Empfindlichkeiten

Queere Literatur 2016: Kristof Magnusson

Kristof Magnusson, Foto von Gunnar Klack

Autor Kristof Magnusson. Foto: Gunnar Klack

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Queere Literatur – aus Europa und der Welt: Vom 14. bis 16. Juli 2016 veranstaltet das Literarische Colloquium Berlin (LCB, am Wannsee) ein Festival zu Homosexualitäten – “Empfindlichkeiten” (mehr Infos in der Spex und auf der LCB-Website).

Ich werde das Festival als Liveblogger begleiten… und stelle bis Sonntag mehreren Künstler*innen, Autor*innen und interessierten Besuchern kurze Fragen über Queerness, Widerstand und das Potenzial homosexueller Literatur.

Den Anfang machte Katy Derbyshire (Link). Jetzt…

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…Kristof Magnusson – Autor, Übersetzer und, beim Festival “Empfindlichkeiten”:

  • am Samstag, 16. Juli, 14 Uhr auf dem Podium “Schrift”, mit Alain Claude Sulzer (Basel), Dieter Ingenschay (Berlin), Édouard Louis (Paris) und Raziel Reid (Vancouver); Moderation: Nina Seiler
  • danach, ab 19 Uhr: mit einer literarischen Kurzlesung auf der Gartenbühne

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Kristof Magnusson wurde 1976 in Hamburg geboren. Er machte eine Ausbildung als Kirchenmusiker und studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er übersetzt aus dem Isländischen, veröffentlichte die Romane “Zuhause”, “Das war ich nicht” und “Arztroman” und u.a. das Theaterstück “Männerhort” und lebt in Berlin.

Kristof auf Wikipedia  |  Kristof auf Goodreads

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01_Eine eigene Arbeit, ein Text, Link oder Bild, der/das mich vorstellt und/oder der/das einen Blick wert ist:

Mein Roman “Zuhause”.

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02_Wenn mich jemand „homosexueller Autor nennt…

…dann ist das insofern relevant, als bei meiner Arbeit meine Person und meine persönlichen Erfahrungen eine Rolle spielen. Ich schreibe zwar nicht unbedingt biografisch gefärbte Texte, aber etwas mit mir und meinem – homosexuellen – Selbst hat das schon immer zu tun. Ja, es besteht eine Differenz zwischen Werk und Autor, aber es ist eine durchlässige Trennung mit vielen Abstufungen.

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03_Das Queerste, das ich in meiner Kindheit sah oder kannte, war…

Etwas aus der Popkultur, das ich schon als Kind eindeutig als queer wahrnehmen konnte, war sicher der Pop-Act Frankie Goes To Hollywood. Das war nicht kryptisch und verklausuliert, sondern für jeden erkennbar queer. In meinem persönlichen Umfeld gab es queere Bekannte meiner Eltern und meiner großen Schwester, der Queerste jedoch war sicher mein Onkel Níels aus Island, der ein Kino hatte, in der Freizeit isländische Briefmarken gestaltete und in den Sommerferien nach Kopenhagen fuhr, um Antiquitäten zu kaufen.

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04_Ein queeres Buch, das mich beeinflusst hat…

Michael Chabon, Die Geheimnisse von Pittsburgh

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05_Ein anderes Stück queerer Kultur [andere Kunstformen], das mich beeinflusst hat…

Bildende Kunst von Bruce Nauman, und die Shows in Corny Littmanns “Schmidt Theater” auf der Reeperbahn.

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06_Ich wünschte, ich hätte in Sachen Homosexualität früher gelernt/gewusst/erfahren, dass…

…es so viele verschiedene queere Lebensweisen gibt. Viele meiner Ängste und Hemmungen hatten – und haben – damit zu tun, dass sich bestimmte falsche, medial verbreitete Bilder festgesetzt haben. Ich hätte gerne viel früher im Leben vielfältige und positiv dargestellte Beispiele für queere Lebensentwürfe gekannt. Und wäre es nur in Soap-Operas im Privatfernsehen gewesen.

[Stefan: nach meiner Wahrnehmung gab es queere Figuren selten in Privat-Soaps… aber durchgängig, 20 Jahre lang, in der öffentlich-rechtlichen “Verbotene Liebe”.]

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07_Zu viele Menschen denken bei „Homosexualität“ zuerst oder fast nur an schwule Männer. Ich wünschte, stärker in den Fokus rücken…

Ich kann ich nur zustimmend sagen, dass es tatsächlich ein Problem ist, dass der Blick auf Homosexualitäten oft verkürzt ist und bei schwulen Männern endet.

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08_Eine politische oder öffentliche Figur, über die wir dringend mehr reden müssen. Und eine, über die wir weniger reden sollten:

Das ist eine sehr schwierige Frage, denn wer ist „wir“? Wir als Gesellschaft insgesamt? Dann würde das ja ganz schnell in Richtung Medienkritik gehen (Talkshows, Zeitungen etc.). Oder wir als queere Community? Können wir überhaupt von den Gemeinsamkeiten einer Community ausgehen? Das ist sehr kompliziert.

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09_Eine queere Figur, ein queerer Star oder eine queere Geschichte aus dem Mainstream, über deren Popularität/Strahlkraft ich mich freue:

Der Mainstream-Erfolg von Ru Paul’s Drag Race ist doch sensationell, oder? Sicher nicht ganz unproblematisch, aber Großen und Ganzen doch ein Zeichen für gesellschaftlichen Fortschritt. Viel mehr als über einen weiteren queeren Star würde ich mich darüber freuen, wenn auch unter schwulen Männern das Bewusstsein dafür wachsen würde, dass queer in erster Linie Vielfalt bedeutet.

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10_Ich wünschte, folgendes reaktionäre Vorurteil/Denkfigur würde endlich verschwinden/nicht immer wieder neu diskutiert werden:

Ist es nicht frustrierend, dass die Denkfigur des „Natürlichen“ immer wieder hervorgekramt wird? Können sich nicht alle endlich einmal hinter die Ohren schreiben, dass „Natur“ genauso eine kulturelle Konstruktion ist wie quasi alles andere um uns herum?

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11_Ein queeres guilty pleasure in meinem Leben:

Jim Sharmans Rocky Horror Picture Show. So viele Filme enthalten parodistische Darstellungen von queeren Figuren, die unfair und gemein sind, aber trotzdem sehr witzig. Zählt das dann auch als queeres guilty pleasure?

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12_Queere Texte handeln oft von Sexualität, Identität/Selbstfindung und Diskriminierung. Andere Themen/Fragen, denen ich in queeren Texten mehr Gewicht wünsche:

Die in der Frage genannten Themen sind nach wie vor selbstverständlich relevant. Und viel mehr als andere Themen wünsche ich mir andere Sichtweisen: neben problemorientierten Darstellungen wünsche ich mir viel mehr positive Darstellungen queerer Lebensrealität. Queere Literatur bedeutet doch auch, queere Inhalte als selbstverständlich, gesund und normal darzustellen.

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13_Ein Staat, eine Stadt, Region, Kultur oder eine Szene, aus der ich wichtige queere Impulse erhalte (welche?) oder über die wir mehr sprechen müssen:

Reykjavik, wo jedes Jahr über 10 % der isländischen Bevölkerung der Gay Pride Parade zugucken.

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14_Identität (und: Diskriminierung) wird immer öfter intersektionell beschrieben und diskutiert. Als queere*r Künstler*in interessiert mich aus dieser Perspektive besonders…

Grundsätzlich halte ich eine möglichst diverse Bearbeitung queerer Themen für unbedingt notwendig. Ich selbst spreche als Autor aus der Perspektive eines weißen cis-Manns und möchte mir auch gar nicht anmaßen, qualifiziert über Probleme der Intersektionalität zu reden.

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15_Der Mainstream räumt Queerness oft mittlerweile etwas mehr Platz ein. Räumt Queerness auch dem Mainstream mehr (zu viel?) Platz ein – in Fragen wie Familien- und Rollenbildern, Selbstdarstellung, Konsum und Politik? Wo reiben sich Queerness und „Normalität“? Reiben sie sich genug?

Davon, dass der Mainstream der Queerness zu viel Platz einräumt kann kaum die Rede sein. Das lässt sich quantitativ einfach belegen. Wie viele Personen weichen auf die eine oder andere Art von der binären heterosexuellen Norm ab (viele), und wie sichtbar ist das im Alltag? (wenig)

Ich persönlich habe zum Glück einen Alltag, in dem wenig Reiberein an queeren Themen vorkommen. Der Literaturbetrieb ist ein grundsätzlich progressives und menschenfreundliches Metier. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich bin froh, dass ich – anders als viele andere – nicht in einer Branche arbeite, in der ich im Arbeitsalltag permanent Homophobie ausgesetzt bin.

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16_Wenn Universitäten und Akademiker auf queere Diskurse (und: Gender-Diskurse) blicken, denke ich…

…dass queere Themen genau so sehr in die Wissenschaft gehören wie alle anderen Bereiche des Lebens. Ich möchte, dass es über queere Themen genau so viel Forschung gibt wie über Politik, Geschichte, Medizin oder Teilchenphysik. Falls diese Frage darauf hinaus laufen sollte, wie ich zu den fachspezifischen Eigenheiten der Gender-Studies stehe, so kann ich die Frage nur mit Sprachkritik beantworten: Akademischer Jargon hat einfach seine Schrullen, da machen Gender-Studies keine Ausnahme.

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17_Kulturvermittler*innen, Institutionen, Journalist*innen machen, nach meiner Erfahrung, im Umgang mit queerer Kultur manchmal folgenden Fehler:

Mir fällt oft auf, dass mit einem gewissen Exotismus über queere Themen berichtet wird – so als gehöre man als queerer Mensch gleich einer anderen Spezies an. Bitte liebe Institutionen, Kulturvermittler und Journalisten, streicht diesen distanzierten, leicht überraschten Tonfall aus eurem Repertoire, wenn es um queere Themen und Personen geht. Ich habe übrigens bewusst die männliche Form verwendet. Es sind vor allem Männer, deren Sprache über queere Themen von Distanzierungs- und Exotismusformeln beherrscht ist. Eine geschlechterneutrale Darstellung würde Kulturvermittlerinnen und Journalistinnen unfair in Sippenhaft nehmen.

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18_Wie/wo/wann profitierte ich künstlerisch von meiner eigenen Queerness? Und steht/stand sie mir je im Weg, war sie je eine Schwierigkeit für mich?

Mich irritiert es, dass oft im Nachhinein in die Queerness hineingeheimnisst wird, dass das einem als Autor oder Künstler hilft. An dieser Stelle möchte ich gerne mal den anderen Aspekt in den Vordergrund stellen: Ja, es war schwierig, ja es stand mir oft im Weg. Die viele Zeit in der Jugend, die von Angst, Scham und Unsicherheit geprägt war, darauf hätte ich liebend gern verzichtet. Das Gefühl, dass die Welt eigentlich für andere gemacht ist, nicht für dich, das kann man im Nachhinein vielleicht verklären, weil es möglicherweise den künstlerischen Blick geschärft hat. Schön ist es aber nicht.

Kristof Magnusson, Foto von Gunnar Klack

Kristof Magnusson, Foto von Gunnar Klack

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all my 2016 interviews on Queer Literature:

…and, in German:

Kuratoren & Experten am Literarischen Colloquium Berlin: 

Queer Literature: “Empfindlichkeiten” Festival 2016:

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Homosexualität am Literarischen Colloquium Berlin: Ronny Matthes vom Festival “Empfindlichkeiten” im Interview

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fürs Festival "Empfindlichkeiten": Ronny Matthes

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fürs Festival “Empfindlichkeiten”: Ronny Matthes

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Queere Literatur – aus Europa und der Welt: Vom 14. bis 16. Juli 2016 veranstaltet das Literarische Colloquium Berlin (LCB, am Wannsee) ein Festival zu Homosexualitäten – “Empfindlichkeiten” (mehr Infos in der Spex und auf der LCB-Website).

Ich werde das Festival als Liveblogger begleiten… spreche bis Sonntag mit Künstler*innen, Autor*innen und interessierten Besuchern über Queerness, Widerstand und das Potenzial homosexueller Literatur…

…und, zur Eröffnung, mit Ronny Matthes über das Potenzial und den Kontext des Festivals:

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Mein Name ist Ronny Matthes. Ich studierte Geistes- und Kunstwissenschaften. Sonst mache ich PR für die Verlage Albino und Bruno Gmünder und schreibe frei für das VICE-Magazin. Für „Empfindlichkeiten“ betreue ich die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

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Ist „Empfindlichkeiten“ das erste queere Festival des Literarischen Colloquiums? Warum jetzt?

Besser spät als nie! Das LCB ist die erste große öffentliche literarische Institution, die mit einem solchen Festival aufwartet, ja. Etwas Vergleichbares gab es in Deutschland noch nicht.

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Ihr habt knapp 40 Autor*innen, Künstler*innen, Performer*innen eingeladen. Es wird Lesungen geben, Gesprächsrunden – was noch?

Es gibt Lesungen, Performances, ein Puppenspiel (!), Diskussionen, Konzerte, Getränke und Speisen, DJ-Sets, Gespräche.

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Richten sich alle Programmpunkte ans erwachsene Publikum? Oder gibt es auch z.B. queere Jugendbücher? Und wird “Empfindlichkeiten” sehr akademisch – oder liegt auch queere Unterhaltungs- und Genre-Literatur im Fokus?

Wir haben einen Autor aus dem Genre Young Adult dabei, Raziel Reid. 2014 gewann er mit “Movie Star” (im engl. Original “When Everything Feels Like the Movies”) den kanadischen Governor General’s Literary Award für die Sparte “Jugendbuch” und löste damit einen Skandal aus – denn das Buch ist sehr explizit, hart, berührend, schrill, todtraurig.

Ich denke, dass es auch für junge Leute interessant wird: Die geladenen Gäste aus sehr unterschiedlichen Generationen – was man besonders in den Panels/Diskussionsrunden sieht: Da sitzt Ingenschay mit Sulzer mit Louis mit Reid mit Magnusson. Allzu akademisch, hoffe ich, wird es nicht. Sicherlich lassen sich viele Diskussionen nicht ohne spezifisches Vokabular führen. Aber mein Wunsch ist, dass das Festival allen zugänglich ist, auch sprachlich.

Als “queere Genreliteratur” verstehen sich sicherlich die wenigsten der geladenen Autor_innen. Viele sind ja bei Mainstream-Verlagen und nicht bei queeren/schwulen/lesbischen Kleinverlagen. Eher als: Queer, im Mainstream angekommen.

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Welche neuen und oder internationalen Namen legst du uns besonders ans Herz?

Saleem Haddad und Raziel Reid – sicherlich die neuesten und jüngsten Stimmen im Programm. Etablierter mittlerweile: Edouard Louis.

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Hast du aktuelle queere Buchtipps? Aus dem Festivalprogramm… und außerhalb?

Haddads „Guapa“ kommt hoffentlich bald auf Deutsch. Dann eben Reids „Movie Star“. Edouard Louis’ „Das Ende von Eddy“ ist gerade als Taschenbuch erschienen. Nicht auf dem Festival, aber von mir empfohlen: Karen-Susan Fessels „Bilder von ihr“ – ein Klassiker der lesbischen Literatur, neu aufgelegt. Außerdem „Wir Propagandisten“ von Gabriel Wolkenfeld und „Jetzt sind wir jung“ von Julian Mars.

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Hilft das LCB queeren Künstler*innen aus Ländern, die Homosexualität kriminalisieren? Wie?

Falls Einladen als Hilfe gilt: Wir kümmern uns um Visum, Unterbringung, Kost und Logis. Außerdem sind wir an einem langfristigen Kontakt mit diesen Autor_innen interessiert. (Wie mit allen, mit denen wir zusammenarbeiten.)

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Wie hat sich das Festival im Lauf der Planung verändert? Musstet ihr etwas umschmeißen oder neu denken? Worauf freust du dich besonders?

Die Kulturstiftung des Bundes hat das Projekt im Frühjahr 2016 bewilligt. Sicherlich fanden aber schon vorher Planungen statt. Ich wurde ins Boot geholt, als das Konzept schon stand: Die künstlerische Leitung liegt bei Thorsten Dönges und Samanta Gorzelniak. Ich freue mich besonders auf den Mix aus Lesungen, Diskussionen und Musik – weil es verspricht, keine akademische Selbstbespiegelung zu werden, sondern ein Festival für alle. Man kann sich die Rosinen herauspicken.

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Macht die Pressearbeit Mühe? Sind Nischen- und Szene-Plattformen offener fürs Festival – und wird Homosexualität noch immer zuerst als „sexuell“ gelesen/begriffen?

Presse fürs LCB macht Spaß und Mühe. Spaß, weil es bei den Medien einen Vertrauensvorschuss bringt, für eine etablierte Institution zu arbeiten: Man kennt sich und berichtet gern. Mühe, weil auch 2016 Medienvertreter_innen zusammenzucken, wenn das Wort “Homosexualität” fällt. Bei Medienvertreter_innen, die man persönlich kennt und die selbst schwul/lesbisch sind, ist der Zugang sicherlich einfacher. Der Queerspiegel [queere Sonderseiten im Berliner Tagesspiegel] z.B. widmet „Empfindlichkeiten“ eine Online-Serie mit Autoren-Statements und heute, Donnerstag, auch ein großes Print-Feature. Aber auch nicht-schwul/lesbische Medien waren interessiert – Zeitungen, Zeitschriften, Print und Online, Blogs und Radio.

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Warum der Titel „Empfindlichkeiten“?

Der Name kommt vom Roman- und Glossenzyklus “Die Geschichte der Empfindlichkeit” von Hubert Fichte.

Fichte hielt sich 1963/64 am Literarischen Colloquium auf und verarbeitete diese Zeit im dritten Band der Geschichte der Empfindlichkeit, dem Glossenband “Die Zweite Schuld”.

„Gibt es so etwas wie einen Stil der Homosexuellen, gibt es homosexuelle Romanciers im Gegensatz zu Schriftstellern mit homosexuellen Neigungen? Henry James veräppelt Mrs. Penniman, die Wörter kursiv setzt. Henry James setzt kursiv, in Anführungsstriche, in Klammern. Schwule Sprache ist uneigentlich, ist indirekte Sprache. Nirgends so viele Anführungsstriche wie auf dem Plakat zum Faschingsfest in der Stricherbar. Aber sind Sousentendus, Verfremdungen, Übertreibungen, Ironie, Travestie bei Henry James häufiger als bei Guy de Maupassant oder bei Norman Mailer – die Wahl der Beispiele drückt kein Qualitätsurteil aus –, es ist nur so schwer, erklärt heterosexuelle Schriftsteller zu finden. Von homosexuellen Autoren, von homosexueller Literatur sprechen, setzt voraus, daß es heterosexuellen literarischen Stil gibt, heterosexuelle Kriteria. Und: Kann es die Aufgabe der Literaturkritik sein, biologistische Kriterien zu kanonisieren, die von den Biologen jede Saison ausgewechselt werden?”

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Hubert Fichte starb 1986. Ist er wirklich noch immer das Nonplusultra für anspruchsvolle schwule Literatur, im deutschsprachigen Raum?

Als jemand, der sich viel mit schwulen Autoren beschäftigt: Fichte ist wichtig, aber auch outdated. In meinem Bekanntenkreis haben fast nur die Ü40-jährigen etwas von ihm gelesen. Das ist schade, denn gerade sein “Versuch über die Pubertät” ist ein zeitloser Text, der Pflichtlektüre in Schulen werden sollte.

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Outdated – inwiefern?

Die Sprache ist aus heutiger Sicht sehr unzugänglich, finde ich. Aus der Zeit gefallene Bilder, viel Stricherromantik, viel Klappen, viel heute-nicht-mehr-Existierendes aus der schwulen Subkultur der 70er und 80er.

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Viele Freunde von mir kennen ihn vom Namen her – aber wissen nicht, dass er schwul (bisexuell?) war, weil Zeitungsartikel oft viel über seine Freundschaft/Beziehung zur Fotografin Leonore Mau sprechen. Oder er wird als Hamburg-Autor, Lokal-Autor, Kneipen-, Szene-, früher Pop-Autor erinnert.

Fichte war ja jemand, der sein literarisches Schaffen gerade über die eigene Homo-/Bisexualität definierte. In meiner Eigenwahrnehmung habe ich immer mehr Fichte auf dem Schirm als Mau. Ich könnte mir aber erklären, warum es manche so wahrnehmen, als wenn Mau mehr rezipiert wird: Bild schlägt Text, ist zugänglicher, schneller erfassbar, mit einem Blick umfassend gesehen.

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Ist Fichtes „Die zweite Schuld“ lesenswert? Erfahre ich viel über das Literarische Colloquium vor 50 Jahren?

Das sind hinreißende Interviews (Fichtes große Stärke!) und Tagebuchskizzen. Übers LCB selbst erfährt man nicht so viel – vielmehr über die Personen, die es mit Leben füllten. Von bitterböse bis charmant, immer brutal ehrlich, selten schmeichelhaft, schildert Fichte die Menschen am LCB zur Gründungszeit. Wer etwas für Literaturgeschichte übrig hat, sollte es unbedingt lesen.

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Wo wird sonst in Berlin über queere Literatur gesprochen? Hast du Tipps?

Die „Literatunten“ und das „Queere Literarische Quartett“ im Prinz Eisenherz Buchladen sind die beiden “Institutionen”, die ich nennen und empfehlen kann. Sonst auch in den Feuilletons der Stadt, im Queerspiegel des Tagesspiegels und im Buchteil der Siegessäule.

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Erlebst du, dass sich Autor*innen verbitten, als queerer Autor gesehen, rezipiert, verstanden zu werden? Oder nimmt jeder dieses Label an?

Bisher hat sich niemand beschwert. Aber das wird sich sicher in den Diskussionen zeigen. Denn: What’s queer today is not queer tomorrow.

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Weißt du von ungeouteten prominenten Autor*innen? Oder ist das im Literaturbetrieb kein Thema?

Ich kenne nur Gerüchte um nicht-geoutete Fußballer. Ich glaube, in der Domäne Literatur ist das große Tabu um Homosexualität nicht mehr so wirkmächtig wie z.B. im Sport, in der Kirche, in der Armee…

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Wer sind für dich die wichtigsten queeren deutschsprachigen Stimmen, aktuell?

Sicherlich Antje Rávic Strubel, Alain-Claude Sulzer, verlegerisch Joachim Bartholomae, der sich selbst ja schon seit Jahrzehnten an den Fragen, die beim Festival verhandelt werden, abarbeitet.

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Wen würdest du gern das nächste Mal einladen? Gibt es ein nächstes Mal?

Falls es ein nächstes Mal gibt, was ich hoffe: definitiv Edmund White, solange er noch lebt, und Alexis De Veaux. Und unbedingt Garth Greenwell! Ein sehr vielversprechendes Debüt.

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Du bist selbst queer? Was macht queere Literatur mit dir? Und: Warum sollten Hetero-Leser*innen mitlesen, sich angesprochen fühlen?

Ich definiere mich selbst als schwulen Mann, kann aber mit dem Label „queer“ viel anfangen, sofern es nicht in die post-moderne Beliebigkeit rutscht. Hetero-Leser_innen sollten sich von queerer Literatur angesprochen fühlen, weil Fragestellungen, Probleme, Themen in viel queerer Literatur universell sind. Außerdem bereichert ein queerer Blick auf Altbekanntes den Horizont.

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Zu Menschen, die noch auf der Kippe stehen, ob sie „Empfindlichkeiten“ besuchen, sagst du…?

Eine Fahrt an den Wannsee hat noch keiner und keinem geschadet, und ihr werdet euch beim Durchblättern des Readers danach ärgern, wenn ihr seht, was für spannende Fragen verhandelt wurden. Empfindlichkeiten ist sicherlich die einmalige Chance, so viele queere Autor_innen auf einem Haufen zu sehen und tatsächlich mit ihnen diskutieren zu können – nicht nur Wasserglaslesungen zu sehen, sondern tatsächlich in den Diskurs zu treten. Außerdem verpasst ihr das beste Catering Kreuzbergs: Der Südblock kocht.

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…and, in German:

Kuratoren & Experten am Literarischen Colloquium Berlin: 

Queer Literature: “Empfindlichkeiten” Festival 2016:

Queere Literatur, 2016: Katy Derbyshire

Katy Derbyshire - Übersetzerin, Bloggerin und, beim Festival "Empfindlichkeiten", deutsche Vorlesestimme der internationalen Gäste

Katy Derbyshire – Übersetzerin, Bloggerin und, beim Festival “Empfindlichkeiten”, englische Vorlesestimme der internationalen Gäste

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Queere Literatur – aus Europa und der Welt: Vom 14. bis 16. Juli 2016 veranstaltet das Literarische Colloquium Berlin (LCB, am Wannsee) ein Festival zu Homosexualitäten – “Empfindlichkeiten” (mehr Infos in der Spex und auf der LCB-Website).

Ich werde das Festival als Liveblogger begleiten… und stelle bis Sonntag mehreren Künstler*innen, Autor*innen und interessierten Besuchern kurze Fragen über Queerness, Widerstand und das Potenzial homosexueller Literatur.

Die ersten Antworten…

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…von Katy Derbyshire – Übersetzerin, Bloggerin und, beim Festival “Empfindlichkeiten”, die englischeVorlesestimme der internationalen Gäste.

Katy Derbyshire wurde 1973 in London geboren. Nach dem Studium der Germanistik an der Universität in Birmingham setzte sie ihre Ausbildung an der Universität in London fort und schloss dort 2001 als Diplom-Übersetzerin ab. 1996 zog sie nach Berlin, wo sie bis zu ihrem Mutterschutz 2001 u. a. als Englischlehrerin für Kinder arbeitete. Seit 2002 ist sie als freiberufliche Übersetzerin vom Deutschen ins Englische tätig. 

Katys Blog  |  Katy auf Twitter  |  Katys Portrait-Reihe im Tagesspiegel: “Going Dutch with German Writers”

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01_Eine eigene Arbeit, ein Text, Link oder Bild, der/das mich vorstellt und/oder der/das einen Blick wert ist:

http://lithub.com/berlin-its-not-all-sex-all-the-time/

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02_Ein queeres Buch, das mich beeinflusst hat (und wie?)…

Ich habe viel zu jung Last Exit to Brooklyn bei meiner Mutter entdeckt und heimlich gelesen. Gilt das als queeres Buch? Ich glaube, ich war etwa 14 und ich weiß noch, dass ich das Buch beängstigend fand. Hätte sie besser verstecken sollen. Später gab mir meine Mutter die süßen, harmlosen San Francisco-Romane von Armistead Maupin (einmal mit Autogramm sogar), die ich auch nicht so recht verstanden habe – was zur Hölle sind Quaaludes? – aber ehrlich gesagt ist viel mehr von Hubert Selby Jr. bei mir hängengeblieben und ich mag immer noch eher schonungslose Literatur als seichte.

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03_Das Queerste, das ich in meiner Kindheit sah oder kannte, war…

Unsere Untermieterin, die dann recht unvermittelt mit einer Frau zusammengezogen ist. Nach dem Umzug sagte mir meine Mutter: Du weißt, dass Jo und Sarah ein Paar sind, oder…? Und dann sagte sie sinngemäß: Es wäre völlig OK, wenn du auch Lesbe werden solltest, nur hättest du es schwerer im Leben.

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04_Wenn mich jemand „homosexuelle(r) Autor*in“ nennt…

Macht keineR – ich bin Übersetzerin und identifiziere nicht als queer. Wobei das bei Übersetzer*innen sowieso selten Thema ist – wir müssen uns in alle Figuren und Erzählende hineinversetzen können: alt, jung, klug, doof, Männer, Frauen, sprechende Hunde…

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05_Ein heterosexueller Ally/Verbündeter, dem ich dankbar bin und/oder den ich schätze:

Ich antworte hier vielleicht umgekehrt. Ich fühle mich als heterosexuelle Verbündete von Florian Duijsens, meinem Mit-Gastgeber bei der Dead Ladies Show. Florian gibt die Berliner Literaturzeitschrift SAND mit heraus und arbeitete lange für die Onlinezeitschrift Asymptote. Wir legen manchmal zusammen auf und genießen zusammen das Leben und er gibt gute Ratschläge und tauscht Filmtipps mit meiner Tochter aus.

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06_Ein Gast beim „Empfindlichkeiten“-Festival, auf den ich mich besonders freue: … (und: warum?)

Antje Rávic Strubel, weil sie einige der besten Bücher in Deutschland geschrieben hat. Hauptsächlich deswegen. Und weil sie in ihrem neuen Roman irre gut und flüssig über flüssige Leben, Sexualitäten, Gender schreibt, oft am Wasser, mit super Sexszenen. Ich glaube, sie hat das Gefühl, wenig Vorbilder in der Belletristik zu haben und ich wünsche ihr (und mir), dass das Festival eine Gelegenheit zum Austausch anbietet.

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07_Eine queere Figur, ein queerer Star oder eine queere Geschichte aus dem Mainstream, über deren Popularität/Strahlkraft ich mich freue:

Vielleicht die Köch*in und Aktivist*in Jack Monroe. Sie (ich schreibe jetzt “sie”, weil Monroe als nicht-binär identifiziert und ich kein besseres Pronomen in deutsch finde, auf die Schnelle. Frag mich aber bei Gelegenheit nach dem noch nicht patentierten nicht-binären Pronomen, das ich halb erfunden habe…) – jedenfalls Jack Monroe ist für ihre bezahlbaren Rezepte berühmt geworden und hat ihren Ruhm dann für ihren Aktivismus gegen Armut und Austerity Politics genutzt. Monroe ist aus der Labour-Partei ausgetreten, nachdem sie Kaffeetassen mit anti-Immigrations-Parolen verteilt haben. Diese Arschgeigen. Und jetzt hilft sie mir und anderen, ihr Verständnis von Transgender nachzuvollziehen.

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08_Ich wünschte, folgendes reaktionäre Vorurteil/Denkfigur würde endlich verschwinden/nicht immer wieder neu diskutiert werden:

Frauen sollen warten, bis Männer sich für sie interessieren und bloß nicht einen Mann fragen, ob er was unternehmen möchte. Hatte ich heute erst wieder. Erstaunlich, wie zugeknöpft sie dann werden.

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09_Am Literarischen Colloquium Berlin…

…fühle ich mich seit Jahren als Übersetzerin wohl. Es freut mich, dass das Haus sich immer mehr öffnet und sich wandelt – weg vom Biederen, weg vom Blick zurück in seine doch sehr männlich dominierte Geschichte – lange hing ein großes Foto der Gruppe 47 an prominenter Stelle – und hin zum jetzigen Leben in Berlin und der Welt. Das Festival ist ein Teil davon, aber auch das Fest der kleinen Verlage, Aufmerksamkeit für Graphic Novelists, Ausstellungen… es müsste nur noch eine Frau in einer Führungsposition eingestellt werden, dann wäre ich zufrieden.

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10_Der Mainstream räumt Queerness oft mittlerweile etwas mehr Platz ein. Räumt Queerness auch dem Mainstream mehr (zu viel?) Platz ein – in Fragen wie Familien- und Rollenbildern, Selbstdarstellung, Konsum und Politik? Wo reiben sich Queerness und „Normalität“? Reiben sie sich genug?

Das ist hier vielleicht nicht angebracht aber ich sage es trotzdem: bei der Konzentration auf die “Homoehe” fühle ich mich manchmal unwohl. Ich freue mich, dass queere Menschen auch andere Beziehungsmodelle vorleben, sie können eine Art Verbündete gegen den Pärchenterror sein. Wenn es aber von queeren Menschen auch noch erwartet wird, sich zu ehelichen, wo stehe ich – als Alleinerziehende in der vierten Generation? Be careful what you wish for, denke ich manchmal.

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11_Ein Mensch (oder, abstrakter: eine Eigenschaft/ein Wesenszug), den ich sehr sexy finde:

Kahlköpfige Männer im Allgemeinen – was in meinem Alter günstig ist. Hutträger. Selbstbewusstsein. Gesunde Selbstzweifel.

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all my 2016 interviews on Queer Literature:

…and, in German:

Kuratoren & Experten am Literarischen Colloquium Berlin: 

Queer Literature: “Empfindlichkeiten” Festival 2016:

schwule deutsche Literatur, schwule deutschsprachige Autoren

schwule Literatur, deutschsprachig

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Einmal pro Monat suche ich 20 neue oder unbekannte Bücher aus einem Themenfeld oder Genre.

Queere US-Autor*innen – auch Jugendbücher, Graphic Novels – sind leicht zu finden:

Doch schon seit Januar suche ich nach deutschsprachiger Literatur – mit schwulen Themen oder Figuren.

…und finde kaum etwas.

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Statt – wie bisher – 150 bis 300 Bücher zu jedem Thema anzulesen, dabei meine 20, 25 Favoriten zu finden (und die anderen Titel der Vorauswahl zu ignorieren/nicht weiter zu erwähnen, hier im Blog)…

…habe ich bei deutschsprachiger schwuler/queerer Literatur schon Mühe, überhaupt 50 bis 60 literarische Titel zu finden – und viele von ihnen sind verlagsvergriffen/nur noch antiquarisch erhältlich, oder haben keine Online-Leseprobe. Deshalb diesen Monat: keine Auswahl meiner Favoriten. Sondern eine allgemeinere, viel unkritischere Übersicht:

Bücher seit den ca. 70er Jahren, erschienen auf Deutsch, mit wichtigen schwulen Figuren oder Bezügen.

[Einige Autoren sind bi- oder heterosexuell. Andere machen keine Angaben. Insgesamt wird recht wenig über eigene Homo- (oder Hetero-)sexualität gesprochen, im Vergleich zu US-Autor*innen.]

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gelesen und gemocht:

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schwule literatur hubert fichte joachim helfer christian kracht.

  • Hubert Fichte: intelligente, autobiografische, oft wagemutig montierte, avantgardistische Hamburg-Romane über das Erwachsenwerden kurz nach dem zweiten Weltkrieg. “Die Palette” ist am bekanntesten, mein Favorit ist “Detlefs Imitationen: Grünspan”; Fichtes Debüt “Das Waisenhaus” erzählt von seiner unglücklichen Kindheit. Einer meiner deutschsprachigen Lieblingsautoren. Manchmal sperrig – aber immer klug, dicht, lebendig.
  • Joachim Helfer: Ein schwuler deutscher Autor und ein heterosexueller Kollege aus dem Libanon schreiben über Homosexualität und die arabische Welt. Beide versuchen sich an Theorien, Urteilen, Psychologisierungen – und hauen oft schlimm daneben: kein kluges Buch. Aber eins, dessen – oft viel zu pauschale – Aussagen mich staunen, schaudern, lachen und in viele Richtungen neu denken ließen.
  • Christian Kracht: Die Hauptfigur aus “Faserland” wird oft als schwul/bisexuell interpretiert. Die Hauptfiguren aus “1979” (für mich: der bessere, weil überraschendere, wildere Roman) sind offen schwul. In beiden Büchern ist Homosexualität eher eine bittere Pointe/Schrulle – kein Schwerpunkt, und nicht besonders klug oder komplex thematisiert. Trotzdem: lesenswerte Bücher – über interessante-aber-absurde reiche Schnösel.

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deutsche schwule literatur, Matthias Hirth, Kristof Magnusson, Max Goldt

  • Matthias Hirth: gerade gelesen. Rezension: kommt! 736 aufregende, intelligente, oft aber etwas schwerfällig-theoretisierende Seiten über Macht, Autonomie, schwule und queere Hookups, Intimität, Pornografie. Ein schwerer Brocken – den ich empfehle.
  • Kristof Magnusson: Sein Debüt “Zuhause” las ich 2006. Rezension hier. Das Buch hat Kanten, Schwächen, einige dramaturgische Hänger – doch ich halte viel von Magnusson… und seinen Figuren [mehr im Link]. Auch eine der drei Haupftiguren aus Magnussons zweitem Roman, “Das war ich nicht”, ist schwul – doch kam mir nicht besonders nahe.
  • Max Goldt ist ein großartiger Kolumnist (und Moralist), schwul… doch spricht/schreibt kaum darüber. Einer der Autoren, die ich am häufigsten verschenke. Nur “schwule Literatur” wollen seine Bücher (und Comics) nicht sein: Dazu fehlt Tiefgang, Perspektive.

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weitere Bücher und Autoren:

deutsche schwule literatur, hans pleschinski, alain claude sulzer, christoph geiser

  • Hans Pleschinksi
  • Alain Claude Sulzer
  • Christoph Geiser

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schwule literatur poschenrieder tim staffel fabian hischmann

  • Christoph Poschenrieder
  • Tim Staffel [“Rauhfaser” gelesen: hat seine Momente – aber auch viele Popliteratur-Klischees]
  • Fabian Hischmann (bisher nur “Am Ende schmeißen wir mit Gold”)

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schwule literatur arnold stadler josef winkler michael roes

  • Arnold Stadler (…nur “Komm, gehen wir”?)
  • Josef Winkler
  • Michael Roes

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schwule literatur yesilöz bittner kirchhoff

  • Yusuf Yesilöz (…nur “Hochzeitsflug”?)
  • Karl Heinz Bittel (…nur “Eine Art Verrat”?)
  • Bodo Kirchhoff (nur “Eros und Asche”!)

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deutsche schwule literatur, Hans Scherer, J. Walther, Roland M. Schernikau

  • Hans Scherer
  • Jan Walther
  • Ronald M. Schernikau

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deutschsprachige schwule literatur, Philipp Tingler, Gunther Geltinger, Jürgen Bauer

  • Philipp Tingler [keine Empfehlung!]
  • Gunther Geltinger
  • Jürgen Bauer (…nur “Das Fenster zur Welt”?)

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deutsche schwule literatur, Sacha Sperling, Simon Froehling, Jannis Plastargias

  • Sacha Sperling (…nur “Ich dich auch nicht”?)
  • Simon Froehling (…nur “Lange Nächte Tag”?)
  • Jannis Plastargias

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deutsche schwule literatur, reiner schürmann, hans mayer, joachim campe

  • Reiner Schürmann
  • Hans Mayer
  • Joachim Campe [Anthologie, vergriffen]

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Sachbücher/Memoirs:

schwule sachbücher, marko martin, daniel schreiber, mario wirz

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neu erschienen, Unterhaltung:

schwule neue bücher, Tobias Rebisch, Julian Mars, Volker Surmann

  • Julian Mars
  • Volker Surmann
  • Tobias Rebisch

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Jugendbücher (…die mich nicht überzeugten:)

schwule jugendbücher andreas steinhöfel günter ohnemus vera kissel

  • Andreas Steinhöfel
  • Günter Ohnemus (…nur “Alles, was du versäumt hast”: Hauptfigur hat queere Eltern)
  • Vera Kissel (…nur “Was die Welle nahm”: Hauptfigur hat toten, schwulen Vater)
  • Wolfgang Herrndorfs “Tschick” ist empfehlenswert, doch Homosexualität völlig nebensächlich.

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Tagebücher und queere Sachtexte:

deutsche schwule Biographien, Tagebücher, Erinnerungen Fritz J. Raddatz, Rosa von Praunheim, Roland M. Schernikau Matthias Frings, Martin Büsser

  • Fritz J. Raddatz
  • Rosa von Praunheim
  • Matthias Frings’ Biografie Ronald M. Schernikaus
  • Martin Büsser (Musikjournalist: Texte über Musik und Politik)

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deutsche Graphic Novels:

deutsche schwule und queere Graphic Novels Martin Büsser, Martina Schradi, Ralf König

  • Martin Büsser: “Der Junge von Nebenan” – sehr kurz, skizzenhaft, lapidar: keine Empfehlung
  • Martina Schradi: “Ach, so ist das?!” – sympathische, aber klar didaktische Edutaiment-Comics, die Vorurteile abbauen sollen.
  • Ralf König

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deutsche Geschichte:

deutsche Geschichte der Homosexualität, Heinz Heger, Lutz van Dijk, Wolfgang Ehmer

  • Heinz Heger – über die Schwulenverfolgung und -morde der Nazis
  • Lutz van Dijk – über eine Liebe im zweiten Weltkrieg
  • Wolfgang Ehmer – über Strafverfolgungen Homosexueller in den 50er Jahren

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Literatur bis in die 60er Jahre ist oft bekannter: Thomas Bernhard, Hans Henny Jahnn, Klaus Mann, Thomas Mann, Hermann Hesse, Christopher Isherwood, Stefan George, Joseph Breitbach, Wolfgang Koeppen. […mehr auch hier, Link.]

Freundin E. suchte für ihre Magisterarbeit nach Romanen mit schwulen Figuren. Ihre Liste: Joachim Helfer: Cohn & König, PatMcCraw: Duocarns-Reihe, Kristof Magnusson: Zuhause, Jan Walther: Im Zimmer wird es still, Peter Nathschläger: Im Palastdes schönen Schmetterlings, Jan Stressenreuter: Haus voller Wolken, Christoph Wildt: Anleitung zum Mord, Wolfgang Koeppen; Tod in Rom, Joseph Breitbach: Bericht über Bruno, Petra Morsbach: Der Cembalospieler, Juan Santiago/Celine Blue: Schattenspiele, Albert Rausch: Jonathan, Steffen Marciniak: Hylas, Christian Kracht: 1979; Freund C. empfiehlt “Barfuß als Prinz” von Knut Koch; Freundin A. empfiehlt Michael Sollarz; Freund K. “Ein gutes Leben ist die beste Antwort” von Friedrich Dönhoff und “Der Friseur” von Christian Schünemann; Freundin K. das Programm des Konkursbuch Verlags. Vielen Dank!

An “Gay Romances” und M/M-Liebesromanen habe ich kein Interesse.

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schwule Verlage: Querverlag  |  Männerschwarm  |  Bruno Gmünder

schwule Buchhandlungen: Löwenherz (Wien)  |  Eisenherz (Berlin)

schwule Literatur …bei Queer.de  |  …im Blog SchwuleLiteratur.de

tägliche Presseschau über Artikel mit LGBTQ-Thematik: lsvd.de

…und: das Beratungszentrum Sub München (Link) hat eine recht gut sortierte öffentliche Bibliothek.

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zehn persönliche Favoriten (nicht-deutsch, gelesen, sehr zu empfehlen):

Fun Home. A Family Tragicomic: Eine Familie von Gezeichneten Two Boys Kissing The Amazing Adventures of Kavalier & Clay Ask the Passengers The Vast Fields of Ordinary

Stuck Rubber Baby The Lost Language Of Cranes Pedro and Me: Friendship, Loss, and What I Learned This Book Is Gay Natural Order

Schwule und lesbische Superhelden: Graphic Novels zur Comic-Ausstellung “SuperQueeroes” (Schwules Museum, Berlin)

Bara-Manga von Gengoroh Tagame, ausgestellt im Schwulen Museum

“My brother’s Husband”, Manga von Gengoroh Tagame, ausgestellt im Schwulen Museum

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Seit 2008 lese ich Graphic Novels und Superhelden-Sammelbände; gelegentlich auch Manga. Ich gebe aktuelle Empfehlungen, schreibe fürs Comic-Ressort des Berliner Tagesspiegel und spreche bei Deutschlandradio Kultur. Mich freut, dass ich 2008 nur zum Vergnügen, vor allem beim Bahnfahren, “Superman”-Comics las – doch heute die Feuilletons und Redaktionen, für die ich arbeite, immer wieder sagen: “Spannendes Thema! Mehr davon.”

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Wordpress Kate Kane Renee Montoya Greg Rucka The Question Batwoman

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vom 22. Januar bis zum 26. Juni 2016, im Schwulen Museum Berlin (Lützowstraße 73):

SuperQueeroes – Unsere LGBTI*-Comic-Held_innen

“Zum ersten Mal widmet sich in Deutschland ein Museum dem vergleichsweise neuen Thema „queere“ Comics: also Comics mit LGBTI*-Charakteren. Der Fokus liegt dabei auf „Superheld_innen“, womit nicht nur die gängigen Supermänner und -frauen gemeint sind, die im US-amerikanischen Mainstream-Comic in den letzten Jahren Coming-out-Geschichten erlebt haben. Vielmehr geht es auch darum zu zeigen, wie heroisch Alltags-Storys von LGBTI*-Menschen sein können, die sich in einer heteronormativen Welt – auch einer von Zensur und Codes dominierten Comic-Welt – durchsetzen mussten bzw. immer noch müssen.

[…die Ausstellung zeigt] sowohl in Europa bekannte Künstler_innen wie Tom of Finland, Alison Bechdel, Ralf König, Wolfgang Müller, Gengoroh Tagame, Nazario oder Howard Cruse, als auch Künstler_innen wie Megan Rose Gedris, Erika Moen und Kylie Summer Wu.

Kurator_innenteam: Michael Bregel, Kevin Clarke, Natasha Gross, Hannes Hacke, Justin Hall, Markus Pfalzgraf, Mario Russo.  Ausstellungsdesign: Matthias Panitz”

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Schwules Museum Berlin, lgbt comics

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Am Montag stellte Kurator und Politikjournalist Markus Pfalzgraf in einem knapp einstündigen Vortrag große Pioniere, persönlichere Fundstücke und internationale aktuellere Cartoons, Projekte und Reihen vor:

Pfalzgraf ist Autor von “Stripped: The Story of Gay Comics” (Bruno Gmünder, 2012)

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Ein sympathischer, ausgewogener, gut präsentierter Querschnitt. Pfalzgraf sprach recht nüchtern-kuratorisch – als Literaturkritiker dachte ich an vielen Stellen: “Sag nochmal laut, wie toll, komplex oder blöd-sexistisch viele dieser Titel sind. Mehr Leidenschaft, mehr Wertung, mehr Kritik!” Wir haben unterschiedliche… Betriebstemperaturen.

Ich bin gewohnt, dass immer wieder “Wer will das lesen?”-Debatten ausbrechen um queere Figuren, Minderheiten, Repräsentation, Sichtbarkeit im Mainstream: Jede Woche lese ich neue Essays und Artikel über… einen schwarzen Spider-Man, eine muslimische Ms. Marvel, Frauen in Videospielen und “Star Wars”, transsexuelle Figuren in US-Serien, schwarze Preisträger*innen bei den Oscars. Immer wieder fragen Laien, Freunde, konservative Kritiker*innen: Was ändert das? Wem hilft das? Warum ist das wichtig?

Ich bin gewohnt, dass jede nicht-weiße, nicht-heterosexuelle Figur eine solche Grundsatzdebatte eröffnet – und war überrascht, dass Vortrag und Ausstellung im Schwulen Museum stattdessen recht nüchtern zeigen: Früher gab es kaum queere Figuren. Heute langsam immer mehr.

Die Hintergründe, Debatten, Marktmechanismen, Widerstände, die großen Sinnfragen – “Was ‘bringt’ eine lesbische Batwoman?”, “Warum wandten sich Superhelden-Comics lange Zeit vor allem an weiße, junge, heterosexuelle Männer?” etc. – sind für mich täglich so präsent… ich wünschte, die Ausstellung würde mehr über Protest und (Selbst-)Zensur, Angst und Widerstand, Verlage und Zielgruppen erzählen.

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Vielleicht passiert das während Führungen. Die nächsten Termine:

  • Samstag, 13. Februar um 16 Uhr Führung zu “Superqueeroes”
  • Donnerstag, 18. Februar um 18 Uhr
  • Samstag, 27. Februar um 16 Uhr Führung zu „Superqueeroes“

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schwules museum berlin, markus pfalzgraf

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Ich kenne das Schwule Museum seit letztem Sommer und einer Lesung von Freund, Autor, Disability-Experte Kenny Fries. Helle Räume, engagierte Mitarbeiter. Das “SuperQueeroes”-Veranstaltungsplakat stieß mich ab: amateurhafte Figuren, 90er-Jahre-Copy-Shop-Ästhetik. Doch die Ausstellung selbst ist einladend, professionell.

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Spielfiguren des Marvel-Superhelden-Teams "Alpha Flight"

Spielfiguren des Marvel-Superhelden-Teams “Alpha Flight”

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europäische LGBT-Graphic-Novels

europäische LGBT-Graphic-Novels

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Superheld*innen-Aufsteller von Imke Schmidt und Ka Schmitz

Superheld*innen-Aufsteller von Imke Schmidt und Ka Schmitz

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Text zum Mainstream-Superhelden-Bereich der Ausstellung

kuratorischer Text zum Mainstream-Superhelden-Bereich der Ausstellung […alle Schilder und Beschriftungen sind zweisprachig.]

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nur kurz, als Liste:

LGBT-Graphic-Novels, die ich empfehlen kann:

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ALISON BECHDEL: “Fun Home” (autobiografische Graphic Novel, 2006)

HOWARD CRUSE: “Stuck Rubber Baby” (autobiografische Graphic Novel, 1996)

JUDD WINNICK: “Pedro and Me” (autobiografische Graphic Novel, 2000)

SARAH LEAVITT: “Tangles: A Story about Alzheimer’s, my Mother, and me” (autobiografische Graphic Novel, 2010. Deutscher Titel “Das große Durcheinander”)

DAVID SMALL: “Stitches” (autobiografische Graphic Novel, 2009)

Fun Home. A Family Tragicomic: Eine Familie von Gezeichneten  Stuck Rubber Baby  Pedro and Me: Friendship, Loss, and What I Learned  Tangles: A Story About Alzheimer's, My Mother, and Me  Stitches: A Memoir

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GREG RUCKA: “Gotham Central: Half a Life” (Batman-Comic mit lesbischer Polizistin)

…und die “Batwoman”-Reihe: Band 1 bis 4 sind besonders gelungen. Band 0 war etwas hakelig/mühsam.

Gotham Central, Vol. 2: Half a Life  Batwoman, Vol. 1: Hydrology  Batwoman, Vol. 2: To Drown the World  Batwoman, Vol. 3: World's Finest  Batwoman, Vol. 4: This Blood Is Thick

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solide, aber mit deutlichen Schwächen:

NICOLE J. GEORGES: “Calling Dr. Laura” (autobiografische Graphic Novel, 2013)

ELLEN FORNEY: “Marbles: Mania, Depression, Michelangelo and me” (autobiografische Graphic Novel, 2012)

Calling Dr. Laura: A Graphic Memoir  Marbles: Mania, Depression, Michelangelo, and Me

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überbewertet, keine Empfehlung:

TERRY MOORE: “Strangers in Paradise” (halb Thriller, halb Seifenoper, viel Comedy: zwei ungleiche Freundinnen und ihre ständig wechselnden Gefühle füreinander)

MATT FRACTION: “Sex Criminals” (heterosexuelles Paar merkt, dass sie beim Sex die Zeit anhalten können: sympathischer Comedy-Thriller – doch nicht halb so alternativ, originell oder tiefgreifend, wie sich Autor Matt Fraction das wohl wünscht/vorstellt.)

JULIE MAROH: “Blue is the warmes Colour” (platte Figuren, einfallslose Konflikte: wirkt wie aus den 80ern.)

NOELLE STEVENSON: “Lumberjanes” (Kinder-Comic über junge, teils queere Pfadfinderinnen und allerlei Geheimnisse. Viele Fans, aber einfallsloser und oft sehr kitschiger magischer Realismus, viel seichtes “Girl Power”-Gerede)

Strangers in Paradise, Pocket Book 1  Sex Criminals, Vol. 1: One Weird Trick  Le bleu est une couleur chaude  Lumberjanes, Vol. 1: Beware the Kitten Holy

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heterosexuelle Figuren – aber ein recht queerer, alternativer Blick auf die Welt:

YUKI KODAMA: “Sakamichi no Apollon” (Manga-Reihe, 10 Bände, 2008 bis 2012, längere Empfehlung hier)

DANIEL CLOWES: “Ghost World” (Graphic Novel, 1998)

Sakamichi No Apollon: 1  Ghost World

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Snapshots der anderen aktuellen Ausstellungen im Schwulen Museum:

schwules Museum Berlin

schwule, lesbische und trans-Jugendbücher: Empfehlungen

lgbt book recommendations

Top 10:

Fun Home. A Family Tragicomic: Eine Familie von Gezeichneten Two Boys Kissing The Amazing Adventures of Kavalier & Clay Ask the Passengers The Vast Fields of Ordinary

Stuck Rubber Baby The Lost Language Of Cranes Pedro and Me: Friendship, Loss, and What I Learned This Book Is Gay Natural Order

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this blog post is bilingual (German notes in orange)

ich poste auf Deutsch UND Englisch, dieses Mal

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lgbt young adult ya books

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since 2010, I sampled nearly 200 LGBTQQIA Young Adult novels. Here are my favorites: books that I have not read yet, but that pulled me in quickly, made it to my to-read-list and will be read soon. let me know what you think about the titles and put your own suggestions (or warnings!) in the comments. [the summaries that I quote for each book have been shortened and edited.]

seit 2010 suche ich Bücher mit schwulen, lesbischen, bi-, trans-, inter-, asexuellen, queeren Figuren. hier sind die Jugendbücher, deren Leseproben mich überzeugt haben und die ich mir vorgemerkt habe: ich freue mich über Ergänzungen und Kommentare! [die zitierten englischen Klappentexte sind gekürzt.] 

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01) NANCY GARDEN: Annie on my Mind

  • 234 pages, USA 1982
  • Germany: –
  • Goodreads: 3.95 of 5

“Two teenage girls whose friendship blossoms into love and who, despite pressures from family and school, promise to be true to each other and their feelings. This groundbreaking book has been banned from many school libraries and even publicly burned in Kansas City.”

  • smart, likeable, engaging YA pioneer: cute, calm, sane
  • stilles, intelligentes Jugendbuch über eine lesbische Freundschaft

Annie on My Mind

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02) JULIE MAYHEW: The Big Lie

  • 384 pages, UK 2015
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.34 of 5

“Contemporary Nazi England: Jessika Keller obeys her father and does her best to impress Herr Fisher at the Bund Deutscher Mädel meetings. Her neighbour Clementine is outspoken and radical. And the regime has noticed. Jess cannot keep both her perfect life and her dearest friend. But which can she live without?”

  • an alternate history novel about a lesbian teenager trying to cope in a totalitarian UK
  • might be too didactic or simple
  • Nazis beherrschen England, und eine lesbische Schülerin sucht ihren Platz im Regime
  • könnte etwas platt oder simpel sein

The Big Lie
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03) AMI POLONSKY: Gracefully Grayson

  • 250 pages, USA 2014
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.19 of 5

“Alone at home, twelve-year-old Grayson glows; but at school, he’s determined to fly under the radar. He has been holding onto a secret: “he” is a girl on the inside, stuck in the wrong gender’s body. Strengthened by an unexpected friendship and a caring teacher who gives her a chance to step into the spotlight, Grayson might finally have the tools to let her inner light shine.”

  • mainstream middle grade novel with a likeable narrator
  • sympathischer Mainstream für jüngere Leser*innen, vielleicht etwas seicht

Gracefully Grayson

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04) LISA WILLIAMSON: “The Art of being normal”

“David Piper has always been an outsider. His parents think he’s gay. The school bully thinks he’s a freak. Only his two best friends know the real truth – David wants to be a girl. On the first day at his new school Leo Denton has one goal – to be invisible. Attracting the attention of the most beautiful girl in year eleven is definitely not part of that plan. When Leo stands up for David in a fight, an unlikely friendship forms.”

    • likeable, but very slow novel about a trans girl
    • angelesen: sympathisch, aber zu langsam und, vielleicht, einfallslos/zahnlos

The Art of Being Normal

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05) KIEF HILLSBERY: War Boy

“Fleeing an abusive father, fourteen-year-old Radboy takes to the road with Jonnyboy, an older friend and mentor. On the bus, they hook up with Finn and Critter, a couple of speed-freak boyfriends. Later, Radboy stays behind in San Francisco, where the underground world inspires his own burgeoning sexual and emotional desires.”

  • deaf main character, a stream-of-consciousness narrative with Ebonics and street language… engaging, literary, likeable, but might be dated or too idealistic
  • gehörlose Hauptfigur, Straßen-, Skater-, Szenesprache (die deutsche Übersetzung kam nicht gut an), komplexer, lyrischer, aber vielleicht kitschiger Roman

War Boy

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06) BILL KONIGSBERG: Openly Straight

“Rafe is a normal teenager from Boulder, Colorado. He’s been out since 8th grade, and he isn’t teased, and he goes to other high schools and talks about tolerance and stuff. When he transfers to an all-boys’ boarding school in New England, he decides to keep his sexuality a secret — not so much going back in the closet as starting over with a clean slate. But then he sees a classmate break down. He meets a teacher who challenges him to write his story. And most of all, he falls in love with Ben . . . who doesn’t even know that love is possible.”

  • Optimistic, witty, simple and engaging: a feel-good novel for an all-ages audience
  • sonniges, schlichtes, vielleicht etwas didaktisches Buch übers Dazugehören

Openly Straight

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07) BILL KONIGSBERG: The Porcupine of Truth

  • 336 pages, USA 2015
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.05 of 5

“An epic road trip involving family history and gay history: Carson Smith is resigned to spending his summer in Billings, Montana, helping his mom take care of his father, a dying alcoholic he doesn’t really know. Then he meets Aisha Stinson, a [gay] beautiful girl who has run away from her difficult family, and Pastor John Logan, who’s long held a secret regarding Carson’s grandfather, who disappeared without warning or explanation thirty years before.”

  • mainstream novel about a straight (?) boy who crushes on a lesbian girl
  • heterosexueller (?) Junge verliebt sich während eines Road Trips in eine Lesbe
  • I also liked Konigsberg’s 2008 debut, “Out of the Pocket” (about a gay quarterback)

The Porcupine of Truth …and: Out of the Pocket

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08) ANN BAUSUM: Stonewall. Breaking Out in the Fight for Gay Rights

  • 128 pages, USA 2015
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.04 of 5

“In 1969 being gay in the United States was a criminal offense. People went to jail, lost jobs, and were disowned by their families for being gay. There were few safe havens. The Stonewall Inn, a Mafia-run, filthy, overpriced bar in New York City’s Greenwich Village, was one of them. One hot June night, when cops pounded on the door of the Stonewall, almost nothing went as planned. Tensions were high. The crowd refused to go away. The raid became a riot. The riot became a catalyst and triggered an explosive demand for gay rights.”

  • YA nonfiction: slim, but informative introduction to the gay pride movement’s history
  • kurzes, schlichtes Sachbuch, das erklärt, wie es zum Christopher Street Day etc. kam

Stonewall: Breaking Out in the Fight for Gay Rights

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09) KEN SETTERINGTON: Branded by the Pink Triangle

  • 155 pages, Canada 2013
  • Germany: –
  • Goodreads: 3.91 of 5

“Germany, especially Berlin, was one of the most tolerant places for homosexuals in the world. When the Nazis came to power, raids, arrests, prison sentences and expulsions became the daily reality. When the concentration camps were built, homosexuals were imprisoned along with Jews and any other groups the Nazis wanted to suppress. The pink triangle, sewn onto prison uniforms, became the symbol of the persecution of homosexuals, a persecution that would continue for many years after the war. A mix of historical research, first person accounts.”

  • YA nonfiction: slim, informative, suitable for all ages… and with reprints of pictures and documents. It’s annoying that there’s no German edition.
  • kurzes Sachbuch mit vielen Bildern und Dokumenten. absurd, dass es keine deutsche Version gibt.

Branded by the Pink Triangle

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10) APRIL SINCLAIR: “Coffee will make you black”

“Set on Chicago’s Southside in the mid-to-late 60s, April Sinclair writes frankly about a young black woman’s sexuality, and about the confusion Stevie faces when she realizes she’s more attracted to the school nurse — who is white — than her teenage boyfriend. Stevie is a bookworm, yet she longs to fit in with the cool crowd. Fighting her mother every step of the way, she begins to experiment with talkin’ trash and “kicking butt”. With the assassination of Dr. King she gains a new political awareness.”

    • likeable historical mainstream novel
    • sympathischer Zeitgeschichte-Roman fürs breite Publikum

Coffee Will Make You Black

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11) BENJAMIN ALIRE SÁENZ: “Aristotle and Dante discover the Secrets of the Universe”

“Aristotle is an angry teen with a brother in prison. Dante is a know-it-all. As the loners start spending time together, they discover that they share a special friendship—the kind that changes lives.”

    • philosophical and big-hearted coming-of-age novel, super-popular with schools and educators
    • Pädagog*innen und Schulen lieben dieses weitherzige, nachdenkliche Buch über Freundschaft

Aristotle and Dante Discover the Secrets of the Universe

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12) ALEXANDER CHEE: Edinburgh

  • 224 pages, USA 2001
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.22 of 5

“Twelve-year-old Fee is a gifted Korean-American soprano in a boys’ choir in Maine whose choir director reveals himself to be a serial pedophile. Fee and his friends are forced to bear grief, shame, and pain that endure long after the director is imprisoned. Fee survives even as his friends do not, but a deep-seated horror and dread accompany him through his self-destructive college days and after, until he meets a beautiful young student named Warden and is forced to confront the demons of his brutal past.”

  • intense and very literary coming-of-age novel about trauma. I’m intrigued – but Alexander Chee can be stuffy and boring in his essays
  • literarischer Roman über Musik und Trauma. Chees Essays/Nonfiction-Texte sind oft recht langweilig – aber das Buch wirkt vielversprechend:

Edinburgh

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13) ADAM SILVERA: More happy than not

  • 293 pages, USA 2015
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.23 of 5

“In the months after his father’s suicide, it’s been tough for 16-year-old Aaron Soto. When his girlfriend Genevieve leaves for a couple of weeks, Aaron spends all his time hanging out with this new guy, Thomas. Aaron’s crew notices, and they’re not exactly thrilled. But Aaron can’t deny the happiness Thomas brings. Aaron considers turning to the Leteo Institute’s revolutionary memory-alteration procedure to straighten himself out.”

  • urban novel about grief, with some sci-fi elements: I liked the tone
  • Großstadtroman über Trauer, mit Sci-Fi-Elementen: mir gefallen Ton und Stimmung

More Happy Than Not

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14) MICHELLE TEA: The passionate Mistakes and intricate Corruption of one Girl in America

  • 192 pages, USA 1998
  • Germany: –
  • Goodreads: 3.84 of 5

“The turbulent adventures of one girl in America as she moves from Boston’s teenage goth world to whoring in New Age Tucson before finally arriving in San Francisco’s dyke underground. Honest, sarcastic, lyrical and direct, Tea’s writing is possibly the most literate and sophisticated treatment of underground dyke culture ever written.”

  • fast, gritty and literary underground novel
  • schneller, gut geschriebener Underground- und Drogen-Roman

The Passionate Mistakes and Intricate Corruption of One Girl in America

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15) L.P. HARTLEY: The Go-Between

“Summering with a fellow schoolboy on a great English estate, Leo encounters a world of unimagined luxury. But when his friend’s beautiful older sister enlists him as the unwitting messenger in her illicit love affair, the aftershocks will be felt for years.”

  • calm, melancholic and very popular classic coming-of-age novel with a main character that might or might not be queer/gay/bisexual
  • traurig-schöner Coming-of-Age-Klassiker. ist die Hauptfigur bi/schwul? oder doch nur “verliebt” in das erwachsene Liebespaar, für den es zum Botenjungen wird?

The Go-Between

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16) PAUL RUSSELL: Sea of Tranquility

  • 384 pages, USA 1994
  • Germany: –
  • Goodreads: 3.96 of 5

“An extreordinary novel that traces a disintegrating nuclear family across two tumultuous decades of American life – from the early ’60s to the ’80s – and is told in a quartet of voices: astronaut Allen Cloud, his wife, their gay son, Jonathan, and his friend/lover, ranging in time and emotion from the optimism of the first moon shot to the dark landscape of the age of AIDS.”

  • engaging domestic fiction / family novel
  • Familienroman mit zwei schwulen Figuren: kein Jugendbuch, aber viel Coming-of-Age

Sea of Tranquillity

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17) ZOE WHITTALL: Bottle Rocket Hearts

  • 189 pages, Canada 2007
  • Germany: –
  • Goodreads: 3.85 of 5

“Montreal: Revolution seems possible when you’re 18, like Eve. She is pining to get out of her parents’ house and find a girl who wants to kiss her back. She meets Della: mysterious, defiantly non-monogamous, an avid separatist, and ten years older. On the night of the 1995 referendum, politics and romance come to a head and Eve’s naiveté begins to fade.”

  • political coming-of-age novel set in French-speaking Canada
  • politischer Coming-of-Age-Roman in Montreal

Bottle Rocket Hearts

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18) ROBIN TALLEY: Lies we tell ourselves

  • 384 pages, USA 2014
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.05 of 5

“In 1959 Virginia, Sarah Dunbar is one of the first black students to attend the previously all-white Jefferson High School. Linda Hairston is the daughter of one of the town’s most vocal opponents of school integration. She has been taught all her life that the races should be kept separate but equal. Forced to work together on a school project, Sarah and Linda must confront harsh truths about race, power and how they really feel about one another.”

  • a lesbian mixed-race couple in a school in Virginia? this seems slow-moving, but intense.
  • lesbische Schülerinnen – eine weiß, eine schwarz – in den Südstaaten? der Roman beginnt langsam, aber ich habe hohe Erwartungen.

Lies We Tell Ourselves

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19) ANDREW SMITH: Stick

  • 292 pages, USA 2011
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.10 of 5

“Fourteen-year-old Stark McClellan (nicknamed Stick because he’s tall and thin) is bullied for being “deformed” – he was born with only one ear. His older brother Bosten is always there to defend Stick. But the boys can’t defend one another from their abusive parents. When Stick realizes Bosten is gay, he knows that to survive his father’s anger, Bosten must leave home. Stick has to find his brother, or he will never feel whole again.”

  • one of the most popular gritty/sardonic/inventive/issue-pushing YA authors, I’m sure that Smith has smart things to say about abuse, family and homeless youths.
  • Smith ist einer der progressivsten und originellsten US-Jugendbuchautoren. ich bin sicher, er hat kluge Dinge zu sagen über misshandelte, obdachlose Teenager.

Stick

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20) SCOTT HEIM: Mysterious Skin

  • 292 pages, USA 1995
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.08 of 5

“At the age of eight Brian Lackey is found bleeding under the crawl space of his house, having endured something so traumatic that he cannot remember an entire five–hour period of time. He begins to believe that he may have been the victim of an alien encounter. Neil McCormick is a teenage hustler and a terrorist of sorts.”

  • a thriller about child abuse, with hypersexualized characters: this might be pretty trashy… but pretty unique.
  • ein Thriller über schwule Teenager und Kindesmissbrauch: könnte trashig und durcheinander sein – ist aber auf jeden Fall originell.

Mysterious Skin

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21) KIM FIELDING: Motel. Pool.

  • 206 pages, USA 2014
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.15 of 5

“In the mid-1950s, Jack Dayton flees his working-class prospects in Omaha and heads to Hollywood, convinced he’ll be the next James Dean. But poor decisions ultimately find him at a cheap motel off Route 66, lifeless at the bottom of the pool. Sixty years later, Tag Manning, feeling hopeless and empty, flees his most recent relationship mistake and finds he’s transporting a hitchhiking ghost. Jack and Tag come to find much-needed friends in each other.”

  • corny, but amusing and original gay romance road novel.
  • Trash/Kitsch, aber originall und amüsant: eine schwule Road-Romanze mit Geist.

Motel. Pool.

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22) JOSEPH OLSHAN: Nightswimmer

“Ten years ago, Will Kaplan and his lover went for a night swim in the Pacific Ocean—but only Will emerged. In the decade that followed, Will relocated to the other end of the continent, filling his days with shallow and pointless affairs, unable to come to terms with the bizarre disappearance that could have been a tragic drowning, a well-planned abandonment, or both. Immersing himself in New York’s gay bar and disco scene, and a hedonistic Fire Island culture darkened by the grim specter of AIDS, Will meets Sean Paris, a young man as tortured and damaged by the past as Will himself.”

  • melancholic, maybe kitschy relationship novel of the AIDS era
  • Liebe in Zeiten von AIDS: melancholischer, aber vllt. kitschiger Beziehungsroman

Nightswimmer

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23) MADELYN ARNOLD: Bird-Eyes

  • 240 pages, USA 1988
  • Germany: –
  • Goodreads: 3.89 of 5

“In 1963, being different can be illegal-as sixteen-year-old Latisha, a lesbian runaway, discovers when she is sentenced to treatment in the locked ward of a mental hospital for being “incorrigible” and a threat to society. Her best friend in the ward is Anna, an older deaf woman committed for depression. Although she’s forbidden to communicate in sign language, Anna teaches Latisha and gives her a name: “Bird-Eyes.”A brilliant novel of friendship and defiance, of passion and resistance.”

  • dark and gripping coming-of-age novel
  • düsterer, mitreißender Coming-of-Age-Roman

Bird-Eyes (Stonewall Inn Editions)

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24) JO KNOWLES: See you at Harry’s

  • 310 pages, USA 2012
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.09 of 5

“Twelve-year-old Fern feels invisible. Mom helps Dad run the family restaurant; Sarah is taking a gap year after high school; and Holden pretends that Mom and Dad and everyone else doesn’t know he’s gay, even as he fends off bullies at school. Then there’s Charlie: three years old, a “surprise” baby, the center of everyone’s world. If it wasn’t for Ran, Fern’s calm and positive best friend, there’d be nowhere to turn. But then tragedy strikes- and Fern feels not only more alone than ever, but also responsible for the accident that has wrenched her family apart.”

  • feel-good, intelligent middle-grade novel
  • intelligentes Wohlfühl-Buch für Leser*innen zwischen 11 und 14

See You at Harry's

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25) MARY RENAULT: The Charioteer

  • 352 pages, UK 1953
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.06 of 5

“World War II: Laurie Odell is sent to a rural veterans’ hospital in England to convalesce. There he befriends the young, bright Andrew, a conscientious objector serving as an orderly. As they find solace and companionship together in the idyllic surroundings of the hospital, their friendship blooms into a discreet, chaste romance. Then one day, Ralph Lanyon, a mentor from Laurie’s schoolboy days, suddenly reappears in Laurie’s life, and draws him into a tight-knit social circle of world-weary gay men. Laurie is forced to choose between the sweet ideals of innocence and the distinct pleasures of experience.”

  • one of the earliest gay mainstream novels: a well-written romance
  • populärer Bestseller aus den 50ern mit schwulen Figuren, kompetent geschrieben

The Charioteer

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26) LARRY DUPLECHAN: Blackbird

  • 225 pages, USA 1986
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.05 of 5

“A funny, moving, gay coming-of-age novel about growing up black and gay in Southern California. The lead character, Johnnie Ray Rousseau, is a high school student upset at losing the lead role in the school staging of Romeo and Juliet; his best friend has been beaten badly by his father, and his girlfriend is pressuring him to have sex for the first time. All the while, he’s intrigued by Marshall MacNeill, a fellow drama class member.”

  • likeable and quick slice-of-life novel with a gay black main character.
  • sympathischer Alltags- und High-School-Roman mit einer schwulen Hauptfigur of Color.

Blackbird

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27) TOM SPANBAUER: Now is the Hour

  • 480 pages, USA 2006
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.10 of 5

“The year is 1967, and Rigby John Klusener, seventeen years old and finally leaving Pocatello, Idaho, is on the highway with his thumb out and a flower behind his ear, headed for San Francisco. Now Is the Hour traces his gradual emancipation from his strictly religious farming family and the small-minded, bigoted community.”

  • this could be overblown hippie trash… or a lyrical and grandiose coming-of-age opera.
  • sehr dick aufgetragen: könnte toll sein – aber vielleicht auch nur selbstverliebter Hippie-Trash.

Now Is the Hour

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28) MICHAEL CUNNINGHAM: A Home at the End of the World

“Two boyhood friends: Jonathan, lonely, introspective, and unsure of himself; and Bobby, hip, dark, and inarticulate. In New York after college, Bobby moves in with Jonathan and his roommate, Clare. Bobby and Clare fall in love, scuttling the plans of Jonathan, who is gay, to father Clare’s child. Then, when Clare and Bobby have a baby, the three move to a small house upstate to raise “their” child together and, with an odd friend, Alice, create a new kind of family.”

  • Cunningham can be didactic and one-dimensional – but I like the themes of this book, and I’m eager to see if the characters are more than clichès
  • Cunningham kann didaktisch und dümmlich sein – aber die Fragen des Romans interesssieren mich, und ich bin gespannt, ob die Figuren mehr sind als Klischees.

A Home at the End of the World

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29) CHRISTOPHER BRAM: “Surprising myself”

“A brilliant debut novel about the relationship between a boy and his homosexual friend. After four years of living with relatives in Switzerland, seventeen-year-old Joel Scherzenlieb finds himself in the United States for the summer, working at a Boy Scout camp. There, he meets nineteen-year-old Corey Cobbett, a fellow counselor. Soon, Joel’s sarcastic, distant CIA father shows up and whisks him away to live with his mother, grandmother, and older sister on a farm in Virginia. As his dreams of going to college vanish, Joel faces his longest year yet. But everything changes when Corey returns to his life.”

  • it’s long, and it has elements of a conventional romance novel – but the author wrote “Gods and Monsters” too, and I like the style.
  • vielleicht zu lang, vielleicht zu konventionell – aber der Autor hat die Vorlage zu “Gods and Monsters” geschrieben… und hat Stil.

Surprising Myself: A Novel

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30) JAMES DAWSON: All of the Above

  • 319 pages, UK 2015
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.31 of 5

“Sixteen-year-old Toria Bland arrives at her new school and meets the funny and foul-mouthed Polly, who’s the coolest girl that Toria has ever seen. Polly and the rest of the ‘alternative’ kids take Toria under their wing. That’s when she meets the irresistible Nico Mancini, lead singer of a local band. Toria likes Nico, Nico likes Toria, but then there’s Polly…love and friendship have a funny way of going round in circles.”

  • I liked James Dawson’s self-help guide “This book is gay”. His novel has a goofy narrator and might be slightly immature – but so far, the constant joking is endearing.
  • Sehr viele Kalauer, recht pubertär – aber so schreibt James Dawson auch in “How to be Gay”, einem Ratgeber für Schüler*innen, den ich mochte.

All of the Above

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31) EILEEN MYLES: Cool for you

  • 200 pages, USA 2000
  • Germany: –
  • Goodreads: 3.84 of 5

“Grainy and stripped, this gritty novel traces the downbeat progress of a Catholic, working-class lesbian coming of age in Boston.”

  • sounds dark and depressing – but Myles in amazing stylist, and I enjoyed reading the first chapters.
  • klingt düster und deprimierend – aber Myles ist eine großartige Stilistin, und die ersten Kapitel machten mir Spaß.

Cool for You

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32) MICHAEL THOMAS FORD: Suicide Notes

  • 295 pages, USA 2008
  • Germany: –
  • Goodreads: 4.05 of 5

“Fifteen-year-old Jeff wakes up on New Year’s Day to find himself in the hospital. Make that the psychiatric ward. With the nutjobs. Clearly, this is all a huge mistake. Forget about the bandages on his wrists. Forget about his problems with his best friend, Allie, and her boyfriend, Burke. Jeff’s perfectly fine, perfectly normal, not like the other kids in the hospital with him. But a funny thing happens as his forty-five-day sentence drags on: the crazies start to seem less crazy. Suicide Notes is a darkly humorous novel that examines that fuzzy line between “normal” and the rest of us.”

  • humorous mainstream YA novel about mental illness
  • Mainstream-YA-Roman über psychische Erkrankungen; humoristisch

Suicide Notes

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33) NON PRATT: Trouble

“When the entire high school finds out that Hannah Shepard is pregnant via her ex-best friend, she has a full-on meltdown in her backyard. The one witness: Aaron Tyler, a transfer student and the only boy who doesn’t seem to want to get into Hannah’s pants. Confused and scared, Hannah needs someone to be on her side. Wishing to make up for his own past mistakes, Aaron does the unthinkable and offers to pretend to be the father of Hannah’s unborn baby. Even more unbelievable, Hannah hears herself saying “yes.” Told in alternating perspectives between Hannah and Aaron, Trouble is the story of two teenagers helping each other to move forward in the wake of tragedy and devastating choices.”

  • comedic, but intelligent recent YA novel
  • aktueller Young-Adult-Roman: auf Pointe geschrieben, aber intelligent

Trouble

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34) K.M. SOEHNLEIN: The World of normal Boys

  • 282 pages, USA 2000
  • Germany: –
  • Goodreads: 3.96 of 5

“It is the late 1970s in suburban New Jersey, and while “normal boys” are into cars, sports, and bullying their classmates, Robin Mackenzie enjoys day trips to New York City with his elegant mother. He dutifully plays the role of the good son for his meat-and-potatoes father, but everything changes in one, horrifying instant when a tragic accident wakes his family from their middle-American dream and plunges them into a spiral of slow destruction. As the MacKenzie family falls apart, Robin embarks on an explosive odyssey of sexual self-discovery that will take him into a complex future, beyond the world of normal boys.”

  • competently written, atmospheric coming-of-age
  • Coming-of-Age-Roman, atmosphärisch und stilsicher

The World of Normal Boys

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35) ARIN ANDREWS: Some Assembly Required: The not-so-secret Life of a transgender Teen

  • 256 pages, USA 2014
  • Germany: –
  • Goodreads: 3.93 of 5

“Seventeen-year-old Arin Andrews shares all the hilarious, painful, and poignant details of undergoing gender reassignment as a high school student in this winning memoir. He had been born in the body of a girl and there seemed to be no relief in sight. Arin reveals the challenges he faced as a girl, the humiliation and anger he felt after getting kicked out of his private school, and all the changes, both mental and physical, he experienced once his transition began. Arin also writes about the thrill of meeting and dating a young transgender woman named Katie Hill and the heartache that followed after they broke up.”

  • likeable and easy, but not very political memoir
  • Autobiografisches Buch über eine Geschlechtsangleichung: sympathisch, süffig, aber nicht sehr politisch

Some Assembly Required: The Not-So-Secret Life of a Transgender Teen

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36) EDWARD VAN DE VENDEL: Die Tage der Bluegrass-Liebe

  • Dutch YA novel, no English translation
  • 192 pages, Netherlands 1999
  • Germany: Carlsen Verlag, 2008
  • Goodreads: 3.79 of 5

“Ein Feriencamp in den USA. Tycho und Oliver, die dort in ihren Sommerferien arbeiten, verstehen sich von Anfang an besonders gut. Sie können wunderbar miteinander reden und lachen. Doch dann merkt Tycho, dass er mehr für Oliver empfindet als bloße Freundschaft. Nach der ersten Unsicherheit fühlt er sich zusammen mit Oliver stark, fast unbesiegbar. Daran kann auch der Rauswurf aus dem Camp nichts ändern.”

  • two teens fall in love in a US summer camp
  • sympathischer Mainstream

Die Tage der Bluegrass-Liebe

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37) FLOORTJE ZWIGTMANN: Ich, Adrian Mayfield

  • Dutch historical YA novel, no English translation
  • 510 pages, Netherlands 2005
  • Germany: Gerstenberg, 2008
  • Goodreads: 4.27 of 5

“London 1884. Adrian Mayfield ist keine 17 und Lehrjunge bei einem Maßschneider in Soho. Als er eines Tages seine Anstellung verliert, findet er Unterschlupf bei einem Kunstmaler namens Augustus Trops und beginnt, Modell zu sitzen. Beim Modellsitzen bleibt es nicht, zu Adrians allergrößtem Erstaunen: Ja, er liebt Männer! Im London dieser Zeit ein Verbrechen. Durch Trops erhält Adrian Zugang zu den erlesensten Künstlerkreisen Londons, an deren Spitze Oscar Wilde im Café Royal thront. Adrian beginnt Gefallen zu finden an dieser dekadenten Gesellschaft.”

  • historical novel about a witty gay upstart in London
  • nicht meine Ära, nicht mein Stil. aber es hat SEHR gute Kritiken und viele Fans.

Schijnbewegingen

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38) JULIE ANNE PETERS: Keeping you a Secret

“Being gay doesn’t have to be a secret anymore. With a steady boyfriend, the position of Student Council President, and a chance to go to an Ivy League college, high school life is just fine for Holland Jaeger. But when Cece Goddard comes to school, everything changes. They have undeniable feelings for each other. But how will others react to their developing relationship?”

  • I don’t like Peters because often, she is too slow and too on-the-nose. this resonated with readers, though, and I’ll give it a try.
  • gefällig, etwas langsam: ich bin kein Fan von Julie Anne Peters. das scheint eines ihrer stärkeren Bücher zu sein.

Keeping You a Secret

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39) JULIA WATTS: Finding H.F.

“Sixteen-year-old Heavenly Faith (H.F.) discovers she has a crush on a local college professor’s daughter, and embarks on a search for her missing mother.”

  • lightweight but likeable lesbian YA novel
  • recht leicht, aber liebenswert: YA-Novel über eine junge Lesbe

Finding H.F.

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40) EMILY M. DANFORTH: The Miseducation of Cameron Post

  • 470 pages, USA 2012
  • Germany: –
  • Goodreads: 3.96 of 5

“When Cameron Post’s parents die suddenly in a car crash, her shocking first thought is relief. Relief they’ll never know that, hours earlier, she had been kissing a girl. Cam is soon forced to move in with her conservative aunt Ruth and her well-intentioned but hopelessly old-fashioned grandmother. Survival in Miles City, Montana, means blending in. Then Coley Taylor moves to town. Beautiful, pickup-driving Coley is a perfect cowgirl with the perfect boyfriend to match. She and Cam forge an unexpected and intense friendship — one that seems to leave room for something more to emerge. But just as that starts to seem like a real possibility, ultrareligious Aunt Ruth takes drastic action to ‘fix’ her niece.”

  • the lesbian YA title I’m most eager to read
  • das lesbische Jugendbuch, in das ich die größten Hoffnungen setze

The Miseducation of Cameron Post

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15 books that I did not enjoy and won’t recommend / gelesen und nicht gemocht:

Someday This Pain Will Be Useful to You Maurice A Wolf at the Table Between Mom and Jo Are You My Mother?

The Mysteries of Pittsburgh While England Sleeps The Body of Jonah Boyd Back Where He Started Leave Myself Behind

A Separate Peace Spätsommer. Hate: A Romance Skim I Am Not Myself These Days

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people love Andreas Steinhöfel’s kitschy, overwrought and emotionally fake “Die Mitte der Welt”/”The Center of the World” (Germany, 1998). I can’t recommend it at all / keine Empfehlung:

The Center of the World

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…and Hubert Fichte is one of my favorite authors – there has not been a book of his that I didn’t like, so far – but I would not classify him as “YA literature”: very, very literary and demanding coming-of-age novels / sperrige, tolle deutsche Klassiker über Identität und Coming-of-Age… aber keine “Young Adult”-Bücher: Hubert Fichte, einer meiner Lieblingsautoren:

Detlev's Imitations The Orphanage

gute Goodreads-Liste mit weiteren deutschen oder ins Deutsche übersetzten Titeln, zum mit-Voten: Link

selfie mai 2015