BELLA triste

PROSANOVA 2017: Stimmen der Presse & Fotos

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Literaturfestival PROSANOVA 2017 | Foto: Mara Giese

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Alle drei Jahre findet in Hildesheim PROSANOVA statt (Website), das Festival für junge deutschsprachige Literatur.

2011, als einen der ersten Beiträge in meinem Blogs, sammelte ich die Stimmen der Presse in einem Eintrag (Link).

Auch zu PROSANOVA 2014 machte ich eine Presseschau hier im Blog (Link).

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Hier gesammelt: die wichtigsten Pressestimmen zu PROSANOVA 2017 (8. bis 11. Juni 2017, Hildesheimer Nordstadt)

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01_”Das Publikum ist sehr jung. Die Stimmung ist relaxt, aber nicht kuschelig, nur freundlich und solidarisch. Auf die Platzhirsche der deutschen Literatur hat man mit Absicht deutlicher als zuvor noch verzichtet, aber alle Stimmen, die ich höre, sind mindestens interessant. Sascha Ehlert hat in der Welt die „große, laute, wütende, böse Literatur“ auf dem Festival vermisst. Grow up. Den starken Mann zu markieren hatte auf diesem Prosanova zum Glück niemand nötig.” Ekkehard Knörer, taz, “Liebesbriefe und Shitstorms”

02_”Welchen Einfluss kann das Prosanova auf den etablierten Literaturbetrieb haben? Und welche Impulse können davon für die Gesellschaft ausgehen? Die Sachbuchautorin Mithu Sanyal ist skeptisch: “Das sind alles Stimmen, die ich hier vertreten fühle, und die ich in der deutschen Literatur auch finde, aber ob das angekommen ist, dass das ein großer, wichtiger Teil der Literatur ist, das weiß ich nicht. Das ist immer noch dieses: Das ist eine Einzelstimme. Nein, es sind ganz viele. Das sind gar nicht mehr Einzelstimmen.” Auf dem Prosanova bleibt die junge Literaturszene weitgehend unter sich. Selbst in Hildesheim wissen nur wenige um das Festival. Gegenwartsliteratur in der Blase oder Impulsgeber mit Einfluss?” Simone Schlosser, Deutschlandfunk, “Literatur zwischen Stahlträgern”

03_4-Minuten-Audio-Feature von Jule Hoffmann bei Deutschlandfunk Kultur, “Das ‘andere’ Literatur-Festival in Hildesheim” (nur bis Dezember 2017 online)

04_”Wenn man Leute auf ihre Privilegien hinweist, fühlen sie sich oft auf den Schlips getreten. Das Festival schafft aber einen Raum für Frauen, People Of Color und nicht-binäre Personen, der sonst im Betrieb nicht vorhanden ist. Und darum geht’s: über Themen sprechen zu können, ohne die Quotenfrau dabei haben zu müssen.” Interview mit Autorin Sirka Elspass (Fragen von Juli Zucker) Missy Magazine, “Ich will weniger höflich sein”

05_kurze Notate und Snapshots, gesammelt für Logbuch Suhrkamp

06_Mitschnitte, Podcasts, Features und kurze Texte bei Litradio

07_Beiträge für Fabian Thomas’ Social-Media-Spiel “Diskursbingo” bei Instagram und Twitter sowie die Hashtags pn17 (Twitter | IG) und prosanova17 (Twitter | IG)

08_”Wir haben die vitale fünfzigjährige Hundesalonbesitzerin mit dem blinden Pudel aus dem dritten Stock des Gebäudes, in dessen ersten zwei Stockwerken das Festivalzentrum liegt, im Nokia am Ohr, die uns sagt, wir sollen die Party jetzt beenden, es sei zu laut. […] wir haben nach dem Festival eine Anzeige wegen Körperverletzung am Hals, weil die vitale Frau mit dem blinden Pudel, der wir schon am ersten Abend ein Zimmer im Dorint Hotel anbieten, die aber wegen ihres Hundes nicht woanders schlafen kann, aufgrund von Schlafmangel eine Depression bekommt, am Sonntag Abend erklärt uns die Polizei, dass wir die Veranstaltung für beendet erklären müssen, andernfalls rückt die Bereitschaftspolizei aus Hannover an und räumt das Gelände, und das wird dann richtig teuer.” PROSANOVA-Mitbegründer Paul Brodowsky über PROSANOVA 2005, Prosanova im Praesens II

09_kurze Text- und Bildmontage von mir, zur Einstimmung auf PROSANOVA 2017

10_”Ein Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde, war die Autofahrt während der Commoonity. Eine wahnsinnig aufregende Performance. Wer da keinen Platz mehr ergattert hat, tut mir leid, denn ich hatte das krasse Gefühl von etwas sehr Einmaligem. Besonders schön war, dass ich meine Litaffin-Partnerin Juliane überredet habe, noch mitzukommen und diesen Moment mit ihr teilen konnte.” Fotos und kurze Statements im “Humans of New York”-Stil: Ann-Kathrin Canjé, “Humans of Prosanova”

11_kurzes Abschlussinterview mit Ole Schwabe, Mitglied der Künstlerischen Leitung, bei Radio Tonkuhle, Hildesheim: “Fazit Prosanova” (Audio)

12_”Um direkt bei Mithu M. Sanyal zu bleiben, die wirklich eine beeindruckende Frau ist, darf auch ihr Vortrag „Rape Revisited“ in meiner Highlight-Liste nicht fehlen. Ganz unprätentiös und klar hat sie über Vergewaltigung gesprochen. Welche falschen Annahmen darüber in der Gesellschaft herrschen, wie Vergewaltigungen historisch zu beleuchten sind und wie wir sie differenzierter im Verhältnis zu Sex betrachten können.” Juliane Noßack, Poesierausch, “So war das Prosanova 17”

13_”Das Programm ist gesprächslastig, diskussionsfreudig, am Debattenpuls und eben stark auf den Prozess, die Textarbeit, Unfertiges ausgerichtet. Die Auftretenden sind zum Großteil Autorinnen. Prosanova ist immer auch: Ein Wasserstandsbericht. Eine Zustandsbeschreibung der Szene. Wie wird gerade geschrieben und worüber und worüber muss jetzt mal gesprochen werden?” Fixpoetry, Andreas Thamm: “Plaudereien auf dem Prosanova: Birgit Birnbacher, Maren Kames, Yael Inokai”

…und, Teil 2: “Plauderein auf dem Prosanova II: Juan S. Guse, Alina Herbig”: “Weißt du einen Satz, eine Formulierung, irgendwas in deinem Buch, worüber du dich heute ärgerst? Alina: Ich glaube nicht, dass es Sätze sind, aber mir fallen beim Vorlesen immer wieder so Kleinigkeiten auf: Wieso hört der Satz da auf? Wieso habe ich da einen Punkt gemacht? Die Sachen streiche ich dann durch und lese ich auch anders. Ich habe auch ein paar Sachen schon für die zweite Auflage geändert. Es sind keine dramatischen Sachen. Andererseits glaube ich, dadurch, dass ich jetzt mit den Reaktionen auf diesen Roman konfrontiert werde, hätte ich wahrscheinlich, wenn ich die vorher mitgedacht hätte, einen ganz anderen Roman geschrieben. Ist aber vielleicht auch ganz gut, dass ich die vorher nicht hatte.”

14_”Ständig bilden sich Schlangen, obwohl es selten wirklich voll ist. Am Sonntag stellen sich Menschen schon in einer Schlange an, obwohl es bei der Insellesung auf dem Parkplatz ganz sicher keinen Einlassstopp geben wird, einfach aus Gewohnheit. Die Schlange, in der sich alle mehr oder weniger ordentlich einreihen.” Anke Dörsam, meermoabit, “Prosanova 2017”

15_”Die Mischung aus ungewöhnlichen Lesungen, Performances, Installationen, politischen Vorträgen, Panels und Partys ist zu hundert Prozent gelungen. Das alles wurde von Studierenden organisiert und wir staunen, zu welchen Höchstleistungen diese fähig sind. […] Ein großes Klassentreffen der jungen, hippen Literatur sozusagen. Wenn in drei Jahren mehr Menschen angelockt werden könnten, die sich (noch) nicht dem Literaturbetrieb verschrieben haben, wäre der Austausch über Literatur auf dem Festival wohl noch vielseitiger.” Litaffin, Ann-Kathrin Canjé, “Prosanova 17: Over and Out. Rückblick”

16_”Wie Sprache und Macht zusammenhängen, lerne ich außerdem noch einmal ausführlich in Hornscheidts Workshop „Exit Gender“. Gibt es etwas neben, zwischen, über oder unter „Mann“ und „Frau“? So lautet eine der Ausgangsfragen. Definitiv! Doch wie setze ich diese Varianten von Geschlecht in einem Text um, ohne dass es den Schreib- und Lesefluss stört? Indem ich beschreibe, was eine Person macht und welche Eigenschaften außer Geschlecht sie auszeichnet. Voller Eindrücke, neuer Erkenntnisse und Literaturtipps auf der persönlichen „must read“-Liste fährt Team Ullstein zurück nach Berlin und freut sich auf all das, was da zurzeit im Prozess ist und hoffentlich bald zu Büchern wird.” Marie Krutmann im Ullstein-Blog Resonanzboden, “Was ist eigentlich junge Literatur? Spurensuche auf dem Prosanova”

17_”Was auffiel war vor allem die Menge an Diskussions- und Gesprächsformaten, die es sich zum Ziel setzten nicht nur eine junge Literatur abzubilden, sondern diese in ihrem Kontext und vor dem Hintergrund eines literarischen Betriebs zu betrachten und zu hinterfragen.” Textmagazin, Milena, “Prosanova 17”

18_”Die inhaltliche Setzung wirkt weiterhin zu mutlos und unnötig insiderisch bis verkopft. Wo soll die große, laute, wütende, böse Literatur entstehen, die unsere Gegenwart auch mal nachhaltig kritisiert, wenn die talentiertesten Nachwuchsautorinnen und -autoren bei ihrem großen Jahrestreffen nur über öde-abstrakte Begriffe wie Material und Prozesse reden?” Sascha Ehlert in der Welt, “Last Exit: Hildesheim”

19_”Keine fertige »große, laute, wütende, böse Literatur« wird präsentiert, wie es Sascha Ehlert in der WELT fordert, sondern eine Literatur, die sich im Prozess versteht und mit ihrem Prozesshaften arbeitet – still –, und dafür benötigt es einen affirmativen Raum, um einen respektvollen Zugang zueinander zu finden, eine Art »erhabene Besänftigung« (PM), keine giftigen Schlagabtäusche und Konfrontationen. […] Als Abbild junger Literatur hat es allemal an verschiedensten Stellen gegen die männlichen, konservativen Kollektive der Literaturlandschaft ein Zeichen gesetzt.” Rudi Nuss im S.-Fischer-Blog hundertvierzehn, “Prosa Nova Orbis Hildesheim”

20_”*Vorlesen* gibt es nicht mehr. Aber wirklich von sich lassen möchte auch kaum ein Text. Bewegungen bleiben erstmal im Testmodus, im „Was-wäre-wenn“. Vielleicht müsste diese Literatur-Praxis sich ein Vorbild am Gelände nehmen. Wenn ich hierhin gehe und den Zaun hinter mir zuziehen lasse, komme ich nicht so schnell zurück. Bleib doch mal da, geh da doch mal weiter, verirr dich ein bisschen! Installation und Performance begegnen mir als Zitat, aber ich würde da gern weiter lesen und sehen, was passiert, wenn der Text sich von seiner Umgebung wirklich angehen lässt. Wenn er sich anstecken lässt von den Räumen und Situationen, in die er gestellt wird, statt seine eigene Atmo nochmal auszupacken. Für einen Moment.” Tilman Richter im Merkur: Zeitschrift für europäisches Denken, “Streamen, Floaten, Driften. Prosanova-Rumhängen”

21_”Damit die Autoren auf PROSANOVA | 17 nicht in der Überzahl sind, haben wir sehr viel gelesen und nicht bloß auf die Namen vertraut, die eh schon jede°r kennt. Oft lohnt es sich, die vorgetrampelten Wege zu verlassen. Wir hätten am Anfang auch nicht gedacht, dass das so einfach geht.” schöner Grundsatz-/Programmatiktext von Helene Bukowski bei Suhrkamp über zehn Grundsatzfragen der Festival- und Programmgestaltung, “Die zehn Eckpfeiler des Literaturfestivals PROSANOVA”

22_”Es geht um die noch andauernde Vorherrschaft des weißen, heterosexuellen Mannes. Um das einmal sehr deutlich zu sagen für diejenigen, die sich von der Terminologie weißer, heterosexueller Mann angegriffen fühlen – darin ist kein Vorwurf formuliert für das weiß– und heterosexuell-und männlich-geboren-sein, denn so ist man eben. Darin kann keine Schuld liegen. Es drückt bloß die Bewusstmachung aus, dass man durch diese angeborenen Merkmale mit dem größtmöglichen Privileg ausgestattet ist, dass man in unserer Gesellschaft genießen kann. Weil man maximal der Norm, dem Akzeptierten, dem Machtvollen und Gesehenem entspricht. Daraus entsteht ein Gefälle, das sich bewusst und unbewusst ausübt, das die Leute sortiert nach wichtig und weniger wichtig. Ein System der Über- und Unterordnung, das noch nicht allen geläufig zu sein scheint, und zu dem ich nie wieder die Klappe halten werde.” Tatjana van der Beek, Mitglied der künstlerischen Leitung von PROSANOVA 2017, im Festivalblog über die Sexismus-Debatte am Literaturinstitut Hildesheim: “Wenn Sexismus eine Neuigkeit ist”

23_”Wann verkommen politische Forderungen und Aussagen zur bloßen Attitüde? Wann sind sie großartig und klatschen genau ins Mark der Gegenwart? Und was haben Sätze aus dem Programmheft wie die Aufführung berührt politische, soziale und emotionale Themen wie Identität, Macht und Liebe mit subtiler Direktheit eigentlich mit Literatur zu tun? Beantwortet wurden diese Punkte mal schlechter und mal besser, ganz wie es sich für ein Festival gehört, das ästhetische Risiken eingeht und nicht einfach nur Großautoren-Polonaise veranstaltet. Auffälligerweise machten viele Schreibende einfach ihr Ding, hatten wenig zu tun mit dem Wording und den Ankündigungen des Festival.” etwas… schnippisch-ironisierender Text im Merkur von Florian Kessler & Lena Vöcklinghaus – der für mich stellenweise klingt (“Wording”), als sei die Diversity und Ideologiekritik, um die sich das Festival sehr bemühte, etwas, das… “der Literatur” hier unbeholfen aufgepfropft/angehaftet wird. “1000 kritische Bierbongs starren dich an”

…dazu noch einmal Ekkehard Knörer in der taz: “Maren Kames [hat] einen schönen kurzen Essay geschrieben als Vorwort fürs Institutsjahrbuch, gegen Angebertexte und ihre Verfasser. Aber dergleichen kann es für den scheidenden Studiengangsleiter Hans-Josef Ortheil in Hildesheim natürlich nicht geben, so hat er das Vorwort aus dem Jahrbuch gekickt. Außerdem hat das Institut wegen eines anonymen Studierendentexts gerade eine Sexismusdebatte am Hals – kein Wunder an einem Ort, an dem es kaum weibliche Lehrende gibt. Es wäre sehr zu wünschen, dass sich das und manches mehr unter Ortheils Nachfolger beziehungsweise doch hoffentlich: Nachfolgerin ändern wird.”

[kurz von mir: Mich irritiert/stört die Annahme, kritische Texte “könne es für Hanns-Josef Ortheil natürlich nicht geben”: Ich selbst fand Marens Text nicht übertrieben streitbar. Ich weiß nicht, warum er nicht als Vorwort veröffentlicht werden konnte/durfte… doch ich selbst schrieb schon ein (Link, 2007), zwei (Link, 2012) längere und kritischere Vorworte über Probleme in Hildesheim – ohne, dass Hanns-Josef Ortheil intervenierte: Ich fühlte mich von ihm bestärkt, solche Texte zu schreiben und zu veröffentlichen – auch in studiengangseigenen Verlagen. Siehe auch: Ekkehard Knörer, unten in den Kommentaren.]

24_Fotos und kurzer Text zum Festival-Samstag von Blogger Frank R. Rudkoffsky

25_”Der eine oder andere etablierte Name also, aber nicht die ganz großen Stars – klar, es geht ja um junge Literatur. Da wundert es zwar nicht, dass das klassische Lesungspublikum ab fünfzig aufwärts ausbleibt, ein bisschen mehr Durchmischung täte dem Ganzen aber dennoch gut, man hat den Eindruck, es ist fast ausschließlich der Literaturbetrieb anwesend: Nachwuchsautoren, Lektoren, Agenten. Ich selbst bin beruflich hier und fühle mich tatsächlich wie auf Klassenfahrt. […] Alle drei Jahre findet es statt, und genauso häufig wechseln die Kuratoren und mit ihnen die Veranstaltungsorte, Fragestellungen und Künstler. Auch deshalb haftet dem Prosanova vermutlich der Charme des Provisorischen an, des Unfertigen; vielleicht liegt es aber auch nur an den verlassenen Industriehallen, die dieses Jahr als Schauplatz dienen, an der Einrichtung aus Selbstgezimmertem, Sperrmüll und Omas Wohnzimmerdeko. Ein in jeglicher Hinsicht eigenwilliges und liebevoll gestaltetes Festival.” SchöneSeiten, Caterina Kirsten, “Prosanova | 17”

…auch Bloggerinnen & Freundinnen Mara Giese und Blauschrift sowie die Literatur-Vloggerin Luba Goldberg-Kusnetzova waren vor Ort – ich freue mich auf weitere Fazits, in den nächsten Tagen.

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…und Teresa Streiß auf Facebook über ein Orga-Grundsatzproblem:

“Prosanova 2017: haben Sie ein festivalbändchen? Haben Sie auch einen stempel? Nein durch diese tür darfst du nicht raus. Nein hier kannst du nicht rein. Nein du darfst das nicht essen. Nein essen gibt es hier nicht. Nein bitte die andere tür. Haben Sie einen stempel? (Aber auch: inhaltlich top. Und slushys mit vodka!)

[…] dieses wochenende fühlte sich so an, als hätte das orgateam über all die tolle politik und Literatur das organisieren vergessen und ganz am ende nachschieben müssen. Vielleicht Sachzwänge (so denke ich mir das zurecht), von wegen räume nicht zu voll werden lassen und so, aber eher uncharmant gelöst durch “bürokratie” a la du brauchst diesen Stempel und dann dieses bändchen und du musst auf dieser liste stehen und die tür führt nur rein und die andere raus, aber morgen auch schon wieder anders. Gefühlt viele Kommunikationsprobleme innerhalb des teams, so sachen wie nein du ķannst nicht für jemand anderes eine karte für commoonity kaufen und abends dann hundert stunden warteliste weil warum hast du dir denn nicht von jemand anderem heute morgen schon eine kaufen gelassen? Und statt regelflexibilität und hauptziel wohlfühlen eher so nein essen dürfen nur die Künstler und vielleicht bleibt aber ja was übrig das kannst du dann vielleicht und die Künstler dürfen aber auch nur mittags und wenn sie abends wollen, müssen sie zahlen […]. Die essenssituation überhaupt eher so mau soll heißen: mittags gibt’s nix, generell, wenn man kein blaues bändchen hat. Und zeig gefälligst jedes mal deine pfandmarke, wenn du was neues kaufst, und stempel kontrollieren wir auch noch nachts um 4. (Dafür auch nachts um 4 noch: klo putzen, und geputzte klos find ich tendentiell sehr gut ja) Vielleicht würde ich zusammenfassen: sie war sehr deutsch, die junge deutsche gegenwartsliteraturorganisation. Aber wie gesagt: inhaltlich bzw von den veranstaltungen her vielleicht sogar mein liebstes prosanova bisher.”

von mir: Zustimmung. Ich wünsche mir für PROSANOVA 2020, dass das Festivalzentrum betretbar ist, ohne, vorher ein Ticket zu lösen. Dann wären nicht nur Studierende und Betriebsmenschen auf meinen Fotos – sondern hoffentlich z.B. auch viel mehr interessierte Anwohner*innen und Kurzbesucher*innen. #hermetik #blase #abgeschottet

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Fotos von mir. Tag 1 (Donnerstag, 8. Juni):

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Tag 2: Freitag, 9. Juni

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Tag 3: Samstag, 10. Juni

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Tag 4: Sonntag, 11. Juni

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…und drei Fotos vom offiziellen Festival-Fotografen Paul Olfermann:

fast 800 – großartige! – Fotos auf der Facebook-Seite (Link)

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Ich selbst studierte von 2003 bis 2008 in Hildesheim:

Bei PROSANOVA 2005 war ich Praktikant und Autor für die Festivalzeitung, 2008 Mitglied der Künstlerischen Leitung, 2011 und 2014 Gastautor bei der Festivalzeitung & Podiumsgast.

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Lohnt sich PROSANOVA – Festival für junge Literatur? [8. bis 11. Juni 2017, Hildesheim]

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8. bis 11. Juni 2017 | Hildesheim

über 60 Autor*innen & Künstler*innen

Infos & Tickets  |  Facebook  |  Wikipedia  |  Instagram

Zeitschrift BELLA triste  |  Studiengang Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus

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“Das studentische Team hat Wände gestrichen, Teppiche verlegt, Holzinseln gezimmert und Toiletten vergoldet.”

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“Der Schulranzen mit eingebauten Lautsprechern pumpt Beats in die fast fertige Cafébar.”

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“Lena und Martha sind gestern neun Stunden Transporter gefahren, um kostenlose Möbel von Hannover aufs Festivalgelände zu bringen.”

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“Auf dem Festivalgelände dürfen die Brennnesseln nicht vernichtet werden, weil für einige Schmetterlinge gerade Nistzeit herrscht.”

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“Es gibt noch nichts mit Glitzer. Es gibt was mit Hobelspänen und Sägen und Computern.”

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“Als es noch keine Vasen gab, haben wir Bierflaschen vergoldet.”

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„Nee, diese neuen, diese Schriftsteller oder wie sie sich nennen, die fangen immer Sätze an und beenden sie dann nicht. Und ich kann auch nichts damit anfangen. Da werden einem so Bruchstücke vorgeworfen und dann muss man gucken, wie es weiter geht.“ [beim Friseur um die Ecke]

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“Nachtschwärmer dösen in den Betten. Auf der Leinwand lesen virtuelle junge Leute.”

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„Lektoren, das sind einfach bessere Menschen. Bloß keinen Autor heiraten! Die sind wahlweise unglücklich, also von Selbstzweifeln zerfressen, oder im Höhenflug. Am Anfang denkste dir, das ist jetzt halt wegen dem Debüt, aber nee, das bleibt. Widerlich. Also: Hier laufen ja einige Lektoren rum. Ich muss los!“

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„Christina ist schon bevor sie das Diplom machte, mit ihrem Lebensgefährten an den Bodensee gezogen, um dort als Köchin in der Natur- und Wildnispädagogik zu arbeiten.”

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„All die kleinen Szenen, Begegnungen und Selbstdarstellungen des Publikums erinnern mich an Filme von Federico Fellini (1920-1993). Die ganze Kleidungsästhetik der Besucher ist später Fellini. Die Paletten sind Fellini, die alten Sofas, die ewige Sonne, die Gespräche, die Musik, das Herumstreunen und Herumschleichen – alles Fellini!“ [Autor Hanns-Josef Ortheil, 65; Gründer des Hildesheimer Studiengangs Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus]

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„Wir gehen durch, wir gehen ins Foyer, zur Veranstaltungstabelle, zum Kiosk, durch den Flur zur Mensa. Die Lesung hat noch nicht angefangen.“

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„Wir gehen raus auf den Schulhof. Wir gehen hoch, wir gehen in den Litroom. Wir gehen durch. Wir gehen auf den Schulhof. Diesmal andersrum. Wir gehen zur Mensa.”

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„2014 feiern wir PROSANOVA in einer leerstehenden Schule. In einer Schule, denke ich, ausgerechnet in einer Schule und schon denke ich Foucault, denke Überwachen und Strafen.“

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“Wir erfahren: in der Hauptschule am Alten Markt sind die ersten Mobbing-Videos Deutschlands entstanden.“

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„In dieser Schule wird getrunken, gefeiert und gevögelt werden. Die unsportlichen Bücherwürmer von früher haben sich zu Organisatoren der Maßlosigkeit entpuppt. […] Es geht darum, Jungautoren so sehr abzufüllen, dass man ihnen die Haare beim Kotzen halten wird.“

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„Marina und ich haben berechnet, dass wir ungefähr 10.000 Klopapierrollen bei Metro kaufen müssen, Marina will von allen Sachen 1000 kaufen, weil sie 1000 liebt.“

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„Wir arbeiten per Hotspot, weil der Techniker von der Telekom, der uns am Mittwoch das Internet bringen sollte, am Festivalgelände kein Klingelschild mit ‚BELLA triste‘ gefunden hat.“

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“Ich sehe zukünftigen Bachmannpreisträgern beim Aufbau einer Bühne zu.”

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„Auf wen oder was freust du dich am meisten?“ – „Tilman Rammstedt. Ich hoffe, ich darf ihn vom Bahnhof abholen.“

 

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“Ich nicke Thomas Klupp zu, ich grinse Helene Bukowski an, ich nicke Benjamin Quaderer zu, ich zwinkere Fiona Sironic zu, ich nicke Stefan Vidovic zu, ich grüße Florian Stern mit Handschlag, ich nicke ihm zu, ich lächle Katrin Zimmermann an, ich schlage mit Alina Rohrer ein, ich winke Fabian Hischmann zu, ich winke ab, ich schüttele den Kopf, ich lasse ihn hängen, ich nicke Ferdinand Schmalz zu.”

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“Auf einer der Holzbänke ist eine Frau ganz in einen E-Book-Reader versunken. Ich glaube, sie ist die erste Person, die ich auf PROSANOVA abseits der Bühnen lesen sehe.”

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„Dass so viele Ehemalige da sind, ist der beste Beweis dafür, dass die Hildesheimer Literatenschule keine bloße Schule ist. Sie ist eine Atmosphäre, eine biografische Heimat, eine Zeit- und Raum-Insel von großer Schönheit.“ [Ortheil]

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„Kai sagt, die alte Intimität sei wieder da, die Intimität von PROSANOVA 2005. Lagerfeuer, dicht zusammen sitzen, horchen und flüstern“

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Komme ich mit dem, was hier geboten wird, irgendwie zurecht oder weiter?, fragen sich die Alumni. „Einige genießen auch die Nostalgie der Rückkehr. Für sie ist Hildesheim jetzt eine leicht berührende Erinnerungsarbeit.“ [Ortheil]

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„Seit über zehn Jahren sind Paul Brodowsky, Thomas Klupp und Claudius Nießen der Schreibschule treu. Thomas umschifft elegant die unangenehmen Themen (Kesslerdebatte, Konkurrenzdruck, Vetternwirtschaft), er strahlt ins Publikum: Schreibschule, das sind warme, vereinende Strahlen der Liebe.“

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„Weil doch derzeit nichts Schwachsinnigeres und Dümmeres in unseren Feuilletons grassiert als die Schreibschulverdammnis: Unrecherchiert. Phrasenhaft. Reiner Feuilletonmüll. Und leider stimmt auch in der Polemik unseres geliebten Flo Kessler, den Hildesheim aufgezogen, genährt und gepäppelt hat (bis es ihm zuviel werden musste und er das Zuviel ausgekotzt hat) kaum etwas.“ [Ortheil]

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„Leif Randt liest von einem Planeten und der Universität dort, und lässt wie gewohnt alles in der Schwebe“

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„Jeder ist eingeladen, aber nur ganz bestimmte Leute kommen dann auch.“ [Ortheil]

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„Christian Kracht kommt dieses Mal nicht zu PROSANOVA, weil er in Afrika wohnt“

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“Talent ist Verpflichtung.” [Ortheil]

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Seit 2005 findet PROSANOVA alle drei Jahre statt:

2005 war ich Student und Praktikant, 2008 Mitglied der Künstlerischen Leitung, 2011 zum ersten Mal seit drei Jahren als Besucher zurück in der Stadt, 2014 moderierte ich ein Gespräch mit Kathrin Passig.

Auch 2017 bin ich da, und schreibe/blogge u.a. für die Festival-Dokumentation.

Nach jedem PROSANOVA-Festival erscheint ein Buch mit Snapshots, Szenen, Poetik- und Journalismus-Texten. Alle obigen Zitate sind nicht von mir, sondern von Imke Bachmann, Ronja von Rönne, Florian Stern, Michael Wolf und Juli Zucker, erschienen in “Prosanova 4. Ein Kommentar”, herausgegeben von Florian Stern und Hanns-Josef Ortheil, Edition Paechterhaus, 2015. Hier bestellen.

Leseprobe: Link

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Video von mir, zur Arbeit an PROSANOVA 2008:

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PROSANOVA Literaturfestival 2014, Hildesheim: Stimmen der Presse

Alle drei Jahre findet in Hildesheim PROSANOVA statt (Website), das Festival für junge deutschsprachige Literatur.

2011, als einen der ersten Beiträge in meinem Blogs, sammelte ich die Stimmen der Presse in einem Eintrag (Link).


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2014 schrieb ich einen kurzen Text über die Festivals 2005, 2008, 2011 und das Immer-wieder-neu-nach-Hildesheim-Kommen für die PROSANOVA-Festivalzeitung (Link):

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Hier gesammelt: die wichtigsten Pressestimmen zu PROSANOVA 2014 (29. Mai bis 1. Juni 2014, Hauptschule Alter Markt, Hildesheim).

1) “Hildesheim strotzt vor Selbstbewusstsein. Es hat dem deutschen Literaturinstitut in Leipzig den Ruf des etwas rebellischeren, angekratzten, dynamischeren voraus. Die Prosanova findet alle drei Jahre statt, weswegen die Veranstalter jede Menge Zeit haben, ein wundervolles Programm, eine wundervolle Atmosphäre zu erschaffen.”: Hannah Lühmann, ZEIT Online, “Wo sind hier die Germanistikhäschen?”

2) “Das Social Reading ist eindeutig einer der Höhepunkte des Festivals. Auch die Autoren scheinen sich in ihrer Doppelrolle als Autor und Lektor total wohl zu fühlen.”: Simone Schlosser, Deutschlandfunk, “Alles ist Literatur – oder eben auch nicht”

3) “Hier, im kleinen Biotop, wird nach allen Regeln der Kunst das literarische Feld beackert. “Der Literaturbetrieb ist auch irgendwie ein Schlangennest”, sagte Ina Hartwig, ihres Zeichens freie Literaturkritikerin. Ist hingegen das Festival, die Schreibschulen, das mit Watte ausstaffierte Versuchslabor, “die Simulation von Literaturbetrieb” nur die kuschelige Komfortzone des giftigen Betriebs?”: Nadine Hemgesberg, Die Welt: “Ein Schlangennest, in dem man kuscheln kann”

4) PROSANOVA-Tagebuch auf litaffin.de, von Johannes Spengler u.a.:

5) “Im Innenhof der ehemaligen Hauptschule (Alter Markt 70), einem Schuklassen-Oberstufenraum-Party-Lounge-Traum – Sofas, Sessel, Stühle, Polster, Tischtennisplatten, überall was zum Sitzen, rumlungern, liegen eben – […] Zwanglosigkeit meets Literatur.” Sylvia Kokot, Literatur und Feuilleton: “Prosanova also! Hildesheim also!”

6) Fotos “Später natürlich mehr darüber, wie Clemens Meyer eines Nachts eine Maus in seinem Bett fand, die somalische Piraterie und wie Jo Lendle, Annika Reich und Jan Brandt ihre Texte gegenseitig Korrektur lesen.”: “Erste Eindrücke aus Hildesheim”: Mara Giese im Buzzaldrin-Blog [noch weitere Beiträge kommen / folgen]

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7) zu Florian Kessler, Ina Hartwig und Georg Dietz: “…weil es hier um etwas anderes geht als um die Würdigung zweier Kritiker: Nämlich um die Frage nicht nach der Notwendigkeit der Kritik, sondern nach idealtypischen Ausdrucksformen der Kritik. Wie soll Kritik sein? Bitte hören Sie hin & entscheiden Sie selbst.” Oskar Piegsa auf achtmilliarden.com: “Wie soll Kritik sein?”

8) “Ein völlig größenwahnsinniges Unterfangen also, das überhaupt nur möglich ist, weil diese Studierenden dafür monatelang ihr Studium vernachlässigen oder ganz aussetzen, sich die Sache zu eigen machen, in ihr aufgehen. Wer die nötige Aufopferungsbereitschaft für den Größenwahn nicht schon mitbringt, wird vor Ort von den anderen angesteckt. Schon nach wenigen Monaten in Hildesheim konnte ich mir kaum noch vorstellen, dass dieser Ort und die Dinge, die wir dort taten, etwas anderes sein könnten als der glühende Mittelpunkt der Welt. Die Illusion ist perfekt: Weil die Stadt nichts hergibt, machen sich die Studierenden den kompletten Kulturbetrieb selbst. Eigenes Theater, eigene Filme, eigene Lesungen, eigene Kunst – und immer mit dem Blick nach vorn.” grandioser Text von Viktor Kümel, Mitglied der künstlerischen Leitung von PROSANOVA 2011, auf dem Open-Mike-Blog: “Aus der Mitte meines Brustkorbs”

9) “Aber: Es gibt diesen Moment natürlich nicht, in dem eine Schule aufhört, eine Schule, oder ein Festivalgelände anfängt, ein Festivalgelände zu sein. Was wir machen, ist lediglich, die Lesart zu ändern, Dinge so zu verschieben, dass man darin neue Strukturen erkennen könnte […]. Eine Schule ist ein Ort, an dem man rechnet und heimlich raucht. Ein Festivalgelände ist ein Ort, an dem man sich volllaufen lässt und unbehelligt raucht.” Juan Guse, Mitglied der künstlerischen Leitung von PROSANOVA 2014, im Logbuch Suhrkamp: “Gespräche mit Holz”

10) “Einige Zuschauer weinten während der Performance, andere, besonders Freunde von mir, ertrugen den Anblick nicht und verließen sie vorzeitig. Manche hatten Angst vor meiner Nacktheit. Manche kicherten. Manche flüsterten über meine Brüste, manche über meine Narben oder meine unrasierten Beine und andere über die Bekenntnisse an der Wäscheleine. Sie hatten alle Recht: Es ging sowohl um meine Brüste, als auch um meine Narben, meine unrasierten Beine und die Bekenntnisse an der Wäscheleine.” Sirka Elspaß auf Tumblr über ihre Literatur-Performance “An Artist Should Not Lie To Himself Or Others”: “Kein Abstand, keine Umarmung. Rückblick: Performance”

Video von S. Fischer Hundertvierzehn / “Fragen wie Fichte”: “Auf dem PROSANOVA-Festival in Hildesheim haben wir sieben Autoren vor die Kamera gelockt und ihnen Fragen wie Fichte gestellt: Jan Brandt, Antje Rávic Strubel, Thomas Klupp, Benedict Wells, Martin Kordic, Annika Reich, Ferdinand Schmalz.”

11) “Der oberflächliche Blick auf das Soziotop, das sich zum vierten Hildesheimer Schreibschulliteraturfestival Prosanova versammelte […]: sehr weiß, sehr mittelschicht, sehr lässig postmaterialistisch gekleidet im Ulf-Poschardt-Herzkaschper-Stil. […] An der Festivalfrittenbude keine Fritten, sondern Chili sin carne. Umgangsformen: rempeliges Hier-komm-ich auf den Gängen, ansonsten gepflegt.” Ekkehard Knörer im Merkur – deutsche Zeitschrift für europäisches Denken: “Et in Hildesheim ego: Prosanova 14”

12) “Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, wie nebensächlich es bei diesen Begegnungen wurde, ob jemand nun Romane, Gedichte oder Theaterstücke schreibt, Graphic Novels oder Songs, ob sie veröffentlicht sind oder nicht und in welcher Form, wie unhierarchisch das alles nebeneinander stand. Diese ganzen Kategorien und Eckdaten, sogar die biografischen, spielten kaum eine Rolle, in den seltensten Fällen wurde überhaupt anmoderiert, vorgestellt, eingeordnet, legitimiert. Das brauchte es gar nicht, die Autorinnen und Autoren waren einfach da: dort, wo sie sich selbst hingestellt hatten, ausgestattet mit den Waffen, die sie selbst frei gewählt hatten; sie sprachen für sich. Und man kann diese abenteuerliche Missachtung der Etikette nachlässig oder unhöflich finden, aber ich behaupte, dass sich gerade an solchen, vermeintlich unprofessionellen Stellen die ganze idealistische Radikalität zeigt, mit der dieses Festival seine eigenen Maßstäbe entwickelt […]” Victor Kümels Festival-Fazit auf dem Open-Mike-Blog: “PROSANOVA 14: Literatur als Körperwissen”

13) “Die Ausstrahlung über die eigenen Kreise hinaus dürfte sehr gering geblieben sein. […] Bei den Eröffnungsreden fiel zwar immer wieder das Wort «Dringlichkeit». Dringlich wurde es jedoch nur, als Wolfram Lotz über Piraterie in Somalia und die Absurdität des Hamburger Piratenprozesses sprach. Im Übrigen drehte sich alles eher um die Frage, «wie wir leben wollen». Das Gespräch ging kaum über die privaten Lebensentwürfe hinaus. Gemeint waren mit dem «Wir» die Schreibenden selbst, vielleicht noch die Schreibschüler im Publikum. Es scheint, als sei es für angehende Autorinnen und Autoren wichtiger, herauszufinden, wie man als Schriftsteller leben muss, als was in der Welt gerade geschieht.” Fabian Schwitter in der NZZ, “Das Literaturfestival Prosanova: Keine neuen Töne”

14) “PROSANOVA gehört für mich zu den Phänomenen, die man selbst erlebt haben muss. Zu den Phänomenen, die sich für Menschen, die nicht dabei gewesen sind, nur schwer beschreiben lassen. Als Literaturfestival lebt es natürlich vor allen Dingen von der Literatur, darüber hinaus hat es aber auch eine ganz besondere literarische Atmosphäre. Ich habe mich ein wenig gefühlt wie auf Klassenfahrt, überall traf ich auf Menschen, die eine ähnliche Begeisterung, Liebe, Obsession für Literatur haben, wie ich. Plötzlich habe ich mich nicht mehr wie ein seltsamer Literatur-Nerd gefühlt, sondern wie ein Teil eines Ganzen – aufgehoben, angekommen. Vielleicht war dieses Gefühl mein wahres PROSANOVA-Highlight” Mara Giese in ihrem Blog, buzzaldrins.com, “PROSANOVA: Eine Feier der Literatur”

15) 14) “Letztes Wochenende war PROSANOVA. Mein erstes Mal. Man bekommt dort eine Autorentasche mit weissen Mäusen und Schaumerdbeeren. Und eine großartige Lesung nach der anderen. Jan Brandt, Jo Lendle und ich haben zusammen ein neues Lesungsformat ausprobiert: #brandtlendlereich Social Reading.  Die Texte erschienen hinter uns auf einer Leinwand. Die Kommentare wurden eingeblendet und vorgelesen. Ich würde damit sofort auf Tour gehen […]” Annika Reich in ihrem Blog, “Prosanova”

16) “Es ging in den letzten Monaten immer wieder um drängende Erfahrungen, Unzulänglichkeiten und Relevanzfragen der Gegenwartsliteratur. Nichts könnte nach diesem Festival der Wahrheit ferner liegen. Was hier zu sehen war, muss nicht gegen eine Wirklichkeit bestehen, die es zu übertrumpfen gilt. Die Gegenwartsliteratur muss sich nicht einmal zu etwas bekennen. Sie ist, soviel ist nach diesen vier Tagen klar, selbst schon längst ein Teil der Wirklichkeit, und es ist bereichernd ihr zuzuhören, wenn sie deklamiert, flüstert oder laut nachdenkt.” Fabian Thomas und Ferdinand Schmalz [2 Texte], gemeinsam auf S. Fischer Hundertvierzehn: “PROSANOVA – was bleibt”

17) “Die Comic-Lesung Emotions can be expressed by the shape of a balloon ist sehr lustig und schön und ich will mir Aisha Franz’ Comic über die Agenten-Hündin Brigitte kaufen. Wir kaufen 2 Flaschen Rotwein, nach der ersten merken wir noch gar nichts, wir sagen „Morgen kaufen wir 3 Flaschen, oder 4 oder 5!“. Später Drama, so ein Drama, das eben kommt, wenn man Rotwein trinkt. Ich hab das Gefühl, jeder, auf den ich zu tanzen, tanzt vor mir weg. Die Musik finden wir alle doof. Warum wir trotzdem erst um 5 im Zelt sind, kann ich mir nicht erklären.” Sandra, Studentin am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, führte auf zersaugt.blogspot.de: “Prosanova: ein Festival-Tagebuch”

…über mein PROSANOVA-Gespräch mit Kathrin Passig schreibt Sandra: 

Wir sind viele, das Gespräch zwischen Stefan Mesch und Kathrin Passig ist sehr nett und interessant. Und Stefan Mesch sollte man wohl wirklich auf Facebook folgen.”

vielen Dank!

Ekkehard Knörer schreibt zu meinem Gespräch und meinen Texten:

“Einen schönen Stunt gab es am Freitag: Kathrin Passig und Dirk von Gehlen sprechen über das Digitale und die Literatur. So war das angekündigt. Auf der Bühne aber alles verkehrt. Kathrin Passig mit einem riesigen Namensschild “Dirk von Gehlen” um den Hals. Dirk von Gehlen trägt das Namensschild “Kathrin Passig”. Sie vertreten des jeweils anderen Positionen und ziehen das ziemlich souverän durch. Es kommt allerdings so erheiternd wie erschwerend hinzu, dass Kathrin Passig (als Dirk von Gehlen) zwar Kathrin Passig ist, aber Dirk von Gehlen (als Kathrin Passig) ist nicht Dirk von Gehlen. Dargestellt wird er nämlich von Stefan Mesch, einem Hildesheim-Absolventen. Er ist einer, der die Sache mit der Literatur außerordentlich ernst nimmt. Seit Jahren schreibt er an seinem ersten Roman, er soll im Sommer 2015 fertig sein. Es gibt auch ein Blog. Stefan Mesch liebt die Liste, das Durchnummerieren. Im Irgendwas mit Schreiben-Band hat er ein 100-Punkte-Manifest in eigener Sache verfasst. Ein ziemlich toller Text, schonungslos, nicht auf einen Nenner zu bringen, offen, peinlich, ehrlich, narzisstisch, nicht auszurechnen. In Paragraph 18 bringt er die Schreibschulsache in subjektiver Richtigkeit auf den Punkt:

“Ich will nicht wissen, ob viele Texte/Kurzgeschichten, die ich in Hildesheim diskutierte und verbessern half, die allerletzten Geschichten waren, die meine Freunde schrieben. ‘Höchstens drei von euch machen später mit Romanen Karriere’, klärte Hanns-Josef Ortheil schon in Woche 1. Wir waren 14 Anfänger – und schreiben heute, zehn Jahre später, fast alle noch in irgend einer Form. Doch ‘Roman-Autor(in), veröffentlicht’ dürfen sich tatsächlich nur Kai und Nora nennen, bisher. Für mich war Hildesheim eine Schreib- und Lebensverhinderungsanstalt. ‘Durchlässig wie Badeschaum’? ‘Offene Türen’?! Oft half über Monate nur grimmiges Weiterschreiben – während Freunde heulten und den Kübler-Ross-Phasen des Aufgebens folgten wie in jeder anderen Casting- und Reality-Show, ihre Romanversuche löschten, Nischen der Kultur-Vermittlung suchten, die schneller Lob oder besser Bezahlung brachten. (Dass bei diesem Ausharren, Weiterschreiben, Sich-Nicht-Beirren-Lassen auch reiche Eltern oder ein Arztsohn-Ego helfen – klar!)”

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…more to come (Süddeutsche Zeitung bisher nur in der Printausgabe!)

  • über 60 Fotos von mir (Link)
  • über 120 Fotos von Veronika Kaiser, Johanna Baschke und Marco Müller (Link)
  • fast alle Lesungen als Podcast / zum Nachhören bei Litradio.net (Link)

Mein Video zu Prosanova 2008 [ich war damals Teil der Künstlerischen Leitung]:

PROSANOVA 2008: Literatur-Ausstelllung [pic post]

Freundin K. macht ihren Master in Literaturvermittlung – und half 2008 bei PROSANOVA: Festival für junge deutschsprachige Literatur beim Kuratieren einer kleinen Ausstellung im Rahmenprogramm, über junge Texte und ihre… Inspirationen, Motive und Artefakte.

K.: “Hast du Fotos, von damals? Von der Ausstellung? Dem Raum?”

Habe ich. Aber nicht viele, und keine sehr guten. Trotzdem kurz – für K. und jeden, den es interessiert: Ein paar Fotos von damals, Mai 2008.

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Erzählen / Schreiben… mit Thomas Wolfe

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Seit Thomas Wolfes Kleinstadt-, Familien-, Autoren- und Bildungsroman “You can’t go home again” / “Es führt kein Weg zurück” – erschienen 1940, von mir gelesen 2011 – verstehe ich meinen Erzählstoff als meinen Stoff:

  • Ich führte Tagebuch, von 1997 bis 2004.

  • Ich sammelte Gasteinträge, Interviews, Briefe, Dialoge.

  • 2003 kam ich nach Hildesheim. Und fürchtete bald, nichts erlebt / zu sagen zu haben, das einen Roman „rechtfertigt“.

Im Grundstudium, bis 2006, schrieb ich knapp 40 Kurzgeschichten, für Jahrgangs- und Jahresanthologien, Literaturzeitschriften, Wettbewerbe, e-Zines, Schreibwerkstätten und Buchprojekte. Gelegentlich schrieb ich Kurzprosa, zwei, drei Science-Fiction-Texte, montierte Briefe und Zitate.

Doch „eigentlich“ schrieb ich – recht selbstbewusst, halbwegs stilsicher – nur Texte, in denen junge Erwachsene Entscheidungen über Freundschaften, Beziehungen, ihr Verhältnis zu Eltern oder Heimat treffen, erzählt aus wechselnden Perspektiven, oft mit Auslassungen, Rückblenden, überraschenden Schnitten: Puzzles über Abschied, Verlust, Flucht, Rivalität.

  • ein junges Paar trennt sich nach dem Unfalltod ihrer Tochter

  • eine Sex-Wette zwischen Oberstufen-Kumpels endet auf den Schienen der Stadtbahn

  • vier Bewohner einer WG verlieren, bei Nabelschau und Streit am Küchentisch, allen Bezug zur Welt vor ihren Fenstern

  • als Schülerin allein und unbeliebt, versucht eine Neunzehnjährige, im Medizinstudium alles besser zu machen

  • Grundschulfreunde, deren Eltern vor 15 Jahren eine Affäre hatten, treffen sich als Erwachsene

Viel zu lange – und: viel zu verkrampft – mischte ich solchen Texten Elemente bei, die ich mit Ach und Krach von Schreiber-Freunden erfragt, mir angelesen oder ergoogelt hatte: psychiatrische, sexuelle, historische „große“ Enthüllungen und Eskalationen: Fehlgeburten, Selbstmordversuche, Zeitsprünge um zwanzig, fünfzig Jahre, Kokain, Flugreisen ins außereuropäische Ausland, Geschlechtsverkehr, Tumore.

Die besten „jungen“, deutschsprachigen Texte, die mir im Rahmen des Studiums – meist von Kommilitonen, im BELLA triste-Kontext – empfohlen wurden, hatten einen Erfahrungsreichtum und, wichtiger, eine Nonchalance, die mich… schwindeln ließ:

Erzähler aus meiner Generation, geboren in den 70ern und 80ern, doch zwischen zwei Kulturen aufgewachsen oder in der DDR, hatten schon mit 14, 15 ein archaisches Land- oder (andersrum) ein schnelles, dreckiges Stadtleben in vielen Subkulturen und Geheimnissen durchdrungen und verstanden, ließen Figuren jeden Alters reisen, feiern, lieben, trinken, sich verletzen – mit ruhiger Hand, ohne Aufregung.

Alle Großeltern hatten Charisma und kraftvolle Flüchtlings-/Weltkriegs-Lebensläufe, alle Frauen routinierten, etwas schwermütigen Sex, jedes Bühnenbild und jeder historische Exkurs wurde so kundig und gelassen gespannt, wie ich keinen Gang durch einen Drogeriemarkt schildern könnte… ohne vorher drei Bücher über Drogeriemärkte zu lesen:

Romane von Freunden (und / oder: Altersgenossen), die ich nicht zu lesen wage… weil sie – in ihrer Stoffwahl – so viel Welt, so viel Bewegung und beherztes „Dem Thema bin ich gewachsen. Den Raum habe ich verstanden. Dem werde ich erzählerisch gerecht!“ voraussetzen:

Mein Timer hat 367 Einträge. Mein Notenschnitt ist 2,1. Ich bin 5989 Tage alt und war zweimal betrunken, doch nie bekifft. Ich habe noch nie – für Geld – gearbeitet. Ich rauchte nie und habe nie Hackfleischbällchen bei IKEA gegessen. Ich habe noch nie ein Tor geschossen. Ich weiß nicht, wie man einen Kopfsprung macht. Ich war noch nie auf einem echten Rave. Kein Mensch wollte mich je küssen […]“ [Zitat aus “Zimmer voller Freunde”]

…schreibt Stefan Mesch, die 16 Jahre alte Hauptfigur aus „Zimmer voller Freunde“. Ihr 29 Jahre alter Autor hat viel geraucht, und fuhr Ende März 2009 zu IKEA, um Hackfleischbällchen zu probieren.

Sonst tat sich wenig.

Falls ich noch zwanzig Romane schreibe – „Dem Thema bin ich gewachsen. Den Raum habe ich verstanden. Dem werde ich erzählerisch gerecht!“ werde ich nur über eine Handvoll – häuslicher / privater – Milieus behaupten können: Fabulieren, und fünfzig Jahre weite Bögen spannen? Meine Hildesheimer Echokammern halten das für eine Grundvoraussetzung „großer“ Romane. Mir selbst misslang es, jahrelang. Die großen Romane über Danzig, Brahms, jüdische Flüchtlinge in Shanghai, besetzte Häuser in Hamburg… muss jemand anderes schreiben:

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Thomas Wolfe wurde 1900 geboren, in Asheville, North Carolina. „You can’t go home again“ (1940) – ein Buch, das ich als Zwölftklässler, zum Warten auf den Bus, aus der Schulbibliothek stahl – ist sein letzter, vierter Roman, posthum veröffentlicht und erst von Wolfes Lektor in Romanform gebracht.

Ein junger Schriftsteller, der sich in New York mühsam über Wasser hält, kehrt für eine Trauerfeier zurück in die Kleinstadt seiner Kindheit – kurz nach Veröffentlichung seines ersten Romans, „Home to our Mountains“ und dem Börsencrash, bei dem seine Mutter Geld mit Immobilienspekulation verlor.

Die Feindseligkeit alter Freunde, Irritationen in der Familie und die Geworfenheit der Hauptfigur setzen sich draußen – in der Welt – fort: beim Umgang mit dem exzentrischem Lektor Foxhall Edwards (Wolfes Lektor Maxwell Perkins nachempfunden), einer misslungenen Soiree, veranstaltet von einem reichen Ehepaar, mit dessen weiblicher Hälfte, der Bühnenbildnerin Esther Jacks, Wolfes Hauptfigur eine Affäre hat, und im Besuch des Münchner Oktoberfests, umgeben von Pöbel, Kleinbürgern, Nazis.

Dringlich, kraftvoll, lesenswert werden diese – recht alltäglichen – Episoden, weil Wolfe nie große gedankliche Schritte abweicht vom Erfahrungshorizont seiner Figur: Provinzjunge „George Webber“ führt durch Räume und Milieus, die ihm am Herzen liegen und die er verstanden / durchdrungen hat.

Zu Literatur werden diese – sehr persönlichen – Berichte über Familie, Heimat, Freundschaft, weil eine authentische Figur authentische Räume beschreibt… in einem komplexen, artifiziellen Erzählgerüst:

  • Schau heimwärts, Engel“ (1929), Wolfes erster Roman, erzählt die ersten 19 Lebensjahre von Eugene Gant und seiner exzentrischen Familie im Bergstädtchen Altamont, Catawba.

  • Von Zeit und Strom“ (1935) beschreibt Gants Studienjahre und eine ausgedehnte Reise durch Europa. Am Ende des Romans sieht Gant den Dampfer zurück nach Amerika und verliebt sich in eine Passagierin: Bühnenbildnerin Esther Jack.

  • Es führt kein Weg zurück“ (posthum veröffentlicht, 1940), beschreibt, wie George Webber 1929, nach Veröffentlichung seines Romans „Home to our Mountains“ über das fiktive Bergstädtchen Old Catawba, zurück nach Libya Hill reist… und über die Zukunft mit Esther Jack, seiner langjährigen Affäre, entscheidet.

Hätte ich die Bücher chronologisch gelesen – vieles wäre mir geschwätzig, platt, unbeholfen erschienen. Doch (zufällig) am Höhepunkt zu beginnen, und diese Ebenen aus zusätzlichen, widersprüchlichen Fiktionalisierungen mit der Lektüre voriger Romane Stück um Stück zurückzwiebeln zu können, war ein großes – und: komplexes – Lesevergnügen:

Die Thomas-Wolfe-Figur (ob nun „Eugene Gant“ oder „George Webber“) und „Esther Jacks“ (im echten Leben: Alice Bernstein) sind authentisch. Alles andere steht wie auf Rollen auf der Bühne, und wird verschoben, neu arrangiert, wie es am besten passt.

Ist das deine Familie?“, „Ist das wirklich passiert?“, „Du warst selbst dort? Du kennst das alles?“ sind Fragen, die eine immense Dynamik entfalten – Dringlichkeit, voyeuristische Spannung, einen „intimen“ Sog: Sie schaffen Nähe zwischen Leser und Autor, machen Romane zu „Berichten“ über „Menschen“ – statt bloßen Fiktionen, voller Figuren.

Mein Stoff ist nicht die Summe meiner spärlichen Kleinstadt-, Provinz- und Alltags-Erfahrungen. Oder die drei-, viertausend Seiten biografisches Material über mich und meine Freunde, die ich damals geschrieben und gesammelt habe.

Sondern – ganz wie bei Wolfe – die Frage, wie man mit solchen Stoffen lebt und schreibt:

Wem schreibe ich das auf?

Wo ich gewesen bin. Wen es dort gab. Worauf wir warteten.

Wer wir sein wollten. Wer wir waren.

Wer uns fehlte.“

 

Für wen behält man das?“

[Zitate aus “Zimmer voller Freunde”]

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Stefan Mesch schreibt an “Zimmer voller Freunde”, seinem ersten Roman…

…und – hin und wieder – über Serien und Fernsehen, z.B. hier und hier.

Stefan Mesch: Publikationen und Termine, Mai 2012

Termine, Artikel, Veröffentlichungen

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wichtige Veröffentlichungen, 2011/12:

  • Futter für die Bestie: 528 Wege… zum nächsten guten Buch. Essay, erschienen in Ausgabe 31 von “BELLA triste – Zeitschrift für junge deutschsprachige Literatur”, Hildesheim 2011. [Link; Ergänzungen hier und hier.]
  • Wofür stehst du? Junge Literatur, Poesie… und Position. Essay zur Gegenwartsliteratur, Literaturfest München, September 2011. [fab:muc.de]
  • Schreibversuche. Schreibschulprosa. Stadtgeschichten. Vorwort zur jährlichen “Landpartie”-Anthologie des Studiengangs Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, März 2012. [Link; Edition Pächterhaus]

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Literatur und Netzkultur für DIE ZEIT:

  • eBook nach Fukushima: In ‘Aftershocks’ berichten Blogger und Autoren über die Tage nach dem Tsunami. [ZEIT Online, Mai 2011]
  • Barbara Honigmann (Interview): Die jüdische Autorin über Heimat, Traumata und Emanzipation. [ZEIT Online, Oktober 2011]
  • eBooks und Social Reading: Auf Plattformen wie Slicebooks und Longreads werden Hobby-Leser zu Kuratoren. [ZEIT Online, November 2011]
  • Brewster Kahle (Interview): Der Archivar und OpenLibrary-Erfinder über Bibliotheken, freies Wissen und den Kampf gegen Amazon und Google. [ZEIT Online, April 2012]
  • Bücher für den Sommer! Persönliche Empfehlung für den Comic ‘Daytripper’ von Gabriel Bá und Fabio Moon. [ZEIT Online, Juli 2011]
  • Bücher für Weihnachten! Persönliche Empfehlung für den Coming-of-Age-Roman ‘Das also ist mein Leben’ von Stephen Chbosky. [ZEIT Online, Dezember 2011]

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TV, Comics, Feminismus etc. im Berliner Tagesspiegel (Print):

  • Heimwerker: Die neuen Autonomen. Urban Gardening, Etsy, Do-it-Yourself als Luxus und Selbstverwirklichung. Eine Rundschau. [Link, August 2011]
  • ‘Green Lantern’ in Comic und Kino: Übersicht/Einführung ins “vielleicht letzte große triviale Epos” im Medium Comic. [Link, Juli 2011]
  • US-TV-Serien werden immer konservativer. Hausfrauen, Prinzessinnen, Sexobjekte… von ‘Panem’ bis ‘Bridesmaids’. [Link, September 2011]
  • ‘Netzspiegel’ Online-Kolumne: Literatur-Empfehlungen, Netzwerke und die BookDNA-Datenbank. [November 2011, Link, November 2011]

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verstreute Veröffentlichungen:

  • 25 Jahre mit “Green Lantern” (Interview): Sally Pascale, Hausfrau und Bloggerin, über die monatliche Comic-Reihe. [englisch, August 2011, Link]
  • Literaturfestival ‘PROSANOVA’: kurze Glosse über Eventplanung und Perfektionismus in der ‘PROSANOVA’-Festivalzeitung. [Mai 2011, Link]

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Lektorat:

  • “Die Magier von Montparnasse” (Oliver Plaschka, Klett-Cotta; Fantasy) erscheint im Taschenbuch. [August 2011, Amazon.de]
  • “Weiter Weg” (Martin Spieß, Birnbaum Verlag; Short Stories) erscheint im Taschenbuch. [Juni 2011, Amazon.de]
  • Verlagsgutachten für Natalie Buchholz, Michael Zöllner und Franziska Schneider, Klett-Cotta / Tropen-Verlag [2011, Wikipedia.de]

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Lesungen, Akademisches u.a.:

  • Lesung: “Zimmer voller Freunde” Literaturbüro Freiburg, ‘zwischen/miete’-Lesereihe, 4. November 2011. [Details]
  • Übersetzung ins Englische: Fünf Festreden / Ansprachen für Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, für seine Reise durch Kanada, April 2012.
  • Übersetzung ins Deutsche: Pressestimmen / Zitate für die Website des Goethe-Institut Toronto, April 2012.
  • Moderation [Englisch]: Picador-Gastprofessorin und Schriftstellerin Fiona Maazel im Centraltheater Leipzig, 15. Mai 2012. [Details]
  • Gastvorlesung / Seminar: ‘Entenhausen finden Sie überall: Kulturwissenschaftliche Methoden am Beispiel Comic’, Universität Hildesheim, 21. Mai 2012. [Details]

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Literatur: Scouting & Kritik

  • Lektüre von jährlich ca. 80 Romanen / 160 Comics… auf Goodreads.com bewertet und sortiert. [Profil; Übersicht 2011, Übersicht 2012]
  • monatliche Liste: 23 neue, vielversprechende, unbekannte Bücher – gesammelt und verlinkt [“Underdog Literature”, seit Juni 2011]
  • monatliche Liste: 15 unbekanntere Kinofilme / Arthouse-Produktionen – gesammelt und verlinkt [“Underdog Cinema”, seit März 2012]
  • sporadische Liste: Netz-/Presseschau, Debatten, Links, Funstücke – gesammelt und sortiert [“Underdog Journalism”, seit April 2012]
  • persönliche Empfehlungen: Die 20 besten Lektüren 2011 [Blog, Januar 2012]

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stefanmesch.wordpress.com: nennenswerte Einträge

  • Superhelden-Comics: gute Einstiegspunkte / Lektüre-Listen für u.a. “Superman”, “Green Lantern” und “Batwoman”. [Link, englisch, seit Dezember 2011]
  • Ayelet Waldman (Interview): langes Gespräch mit der Autorin, Anwältin, TV-Produzentin, Kolumnistin. [Link, englisch, November 2011]
  • Anne Köhler (Interview): Gespräch mit der Autorin, Kolumnistin und Gelegenheits-Jobberin zum Erscheinen ihres Buches. [Link, November 2011]
  • “Helden meiner Kindheit”: private Medien- und Trickfilm-Biografie, ca. 1987 bis 1995. [Link, Juni 2011]
  • seit Ende Mai 2011 knapp 100 Einträge [davon zwei Drittel Englisch] und ca. 35.000 Besucher.

Social Media:

  • Facebook [Link]
  • Google Plus [nur sporadisch, Link]
  • Twitter [nur sporadisch, Link]
  • Goodreads [Bücher / Lektüren, Link]
  • Criticker [Filme, Link]
  • IMDb [Watchlist für zukünftige Filme, Link]
  • last.fm [Musik / Webradio, Link]
  • Youtube [sporadische Videos, Link]
  • ZEIT Online [Link]

mehr:

“Futter für die Bestie.” [Essay, BELLA triste 31, 2011]

Futter für die Bestie.

528 Wege… zum nächsten guten Buch.

von Stefan Mesch

erschienen in BELLA triste 31, November 2011, Hildesheim

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“Was, wenn ich jede Geschichte, die mich je bewegte… jeden Song, zu dem ich jemals tanzte… all meine wichtigsten Stunden… greifen könnte – und mit euch teilen?”, fragte Oprah Winfrey, bevor sie Anfang 2011, nach 25 Jahren, ihre Talkshow einstellte und ein riskantes, eigenes Vollprogramm entwarf, den Kabelsender OWN: “Oprah’s Next Chapter”, “Ask Oprah’s All-Stars”, “Your OWN Show: Oprah’s Search for the Next TV Star”… ein Kessel Lebenshilfe, Reality- und Service-TV, Talkshows, Reportagen, Einrichtung, Kochen und Politik, montags bis sonntags, rund um die Uhr.

Von fern, in sporadischen Interview- und Youtube-Schnipseln, schien mir die Journalistin / Moderatorin oft vage sympathisch: eine laute, pummelige, selbstsichere Frau, die beständig auf Herz und Bauch, nicht auf den Kopf zielte und jede Frage so persönlich, nah, konkret und emotionalisiert wie möglich in Angriff nahm. Empfehlungen! Lob! Emphase! Gefühl! Entdeckungen! Geschenke!

In einer Alltags- und Boulevardkultur, die uns (als Europäer) oft kaum taxiert, kreist Winfrey seit 1986 als neugieriger, lebenshungriger Mähdrescher durch alle Themenfelder: Sie sucht nach Hoffnung, im finstersten Tal. Feiert Opfer, die ihre Stimme erheben und kämpfen. Und sie will Täter, die umkehren und bereuen. Die Lebensgeschichte ihrer Gäste wird als Bildungsroman, Survival Story, Erbauungs- oder Bekehrungs-Lehrstück aufgerollt. Im Wertekatalog der Sendung zählen Fleiß und Lernen, Freundschaft, Mut, Solidarität und Stolz.

Das ist – als Programmatik, Haltung, Tonfall – fürs erste nicht verdächtig oder verkehrt. “Tränen, Drama, fertig ist das Rührstück”, lacht Spiegel Online. “Oprah Winfrey ist die Großmeisterin des Geschluchzes, Herzschmerz ist ihr Geschäft.” Doch Winfrey selbst erklärte in ihrer Abschiedssendung Ende Mai: “Ich wollte immer eine Lehrerin sein, und das hier ist das größte Klassenzimmer der Welt.”

Ich kenne schlechtere Lehrerinnen. Und dümmere Lektionen.

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Ich dachte, diese Bücher seien für Frauen. Ich hätte sie nie angefasst.”

“Ich werde versuchen, ein neues Format für Bücher und Autoren zu entwickeln“, versprach Winfrey zum Sendestart von OWN – auch, wenn Literatur die Einschaltquoten sinken lässt. “Das ist nicht wichtig: Manche Themen sind einfach nötig. Und je besser ich es schaffe, eine Brücke zu schlagen zwischen Autor, Buch und Publikum, desto schneller erholen sich auch die Quoten.“

Literatur auf Körpertemperatur also, Geschichten “zum Mitgehen”, Erzähler “wie du und ich”: In der Rubrik „Oprah’s Book Club“ empfahl Winfrey seit Herbst 1996 siebzig meist aktuelle Romane, Sachbücher und Biografien, sprach mit dem Autor oder ließ Studiogäste (Experten, Bibliothekare, Hobbyleser) diskutieren. Jeder Titel wurde zum Bestseller, und alle erhielten ein Oprah-”O” als Sticker oder Aufdruck.

“Der Bärenanteil aller in unserem Land gelesenen Bücher wird von Frauen bewältigt. Sie lesen, so lange Männer auf den Golfplatz fahren oder Football kucken oder mit ihren Flugsimulatoren spielen – oder was weiß ich. Ich habe Angst … nein, besser: Ich hatte Hoffnung, mit meinem Roman auch ein männliches Publikum zu erreichen”, klagte Jonathan Franzen 2001, nach Erscheinen seiner Familiengeschichte “Die Korrekturen”.

“Doch mehr als ein Leser steht heute im Buchladen in der Schlange für meine Signierstunde und sagt: ‘Wenn ich nicht gerade Ihre Lesung gehört hätte, hätte mich die Empfehlung von Oprah abgeschreckt. Ich dachte, diese Bücher seien für Frauen. Ich hätte sie nie angefasst.’”

Die “Oprah”-Redaktion lud Franzen aus der Sendung aus, und US-Kulturjournalisten eröffneten eine wichtige Debatte: War Franzen elitär und frauenfeindlich? Lockt Winfreys Empfehlung nur Leser „zweiter Klasse“? “Sie hat ein paar gute Bücher ausgewählt”, schimpfte Franzen noch 2006. “Aber auch so viel Schmalz und flache Geschichten, dass es mich persönlich schaudert.”

Tatsächlich empfahl Winfrey bis 2001 sehr viele Bürgerrechts-, Holocaust- und Krankheitsgeschichten, persönliche Schicksale, oft von Frauen und / oder Schwarzen. Keines dieser Bücher wurde in Deutschland zum Bestseller, und nur “Weißer Oleander”, “Fortunas Tochter”, verschiedene Titel von Toni Morrison und Wally Lambs “Früh am Morgen beginnt die Nacht” sind mir – dem Namen nach – bekannt.

Ganz anders sieht die Liste der (nur) 23 Titel aus, die Winfrey seit Franzens Protest empfahl [Weg 1]: John Steinbecks „Jenseits von Eden“ (1952), Tolstois „Anna Karenina“ (1877), Weihnachten 2010 eine wuchtige Doppelausgabe von Charles Dickens. Auch die tagesaktuellen Romane – Cormac McCarthys „Die Straße“, Jeffrey Eugenides’ „Middlesex“ und, als große Versöhnung im letzten Herbst, Jonathan Franzens „Freiheit“ – wurden literarischer, dunkler, männlicher.

Bis heute ist Winfreys Urteil „the biggest force in publishing“, und wer gehobenen literarischen Mainstream sucht, findet hervorragende Empfehlungen im monatlichem O Magazine [Weg 2] und auf Oprah.com [Weg 3]: Winfrey (und ihre Redakteure) mögen Bildungsromane, Survival Stories, Erbauungs- und Bekehrungs-Literatur. Vieles ist „gut gemeint“ oder latent didaktisch. Es geht um Hoffnung, im finstersten Tal. Um Hauptfiguren, die ihre Stimme erheben und kämpfen.

Doch ich kenne schlechtere Kriterien. Und Kritiker, die öfter daneben greifen.

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Der Mob zerstört die Ordnung des Systems.“

Bevor ich an die Uni kam, 2003, war ich ein harmloser, entspannter Gelegenheits- und Freizeit-Leser: Ich schaffte ein, zwei Bücher im Monat, meist Impulskäufe in der Karlsruher Fußgängerzone oder, seit 1999, immer öfter bei Amazon. Mit 13 kaufte ich „Shadowrun“– und „Star Trek“-Romane. Mit 14 „Dracula“ und Stephen King. In der Oberstufe – wie alle anderen im Freundeskreis – Paul Auster, Jean-Paul Sartre, Hermann Hesse und Ethan Hawke.

Unser Lieblingsbuch, „Vielleicht lieber morgen“ von Stephen Chbosky, war eine Amazon-Empfehlung [Weg 4], die ich nur bestellt hatte, weil die US-Ausgabe beim Imprint „MTV Books“ erschienen war: Im Vorjahr hatte „MTV Films“ „Save the last Dance“ produziert – das reichte mir als gutes Vorzeichen und Qualitätsversprechen.

Ich kaufte ohne Argwohn und Recherche, nach kurzem Blick aufs Cover, den Klappentext oder den Titel („Ich finde mich toll – warum bin ich noch Single?“), und noch 2001 tippte ich mir eine Liste der 74 Autoren ab, die The Divine Comedy in ihrem Song „The Booklovers“ aufzählten [Weg 5] und bestellte mir naiv erste Bücher von Martin Amis, Kazuo Ishiguro, Anaïs Nin. Ohne den Song hätte ich von diesen Leuten nicht gehört. Und Fachpresse? Qualifizierte Empfehlungen? Netzwerke, Kuratoren?

Zu jedem Videospiel, das ich mir zwischen 10 und 13 kaufte, gab es schon Monate zuvor vier, fünf, sechs Testberichte in Zeitschriften wie MegaFun und Gamers. „Grafik: 90 Prozent. Musik / Soundeffekte: 74 Prozent. Steuerung: 82 Prozent. Spielspaß: 87 Prozent.“ Alle Titel fanden saubere Plätze in Tabellen, Referenzen, Rankings. Es gab Schulnoten und Umfragen, so technisch, „objektiv“ und detailliert wie möglich.

Mit 12 ersetzte ich Hörzu durch TV Movie, weil dort dasselbe (neurotische) Prinzip auf Spielfilme angewandt wurde: Jeweils ein bis drei Punkte für Humor, Action, Spannung, Anspruch und / oder Erotik, dazu Tagestipps, Nachttipps, Geheimtipps, Kino- und Videotipps. Seit 1995 half TeleVision (später: TV Highlights) auch bei der Auswahl aller Science-Fiction- und Fantasy-Filme und -Serien des Monats. Seit 1998 las ich Cinema, bevor ich ins Kino ging. Und 1999 fand ich IMDb.com, die Internet Movie Database.

Wenn über IMDb geschrieben wird (es passiert selten genug…!) und über den kollektiven User-Score, bei dem Hunderte Amateure jeden Film auf einer Skala von 1 bis 10 Sternen bewerten, geht es meist um die Widersprüche und Absurditäten auf der Liste der „250 top-rated movies“: Ist die Stephen-King-Verfilmung „Die Verurteilten“ (9.2 von 10) tatsächlich der „beste Film aller Zeiten“? Gehört „Der Pate“ auf Platz 2? Und was lief schief im Sommer 2008, als der Batman-Film „The Dark Knight“ (heute: 8.8 von 10) plötzlich Platz 1 belegte?

„Der Mob zerstört die Ordnung eines Systems, das für gewöhnlich durchaus präzise, nützlich und vertrauenswürdig ist“, erklärte damals ein Stochastiker. Doch besonders die zweite Hälfte dieses Satzes hat Substanz: Die Wertungen sind, meiner Erfahrung nach, tatsächlich bestürzend „präzise, nützlich und vertrauenswürdig“.

Ein Film ab 8.0 ist (beinahe immer) sehenswert und spannend, ein Film unter 7.0 hat (mindestens) große Schwächen und Probleme. Von meinen 28 Lieblingsfilmen liegen nur fünf unter der 7.0-Marge. Doch andererseits liegt das natürlich (auch) an meiner einseitigen Auswahl:

Beschränke ich mich selbst, wenn ich seit 15 Jahren nur Favoriten und „Tagestipps“ ansehe?

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Keinem deiner Freunde gefällt das.“

Die Frage „Wie finde ich einen guten Film?“ hat eine Unzahl schneller, simpler Antworten: Kritiken auf Metacritic und RottenTomatoes lesen. Trailer auf Youtube sehen. Best-of-Listen von Bloggern und anderen Kuratoren durchsieben [das gilt auch für Bücher: Weg 6]. Zu Preisträgern auf Festivals recherchieren [Weg 7]. Notizen machen, sobald Stars und Regisseure von ihren Lieblingen / Vorbildern sprechen [Weg 8]. Journalisten wie Roger Ebert, Alan Sepinwall oder Else Buschheuer auf Twitter und Facebook folgen [Weg 9].

Oder einfach: Freunde fragen [Weg 10].

Vor acht Wochen erst erklärte Kathrin Passig in ihrem Essay „Keinem deiner Freunde gefällt das“ (pro Helvetia, Passagen 56), altmodische Mund-zu-Mund-Propaganda im Freundeskreis sei überholt: „Man entdeckt [als Schüler] gemeinsam mit Freunden bestimmte Bands, Filme, Autoren, sodass sich die Vorlieben für eine Weile parallel entwickeln. Die Täuschung, dass dieser Zustand das ganze Leben lang anhält, entsteht durch Wunschdenken und dadurch, dass wir uns lieber über die Überschneidungspunkte unserer Interessen unterhalten als über deren Diskrepanzen.“

„Ich schwimme“, schreibt Passig zerknirscht und müde, „in vielen Bereichen mitten im Mainstream. Aber selbst diejenigen Freunde, bei denen die Übereinstimmungen relativ groß sind, hegen ansonsten Interessen, die für mich so wenig nachvollziehbar sind, dass ich mich von der Vorstellung verabschiedet habe, vorhersagen zu können, was ihnen gefallen wird und was nicht.“

Schade: Das sagt die Frau, die vor fünf Jahren perfekt kalkulierte, was den Juroren des Bachmannpreis’ gefallen wird. In Zukunft aber, glaubt sie, seien unsere „Geschmacksgenossen“ vor allem in sozialen Netzwerken zu finden, Empfehlungen via Computer und Algorithmen. Und damit liegt sie richtig. Falsch. Und weit daneben.

Richtig, weil Online-Radios wie Last.fm – da machte ich seit 2006 dieselben tollen, euphorisierenden Hör-Erfahrungen wie Passig – tatsächlich passgenaue Songs für meinen „privaten Radiosender“ auswählen, mit jedem Klick auf „Love“ oder „Don’t play this song again“ dazulernen und mir, als „virtuelle Nachbarn“, Hörer auf der ganzen Welt vorschlagen, deren Musikstil sich frappant mit meiner eigenen Sammlung deckt.

Wie „nah“ oder „ähnlich“ sich einzelne Musikstücke sind, berechnet Last.fm dabei vor allem aus einer Unmenge globaler User-Daten: Ich selbst habe etwa 55.000 Songs gehört und an die Last.fm-Datenbank gesendet. Entsprechend streng und gleichförmig läuft heute mein Radio. Bei Filmen oder Büchern aber erzeuge ich viel weniger Verknüpfungen und Datensätze. Und während Songs derselben Bands oft sehr, sehr ähnlich klingen, ist das bereits bei Paul-Auster-Romanen oder Luc-Besson-Filmen deutlich verzwickter.

Und hier beginnen die Probleme: Passig und ich sind Mitglieder eines weiteren „Social Cataloging“-Dienstes – der deutsche Service Criticker.com speichert, fast wie in Oprahs Wunschtraum eines perfekten OWN-Senders, „jeden Film, den wir jemals sahen“ und gibt uns automatisierte Empfehlungen. Ich habe 869 Filme eingetragen und bewertet. Doch die Empfehlungen, die Criticker mir schickt, sind oberflächlich und geistlos: Zeug, das bei Media Markt im selben DVD-Regal stünde. Keine Perlen. Keine Kracher. Als Fahrtenschreiber meiner Film-Biografie ist Criticker großartig. Doch als Wegweiser und Kurator taugt ihr Algorithmus (noch) nichts.

Stattdessen arbeitet die Seite ähnlich plump wie Amazons Empfehlungen: „Sie mochten ‚Spider-Man‘? Wir empfehlen: ‚Spider-Man 2‘.“ Na, danke! Mein Online-Radio darf gerne stundenlang gleichförmige, straffe Klangteppiche weben. Aber frische, kongeniale, subtile, erratische, überraschende Verknüpfungen? Verstörungen? Stolperfallen? Daran scheitert Last.fm. Und Criticker erst recht.

Und Amazon? Hält mich für schizophren: Sobald ich dort Geschenke kaufe, herrscht (Empfehlungs-)Chaos.

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Bücher sind Bildung. Bildung tut weh.“

Die schlechte Qualität solcher Empfehlungen sticht uns ins Auge, weil wir – im Netz, beim Fernsehen, unterwegs – fast pausenlos für uns privat einordnen, selektieren und verwerfen müssen, Rollen als Kritiker, Scout und Redakteur einnehmen, ohne Mühe, routiniert: 30 Sekunden sind genug, um zu entscheiden, ob uns ein Filmtrailer gefällt. In 10 Sekunden überfliegen wir Websites und Artikel, wägen ab, ob eine gründliche Lektüre lohnt. Uns fehlt die Zeit, durch lange Videos und Fotostrecken zu klicken. Und vor dem Fernseher „sampeln“ wir in zwei Minuten 50 laufende Programme.

Dreimal die Woche, scheint mir, zeigen Hirnforscher oder Soziologen neue Studien über „die Macht das ersten Eindrucks“: Gestalter feilen so fies und diffizil an Bildsprache und visuellen Codes von Shampoos, Spielzeug, Hollywood-Plakaten, bis jede Passantin auf den ersten Blick erkennt, ob sie zur Zielgruppe gehört oder nicht. Und sähe ich morgen eine Meldung, dass Graugänse / Rhesusäffchen / MIT-Studenten nicht länger als 0,028 Millisekunden brauchen, um zu entscheiden, ob ein Gegenüber als Partner / Paarungsziel in Frage kommt – ich wäre nicht überrascht.

Nur Buchempfehlungen bleiben eine Königsdisziplin. Für Programmierer, für Freunde. Für Kritiker, für Buchhändler und Pädagogen.

Zum einen, weil Literatur oft träge 40, 80 Seiten braucht für einen fundierten ersten Eindruck – statt wie ein Song oder ein Film sofort im Lauf der ersten Takte / Bilder wesentliche Eigenheiten (und Schwächen!) zu offenbaren. Zum anderen, weil wir viel mehr Horrorfilme, Sängerinnen, Sitcoms oder Eiscremesorten in unseren mentalen Registern geordnet haben als z.B. New-York-Romane, Bücher über Mütter oder Texte aus dem vorletzten Jahrhundert.

Romane sind schwer zu „erkennen“, schwer zu „durchschauen“, schwer zu sortieren und schwer zu vergleichen; Empfehlungen sind Feinarbeit, Geschmacksprognosen fast Psychologie: Wie viele Spannungs-, Erotik-, und Anspruchs-Punkte verdient Hemingway? Reicht es zum „Tagestipp“? Wie lässt sich „Sommerhaus, später“ fassen? „Bildsprache: 83 Prozent. Satzrhythmus: 90 Prozent. Erzählfluss: 62 Prozent. Lesespaß: 78 Prozent“?

Ist der groteske, alptraumhafte KZ-Roman „Die Wohlgesinnten“ lustig? Schrecklich? Satirisch? Plump? Das kommt vor allem darauf an, wie jeder Leser sich das Buch in seinem jeweiligen Kopfkino inszeniert. Tonfall, Lesart und Stimmung der „American Psycho“-Verfilmung stehen auch dem faulsten Zapper nach zwei Minuten klar vor Augen. Doch welche Teile der – ambivalenteren – Romanvorlage „ernst gemeint“ sind, darüber streiten Exegeten bis heute.

Literatur, mit ihren Subtexten, Grau- und Zwischentönen, braucht Zeit. Wohlwollen. Mitarbeit. Geduld. All ihre Stärken (und Verfehlungen!) werden allein in Sprache transportiert. Als Rezensent zählt es zu meinen allergrößten Pflichten, Zitate auszuwählen, Signale zu setzen, das richtige Buch den richtigen Leserkreisen anzutragen; denn Cover und Klappentext – die einzigen Stellen am Produkt, wo solche Zielgruppen-Kennzeichnung und visuellen Codes Platz hätten – bleiben zu oft nichtssagend, offen und vage.

Bücher sind Black Boxes. Umschläge sind Mogelpackungen. Klappentexte locken ein Publikum mit allen süßen, bösen Versprechungen der Hexe vor dem Knusperkuchenhaus. Und immer, wenn wir kritisch über Texte sprechen wollen, fehlen uns gemeinsame Grundlagen / Bezugspunkte – denn auch die besten Freunde kennen nur 50, höchstens 80 unserer Romane:

‘Avatar’ erzählt ‘Der mit Wolf tanzt’ und ‘Pocahontas’ als Computer-Schmonzette?“ Verstanden, alles klar. „Jörg Albrecht schreibt im Stil Andreas Neumeisters über Houellebecq– und Hubert-Fichte-Milieus?“ Hä, was?

„Ohne Empfehlung kaufe ich keine Romane mehr“, erklärt Freundin Simone: „Filme sind Unterhaltung. Wenn sie mich enttäuschen, schalte ich weg. Aber Bücher sind Bildung. Und Bildung, haben wir gelernt, tut auch mal weh: Sobald ich einen Roman abbreche, fühle ich mich ignorant und schuldig. Egal, wie quälend die Lektüre war.“

Romane sind Lose, mit obszön vielen Nieten. Ist jedes abgelegte Buch ein Zeichen geistiger Niederlage?

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90 Prozent von allem ist Kacke.“

Ich bin nicht sicher, warum Leute lesen. In ihrer Freizeit, müde und freiwillig. Und in der festen Hoffnung, ein Stück Prosa könne sie stärker packen und brutaler schütteln als ein Kinofilm (mit charismatischen Gesichtern; Bild, Schnitt und Soundtrack), eine Serie (mit der Vertrautheit und Intimität, die zwischen Publikum und Hauptfiguren wächst) oder eine Dokumentation (Politik! Wissen! Voyeurismus!).

Mein Vater – Halbwaise, Mechaniker, dann Meisterschule, heute selbständig – sagt sehr oft stolz, er hätte sich in seinem ganzen Leben niemals zwingen lassen, einen Roman zu lesen. Meine Mutter – Dorfjugend, Haushaltungsschule, zehn Jahre Arzthelferin bei einem Kinderarzt, danach vier eigene Kinder – war Gold-plus-Mitglied im Bertelsmann-Club und verliebt sich heute alle zwei Wochen in ein paar neue Hardcover aus kleinen Buchläden: „Den Mann habe ich beim Jauch gesehen. Da hat er von seinem Familienschicksal erzählt. Und bei dem anderen mochte ich dieses intensive Rot. Und diese Schrift…! Die Autorin kommt aus Italien.“

Ich hatte immer jemanden, der mir vorlas und zuhörte. Ich hatte immer Hoffnung und Vertrauen in Bücher. Vor allem aber hatte ich immer die Erlaubnis, mir eigene Entdeckungen zu suchen: Christen verschenkten „Fünf Geschwister“ oder C.S. Lewis. Eltern verschenkten (meist schreckliche) „Schneider“-Bücher, weil sie selbst mit älteren Schneider-Reihen aufgewachsen waren. Bei meinen Grundschullehrern gab es Volltreffer (A.S. Neills „Die grüne Wolke“, Jules Verne, „Der Hexenmeister vom flammenden Berg“), und eine Menge Empfehlungen, die mich nur langweilten und irritierten (Roald Dahl, „Der Hobbit“, Fabeln und Märchen).

Spätestens als Teenager krebste jeder von uns ohne Ratgeber, Mentoren, Hilfestellung durch Büchereien und Bahnhofsbuchhandlungen: Ich las „Der Fänger im Roggen“, weil a) ein Artikel zu „Millennium“, der Schwesterserie von „Akte X“, erwähnte, das Buch habe den Attentäter John Hinckley dazu inspiriert, Ronald Reagan zu erschießen… und b) zur selben Zeit Ace of Base in ihrem Gute-Laune-Song „Life is a Flower“ von „Catcher in the Rye“ sangen.

Ich las Victor Hugos „Die Elenden“, weil Onkel Dagobert im „Lustigen Taschenbuch“ Nr. 143 als Flüchtling „Jean Valduck“ durch Paris schlich. Ich las „What I loved“, allein wegen des hübschen Covers. Ich las „The Lost Language of Cranes“, weil mir der Titel, „Die verlorene Sprache der Kraniche“, bekannt vorkam. (Tatsächlich waren es dann Baukräne, keine Kraniche.)

Blindflüge, Glücksgriffe, wirre Beliebigkeit: „Glastonbury Romance“ von John Cowper Powys wurde in TV Highlights empfohlen, zwischen Artikeln zu „Xena“ und „Buffy“. „You can’t go home again“ von Thomas Wolfe stahl ich aus der Schulbibliothek [Weg 11], weil ich Wolfes Lebenslauf sympathisch fand. Und Nabokov – mein dritter großer Lieblingsschriftsteller – lag auf dem Flohmarkt [Weg 12]: Für jeden Fetzen Popkultur hatte ich eigene Experten, Filter, Testberichte. Bei Literatur aber vertrauten wir auf unser Anfänger- / Idiotenglück.

Und merkten doch: Die „Klappentext + Cover + ‘Ich habe den Namen mal gehört: Läuft das nicht bald im Kino?’“-Strategie ist keine Lösung.

„Man könnte sagen, 90 Prozent aller Science Fiction sei Müll, Kacke und Dreck“, schrieb der Science-Fiction-Autor Theodore Sturgeon 1958, „doch unter diesem Blickwinkel stünde genauso zu behaupten, auch 90 Prozent aller Filme, Literatur, Konsumprodukte seien Kacke.“

Bekannt als „Sturgeons Gesetz“, halte ich diese These für tröstend und plausibel. Doch während andere Kunstformen eben nebenbei, ohne große Mühe entdeckt, verstanden, durchstöbert und sortiert werden können… und hundert engagierte, vertrauenswürdige Fürsprecher, Fan- und Fachorgane haben…

…bleibt Literatur für beinahe jeden, den ich kenne, ein Rätsel – voller Enttäuschungen.

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50 wirklich große Romane des 20. Jahrhunderts“

Acht Dinge, die ich vor acht Jahren, in meinem ersten Semester Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim, nicht wusste: Wie man „Feuilleton“ schreibt. Wofür „KiWi“ steht. Was Adorno, Walter Benjamin und die Frankfurter Schule wollten. Dass man „Pruust“ sagt, nicht „Praust“. Was Edit, uschtrin.de, Klagenfurt, der open mike und Literaturen sind. Wie „Fräuleinwunder-“ oder „Popliteratur“-Autoren schreiben. Dass „Poesie“ und „Poetik“ zwei verschiedene Dinge benennen.

Vor allem aber: Was man „gelesen haben muss“. So viel wie möglich? Jeden? Alles?

Im Jahr 2003 las ich 20 Bücher. Im Jahr 2004 las ich 132 Bücher. Im Jahr 2005 las ich 203 Bücher. Aber nach welcher Auswahl? Welcher Logik? Ich fragte alle neuen Freunde, Professoren, Schreiber nach ihren Favoriten [Weg 13]. Ich legte Listen und Wunschzettel an [Weg 14]. Ich kaufte preisreduzierte Mängelexemplare [Weg 15] von jedem Autor, der mir dem Namen nach vertraut war – und suchte besonders billige Bestseller und Klassiker im Amazon Marketplace [Weg 16]. Ich verabschiedete mich vom Zwang, jedes Buch zu Ende lesen zu müssen [Weg 17], aber las gerne möglichst viele verschiedene Stimmen über denselben Ort oder dasselbe Thema [Weg 18].

Ich verstand, dass Debütromane oft mehr Schwung und Dringlichkeit bieten als die zweiten oder dritten Bücher eines Autors [Weg 19]. Dass es – Kulturförderung ahoi! – überproportional viele Österreicher und Schweizer gibt, die auch von schlechten Büchern leben können [Weg 20]. Dass jeden Herbst und jeden Frühling vier bis fünf junge Frauen mit „Aufsehen erregenden“ Kurzgeschichten durch die Presse getrieben werden, doch bald vergessen sind, den Beruf wechseln und sich von einer Welle (noch jüngerer) Geschichtenfrauen ersetzen lassen [Weg 21]. Und, dass es oberflächlich, aber extrem hilfreich ist, bei älteren Autoren nachzusehen, ob sie auf ihrem Autorenfoto verklemmt wirken… oder offen [Weg 22].

In knapp drei Jahren schrieb ich etwa 150 Buchkritiken: Ich hatte Neugier, Ehrgeiz, Spaß und fand schnell einen guten Ton (nicht schwer – nach einer Kindheit voller Film-, Spiel-, Serien-Kritiken…). Doch hätte ich Sterne vergeben müssen für meine Lektüren, ich hätte nur 28 (von 355) Büchern 5 von 5 zugestanden: 82 Bücher waren 4-Sterne-Kandidaten, 145 Bücher ödes Mittelfeld, 95 waren dumm und / oder schlecht (2 Sterne), und fünf Totalausfälle. Ich las – und lernte – sehr, sehr viel. Aber ich las nicht gut.

Ab Frühsommer 2004 veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung „50 große Romane des 20. Jahrhunderts“. Der biedere 2002er-Kanon von Marcel Reich-Ranicki – 20 Romane aus dem deutschen Sprachraum, geschrieben von 16 Männern und einer (!) Frau, 149 Euro – schien mir arg garstig. Aber jede Woche Weltliteratur, via SZ? Eine Art „Grundkurs Roman“, zum zweiten Semester? Ich kaufte 50 Bücher. Las 33. Und mochte… 8.

Zwei meiner besten Freundinnen – Pädagoginnen, Gelegenheits- und Hobbyleser – schafften die vollen 50. Aber auch sie hatten kaum Freude. Als 2007 Band 51 bis 100 nachgelegt wurden, seufzte Freundin Schumi: „Zu welchem Motto, dieses Mal? ’50 wirklich große Romane des 20. Jahrhunderts’? Ich glaube, hier höre ich auf.“

Heute, Ende 20, liest sie noch fünf bis sechs Romane im Jahr. „Weißt du? Ich bin abends immer so müde.“

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Ich muss doch MIT ERWARTUNGEN SPIELEN!“

Dieselbe Müdigkeit / Ernüchterung zieht sich durch all meine Bekanntenkreise: Gestresste Frauen verlieren die Geduld für Literatur und schauen lieber „Big Bang Theory“. Männer lesen – wenn überhaupt – schnelle Sachbücher, Comics, Thriller. Selbst Freunde, die ihr Geld mit Schreiben verdienen, zucken bei meiner wöchentlichen „Was Tolles gelesen? Entdeckt? Verschlungen?“-Frage resigniert die Schultern: Ein Buch kostet vier bis zehn Stunden Lebenszeit / Konzentration. Nach meiner Erfahrung aber „lohnt“ kaum jedes dritte oder vierte.

Und jedes Mal, wenn mir ein Freizeitleser seine enttäuschenden Lektüren klagt, spüre ich den Drang, ihn in den Arm zu nehmen und, im Namen aller Schriftsteller der Weltgeschichte, zu sagen: „Dir wurde ein schöner Tag gestohlen. Das schmerzt mich sehr. Doch bitte glaub weiterhin an unsere guten Absichten!“

„Nein – Chance verspielt“, sagt Freundin Antje: Nach einem Jahrzehnt voll hässlicher Erfahrungen mit Karen Duve, Uwe Timm und ein paar Jüngeren misstraut sie deutschsprachiger Literatur. „Sobald sich eine Liebesgeschichte anbahnt oder eine Figur als Sympathieträger heraussticht, kommt es mir vor, als sage sich der Autor: ‘HALT! Ich muss doch MIT ERWARTUNGEN SPIELEN!’ Ein paar Kapitel später liegt wieder alles in Trümmern und die Figuren verhalten sich wie Wahnsinnige.“

Ich sehe, was Antje meint. Ich teile ihr Unbehagen: Geschichten, die als Romanzen, Krimis oder Reiseberichte starten, mit sattelfesten Helden und klaren Konflikten, enden oft irgendwo am Abgrund, in Sackgassen und schiefen Abzweigungen. Autoren überrumpeln ihre Hauptfiguren, lassen die Leser im Regen stehen. „Ist dir die Handlung unterwegs entgleist?“, würde ich Juli Zeh oder Ingo Schulze oft gerne fragen. „Stehst du auf Kriegsfuß mit deinen Figuren? Deinen Themen? Oder mit uns – dem Publikum?“

Wer deutsche Romane liest, kennt kalte Duschen. Und kalte Schultern.

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Wir lesen, um mit unseren Gefühlen klarzukommen.“

Noch vor zwei Wochen hätte ich dieses Essay mit einem pragmatischen und etwas traurigen Ratschlag abgeschlossen: „Lasst euch gelungene deutschsprachige Bücher von euren Freunden und Vertrauten empfehlen [Weg 23], doch stöbert im Zweifelsfall, wenn ihr ganz neue Entdeckungen machen wollt, lieber bei den US-Autoren.“

Amerikanische Romane sind oft etwas eingleisiger und straffer, überraschungsloser – aber um Welten sauberer erzählt: Wer einen Internats-, Familien- oder Autohausroman auf dem US-Buchmarkt platzieren kann, der weiß in aller Regel eine Menge über Familien, Internate, Autohäuser, kennt (und schätzt) seine literarischen Vorläufer und würgt nicht mittendrin plötzlich umher, als hielte er Autohändler, Internatsschüler, Familien (oder Romane an sich!) für die peinlichsten, lächerlichsten und sowieso langweiligsten Auswüchse der Welt.

Literary Fiction hat klarere Plots. Ein stärkeres Formbewusstsein. Autoren mit festerem Profil (wenngleich manchmal etwas weniger Wagemut). Meist ist sogar die Bildsprache der Umschläge so simpel und normiert, dass man die schlimmsten Fehlkäufe vermeiden kann [Weg 24]: In Deutschland haben Romane von Martin Suter und Anton Tschechow dieselbe Optik. Auf vielen US-Covern dagegen sagt allein die Farbe Lila: Hier geht’s um junge, schwarze Frauen. Danke!

Ist das also die letzte, die wesentliche Unterscheidung? Runde, saubere, etwas blasse US-Romane… gegen die schiefen, kantigeren deutschsprachigen (Nicht-)Erzähler?

Nein. Wer gute Bücher finden will, braucht eine andere, feinere Trennlinie:

„Wir lesen, um mit unseren Gefühlen klarzukommen“, sagte Elke Heidenreich 2003 über die Buchauswahl zu ihrer ZDF-Sendung „lesen!“. „’Literatur’ im eigentlichen Sinne interessiert sie nicht die Bohne“, lachte der Spiegel über die „Lesemutter der Nation“ und ihre „herzenswärmsten“ Buchtipps: „Ihr genügen ‘Geschichten, die nicht dusselig sind’ und ‘mit uns allen zu tun haben’“, und ihre Zuschauer „sollen glauben, kaufen und fühlen – weniger denken.“

Diese Haltung – mehr Herz, mehr Bauch, weniger Kopf – passt auch zu Stephen King, der 2010 im Nachwort zu „Zwischen Nacht und Dunkel“ schrieb, er „möchte bei meinen Lesern eine emotionale, sogar instinktive Reaktion hervorrufen. Sie zum Nachdenken zu bringen, während sie lesen, ist nicht mein Ding.“

Persönlich könnte ich unmöglich (sauber) trennen zwischen „Gefühls-“ und „Kopf“-Literatur. Doch King setzt einen smarten, ungewöhnlichen Schnitt: „Ich habe nichts gegen literarische Prosa, die sich meist mit außergewöhnlichen Menschen in normalen Situationen befasst, aber als Leser und Autor interessieren mich gewöhnliche Menschen in außergewöhnlichen Situationen weit mehr.“

Zwei Sorten Literatur. Zwei Sorten Hauptfiguren. Zwei Sorten, zu erzählen und zu lesen.

…und die zwei besten Strategien zum Finden guter Bücher:

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Gestatten? Dein nächstes Lieblingsbuch.“

Für Publikums- und Heidenreich-Romane, für jene Mehrheit aller Texte, in denen „gewöhnliche Menschen“ in „außergewöhnliche Situationen“ schlittern, entwickeln sich präzise Massenwertungen im Internet – das IMDb-Prinzip, auf Literatur angewandt – zum besten Auswahl- und Empfehlungsmechanismus: Seit fast fünf Jahren sortieren bislang 5 Millionen Leser ihre Bücher auf die „virtuellen Regale“ von Goodreads.com [Weg 25]. Für Freizeitleser, Scouts, Kritiker und Redakteure gibt es im Netz keinen prächtigeren Ort zum Sammeln, Jagen, Archivieren, Beraten und Beratenwerden.

Das (weitgehend) englischsprachige Social Network ist ein Katalog wie Last.fm, ein Seismograf wie IMDb und eine Fundgrube für Bestenlisten, Publikumslieblinge und Geheimtipps: Ein Buch ab 4.0 ist (beinahe immer) lesenswert und klug, ein Buch unter 3.5 hat (mindestens) große Schwächen und Probleme. Zu jedem US-Bestseller und jedem Klassiker gibt es Hunderte Rezensionen. Und bei noch unveröffentlichten Titeln posten Verlagsinsider oder Journalisten oft schon im Vorfeld ihre persönlichen Urteile.

Auf Perlentaucher.de, dem deutschen Pressespiegel für professionelle Literaturkritik [Weg 26], herrscht oft ein müder, falscher Respekt vor großen Namen: Don DeLillos vermurksten Roman „Falling Man“ etwa nennt die taz „nicht hundertprozentig gelungen“, die FAZ ist „tief beeindruckt“, die NZZ „ein wenig enttäuscht, aber auf hohem Niveau“, und die Frankfurter Rundschau „überwältigt“. Goodreads sagt schlicht: 3.12 von 5, und schon mit Klick auf Don DeLillos Namen empfehlen sich seine früheren Romane „Unterwelt“ (3.90 / 5) und „Libra“ (3.89 / 5) als gefälligere, sicherere Empfehlungen.

Statt einem populären Autor also blindlings auch durch seine schwächeren Bücher zu folgen, vermisst Goodreads die Höhen und Tiefen einer Autorenkarriere mit bemerkenswerter Akkuratesse: Die besten Romane von Nabokov sind „Fahles Feuer“ (4.24) und „Ada“ (4.18), der schlechteste Roman von Bret Easton Ellis ist „Imperial Bedrooms“ (2.99), John Updikes bestes „Rabbit“-Buch ist „Rabbit in Ruhe“ (3.96), und Sven Regeners „Neue Vahr Süd“ (4.00) ist tatsächlich ein Tick besser als „Herr Lehmann“ (3.90). Kluge Nutzer, klare Urteile: Schwarmintelligenz at its best.

Empfehlenswert also – laut Goodreads-Konsens – im Herbst 2011: António Lobo Antunes’ „An den Flüssen, die fließen“ (4.00), Markus Nummis „Bonbontag“ (4.08), William Trevors „Turgenjews Schatten“ (3.97). Viele bekanntere Titel dagegen, die in der Presse stärker umworben und beachtet wurden, fallen bei Goodreads durch: Umberto Ecos „Der Friedhof in Prag“ (3.25), Lee Rourkes „Der Kanal“ (3.43), Nicholson Bakers „Haus der Löcher“ (3.04), Chuck Palahniuks „Diva“ (2.70).

Natürlich hat dieser „Beliebt! Berührend! Bekömmlich!“-Populismus seine Schwächen: Kinder-, Fantasy-, Vampirbücher und Mangas (Sparten also, die enthusiastische Fans locken) erhalten meist sehr hohe Wertungen. Kurzgeschichten, Autobiografien, Journalismus und Veröffentlichungen aus dem Nachlass schneiden ebenfalls im Schnitt 0.5 Sterne besser ab als Romane. Deutsche Titel werden bis jetzt noch kaum bewertet… und Lovelybooks.de, ein kuschelweiches deutschsprachiges Angebot voll Kerstin-Gier- und Tommy-Jaud-Lesern, ist leider keine Alternative.

„Was, wenn ich jede Geschichte, die mich je bewegte… jeden Song, zu dem ich jemals tanzte… all meine wichtigsten Stunden… greifen könnte – und mit euch teilen?“, fragte Oprah Winfrey. Goodreads gibt darauf eine erste Antwort: Dann wüssten wir – durch Winfreys Auswahl – ein bisschen besser und genauer, welche Geschichten bewegend, welche Songs tanzbar, und welche Stunden wichtig sind.

Nicht jeder muss all seine Bücher katalogisieren. Doch jede Bewertung (und Warnung!) hilft, das richtige Buch den richtigen Leserkreisen anzutragen. Uns gegenseitig vor Enttäuschungen wie „Falling Man“ zu retten. Und ältere oder unbekannte Lieblingsbücher im Gespräch zu halten.

Das Feuilleton – tagesaktuell, aber zu oft fixiert auf etablierte, alte, weiße Männer – kann solche Überblicke nicht leisten.

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Ein Verzeichnis wundervoller Dinge“

Ich arbeite an Seite 280 meines Romans „Zimmer voller Freunde“: ein Buch über drei Elftklässler in der Provinz und ihre Familien, Cliquen und Romanzen. „Ach so – ein Jugendbuch?“, fragt man mich oft. Doch erst, seit ich bei Goodreads gut zwei Dutzend populäre Young-Adult-Titel ausgesucht, bestellt, gelesen hatte, habe ich darauf eine klare Antwort: Nein. Kein Jugendbuch.

Zwar haben mich viele dieser High-School- und Coming-of-Age-Romane gefesselt, überrascht, beeindruckt. Aber fast immer gab es einen Ich-Erzähler, ohne Biss. Und viel zu oft war diese Hauptfigur das schwächste Glied, die möglichst offene, bekömmliche, banal-sympathische Identifikationsfläche zum Mitfühlen / Mitleiden. Fast alle Autoren aber, in deren Traditionslinien „Zimmer voller Freunde“ steht, erzählen… anders.

Richard Yates’ „Zeiten des Aufruhrs“, Richard Fords „Unabhängigkeitstag“, Rick Moodys „Der Eissturm“, Alison Bechdels „Fun Home“ oder Thomas von Steinaeckers „Wallner beginnt zu fliegen“ handeln – danke, Stephen King! – von „außergewöhnlichen Menschen in normalen Situationen“: Wenn Peggy Olson in „Mad Men“ eine Bar betritt, ist nie ganz klar, wonach sie sucht, und wie der Abend enden wird. Wenn meine Dorfjugend in „Zimmer voller Freunde“ auf den Schulbus wartet, herrscht eine nervöse Spannung. Brüchiges Eis.

Elke Heidenreich und Goodreads helfen uns, Konsens- und Publikumsromane zu finden, die „nicht dusslig sind“ und „mit uns allen zu tun haben“. Schwerer – aber lohnenswerter – sind jene literarischen Empfehlungen, die ihren Lesern ein Stück näher kommen. Sie kitzeln. Irritieren. Treffen. Weil sie mit uns – und nur mit uns – zu tun haben:

Freund Fred mag ruhige, schüchterne Männer als Hauptfiguren – Rollen für Schauspieler wie Tobey Maguire und Elijah Wood. Freundin Maria mag sachliche Mütter und Väter – Figuren, die sich um Kinder kümmern, doch in der schlimmsten Krise besonnen bleiben. Freund K. mag – im Privatleben – kühle, kluge, arrogante Frauen. Doch andererseits fühlt er sich schnell bedrängt und drangsaliert. Ich lieh ihm ein paar Superheldencomics. Doch alle „Wonder Woman“-Hefte legte er sofort zur Seite. Mit einem Schaudern.

„Empfehlen und Verleihen“, schreibt Kathrin Passig, „sind überwiegend Gefallen, die der Empfehlende und Verleihende sich selbst tut. Für den Empfänger sind sie selten so nützlich, wie wir uns wünschen.“

Ich glaube, nichts wird gerade wichtiger als solche Empfehlungen: Felix von Leitner filtert in seinem Blog politische Skandale, Lügen und Peinlichkeiten aus der Tagespresse. Ronnie Grob sammelt in „6 vor 9“ auf Bildblog.de jeden Morgen sechs Wortmeldungen über Netzkultur und Journalismus. Auf Goodreads folge (und vertraue) ich den Empfehlungen von Kuratoren wie Richard Nash, Oriana Leckert und Jason Pettus [Weg 27].

Egal, ob via Facebook, Blogs oder persönlich: Statt durch Leitmedien erreichen mich die meisten Nachrichten heute durch Leitfiguren – zum Beispiel auf BoingBoing.net, „A Directory of Wonderful Things“, wo Cory Doctorow (Romancier und Datenschützer), Mark Frauenfelder (Illustrator und Heimwerker), Xeni Jardin (Feministin und Cyberpunk) und Maggie Koerth-Baker (Wissenschaftlerin und Katzenblogger) täglich vier Dutzend Essays, Fotos, Produkte, Absurditäten auswählen und vorstellen.

Ich kaufe, jedes Jahr, etwa 150 Bücher. Ich lese zwischen 90 und 120. Ich rezensiere, für Zeitungen, etwa ein Dutzend. Ich gebe 5 Sterne – an etwa 8 bis 10. Ich gebe 4 Sterne – an etwa 30. Ich kaufe gut 40 persönliche Empfehlungen / Geschenke für Freunde und Verwandte. Und ich empfehle (und warne!), wo ich kann: in meinem Blog [Weg 28], auf Facebook oder Twitter. Öffentlich und auf Goodreads. Oder persönlich und privat.

„Was, wenn ich jede Geschichte, die mich je bewegte… jeden Song, zu dem ich jemals tanzte… all meine wichtigsten Stunden… greifen könnte – und mit euch teilen?“, fragte Oprah Winfrey. Dann hätte ich, als Mosaik aus Songs, Geschichten, Stunden, die freie Sicht auf Oprah Winfreys Sensibility. Auf ihren idiosynkratischen Filter. Darauf, wie ihre Augen die Welt sehen. Was sie kitzelt. Irritiert. Und trifft.

Und das macht gute literarische Empfehlungen aus: Ich muss verstehen, woher eine Empfehlung kommt (Winfrey mag Bildungsromane, Survival Stories, Erbauungs- und Bekehrungs-Literatur). Ich muss verstehen, an wen sie geht (Fred mag ruhige, schüchterne Männer als Hauptfiguren).

Wir werden – auf der Suche nach guten Büchern – zu Kuratoren. Zu Psychologen. Zu Schnittstellen.

Zu Kupplern.

Hier meine Auswahl. Gutes Lesen!

  • 250 Bücher, die ich kenne… und empfehle! (Link)
  • 250 Bücher, in die ich große Hoffnungen setze. (Link)

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Stefan Mesch, geboren 1983 in Sinsheim (Baden), schreibt für die ZEIT, den Berliner Tagesspiegel und literaturkritik.de.
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Er studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift “BELLA triste”, Editor des “Kulturtagebuch”-Projekts, und Mitveranstalter von “PROSANOVA”, dem Festival für junge Literatur.
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Seit 2009 schreibt er “Zimmer voller Freunde”, seinen ersten Roman.
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Kontakt: smesch@gmx.net
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gute Romane, große Literatur: Entdeckungen! (Stefan Mesch)

[in English: Here’s a list of 250 novels and nonfiction books… that I have not read yet, but have *very* high hopes in.]

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“Was sind die besten – deutschsprachigen und internationalen – Bücher?”

“Welchen Romanen wünscht du möglichst viele Leser?”

Für BELLA triste – Zeitschrift für junge deutschsprachige Literatur (Link) erstellte ich im Herbst 2011 eine Liste mit den 250 besten Büchern (von ca. 1600), die ich gelesen habe.

Romane und Sachbücher. Deutsche und internationale Titel.

Link zu diesen 250 Empfehlungen: hier.

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Spannender und offener aber ist die folgende, *zweite* Liste:

Bücher, die ich noch nicht kenne. Doch die mir – in der Presse, in Netzwerken, von Freunden oder beim Störbern – sehr positiv aufgefallen sind.

250… Hoffnungsträger, gesammelt im September 2011.

(und seitdem regelmäßig aktualisiert).

Viel Spaß!

[Ein knappes Drittel der Links sind falsch formatiert: Ich merkte das erst jetzt – nach drei (!) Stunden Link-Setzen… und bin zu müde, es sofort zu korrigieren. Entschuldigt!]

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Entdeckungen und Hoffnungsträger… …noch nicht gelesen:
Lermontov, Mikhail Ein Held unserer Zeit 1840
Turgenev, Ivan Tagebuch eines überflüssigen Menschen 1850
Collins, Wilkie The Woman in White 1859
Dickens, Charles Our mutual Friend 1865
Gaskell, Elizabeth Wives and Daughters 1866
Joris-Karl Huysmans Gegen den Strich 1884
Zola, Émile Germinal 1885
de Maupassant, Guy Die Erbschaft 1887
Hamsun, Knut Hunger 1890
Perkins Gilman, Charlotte The Yellow Wall-Paper 1892
Du Bois, W.E.B. The Souls of Black Folk 1903
Wharton, Edith The House of Mirth 1905
Burnett, Frances Hodgson The Secret Garden 1911
Soseki, Natsume Kokoro 1914
Babel, Isaac Die Reiterarmee 1919
Zamyatin, Yevgeny Wir 1920
Undset, Sigrid Kristin Lavranstochter 1920
von Arnim, Elizabeth The enchanted April 1922
Woolf, Virginia A Room of one’s own 1928
Rilke, Rainer Maria Briefe an einen jungen Dichter 1929
Remarque, Erich Maria Der Weg zurück 1931
Orwell, George A Collection of Essay 1931
Woolf, Virginia The Waves 1931
Kästner, Erich Fabian 1931
Faulkner, William Light in August 1932
Céline, Louis-Ferdinand Reise ans Ende der Nacht 1932
Orwell, George Down and out in Paris and London 1933
Musil, Robert Der Mann ohne Eigenschaften 1933
Tanizaki, Junichiro Lob des Schattens 1934
Fallada, Hans Wer einmal aus dem Blechnapf frißt 1934
Halldór Laxness Sein eigener Herr 1935
du Maurier, Daphne Rebecca 1938
Wodehouse, P.G. The Code of the Woosters 1938
Fante, John Ask the Dust 1939
Wolfe, Thomas The Web and the Rock 1939
Rhys, Jean Good Morning, Midnight 1939
Wright, Richard Native Son 1940
Greene, Graham The Power and the Glory 1940
McCullers, Carson The Heart is a lonely Hunter 1940
Agee, Edward & Evans, Walker Let us now praise famous Men 1941
Hamilton, Patrick Hangover Square 1941
Mann, Klaus Der Wendepunkt 1942
Smith, Betty A Tree grows in Brooklyn 1943
Ivo Andrić Die Brücke über die Drina 1943
Maugham, W. Somerset The Razor’s Edge 1943
Bunin, Iwan Dunkle Alleen 1943
Zweig, Stefan Die Welt von gestern: Erinnerungen eines Europäers 1943
Waugh, Evelyn Brideshead Revisited 1945
Frankl, Viktor Emil Man’s Search for Meaning 1946
Fallada, Hans Jeder stirbt für sich allein 1947
Tanizaki, Junichiro The Makiota Sisters 1948
Borges, Jorge Luis Das Aleph 1949
Bellow, Saul The Adventures of Augie March 1949
Algren, Nelson The Man with the golden Arm 1949
Jones, James From here to Eternity 1950
Greene, Graham The End of the Affair 1951
von Doderer, Heimito Die Strudlhofstiege 1951
Pym, Barbara Excellent Women 1952
Ginzburg, Natalia Alle unsere Gestern 1952
Chandler, Raymond The long Goodbye 1953
Frisch, Max Stiller 1954
Kawabata, Yasunari Ein Kirschbaum im Winter 1954
Moravia, Alberto Verachtung 1954
Hillers, Marta Eine Frau in Berlin 1954
Salinger, J.D. Franny and Zooey 1955
Greene, Graham The quiet American 1955
Bowles, Paul Spider’s House 1955
Johnson, Crockett Harold and the purple Crayon 1955
Barthes, Roland Mythen des Alltags 1957
Durrell, Lawrence Justine 1957
Helprin, Mark Winter’s Tale 1959
Wiesel, Elie Night and Day 1960
Heller, Joseph Catch-22 1961
Fanon, Frantz Die Verdammten dieser Erde 1961
Borges, Jorge Luis Im Labyrinth 1962
Jackson, Shirley We have always lived in the Castle 1962
McLuhan, Marshall The Gutenberg Galaxy 1962
Haushofer, Marlen Die Wand 1962
Tuchman, Barbara Wertheim The Guns of August 1962
Baldwin, James The Fire Next Time 1963
Cortázar, Julio Rayuela. Himmel und Hölle. 1963
Vonnegut, Kurt Cat’s Cradle 1963
Kesey, Ken Sometimes a great Notion 1963
Böll, Heinrich Ansichten eines Clowns 1963
Simmel, Johannes Mario Liebe ist nur ein Wort 1963
Fowles, John The Magus 1965
von Doderer, Heimito Die Dämonen 1965
Solzhenitsyn, Aleksandr Krebsstation 1967
McLuhan, Marshall The Medium is the Message 1967
Lenz, Siegfried Deutschstunde 1968
Angelou, Maya I know why the caged Bird sings 1968
Solzhenitsyn, Aleksandr Im ersten Kreis 1968
Salih, Tayeb Zeit der Nordwanderung 1969
Puzo, Mario The Godfather 1969
Llosa, Mario Vargas Gespräch in der Kathedrale 1969
Hanff, Helene 84, Charing Cross Road 1970
Talese, Gay Fame and Obscurity 1970
Brautigan, Richard Die Abtreibung 1971
Stegner, Wallace Angle of Repose 1971
O’Connor, Flannery The Complete Stories 1971
Doctorow, E.L. The Book of Daniel 1971
Strugatsky, Boris und Arkady Picknick am Wegesrand 1972
Oz, Amos Ein anderer Ort 1973
Vonnegut, Kurt Breakfast of Champions 1973
Levi, Primo Das Periodische System 1975
Ballard, J.G. High-Rise 1975
Kertész, Imre Roman eines Schicksallosen 1975
Gaddis, William JR 1975
Foucault, Michel Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnis’ 1975
Cather, Willa Neighbour Rosicky 1976
Wolf, Christa Kindheitsmuster 1977
Eisner, Will A Contract With God 1978
Perec, Georges Das Leben. Gebrauchsanweisung. 1978
Broch, Hermann Der Schlafwandler 1978
Butler, Octavia E. Kindred 1979
Styron, William Sophie’s Choice 1979
Didion, Joan The White Album 1979
Wolf, Christa Kein Ort. Nirgends. 1979
Bernhard, Thomas Korrektur. 1979
Handke, Peter Langsame Heimkehr 1979
Hofstadter, Douglas Gödel, Escher, Bach 1979
Coetzee, J.M. Warten auf die Barbaren 1980
Robinson, Marilynne Housekeeping 1980
Sims, Dave Cerebus 1981
Crowley, John Little, Big 1981
Allende, Isabel Das Geisterhaus 1982
Pessoa, Fernando Das Buch der Unruhe 1982
Zypkin, Leonid Ein Sommer in Baden-Baden 1984
Bowles, Paul Their Heads are green and their Hands are blue 1984
Vidal, Gore Lincoln 1984
Bernhard, Thomas Holzfällen 1984
Card, Orson Scott Ender’s Game 1985
McCarthy, Cormac Blood Meridian 1985
McMurty, Larry Lonesome Dove 1985
Duras, Marguerite Der Schmerz 1985
Carver, Raymond Cathedral 1987
Walser, Martin Brandung 1987
Shilts, Randy And the Band played on 1987
Dangarembga, Tsitsi Nervous Conditions 1988
Moore, Alan V for Vendetta 1988
Ruff, Matt Fool on the Hill 1988
Chomsky, Noam Manufacturing Consent 1988
Grossman, Vasily Leben und Schicksal 1989
Courtenay, Bryce The Power of One 1989
Wolff, Tobias This Boy’s Life 1989
Irving, John A Prayer for Owen Meany 1989
O’Brien, Tim The Things they carried 1990
Kundera, Milan Die Unsterblichkeit 1990
Roth, Henry Mercy of a rude Stream 1990
Dyer, Geoff The Colour of Memory 1990
Simon, David Homicide 1991
Johnson, Denis Jesus’ Son 1992
Price, Richard Clockers 1992
Barker, Clive The Thief of Always 1992
Mitchell, Joseph Up the old Hotel 1992
Terkel, Studs Race 1992
Kapuscinski, Ryszard Imperium 1993
Tsukiyama, Gail The Samurai’s Garden 1994
Saramago, José Die Stadt der Blinden 1995
Ellroy, James American Tabloid 1995
Martin, George R.R. A Game of Thrones 1996
Diamant, Anita The Red Tent 1997
Roth, Philip American Pastoral 1997
Fry, Stephen Moab is my Washpot 1997
Lamb, Wally I know this much is true 1998
Kapuscinski, Ryszard Afrikanisches Fieber 1998
Gourevitch, Philip We wish to inform you that tomorrow we will be killed with your Families 1998
Mitchell, David Ghostwritten 1999
Lethem, Jonathan Motherless Brooklyn 1999
Sister Souljah The coldest Winter ever 1999
Osang, Alexander Die Nachrichten 2000
Sacco, Joe Safe Area Gorazde 2000
Bolano, Roberto 2666 2000
O’Neill, Jamie At Swim, two Boys 2000
Berry, Wendell Jayber Crow 2000
Marías, Javier Dein Gesicht morgen 2001
Bartis, Attila Die Ruhe 2001
Barry, Lynda One Hundred Demons 2002
Boyd, William Any Human Heart 2002
Powers, Richard The Time of our Singing 2002
Hornschemeier, Paul Mother, Come Home 2003
Kirkman, Robert Invincible 2003
Hernandez, Gilbert Palomar: The Heartbreak Soup Stories 2003
Záfon, Carlos Ruiz Der Schatten des Windes 2003
Atwood, Margaret Oryx and Crake 2003
Hale, Shannon The Goose Girl 2003
Brennert, Alan Moloka’i 2003
Ruff, Matt Set this House in Order 2003
Müller, Herta Der König verneigt sich und tötet 2003
Zarev, Vladimir Zerfall 2003
Schrott, Raoul Tristan da Cunha 2003
Gruenter, Undine Der verschlossene Garten 2004
Levithan, David The Realm of Possibility 2004
Özdogan, Selim Die Tochter des Schmieds 2005
Wallace, David Foster Consider the Lobster 2005
Nace, Don Drawn Out 2005
Dath, Dietmar Für immer in Honig 2005
Meyer, Clemens Als wir träumten 2006
Eggers, Dave What is the What 2006
Rabagliati, Michel Paul Goes Fishing 2006
Adichie, Chimamanda Ngozi Die Hälfte der Sonne 2006
Brooks, Max World War Z 2006
Pynchon, Thomas Against the Day 2006
Peace, David The damned Utd 2006
Rinck, Monika Ah, das Love-Ding! 2006
Kleeberg, Michael Karlmann 2007
Nilsen, Anders Don’t go where I can’t follow 2007
Klein, Naomi The Shock Doctrine 2007
Bolano, Roberto Lumpenroman 2007
Rothfuss, Patrick The Name of the Wind 2007
Selznick, Hugo The Invention of Hugo Cabret 2007
Hill, Lawrence The Book of Negroes 2007
Köhlmeier, Michael Abendland 2007
Oksanen, Sofi Fegefeuer 2007
Benioff, David City of Thieves 2008
Ness, Patrick The Knife of never letting go 2008
Baker, Nicholson Human Smoke 2008
Harkaway, Nick The gone-away World 2008
Alameddine, Rabih The Hakawati 2008
Goetz, Rainald Klage 2008
Bachmann, Ingeborg; Celan, Paul Herrzeit: Briefwechsel 2008
Tellkamp, Uwe Der Turm 2008
Berg, Sibylle Der Mann schläft 2009
Tatsumi, Yoshihiro A Drifting Life 2009
Atwood, Margaret The Year of the Flood 2009
Verghese, Abraham Cutting for Stone 2009
Davis, Lydia The Collected Stories 2009
Marlantes, Karl Matterhorn 2009
Mora, Terézia Der einzige Mann auf dem Kontinent 2009
Fforde, Jasper Shades of Grey 2009
Demick, Barbara Nothing to envy: Ordinary Lives in North Korea 2009
Wertz, Julia Drinking at the Movies 2010
Leavitt, Sarah Tangles 2010
Skloot, Rebecca The immortal Life of Henrietta Lacks 2010
Orringer, Julie The invisible Bridge 2010
Stevens, Chevy Still Missing 2010
Zander, Judith Dinge, die wir heute sagten 2010
Herrndorf, Wolfgang Tschick 2010
Klein, Georg Roman unserer Kindheit 2010
Meyer, Clemens Gewalten 2010
Sandig, Ulrike Almut Flamingos 2010
Schmidt, Gary D. Okay for now 2011
Hens, Gregor Nikotin 2011
Barnes, Julian The Sense of an Ending 2011
Cline, Ernest Ready Player One 2011
Geiger, Arno Der alte König in seinem Exil 2011
Towles, Amor Rules of Civility 2011
Rosenfeld, Astrid Adams Erbe 2011
Randt, Leif Schimmernder Dunst über CobyCounty 2011
Brandt, Jan Gegen die Welt 2011
Mansfield, Catherine The Collected Stories 1911-1924

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nach Autorennamen sortiert:

Adichie, Chimamanda Ngozi Die Hälfte der Sonne 2006
Agee, Edward & Evans, Walker Let us now praise famous Men 1941
Alameddine, Rabih The Hakawati 2008
Algren, Nelson The Man with the golden Arm 1949
Allende, Isabel Das Geisterhaus 1982
Angelou, Maya I know why the caged Bird sings 1968
Atwood, Margaret Oryx and Crake 2003
Atwood, Margaret The Year of the Flood 2009
Babel, Isaac Die Reiterarmee 1919
Bachmann, Ingeborg; Celan, Paul Herrzeit: Briefwechsel 2008
Baker, Nicholson Human Smoke 2008
Baldwin, James The Fire Next Time 1963
Ballard, J.G. High-Rise 1975
Barker, Clive The Thief of Always 1992
Barnes, Julian The Sense of an Ending 2011
Barry, Lynda One Hundred Demons 2002
Barthes, Roland Mythen des Alltags 1957
Bartis, Attila Die Ruhe 2001
Bellow, Saul The Adventures of Augie March 1949
Benioff, David City of Thieves 2008
Berg, Sibylle Der Mann schläft 2009
Bernhard, Thomas Korrektur. 1979
Bernhard, Thomas Holzfällen 1984
Berry, Wendell Jayber Crow 2000
Bolagno, Roberto 2666 2000
Bolagno, Roberto Lumpenroman 2007
Böll, Heinrich Ansichten eines Clowns 1963
Borges, Jorge Luis Das Aleph 1949
Borges, Jorge Luis Im Labyrinth 1962
Bowles, Paul Spider’s House 1955
Bowles, Paul Their Heads are green and their Hands are blue 1984
Boyd, William Any Human Heart 2002
Brandt, Jan Gegen die Welt 2011
Brautigan, Richard Die Abtreibung 1971
Brennert, Alan Moloka’i 2003
Broch, Hermann Der Schlafwandler 1978
Brooks, Max World War Z 2006
Bunin, Iwan Dunkle Alleen 1943
Burnett, Frances Hodgson The Secret Garden 1911
Butler, Octavia E. Kindred 1979
Card, Orson Scott Ender’s Game 1985
Carver, Raymond Cathedral 1987
Cather, Willa Neighbour Rosicky 1976
Céline, Louis-Ferdinand Reise ans Ende der Nacht 1932
Chandler, Raymond The long Goodbye 1953
Chomsky, Noam Manufacturing Consent 1988
Cline, Ernest Ready Player One 2011
Coetzee, J.M. Warten auf die Barbaren 1980
Collins, Wilkie The Woman in White 1859
Cortázar, Julio Rayuela. Himmel und Hölle. 1963
Courtenay, Bryce The Power of One 1989
Crowley, John Little, Big 1981
Dangarembga, Tsitsi Nervous Conditions 1988
Dath, Dietmar Für immer in Honig 2005
Davis, Lydia The Collected Stories 2009
de Maupassant, Guy Die Erbschaft 1887
Demick, Barbara Nothing to envy: Ordinary Lives in North Korea 2009
Diamant, Anita The Red Tent 1997
Dickens, Charles Our mutual Friend 1865
Didion, Joan The White Album 1979
Doctorow, E.L. The Book of Daniel 1971
Du Bois, W.E.B. The Souls of Black Folks 1903
du Maurier, Daphne Rebecca 1938
Duras, Maruerite Der Schmerz 1985
Durrell, Lawrence Justine 1957
Dyer, Geoff The Colour of Memory 1990
Eggers, Dave What is the What 2006
Eisner, Will A Contract With God 1978
Ellroy, James American Tabloid 1995
Fallada, Hans Wer einmal aus dem Blechnapf frißt 1934
Fallada, Hans Jeder stirbt für sich allein 1947
Fanon, Frantz Die Verdammten dieser Erde 1961
Fante, John Ask the Dust 1939
Faulkner, William Light in August 1932
Fforde, Jasper Shades of Grey 2009
Foucault, Michel Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnis’ 1975
Fowles, John The Magus 1965
Frankl, Viktor Emil Man’s Search for Meaning 1946
Frisch, Max Stiller 1954
Fry, Stephen Moab is my Washpot 1997
Gaddis, William JR 1975
Gaskell, Elizabeth Wives and Daughters 1866
Geiger, Arno Der alte König in seinem Exil 2011
Ginzburg, Natalia Alle unsere Gestern 1952
Goetz, Rainald Klage 2008
Gourevitch, Philip We wish to inform you that tomorrow we will be killed with our Families 1998
Greene, Graham The Power and the Glory 1940
Greene, Graham The End of the Affair 1951
Greene, Graham The quiet American 1955
Grossman, Vasily Leben und Schicksal 1989
Gruenter, Undine Der verschlossene Garten 2004
Hale, Shannon The Goose Girl 2003
Halldór Laxness Sein eigener Herr 1935
Hamilton, Patrick Hangover Square 1941
Hamsun, Knut Hunger 1890
Handke, Peter Langsame Heimkehr 1979
Hanff, Helene 84, Charing Cross Road 1970
Harkaway, Nick The gone-away World 2008
Haushofer, Marlen Die Wand 1962
Heller, Joseph Catch-22 1961
Helprin, Mark Winter’s Tale 1959
Hens, Gregor Nikotin 2011
Hernandez, Gilbert Palomar: The Heartbreak Soup Stories 2003
Herrndorf, Wolfgang Tschick 2010
Hill, Lawrence The Book of Negroes 2007
Hillers, Marta Eine Frau in Berlin 1954
Hofstadter, Douglas Gödel, Escher, Bach 1979
Hornschemeier, Paul Mother, Come Home 2003
Irving, John A Prayer for Owen Meany 1989
Ivo Andrić Die Brücke über die Drina 1943
Jackson, Shirley We have always lived in the Castle 1962
Johnson, Crockett Harold and the purple Crayon 1955
Johnson, Denis Jesus’ Son 1992
Jones, James From here to Eternity 1950
Joris-Karl Huysmans Gegen den Strich 1884
Kapuscinski, Ryszard Imperium 1993
Kapuscinski, Ryszard Afrikanisches Fieber 1998
Kästner, Erich Fabian 1931
Kawabata, Yasunari Ein Kirschbaum im Winter 1954
Kertész, Imre Roman eines Schicksallosen 1975
Kesey, Ken Sometimes a great Notion 1963
Kirkman, Robert Invincible 2003
Kleeberg, Michael Karlmann 2007
Klein, Georg Roman unserer Kindheit 2010
Klein, Naomi The Shock Doctrine 2007
Köhlmeier, Michael Abendland 2007
Kundera, Milan Die Unsterblichkeit 1990
Lamb, Wally I know this much is true 1998
Leavitt, Sarah Tangles 2010
Lenz, Siegfried Deutschstunde 1968
Lermontov, Mikhail Ein Held unserer Zeit 1840
Lethem, Jonathan Motherless Brooklyn 1999
Levi, Primo Das Periodische System 1975
Levithan, David The Realm of Possibility 2004
Llosa, Mario Vargas Gespräch in der Kathedrale 1969
Mann, Klaus Der Wendepunkt 1942
Mansfield, Catherine The Collected Stories 1911-1924
Marías, Javier Dein Gesicht morgen 2001
Marlantes, Karl Matterhorn 2009
Martin, George R.R. A Game of Thrones 1996
Maugham, W. Somerset The Razor’s Edge 1943
McCarthy, Cormac Blood Meridian 1985
McCullers, Carson The Heart is a lonely Hunter 1940
McLuhan, Marshall The Gutenberg Galaxy 1962
McLuhan, Marshall The Medium is the Message 1967
McMurty, Larry Lonesome Dove 1985
Meyer, Clemens Als wir träumten 2006
Meyer, Clemens Gewalten 2010
Mitchell, David Ghostwritten 1999
Mitchell, Joseph Up the old Hotel 1992
Moore, Alan V for Vendetta 1988
Mora, Terézia Der einzige Mann auf dem Kontinent 2009
Moravia, Alberto Verachtung 1954
Müller, Herta Der König verneigt sich und tötet 2003
Musil, Robert Der Mann ohne Eigenschaften 1933
Nace, Don Drawn Out 2005
Ness, Patrick The Knife of never letting go 2008
Nilsen, Anders Don’t go where I can’t follow 2007
O’Brien, Tim The Things they carried 1990
O’Connor, Flannery The Complete Stories 1971
O’Neill, Jamie At Swim, two Boys 2000
Oksanen, Sofi Fegefeuer 2007
Orringer, Julie The invisible Bridge 2010
Orwell, George A Collection of Essay 1931
Orwell, George Down and out in Paris and London 1933
Osang, Alexander Die Nachrichten 2000
Oz, Amos Ein anderer Ort 1973
Özdogan, Selim Die Tochter des Schmieds 2005
Peace, David The damned Utd 2006
Perec, Georges Das Leben. Gebrauchsanweisung. 1978
Perkins Gilman, Charlotte The Yellow Wall-Paper 1892
Pessoa, Fernando Das Buch der Unruhe 1982
Powers, Richard The Time of our Singing 2002
Price, Richard Clockers 1992
Puzo, Mario The Godfather 1969
Pym, Barbara Excellent Women 1952
Pynchon, Thomas Against the Day 2006
Rabagliati, Michel Paul Goes Fishing 2006
Randt, Leif Schimmernder Dunst über CobyCounty 2011
Remarque, Erich Maria Der Weg zurück 1931
Rhys, Jean Good Morning, Midnight 1939
Rilke, Rainer Maria Briefe an einen jungen Dichter 1929
Rinck, Monika Ah, das Love-Ding! 2006
Robinson, Marilynne Housekeeping 1980
Rosenfeld, Astrid Adams Erbe 2011
Roth, Henry Mercy of a rude Stream 1990
Roth, Philip American Pastoral 1997
Rothfuss, Patrick The Name of the Wind 2007
Ruff, Matt Fool on the Hill 1988
Ruff, Matt Set this House in Order 2003
Sacco, Joe Safe Area Gorazde 2000
Salih, Tayeb Zeit der Nordwanderung 1969
Salinger, J.D. Fanny and Zooey 1955
Sandig, Ulrike Almut Flamingos 2010
Saramago, José Die Stadt der Blinden 1995
Schmidt, Gary D. Okay for now 2011
Schrott, Raoul Tristan da Cunha 2003
Selznick, Hugo The Invention of Hugo Cabret 2007
Shilts, Randy And the Band played on 1987
Simmel, Johannes Mario Liebe ist nur ein Wort 1963
Simon, David Homicide 1991
Sims, Dave Cerebus 1981
Sister Souljah The coldest Winter ever 1999
Skloot, Rebecca The immortal Life of Henrietta Lacks 2010
Smith, Betty A Tree grows in Brooklyn 1943
Solzhenitsyn, Aleksandr Krebsstation 1967
Solzhenitsyn, Aleksandr Im ersten Kreis 1968
Soseki, Natsume Kokoro 1914
Stegner, Wallace Angel of Repose 1971
Stevens, Chevy Still Missing 2010
Strugatsky, Boris und Arkady Picknick am Wegesrand 1972
Styron, William Sophie’s Choice 1979
Talese, Gay Fame and Obscurity 1970
Tanizaki, Junichiro Lob des Schattens 1934
Tanizaki, Junichiro The Makiota Sisters 1948
Tatsumi, Yoshihiro A Drifting Life 2009
Tellkamp, Uwe Der Turm 2008
Terkel, Studs Race 1992
Towles, Amor Rules of Civility 2011
Tsukiyama, Gail The Samurai’s Garden 1994
Tuchman, Barbara Wertheim The Guns of August 1962
Turgenev, Ivan Tagebuch eines überflüssigen Menschen 1850
Undset, Sigrid Kristin Lavranstochter 1920
Verghese, Abraham Cutting for Stone 2009
Vidal, Gore Lincoln 1984
von Arnim, Elizabeth The enchanted April 1922
von Doderer, Heimito Die Strudlhofstiege 1951
von Doderer, Heimito Die Dämonen 1965
Vonnegut, Kurt Cat’s Cradle 1963
Vonnegut, Kurt Breakfast for Chamions 1973
Wallace, David Foster Consider the Lobster 2005
Walser, Martin Brandung 1987
Waugh, Evelyn Brideshead Revisited 1945
Wertz, Julia Drinking at the Movies 2010
Wharton, Edith The House of Mirth 1905
Wiesel, Elie Night and Day 1960
Wodehouse, P.G. The Code of the Woosters 1938
Wolf, Christa Kindheitsmuster 1977
Wolf, Christa Kein Ort. Nirgends. 1979
Wolfe, Thomas The Web and the Rock 1939
Wolff, Tobias This Boy’s Life 1989
Woolf, Virginia A Room of one’s own 1928
Woolf, Virginia The Waves 1931
Wright, Richard Native Son 1940
Záfon, Carlos Ruiz Der Schatten des Windes 2003
Zamyatin, Yevgeny Wir 1920
Zander, Judith Dinge, die wir heute sagten 2010
Zarev, Vladimir Zerfall 2003
Zola, Émile Germinal 1885
Zweig, Stefan Die Welt von gestern: Erinnerungen eines Europäers 1943
Zypkin, Leonid Ein Sommer in Baden-Baden 1984

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Update, November 2011: gelesene Bücher

[Sobald ich 10 Bücher aus der Liste gelesen habe, ergänze ich die Liste um 10 neue (Ersatz-)Kandidaten.]

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verwandte Links:

open mike (Literaturwerkstatt Berlin, seit 1993): Liste der Teilnehmer

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Die Gewinner des 19. open mike (2011)?

Sebastian Unger (Lyrik), Christina Böhm und Joseph Felix Ernst.

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Eine gute Auflistung der Sieger der Vorjahre (Link) ist bei Wikipedia zu finden.

Was mir aber – vor allem als Redakteur bei ‘BELLA triste’ (Link) – bisher schmerzlich fehlte: eine Auflistung der Nominierten.

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Hier – nur ganz kurz, zum Stöbern, Rechnen und “Oh! Ganz vergessen…”-Rufen: die Teilnehmer des open Mike-Wettbewerbs… der letzten zehn Jahre. (Davor gibt’s keine guten Listen / Aufstellungen mehr. Schon die Jahre 2004 bis 2002 enthalten Lücken und waren schwer zu finden):

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19. open mike, 2011:

nominiert für Lyrik: Philipp Günzel, Tristan Marquardt, Jan Skudlarek , Manuel Stallbaumer, Sebastian Unger, Charlotte Warsen, Janin Wölke.

nominiert für Prosa: Christina Böhm, Nadine D’Arachart & Sarah Wendler, Roman Ehrlich, Daniel Erning, Joseph Felix Ernst, Johanna Hemkentokrax, Stefan Köglberger, Anja Kootz, Lisa Kreißler, Isabelle Lehn, Meter Mütze, Peter Parczewski, Joseph Reinthaler, Ann-Kathrin Roth, Michael Sieben, Janna Steenfatt

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18. open mike, 2010:

nominiert für Lyrik: Isabella Antweiler, Philip Maroldt, Stephan Reich, Jan Skudlarek, Levin Westermann

nominiert für Prosa: Martina Bögl, Katharina Hartwell, Judith Keller, Susan Kreller, Anne Krüger, Andreas Lehmann, Janko Marklein, Tom Müller, Jennifer de Negri, Frauke Pahlke, Sebastian Polmans, Christian Schich, Jasmin Seimann, Jan Snela, Julia Trompeter

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17. open mike, 2009:

nominiert für Lyrik: Konstantin Ames, Ondrej Cikán, Carolin Dabrowski, Alexander Gumz, Anne Krüger, Sebastian Th. Lollschied

nominiert für Prosa: Greta Granderath, Vea Kaiser, Jenny Kau, Andreas Lehmann, Juliane Liebert, Thomas Mahler, Inger-Maria Mahlke, Marie T. Martin, Claudine Muller, Pyotr Magnus Nedov, Pola Pulver, Matthias Senkel, Jan Sprenger, Lutz Woellert

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16. open mike, 2008:

nominiert für Lyrik: Philip Maroldt, Milo Pablo Momm, Franziska Oehme, Johann Reißer, Matthias Senkel, Thien Tran, Lino Wirag

nominiert für Prosa: Kristine Bilkau, Nina Bussmann, Martin Fritz, Stephanie Gleißner, Jeannette Hunziker, Oliver Kluck, Anne Köhler, Svealena Kutschke, Alexander Langer, Sonia Petner, Julia Powalla, Sabine Raml, Johanna Wack, Kai Wiegandt, Florian Wiesner

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15. open mike, 2007:

die Teilnehmer / Nominierten: Knut Birkholz, Nina Lucia Bußmann, Nava Ebrahimi, Tina Ilse Gintrowski, Djawad Hossaini, Timo Kröner, Mirko Kussin, Juliane Liebert, Anselm Neft, Theresa Pak, Carolin Reeß, Andre Rudolph, Gregor Runge, Sara Schüller, Kerstin Schulte, Christoph Steier, Mischahtt Strümpel, Johann Trupp, Simon Urban, Nadja Wünsche, Judith Zander

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14. open mike, 2006:

die Teilnehmer / Nominierten: Luise Boege, York Freitag, Jan Imgrund, Anja Kampmann, Svea-Lena Kutschke, Martin Lechner, Barbara Peveling, Leif Randt, Carsten Schneider, Katharina Schwanbeck, Andreas Stichmann, Andrea Stift, Robin Thiesmeyer, Mathias Traxler, Anke Wenzel, Christian Westheide, Judith Zander, Julia Zange

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13. open mike, 2005:

die Teilnehmer / Nominierten: Jörg Albrecht, Soma Amos, Katharina Bendixen, Sabine Brandel, Andreas Browa, Lisa-Marie Dickreiter, Carl-Christian Elze, Ariane Faber, Patrick Findeis, Lucy Fricke, Anne-Kathrin Heier, Dagrun Hintze, Simone Hirth, Hanna Lemke, Rebecca Maria Salentin, Sebastian Wallmann

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12. open mike, 2004:

die Teilnehmer / Nominierten: Nikolai Vogel, Peter Clar, Lea Gottheil, Nanina Egil, Christian Schloyer, Monika Zeiner, Lars Reyer, Karola Foltin, Matthias Sachau, Lars-Arvid Brischke, Barbara Davidson, Albrecht Selge, Rene Becher, Stefan Schein, Christoph Pollmann, Vincent Andreas, Rabea Edel, Sybille Luithien

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11. open mike, 2003:

nominiert u.a.: Manuela Branz, Sünje Lewejohan, Nora Bossong, Roland Scheerer, Stephanie Mock, Petra Lehmkuhl, Kirsten Fuchs, Thomas von Steinaecker, Renatus Deckert, Annette Selg, Achim Stricker, Niels Mohl und Oliver Kemmann, Carolin Blumenberg, Jörg Metelmann, Guiliano Musio, Veronika Reichl, Franziska Gerstenberg

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10. open mike, 2002:

nominiert u.a.: Kai Weyand, Ariane Grundies, Christian Schünemann, Katrin Reich, Wiebke Eden, Kirstin Breitenfellner, Milena Oda, Stephan Reich, Larissa Boehning, Achim Stricker

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Die Gewinner, 1993 bis 2011:

  • 1993: Wolfgang Schlenker, Tim Krohn, Kathrin Röggla
  • 1994: Ulf Stolterfoht, Karen Duve, Michael Müller
  • 1995: Julia Franck, Sabine Neumann, Christian Futscher
  • 1996: Marcus Jensen, Vera Henkel, Olaf Behrens
  • 1997: Robby Dannenberg, Björn Kuhligk, Terézia Mora
  • 1998: Boris Preckwitz, Stephan Groetzner, Tobias Hülswitt
  • 1999: Almut Tina Schmidt, Jochen Schmidt, Michael Stauffer
  • 2000: Zsuzsa Bánk, Claudia Klischat, Markus Orths
  • 2001: Nico Bleutge, Erika Anna Markmiller, Tilman Rammstedt
  • 2002: Kai Weyand, Christian Schünemann, Ariane Grundies
  • 2003: Kirsten Fuchs, Veronika Reichl, Petra Lehmkuhl
  • 2004: Christian Schloyer, Rene Becher, Rabea Edel
  • 2005: Lucy Fricke, Dagrun Hintze, Jörg Albrecht
  • 2006: Luise Boege, Katharina Schwanbeck, Julia Zange
  • 2007: Johann Trupp, Tina Ilse Gintrowski, Judith Zander
  • 2008: Svealena Kutschke, Sonia Petner, Thien Tran, Johanna Wack
  • 2009: Inger-Maria Mahlke, Matthias Senkel, Konstantin Ames
  • 2010: Janko Marklein, Jan Snela, Levin Westermann, Sebastian Polmans
  • 2011: Sebastian Unger, Joseph Felix Ernst, Christina Böhm

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verwandte Links:

gute Romane, große Literatur: Empfehlungen (Stefan Mesch)

[in English: Here’s a list of my 250 top novels and nonfiction books.]

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“Was sind die besten – deutschsprachigen und internationalen – Bücher?”

“Welchen Romanen wünscht du möglichst viele Leser?”

Für BELLA triste – Zeitschrift für junge deutschsprachige Literatur (Link) erstellte ich im Herbst 2011 eine Liste mit den 250 besten Büchern (von ca. 1600), die ich gelesen habe.

Romane und Sachbücher. Deutsche und internationale Titel.

Kein Ranking, keine – in Stein gehauene, ehrwürdige – Bestenliste.

doch hätte ich eine Buchhandlung – DIESE Bücher lägen in hohen Stapeln auf dem großen, freundlichen Tisch in der Mitte des Raumes.

Hier meine Empfehlungen! Viel Spaß!

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große Literatur: 250 Empfehlungen!
Shakespeare, William Romeo and Juliet 1595
Shakespeare, William Hamlet 1603
von Goethe, Johann Wolfgang Faust I 1808
Tolstoi, Leo Anna Karenina 1873
Tschechow, Anton Die großen Dramen 1895 bis 1901
Verne, Jules In 80 Tagen um die Welt 1873
Stoker, Bram Dracula 1897
James, Henry The Turn of the Screw 1898
Walser, Robert Jakob von Gunten 1909
Kafka, Franz Die Verwandlung 1912
Mann, Thomas Der Tod in Venedig 1912
Proust, Marcel Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 1913 bis 1927
Mann, Thomas Der Zauberberg 1924
Fitzgerald, F. Scott The Great Gatsby 1925
Forster, E.M. Aspects of the Novel 1927
Green, Julien Adrienne Mesurat 1927
Hemingway, Ernest A Farewell to Arms 1929
Powys, John Cowper Wolf Solent 1929
Wolfe, Thomas Look Homeward, Angel 1929
Nabokov, Vladimir Lushins Verteidigung 1930
Powys, John Cowper A Glastonbury Romance 1932
Neill, A.S. The Last Man 1938
Ueland, Brenda If you want to write 1938
Wilder, Thornton Our Town 1938
Hemingway, Ernest For whom the Bell tolls 1940
Wolfe, Thomas You can’t go home again 1940
Nabokov, Vladimir Das wahre Leben des Sebastian Knight 1941
de Beauvoir, Simone Sie kam und blieb 1943
Rand, Ayn The Fountainhead 1943
Sartre, Jean-Paul Geschlossene Gesellschaft 1944
Frank, Anne Tagebuch 1947
Nabokov, Vladimir Bend Sinister 1947
Maxwell, William Time will darken it 1948
Chandler, Raymond The little Sister 1949
Miller, Arthur The Crucible 1952
Highsmith, Patricia The talented Mr. Ripley 1955
Nabokov, Vladimir Lolita 1955
Frisch, Max Homo Faber 1957
Rand, Ayn Atlas Shrugged 1957
Walser, Martin Ehen in Philippsburg 1957
Lee, Harper To Kill a Mockingbird 1960
Updike, John Rabbit, Run 1960
Cook, Kenneth Wake in Fright 1961
Yates, Richard Revolutionary Road 1961
Nabokov, Vladimir Pale Fire 1962
Isherwood, Christopher A Single Man 1964
Sontag, Susan Against Interpretation. And other Essays. 1964
Capote, Truman In Cold Blood 1965
Fichte, Hubert Die Palette 1968
Nabokov, Vladimir Ada, or Ardor: A Family Chronicle 1969
Blume, Judy Are you there, God? It’s me, Margaret. 1970
Jelinek, Elfriede wir sind lockvögel, baby! 1970
Preußler, Otfried Krabat 1971
Jansson, Tove Sommerbuch 1972
Fichte, Hubert Versuch über die Pubertät 1974
Reimann, Brigite Franziska Linkerhand 1976
King, Stephen The Shining 1977
Cheever, John The Stories of John Cheever 1978
Murdoch, Iris The Sea, the Sea 1978
Brinkmann, Rolf Dieter Rom, Blicke 1979
Lindgren, Astrid Ronja Räubertochter 1981
Maron, Monika Flugasche 1981
Frame, Janet An Angel at my Table 1982 bis 1984
Fichte, Hubert Detlevs Imitationen „Grünspan“ 1982
Inoue, Yasushi Meine Mutter 1983
Kundera, Milan Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins 1983
Swift, Graham Waterland 1983
Nakazawa, Keiji Barefoot Gen, Vol 1 + 2 1983,2
Ginzburg, Natalia Die Stadt und das Haus 1984
Diedrich Diederichsen Sexbeat 1985
Ellis, Bret Easton Less Than Zero 1985
Hemingway, Ernest Der Garten Eden 1985
Murakami, Haruki Hard-Boiled Wonderland and the End of the World 1985
Bernhard, Thomas Auslöschung. Ein Zerfall. 1986
Ishiguro, Kazuo An Artist of the Floating World 1986
King, Stephen It 1986
Leavitt, David The lost Language of Cranes 1986
Auster, Paul The New York Trilogy 1987
Auster, Paul In the Country of Lost Things 1987
Murakami, Haruki Naokos Lächeln 1987
Pratchett, Terry Mort 1987
Spiegelman, Art Maus 1987
Stegner, Wallace Crossing to Safety 1987
Yoshimoto, Banana Kitchen 1988
Fiske, John Reading the Popular 1989
Fiske, John Understanding Popular Culture 1989
Marcus, Greil Lipstick Traces: A Secret History of the 20th Century 1989
Leavitt, David A Place I’ve never been 1990
Neumeister, Andreas Äpfel vom Baum im Kies 1990
Updike, John Rabbit at Rest 1990
Chang, Jung Wild Swans 1991
Ellis, Bret Easton American Psycho 1991
King, Stephen Gerald’s Game 1992
Clowes, Daniel Like a Velvet Glove cast in Iron 1993
Lowry, Lois The Giver 1993
Stern, Roger The Death and Life of Superman 1993
Allende, Isabel Paula 1994
Lamott, Anne Bird by Bird: Some Instructions on Writing and Life 1994
Moody, Rick The Ice Storm 1994
Murakami, Haruki Mister Aufziehvogel 1994
Yoshimoto, Banana Amrita 1994
Cruse, Howard Stuck Rubber Baby 1995
Ford, Richard Independence Day 1995
Kracht, Christian Faserland 1995
Fielding, Helen Das Tagebuch der Bridget Jones 1996
Gaiman, Neil The Sandman, Vol. 9: The Kindly Ones 1996
Garland, Alex Der Strand 1996
Hawke, Ethan The hottest State 1996
Maron, Monika Animal triste 1996
Wallace, David Foster A supposedly fun Thing I’ll never do again 1996
Clowes, Daniel Ghost World 1997
Goldt, Max Die Kugeln in unseren Köpfen 1997
O’Nan, Stewart The Speed Queen 1997
Urquhart, Jane The Underpainter 1997
Goetz, Rainald Rave 1998
Loeb, Jeph Batman: The Long Halloween 1998
Lukianenko, Sergej Wächter der Nacht 1998
Sachar, Lois Holes 1998
Taniguchi, Jiro Vertraute Fremde 1998
Chbosky, Stephen The Perks of being a Wallflower 1999
Goetz, Rainald Abfall für alle 1999
Klein, Naomi No Logo: No Space, no Choice, no Jobs 1999
Murakami, Haruki Sputnik Sweetheart 1999
O’Nan, Stewart A Prayer for the Dying 1999
Schiffrin, André The Business of Books 1999
Stamm, Peter Blitzeis 1999
Starling, Boris Messiah 1999
von Stuckrad-Barre, Benjamin Livealbum 1999
Tobe, Keiko With the Light: Raising an Autistic Child 2000 bis 2010
Bessing, Joachim Tristesse Royale. Das popkulturelle Quintett. 2000
Chabon, Michael The amazing Adventures of Kavalier & Clay 2000
Honigmann, Barbara Alles, alles Liebe! 2000
Illies, Florian Generation Golf 2000
Kracht, Christian Der gelbe Bleistift 2000
Leavitt, David Martin Bauman 2000
Rowling, J.K. Harry Potter and the Goblet of Fire 2000
Rucka, Greg Batman: No Man’s Land. A Novel. 2000
Toews, Miriam Swing Low: A Life 2000
Winick, Judd Pedro and me 2000
Gaiman, Neil American Gods 2001
Goldt, Max ‘Mind-boggling’ – Evening Post. 2001
Helgason, Hallgrímur Vom zweifelhaften Vergnügen, tot zu sein 2001
Kaminer, Wladimir Militärmusik 2001
Kracht, Christian 1979 2001
Merkel, Rainer Das Jahr der Wunder 2001
von Stuckrad-Barre, Benjamin Remix. Texte 1996-1999. 2001
Ahrens, Henning Lauf Jäger lauf 2002
Atwood, Margaret Negotiating with the Dead 2002
B., David Epilepsie 2002
Braun, Marcus Delhi 2002
Burroughs, Augusten Running with Scissors 2002
Buschheuer, Else www.else-buschheuer.de: Das New York Tagebuch 2002
Foer, Jonathan Safran Everything is illuminated 2002
Goetz, Rainald Dekonspiratione 2002
Mensing, Kolja Wie komme ich hier raus? 2002
Murakami, Haruki Kafka am Strand 2002
O’Nan, Stewart Wish you were here 2002
Stegner, Wallace On Teaching and Writing Fiction 2002
Allende, Isabel My invented Country 2003
Beigbeder, Frédéric Windows on the World 2003
Bönisch, Dana Rocktage 2003
Dath, Dietmar Sie ist wach: Über ein Mädchen, das hilft, schützt und rettet 2003
Hennig von Lange, Alexa Woher ich komme 2003
Hermann, Judith Nichts als Gespenster 2003
Hügel, Hans-Otto Handbuch Populäre Kultur 2003
Lethem, Jonathan The Fortress of Solitude 2003
Malley, Bryan Lee Lost at Sea 2003
Maynard, Joyce The usual Rules 2003
O’Nan, Stewart The Night Country 2003
Thompson, Craig Blankets 2003
Updike, John The Early Stories: 1953 – 1975 2003
Cooke, Carwyn The New Frontier 2004
Hens, Gregor Matta verläßt seine Kinder 2004
Honigmann, Barbara Ein Kapitel aus meinem Leben 2004
Katz, Stephan; Goldt, Max Adieu, Sweet Bahnhof 2004
Leky, Mariana Erste Hilfe 2004
Palahniuk, Chuck Fight Club 1996
Regener, Sven Neue Vahr Süd 2004
von Stuckrad-Barre, Benjamin Festwertspeicher der Kontrollgesellschaft. Remix 2. 2004
Busiek, Kurt Superman: Secret Identity 2005
Dini, Paul The World’s Greatest Super-Heroes 2005
Ellis, Bret Easton Lunar Park 2005
Foer, Jonathan Safran Extremely loud and incredibly close 2005
Fuchs, Kristen Die Titanic und Herr Berg 2005
Heinrich, Susanne In den Farben der Nacht 2005
Kern, Björn Einmal noch Marseille 2005
Loeb, Jeph Catwoman: When in Rome 2005
Magnusson, Kristof Zuhause 2005
Meltzer, Brad Identity Crisis 2005
Mora, Terézia Alle Tage 2005
Morrison, Grant We3 2005
Rammstedt, Tilman Wir bleiben in der Nähe 2005
Rucka, Greg; Brubaker, Ed Gotham Central Vol. 2: Half a Life 2005
Toews, Miriam A Complicated Kindness 2005
Vennemann, Kevin Nahe Jedenew 2005
von Stuckrad-Barre, Benjamin Was. Wir. Wissen. 2005
Walls, Jeannette The Glass Castle 2005
Zusak, Markus The Book Thief 2005
Albrecht, Jörg Drei Herzen 2006
Azuma, Kiyohiko Yotsuba&!, Vol. 6 2006
Bechdel, Alison Fun Home 2006
Danz, Daniela Türmer 2006
Dath, Dietmar Dirac 2006
Didion, Joan The Year of Magical Thinking 2006
Einzmann, Nadia Dies und das und das 2006
Jason I killed Adolf Hitler 2006
Littell, Jonathan Die Wohlgesinnten 2006
McCarthy, Cormac The Road 2006
McCloud, Scott Making Comics 2006
Meno, Joe The Boy Detective fails 2006
Stanisic, Sasa Wie der Soldat das Grammofon repariert 2006
Dath, Dietmar Waffenwetter 2007
Gleba, Kerstin; Schumacher, Eckhard Pop seit 1964 2007
Maack, Benjamin Die Welt ist ein Parkplatz und endet vor Disneyland 2007
McEwan, Ian On Chesil Beach 2007
Melle, Thomas Raumforderung 2007
Sheffield, Rob Love is a Mix Tape 2007
Shusterman, Neal Unwind 2007
Strubel, Antje Rávic Kältere Schichten der Luft 2007
von Steinaecker, Thomas Wallner beginnt zu fliegen 2007
Akers, William M. Your Screenplay Sucks! 2008
Collins, Suzanne The Hunger Games 2008
Doctorow, Cory Little Brother 2008
Doctorow, Cory Content: Selected Essays on Technology, Creativity, Copyright and the Future of the Future 2008
Erpenbeck, Jenny Heimsuchung 2008
Honigmann, Barbara Das überirdische Licht: Rückkehr nach New York 2008
Maazel, Fiona Last Last Chance 2008
Ortheil, Hanns-Josef; Siblewski, Klaus Wie Romane entstehen 2008
Pausch, Randy The last Lecture 2008
Pletzinger, Thomas Die Bestattung eines Hundes 2008
Ricci, Nino The Origin of Species 2008
Rich, Nathaniel The Mayor’s Tongue 2008
Winthrop, Elizabeth Hartley December 2008
Wood, James How Fiction works 2008
Cullen, Dave Columbine 2009
Doctorow, Cory Makers 2009
Dyer, Geoff Jeff in Venice, Death in Varanasi 2009
Lemire, Jeff Essex County 2009
Mazzucchelli, David Asterios Polyp 2009
Nichholls, David One Day 2009
O’Loughlin, Ed Not untrue and not unkind 2009
Small, David Stitches 2009
Stockett, Kathryn The Help 2009
Franzen, Jonathan Freedom 2010
Kilmer-Purcell, Josh The Bucolic Plague: How two Manhattanites became Gentlemen Farmers 2010
Koch, Roland E. Unter fremdem Himmel 2010
Köhler, Anne Nichts werden macht auch viel Arbeit 2010
Kwok, Jean Girl in Translation 2010
Martel, Frédéric Mainstream. Wie funktioniert, was allen gefällt. 2010
Shteyngart, Gary Super Sad True Love Story 2010
Bá, Gabriel; Moon, Fabio Daytripper 2011

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nach Autorennamen sortiert:

Ahrens, Henning Lauf Jäger lauf 2002
Akers, William M. Your Screenplay Sucks! 2008
Albrecht, Jörg Drei Herzen 2006
Allende, Isabel Paula 1994
Allende, Isabel My invented Country 2003
Atwood, Margaret Negotiating with the Dead 2002
Auster, Paul The New York Trilogy 1987
Auster, Paul In the Country of Lost Things 1987
Azuma, Kiyohiko Yotsuba&!, Vol. 6 2006
B., David Epilepsie 2002
Bá, Gabriel; Moon, Fabio Daytripper 2011
Bechdel, Alison Fun Home 2006
Beigbeder, Frédéric Windows on the World 2003
Bernhard, Thomas Auslöschung. Ein Zerfall. 1986
Bessing, Joachim Tristesse Royale. Das popkulturelle Quintett. 2000
Blume, Judy Are you there, God? It’s me, Margaret. 1970
Bönisch, Dana Rocktage 2003
Braun, Marcus Delhi 2002
Brinkmann, Rolf Dieter Rom, Blicke 1979
Burroughs, Augusten Running with Scissors 2002
Buschheuer, Else www.else-buschheuer.de: Das New York Tagebuch 2002
Busiek, Kurt Superman: Secret Identity 2005
Capote, Truman In Cold Blood 1965
Chabon, Michael The amazing Adventures of Kavalier & Clay 2000
Chandler, Raymond The little Sister 1949
Chang, Jung Wild Swans 1991
Chbosky, Stephen The Perks of being a Wallflower 1999
Cheever, John The Stories of John Cheever 1978
Clowes, Daniel Like a Velvet Glove cast in Iron 1993
Clowes, Daniel Ghost World 1997
Collins, Suzanne The Hunger Games 2008
Cook, Kenneth Wake in Fright 1961
Cooke, Darwyn The New Frontier 2004
Cruse, Howard Stuck Rubber Baby 1995
Cullen, Dave Columbine 2009
Danz, Daniela Türmer 2006
Dath, Dietmar Sie ist wach: Über ein Mädchen, das hilft, schützt und rettet 2003
Dath, Dietmar Dirac 2006
Dath, Dietmar Waffenwetter 2007
de Beauvoir, Simone Sie kam und blieb 1943
Didion, Joan The Year of Magical Thinking 2006
Diedrich Diederichsen Sexbeat 1985
Dini, Paul The World’s Greatest Super-Heroes 2005
Doctorow, Cory Little Brother 2008
Doctorow, Cory Content: Selected Essays on Technology, Creativity, Copyright and the Future of the Future 2008
Doctorow, Cory Makers 2009
Dyer, Geoff Jeff in Venice, Death in Varanasi 2009
Einzmann, Nadia Dies und das und das 2006
Ellis, Bret Easton Less Than Zero 1985
Ellis, Bret Easton American Psycho 1991
Ellis, Bret Easton Lunar Park 2005
Erpenbeck, Jenny Heimsuchung 2008
Fichte, Hubert Die Palette 1968
Fichte, Hubert Versuch über die Pubertät 1974
Fichte, Hubert Detlevs Imitationen „Grünspan“ 1982
Fielding, Helen Das Tagebuch der Bridget Jones 1996
Fiske, John Reading the Popular 1989
Fiske, John Understanding Popular Culture 1989
Fitzgerald, F. Scott The Great Gatsby 1925
Foer, Jonathan Safran Everything is illuminated 2002
Foer, Jonathan Safran Extremely loud and incredibly close 2005
Ford, Richard Independence Day 1995
Forster, E.M. Aspects of the Novel 1927
Frame, Janet An Angle at my Table 1982 bis 1984
Frank, Anne Tagebuch 1947
Franzen, Jonathan Freedom 2010
Frisch, Max Homo Faber 1957
Fuchs, Kristen Die Titanic und Herr Berg 2005
Gaiman, Neil The Sandman, Vol. 9: The Kindly Ones 1996
Gaiman, Neil American Gods 2001
Garland, Alex Der Strand 1996
Ginzburg, Natalia Die Stadt und das Haus 1984
Gleba, Kerstin; Schumacher, Eckhard Pop seit 1964 2007
Goetz, Rainald Rave 1998
Goetz, Rainald Abfall für alle 1999
Goetz, Rainald Dekonspiratione 2002
Goldt, Max Die Kugeln in unseren Köpfen 1997
Goldt, Max ‘Mind-boggling’ – Evening Post. 2001
Green, Julien Adrienne Mesurat 1927
Hawke, Ethan The hottest State 1996
Heinrich, Susanne In den Farben der Nacht 2005
Helgason, Hallgrímur Vom zweifelhaften Vergnügen, tot zu sein 2001
Hemingway, Ernest A Farewell to Arms 1929
Hemingway, Ernest For whom the Bell tolls 1940
Hemingway, Ernest Der Garten Eden 1985
Hennig von Lange, Alexa Woher ich komme 2003
Hens, Gregor Matta verläßt seine Kinder 2004
Hermann, Judith Nichts als Gespenster 2003
Highsmith, Patricia The talented Mr. Ripley 1955
Honigmann, Barbara Alles, alles Liebe! 2000
Honigmann, Barbara Ein Kapitel aus meinem Leben 2004
Honigmann, Barbara Das überirdische Licht: Rückkehr nach New York 2008
Hügel, Hans-Otto Handbuch Populäre Kultur 2003
Illies, Florian Generation Golf 2000
Inoue, Yasushi Meine Mutter 1983
Isherwood, Christopher A Single Man 1964
Ishiguro, Kazuo An Artist of the Floating World 1986
James, Henry The Turn of the Screw 1898
Jansson, Tove Sommerbuch 1972
Jason I killed Adolf Hitler 2006
Jelinek, Elfriede wir sind lockvögel, baby! 1970
Kafka, Franz Die Verwandlung 1912
Kaminer, Wladimir Militärmusik 2001
Katz, Stephan; Goldt, Max Adieu, Sweet Bahnhof 2004
Kern, Björn Einmal noch Marseille 2005
Kilmer-Purcell, Josh The Bucolic Plague: How two Manhattanites became Gentlemen Farmers 2010
King, Stephen The Shining 1977
King, Stephen Gerald’s Game 1992
King, Stephen It 1986
Klein, Naomi No Logo: No Space, no Choice, no Jobs 1999
Koch, Roland E. Unter fremdem Himmel 2010
Köhler, Anne Nichts werden macht auch viel Arbeit 2010
Kracht, Christian Faserland 1995
Kracht, Christian Der gelbe Bleistift 2000
Kracht, Christian 1979 2001
Kundera, Milan Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins 1983
Kwok, Jean Girl in Translation 2010
Lamott, Anne Bird by Bird: Some Instructions on Writing and Life 1994
Leavitt, David The lost Language of Cranes 1986
Leavitt, David A Place I’ve never been 1990
Leavitt, David Martin Bauman 2000
Lee, Harper To Kill a Mockingbird 1960
Leky, Mariana Erste Hilfe 2004
Lemire, Jeff Essex County 2009
Lethem, Jonathan The Fortress of Solitude 2003
Lindgren, Astrid Ronja Räubertochter 1981
Littell, Jonathan Die Wohlgesinnten 2006
Loeb, Jeph Batman: The Long Halloween 1998
Loeb, Jeph Catwoman: When in Rome 2005
Lowry, Lois The Giver 1993
Lukianenko, Sergej Wächter der Nacht 1998
Maack, Benjamin Die Welt ist ein Parkplatz und endet vor Disneyland 2007
Maazel, Fiona Last Last Chance 2008
Magnusson, Kristof Zuhause 2005
Malley, Bryan Lee Lost at Sea 2003
Mann, Thomas Der Tod in Venedig 1912
Mann, Thomas Der Zauberberg 1924
Marcus, Greil Lipstick Traces: A Secret History of the 20th Century 1989
Maron, Monika Flugasche 1981
Maron, Monika Animal triste 1996
Martel, Frédéric Mainstream. Wie funktioniert, was allen gefällt. 2010
Maxwell, William Time will darken it 1948
Maynard, Joyce The usual Rules 2003
Mazzucchelli, David Asterios Polyp 2009
McCarthy, Cormac The Road 2006
McCloud, Scott Making Comics 2006
McEwan, Ian On Chesil Beach 2007
Melle, Thomas Raumforderung 2007
Meltzer, Brad Identity Crisis 2005
Meno, Joe The Boy Detective fails 2006
Mensing, Kolja Wie komme ich hier raus? 2002
Merkel, Rainer Das Jahr der Wunder 2001
Miller, Arthur The Crucible 1952
Moody, Rick The Ice Storm 1994
Mora, Terézia Alle Tage 2005
Morrison, Grant We3 2005
Murakami, Haruki Hard-Boiled Wonderland and the End of the World 1985
Murakami, Haruki Naokos Lächeln 1987
Murakami, Haruki Mister Aufziehvogel 1994
Murakami, Haruki Sputnik Sweetheart 1999
Murakami, Haruki Kafka am Strand 2002
Murdoch, Iris The Sea, the Sea 1978
Nabokov, Vladimir Lushins Verteidigung 1930
Nabokov, Vladimir Das wahre Leben des Sebastian Knight 1941
Nabokov, Vladimir Bend Sinister 1947
Nabokov, Vladimir Lolita 1955
Nabokov, Vladimir Pale Fire 1962
Nabokov, Vladimir Ada, or Ardor: A Family Chronicle 1969
Nakazawa, Keiji Barefoot Gen, Vol 1 + 2 1983,2
Neill, A.S. The Last Man 1938
Neumeister, Andreas Äpfel vom Baum im Kies 1990
Nichholls, David One Day 2009
O’Loughlin, Ed Not untrue and not unkind 2009
O’Nan, Stewart The Speed Queen 1997
O’Nan, Stewart A Prayer for the Dying 1999
O’Nan, Stewart Wish you were here 2002
O’Nan, Stewart The Night Country 2003
Ortheil, Hanns-Josef; Siblewski, Klaus Wie Romane entstehen 2008
Palahniuk, Chuck Fight Club 1996
Pausch, Randy The last Lecture 2008
Pletzinger, Thomas Die Bestattung eines Hundes 2008
Powys, John Cowper Wolf Solent 1929
Powys, John Cowper A Glastonbury Romance 1932
Pratchett, Terry Mort 1987
Preußler, Otfried Krabat 1971
Proust, Marcel Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 1913 bis 1927
Rammstedt, Tilman Wir bleiben in der Nähe 2005
Rand, Ayn The Fountainhead 1943
Rand, Ayn Atlas Shrugged 1957
Regener, Sven Neue Vahr Süd 2004
Reimann, Brigite Franziska Linkerhand 1976
Ricci, Nino The Origin of Species 2008
Rich, Nathaniel The Mayor’s Tongue 2008
Rowling, J.K. Harry Potter and the Goblet of Fire 2000
Rucka, Greg Batman: No Man’s Land. A Novel. 2000
Rucka, Greg; Brubaker, Ed Gotham Central Vol. 2: Half a Life 2005
Sachar, Lois Holes 1998
Sartre, Jean-Paul Geschlossene Gesellschaft 1944
Schiffrin, André The Business of Books 1999
Shakespeare, William Romeo and Juliet 1595
Shakespeare, William Hamlet 1603
Sheffield, Rob Love is a Mix Tape 2007
Shteyngart, Gary Super Sad True Love Story 2010
Shusterman, Neal Unwind 2007
Small, David Stitches 2009
Sontag, Susan Against Interpretation. And other Essays. 1964
Spiegelman, Art Maus 1987
Stamm, Peter Blitzeis 1999
Stanisic, Sasa Wie der Soldat das Grammofon repariert 2006
Starling, Boris Messiah 1999
Stegner, Wallace Crossing to Safety 1987
Stegner, Wallace On Teaching and Writing Fiction 2002
Stern, Roger The Death and Life of Superman 1993
Stockett, Kathryn The Help 2009
Stoker, Bram Dracula 1897
Strubel, Antje Rávic Kältere Schichten der Luft 2007
Swift, Graham Waterland 1983
Taniguchi, Jiro Vertraute Fremde 1998
Thompson, Craig Blankets 2003
Tobe, Keiko With the Light: Raising an Autistic Child 2000 bis 2010
Toews, Miriam Swing Low: A Life 2000
Toews, Miriam A Complicated Kindness 2005
Tolstoi, Leo Anna Karenina 1873
Tschechow, Anton Die großen Dramen 1895 bis 1901
Ueland, Brenda If you want to write 1938
Updike, John Rabbit, Run 1960
Updike, John Rabbit at Rest 1990
Updike, John The Early Stories: 1953 – 1975 2003
Urquhart, Jane The Underpainter 1997
Vennemann, Kevin Nahe Jedenew 2005
Verne, Jules In 80 Tagen um die Welt 1873
von Goethe, Johann Wolfgang Faust I 1808
von Steinaecker, Thomas Wallner beginnt zu fliegen 2007
von Stuckrad-Barre, Benjamin Livealbum 1999
von Stuckrad-Barre, Benjamin Remix. Texte 1996-1999. 2001
von Stuckrad-Barre, Benjamin Festwertspeicher der Kontrollgesellschaft. Remix 2. 2004
von Stuckrad-Barre, Benjamin Was. Wir. Wissen. 2005
Wallace, David Foster A supposedly fun Thing I’ll never do again 1996
Walls, Jeannette The Glass Castle 2005
Walser, Martin Ehen in Philippsburg 1957
Walser, Robert Jakob von Gunten 1909
Wilder, Thornton Our Town 1938
Winick, Judd Pedro and me 2000
Winthrop, Elizabeth Hartley December 2008
Wolfe, Thomas Look Homeward, Angel 1929
Wolfe, Thomas You can’t go home again 1940
Wood, James How Fiction works 2008
Yates, Richard Revolutionary Road 1961
Yoshimoto, Banana Kitchen 1988
Yoshimoto, Banana Amrita 1994
Zusak, Markus The Book Thief 2005

verwandte Links:

Ivana Rohr: “Nichts bleibt, Baby” [Prosanova 2011]

“Nichts bleibt, Baby” (Link) war die schönste, stimmigste und frischeste Veranstaltung von Prosanova 2011 (Link), dem Festival für junge deutschsprachige Literatur (Link) in Hildesheim:

Ein begehbares Hörgedicht der Lyrikerin / Künstlerin Ivana Rohr (Link) in einer abstrakten Kulisse – friedlich, aber unheimlich.

Hier ein paar (schnelle und unbearbeitete) Snapshots aus der Installation.

Mehr Infos zu Ivana Rohr und ihren neuen Projekten bei litradio.net (Link).

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Copyright des Kaktus-Fotos: Jule D. Körber.

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verwandte Links:

Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim: Interview

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Marlen Schachinger, eine Wiener Autorin und Literaturwissenschaftlerin, befragt für ihre Promotion verschiedene Absolventen der deutschsprachigen Schreibschulen in Leipzig (Link), Biel (Link) und Hildesheim (Link).

Eine gute Gelegenheit, entlang Schachingers (vielen!) Fragen das Hildesheimer Literatur- und Journalismusstudium zu erklären:

Ich selbst war von Herbst 2003 bis Weihnachten 2008 in der Stadt (Link)

…habe 2006 mit 16 Erstsemestern ein 500-Seiten-Buch über den Schreib- und Studienalltag zusammengestellt (Link). Danach zwei Jahre lang eine Zeitschrift für junge Literatur (Link) mitherausgegeben und ein großes Literaturfestival (Link) mitorganisiert…

…bis Ende 2008 dann alle nötigen Seminare und Vorlesungen besucht waren.

Ich ging nach Toronto, für ein Praktikum (Link). Und schreibe seit Mitte 2009 an “Zimmer voller Freunde”, meinen ersten Roman (und zugleich Diplom-/Abschlussarbeit).

Mehr Links und Arbeitsproben hier (Link).

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Marlen Schachinger: Weshalb fiel Ihre Wahl auf Hildesheim?

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Stefan Mesch: Ich habe als Schüler mehrere Stunden pro Tag Tagebuch und Filmkritiken geschrieben und war ein großer Fan von komplizierten TV-Serien wie ‘Babylon 5’, ‘Willkommen im Leben’ oder ‘Neon Genesis Evangelion’.

Mein Traumberuf war damals Showrunner / ausführender Produzent, der (realistischere) ‘Notfallplan’ Fernsehkritiker… und falls alles schief geht, Psychologe.

Nach dem Abitur arbeitete ich für ein Jahr in einem Behindertenheim und suchte online, nebenher, nach guten Studiengängen. Mein Favorit war die Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam (Link), die einzigen beiden Alternativen das Deutsche Literaturinstitut in Leipzig (Link) und der Studiengang ‘Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus’ in Hildesheim (Link).

Alle drei Unis hatten Eignungsprüfungen und verlangten mehrere Arbeitsproben, also schrieb ich im Herbst 2003 eine Handvoll Kurzgeschichten, Essays und Filmkritiken und bewarb mich im Januar, jeweils zum Wintersemester 2004.

Alle drei Institute luden mich zur künstlerischen Eignungsprüfung ein:

Potsdam machte einen tollen Eindruck – die Hochschule, der Lehrplan, die Studenten -, aber das Gespräch fand vor einem Gremium mit 9 (!) Dozenten statt, und ich glaube, ich stotterte sehr defensiv herum – eine Art Verhör, ziemlich kalt und feindselig, und ich selbst schlimm verunsichert / richtungslos.

Die Eignungsprüfung in Hildesheim…

…lief viel besser: eine kurze Begrüßung, eine Schreibaufgabe, für die man sich frei auf dem Gelände bewegen durfte, und dann ein Gespräch mit drei – wachen, lebendigen, interessierten – Dozenten.

Hildesheim ist eine kleine, schroffe, ärmliche, traditionell katholische Stadt, im zweiten Weltkrieg von Brandbomben zerstört und sehr pragmatisch / schmucklos wieder aufgebaut: schöne Natur und ein paar letzte, sympathische Fachwerkhäuser und Kloster/Kirchen, aber kaum Restaurants, kein… bürgerliches Publikum – ein graues, muffiges, pragmatisch-kaltes “Geistesklima” (Link): Trinkerkneipen, Schützenfeste, Spielotheken… sogar der McDonald’s am Bahnhof hat schließen müssen.

Ausgerechnet in diesem Nest, drei Stunden von Berlin, 40 Minuten von Hannover, versammeln sich pro Jahr etwa 150 Kulturwissenschaftler (Link) – drei Viertel davon direkt nach dem Abitur, und 85 Prozent Frauen – und studieren an der Domäne Marienburg (Link), einem idyllischen, kleinen, grünen Mini-Hogwarts am Stadtrand.

Beginnend mit der Prüfung fühlte ich mich dort verstanden, gefördert und gut aufgehoben. Auch, weil die meisten Mitbewerber in meinem Alter – 19 bis 22 – waren: Das Eignungsgespräch am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, zehn Tage später, machte zwar ähnlichen Spaß… aber ich traf dort vor allem Mittzwanziger, die alle bereits etwas anderes studiert hatten und sich in Leipzig, binnen drei Jahren, den letzten Schliff für ihr eigenes Schreiben und ein paar wichtige Kontakte holen wollten.

Ich hatte das Gefühl, jeder war bereits ausgebildeter Kirchenmusiker (Link), Jurist (Link) oder Steinmetz (Link), und mir in Können und Lebenserfahrung weit voraus.

Das sagte ich dann auch, im Gespräch: Mir erscheint Hildesheim bis heute als der schlüssigere Ort. Jedenfalls für junge Leute, die noch Zeit brauchen.

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Marlen Schachinger: Welche Erfahrungen machten Sie in Hildesheim? Mit dem Lehrbetrieb? Mit ProfessorInnen? Mit StudienkollegInnen? Mit Konkurrenz? Mit Reaktionen von außen (Literaturbetrieb, privates Umfeld, Verlage, Jury-Gremien etc.)

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Stefan Mesch: Das ist eine schreckliche, sehr schlecht gestellte Frage.

Ich war fünf Jahre lang in Hildesheim… und Sie wollen eine Zusammenfassung von… allem? 🙂

Ich habe 2006, für das Buch ‘Kulturtagebuch – Leben und Schreiben in Hildesheim’ (Link) zwei längere Texte geschrieben, die ich gerne [Ende September] online stelle und verlinke:

  • eine (recht sachliche) Einführung in das Studienkonzept (Link folgt)
  • …und ein persönlicherer Text über die Jahre 2003 bis 2006 (Link)

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Jährlich bewerben sich in Hildesheim 400 bis 600 “Schreibschüler”. 40 werden zur Eignungsprüfung eingeladen… und zwischen 10 und 20 bilden dann einen Jahrgang. In meinem Jahrgang, 2003, waren das fünf Männer und neun Frauen. Die jüngste Frau war 17. Die älteste 28. Die meisten 19 oder 20.

Fast alle haben das Studium abgeschlossen, und fast jeder von uns verdient heute mit seinem Schreiben Geld: als Literaturkritiker, als Comedy-Autor, als Volontärin bei einer großen Tageszeitung, als Redakteurin im Kultur-Radio, als Lehrbeauftragter – mit Schreib-Seminaren… Ein Freund verdient das meiste Geld als Minnesänger auf Mittelalter-Liverollenspielen.

Ein paar von uns schreiben tatsächlich Romane. Ein paar dieser Romane wurden tatsächlich abgeschlossen… und tatsächlich verlegt.

Und es gibt, bis heute, niemanden in dieser Gruppe, den ich nicht entweder sehr mag… oder sehr hasse.

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Trotzdem darf man sich Hildesheim nicht als kleine, idyllische und abgeschottete “Akademie” vorstellen, in der verschworene Kleingruppen von den Meistern lernen: Noch in den Neunzigern studierten in Hildesheim vor allem angehende Lehrer und Pädagogen – und auch das kulturwissenschaftliche Institut (Link) bildete ursprünglich “nur” Kultur-Pädagogen aus.

Das hat sich – beginnend mit der Umbenennung zu “Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis”, Mitte der Neunziger – immer weiter differenziert: Man verlässt Hildesheim als diplomierter Kulturwissenschafter (Link)… nach ca. neun Semestern in den Studiengängen (Link)

  • Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis (Link)
  • Szenische Künste (Link)
  • Philosophie – Künste – Medien
  • …oder Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus (Link)

Die wichtigsten Vorlesungen und fast alle Projekte / Seminare finden für Studierende all dieser Studienrichtungen statt… und in den Nebenfächern (Psychologie, Soziologie, Politik, Kulturpolitik, Kunst u.a.) stoßen oft auch Studierende aus den anderen drei Fachbereichen der Universität (Link) hinzu – das sind (frappant oft) Leute aus dem Landkreis und der Region, die Lehrer werden möchten und… unendlich viel pragmatischer und weniger elitär sind.

Aber eben auch: viel, viel klarere Ziele haben. Und nur wenig Geduld mit exzentrischen “Künstlern”.

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  1. Inwiefern und wodurch fühlten Sie sich in Hildesheim in Ihrem Bestreben, AutorIn zu werden, unterstützt?
  2. Worin sehen Sie rückblickend die Vorteile dieses bzw. eines solchen Studiums?
  3. Und verglichen mit anderen AutorInnen, die ohne spezifisches Studium/Ausbildung ihren Weg gehen, sich autodidaktisch weiterbilden …: Würden Sie sagen, es ist von Vorteil, in Hildesheim oder an anderen Ausbildungsstätten Seminare zu besuchen? Inwiefern?
  4. Verglichen mit anderen AutorInnen, die ohne spezifisches Studium ihren Weg gehen, sich autodidaktisch weiterbilden … Würden Sie sagen, dass die universitäre Struktur für diese Art von Studium von Vorteil oder Nachteil ist? Weshalb? Wie sollte idealerweise der Rahmen für eine Lehre in diesem Bereich aussehen?
  5. Nehmen bzw. nahmen Sie auch an anderen Aus- und Weiterbildungs-Lehrgängen für AutorInnen teil? Wenn ja, an welchen? Vergleichen Sie diese bitte im Hinblick auf Arbeitsweise, Lehrangebote, Erfahrung kurz miteinander. Wenn nein: Bitte um Ihre Beweggründe?
  6. Wie erging es Ihnen bei Ihrer Abschlussarbeit? Wie seither? Hat die dazwischen liegende Zeit auch Ihren Blick auf Hildesheim bzw. auf den Arbeits- und Lebensbereich AutorIn-Sein verändert? Inwiefern? Haben sich Ansichten bzgl. des Literaturbetriebs verändert?
  7. Welche Auswirkungen hatte der Besuch (möglichst konkret) für Ihr Schreiben? Ihren Werdegang? Hat es Ihren Weg in den Literaturbetrieb geebnet? Wenn ja, inwiefern? Wenn nein: Weshalb nicht?
  8. Welche Ihrer Erwartungen wurden nicht oder nur begrenzt erfüllt?
  9. Wie wird sich durch die Zunahme der Angebote im deutschsprachigen Raum die literarische Szene Ihrer Ansicht nach verändern?