Batman

Superman: Rebirth – Dan Jurgens, Peter Tomasi, neu bei Panini

15-superman

.

am 10. Januar sprach ich über die neuesten “Superman”-Comics in Deutschland, als Studiogast bei Deutschlandradio Kultur:

Text von mir und Link zur Audio-Datei, Deutschlandradio Kultur

.

Wer Comics auf Englisch kauft und liest:

Seit Juni 2016 sind die “Superman”-Reihen besser als seit Jahrzehnten.

Mein Tipp:

Erst “Lois & Clark” lesen (10 Hefte, ein US-Sammelband), dann die beiden parallelen Reihen “Action Comics” und “Superman” (erscheinen je zweimal im Monat). Auch “Trinity” und “Superwoman” (einmal im Monat) machen Spaß. Im Februar beginnt zudem “Super-Sons”.

.

Wer Comics auf Deutsch lesen will:

“Lois & Clark” erscheint in zwei Bänden bei Panini Comics: Band 1 (Link), Band 2 (Link, 7. Februar).

Dann – 18. April 2017 – “Superman: Sonderband 1”.

.

Immer wieder landen langjährige Heldencomics in erzählerischen Sackgassen – und räumen auf, indem ein komplizierter Zwischenfall (Zeitschleifen, Dimensionslöcher, parallele Welten) neue, simplere Zustände schaffen soll. 2011 hieß das: Superman und seine große Liebe Lois Lane werden ersetzt, durch jüngere Versionen, in einer neuen Welt. Jene Doppelgänger waren nie verheiratet, sind schroffer und pragmatischer; ein neuer Lex Luthor ist eher Antiheld als Schurke. 2015 strandete der vorige, ursprünglichere Superman in dieser neuen Gegenwart – in Dan Jurgens Reihe “Lois & Clark”: Er hat jetzt einen Sohn im Grundschulalter und lebt mit seiner Lois heimlich auf einer Farm.

2016, im nicht lesenswerten “The Final Days of Superman” starb der jüngere Superman. Seitdem übernimmt die ältere Version die Hauptrolle. In vier verknüpften, oft exzellenten Heftreihen – “Action Comics”, “Superman”, “Superwoman” und “Trinity” – wird dieses Durcheinander durchdacht, von allen Seiten. Es gibt zwei Lois Lanes. Kann man Lex Luthor trauen? Ein Fremder ohne Kräfte behauptet, Clark Kent zu sein. Supermans Sohn will selbst Held werden. Zu viele ermüdende Kämpfe, mittelmäßige Zeichnungen. Doch tolle Figurenarbeit, Rätsel, Ensembles und Intrigen.

Wirres Chaos? Nein: Ein Helden-Mosaik, so stimmig, herzlich, menschlich wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

.

gut gezeichnet, aber keine Empfehlung: die Vorgeschichte "Die letzten Tage von Superman", ab 21. Februar 2017 bei Panini

gut gezeichnet, aber keine Empfehlung: die Vorgeschichte “Die letzten Tage von Superman”, ab 21. Februar 2017 bei Panini

.

für die Deutschlandradio-Redaktion und meine Moderatorin fasste ich alles in folgenden Stichpunkten zusammen:

.

Es geht um das Comic “Superman: Lois & Clark”, das am 3. Januar auf Deutsch bei Panini erschien.

…und es geht darum, wie der Verlag “DC Comics” seit 2011 mit der Figur Superman umging.

.

Die Figur Superman hatte in den Comics drei große Phasen:

1) 1986 bis 2011
2) 2011 bis 2016
3) heute

.

1) grundsätzlich (ab 1986):

– Es gibt zwei große Superhelden-Verlage in den USA: Marvel Comics und DC Comics. Beide veröffentlichen ca. 50 monatliche (oder, neu: zweiwöchentliche) ca. 20seitige Heftreihen über verschiedene Heldinnen und Helden. Fast alle Marvel-Heftreihen spielen im “Marvel-Universum”, fast alle DC-Heftreihen im “DC-Universum”.

– Fünf bis sechs monatliche Hefte werden danach meist als Sammelband veröffentlicht. Auf Deutsch erscheinen diese Sammelbände bei Panini Comics. “Superman: Lois & Clark” sammelt Hefte, die in den USA von Dezember 2015 bis Sommer 2016 veröffentlicht wurden.

– Die Figur Superman ist nicht nur Hauptfigur in einem alle zwei Wochen erscheinenden Comic namens “Superman”, sondern auch in einer parallelen Reihe namens “Action Comics”, in “Justice League”, in “Trinity” etc., und hat Gastauftritte in weiteren Reihen wie “Supergirl”, “Super-Sons” usw.: Wer will, kann monatlich fast 200 Seiten lesen über das Leben dieser Figur – verfasst von mehreren Autoren/Zeichnern, aber alle zusammenhängend/verknüpft.

– Von 1986 bis 2011 erzählten fast alle DC-Heftreihen eine große, zusammenhängende Geschichte: Batman und Superman wurden Freunde, Batman wurde Vater, The Flash hat geheiratet usw.: Figuren sind in ca. 25 Jahren ca. 10 Jahre gealtert. Einige haben Kinder bekommen, alle wurden etwas reifer, besonnener, bürgerlicher. Superman enttarnte sich vor Lois Lane und heiratete sie. Viele dieser Comics sind recht gut, die Figur ist überzeugend gewachsen.

– Bis 2011 aber wurden solche Hintergrund- und Vorgeschichten so lang und kompliziert, dass DC Comics sagte: “Niemand sollte ein Comic von 1986 kennen müssen, um ein Comic von 2011 verstehen zu können. Wir machen einen Neustart.” Dieser Neustart betraf alle Reihen: In einer Zeitreise-Geschichte verursachte der Superheld The Flash versehentlich ein Paradox… und plötzlich begann vieles von vorne, in 50 Heftreihen, in einem neuen Universum.

[dieser Reboot hieß “The New 52”. ich habe 2011 u.a. hier darüber geschrieben.]

.

Superman Batman DC Helden

.

.

2) Superman ab 2011: “The New 52”

– Seit 2011 erzählen alle DC-Heldencomics neue Geschichten… in einem neuen Erzähluniversum… mit den alten Heldinnen und Helden… die aber jetzt verjüngt sind und denen Teile ihrer Vorgeschichte fehlen:

– Superman und Lois Lane sind Redaktionskollegen beim “Daily Planet”, aber waren nie ein Paar. Superman ist jünger, ungestüm, fühlt sich missverstanden und macht viele Fehler. Er verliebt sich in Wonder Woman. Alles ist jugendlicher, frischer, weniger bürgerlich.

– Aber: viele Ehen wurden nie geschlossen, viele Kinder nie gezeugt, vielen Figuren fehlen Tiefe, Vorgeschichte, Erfahrung, Format: Statt den bekannten Helden, Mitte 30, liest man jetzt die Abenteuer von Figuren, die genau so aussehen – doch kaum Mitte 20 sind. Sie sind jünger, naiver, feindseliger, aggressiver. Viele Helden stehen am Anfang und sind einander sehr fremd. Misstrauen, Anfängerfehler, Aggression.

– Dieser 2011er-Neustart war umstritten. Heftreihen wie “Batman” und “Green Lantern” kamen gut zurecht. Doch der neue Superman wirkte wie ein traurig naiver Abklatsch der alten Figur: Kritiken, Auflage und Fan-Reaktionen waren schlecht.

– Von 2011 bis 2016 erschien fast kein “Superman”-Comic oder -Sammelband, den ich empfehlen würde. Mir persönlich fehlt auch die Liebesgeschichte mit Lois Lane sehr: Ich lernte Superman in den 90er Jahren kennen, durch die TV-Serie “Superman: Die Abenteuer von Lois & Clark”. Dort spielt der Redaktionsalltag im Daily Planet eine große Rolle, und Lois ist gleichwertige Hauptfigur. Dass sie in den Comics, besonders ab 2011, oft nur eine Randfigur mit Mini-Auftritten bleibt, missfällt mir.

– 2015, in einem (recht schlechten) Comic namens “Convergence”, wurde einigen neuen Helden klar, dass ihre Vorläufer (also: z.B. der Superman von 1986 bis 2011, ich nenne ihn fortan Superman86) entführt und gefangen gehalten wurden, auf einem Planeten: Zum ersten Mal seit vier Jahren sahen wir die alten Figuren wieder. Die “alte” Lois Lane war schwanger.

– Viele dieser alten Versionen konnten sich retten und befreien… und Superman86 strandete zusammen mit Lois Lane und dem Sohn Jon in der Welt der neuen Figur.

– Der Comic “Lois & Clark” zeigt diese beiden alten Figuren… die jetzt heimlich in der neuen Welt leben: Seit 2015 gibt es also zwei Lois Lanes, zwei Supermans. Die neuen Versionen wussten aber nichts von den alten: “Lois & Clark” erzählt, wie sich Superman86 in Kalifornien versteckt, heimlich den Menschen hilft, aber nicht vom neuen, jüngeren Superman entdeckt werden will.

– Dann, 2016, starb der neue Superman plötzlich (…in Geschichten, die ebenfalls gerade bei Panini erscheinen, 2017: “The Final Days of Superman”… die aber nicht besonders gut oder empfehlenswert sind), und DC Comics wagte einen neuen, zweiten Neustart:

.

batman vs Superman lois clark

3) 2016: die alte Figur, gestrandet in der neuen Welt: “DC Rebirth”

– Das Sonderheft “DC Rebirth” erscheint am 28. Februar bei Panini. Es zeigt: Viele Figuren, die 2011 aus der Welt gefallen sind, kommen plötzlich zurück, auf mysteriöse Weise. Alte Geschichten (erschienen vor 2011) werden plötzlich wieder relevant. die neuen Comics, die alle ab diesem Frühling auf Deutsch erscheinen, sind optimistischer, oft besser verständlich, romantischer… Der Verlag versucht, nach dem düsteren Neustart von 2011, jetzt vieles wieder heller zu gestalten, und greift dabei auf alte Figuren und Vorgeschichten zurück.

– In Heftreihen wie “Batman” ist das gar kein richtiges Thema: Die Geschichten gehen, mehr oder weniger, ungefähr so weiter. Um “Batman” zu lesen, muss man nichts über diese Paralleluniversen, Zeitreisen, Paradoxien und Doppelgänger wissen. [Die Reihe “Batman” von Autor Tom King ist nicht besonders gelungen. Aber die Reihe “Detective Comics” von James Tynion. Empfehlung!]

– Die Superman-Heftreihen dagegen machen all das SEHR zum Thema; und bisher ist das ein großer Gewinn, erzählerisch: Es gibt zwei Lois Lanes. Die “alte” Hauptfigur trifft neue Versionen ihrer alten Bekannten und Bezugspersonen, die sie von 1986 bis 2011 gut kannte (Batman, Lex Luthor, Wonder Woman etc.) – doch diese Bezugspersonen kannten ihrerseits nur die jüngere (und: jetzt verstorbene) Version von 2011 bis 2016: Superman86 lernt viele Figuren neu kennen, die aussehen wie seine vertrauten Freunde und Gegner… doch andere Rollen spielen. Das Mit- und Gegeneinander mit z.B. dem neuen Lex Luthor ist aktuell ein großes erzählerisches Vergnügen, weil beide Figuren nur eine jeweils andere Version von sich kannten, bisher.

– Supermans Sohn Jon ist fast zehn Jahre alt und entwickelt eigene Kräfte. Von 2011 bis 2016 erzählten die Comics das Leben eines wütenden, unbeholfenen Single-Supermans. Jetzt, seit “Lois & Clark”, geht es um eine glückliche Familie – Superman86, Lois Lane86, Sohn Jon -, die in einer neuen Welt neu durchstartet. Auch diese Lois hat eine interessantere Rolle als seit Jahren – weil Lois86 Mutter ist, aber die jüngere Lois plötzlich Superkräfte entwickelt… und nichts von Lois86 weiß.

– So verwirrend und barock all das klingt: Aktuell sind die Superman-Heftreihen, die alle in den nächsten Monaten neu bei Panini erscheinen, auf Deutsch, ein toller Einstieg. schöne alte Figuren, desorientiert in einer neuen Welt… doch optimistisch und einsteigerfreundlich erzählt. “Lois & Clark” ist dabei der einfachste und süffigste Einstieg: Wir lernen Sohn Jon kennen, wir erfahren, was Superman86 heimlich/inkognito/undercover in der neuen Welt leistet, und mit dem Ende von “Lois & Clark” (zwei Sammelbände, Band 2 erscheint am 7. Februar) starten dann mehrere weitere Erzählstränge, in denen man diesen Figuren folgen kann:

– Weil die Heftreihen in den USA schon seit Juni 2016 laufen und ich die Originalcomics las, weiß ich: die Reihen “Superman”, “Action Comics”, “Trinity” und “Superwoman” sind einen Blick wert. Als nächstes startet in den USA dann “Super-Sons”, über Supermans Sohn Jon und Batmans Sohn Damian.

.

– Verlegerisch und erzählerisch, auf einer Meta-Ebene, geht es hier um Tonfall, Zielgruppen und Zugänglichkeit:

2011 dachte DC Comics: Wir müssen jünger werden, einfacher, härter/jugendlicher/aggressiver – und junge Leser wollen sich nicht mit alten oder verheirateten Helden identifizieren. Weg mit den Vorgeschichten!

2016 wird das korrigiert: Superman und Lois Lane sind ca. 40 Jahre alt, glückliche Eltern, und die Wärme, Besonnenheit, das Miteinander und Vertrauen machen die Comics sympathischer (und: kinderfreundlicher) als seit Jahren.

Mich persönlich freut, dass der Verlag es sich hätte einfach machen können und durch eine WEITERE Zeitreise- und Paralleluniversums-Geschichte alles viel schneller oder sauberer hätte auflösen können. Stattdessen gibt es diesen großen Doppelgänger-Kuddelmuddel… und bisher sorgt der Kuddelmuddel für lesenswerte, aufregende Comics und Konflikte. Alles etwas barock und verwirrend. Aber: sonnig, trotz allem einsteigerfreundlich – und genuin spannend.

Wer die Figuren aus Filmen und Serien ein wenig kennt, doch sich bisher nicht an die Comics traute: “Lois & Clark” ist der ideale Einstieg.

.

batman v superman, superman american alien

ebenfalls lesenswert, steht ganz für sich: “Superman: American Alien” von Max Landis

.

meine Bilanz, bisher:

“Action Comics” wird ab Sammelband 2 besonders gut; “Superman” ist ebenfalls ab Sammelband 2 gelungen. “Trinity” (toll gezeichnet, aber nur ca. jede zweite Ausgabe) und “Superwoman” (langsam erzählt, etwas träge) sind keine Meisterwerke, aber machen mir Spaß. “New Super-Man” langweilt mich und spielt bisher keine große Rolle, auch die aktuelle “Supergirl”-Serie ist konventionell, langweilig, zweitklassig. Einen Blick wert: “Supergirl: Being Super” (keine Verknüpfungen zu den anderen Reihen). Die “Justice League”-Reihen ab “DC Rebirth” habe ich noch nicht angelesen. Und, wie gesagt: “Detective Comics” ist großartig.

 

Batman v Superman: Buchtipps, Comic-Tipps, empfohlene Graphic Novels

batman vs. superman, graphic-novel-empfehlungen, buchtipps

.

Am 22. März spreche ich bei Deutschlandradio Kultur über Batman versus Superman:

Im Magazin ‘Lesart’, kurz nach 10 Uhr – auch zum Nachhören auf der Website.

.

Heute: Comics zu Batman, Superman, der Justice League und Wonder Woman.

Klassiker und Geheimtipps, aktuelle Bestseller – und Ideen für Neueinsteiger.

.

drei überraschend gute Listicles/Klickstrecken zum Einstieg:

.

DC- (und Marvel-)Comics erscheinen meist als monatliche Serien. Ein Heft hat 20 bis 30 Seiten; und einige Monate später erscheinen die Handlungsbögen als Sammelband/Trade Paperback/”Graphic Novel” noch einmal gebunden – meist etwa sechs Hefte. Solche 8 bis ca. 20 Euro teuren Bände stehen oft (halbwegs) für sich allein und erzählen eine (recht) geschlossene Geschichte.

Die “ganze” Geschichte versteht man erst, wenn man alle denkbaren Heftreihen parallel liest – über 50 pro Monat. Doch niemand hat diesen Komplett-Überblick, und weil die Reihen und ihre Sammelbände oft überraschend schwanken (z.B. auch, weil Zeichner*innen und Autor*innen oft wechseln), will/kann ich keine Aussagen machen wie “‘Wonder Woman’ ist eine gute Serie. Lest die ‘Wonder Woman’-Sammelbände!”

Band 1 bis 6 sind sehr gut. Band 7 und 8 nicht mehr.

Viele der folgenden Empfehlungen haben Vorgänger- und Nachfolge-Bände und -Kapitel. Nicht alles erklärt sich sofort, und fast jede Geschichte hat diverse Vorgeschichten und Verweise auf frühere Verwicklungen. Neueinsteiger werden manchmal rätseln. Schlingern. Stolpern. Das gehört dazu – und macht oft Spaß. Im Notfall gibt es Fan-Seiten. Und sehr ausführliche Wikipedia- und TV-Tropes-Einträge zu allen Figuren und bisherigen Plots.

Ist der jeweilige Heft-Autor klug, sind auch Superman, Batman, Wonder Woman klug, sympathisch, überraschend komplex. Bei schlechten Autoren wird es schnell platt, brutal und plakativ.

Mitunter aber werden diese Figuren meisterhaft erzählt.

Hier sind Klassiker, Neuerscheinungen und persönliche Highlights:

.

batman vs Superman banner 1

Es gibt gute Kinder-Comics wie “Superman Family Adventures”. Gute Jugend-Trickserien wie “Young Justice”. Guten Comedy-All-Ages-Quatsch wie “Teen Titans Go”, “Tiny Titans” und “Little Gotham”. Und es gibt – wenige – Graphic Novels und Bildbände, die man mit Neun-, Zehn-, Elfjährigen lesen kann. Einfache, in sich geschlossene Geschichten, in denen Helden vorgestellt und stimmig inszeniert werden. Meine Favoriten:

.

1 – DC Helden

Superman Batman DC Helden

[Link] …von Paul Dini, Zeichnungen (nein: Gemälde!) von Alex Ross:

Fünf großformatige, kurze, bildlastige Helden-Portraits als wunderbarer Sammelband. Je eine – recht menschliche, gefühlvolle – Begegnung mit Superman, Batman, Wonder Woman, Captain Marvel/Shazam, dazu ein Abenteuer der Justice League und eine Handvoll weiterer Helden-Kurzbiografien. Ein Bilderbuch. Ein Coffee Table Book. Ein Buch zum Verschenken – und Staunen. [Hier die US-Ausgabe.]

.

2 – Trinity

superman batman trinity

[Link] …von Matt Wagner:

Eine recht kurze, etwas simple/kindische Geschichte über die ersten Begegnungen von Superman, Wonder Woman und Batman. 50er-Jahre-Atmosphäre – charmant, für Kinder und Kindsköpfe. Im Gegensatz zu Tipp 1 kein Buch, für das ich viel Geld ausgeben würde.

.

3 – Superman for all Seasons …und Batman: The Long Halloween

Superman Batman Superman for all Seasons

Superman: Link

Batman: Link

…von Jeph Loeb, Zeichnungen von Tim Sale:

Atmosphäre! Details! Charakter-Szenen! Jeph Loeb, später Autor bei der zunehmend schrecklichen TV-Serie “Heroes”, ist manchmal überdeutlich, langsam, dumpf-vorgestrig. Doch diese beiden abgeschlossenen Geschichten aus den Anfangsjahren von Superman und Batman reißen mit… und rühren. Keine Vorkenntnisse nötig.

.

batman vs Superman banner 2

Landei gegen Milliardär. Alien gegen Mensch. Kraft gegen List. Licht gegen Schatten. Superman und Batman haben viel gemeinsam – doch entscheidende Unterschiede. Drei Comics, die solche Unterschiede und die komplizierte Freundschaft der beiden Helden genauer beleuchten – mal psychologisch, mal nur als große Keilerei:

.

4 – Superman/Batman: Supergirl

Batman v Superman, Supergirl

[Link] …von Jeph Loeb, Zeichnungen von Michael Turner:

Eine Jugendliche strandet in einer Rettungskapsel in Gotham City… und sagt, sie sei Supermans Cousine. Clark Kent ist hingerissen. Bruce Wayne misstrauisch. Eine simple, aber sehr schmissige Mainstream-Geschichte, die sich viel Zeit nimmt, die Unterschiede zwischen Bruce und Clark zu beleuchten. Ein Minuspunkt: Supergirl sieht aus wie Paris Hilton – die Zeichnungen wirken schäbig, oversexed. Und obwohl die von Jeph Loeb begonnene “Superman/Batman”-Heftreihe zwölf Sammelbände füllt… ist das hier der einzige (halb-)gute.

.

5 – The Dark Knight Returns

Batman v Superman, Dark Knight Returns

[Link] …von Frank Miller, Zeichnungen von Klaus Janson

Ein düsterer, medienkritischer, energisch gezeichneter Klassiker von 1986: Batman als alternder, einsamer Kämpfer. Superman als tumber amerikanischer Hurrapatriot, eine Marionette der neoliberalen Regierung. Bombenhagel, Straßenschlachten, Punks, Slums, zynische Talkshows. Autor Frank Miller ist heute Islamhasser/Rechtspopulist. Sein Batman ist ein Wutbürger, der drischt und knurrt. Ich mochte den Comic – und kann verstehen, warum er als Klassiker gilt. Doch ich glaube, “Meisterwerk” jubeln hier nur Sechzehnjährige, die glauben, alles über dumme Medien, dumme Wähler, die scheinbar gar-so-dumme Welt verstanden zu haben: Sozialkritik auf dem Niveau der “Robocop”-Fime. [Seit Herbst 2015 erscheint eine (weitere) Fortsetzung, “The Dark Knight 3: The Master Race”.]

.

6 – JLA: Tower of Babel

Batman v Superman, Tower of Babel

[Link] …von Mark Waid, Zeichnungen von Howard Porter:

Die “JLA”-Comics ab 1997 waren große Bestseller und sind bis heute absurd beliebt. Ich las die Reihe 2008 – und bereits damals schien der Tonfall gestrig: simple Figuren (jeder hat nur ein, zwei Charakterzüge), unterkomplexe Debatten. Der einflussreichste Band zeigt, wie Batmans Erzfeind Ra’s al Ghul alle Helden erfolgreich attackiert. Bis Batman klar wird: R’as benutzt geheime Strategien, die Batman selbst erarbeitet hat – um im Notfall all seine Freunde vernichten zu können. Batmans Paranoia wird zur Gefahr fürs Team. [Ein wichtiger Moment. Doch die Idee ist besser als ihre flaue Umsetzung.]

.

batman vs Superman banner 3

Superman, Batman, Wonder Woman, The Flash, Green Lantern, Aquaman und andere Helden sind – schon seit 1960 – die Justice Leage: ein Superheldenteam mit komplizierter Geschichte und, Seite für Seite: zu vielen Köchen, Kräften, Baustellen, Erzählfäden. Justice-League-Comics sind selten gelungen. Denn auf 20 monatlichen Seiten ist Platz, drei, vier Figuren zu beleuchten. Doch keine sieben und mehr. Und alle Gegner. Im schlimmsten Fall sind “Justice League”-Comics ein fades, flaches Durcheinander. Im besten Fall: ein überfrachtet überambitioniertes, wahnwitziges, tolles Durcheinander. Highlights… mit viel zu vielen Helden. Zu vielen Bällen, wild und wirr jongliert:

.

7 – Injustice: Gods among us, Jahr 1

Batman v Superman, Injustice - Gods Among Us

[Link] …von Tom Taylor und wechselnden Zeichnern.

Als der Joker Metropolis zerstört, verliert Superman alle Beherrschung – und sein Vertrauen in die Welt: Er wird Despot und sorgt für Frieden durch Überwachung und Kontrolle. Batman, Green Arrow und viele überraschende Figuren wie Harley Quinn versuchen, Superman ins Gewissen zu reden. Doch im Lauf von fünf Jahren schaukelt sich der Konflikt immer weiter hoch. Jahr 1 (von 5) ist wundervoll – eine intelligente, düstere, politische Was-wäre-wenn-Geschichte, von Tom Taylor überraschend witzig, warmherzig und liebevoll erzählt. Ab Jahr 3 wechselt der Autor, und die Schachzüge, Tricks zwischen Batmans und Supermans Gefolge werden recht beliebig. Trotzdem: die unterhaltsamste und klügste Team-Reihe der letzten Jahre!

.

8 – Justice League: The Injustice League

Batman v Superman, Injustice League

[Link] …von Geoff Johns und wechselnden Zeichnern, u.a. Doug Mahnke:

Seit dem DC-Neustart von 2011 gehört Geoff Johns’ “Justice League” zu den größten Publikumserfolgen. Doch erst Band 6 nimmt sich viel Zeit für Figurenentwicklung, Mit- und Gegeneinander, Grundsatzdebatten: Lex Luthor ist (nach den Ereignissen des nicht-lesenswerten Crossovers “Forever Evil”) Teil der Liga und inszeniert sich als Retter.  Schon in Band 7 wurde mir alles wieder… zu haudrauf. Doch hätte ich mit 13 “Injustice League” gelesen, ich hätte wochenlang nachgedacht – über diese geheimnisvollen, verwirrenden Helden, und ihre komplizierten Konflikte.

.

9 – Smallville

Batman v Superman, Smallville

[Link] …von Bryan Q. Miller, wechselnde Zeichner:

Auch hier: Ein überraschend liebevolles, witziges, charakterstarkes Mainstream-Helden-Epos. Die “Smallville”-TV-Serie habe ich nie verfolgt. Egal. Nicht nötig! Ich mag, wie viel Zeit sich Miller für Wortwitz und schöne Freundschafts- und Romantik-Momente lässt und las die ersten sechs Sammelbände (Tiefpunkt: Band 2, Highligh: Band 5), doch verlor später, kurz vor Ende der Reihe, das Interesse: Statt Lois, Clark, Lex Luthor tauchen bald alle denkbaren DC-Helden und -Schurken auf – viel zu wahllos, viel zu schnell. Eine Parallelwelt zu den gängigen DC-Reihen… die sich zu schnell an diese gängigen Reihen annähert. Nein: anbiedert.

.

batman vs Superman banner 4

Seit 2011 erschienen leider kaum noch gute Superman-Comics. Batman-Reihen dagegen werden beliebter – und haben die besseren Zeichner und Autoren. Die Serien “Detective Comics” und “The Dark Knight” blieben holprig; auch “Batman & Robin” hat immer wieder Mühe. Doch Scotts Synders Projekte – “Batman”, “Batman Eternal”, “Batman & Robin Eternal” – sowie “Batgirl”, “Batwoman” und “Gotham Academy” zeigen: Nie geschah so viel Interessantes in Gotham, so schnell, für so viele interessante Figuren. Mich stört nur, dass Bruce Wayne immer plumper als Genie und Übermensch gezeigt wird: Muss er über alles triumphieren? Immer?

.

10 – Batman: The Court of Owls

Batman v Superman, Court of the Owls

[Link] …von Scott Snyder, Zeichnungen von Greg Capullo:

Ein Blockbuster – dramatisch, düster, voller Superlative, High-Tech-Waffen, überlebensgroßen Heldentaten und wahnsinnigen Super-Super-Superschurken: Band 1 und 2 erzählen den Kampf Batmans gegen einen Geheimbund mitten in Gotham City. Band 3, 6 und 7 drehen sich um den Joker – und langweilten mich: viel Nervenkitzel, viel Blut, aber kein stimmiges Ende. Band 4 und 5 sind besonders einsteigerfreundlich: Sie zeigen die Zeit, in der Bruce Wayne zu Batman wird – und seine ersten Abenteuer in Gotham. Deshalb: 1, 2, 4, 5. Oder 4, 5, 1, 2. Und: nicht zu lange nachdenken, warum Bruce Wayne in jedem Sammelband ca. drei Gespräche über bahnbrechenden High-Tech-Gadget-Prototypen-Unsinn führen muss. #sinnlosesuperlative #sinnloseshightech

.

11 – Batman: Superheavy

Batman v Superman, Batman Superheavy

[Link] …von Scott Snyder, Zeichnungen von Greg Capullo:

Band 8 derselben Reihe stellt alles auf den Kopf. Commissioner Gordon rasiert sich den Schnurrbart ab, geht trainieren und wird zu Batman, in einer Roboter-Rüstung [im Stil von ‘Iron Man’]. Die Idee ist hanebüchen, sympathisch frech und irritierend – und ich dachte lange: Wenn ich alle anderen Batman-Comics vorher lese/aufarbeite, die Vorgeschichte hierzu sehr gut kenne, überrumpelt mich das weniger. Doch es überrumpelt so oder so. Deshalb: Einfach los! Ohne Googeln, Vorbereitungen, lange Recherche: ein seltsames, frisches, originelles Kapitel.

.

12 – Batman Eternal

Batman v Superman, Batman Eternal

[Link] …von u.a. Scott Snyder, James Tynion IV und wechselnden Zeichnern:

Seit 2006 versucht DC immer wieder wöchentliche Heftreihen. Doch bisher überzeugte mich nur die erste, “52”. “Batman Eternal” zeigt eine (schein-)komplexe, überfrachtete Verschwörung, die sich durch alle Figurengruppen Gothams zieht. Solide Dialoge, viel Abwechslung, oft überraschend gut gezeichnet: ein Mainstream-Batman-Comic, der alle Aspekte von Batmans Welt anreißt… aber kaum etwas überzeugend auserzählt. Für fünf, sechs Hefte am Stück fühle ich mich immer blendend unterhalten. Dann denke ich wieder: eine Aufzählung, Reihung, Gebetsmühle – Namedropping, Anspielungen, Cameos. Drei Schritte seitwärts. Zwei zurück. Macht süchtig – wie eine nicht-sehr-gute, aber rasante Soap.

.

batman vs Superman banner 5

Batman und Superman hatten mehrere TV-Serien und Kinofilme. Ihre Städte, Gegner, Liebes- und Vorgeschichten sind bekannt. Wonder Woman ist genauso alt – doch immer wieder wird ihr Hintergrund verändert: eine tolle Figur – der oft die tollen Autoren fehlen. Anders als Superman aber, mit dem sie ab 2012 liiert war, hat sie auch in den letzten Jahren gute Geschichten. Für Einsteiger, nur zwischendurch: Band 3 von “Sensation Comics” – charmante, kurze Episoden. Die drei maßgeblichen “Wonder Woman”-Autoren und Sammelband-Reihen:

.

13 – Wonder Woman (New 52, Band 1 bis 6)

Batman v Superman, Wonder Woman

[Link: 6 Bände] …von Brian Azzarello, Zeichnungen von Cliff Chiang:

Diana muss eine junge Schwangere beschützen – vor dem Zorn der Götter, sechs Sammelbände lang. Simple, aber stilsichere Zeichnungen. Kluge, schnippische Dialoge und Figuren. Nur Wendungen hat diese Odyssee durch London und die antike Unterwelt fast keine; und zwischen den pompösen griechischen Gottheiten wirkt Diana zu oft wie eine machtlose, zufällige Randfigur. Ich kenne keine zweite Mainstream-Comicreihe aus den letzten Jahren, die 30 Hefte lang auf gleichbleibend hohem Niveau eine schlüssige, anspruchsvolle Geschichte erzählte. Respekt! Doch der letzte Funke… fehlt.

.

14 – Wonder Woman (1987)

Batman v Superman, Wonder Woman Perez

[Link] …von George Perez (Text und Zeichnungen):

Ein Klassiker – zeitlos, aber unfassbar achzigerjahrig. In bisher vier Sammelbänden (mehr Material muss noch neu aufgelegt werden) erzählt George Perez die Anfänge, ersten Schritte von Diana jenseits ihrer Amazonen-Heimat. Alles ist überfrachtet, pomadisiert, verschnörkelt, barock. Und trotzdem so charmant, sich-selbst-und-seine-Figuren-ernst-nehmend, dass man bis heute mit Genuss lesen kann.

.

15 – Wonder Woman, “Identity Crisis”, “Infinite Crisis”

Batman v Superman, Identity Crisis

[Link] …von Greg Rucka (meinem Lieblings-Comicautor), Geoff Johns und vielen anderen:

Seit 2003 war Wonder Woman vor allem Diplomatin. Doch musste trotzdem hin und wieder in den Hades steigen, oder eine Medusa duellieren. Eine moderne, kultivierte Frau – in archaischen Rollen, tragischen globalen und persönlichen Konflikten. Rucka schrieb zur selben Zeit auch “Superman”-Comics, und beide Reihen mündeten in einem (großartigen) Justice-League-Crossover, “Identity Crisis” und, 2006, einem Knall namens “Infinite Crisis”. Ich habe hier [Link, Punkt: ‘Identity Crisis, 2005’] aufgeschrieben, in welcher Reihenfolge diese fünf bis ca. 15 Bände am meisten Spaß machen.

.

batman vs Superman banner 6

Einige Reihen unterhalten, interessieren, begeistern mich seit einer Weile – haben aber noch keinen Abschluss. Vier Tipps, zu denen ich mir noch kein abschließendes Urteil bilden kann. Schade, dass diese Bände nicht schon jetzt, zum Filmstart, komplett in Buchläden bereit liegen:

.

16 – Superman: Earth One

Batman v Superman, Earth One

[Link] …von J. Michael Straczynski, Zeichnungen von Shane Davis (Band 1 und 2) und Ardian Syaf (Band 3):

Die “Earth One”-Buchreihe erzählt abgeschlossene Geschichten in einer neuen, alternativen Realität. Weil Clark Kent auf dem Cover von Band 1 einen Hoodie trägt, rechneten Zyniker mit einem “‘Twilight-Clark’, ‘Emo-Clark’, ‘Boygroup-Clark'” – doch tatsächlich ist “Earth One” eine konventionelle, souveräne Origin Story. Wer Superman mag, wird diese Parallelwelt-Version gerne akzeptieren. Wer nichts über Superman weiß, findet sich sofort zurecht. Nicht progressiv. Aber angenehm professionell, besonders im Vergleich zu vielen monströs schlechten Superman-Sammelbänden der letzten Jahre. [“Batman: Earth One” ist ebenfalls solider, zugänglicher Mainstream – doch langweilte mich schneller. Grant Morrisons”Wonder Woman: Earth One” erscheint im April 2016 – aber hat furchtbare erste Kritiken.]

.

17 – Superman: American Alien

batman v superman, superman american alien

[Link] …von Max Landis; der Zeichner wechselt mit jedem Heft/Kapitel:

Max Landis, Sohn von Horror-Regisseur John Landis, ist ein sympathischer Nerd und Schwätzer, der u.a. 2012 ein unterhaltsam polemisches Video drehte über die “Death and Return of Superman”-Storyline Anfang der 90er Jahre. Seitdem schreibt er gelegentlich für DC – mit Respekt vor den Figuren, Talent und Lust, Erwartungen zu überrumpeln. Von sieben Heften “Superman: American Alien” sind bislang fünf erschienen. Alle haben einen anderen Zeichenstil und eine radikal andere Grundstimmung – aber alle machen Spaß. Mich stört nur, dass in jedem Heft zwei, drei Figuren genauso selbstverliebt und langatmig palavern… wie Landis selbst. Max? Dein Lex Luthor klingt wie jemand, der Youtube-Videos über Heldencomics dreht.

.

18 – The Legend of Wonder Woman

Batman v Superman, Legend of Wonder Woman

[Link] …von Renae de Liz, Zeichnungen von Ray Dillon:

Manchmal sind Comics halbkompetent geschrieben, erzählt – doch laugen mich nach wenigen Seiten aus: Figuren aus “The Walking Dead” sagen zu viele Dinge dreimal. Ihre Sprechblasen sind überfüllt, die Dialoge hölzern. Auch “The Legend of Wonder Woman” krankt an solchen unpräzisen, öden Geschwätzigkeiten. Alle Frauen hier sehen aus wie Disney-Prinzessinnen. Doch kindgerecht ist die Geschichte über Dianas erste Jahre als Kriegerin und Diplomatin trotzdem nicht: Kein Kind hätte Nerven für so langatmiges Geblubber. Solide Geschichte. Aber: uff. Kürzt diese Paraphrasen!

.

19 – Lois and Clark

batman vs Superman lois clark

[Link] …von Dan Jurgens, Zeichnungen von Lee Weeks:

Altmodische Zeichnungen, altmodische Rollenbilder, ein altmodischer – und deutlich älterer – Superman, glücklich verheiratet mit Lois Lane, Vater eines Sohnes: Zwischen 1986 und 2011 erlebten alle DC-Figuren wichtige Entwicklungen. Doch seit 2011, mit dem Neustart-Slogan “The New 52”, sind viele dieser Geschichten hinfällig/nie passiert. Lois und Clark waren (in der Realität der Comics seit 2011, auch rückwirkend) nie ein Liebespaar – und leben heute in den Reihen “Superman” und “Action Comics” spröde nebeneinander her. Autor Dan Jurgens aber bringt ihre alten Versionen, das Liebespaar von 86 bis 2011, in die New-52-Realität. Geschichten im alten Stil – in der kühleren, schrofferen Erzählgegenwart. Simpel, aber mit viel Herz. Mich stört nur, wie verhältnismäßig schwach Lois Lane agiert – als Provinz-Mutti statt Pulitzer-Journalistin.

.

.

Es gibt zwei Dutzend weitere aktuelle Heftreihen/Sammelbände, die auf den Kinofilm einstimmen könnten: “Aquaman” und “Cyborg”, “Superman/Wonder Woman”, “Batman/Superman”, “Superman”, “Action Comics”, etliche “Batman”-, Team- und “Justice League”-Reihen… doch nichts davon las ich seit 2011 mit besonderer Freude. Tom Taylors “Earth 2” hatte zwei Sammelbände lang sehr gute Kritiken (1) (2), doch der konventionelle Zeichenstil stieß mich ab.

 

Batman vs. Superman: The Greatest BattlesIm Dezember 2015 erschien der Sammelband “Batman vs. Superman: The Greatest Battles” – eine solide Auswahl und, wie alle DC-Themen-Sammelbände, grundsätzlich empfehlenswert. Persönlich werde ich schnell müde beim Lesen solcher Comic-Anthologien: Die alten Comics, 40er bis 70er Jahre, sind kindisch und träge. Und die Kapitel, die man neueren Story-Arcs entrissen hat, wirken wie Stückwerk, zusammenhanglos: Ich lese das – und möchte jedes Mal ganze Sammelbände öffnen. Statt von Fragment zu Fragment, Episode zu Episode zu springen. Trotzdem: vorsichtige Empfehlung – zumal nur Szenen ab 1986 nachgedruckt wurden.

..

4 for: Batman [Recommendations! Good places to start!]

4 für batman

1: Scott Snyder: “Batman, Vol. 1: The Court of Owls” [The New 52]

2: Jeph Loeb: “Batman: The Long Halloween”

3: Greg Rucka: “Batman: No Man’s Land” [a novelization of several graphic novels]

4: Scott Snyder: “Batman: The Black Mirror”

.

related links:

Best Books of the Year: My personal Top 20

2012 Juli Frantje-Haus Selfpic.

(After a popular list last year [Link]…)

…here are the 20 very best books I’ve read in 2012:

.

20: JASON SHIGA, “Bookhunter”, Graphic Novel, 2007.
Bookhunter

19: GAYLE FORMAN: “If I stay”, Young Adult Novel, 2009.
If I Stay (If I Stay, #1)

18: DAVID MARKSON: “The Last Novel”, (postmodern) Novel / Lists / Trivia Collection, 2007.
The Last Novel

17: SHARON M. DRAPER: “Out of my Mind”, Young Adult Novel, 2010.
Out of My Mind

16: OCTAVIA BUTLER: “Kindred”, (Fantasy) Novel, 1971.
Kindred

15: JOHAN HARSTAD: “Buzz Aldrin, what happened to you in all the Confusion?”, Novel (Norway), 2005.
Buzz Aldrin, What Happened to You in All the Confusion?

14: KRISTEN D. RANDLE: “The only Alien on the Planet”, Young Adult Novel, 1995.
The Only Alien on the Planet

13: DANIELA KRIEN: “Irgendwann werden wir uns alles erzählen”, Novel (German), 2011.
Irgendwann werden wir uns alles erzählen

12: TENNESSEE WILLIAMS: “A Streetcar named Desire”, Play, 1947. […alternative / runner-up: HENRIK IBSEN: “A Doll’s House”, Play (Norway), 1879.]
A Streetcar Named Desire and A Doll's House

11: ARNO GEIGER: “Der alte König in seinem Exil” (Austrian) Alzheimer Memoir, 2011.
Der alte König in seinem Exil

10: SARAH LEAVITT: “Tangles. A Story about Alzheimer’s, my Mother and me”, Graphic Novel, 2010.
Tangles : a story about Alzheimer's, my mother, and me

09: ARNE BELLSTORF: “Baby’s in Black”, Graphic Novel (German), 2010.
Baby's in Black: Astrid Kirchherr, Stuart Sutcliffe, and The Beatles in Hamburg

08: SCOTT SNYDER: “Batman: The Court of Owls”, Graphic Novel (and good start for new “Batman” readers):
Batman, Vol. 1: The Court of Owls

07: STEWART O’NAN: “The Odds. A Love Story”, Novel, 2012.
The Odds: A Love Story

06: JOACHIM HELFER, RASHID al-DAIF: “Die Verschwulung der Welt”, Essay (German / Persian), 2006.
Die Verschwulung der Welt.

05: ALEXIS M. SMITH: “Glaciers”, Novel, 2012.
Glaciers

04: JOE HILL: “Locke & Key” series, Graphic Novels, 2008 to 2013.
Locke and Key, Vol. 1: Welcome to Lovecraft

03: MARLEN HAUSHOFER: “The Wall / Die Wand”, Austian novel, 1962.
Die Wand

02: GERBRAND BAKKER: “The Detour / Der Umweg”, Dutch novel, 2010.
Der Umweg

01: RUTH KLÜGER: “Still alive. A Holocaust Girlhood remembered”, Memoir / Essay, 1992.
Weiter leben. Eine Jugend.

.

For a complete list of books I’ve read in 2012, please go here [Link].

.

In comics, I’ve also enjoyed Guy Delisle’s travelogues / non-fiction graphic novels “Burma Chronicles” [Link], “Pyongyang” [Link] and “Jerusalem” [Link], the “New 52” DC comic books featuring “Wonder Woman” [Link], “Green Lantern” [Link], “Swamp Thing” [Link] and the “Birds of Prey” [Link] – and large parts of Naoki Urasawa’s “Pluto” [Link]

…and “Honey & Clover” [Link], a “Scott Pilgrim”-like, bittersweet / comedic coming-of-age manga series about five friends at an art school.

Here’s a collage of my notable graphic novel discoveries in 2012:

Wordpress Graphic Novels Best-of 2012.

Have a good 2013! More to come!

.

Related Posts:

and:

The Dark Knight Rises (2012): 3 1/2 Problems & Failures.

I have finally seen “The Dark Knight Rises”, and I want to adress / blog / discuss some ideas and storytelling problems.
I had big fun (4 out of 5 stars), recommend it, and really enjoyed the experience.
There are, however, 3 1/2… problematic aspects that I want to talk about.

The nerdiest / most debatable one is the question of what makes Batman such a great / attractive pop culture hero:

.

Part ½:

an overpowered power fantasy?

.

For better or worse, “Batman” comics of the last 30+ years have shown Bruce as a crazy prepared, incredibly skilled, type A-ish, micromanaging, relentless and very, very stiff person: He does NOT make tactical mistakes. He does have a plan a… but also a plan b, plan c and plan z. Even if it look like he is not in control… he is.
As a detective, Bruce is as brilliant, cold, skilled and infallible as Sherlock Holmes. As a martial arts fighter, Bruce is on par with Bruce Lee. As a playboy and womanizer, his espionage, camouflage and psychological skills are on par with James Bond… AND he has the same kind of crazy gadgetery: Bruce is the alpha male. The ultimate self-made man. The pinnacle of human ambition. The un-thwartable, un-killable, un-defeatable chessmaster.
This is not a power fantasy that I, personally, find very attractive: I don’t like James Bond. I don’t like controlled, smug, overbearing heroes. I stopped liking MacGyver in elementary school. And I would rather root for the underdog than for a sports team, politician or pop band that already, through smart tactics and all the right moves, IS at the top of it all.
That’s why I like rash, sometimes irrational heroes like Green Arrow or Catwoman. That’s why I relate to “emotional”, loyal, outspoken characters like Clark Kent and Diana (Wonder Woman). Bruce is, all in all, a pretty joyless, angry, competitive and cold person / fantasy / hero.

Luckily, this doesn’t mean that “Batman” comics / stories can’t be a lot of fun: On a philosphical / ethical level, most “Batman” stories are about control, and about its’ limits:
Does Bruce have control over his heart / emotions? And is that a good thing? What happens when bad girls or more temper-driven people like Talia al’Ghul, “Catwoman” Selina Kyle, Silver St. Clare [the romantic foil of Grant Morrison’s “Batman: RIP” storyline] or “Huntress” Helena Bertinelli stand in his way?
And, of course: What happens when anarchists and irrational villains like the Joker, Jason Todd, Harley Quinn use chaos, tempers, humanities’ less rational instincts to fight his own ideals of order and control?
‎”The Dark Knight” (the 2008 movie) was an excellent, smart exploration of these themes, and a big personal favorite, because it managed to show what made Batman both attractive and heroic… and scary, dysfunctional and ineffective / naive.
Another thing that’s great about Bruce’s less-than-pleasant personality is that his SUPPORTING CAST is full of people that contrast and oppose him in surprising, crazy likeable ways: Dick Grayson (the first Robin) is more joyful and adventurous, and loves to work with friends. Stephanie Brown (the only female Robin) is perky, quirky, crazy optimistic. As a person, Bruce is often the least funny, least engaging, least relatable and most… infuriating character in the room – and it’s always big fun for the supporting cast to bounce off him.
That’s something the Christopher Nolan movies managed to do quite brilliantly, too: If we LOVE characters like Alfred, Gordon or Harvey Dent, it’s only because of the stiff, sad sack that sets up all their wry one-liners, emotional reactions and personal quirks:
If you dislike Bruce, you will… love large parts of the “Bat-family”.
[One of my all-time favorite stories is “Bruce Wayne: Murderer?”, a convoluted and not-too-interesting crossover storyline where Bruce, framed for murder, does not want help from any of his friends and associates and decides to go to prison, all alone: The first trade paperback collection featured some 150 pages of great, loveable, fun characters telling Bruce: “We want to help you. Stop being an idiot! This does not make sense!”. It really DID not make sense… and it was very nice to hear all these characters aknowledging it: “http://www.goodreads.com/book/show/106059.Batman“]
With all that said, I do love the “Batman” mythos best when the writers tell stories about the idiosyncrasies and surprises of society, when Bruce faces inter-personal curveballs; the moments when a dark and bitter control-freak learns that he DOES NOT have that much of control of his world, after all.
I don’t think I’m alone in this, either: The whole of “The Dark Knight Rises” gives us tons of moments when we see Bruce suffer, fail and struggle.
‎[That’s what makes Scott Snyder’s dark, dramatic and nightmarish recent “Court of Owls” storyline so rewarding, too: Bruce is slipping. Things are out of control. His ideas / illusions about Gotham are challenged, then shattered: “http://www.goodreads.com/book/show/13223349-batman-vol-1“]
On these (personal) standards and expectations, the Bruce Wayne character of “The Dark Knight Rises” is… a wimp. An amateur. A “Green Arrow”-like, sloppy, reckless, out-of-control, hot-headed weirdo:
Why did he smash / destroy the TV inside Bane’s prison – his only way to get information about Gotham? How could he park / leave The Bat on a skyscraper, and only hide it behind a camouflage tarp? Why did he choose to fight Bane in broad daylight, with hundreds of armed criminals brawling around them (and how come they didn’t focus on Batman and concerted their efforts to put him down?).
When he was fleeing the police on his motorcycle, the last-minute escape over the truck-ramps seemed like sheer, dumb luck. When he was told that the Wayne Foundation didn’t fund the orphanage… how did a business failure/fact like that manage to escape his attention for a couple of years? And when he spent nearly five (!) months in prison, how come he didn’t piece together Bane’s history / personal details himself? Hell… why didn’t he SPEAK Arabic, fluently? The Bruce Wayne of the comic books speaks EVERY language, because he’s the most brilliant guy in the world.
I’m not saying that I like Bruce as an overpowered, unrealistic, perfect character.
Or that I WANT to follow the stories of a guy who is ALWAYS prepared and ALWAYS in control.
But I think that the “The Dark Knight Rises” (more than “The Dark Knight”) tried to have it both ways, and I found the moments when Bruce was clueless or badly prepared or overpowered jarring and unsatisfactory… because they were always framed with / followed by moments where he WAS the perfect, downright cartoonish renaissance man of the comics:
I have NO clear ideas about movie-Bruce’s skills, limitations and flaws, and I found that he seemed both too competent and too clueless a lot of the time: If Bruce IS a perfect, self-made pinnacle of human ambition… his conflicts, themes and foils are clear.
If Bruce IS a broken, scarred, conflicted and emotionallly hapless guy in a suit, in too deep… his conflicts, themes and foils are clear, too. ‎”The Dark Knight Rises” tried to tell both these stories… and for someone who is used to the frustrations and behavior of comic-book-Bruce, movie-Bruce was, sadly and frustratingly… a wimp. 😦
[One last side note: I did read Dennis O’Neill’s 1995 novelization of the important “Knightfall” storyline in 2010, and I was surprised that as late as the early 90ies, comic-book Bruce was less in controll and much more amateurish, too: “http://www.goodreads.com/book/show/51080.Batman
THIS is the storyline were Bruce was “broken” by Bane, and a major inspiration for the movie. And it is only fitting that THIS, earlier Bruce has traces of a dangerous, out-of-control idiot that I find in the “The Dark Knight Rises” movie, too: Both these versions of the character are less perfect (and: more exciting) than modern-day comic-Bruce.
The only problem: modern-day comic-Bruce would tell them that they are a menace to society, that they lack control and that they should go home before they endanger themselves and others. 🙂 ]

.

Part 1:

an homage-riddled meta movie?

In 2008, when I saw “The Dark Knight” (in Stuttgart, in July, with my 15-year-old sister), I had read less than 15 “Batman” storylines / trade paperback collections.
All the storylines and moments “The Dark Knight” borrowed from (most notably: The “Jokers and Madmen” arc of “Gotham Central”) weren’t on my radar, and while I discovered them later on – to great joy… “http://www.goodreads.com/book/show/6375833-gotham-central-book-two
…there was no way the movie could have disappointed or alienated me by straying too far from the source material: I HAD read the other important “Batman” comic that helped influence the “The Dark Knight” script, “The Long Halloween”, and liked it a lot… “http://www.goodreads.com/book/show/106069.Batman
…but for my moviegoing experience, this really did not seem very important. With “The Dark Knight Rises”, things had changed, though: I have nearly 70 “Batman” books on my shelves, and maybe twice as many crossovers and batfamily titles. I’m a big fan of Nightwing, I like Talia (when she is written well), and I spent spring and summer reading EVERY “Catwoman” book I could get my hands on, in preparation for a longer essay about Selina in the comics… and her role in “The Dark Knight Rises”.
Four years ago, my sister LOVED “The Dark Knight”. That same christmas, I gave the DVD to my mother, and while she had problems following the plot (“The Mask was kind of gruesome, don’t you think?” – Stefan: “What mask? Batman’s cowl? Or Two-Face?” – Mom: “Yes, Two-Face. The one with the green hair! He was too… shrill.”), I felt that the movie worked very, very well, regardless of your knowledge of the Batverse, super-hero tropes or “Batman Begins”, the first movie of Nolan’s trilogy.
THIS time around, my sister loved “The Dark Knight Rises”, too. But with the ties to “Batman Begins”, the character cameos and surprising revelations and the overall reliance on surprise reveals, I had NO idea how someone who was unfamiliar with… Talia, for example, would enjoy “The Dark Knight Rises”.
As a “Batman” reader and book critic, I loved the movie and all the clever, subtle and not-so-subtle callbacks, tricks, layers and subversions. The moment Miranda Tate and John Blake showed up, there was an immense level of suspense… for me.
It was rewarding, engaging, THRILLING to try to out-guess the characters, look for clues, and ask myself if my knowledge of storylines like “Batman: No Man’s Land” helped me to understand where the conflicts were headed. Huge fun. But: Nerdy fun. Meta fun. Fan fun. Screenwriting fun. Epistolary fun.
“The Dark Knight” worked excellent WITHOUT these elements (or at least I, personally, wasn’t able to spot them and appreciate them, back then: I liked that “The Dark Knight” featured at Latina GCPD officer working in the background, and I it was fun to see how my expectations (“Is that Renee Montoya? Is that a cameo?”) were stirred up… and later subverted.)
“The Dark Knight Rises”, on the other hand, had a black police officer named Allen. CRISPUS ALLEN? A strawberry blonde runaway girl working with Selina. IS THAT HOLLY? I was so expecting to hear that word “Grayson”… that when I heard “Robin” instead, I was pretty disappointed.
I think my knowledge of the comic book storylines, the source material and inspiration, helped to make “The Dark Knight Rises” a much richer, complex experience. It brought some problems (Marion Cotillard did seem too matronly… Anne Hathaway did seem too flaky and naive… the Gotham City police seemed shockingly white, male and clueless, compared to their role in “No Man’s Land”…)
…but overall, this MADE the movie for me, and I don’t know how much I would have enjoyed it without this meta-level.
One final aside: I spent the better part of last week reading Will Pfeifer’s “Catwoman” run, and found it to be pretty bland and generic: Selina has given birth to a daughter, and tries to make a fresh start, away from the dangers of her old neighbourhood and “Selina Kyle” identity.
Pfeifer’s story raises intelligent questions about outrunning your past, hiding behind masks and putting your friends in the line of danger… but the conflicts dragged on, and the resolutions were messy and poorly thought-out: I went away from his book, knowing that I do not want anyone else to read this. It was sub-par storytelling, and it retroactively spoiled / ruined the great START of this “Catwoman” volume, written by Ed Brubaker.
With “The Dark Knight Rises”, Pfeifer’s run is a little redeemed, and might even work well for people who are interested in movie-Selina: When Anne Hathaway talked about the fact that nowadays, she cannot outrun her past or delete herself from the files of the police, I had to smile: “Tell me about it, girl: THIS is what Will Pfeifer’s 30-plus chapters of the ‘Catwoman’ book have been about. And they were SO tedious… I can completely understand your ennui.” 🙂
‎(All in all, “The Dark Knight Rises” is not the best movie for Catwoman fans, because in the comics, Selina is quite often the sharpest, smartest, most reasonable and pragmatic person in the room. In the movie, though, she seemed wishy-washy, clueless, annoyed and egocentric, and I never felt like “This person is smarter than Bruce.” or even “While Bruce has inhibitions and neuroses, Selina is flexible enough to get MORE work done, and deal with harsher, more complex realities.”)
Plus, as a final aside: The scene where rich playboy Bruce Wayne visits attractive, free-spirited Selina Kyle in her cluttered, cushy apartment and enjoys her sense of style… reminded me of a scene in “Vanilla Sky” where rich playboy David Aames visits attractive, free-spirited Sofia Serrano in her cluttered, cushy apartment and falls in love with her, forever. For an inebt, self-centered character played by Tom Cruise, this makes sense. For Bruce Wayne (and Chris Nolan), it just seemed like lazy characterization.)

.

Part 2:

a movie about… what, exactly?

.

I really enjoyed the symbolism of the movie, and the ways that Bruce and/or Batman DID “rise” multiple times / on multiple levels.
On a more basic level of structure / storytelling, there is an unexpected flaw in this movie, though: I have no idea what it is ABOUT.
Chris Nolan wrote that “Batman Begins” was about Fear, “The Dark Knight” was about Chaos, and “The Dark Knight Rises” centered on Pain. This is not the word / main motif / theme that I would have chosen… but I can see it, and I don’t think that every movie HAS to be about ONE definite thing. It’s sad, though, that the “chaos” theme of “The Dark Knight” works really, really well throughout the movie…
…while “The Dark Knight Rises” is a hodgepodge of multiple questions, conflicts, philosophical ideas, themes and motifs. I don’t ind that the movie is BUSY. I don’t mind that the script takes wild twists and turns. I enjoyed the big revelations and unexpected moments, and it was a very fulfilling and satisfying cinematic… experience: I was NOT bored for 165 minutes, and there was all this awesome stuff going on, often at a breakneck pace.
At the same time, the dialogue and symbolism of the movie CONSTANTLY hinted at big, important questions / conflicts / themes:
What does Gordon’s lie (and Bruce acceptance of this lie and the draconian Blackgate legizlation) MEAN… when it comes to questions of redemption, corruption, “the greater good”? What was the point… not for the individual characters (it provided great conflicts and dynamics for Gordon, Bruce and Blake)… but on this bigger, thematic level? WHY did this happen? What’s the point?
Selina wants society to forget. Is this a problem that has to do anything with… Bruce? Bane? Miranda? Lucius? Gordon? It seems SO big and topical and relevant… but I don’t think it was explored in any smart way, or tied to the other conflicts / motifs.
ONE person has the trigger? ONE random citizen, and HIS conflict between hope / humanity’s better nature and deperation, controlling the whole city? The scenario reminded me of… something, and quite hard. How does this mirror Bruce’s vigilantism and his “EVERYONE can be a hero” speech to Gordon?
I suppose the movie was about environments and how they formed and malformed people, in SOME way. It was also about privilege. And the blue-collar class. And class warfare. With NO “normal” Gotham citizens on display throughout a siege that took 5 months (except some clueless, big-eyed orphans), we did not see how “GOTHAM” (that is: not the Blackgate scum. Not the noble cops. Not heroes like Blake and Gordon. But: NORMAL people, the very ones whose nature, limitations, innocence and value ALL THESE CHARACTERS spend debating) make their choices: Are they part of the angry mobs? Are they running scared? What DOES Gotham deserve, 8 years after “The Dark Knight”?
…that’s when on Facebook, a friend commented:
I think, Dark Knight already had two motives, that can be summed up with to quotes.
“some people just want to watch the world burn” by Alfred, which is Chaos and “You either die a hero or you live long enough to see yourself become the villain.” ehich represents the fall of of a hero and that everybody can be seduced.
On of the big flaws of Dark Knight rises in my opinion is that the overall topic of the movie is revealed at the end by Miranda, when it turns out who she really is. I think at this point all the greater topics from before get reduced to the oldest movie-topic of the world, which is revenge.
There is no bigger meaning behind “giving the city back to its people” or so, it’s just a simple “revenge for what you did to my father” – plot. And come on, we’ve seen this a thousand times before, right?
I have to say, for me Dark Knight rises was nowhere near as deep and fullfilling as Dark Knight and disappointing in this sense. Still an entertaining movie 🙂
.
Yes. Exactly! Thank you so much.
When people ask what is important or unique about Ras al Ghul, I’m quick to say “He is an eco-terrorist. He thinks that the environment is more important than people.” But if I go a little deeper and REALLY try to explain / rationalize the League of Shadows (“League of Assassins” in the comic books), I quickly end with “These people are hundred of years old, and batshit insane.” Ras IS a great, fun, pompous character, and a great foil for Bruce. But he was created in the seventies, and he’s very reminiscent of the BOND-villains of that era: a fun arch-enemy. But not the greatest, deepest philosopher.)
In lots of movies – for better or worse – you can take ALL the important characters, look for the main motif, and ask for each and every one of them: “Where do they stand, on this topic? How did they learn to deal with THIS thing?”. So… a movie like “Juno”, that is about providing babies with a good start in life, has five to ten different characters with unique ideas about what IS a “good start”. They all are different kind of providers. They all have their flaws, their backstories and their losses. But it all ties back into the main theme.
With “The Dark Knight Rises”, is really cannot say what kind of perspective… Lucius, for example… provides: He DOES serve purpose as one of many, many cogs, keeping the story running, the events unfolding, the excitement high. But I can REALLY understand how the Joker, Rachel Dawes, Harvey Dent, Bruce and Gordon related to each other, thematically, in “The Dark Knight”. This time, with THESE people… not so much. (Do Selina and Miranda, for example, contrast each other in any meaningful or intelligent way? They happen to be in the same movie, and the movie IS better for them… but IF ‘The Dark Knight Rises’ indeed IS a complex tapestry / medition of PAIN… I don’t know how these two figure in.”
.
my Facebook buddy, once more:
Also, a lot of the things that were discussed before the release of the movie, especially after the aurora shooting, the rise of the one percent vs the 99 percent, the wall street scene and so on, …on the surface, this looked as if it had such a strong connection to the current political and economical situation. But already during this special scene, it was obvious, that Bane is not doing this to give a comment to the gready banks, it’s just a simple scam, not unlikely what the criminal guys in finance do themselves (with a little fire power added 😉 ). I have to admit, one day after the movie, I find more and more things I don’t like…
The look and feel, the general way Gotham and its citizens were represented, also was not working for me, at least in the context of the role they were supposed to play in the movie. Gotham is supossed to be this “wretched hive of scum and villainy” to quote sth else, and Tim Burton and I guess most of the comics really can provide this image!
In Nolan’s “realistic” Gotham, there is not a lot of all of this going on. It’s just (very obviously) the New York we all know. Now, you can probably discuss how rotten New York really is, but in todays world it is nowhere near as dangerous as the Gotham we know from the former incarnations. In the movie, there were no corrupt cops, not a lot of thievery going on (what is usually used in most of the Batman movies to give him a heroic entrance into the flick).
I guess, overall, the oprhans Gordon Levitt was trying to save were suppossed to be the representation of all that is innocent in Gotham, but for me this was just such a boring and obvious ploy by Nolan to make you care for someone living in Gotham: It also made JGL just look like a complete asshole. Leave the 20 kids on the bridge and try to save the rest of the 12 mio people in the city!!! If the bomb goes of, they are all gonna die anyway!
.
Thanks for the comments! I’ll elaborate the “Occupy”-part in a minute:
On a final side note, screenwriting-wise, I’m… amazed that people are not angrier / more annoyed at the John Blake character. A young guy who comes from nowhere an quickly upstages the heroes? A guy the SAME age as the key demographic of the movie? Who gets told by people like Bruce and Gordon how he is SUCH a great addition to the plot?
The term, for this, is “Mary Sue”. Or, with male characters: “Marty Stu”. Details here: “http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/MartyStu
my Facebook friend, Christian, one last time:
Screenwriting wise the whole set up of the character and his relationship to bruce Wayne / Batman is very querstionable, I think. Seems to be quite easy to discover the true identity of Batman… well, you’re an orphan, I am an orphan, saw the look on your face, … bam.. you’re Batman.
Hey Bruce, think about a better cover up, when even a kid can see throuh all of this be meeting you once!
Also, shame on Gary Oldmen.. met Bruce and Batman so often and didn’t discover the similarities. Well, I guess, he is not an orphan.

.

Part 3:

empty buzzwords? anti-“Occupy”?

.
Bane – as a concept, character and threat – worked VERY well for me. I understand his motivation. I like the conflict. I understood why he is a relevant addition to Batman’s rogue gallery from the “Knightfall” novel AND his supporting role as a honor-obsessed, pragmatic and cold anti-hero / mercenary in Gail Simon’s “Secret Six” comic book series. Bane might not be a very well-known or attractive / splashy villain… but I admire the choice, and I think it was ambitious and intelligent. “http://www.goodreads.com/book/show/10241987-secret-six-vol-5
The way he undermined Gotham with a gang of angry young man seemed plausible on a “Ah! I see what’s happening here! This is going to be dark, angry fun!” level… because Tyler Durden channeled the same kind of anger from the SAME kind of men to produce similar levels of mayhem and destruction in “Fight Club”. It’s too fresh to be a cliché, and too strategically sound / “realistic” to strike me as plagiarism… so… it’s just “a thing”, now: The service industry is full of taciturn, smart, sardonic people our age… who want to ruin society. 🙂
That being said, I do NOT think that “The Dark Knight Rises” makes any particularly smart point about class divides, populism, poverty, fat cats and “the public”. The movie has ALL the motifs, buzzwords and visual callbacks of any recent “Occupy”-related culture clash…
…but as a demagogue / leader / revolutionary, I’m not buying what Bane is selling, and I don’t know how or if Gotham’s citizens are: We don’t SEE them. They have no voice, no opinions and no agency in this movie. Everyone TALKS about “the public”. But they seems spectators and victims at best.
That’s what makes Selina such a wimpy and careless character in the movie, too: Did she spend five months… hunting down apple-thiefs? Is there NO way she wants to re-shape, influence, “seduce” society? Her blonde sidekick seems… offensively stupid when she asks her if THIS is what she wanted for Gotham… and the movie lacks all answers to what REAL protesters, reformers, leftists, anti-establishment protesters etc. want. Bane’s vision is… despair: He wants to turn Gotham in the same kind of (literal) hell hole he was living in for years.
But the real-life equivalents of these unhappy Gotham underdogs / Lumpenproletariat DOES have a vision. Nolan treats these people as strawmen here, and while the conflict / scenario IS similar to the “Batman: No Man’s Land” storyline (where Gotham is cut off from the US after it’s devastated by an earthquake, and only criminals, victims and some policemen remain in the ruins)… “No Man’s Land” is superior in two important aspects:
.
1) In “No Man’s Land”, there’s a strong “people are good, hope will prevail” vibe when storeowners, street gangs, idealistic policemen and even characters like Two-Face and Poison Ivy work together to make Gotham a liveable place. EVERYONE has agency. And EVERYONE wants to change the city and fight the status quo.
‎2) In a side storyline, rogue batfamily member The Huntress, Helena Bertinelli, joins a group of rogue GCPD cops who want to share resources and build their own secure little communal place in the midst of chaos. The subplot starts fairly simple, but culminates in a depressingly plausible, complex and desperate stand-off situation where these former idealists act like a communist state, ca. 1988: It’s SUCH a great little parable about the oppressions and delusions of the eastern bloc. [“Warum bist du nicht gegangen?”, the old GDR question? “No Man’s Land”, of all places, provided a great, politically mature perspective. “The Dark Knight Rises”… did not do any of this. It just wasn’t a priority of the movie.]
‎10 or 20 years from now, “The Dark Knight Rises” will look VERY much like a movie of 2012. But I suspect it will not age too well: Chris Nolan raided the iconography of today’s social movements to make the movie seem more timely and relevant. It’s window dressing. It’s hollow. And it really doesn’t do justice to ANY kind of complex economic reality. “http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/StrawCharacter?from=Main.StrawmanPolitical

.

“Batman” trade collections…

you might enjoy before (or: after) “The Dark Knight Rises”?

.

related Links?

  • 30 years with “Green Lantern”: My interview with Sally Pascale, blogger, feminist and suburban comic book reader [Link]
  • An industry in crisis: My interview with CEB, comic book critic at “Collected Editions” [Link]

.

my German comic book journalism:

Funkhaus Europa / Süpermercado: Comic-Empfehlungen Super-Schurken

.

Auf WDR Funkhaus Europa (Link) spreche ich am Freitag in der Kultursendung “Süpermercado” (Link) über… Super-Bösewichter / Schurken… im Superhelden-Comic.

schon jetzt: Empfehlungen für meine 10 Lieblings-Bösewichte im DC-Verlag (Link):

Vier weitere tolle Figuren – R’as al Ghul (Link), seine Tochter Talia (Link), der Riddler (Link) und Wonder Womans Feindin Veronica Cale (Link) – hatten leider noch keine Hauptrollen / Auftritte, die ich komplett gelungen und empfehlenswert fand.

hier: meine Empfehlungen:

  • bei Numerierung: möglichst bei “01” beginnen.
  • keine Numerierung: Reihenfolge unwichtig.

.

.

Black Adam:

.

Lex Luthor:

.

Der Joker:

.

Maxwell Lord:

.

Sinestro:

.

Two-Face:

.

Harley Quinn:

Catwoman:

.

Amanda Waller / Deadshot:

.

diverse:

.

Wer IST der Bösewicht…? Geheimnisse / Wendungen:

.

noch nicht gelesen – aber gute Kritiken:

.

.

enttäuschende Bücher:

.

Listen / persönliche Empfehlungen:

  • DC-Superhelden: Die besten Bände / Serien für den Einstieg: [Link]!

.

englischsprachige Interviews:

.

Journalismus / Comic-Artikel im Berliner Tagesspiegel:

[gebloggt auf ocelot.de] Superman? Batman? Alles auf Anfang!

Heldencomics in der Krise: Bei DC Comics werden 52 neue Heftreihen zum Bestseller. Die „New 52“ wollen Start- und Einstiegspunkte sein – für neue, jüngere Leser.

Von Stefan Mesch

„Gäste zum Kaffee“, die gemütliche Talkrunde im MDR-Magazin „Hier ab vier“, hat jeden Nachmittag etwa 160.000 Zuschauer. „Detective Comics“, das monatliche Heft, in dem Batman seit 1939 Verbrecher jagt, wurde Mitte 2011 nur knappe 60.000 Mal verkauft.

Als Marke, Spielzeug und im Kino bringen selbst unbekanntere Figuren wie Green Lantern oder die „Avengers“ Profite. Doch Comics selbst? Die monatlichen, zwanzigseitigen Fortsetzungshefte für 2.99 Dollar? Dort sterben Superman und Wonder Woman seit knapp 20 Jahren einen Tod auf Raten.

„Die größten Helden der Welt. Die größten Autoren und Künstler. In 52 neuen, ersten Heften“, versprach DC Comics im Herbst 2011 in einer pompösen Kino- und TV-Kampagne: Konkurrent Marvel Comics, Herausgeber von „Spider-Man“, „Hulk“ und den „X-Men“, wurde 2009 vom Disney-Konzern gekauft. DC Comics gehört zu Warner Brothers. Durch Videospiele, Filmrechte und Merchandise verdienen beide Konzerne gutes Geld mit jeweils Hunderten Heldenfiguren. Doch ist das Kerngeschäft, die Comics selbst, zu retten?

Vielleicht schon, zeigt die Bestseller-Überraschung der „New 52“: Noch im August 2011 veröffentlichte DC Hefte wie „Batman 713“ oder „Action Comics 904“. Dann brachen alle Geschichten ab: Ein Riss zerstörte die Zeitrechnung des gemeinsamen „DC Universe“ und 52 neue, teils eng verknüpfte Serien zeigten seit September 2011 alle bekannten Helden plötzlich in neuen, einsteigerfreundlichen Situationen. Zum ersten Mal seit 1986 wagt die DC-Welt einen Neuanfang. Und er gelingt – künstlerisch und kommerziell.

Selten waren aktuelle Heldencomics flirrender und aufregender als auf den 1216 Seiten in 52 neuen, beliebig kombinierbaren Erstausgaben: 28 neue Serien handeln von Männern (davon viermal Batman), 18 von Gruppen oder Teams, nur sechs haben eine Frau als Titelfigur. Es gibt ein (überraschend gutes) Wildwest-Comic, zwei mittelmäßige SoldatenAbenteuer, eine Handvoll blutiger Horror-Serien. Die „Demon Knights“ kämpfen im Mittelalter, die vier „Green Lantern“-Teams im Weltall, „Legion of Super-Heroes“ im Jahr 3011 und „Batwing“ im Kongo.

„Wer Comics oder Seifenopern verfolgt, der folgt nicht einzelnen Geschichten – sondern Figuren, die ihm im Lauf der Zeit ans Herz gewachsen sind“, schreibt Nelson Branco. Doch seit September haben Sympathieträger wie Nightwing, Batwoman, Aquaman, Wonder Woman und Animal Man endlich besonders zugängliche Erzähler, besonders eindringliche Plots (Empfehlungen: am Ende des Artikels).

Der große Neustart – ab Juli auch auf Deutsch, bei Panini Comics – hat nur ein Problem: Egal, wie klug und charismatisch die Figuren sind… die Welt um sie herum ist plötzlich so naiv, schwarzweiß und finster wie nie zuvor. In jedem zweiten Heft gibt es geheime Labors, in denen inkompetente Wissenschaftler schreckliche Wesen züchten. Polizisten sind korrupt oder hilflos, Politiker gehen über Leichen, Freunde und Eltern sind Belastungen statt einer Stütze – und nur ein Einziger agiert mit Mitgefühl, Verstand und Engagement: der einsame, oft isolierte und missverstandene Held.

Als Hollywood in den Fünfzigern die Jugend als Markt und eigene Zielgruppe entdeckte, fanden billige Monster-Filme wie „I was a Teenage Werewolf“ neue, griffige Metaphern für die Entfremdung vom eigenen Körper, für Außenseitertum und Angst. Anfang der Sechziger griff Marvel Comics diesen Tonfall auf: „Spider-Man“ zeigte ein pubertäres, unbedarftes Schulkind, „X-Men“ eine Clique aus missverstandenen Monstern.

Noch heute werden viele Marvel-Helden in der fiktiven Weltordnung ihrer Comics diskriminiert, bekämpft und verachtet. Sie finden keine Liebe und brechen sich gegenseitig das Herz. Sie bleiben neurotisch, neidisch, unzufrieden, voller Selbsthass und Hormone. „Die Hälfte von ihnen sind Außenseiter mit begrenzten Kräften, die sich abkämpfen für eine Welt, in der sie nie richtig gewürdigt werden“, erklärt Comichändler Scipio Garling. „Die andere Hälfte sind unfassbar mächtige, kosmische Wesen von unvorstellbarer Kraft und… Plattheit.“

Beide Persönlichkeiten sind attraktive Rollenbilder für Macht- und Hilflose, für Underdogs, Opfer der Umstände: „Typ 1 trifft das Selbstbild eines Jugendlichen. Typ 2 entspricht dem Wunschbild eines Jugendlichen“, vereinfacht Garling. „Sei stark und zäh, denn unsere Welt ist voller Unglück. Du hast es nicht verschuldet. Aber du kannst es auch nie abschaffen… Das ist die Marvel-Botschaft.“

Reiz und Stärke der DC-Helden dagegen stammt aus einer bürgerlichen, viel positiveren Haltung zur Rolle des Einzelnen in der Welt. „DC sagt: Du bist verantwortlich dafür, dich selbst und die Gesellschaft zu verbessern. Sei stark und zäh, um dieser Verantwortung gerecht zu werden.“

Die Marvel-Figur Iron Man, ein stolzer Erfinder und Millionär, würde auch gut zu den DC-Figuren passen. Supergirl, ein verwirrtes und unglückliches Waisenkind, wäre bei Marvel besser aufgehoben. Bei vielen Helden aber bleibt die große Unterscheidung überraschend trennscharf: Wonder Woman (DC), Botschafterin der Amazonen, ist tatsächlich engagierte Diplomatin. Clark Kent (DC), Supermans bürgerliches Ich, hat einen Pulitzerpreis. Green Arrow (DC) lebt als moderner Robin Hood – und lässt sich zum Bürgermeister wählen, um nicht allein die bloßen Symptome sozialer Ungerechtigkeit zu bekämpfen.

DC-Helden wollen – als Bürger und in ihren Kostümen – arbeiten, Einfluss nehmen, ein Vorbild sein. Sie vertrauen ihren Familien, engagieren sich im Beruf. Sie suchen Partnerschaft und Respekt statt Ruhm und Sex; sie trennen den Müll und setzen globale Zeichen. Egal, ob gerade jemand zusieht oder nicht.

Der Held im neuen “Aquaman” dagegen hat keine Lust mehr, König von Atlantis zu sein: Er will Entspannung an Land und bestellt erstmal Fish and Chips. Der Held in „Green Lantern“ ist arbeitslos und kann sich kein Auto leisten. „Hawkman“ verbrennt sein Kostüm und liegt jammernd in seiner verdreckten Wohnung. In „Static Shock“ verbietet ein Vater seinem (Helden-)Sohn, den Führerschein zu machen. Die Hauptfigur in „Voodoo“ muss als Stripperin arbeiten. In „Action Comics“ wird Superman von der korrupten Regierung gejagt.

Miese Jobs. Böser Staat. Wirtschaftskrise. Schlechte Karten!

“Unsere Zielgruppe sind Männer zwischen 18 und 34 Jahren”, erklärt der DC-Verlag. Eure Zielgrupe, korrigiere ich nach der Lektüre von 52 ersten Heften, sind Verlierer, Zyniker, Nörgler und Versager. Fans von Selbstmitleid und Zweifeln. Wie bei Marvel:

Seit September hat Lois Lane einen neuen Freund – Superman konnte nie bei ihr landen. Seit September ist Green Arrow ein jugendlicher, legendär reicher Playboy – apolitisch und plump. Auch Familie Reyes, die respektvollen, bisher immens sympathischen Eltern des jungen Blue Beetle, sind plötzlich streng und hilflos: „Früher erfuhr Blue Beetle Zuspruch und Unterstützung von Freunden und Familie. Aber das Heldenleben ist nunmal kein Zuckerschlecken!“, feixt Autor Tony Bedard. „Ich mache ihm alles deutlich schwerer!”

Es ist nicht schwer, Geschichten zu erzählen, in denen ein Held alleine in einem Sumpf aus Mittelmaß und Dummheit steht. Es ist nicht schwer, „der Gute“ zu sein, so lange alle Gegenseiten nachtschwarz und bitterböse bleiben. Viele neue DC-Reihen sind schmissig – aber brutal vereinfacht, geist- und einfallslos.

Besonders die weiblichen DC-Figuren leiden unter diesem Kurswechsel: Denn seit September werden sie mit dickerem, plakativen Pinselstrich gezeichnet. Amanda Waller, eine bullige, intrigante Regierungsagentin Ende 40, vor der selbst Batman zittterte, hat plötzlich eine Wespentaille und feuchte, pralle Lippen. Fast 30 Jahre lang war Starfire eine lebensfrohe, entspannte Romantikerin. Jetzt bietet sie jedem Mann spontanen Sex an. Beinahe fünf Jahre lang waren Catwoman und Batman ein Liebespaar: Sie kannten die Gesichter hinter der Maske, vertrauten sich beruflich wie privat.

Der „Catwoman“-Neustart tilgt diesen Respekt und das Vertrauen: „Sie ist süchtig nach der Nacht. Süchtig nach Glanz. Süchtig nach Batman. Und süchtig nach der Gefahr!” Eine leichtsinnige Diebin, getrieben von Instinkt und Libido. Eine Figur, gezeichnet, um begafft zu werden – nicht bewundert.

Am Ende des September-Hefts taucht Batman in Catwomans (ergaunertem) Penthouse auf. Sie stürzt sich auf ihn wie eine räudige Katze. Und erklärt dem Leser, sie wisse gar nicht richtig, wer dieser Mann ist – es sei auch egal: Ihr reicht Batmans Körper. Sex auf dem Fußboden. Maskierte, gierige Fremde. „Und die Kostüme lassen wir größtenteils an.“

DC Comics ist ein flüssiger, süffiger, schwungvoller Neustart geglückt, mit vielen bemerkenswerten Zeichnern und einer Handvoll klugen und subtilen Autoren. Doch diese neue Welt der Helden ist auch, deutlich wie nie: ein Bekenntnis zum Schund. Zum Sexismus. Zur Gewalt. Und zu einer jungen, männlichen, naiven Leserschaft, die sich nicht viel zutraut. Und nicht viel erwartet.

sechs Empfehlungen für Neueinsteiger: „The Flash“ (Panini), „Action Comics“ (Panini), „Batman“, „Justice League“ (Panini), „DC Universe presents: Deadman“

sechs Empfehlungen für Fans: „Batman & Robin“ (Panini), „Batwoman“ (Panini), „Wonder Woman“, „Birds of Prey“, „Swamp Thing“, „Animal Man“ (Panini)

Enttäuschungen und Schund: „Detective Comics“ (Panini), „Deathstroke“, „Red Hood and the Outlaws“, “Red Lanterns” (Panini), “Legion Lost”, “Catwoman” (Panini)

.

related Links:

.

my German comic book journalism:

 

The best place to start reading… Batwoman (and Renee Montoya!)

This is part 2 of my 24-part-series “Super-Heroes: Best Place to start” [Link to complete list… here!].

.

You’re interested in Batwoman [Link] / Kate Kane [Link]?

To me, the best place to start is:

“Batwoman: Elegy” by Greg Rucka (Writing) and John H. Williams III (Art), a trade paperback collection [Link: review] published in 2010.

.

What’s the appeal of… Kate Kane?

A socialite, a military brat, a proactive, aggressive vigilante with a personality, every bit as intense as Bruce Wayne…

Ever since Kate Kane was introduced in 2006, she provoked great character moments and raised smart questions on the nature of morality, duty and loss. A mature, charismatic hero – and the first high-profile lesbian protagonist in superhero comics.

.

Kate’s main storyline starts in “Elegy”. But her foes, friends and romantic foils were introduced in other, earlier “Batman” series.

For the whole picture, please read:

…as well as “Gotham Central”, a Greg Rucka / Ed Brubaker series that (co-)stars Renee Montoya, the most important side character / romantic foil in “Batwoman”:

after this – lengthy – backstory, the Batwoman character gets introduced in an important ensemble story (co-)starring Renee Montoya:

.

both Kate’s and Renee’s story continue in:

.

If you’re okay with missing *some* details, I recommend you skip these more peripheral and / or weaker volumes:

for a complete list of Kate’s appearances, please see [Link]

.

common problems / grievances in “Batwoman” books:

  • Kate’s family has seen much drama, and Kate’s love life is equally complex. Since most “Batwoman” characters bottle up their feelings *very* hard, it constantly feels like important conversation just… fails to happen: The comic has many cold, angry and bitter character moments.
  • Both Kate and Renee are fan favorite characters. Still, months can pass without either of them making an appearance. Where *is* Renee, right now? What is her status?
  • Introduced in 4 different books and drawn by too many different artists, Kate’s main foes, the cultists of the ancient “religion of crime” have been a part of DC comics for 10 years… but still don’t feel conceptually strong or well-realized.

.

Is the current monthly “Batwoman” book, launched in September 2011, any good?

Yes. Even though Greg Rucka, the writer who created Kate Kane in 2006, has left DC Comics, the current “Batwoman” storyarc, “Hydrology”, is even better-paced and more complex than “Elegy”. It’s a busy story with lots of side characters and backstory – but it still works as a starting point, and draws you in very quickly.

Update, 2014: The first 4 books of the new “Batwoman” series are excellent and tell one continuous and exciting story. Collections 5 and 6 are pretty bad and can be ignored.

Interested in other comic book heroes / heroines?

I’d recommend the character “The Huntress” (Helena Bertinelli), “Manhunter” (with vigilante attorney Kate Spencer) and “Starman” (Jack Knight), another artful, atmospheric and more mature series.

Plus: the 1990ies DC cult series “Chase”, drawn by J.H. Williams III, has story connections… and seems to have a similar tone / appeal.

Here’s my full list [Link]!

.

related Links:

.

my German comic book journalism:

Viral Wednesday: Seven odd, weirdly compelling Animated Videos

I’m not a big fan of viral videos…

…but: Here are 7 vids that left an impression – or a mark – on me over the last couple of years. Imaginative, pretty and/or… disturbing fun:

1) ‘The Dark Knight’ meets ‘My Little Pony: Friendship is Magic’ (a good number of my Facebook friends went crazy with delight):

2) A cute, real-life stop-motion Super Mario with post-its:

3) Violence against kids TV characters, US edition. (Great direction: Looks disturbingly cinematic and relevant):

4) Violence against kids TV characters, German edition:

5) German: Weird sexual innuendos in a TV show about animals (unfortunately, the German word for ‘tail’ also stands for ‘dick’). [Start watching at 00:50]:

6) A cute video about long-distance friendships:

7) A music video with LOTS of cool visualisations:

Crazy for Batman: Catwoman, “melon-breasted” damsel

Interesting conversation on my private Facebook on Tuesday, edited and cross-posted here:

I wrote: [Over the weekend], ALL the internet was happy: CATWOMAN is a playable character in the ‘Batman: Arkham City‘ video game… and she looks strong, confident and in control.

I then posted a link to a game trailer showing Catwoman fighting a street gang: Embedding of the video is disabled, but you should start watching at the 01:06 mark. It’s a fun, energetic CGI fight scene.

I continued: Today [on Monday], 10.000 feminists are angry because DC wrote the following teaser text about September’s new ‘Catwoman’ book:

‎”Meet Catwoman. She’s addicted to the night. Addicted to shiny objects. Addicted to Batman. Most of all, Catwoman is addicted to danger. She can’t help herself […]”

‎’Addicted to Batman’…? 😦

Facebook friend Julia replied: Ok, this is waaaay cool. It’s cute though that at the same time, someone in the editing team of the ‘Catwoman’ promo decided to omit the line “like a prostitute” from to soundtrack [a song by Lykke Li]. Surprisingly, there were more feminists at work than you should think…

…but then, another Facebook friend entered the discussion: ‘Kitty’ is a feminist artist, maker and fashion blogger in her late 20ies. Currently, she’s majoring in Japanology. She’s a big manga fan, but not very familiar with the Batcomics.

Her reply: oh no, stefan. concerning aesthetics, she is really catty – but not in the way her name suggests: she should rather be called “catty bull woman” Ö_Ö

okay, this is just mocking… bringing in gender, the rest of this character from her marble breasts to her fighting style are just shaped and limited by patriarchic logic.

what i thought was really interesting when watching ‘the dark knight’ was that the whole batman universe consisted of nothing but men. it emphasized the fact that the whole narrative was from a male perspective, describing a through and through male universe:

‘male’ here means competition, fight, brutality, segregation and bipolarity, simply lions on their turf, not even limited by law anymore.

the catwoman presented here absolutely fits in this universe: she doesn’t even raise any awareness for STRUCTURAL patriarchic problems and is limited to the consistence between her sex and her gender. from my point of view, this is not strong, this is weak. she is absolutely not in control as she fails to change the system. she embodies nothing but the tickling idea that what patriarchy has created will explode in its face, however, still using patriarchic logic.

so it’s only resonable that she is bound by the “real world” and is “addicted to batman”. or, as orbaugh wrote in her brilliant (but not yet perfected) “the body in contemporary japanese women’s fiction” (however, it’s not restricted by nation state logics): fiction in which women can own strong male attributes will always end in them being retrieved to “normal” behaviour or even tragedy as these women will collide with the “real world”.

for me, as a feminist, an intellectual and a gender conscious person, this catwoman is tragedy.

my reply: first: that was some seriously kick-ass writing.

I know where you coming from, and I don’t want to ‘defend’ the game: Selina – as a character – is someone I don’t really know well enough, and personally, her attitude (and the whole over-sexualized, animalistic way she holds herself) often makes me uneasy… I don’t like this whole mix-up of ‘sexually agressive’, ‘animalistic’, ‘female’

… and when I saw her KISS one of her opponents in the video, I felt irritated: Is this a character using her sexuality? Or an animator portraying women as agressive, over-sexed sluts?

With all that said, I still have a fondness for the character. She is a former sex worker and dominatrix. She has her own moral code. She is the sole rogue female in a VERY male corner of the DC universe… and while she clearly respects Bruce, she doesn’t NEED him as a foil to form her identity (something that EVERYONE in the bat-family does: Alfred, the Robins, the Batgirls…).

So… while I’m personally not terribly interested or fascinated with morally ambigious, agressively sexual cat burglars… I think Selina, as a consistently INTELLIGENT, sardonic, smart woman, can handle the bullwhip, the dominatrix attire, her whole objectification etc.: She seems WAY more conscious about what she’s doing with her body, her attire than, for example, Xena… or Supergirl…

as for ‘The Dark Knight’: I don’t think Bruce is capable of a relationship, and in all the previous Batman movies, there was some ham-fisted, one-note ‘love story’ attached that didn’t really advance the plot. What happened to Rachel Dawes is something that SHOULD have happened to a LOT of women Bruce toyed with and led on, so my reaction wasn’t “Gotham is a bad place for women” but “Bruce is hurting people left and right. He’s not capable of love.” …something that I want to see addressed more often and more deeply.

With ALL THAT said…: The trailer, to me, took a FAR more simplistic approach. To a lot of fans, Batman is a power fantasy. And the Catwoman trailer gave Selina that exact role: She’s a “cool action girl” the way Bruce is “a cool action guy”. All the dysfunctional, neurotic and alarming SEXUAL implications of these costumes IS there – and yes: Selina is WAY more sexualized than Bruce.

But to me, that’s the central idea about this (THIS!) character: Selina is a smart and strong woman who USES her body in EVERY way. The same thing with Buffy? Or Xena? Or the Alias girl? I would have groaned. But with Selina, it makes sense.

One last thing: Can you give me some examples of female characters challenging a (male) universe with her… ‘female virtues’ who end up suffering for that? It sounds interesting… but all I can think of is… Lars von Trier’s ‘Breaking the Waves’ (which I hated).

Kitty replied: what you have written about catwoman explains her role in the set of the batman universe using this universe’s logic. seen from a “real world” in which the bipolarity of the hetero normative system is considered normal and natural and is shaped like this mainly by means of power and force, a fictional universe where these principles are over-subscribed will consequently produce a figure like catwoman.

it’s not true that she doesn’t need bruce or batman – she needs all men in this universe to be what she is.

i found the kissing scene very irritating, too, but concerning the whole set, it’s not abnormal: sex and power go hand in hand in this universe. first of all, humans are devided into male and female. they are not definded by reproductivity reasons here, but more by desire: catwoman is a clear sign for men being reduced to their “sexual inflammableness” while women are the object of this desire.

as this system is kept alive by power and force, of course anything related to desire is shaped by these two.

this also explains batman’s role as alpha male: he is a power fantasy as you have pointed out, but also overly male. love as a mechanism to overcome the gap between his alpha male-ism and women would therefore mean weakness.

“examples of female characters challenging a (male) universe with her ‘female virtues’ who end up suffering for that” – this is not what i have written or meant 🙂 it should be: “examples of female characters challenging a (male) universe with her ‘MALE virtues’ who end up suffering for that”.

as catwoman does, such females use male attributes as strength, rudeness, hunting abilities, being active not passive, speaking up to “stand their man” (luckily and sadly, there is no english term for this german idiom :)) in a male universe to get what they want or deserve. the femme fatale is a symbol for that. she uses male techniques combined with her femaleness but in the end, often is punished for that.

i’ve got two examples for you: first of all, i had to think about the women in “Sin City” who assumedly have reached a state of self-determined peace (but always without guarantee). they have become warriors to survive in a world that is shaped by male power – like catwoman. however, while men can kill in this universe for self-discovery, for bravery and for virility (if these criteria aren’t met, power and cruelty are clearly marked as being pervert!), the fact that the women bring their male inspired lifestyle to its termination by killing a man, will end in the fall of their “empire”.

example number two is from star trek (sci fi is sooo interesting in terms of gender – while the narratives of time and space are lifted to a new level, sex and gender are still the same as in our western hetero normative matrix!): vixis is a klingon (female) which means she is – by nature! – stronger than human beings. in [Star Trek V: The Final Frontier?] she fights against an alien monster and wins due to her klingon strength. but in the end, she is dependend on two human male crew members to carry her back to the space ship.

the “damsel in distress” motif applies in the first and in the second example: it doesn’t matter how strong women are displayed, in the end, they can only be saved by a male.

to look for similar scenes in this video game would of course be interesting.

oh, and an example as you may had have intended: dawn campbell (played by naomi watts) in i ♥ huckabees 🙂

Personally, I know Selina as a morally ambigious but VERY competent criminal schemer in Darwyn Cooke’s “Selina’s Big Score” and a more melancholic and emotionally invested (but still: capable and extremely likeable) character in the Jeph Loeb / Tim Sale trilogy ‘Batman: The Long Halloween’, ‘Catwoman: When in Rome’ [excellent even as a stand-alone] and ‘Batman: Dark Victory’.

I bought most trade paperbacks of her 2002-2008 solo series and might read them later this year…

…and while I can see Kitty’s reservations and criticism, Selina still strikes me as one of the most interesting Bat-characters… and I’m eager to see her in the upcoming ‘The Dark Knight Rises’.

Internets? What do you think?

.

Related Posts: