freunde zu finden. Dafür lernt sie sogar Vietnamesisch. Doch dann verunglücken ihre Adoptiveltern bei einem Autounfall. Es ist wie ein Wunder, wie Willow mit ihrer Art zu denken – ihrer Hochbegabung – und ihrem ungebrochenen Charme ihre Welt zusammenhält.”

Lisa Williamson: “Zusammen werden wir leuchten” (Original: “The Art of being normal”, 2015)

“David ist 14 und wünscht sich, ein Mädchen zu sein. Das seinen Eltern zu beichten, steht auf seiner To-do-Liste für den Sommer gaaaanz unten. Bisher wissen nur seine Freunde Essie und Felix Bescheid, die bedingungslos zu ihm halten und mit denen er jede Peinlichkeit weglachen kann. Aber wird David je als Mädchen leben können? Und warum fasziniert ihn der geheimnisvolle Neue in der Schule so sehr?” [ich HASSE, dass dieser Klappentext Transsexualität und “beichten”/”Peinlichkeit” so nah aneinander rückt.]

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Carole Wilkinson: “Hüterin des Drachen” (Original: “Dragon Keeper”, 2003, Band 1 einer bisher sechsbändigen Reihe)

“141 v. Chr. im China der Han-Dynastie: Die elfjährige Ping, die als Sklavin beim Kaiserlichen Drachenhüter lebt, wagt gemeinsam mit dem Drachen Long Danzi die Flucht aus dem Schloss. Ziel der beiden ist das Meer, an das Long Danzi einen wertvollen und geheimnisvollen Drachenstein bringen will. Die weite Reise bringt die beiden mehr als einmal in Lebensgefahr, doch Ping wächst in ihre Rolle als Drachenhüterin hinein.”

Sharon Creech: “Salamancas Reise” (Original: “Walk two Moons”, 1994)

“Salamanca reist mit ihren Großeltern quer duch die Vereinigten Staaten. Es ist die gleiche Reise, zu der ihre Mutter vor Monaten aufgebrochen und von der sie nie mehr zurückgekehrt ist. Salamanca besucht alle Orte, die auch ihre Mutter besucht hat. Unentwegt hofft Salamanca, ihre Mutter wiederzufinden – bis die verdrängte Wahrheit ihres tödlichen Unfalls zur Gewissheit wird.”

Lynne Kelly: “Chained” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2012)

“After ten-year-old Hastin’s family borrows money to pay for his sister’s hospital bill, he leaves his village in northern India to take a job as an elephant keeper and work off the debt. He thinks it will be an adventure, but he isn’t prepared for the cruel circus owner. The crowds that come to the circus see a lively animal who plays soccer and balances on milk bottles, but Hastin sees Nandita, a sweet elephant and his best friend. Hastin knows that the only way they will both survive is if he can find a way for them to escape.”

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30 weitere Jugendbücher – bisher nur auf Englisch:

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Wendy Wan-Long Shang: “The Great Wall of Lucy Wu” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2011)

“Lucy Wu, aspiring basketball star and interior designer, is ready to rule the school as a sixth grader. Then she finds out that Yi Po, her beloved grandmother’s sister, is coming to visit for several months – and is staying in Lucy’s room. Lucy’s vision of a perfect year begins to crumble, and in its place come an unwelcome roommate, foiled birthday plans, and Chinese school with the awful Talent Chang.”

Grace Lin: “Dumpling Days” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2012; Band 3 einer Reihe – doch der erste, der mir Lust macht)

“This summer, Pacy’s family is going to Taiwan for an entire month to visit family and prepare for their grandmother’s 60th birthday. Pacy’s parents have signed her up for a Chinese painting class, and at first she’s excited. But everything about the trip is harder than she thought it would be – she looks like everyone else but can’t speak the language, she has trouble following the art teacher’s instructions, and it’s difficult to make friends in her class. At least the dumplings are delicious. As the month passes by, Pacy eats chicken feet (by accident!), gets blessed by a fortune teller, searches for her true identity, and grows closer to those who matter most.”

Yoshiko Uchida: “A Jar of Dreams” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 1981)

“Growing up in California during the depression isn’t easy for eleven-year-old Rinko. She desperately wants to fit in and be like everyone else, but instead she is ridiculed and made to feel different because she is Japanese. But when Aunt Waka comes to visit, she teaches Rinko the importance of her Japanese heritage, and the value of her own strengths and dreams.”

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Leanne Hall: “Iris and the Tiger” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 201x)

“Twelve-year-old Iris has been sent to Spain on a mission: to make sure her elderly and unusual aunt, Ursula, leaves her fortune–and her sprawling estate–to Iris’s scheming parents. But from the moment Iris arrives at Bosque de Nubes, she realises something isn’t quite right. There is an odd feeling around the house; while outside, in the wild and untamed forest, a mysterious animal moves through the shadows. When Iris discovers a painting named Iris and the Tiger, she sets out to uncover the animal’s real identity – putting her life in terrible danger.”

Natalie Dias Lorenzi: “Flying the Dragon” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 201x)

“American-born Skye knows little of her Japanese heritage. Her father taught her to speak the language, but when their estranged Japanese family, including Skye’s grandfather, suddenly move to the United States, Skye must be prepared to give up her All-Star soccer dreams to take Japanese lessons and to help her cousin, Hiroshi adapt to a new school. Hiroshi, likewise, must give up his home and his hopes of winning the rokkaku kite-fighting championship with Grandfather. Faced with language barriers, culture clashes and cousin rivalry, Skye and Hiroshi have a rocky start. But a greater shared loss brings them together. They learn to communicate, not only through language, but through a common heritage and sense of family honor. At the rokkaku contest at the annual Washington Cherry Blossom Festival, Hiroshi and Skye must work as a team in order to compete with the best.”

Lisa Travis: “Pack-n-Go-Girls Adventure: Thailand, 1 – Mystery of the Golden Temple” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2014)

“Nong May and her family have had a lot of bad luck lately. When nine-year-old Jess arrives in Thailand and accidentally breaks a special family treasure, it seems to only get worse. Pack-n-Go Girls introduces children ages 6-9 to different countries around the world: early chapter book adventures, packed with spooky mysteries, international friendships, and lots of fun and easy multicultural learning.” [Es gibt auch drei Romane der Reihe, die in Österreich spielen.]

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Meg Medina: “Yaqui Delgado wants to kick your Ass” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2013)

“Some girl tells Piddy Sanchez that Yaqui Delgado hates her and wants to kick her ass. Piddy doesn’t even know who Yaqui is. Word is that Yaqui thinks Piddy isn’t Latin enough with her white skin, good grades, and no accent. At first Piddy is more concerned with trying to find out more about the father she’s never met and how to balance honors courses with her weekend job at the neighborhood hair salon. But as the harassment escalates, avoiding Yaqui and her gang starts to take over Piddy’s life.”

Pam Munoz Ryan: “Becoming Naomi León” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2004)

“Naomi Soledad Leon Outlaw has clothes sewn in polyester by Gram, and difficulty speaking up at school. But with Gram and her little brother, Owen, Naomi’s life at Avocado Acres Trailer Rancho in California is happy and peaceful… until their mother reappears after seven years of being gone, stirring up all sorts of questions and challenging Naomi to discover and proclaim who she really is.”

Esmeralda Santiago: “Almost a Woman” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 1998)

“‘Negi’, as Santiago’s family affectionately calls her, leaves rural Macún in 1961 to live in a three-room tenement apartment with seven young siblings, an inquisitive grandmother, and a strict mother who won’t allow her to date. At thirteen, Negi yearns for her own bed, privacy, and a life with her father, who remains in Puerto Rico. Translating for Mami at the welfare office in the morning, starring as Cleopatra at New York’s prestigious Performing Arts High School in the afternoons, and dancing salsa all night, she yearns to find balance between being American and being Puerto Rican. When Negi defies her mother by going on a series of hilarious dates, she finds that independence brings its own set of challenges.”

Eine Autobiografie, kein Jugendbuch. Ein ähnlicher Titel, den ich sehr mochte: “Wie eine Feder auf dem Atem Gottes” von Sigrid Nunez.

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Renée Watson: “Piecing me together” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2017)

Jade believes she must get out of her neighborhood if she’s ever going to succeed. Her mother says she has to take every opportunity. She accepted a scholarship to a mostly-white private school and even Saturday morning test prep opportunities. But some opportunities feel more demeaning than helpful. Like an invitation to join Women to Women, a mentorship program for “at-risk” girls. Except really, it’s for black girls. From “bad” neighborhoods. But Jade doesn’t need support. And just because her mentor is black doesn’t mean she understands Jade. Friendships, race, privilege, identity—this compelling and thoughtful story explores the issues young women face.

Christopher Grant: “Teenie” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2010)

“High school freshman Martine (Teenie for short) is a good student. She’s desperate to be accepted into a prestigious study abroad program in Spain so that she can see what life is like beyond the streets of Brooklyn. But when the captain of the basketball team starts to pay attention to her and Cherise, her best friend, meets a guy online, Teenie’s mind is on anything but her schoolwork. Can Teenie get her act together in time to save her friendship with Cherise and save herself from a potentially dangerous relationship?”

Sharon G. Flake: “The Skin I’m in” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 1998)

“Thirteen-year-old Maleeka, uncomfortable because her skin is extremely dark, meets a new teacher with a birthmark on her face and makes some discoveries about how to love who she is and what she looks like: Miss Saunders, whose skin is blotched with a rare skin condition, serves as a mirror to Maleeka’s struggle. Miss Saunders is tough, and through this, Maleeka learns to stand up to tough-talking Charlese.”

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Shelia P. Moses: “Joseph” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2008)

“For Joseph Flood, life is tough. Tough because of Mama’s addiction to drugs and alcohol. Tough because Daddy is away with the army fighting in Iraq. Tough because it looks like there’s no way out once you’re living in a homeless shelter in a North Carolina ghetto neighborhood. And tough because Joseph is enrolled in yet another new school where he doesn’t know anyone and has to keep what’s going on in his life a secret. Joseph struggles to keep Mama clean while trying to make new friends and join the school tennis team. Can a boy who’s only fifteen years old win his daily battle to survive?”

Matt de la Pena: “We were here” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2009)

“When it happened, Miguel was sent to Juvi. The judge gave him a year in a group home—said he had to write in a journal so some counselor could try to figure out how he thinks. The judge had no idea that he actually did Miguel a favor. Ever since it happened, his mom can’t even look at him in the face. Most of the time, running away is the quickest path right back to what you’re running from.”

J. A. McLachlan: “The occasional Diamond Thief” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2014)

“On his deathbed, Kia’s father discloses a secret to her: a magnificent diamond he has been hiding for years. Fearing he stole it, she too keeps it secret. She learns it comes from the distant colonized planet of Malem, where her father caught the illness that eventually killed him. When she is training to be a translator, she is co-opted into travelling to Malem. Using her skill in languages and her skill of picking locks, she learns what she must do to set things right: return the diamond to its original owner. But how will she find out who that is when no one can know that she, an off-worlder, has a Malemese diamond?”

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Linda Williams Jackson: “Midnight without a Moon” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2017)

“Rose Lee Carter, a 13-year-old African-American girl, dreams of life beyond the Mississippi cotton fields during the summer of 1955. Her world is rocked when a 14-year-old African-American boy, Emmett Till, is killed for allegedly whistling at a white woman.”

Jean Alicia Elster: “The Colored Car” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2013)

“Coming of age in Depression-era Detroit. In the hot summer of 1937, twelve-year-old Patsy takes care of her three younger sisters. Times are tough, and Patsy’s mother helps neighborhood families by sharing the food that she preserves. But May’s decision to take a break from canning to take her daughters for a visit to their grandmother’s home in Clarksville, Tennessee, sets in motion a series of events that prove to be life-changing for Patsy. After boarding the first-class train car at Michigan Central Station in Detroit and riding comfortably to Cincinnati, Patsy is shocked when her family is led from their seats to change cars. In the dirty, cramped “colored car,” Patsy finds that the life she has known in Detroit is very different from life down south. As summer wears on, Patsy must find a way to understand her experience in the colored car and also deal with the more subtle injustices that her family faces in Detroit.”

April Sinclair: “Coffee will make you black” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 1995)

“Set on Chicago’s Southside in the mid-to-late 60s, Coffee Will Make You Black is the moving and entertaining tale of Jean “Stevie” Stevenson, a young black woman growing up through the Civil Rights and Black Power movements. The novel opens at a time when, for black families, seeing a black person on television was an event; when expressions like “I don’t want nothing black but a Cadillac” and “Coffee will make you black” were handed down from one generation to the next without comment. Stevie is a bookworm, yet she longs to fit in with the cool crowd. Fighting her mother every step of the way, she begins to experiment with talkin’ trash, “kicking butt,” and boys. With the assassination of Dr. King she gains a new political awareness, which makes her decide to wear her hair in a ‘fro instead of straightened, to refuse to use skin bleach, and to confront the prejudice she observes in blacks as well as whites. April Sinclair writes frankly about a young black woman’s sexuality, and about the confusion Stevie faces when she realizes she’s more attracted to the school nurse — who is white — than her teenage boyfriend.”

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Ronald Kidd: “Night on Fire” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 201x)

“Thirteen-year-old Billie Simms doesn’t think her hometown of Anniston, Alabama, should be segregated. When she learns that the Freedom Riders, a group of peace activists riding interstate buses to protest segregation, will be traveling through Anniston on their way to Montgomery, she thinks that maybe change is finally coming. But what starts as a series of angry grumbles soon turns to brutality as Anniston residents show just how deep their racism runs. Billie is about to come to grips with the deep-seated prejudice of those she once thought she knew, and with her own inherent racism that she didn’t even know she had.”

Robin Talley: “Lies we tell ourselves” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2014)

“In 1959 Virginia, the lives of two girls on opposite sides of the battle for civil rights will be changed forever. Sarah Dunbar is one of the first black students to attend the previously all-white Jefferson High School. An honors student at her old school, she is put into remedial classes, spit on and tormented daily. Linda Hairston is the daughter of one of the town’s most vocal opponents of school integration. She has been taught all her life that the races should be kept separate but equal. Forced to work together on a school project, Sarah and Linda must confront harsh truths about race, power and how they really feel about one another.”

Deborah Wiles: “Revolution” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2014)

It’s 1964, and Sunny’s town is being invaded.  Or at least that’s what the adults of Greenwood, Mississippi, are saying. All Sunny knows is that people from up north are coming to help people register to vote.  They’re calling it Freedom Summer. Sunny has a new stepmother, a new brother, and a new sister crowding her life, giving her little room to breathe. And things get even trickier when Sunny and her brother are caught sneaking into the local swimming pool–where they bump into a mystery boy whose life is going to become tangled up in theirs.”

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Aisha Saeed: “Written in the Stars” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2015)

“Naila’s conservative immigrant parents have always said the same thing: She may choose what to study, how to wear her hair, and what to be when she grows up—but they will choose her husband. Following their cultural tradition, they will plan an arranged marriage for her. And until then, dating—even friendship with a boy—is forbidden. When Naila breaks their rule by falling in love with Saif, her parents are livid. Convinced she has forgotten who she truly is, they travel to Pakistan to visit relatives and explore their roots. But Naila’s vacation turns into a nightmare when she learns that plans have changed—her parents have found her a husband and they want her to marry him, now! Despite her greatest efforts, Naila is aghast to find herself cut off from everything and everyone she once knew. Her only hope of escape is Saif . . . if he can find her before it’s too late.”

Nancy Garden: “Annie on my Mind” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 1982)

“This groundbreaking book is the story of two teenage girls whose friendship blossoms into love and who, despite pressures from family and school that threaten their relationship, promise to be true to each other and their feelings.”

Emily M. Danforth: “The Miseducation of Cameron Post” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2012)

“When Cameron Post’s parents die suddenly in a car crash, her shocking first thought is relief. Relief they’ll never know that, hours earlier, she had been kissing a girl. Cam is soon forced to move in with her conservative aunt Ruth and her well-intentioned but hopelessly old-fashioned grandmother. Survival in Miles City, Montana, means blending in. Then Coley Taylor moves to town. Beautiful, pickup-driving Coley is a perfect cowgirl with the perfect boyfriend to match. She and Cam forge an unexpected and intense friendship — one that seems to leave room for something more to emerge. But just as that starts to seem like a real possibility, ultrareligious Aunt Ruth takes drastic action to ‘fix’ her niece.”

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Shaun David Hutchinson: “At the Edge of the Universe” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2017)

“Tommy and Ozzie have been best friends since the second grade, and boyfriends since eighth. Then, Tommy vanished. More accurately, he ceased to exist, erased from the minds and memories of everyone who knew him. Everyone except Ozzie. When Ozzie is paired up with the reclusive and secretive Calvin for a physics project, it’s hard for him to deny the feelings that develop between them, even if he still loves Tommy. But Ozzie knows there isn’t much time left to find Tommy.”

Andrew Smith: “Stick” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2011)

“Fourteen-year-old Stark McClellan (nicknamed Stick because he’s tall and thin) is bullied for being “deformed” – he was born with only one ear. His older brother Bosten is always there to defend Stick. But the boys can’t defend one another from their abusive parents. When Stick realizes Bosten is gay, he knows that to survive his father’s anger, Bosten must leave home.”

Elly Swartz: “Finding Perfect” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2016)

“Molly’s mother leaves the family to take a faraway job with the promise to return in one year. Molly knows that promises are often broken, so she hatches a plan to bring her mother home: Win the Lakeville Middle School Slam Poetry Contest. Molly’s sure her mother would never miss that. Right…? But as time goes on, writing and reciting slam poetry become harder. Actually, everything becomes harder as new habits appear, and counting, cleaning, and organizing are not enough to keep Molly’s world from spinning out of control.”

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Wendelin Van Draanen: “The Running Dream” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2011)

“Jessica thinks her life is over when she loses a leg in a car accident. She’s not comforted by the news that she’ll be able to walk with the help of a prosthetic leg. Who cares about walking when you live to run? As she struggles to cope with crutches and a first cyborg-like prosthetic, Jessica feels oddly both in the spotlight and invisible. People who don’t know what to say, act like she’s not there.”

Sarah Miller: “Miss Spitfire. Reaching Helen Keller” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2007)

“Annie Sullivan was little more than a half-blind orphan with a fiery tongue when she arrived at Ivy Green in 1887. Desperate for work, she’d taken on a seemingly impossible job — teaching a child who was deaf, blind, and as ferocious as any wild animal. But Helen Keller needed more than a teacher. And if anyone was a match for Helen, it was the girl they used to call Miss Spitfire.”

Ginny Rorby: “Hurt go happy” (noch keine deutschsprachige Ausgabe, 2006)

“Thirteen-year-old Joey Willis is used to being left out of conversations. Though she’s been deaf since the age of six, Joey’s mother has never allowed her to learn sign language. Everything changes when Joey meets Dr. Charles Mansell and his baby chimpanzee, Sukari. Her new friends use sign language to communicate, and Joey secretly begins to learn to sign. But as Joey’s world blooms with possibilities, Charlie’s and Sukari’s choices begin to narrow–until Sukari’s very survival is in doubt.”

Thorsten Dönges – Künstlerische Leitung des queeren Literaturfestivals “Empfindlichkeiten”, Literarisches Colloquium Berlin

Thorsten Dönges, Literarisches Colloquium Berlin, Foto von Mandy Seidler

Thorsten Dönges, Literarisches Colloquium Berlin, Foto von Mandy Seidler

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In all times men have been in love with men, women with women.

As E.M. Forster wrote: „There always have been people like me and there always will be“.

Christopher Isherwood called EM Forster the great prophet of our tribe. So have these people really aways been forming one tribe? One community? Or is it much more complicated?

I am glad that so many writers, scientists, translators, friends are joining our festival „Empfindlichkeiten“. In our times, there is maybe something many [queer] people might have in common. It is the experience of what we call Coming Out – and usually you don´t tell your Mama: “Listen, Mama, I am hetero, but don´t be sad or angry…”

Maybe these people even in our days are the people who know how it feels to look different or to walk hand in hand with another person and to be afraid of hostile reactions. There still is homophobia and there is transphobia – in Africa, Russia and Orlando. And in Europe, Germany and Berlin.

We have asked the participants of this festival, writers and scientists, to write short essays on our subject. Many of the essays we received reflect on political questions, on history and they think about which writers could be part of a kind of queer literary tradition. And there is the discussion, how integrated and normalized – or how dissident, subversive and radical queer life should be these days.

…and let me celebrate those who have made this festival possible, with their work, their enthusiasm, their help:
Thank you Samanta Gorzelniak. Christine Wagner, Laura Ott. Mandy Seidler. Samuel Matzner. Yann Stutzig. Ronny Matthes. Christian Schmidt. Thank you Florian Höllerer. Thank you, dear colleagues. Thank you Siegessäule for being our media partner! Thank you: JAK Slovenian Book Agency, Pro Helvetia. Canadian Embassy. Antidiskriminierungsstelle des Bundes. S Fischer Stiftung. Kulturstiftung des Bundes

Thorsten Dönges’ opening speech – shortened version

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Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 16.07.2016, Berlin. Foto von Tobias Bohm.

Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 16.07.2016, Berlin. Foto von Tobias Bohm.

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Thorsten Dönges, geboren 1974 in Gießen, studierte Germanistik und Geschichte in Bamberg. Seit 2000 ist er Mitarbeiter des Literarischen Colloquiums Berlin, wo er im Programmbereich insbesondere für die neuere deutschsprachige Literatur zuständig ist.

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Ich habe das Literaturfestival “Empfindlichkeiten” als Liveblogger begleitet; und sprach kurz vor Eröffnung mit Thorsten Dönges über Vorgeschichte und Ursprünge des Programms. Samanta Gorzelniak, Thorstens Partnerin in der Künstlerischen Leitung des Festivals, hat schriftlich auf meine Fragen geantwortet (Link hier). Mit Thorsten hatte ich ein zwangloses Gespräch. Hier ein – gekürztes – Protokoll/Transkript:

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Thorsten Dönges: Vor ein paar Jahren las ein Münchner Schriftsteller, Hans Pleschinski, hier am LCB aus seinem Thomas-Mann-Roman “Ludwigshöhe”. Es geht um alles Mögliche: Düsseldorf, die Aufarbeitung deutscher Vergangenheit… und eben auch: eine schwule Liebesgeschichte. Am nächsten Tag stand ich in der LCB-Küche. Und ein Kollege sagte, ganz freundlich: “Das war ja ein schwuler Abend, gestern.”

Da machte es Klack. Niemand würde nach einem Abend, bei dem ein Buch mit heterosexueller Liebesgeschichte vorgestellt wird, sagen: “Was für ein Hetero-Abend gestern. Schon spannend!” Mir wurde klar, dass die Rezeption einfach anders ist – und damit sicher auch der Schreibprozess. Autoren fragen sich: “Für wen schreibe ich das? Wer wäre vielleicht sogar dagegen, falls in meinem Roman ein Frauenpaar auftaucht?” Was macht das mit dem Text – mit der Produktion, und mit der Rezeption?

Es gab so viele Abstimmungen in den letzten Jahren: Ein Land führt die Ehe für alle ein. Andere lehnen sie ab. Schriftsteller beobachten das sehr wach. Sie nehmen daran teil – doch wie mischt man sich ein, als Autor? Dichter in Russland, deren Arbeit dann plötzlich als jugendgefährend gilt, als homosexuelle Propaganda… das sind so unterschiedliche Arbeits- und Schreib-Bedingungen…

“Autorentreffen”, das heißt: 20 oder 30 Leute sitzen um einen Tisch und sagen “Mir geht es folgendermaßen, als lesbische Autorin” – “Mir geht es anders. Ich will gar nicht so sehr als lesbische Autorin wahrgenommen werden.” – “Ich aber sehr wohl! Ich kämpfe total.” Das fand ich spannend – aber nicht spannend genug. Also sagten wir: Wir machen ein Festival. Wo dieser Austausch vorkommt. Aber eben auch: Performances, Musik, Lesungen – ein größerer Rahmen.

Hubert Fichte fragt in “Die zweite Schuld”: Gibt es einen Stil der homosexuellen Literatur? Henry James, dieses indirekte Sprechen… und das ist unser Aufhänger, als These und kleine Provokation. Klar, dass niemand antwortet „Zeig mir fünf Zeilen eines Schriftstellers und ich weiß: Sie ist lesbisch – oder eine Hetera mit acht Kindern.“ Doch als Gedankenspiel, um die Diskussion zu öffnen, fand ich Fichtes Frage interessant. Warum überhaupt Fichte? Ich weiß: Er wird selten übersetzt und hat international wenig Einfluss. Aber seine Geschichte mit dem LCB… in „Die zweite Schuld“ gibt es dieses große Interview mit Walter Höllerer. Er schreibt über die Anfänge des Hauses und die etwas niedliche Art, eine Schreibschule zu installieren.

Was mich herausforderte: Fichte liebt die Provokation – und denkt, die sind dort eigentlich alle… Fichte hatte überall diesen Homophobie-Verdacht: bei Grass und all den Lehrern hier. Er konfrontiert sie alle damit. „Wie haltet ihr es eigentlich so mit Arschfickern?“ Das wäre ein Satz, den er benutzt hätte, 1963. Und gerade das wieder hier ins Haus reinzubringen, fand ich sehr…

Ich hätte gern noch Alan Hollinghurst hier gehabt: Er schreibt an einem neuen Buch und sagte sehr britisch-freundlich ab. Genauso Ali Smith. Murathan Mungan, der wichtigste… ein enfant terrible in der Türkei. Meine Ko-Kuratorin Samanta Gorzelniak und ich haben uns gut ergänzt. Uns beiden lagen Autor*innen am Herzen, die der andere noch gar nicht kannte. Ich selbst mag Gunther Geltingers Bücher und freue mich sehr, dass er dabei ist. Antje Rávic Strubels aktuelles Buch, „In den Wäldern des menschlichen Herzens“, ist großartig. Aber das ist gemein: Wenn ich jetzt einzelne heraushebe.

Ich hatte noch nie vor einem Projekt so viel Respekt – denn irgendjemand fühlt sich immer ausgeschlossen. Oder alle sagen: „Kalter Kaffee: Wir haben doch schon Gleichgestellung.“ Doch die Reaktionen und die Essays und Statements der eingeladenen Autor*innen fand ich großartig – wie viel Herzblut. Und auch, 2016: wie viel Ratlosigkeit.

Wir wollten anfangs ein europäisches Festival. Asien, das wäre nochmal ein ganz anderes… das hätte mich überfordert. Aber dann weitete es sich aus: Wir wollten nach Russland schauen. So kam Masha Gessen ins Spiel – die aber in New York lebt. Dann Ricardo Domeneck – der aus Brasilien kommt, aber in Berlin lebt. Das waren finanzielle Grenzen. Am Anfang schrieben wir von “europäischen Autor*innen”. Jetzt sind wir international. Man könnte auch Michael Cunningham aus den USA einladen. Leute aus Vietnam, Thailand. Wäre sicher spannend – was Japaner zu unseren Fragestellungen sagen. Ob man überhaupt Leute findet, die gern kämen.”

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all my 2016 interviews on Queer Literature:

…and, in German:

Kuratoren & Experten am Literarischen Colloquium Berlin: 

Queer Literature: “Empfindlichkeiten” Festival 2016:

Queere Literatur 2016: “Schrift”, “Maske”, “Körper” – drei [neue] Diskussionspanels auf dem Literaturfestival “Empfindlichkeiten” (LCB Berlin)

Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 15.07.2016, Berlin. Foto: Tobias Bohm

Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 15.07.2016, Berlin. Foto: Tobias Bohm

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Queere Literatur – aus Europa und der Welt: Vom 14. bis 16. Juli 2016 veranstaltet das Literarische Colloquium Berlin (LCB, am Wannsee) ein Festival zu Homosexualitäten – “Empfindlichkeiten” (mehr Infos in der Spex und auf der LCB-Website).

Ich begleite das Festival als Liveblogger.

Der Freitag Vor- und Nachmittag gehörte drei großen, knapp zweistündigen Diskussions-Panels: “Maske”, “Körper” und “Schrift” [Link zu Statements, Fotos und Infos].

Am Folgetag – Samstag, 16. Juli – starten drei weitere, einstündige Diskussions-Panels: “Schrift”, “Maske”, “Körper”. Fotos vom Festival-Fotografen Tobias Bohm:

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14.00 Uhr: Schrift. Statements und Diskussion – mit: 

Alain Claude Sulzer (Basel)
Dieter Ingenschay (Berlin)
Édouard Louis (Paris)
Raziel Reid (Vancouver)
Kristof Magnusson (Berlin)

Moderation: Nina Seiler

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Statements aus der Diskussion, die mir im Gedächtnis blieben – schnell mitgetippt:

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I think literature is still a perfect art form to negotiate ideas of sexual identity. You don’t have to finance a movie: Writing is fairly cheap – and that’s what makes it so easy to express utopian ideas. – Kristof Magnusson

Young people are building their identities through the internet: There are infinite resources and information. The value of YA literature, now, is really to give them a sense of belonging und a sense of being less alone. – Raziel Reid

Schreiben ist für mich ein ästhetisches Verlangen. Es geht um den perfekten Satz und nichts anderes. – Alain Claude Sulzer.

When we talk about literature, we talk about privileged people: people who have time and energy to read novels. So when we talk about literature, we should always talk about the problems and the failures of literature – the people that literature can’t reach. The words don’t always BUILD us – sometimes, they completely fail. – Edouard Louis

We are never a woman, we are never gay, we are never black – we always fail, and that’s why we suffer: These institutions don’t work. There’s always the gap between us and the language that we’re using. These [labels and standards, for example: the concept/ideal of ‘masculinity’] never work. And maybe, the suffering comes from this failure, this distance. – Edouard Louis

…and, from the audience, Abdellah Taia remarked how often (supposed) “humour” is used to belittle, shame and be aggressive against queer people. Taia: “Sometimes, the best thing you can do is to get naked in front of all of them and say: ‘Now you can laugh’.”

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Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 16.07.2016, Berlin

Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 16.07.2016, Berlin

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Tobias Bohms Fotos vom zweiten Panel:

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15.00 Uhr: Maske. Statements und Diskussion – mit: 

Mario Fortunato (Roma)
Dmitry Kuzmin (Riga)
Suzana Tratnik (Ljubljana)
Luisge Martín (Madrid)

Moderation: Franziska Bergmann

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Statements aus der Diskussion, die mir im Gedächtnis blieben – schnell mitgetippt:

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Re-reading my own texts, I notice that in my writing, I’m revealing myself to myself in some ways that I never knew about. It’s like psychotherapy. – Suzana Tratnik

I’m a writer. I am absolutely gay. But I’m not an absolutely gay writer. I have plenty of other identities. – Luisgé Martin

To me, James Baldwin’s “Giovanni’s Room” is book about heterosexist normativities inherent to both the character and the author, damaging and ruining everything. – Dmitry Kuzmin

The very act of saying “clearly” is problematic. Who is saying that? How can he say that? – Dmitry Kuzmin

We live in this stupid society: The main part is: Expose yourself, be naked, go on television, do something completely stupid so people will talk about you. And writers are forced by the industry to get more and more on stage. Yesterday, an audience member asked us if our publishers ever censored us. But no, on contrary – they say: “Go on! Use strong words and be as vulgar as possible!” I’m sorry – I’m not interested in audiences. I have never in my life written one word thinking about my audience: I write because…. because… because… I don’t know. I like it, it’s interesting and it’s making me money, so I continue: It’s much better than working! Every time a book of mine comes out, I say: No – I don’t want to do any promotion for this book. I do refuse this industry. This kind of mass market. – Mario Fortunato

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Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 16.07.2016, Berlin

Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 16.07.2016, Berlin

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Tobias Bohms Fotos vom dritten Panel:

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17.00 Uhr: Körper. Statements und Diskussion – mit: 

Niviaq Korneliussen (Nuuk)
Masha Gessen (New York)
Izabela Morska (Gdańsk)
Ricardo Domeneck (São Paulo / Berlin)

Moderation: Dirk Naguschewski

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Statements aus der Diskussion, die mir im Gedächtnis blieben – schnell mitgetippt:

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I’m a 26-year old queer female writer from Greenland. Most other Greenlandic writers are male – and over 100. Very masculine writers who write about nature and being a proud Greenlander. Almost everyone in Greenland has read my book – and it’s not about being a proud Greenlander at all. It’s about being queer, and about finding home in countries other than Greenland. – Niviaq Korneliussen

It’s a privilege to talk about queer people openly, in the media. – Niviaq Korneliussen

People have a strange view of Brazil because women get naked there on five days a year. But it’s the biggest catholic country in the world: For women, for blacks and for homosexuals, it’s an extremely dangerous country. – Ricardo Domeneck

When I speak up and write, I often get messages that say: ‘Please don’t bring this disease of political correctness into Brazil’ – and these messages are always from white heterosexual men. – Ricardo Domeneck

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Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 16.07.2016, Berlin

Empfindlichkeiten-Festival, LCB, 16.07.2016, Berlin. Foto: Tobias Bohm

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all my 2016 interviews on Queer Literature:

…and, in German:

Kuratoren & Experten am Literarischen Colloquium Berlin: 

Queer Literature: “Empfindlichkeiten” Festival 2016:

Queere Literatur 2016: Angela Steidele

Dr. Angela Steidele. Foto: Ben Chislett, Matthes und Seitz

Dr. Angela Steidele. Foto: Ben Chislett, Matthes und Seitz

Queere Literatur – aus Europa und der Welt: Vom 14. bis 16. Juli 2016 veranstaltet das Literarische Colloquium Berlin (LCB, am Wannsee) ein Festival zu Homosexualitäten – “Empfindlichkeiten” (mehr Infos in der Spex und auf der LCB-Website).

Ich werde das Festival als Liveblogger begleiten… und stelle bis Sonntag mehreren Künstler*innen, Autor*innen und interessierten Besuchern kurze Fragen über Queerness, Widerstand und das Potenzial homosexueller Literatur.

Den Anfang machten Katy Derbyshire (Link) und Kristof Magnusson (Link). Jetzt…

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Dr. Angela Steidele, Germanstin, Historikerin, Sachbuch- und Romanautorin und, beim Festival “Empfindlichkeiten”:

  • Freitag, 15. Juli, 11 Uhr auf dem Podium “Maske”, mit Ahmet Sami Özbudak (Istanbul), Hilary McCollum (Donegal), Thomas Meinecke (Eurasburg), Robert Gillett (London); Moderation: Franziska Bergmann
  • danach, ab 17 Uhr: mit einer literarischen Kurzlesung auf der Gartenbühne

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Angela Steidele wurde 1968 in Hamburg geboren. Sie studierte in Hildesheim und promovierte 2002 in Siegen. 2004 erschien das Sachbuch “In Männerkleidern” [unten hier im Blogpost: mehr!], 2011 “Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sybille Mertens”, 2015 ihr erster Roman, “Rosenstengel” (…über den historischen Fall, den sie bereits in “In Männerkleidern” behandelte). Sie lebt in Köln.

Angela Steidele auf Wikipedia  |  Angela Steidele bei Perlentaucher

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01_Eine eigene Arbeit, ein Text, Link oder Bild, der/das mich vorstellt und/oder der/das einen Blick wert ist:

Das Titelbild und die Rückseite meines Romans “Rosenstengel”:

Cover und Backcover von Angela Steideles Roman "Rosenstengel", erschienen bei Matthes und Seitz

Cover und Backcover von Angela Steideles Roman “Rosenstengel”, erschienen bei Matthes und Seitz

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02_Das Queerste, das ich in meiner Kindheit sah oder kannte…

… waren die beiden Mitarbeiterinnen der katholischen Leihbibliothek, die ich sehr mochte und die “nur aus wirtschaftlichen Gründen” zusammenlebten.

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03_Ein queeres Buch, das mich beeinflusst hat (und wie?)…

“Orlando” von Virginia Woolf – einer der schönsten und gelungensten und ästhetisch anspruchsvollsten Romane der Weltliteratur. Nicht nur, weil das Buch – auch – eine Liebeserklärung an Woolf’s Geliebte Vita Sackville-West ist. Es ist v. a. ein Buch über das prinzipielle Scheitern jedes Versuchs, eine Biographie zu schreiben. Der Erzähler beginnt als viktorianischer Positivist, der Orlandos Biographie schildern will, und je weiter er in der abenteuerlichen, nicht vermittelbare Lebensgeschichte Orlandos kommmt, desto stäkrer bezweifelt er sein eigenes Vorhaben, bis er schließlich nicht mehr weiter weiß: eine im doppelten Sinne “queere” Biographie, die die Biographie als Gattung für unmöglich erklärt und gleichzeitig augenzwinkernd viel über Vita Sackville-West – und Virginia Woolf – erzählt. Und mir als Biographin grundsätzlich den Weg weist.

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04_Ein anderes Stück queerer Kultur [andere Kunstformen], das mich beeinflusst hat (und wie?)…

Shakespeare rauf und runter! Alle Musikdramen von Richard Wagner, Händels Opern, Monteverdis “Orfeo”, natürlich Mozart (Così fa tutte!). Strauss’ “Rosenkavalier’. Alle früheren Kastratenrollen, die dann im 20. Jahrhundert von Frauen gesungen wurden (um jetzt leider wieder von Countertenören übernommen zu werden – ein queerer Rückschritt!). Als ich mit 12 Jahren den Hollywoodstreifen “Queen Christina” (1933) mit Greta Garbo in der Hauptrolle sah – war’s um mich geschehen. Ach und nicht zu vergessen: ‘Some like it hot’ – für die Ewigkeit!

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05_Mich ehrt, wenn meine Arbeiten in einer Buchhandlung oder Ausstellung neben folgenen Autor*innen stehen:

“Steidele, Angela” macht sich im Alphabet neben “Stein, Gertrude” sehr gut.

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06_Zu viele Menschen denken bei „Homosexualität“ zuerst oder fast nur an schwule Männer. Ich wünschte, stärker in den Fokus rücken…

Der Satz ist richtig: Wir Lesben haben immer noch gewaltig Nachholbedarf an Sichtbarkeit. Die Verlagerung des Fokus von “schwul” auf “queer” verlängert die öffentliche Unsichtbarkeit lesbischer Frauen und kann als moderne Variante von Frauen- und Lesbenfeindlichkeit interpretiert werden.

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07_Ein queerer Moment in Berlin (oder in Deutschland), an den ich mich lange erinnern werde:

Als unsere Kölner Standesbeamtin erklärte: “Aus rechtlichen Gründen muss ich jetzt immer von einer ‘Eingetragenen Lebenspartnerschaft’ sprechen. Ich habe das hiermit einmal getan – und werde fortan ‘Ehe’ sagen.”

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08_Folgende Expert*innen, Autor*innen, Aktivisit*innen, folgende Orte, Institutionen und Diskurse haben mein (Selbst-)Verständnis beeinflusst oder geprägt:

Mein Doktorvater Prof. Dr. Wolfgang Popp und sein Forschungsschwerpukt ‘Homosexualität und Literatur’ an der Uni-GH Siegen. Die in den 1990-er Jahren dort alle zwei Jahre stattfindenden Tagungen waren intellektuelle Höhepunkte und zugleich Ermutigungen, in einem damals noch belächelten Sachgebiet ernsthafte Forschungen zu betreiben, die alle (nicht nur die LGTB-Community) etwas angehen.

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09_Folgende Expert*innen, Autor*innen, Aktivisit*innen, Orte, Institutionen, Themen verdienen mehr Aufmerksamkeit/Zuwendung:

Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Lesben in NRW, Düsseldorf
Frauengeschichtsverein Köln
Centrum Schwule Geschichte Köln

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10_Ein heterosexueller Ally/Verbündeter, dem ich dankbar bin und/oder den ich schätze:

Prof. Dr. Dan Wilson, dessen grundlegendes, kluges und originelles Buch “Goethe Männer Knaben. Ansichten zur ‘Homosexualität’ (Insel Verlag) ich zusammen mit ihm bearbeiten und übersetzen durfte.

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11_Ein Gast beim „Empfindlichkeiten“-Festival, auf den ich mich besonders freue:

Kristof Magnusson – er betritt den Raum und schon hagelt die erste geistreiche Pointe.

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12_Eine politische oder öffentliche Figur, über die wir dringend mehr reden müssen. Und eine, über die wir weniger reden sollten:

Wir sollten viel weniger über die ganze AfD reden – die boykottieren die Medien, warum boykottieren die Medien sie nicht umgekehrt?

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13_Eine queere Figur, ein queerer Star oder eine queere Geschichte aus dem Mainstream, über deren Popularität/Strahlkraft ich mich freue:

Athene, Dionysos, Apollo, Sappho, Christina von Schweden, Ludwig II. von Bayern, Richard Wagner, Oscar Wilde, Virginia Woolf, Greta Garbo, Marlene Dietrich, Cathérine Deneuve, Miss Piggy, Ernie und Bert, Dick und Doof.

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14_Am Literarischen Colloquium Berlin…

Dem lcb verdanke ich eine ganz entscheidende Ermutigung zur Ausweitung meines Werks. 2011 habe ich mich – damals noch reine Sachbuchautorin – mit 50 Manuskriptseiten (mehr hatte ich nicht) meines ersten Romanversuchs “Rosenstengel” um den Alfred-Döblin-Preis beworben, den Günter Grass gestiftet hat und den das lcb alle zwei Jahre auslobt. Dabei spielt man dann am Wannsee ein bisschen das Wettlesen von Klagenfurt nach. Aus über 500 Einsendungen wurde mein Manuskript herausgefischt und ich durfte an der Finalrunde (die letzten sechs) teilnehmen. Gewonnen habe ich an dem Tag zwar nicht den Preis, dafür aber, nach vielen Gesprächen dort, den Mut, diesen Roman tatsächlich zu schreiben. Für mich persönlich war das der Durchbruch zu einer neuen Ästhetik, beruflich als Autorin habe ich auf dem Markt eine größere Sichtbarkeit gewonnen (all die überaus verdienstvollen SachbuchautorInnen gehen ja unverdienterweise unter) , und dann gab’s auch noch den Bayerischen Buchpreis 2015. – Es lebe das lcb!

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15_Ein queeres literarisches Event, das ich mir wünsche:

Es gibt eines, dem ich noch viel mehr Beachtung wünsche: Das “Querlesen” im Musikdorf Ernen in der Schweiz. Es findet jedes Jahr Ende Juli in diesem wunderschönen Dorf im Goms/Wallis statt, also zB. jetzt am 23./24. Juli. “Wir” übernehmen dann dieses wunderschöne Schweizer Bergdorf, tagsüber wandert man am Aletschgletscher mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau, abends hört man ein klassisches Konzert in der Barockkirche oder besucht eine Lesung – geht’s schöner im Sommer?

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16_Ein queeres guilty pleasure in meinem Leben:

Bei meiner Unschuld – ich weiß nicht einmal, was ein ‘queeres guilty pleasure‘ ist! Hört sich allerdings vielversprechend an. Vielleicht kann es mir bei den “Empfindlichkeiten” eine erklären, zeigen oder gar – beibringen?

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17_Queere Texte handeln oft von Sexualität, Identität/Selbstfindung und Diskriminierung. Andere Themen/Fragen, denen ich in queeren Texten mehr Gewicht wünsche:

Dem würde ich widersprechen. Viele Werke der zu den “Empfindlichkeiten” anreisenden AutorInnen handeln von weitaus mehr als der eigenen Nabelschau. Und umgekehrt gilt: Welcher Mainstream-Roman funktioniert ohne Liebesgeschichte?

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18_Ein Staat, eine Stadt, Region, Kultur oder eine Szene, aus der ich wichtige queere Impulse erhalte (welche?) oder über die wir mehr sprechen müssen:

Der rheinische Karneval ist tatsächlich subversiver als manche CSD-Demo. Das ganze Köln (nicht nur die Community) ist dann durch und durch queer. Das fängt bei der kölschen Jungfrau an (Teil des Dreigestirns zusammen mit Prinz und Bauer), die immer von einem Mann verkörpert werden muss und hört beim “Stippeföttchetanz” (Po an Po reiben) der Roten Funken (eine Karnevalsgarde, mit den komischen Uniformen) noch lange nicht auf. Ganz Köln ergibt sich einer Anarchie, die jedwede Normen, Gesetze, Annahmen, was ‘normal’ ist, sprengt – die Kategorie “Geschlecht” gehört stets zu den allerersten Grenzen, die eingerissen werden. Wer wirklich einmal wissen will, wie eine völlig queere Stadt enthemmt tanzt, säuft und feiert, muss zu Weiberfastnacht mal kommen und bis zur Nubbelverbrennung am Dienstag Abend bleiben. Ich geh übrigens zu Karneval immer als Skilangläuferin – weg von Köln.

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19_Wenn Universitäten und Akademiker auf queere Diskurse (und: Gender-Diskurse) blicken, denke ich…

…dass dann zu viel von “intersektionell” und “Queerness” die Rede ist. Auch die ästhetischen Unworte “Performanz” und “Performativität” wurden jetzt etwas lang schon durchdekliniert. Es ist tief bedauerlich, dass die akademische Genderforschung null Relevanz für Gesellschaft und Alltagsleben besitzt und praktische Emanzipationsbestrebungen von Frauen, Lesben, Schwulen, Trans* usw. politisch gesehen im Stich lässt.

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20_Ein Mensch (oder, abstrakter: eine Eigenschaft/ein Wesenszug), den ich sehr sexy finde:

Humor. (O, hallo Kristof, schön dich zu sehen!)

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21_Kulturvermittler*innen, Institutionen, Journalist*innen machen, nach meiner Erfahrung, im Umgang mit queerer Kultur manchmal folgenden Fehler:

Zu denken, es hätte nichts mit ihnen selbst zu tun.

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22_Wie/wo/wann profitierte ich künstlerisch von meiner eigenen Queerness? Und steht/stand sie mir je im Weg, war sie je eine Schwierigkeit für mich?

“Women only stir my imagination”. Diesem Satz von Virginia Woolf habe ich nichts hinzuzufügen (sorry, Kristof!). – Als promovierte Literaturwissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt “Geschichte der weiblichen Homosexualität” hatte ich im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts nur geringe Chancen auf eine Stelle im deutschsprachigen Wissenschaftsbetrieb. Nach dem Motto “Krisen neu bewerten” bin ich heute froh darüber. Als Autorin hatte ich eventuell sogar Vorteile – Mainstreamverlage zB schmücken sich mittlerweile auch ganz gern mit ein paar Exoten.

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23_Eine Video-Kampagne, die queere Jugendliche vom Selbstmord abhalten will, verspricht: „It gets better.“ DOES it get better? Wo und für wen? Wann/wie wurde es für dich besser? Was muss noch anders/besser werden?

Mein Coming-out war wie ein zweites Geborenwerden, eine Befreiung, und ich wünsche allen Jugendlichen von Herzen, Mut zu sich zu haben, egal, wen und wie sie lieben. Und uns Großen wünsche ich den Mut, immer und überall zu zeigen, wen und wie wir lieben. Ob Lehrerinnen an Schulen oder Profi-Fußballer: Wir selber müssen uns selber noch viel selbstverständlicher werden, bevor wir anderen selbstverständlich werden.

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Angela Steidele war 2006 und 2007 Gastdozentin an der Universität Hildesheim. 2005 leitete ich dort ein Kreatives-Schreiben-Tutorium für Erstsemester, die fünf Monate lang über die Uni und ihren Alltag schrieben, für das Gruppenprojekt “Kulturtagebuch – Leben und Schreiben in Hildesheim”.

Hanns-Josef Ortheil lud Angela Steidele ein, in einem Seminar ihr Buch “In Männerkleidern” vorzustellen.

Einer der Studenten schrieb damals beeindruckt:

“Angela Steidele, eine diplomierte Kulturwissenschaftlerin, wird ihr Buch „In Männerkleidern“ vorstellen. Eine wissenschaftliche Biografie über Catharina Margaretha Linck, bekannt als Anastasius Lagrantinus Rosenstengel. Mehr hat Ortheil letzte Stunde nicht gesagt, und mehr muss man auch gar nicht wissen: Die Story, die sich aus diesen beiden Namen ergibt, ist reizvoll genug. Eine Frau verkleidet sich als Mann, heiratet, dann kommen Inquisition und Gefängnis und das bittere Ende. Das alles aber nicht als pseudo-dokumentarischer Historienroman mit dem „Ich war dabei!“-Gestus, sondern solide belegt an historischen Quellen, verfasst von einer Kuwi-Absolventin. Das klingt so grundlegend widersinnig, das muss ich mir anhören.

[…] Boah, was für eine Frau! Aber warum? Ich glaube, weil sie etwas verkörpert, das Hildesheim oft fehlt: Unaufgeregtheit, Bescheidenheit, Forschergeist, Selbstironie, Nachdenklichkeit… Angela Steidele setzt allen Ringelsocken und Regenbogenstulpen und Cordjacketts und Rock-über-Hose, aller lärmend zur Schau gestellten Individualität und allem penetrant zelebrierten Lesbentum die höfliche Zurückhaltung (ja, das trifft es: Höflich ist diese Zurückhaltung!) eines gefestigten Charakters entgegen. Klar: Hinterher werden manche sagen, Steidele habe bieder gewirkt, wie eine Lehrerin, nicht extravagant genug. Ein kleinakademisches Pflänzchen am Wegesrand. Schwachsinn, sage ich: Diese Frau hat gestrahlt, aus der Ruhe und Selbstgewissheit heraus, etwas zu tun, das ihr nicht nur Spaß macht, sondern ganz nebenbei (oder doch hauptsächlich?) auch schön und gut und wahr ist – eine echte Wissenschaftlerin. Wenn ich es mir recht überlege, möchte ich werden wie Angela Steidele. Zwar möchte ich ständig wie irgend jemand anderes werden, und diese Idole unterscheiden sich auch immer grundlegend, doch heute Abend möchte ich werden wie sie: unaufgeregt, selbstgewiss, klug und menschlich. Gebt mir mehr Adjektive für unspektakuläres Wohlgefallen! Gebt mir mehr Adjektive für schlichte Sympathie!”

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all my 2016 interviews on Queer Literature:

…and, in German:

Kuratoren & Experten am Literarischen Colloquium Berlin: 

Queer Literature: “Empfindlichkeiten” Festival 2016:

Homosexualität am Literarischen Colloquium Berlin: Ronny Matthes vom Festival “Empfindlichkeiten” im Interview

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fürs Festival "Empfindlichkeiten": Ronny Matthes

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fürs Festival “Empfindlichkeiten”: Ronny Matthes

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Queere Literatur – aus Europa und der Welt: Vom 14. bis 16. Juli 2016 veranstaltet das Literarische Colloquium Berlin (LCB, am Wannsee) ein Festival zu Homosexualitäten – “Empfindlichkeiten” (mehr Infos in der Spex und auf der LCB-Website).

Ich werde das Festival als Liveblogger begleiten… spreche bis Sonntag mit Künstler*innen, Autor*innen und interessierten Besuchern über Queerness, Widerstand und das Potenzial homosexueller Literatur…

…und, zur Eröffnung, mit Ronny Matthes über das Potenzial und den Kontext des Festivals:

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Mein Name ist Ronny Matthes. Ich studierte Geistes- und Kunstwissenschaften. Sonst mache ich PR für die Verlage Albino und Bruno Gmünder und schreibe frei für das VICE-Magazin. Für „Empfindlichkeiten“ betreue ich die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

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Ist „Empfindlichkeiten“ das erste queere Festival des Literarischen Colloquiums? Warum jetzt?

Besser spät als nie! Das LCB ist die erste große öffentliche literarische Institution, die mit einem solchen Festival aufwartet, ja. Etwas Vergleichbares gab es in Deutschland noch nicht.

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Ihr habt knapp 40 Autor*innen, Künstler*innen, Performer*innen eingeladen. Es wird Lesungen geben, Gesprächsrunden – was noch?

Es gibt Lesungen, Performances, ein Puppenspiel (!), Diskussionen, Konzerte, Getränke und Speisen, DJ-Sets, Gespräche.

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Richten sich alle Programmpunkte ans erwachsene Publikum? Oder gibt es auch z.B. queere Jugendbücher? Und wird “Empfindlichkeiten” sehr akademisch – oder liegt auch queere Unterhaltungs- und Genre-Literatur im Fokus?

Wir haben einen Autor aus dem Genre Young Adult dabei, Raziel Reid. 2014 gewann er mit “Movie Star” (im engl. Original “When Everything Feels Like the Movies”) den kanadischen Governor General’s Literary Award für die Sparte “Jugendbuch” und löste damit einen Skandal aus – denn das Buch ist sehr explizit, hart, berührend, schrill, todtraurig.

Ich denke, dass es auch für junge Leute interessant wird: Die geladenen Gäste aus sehr unterschiedlichen Generationen – was man besonders in den Panels/Diskussionsrunden sieht: Da sitzt Ingenschay mit Sulzer mit Louis mit Reid mit Magnusson. Allzu akademisch, hoffe ich, wird es nicht. Sicherlich lassen sich viele Diskussionen nicht ohne spezifisches Vokabular führen. Aber mein Wunsch ist, dass das Festival allen zugänglich ist, auch sprachlich.

Als “queere Genreliteratur” verstehen sich sicherlich die wenigsten der geladenen Autor_innen. Viele sind ja bei Mainstream-Verlagen und nicht bei queeren/schwulen/lesbischen Kleinverlagen. Eher als: Queer, im Mainstream angekommen.

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Welche neuen und oder internationalen Namen legst du uns besonders ans Herz?

Saleem Haddad und Raziel Reid – sicherlich die neuesten und jüngsten Stimmen im Programm. Etablierter mittlerweile: Edouard Louis.

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Hast du aktuelle queere Buchtipps? Aus dem Festivalprogramm… und außerhalb?

Haddads „Guapa“ kommt hoffentlich bald auf Deutsch. Dann eben Reids „Movie Star“. Edouard Louis’ „Das Ende von Eddy“ ist gerade als Taschenbuch erschienen. Nicht auf dem Festival, aber von mir empfohlen: Karen-Susan Fessels „Bilder von ihr“ – ein Klassiker der lesbischen Literatur, neu aufgelegt. Außerdem „Wir Propagandisten“ von Gabriel Wolkenfeld und „Jetzt sind wir jung“ von Julian Mars.

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Hilft das LCB queeren Künstler*innen aus Ländern, die Homosexualität kriminalisieren? Wie?

Falls Einladen als Hilfe gilt: Wir kümmern uns um Visum, Unterbringung, Kost und Logis. Außerdem sind wir an einem langfristigen Kontakt mit diesen Autor_innen interessiert. (Wie mit allen, mit denen wir zusammenarbeiten.)

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Wie hat sich das Festival im Lauf der Planung verändert? Musstet ihr etwas umschmeißen oder neu denken? Worauf freust du dich besonders?

Die Kulturstiftung des Bundes hat das Projekt im Frühjahr 2016 bewilligt. Sicherlich fanden aber schon vorher Planungen statt. Ich wurde ins Boot geholt, als das Konzept schon stand: Die künstlerische Leitung liegt bei Thorsten Dönges und Samanta Gorzelniak. Ich freue mich besonders auf den Mix aus Lesungen, Diskussionen und Musik – weil es verspricht, keine akademische Selbstbespiegelung zu werden, sondern ein Festival für alle. Man kann sich die Rosinen herauspicken.

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Macht die Pressearbeit Mühe? Sind Nischen- und Szene-Plattformen offener fürs Festival – und wird Homosexualität noch immer zuerst als „sexuell“ gelesen/begriffen?

Presse fürs LCB macht Spaß und Mühe. Spaß, weil es bei den Medien einen Vertrauensvorschuss bringt, für eine etablierte Institution zu arbeiten: Man kennt sich und berichtet gern. Mühe, weil auch 2016 Medienvertreter_innen zusammenzucken, wenn das Wort “Homosexualität” fällt. Bei Medienvertreter_innen, die man persönlich kennt und die selbst schwul/lesbisch sind, ist der Zugang sicherlich einfacher. Der Queerspiegel [queere Sonderseiten im Berliner Tagesspiegel] z.B. widmet „Empfindlichkeiten“ eine Online-Serie mit Autoren-Statements und heute, Donnerstag, auch ein großes Print-Feature. Aber auch nicht-schwul/lesbische Medien waren interessiert – Zeitungen, Zeitschriften, Print und Online, Blogs und Radio.

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Warum der Titel „Empfindlichkeiten“?

Der Name kommt vom Roman- und Glossenzyklus “Die Geschichte der Empfindlichkeit” von Hubert Fichte.

Fichte hielt sich 1963/64 am Literarischen Colloquium auf und verarbeitete diese Zeit im dritten Band der Geschichte der Empfindlichkeit, dem Glossenband “Die Zweite Schuld”.

„Gibt es so etwas wie einen Stil der Homosexuellen, gibt es homosexuelle Romanciers im Gegensatz zu Schriftstellern mit homosexuellen Neigungen? Henry James veräppelt Mrs. Penniman, die Wörter kursiv setzt. Henry James setzt kursiv, in Anführungsstriche, in Klammern. Schwule Sprache ist uneigentlich, ist indirekte Sprache. Nirgends so viele Anführungsstriche wie auf dem Plakat zum Faschingsfest in der Stricherbar. Aber sind Sousentendus, Verfremdungen, Übertreibungen, Ironie, Travestie bei Henry James häufiger als bei Guy de Maupassant oder bei Norman Mailer – die Wahl der Beispiele drückt kein Qualitätsurteil aus –, es ist nur so schwer, erklärt heterosexuelle Schriftsteller zu finden. Von homosexuellen Autoren, von homosexueller Literatur sprechen, setzt voraus, daß es heterosexuellen literarischen Stil gibt, heterosexuelle Kriteria. Und: Kann es die Aufgabe der Literaturkritik sein, biologistische Kriterien zu kanonisieren, die von den Biologen jede Saison ausgewechselt werden?”

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Hubert Fichte starb 1986. Ist er wirklich noch immer das Nonplusultra für anspruchsvolle schwule Literatur, im deutschsprachigen Raum?

Als jemand, der sich viel mit schwulen Autoren beschäftigt: Fichte ist wichtig, aber auch outdated. In meinem Bekanntenkreis haben fast nur die Ü40-jährigen etwas von ihm gelesen. Das ist schade, denn gerade sein “Versuch über die Pubertät” ist ein zeitloser Text, der Pflichtlektüre in Schulen werden sollte.

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Outdated – inwiefern?

Die Sprache ist aus heutiger Sicht sehr unzugänglich, finde ich. Aus der Zeit gefallene Bilder, viel Stricherromantik, viel Klappen, viel heute-nicht-mehr-Existierendes aus der schwulen Subkultur der 70er und 80er.

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Viele Freunde von mir kennen ihn vom Namen her – aber wissen nicht, dass er schwul (bisexuell?) war, weil Zeitungsartikel oft viel über seine Freundschaft/Beziehung zur Fotografin Leonore Mau sprechen. Oder er wird als Hamburg-Autor, Lokal-Autor, Kneipen-, Szene-, früher Pop-Autor erinnert.

Fichte war ja jemand, der sein literarisches Schaffen gerade über die eigene Homo-/Bisexualität definierte. In meiner Eigenwahrnehmung habe ich immer mehr Fichte auf dem Schirm als Mau. Ich könnte mir aber erklären, warum es manche so wahrnehmen, als wenn Mau mehr rezipiert wird: Bild schlägt Text, ist zugänglicher, schneller erfassbar, mit einem Blick umfassend gesehen.

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Ist Fichtes „Die zweite Schuld“ lesenswert? Erfahre ich viel über das Literarische Colloquium vor 50 Jahren?

Das sind hinreißende Interviews (Fichtes große Stärke!) und Tagebuchskizzen. Übers LCB selbst erfährt man nicht so viel – vielmehr über die Personen, die es mit Leben füllten. Von bitterböse bis charmant, immer brutal ehrlich, selten schmeichelhaft, schildert Fichte die Menschen am LCB zur Gründungszeit. Wer etwas für Literaturgeschichte übrig hat, sollte es unbedingt lesen.

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Wo wird sonst in Berlin über queere Literatur gesprochen? Hast du Tipps?

Die „Literatunten“ und das „Queere Literarische Quartett“ im Prinz Eisenherz Buchladen sind die beiden “Institutionen”, die ich nennen und empfehlen kann. Sonst auch in den Feuilletons der Stadt, im Queerspiegel des Tagesspiegels und im Buchteil der Siegessäule.

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Erlebst du, dass sich Autor*innen verbitten, als queerer Autor gesehen, rezipiert, verstanden zu werden? Oder nimmt jeder dieses Label an?

Bisher hat sich niemand beschwert. Aber das wird sich sicher in den Diskussionen zeigen. Denn: What’s queer today is not queer tomorrow.

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Weißt du von ungeouteten prominenten Autor*innen? Oder ist das im Literaturbetrieb kein Thema?

Ich kenne nur Gerüchte um nicht-geoutete Fußballer. Ich glaube, in der Domäne Literatur ist das große Tabu um Homosexualität nicht mehr so wirkmächtig wie z.B. im Sport, in der Kirche, in der Armee…

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Wer sind für dich die wichtigsten queeren deutschsprachigen Stimmen, aktuell?

Sicherlich Antje Rávic Strubel, Alain-Claude Sulzer, verlegerisch Joachim Bartholomae, der sich selbst ja schon seit Jahrzehnten an den Fragen, die beim Festival verhandelt werden, abarbeitet.

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Wen würdest du gern das nächste Mal einladen? Gibt es ein nächstes Mal?

Falls es ein nächstes Mal gibt, was ich hoffe: definitiv Edmund White, solange er noch lebt, und Alexis De Veaux. Und unbedingt Garth Greenwell! Ein sehr vielversprechendes Debüt.

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Du bist selbst queer? Was macht queere Literatur mit dir? Und: Warum sollten Hetero-Leser*innen mitlesen, sich angesprochen fühlen?

Ich definiere mich selbst als schwulen Mann, kann aber mit dem Label „queer“ viel anfangen, sofern es nicht in die post-moderne Beliebigkeit rutscht. Hetero-Leser_innen sollten sich von queerer Literatur angesprochen fühlen, weil Fragestellungen, Probleme, Themen in viel queerer Literatur universell sind. Außerdem bereichert ein queerer Blick auf Altbekanntes den Horizont.

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Zu Menschen, die noch auf der Kippe stehen, ob sie „Empfindlichkeiten“ besuchen, sagst du…?

Eine Fahrt an den Wannsee hat noch keiner und keinem geschadet, und ihr werdet euch beim Durchblättern des Readers danach ärgern, wenn ihr seht, was für spannende Fragen verhandelt wurden. Empfindlichkeiten ist sicherlich die einmalige Chance, so viele queere Autor_innen auf einem Haufen zu sehen und tatsächlich mit ihnen diskutieren zu können – nicht nur Wasserglaslesungen zu sehen, sondern tatsächlich in den Diskurs zu treten. Außerdem verpasst ihr das beste Catering Kreuzbergs: Der Südblock kocht.

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all my 2016 interviews on Queer Literature:

…and, in German:

Kuratoren & Experten am Literarischen Colloquium Berlin: 

Queer Literature: “Empfindlichkeiten” Festival 2016: