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Die besten Geschenke 2018: Buchtipps und Empfehlungen zu Weihnachten

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die zehn Bücher, die ich am häufigsten verschenke:

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Buchtipps sind… sinnlos. In meinem privaten (Zuhause-)Freundeskreis jedenfalls:

Es fällt mir leichter (und wirkt weniger… übergriffig / aufdringlich), auf Amazon Marketplace, Medimops oder Rebuy zwei, drei gebrauchte Ausgaben zu kaufen und zu verschenken – statt Freund*innen mit Kaufempfehlungen in den Ohren zu liegen.

Sobald ich denke “Er/sie hätte Spaß, mit diesem Buch”, kaufe ich eine billige Ausgabe.

Hier: Die Bücher und DVDs, die ich 2017 und 2018 verschenkte. 95 Prozent davon: selbst schon gelesen, und sehr gemocht.

Blau markierte Titel kamen sehr gut an.

Rot markierte Titel kamen schlecht an.

verschenkt 2011 | verschenkt 2012 | verschenkt 2013verschenkt 2014 | verschenkt 2015 & 16

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Geschenke 2017 und 2018:

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geschenke 2018 01

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Kinder:

Tochter einer Schulfreundin, im Oktober 2017 geboren:

  • Cube Book: „Baby Animals“ (kleine, dicke Fotobücher zum Blättern und Staunen, Link)
  • Michael Roher: „Fridolin Franse frisiert“ (Bilderbuch, Link)

Sohn einer Schulfreundin, 2:

  • Cube Book: „Mountains“ (kleine, dicke Fotobücher zum Blättern und Staunen, Link)
  • Miroslav Sasek: „This is the World“ (60er-Jahre-Illustrationen über Städte, Link)
  • Colin Thompson: „Bücher öffnen Welten“ (Bilderbuch, Link)

Pflegetochter meiner besten Freunde, 4:

  • Loes Riphagen: „Elefäntchen Naseweis“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)
  • Doro Göbel: „Unser Zuhause“ (Wimmelbuch, Link)
  • Sonja Bougaeva: „Zwei Schwestern bekommen Besuch“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)
  • Allen Say: „Allison“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)

meine Nichte, 4:

  • Blexbolex: „The Holidays“ (Bilderbuch ohne Text; britische Ausgabe ist billiger & identisch mit der dt.; Link)
  • Tom Schamp: „Das größte und schönste Bildwörterbuch der Welt“ (Wimmelbuch, Link)
  • Jill Twiss: „Ein Tag im Leben von Marlon Bundo“ (Bilder-/Vorlesebuch mit schwuler Hauptfigur, Link)
  • Verena Hochleitner: „Der verliebte Koch“ (Bilder-/Vorlesebuch mit schwuler Hauptfigur, Link)
  • Helene Kerillis: „Ein Vogel im Schnee“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)

meine Patentochter, 5:

  • Bernd Kohlhepp: „Drachen erziehen ist leicht“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)
  • Verena Hochleitner: „Der verliebte Koch“ (Bilder-/Vorlesebuch mit schwuler Hauptfigur, Link)
  • Martin Waddell: „Ist dieses Tier nützlich hier?“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)
  • Tom Schamp: „Das größte und schönste Bildwörterbuch der Welt“ (Wimmelbuch, Link)
  • Katharina Grossmann-Hensel: „Küss mich oder friss mich“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)

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geschenke 2018 02

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mein Neffe, 9:

  • Anja Tuckermann: „Alle da! Unser kunterbuntes Leben“ (illustriertes Buch über Immigration, Link)
  • Elma van Vliet: „Sag mal, Mama. Das Fragespiel für Mutter und Kind“ (Fragekarten, Link)
  • Patrick Wirbeleit: „Kiste“ (simpler Erstleser-Comic, Link)
  • Konami Kanata: „Kleine Katze Chi“ (simpler Erstleser-Manga, Link)
  • „Die Dinos“ (Sitcom, 3 Staffeln, DVD, Link)
  • „Nausicaä aus dem Tal der Winde“ (Film, DVD, Link)
  • Lustiges Taschenbuch: „Das gläserne Schwert“/“Asgardland“ (Fantasy-Comic, Link)

Sohn meiner besten Freunde, 11:

  • Tsugumi Ohba, Takeshi Obata: „Bakuman“ (20teiliger Manga übers Mangazeichnen, Link)
  • Dan Jurgens: „Superman: Lois & Clark“ (Comic, Link)
  • Lustiges Taschenbuch: „Das gläserne Schwert“/“Asgardland“ (Fantasy-Comic, Link)
  • Makoto Yokimura: „Vinland Saga“, Band 1 & 2 (Manga für ältere Kinder – doch ich mag, wie es die „One Piece“-Gewalt dekonstruiert, Link)
  • Clive Barker: „Das Haus der verschwundenen Jahre“ (Grusel-Kinderbuch, Link)
  • Ian Livingstone: „Das Labyrinth des Todes“ (Fantasy-Spielbuch, Link)
  • Terry Pratchett: „Gevatter Tod“ (Fantasy, Link)
  • Stuart Gibbs: „Spion auf Probe“ (Link)

Tochter meiner besten Freunde, fast 17:

  • Katrin Bongard: „Subway Sound“ (Link)
  • David Levithan: „Two Boys Kissing“ (Link)
  • Noelle Stevenson: „Nimona“ (Link)
  • Neal Gaiman: „Coraline“ (Link)
  • Alex Garland: „Der Strand“ (Link)

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geschenke 2018 03

Frauen:

meine Schwester, 26:

  • Agota Kristof: „Das große Heft“ (Link)

Pädagogin, 35:

  • Haruki Murakami: „Von Beruf Schriftsteller“ (Link)
  • Sharon M. Draper: „Out of my Mind. Mit Worten kann ich fliegen“ (Link)
  • Miriam Toews: „Mr T., der Spatz und die Sorgen der Welt“ (Link)

Pädagogin, 35:

  • Noah Scalin: „365: A daily Creativity Journal“ (Link)
  • Milena Michiko Flassar: „Ich nannte ihn Krawatte“ (Link)
  • Anke Stelling: „Erna und die drei Wahrheiten“ (Link)

Pädagogin, 36:

  • Stefanie Höfler: „Mein Sommer mit Mucks“ (Link)
  • Sophie Daull: „Adieu, mein Kind“ (Link)
  • Nis-Momme Stockmann: „Der Fuchs“ (Link)

Pädagogin, 36 – liest fast nur Theaterstücke und Comics/Mangas:

  • Inio Asano: „Gute Nacht, Punpun!“ (Maga, Band 1, Link)
  • Anke Stelling: „Erna und die drei Wahrheiten“ (Link)

Bürokauffrau, 39:

  • Sarah Leavitt: „Das große Durcheinander. Alzheimer, meine Mutter und ich“ (Link)
  • Anke Stelling: „Erna und die drei Wahrheiten“ (Link)

Krankenschwester & Krimi-Fan, ca. 55:

  • Geoffrey Household: „Einzelgänger, männlich“ (Link)
  • Chloe Hooper: „Der große Mann. Leben und Sterben auf Palm Island“ (Link)
  • Helen Garner: „Drei Söhne. Ein Mordprozess“ (Link)
  • Sven Koch: „Dünenfeuer“ (Link)

Krankenschwester, Anfang 60:

  • Stewart O’Nan: „Die Chance“ (Link)
  • Anna Funder: „Stasiland“ (Link)

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geschenke 2018 04

meine Mutter (ehem. Arzthelferin, Anfang 60):

  • „Boyhood“ (DVD, Link)
  • Stefanie Höfler: „Der große schwarze Vogel“ (Link)
  • Stefanie Höfler: „Mein Sommer mit Mucks“ (Link)
  • Sophie Daull: „Adieu, mein Kind“ (Link)
  • Anke Stelling: „Schäfchen im Trockenen“ (Link)
  • Aidan Chambers: „Die Brücke“ (Link)
  • Harper Lee: „Gehe hin, stelle einen Wächter“ (Link)

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Männer:

Mein Bruder – Mechatroniker, 33:

  • „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ (DVD, Link)
  • „Broadchurch“ (Staffel 1, DVD, Link)

Ingenieur, 34:

  • Nicholson Baker: „Menschenrauch“ (Link)
  • Assaf Gavron: „Hydromania“ (Link)

Bankkaufmann, 37:

  • Makoto Yokimura: „Vinland Saga“, Band 1 & 2 (Manga, Link)
  • Emily St. John Mandel: „Das Licht der letzten Tage“ (Link)
  • Anke Stelling: „Erna und die drei Wahrheiten“ (Link)
  • David Mazzuchelli: „Asterios Polyp“ (Link)
  • Art Spiegelman: „Maus“ (Link)
  • John Scalzi: „Kollaps“ (Link)
  • Jean-Paul Sartre: „Geschlossene Gesellschaft“ (Link)
  • Joachim Meyerhoff: „Alle Toten fliegen hoch. Amerika“ (Link)
  • Pete Dexter: „Deadwood“ (Link)
  • Brian K. Vaughan: „Saga“, Band 1 bis 5 (Link)
  • Guy Gavriel Kay: „Im Schatten des Himmels“ (Link)
  • James Clavell: „Shogun“ (Link)
  • Neil Gaiman: „Niemalsland“ (Link)
  • Daniel Keyes: „Blumen für Algernon“ (Link)
  • Joe Haldeman: „Der ewige Krieg“ (Link)
  • Liane Dirks: „Vier Arten, meinen Vater zu beerdigen“ (Link)
  • Wallace Stegner: „Zeit der Geborgenheit“ (Link)
  • Cece Bell: „El Deafo“ (Link)
  • Roberto Bolano: „Der Geist der Science-Fiction“ (Link)
  • Ursula K. LeGuin: „Freie Geister“ (Link)
  • Thomas von Steinaecker: „Die Verteidigung des Paradieses“ (Link)
  • Clemens J. Setz: „Glücklich wie Blei im Getreide“ (Link)
  • Veronique Poulain: „Worte, die man mir nicht sagt“ (Link)

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geschenke 2018 05

Kunstpädagoge, 38:

  • Adrian Tomine: „Sommerblond“ (Link)
  • Guy Delisle: „Aufzeichnungen aus Burma“ (Link)

Mathe- und Sportlehrer, 38:

  • Alexander Ramati: „Als die Geigen verstummten“ (Link)
  • Anke Stelling: „Erna und die drei Wahrheiten“ (Link)

mein Vater, Mechatroniker, 62:

  • “Hamlet“ (DVD, Link)

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mein Partner und ich wohnen zusammen – und ich kaufe/schenke ihm fast nie Bücher: Er liest meine Ausgaben mit, statt sich ein eigenes, zweites Exemplar zu holen. Bücher, die ich ihm empfahl, und die er las 2017 und 2018:

Freund M., Florist, 37:

  • Andreas Maier: „Das Zimmer“ (Link)
  • Andreas Maier: „Das Haus“ (Link)
  • Anke Stelling: „Erna und die drei Wahrheiten“ (Link)
  • Alison Bechdel: „Fun Home“ (Link)
  • Sabine Rennefanz: „Die Mutter meiner Mutter“ (Link)
  • Maxim Leo: „Haltet euer Herz bereit. Eine ostdeutsche Familiengeschichte“ (Link)
  • Roger Willemsen: „Es war einmal oder nicht: Afghanische Kinder und ihre Welt“ (Link)
  • David Gates: „Jernigan“ (Link)
  • Joe Hill: „Locke & Key“, Band 1  (Link)

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Literatur, digital: die Insta-Novels der New York Public Library [Deutschlandfunk Kultur]

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„Alice im Wunderland“ oder Kafkas „Die Verwandlung“ lesen – als Instagram-Story?

Am 8. November 2018 sprach ich auf Deutschlandfunk Kultur (14.40 Uhr) über die „Insta-Novels“ der New York Public Library.

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Auf Instagram gibt es Fotos.

Und, als neueres Feature (…ursprünglich Merkmal der App Snapchat): Stories.

Jeder mit Instagram-Account kann Fotos, Animationen, Videos etc. zu einer persönlichen Story collagieren: ein Zusatz-Feature, auf dem oft mehr passiert als im normalen Foto-Stream/-Profil. Denn während viele Instagram-FOTOS oft sehr poliert, überbelichtet etc. sein wollen, sind Stories ein Ort, an dem auch große Accounts oft etwas rotziger, privater, schnappschussartiger erzählen.

Stories löschen sich nach einem Tag von selbst – falls man sie nicht explizit im Profil als „Highlight“ speichert.

Ich kenne viele, die „Das muss perfekt sein!“ bei jedem bleibenden FOTO sagen… doch bei Stories denken: „In ein paar Stunden ist es weg.“

Ein entkrampftes Format – das viele Leute z.B. zum Einschlafen im Bett durchschauen: Stories bestehen aus einem bis ca. 40 kurzen [15 Sekunden langen] Segmenten. Jedes Segment lässt sich pausieren, indem man den Touchscreen gedrückt hält.

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Insta-Novels:

Die NYPL – Betreiber aller ca. 90 städtischer New Yorker Büchereien – zeigt seit August vier bleibende Insta-Stories im Profil: öffentlich zugänglich (auch am Rechner und ohne eigenen Instagram-Account):

„Insta-Novels“, in denen Klassiker oder Auszüge jeweils als Insta-Story lesbar sind; mit kleinen Animationen.

  • Edgar Alan Poes „The Raven“ [neu, seit Halloween]
  • zwei längere Passagen aus „Alice im Wunderland“
  • Charlotte Perkins Gilmans feministische Novelle „The Yellow Wall-Paper“ (1892)
  • auch Kafkas „Die Verwandlung“ ist angekündigt.

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Der Slogan: „Some of the greatest stories ever told. Told in Instagram Stories“.

Ein Erklärvideo:

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Pressesprecherin Carrie Welch sagt, „[with these insta-novels, the library is] completely transforming the way people look at this popular social media platform.“

…und tatsächlich

a) verstehe ich, dass die NYPL sagt: „Instagram Stories zeigen bisher vor allem Fotos von den Babys eurer Freunde. Fotos von den Hunden. Fotos von den Babies der Hunde. Wo sind die STORIES“?

b) folgten über 100.000 Instagram-User dem NYPD-Account neu, seit August (jetzt: über 300.000 Fans)

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Ich liebte die Idee – und stellte mir die Umsetzung vor wie ein Daumenkino:

Alice wird schrumpfen, wachsen etc.

Besonders „The Yellow Wallpaper“ ist eine tolle Wahl – weil die Novelle davon handelt, wie eine nervöse Mutter, isoliert in der Sommerfrische, auf eine ekelhafte Tapete starrt, die sich zu verändern scheint… so lange, bis sie zweifelt: Ist In der Tapete eine Frau gefangen? Ist die Frau gerettet, sobald jemand die Tapete von den Wänden reißt? Gothic-Grusel, Feminismus… Klischees über „hysterische“, unzufriedene Frauen… Ein Klassiker, den in Deutschland zu wenige kennen.

Ich war gespannt, wie subtil oder dramatisch sich die animierte Tapete der Insta-Novel verändern wird.

Leider sind die Animationen sehr simpel, spärlich. Ästhetisch ca. 1998.

Nett gesagt: minimalistisch, schönes Understatement.

Doch z.B. das wiederkehrende „Nevermore“ im Poe-Gedicht schien mir so stümperhaft… Ich fands unfreiwillig komisch. #lowbudget

Ich hatte eine liebevollere, dynamischere Umsetzung erwartet: Überraschungen, Spielereien, Avantgarde.

Ich bin kein Kunstkritiker – doch ich liebe Graphic Novels, und sehe einfach DAUERND tollere Illustrationen. Lieblingsstücke z.B. hier: https://twitter.com/smesch_thetic

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Eine große Sache?

ja, weil:

  • Die NYPL mit gemeinfreien Texten des Projekt Gutenberg arbeitet und damit nochmal klar macht: es GIBT diesen Riesenschatz an Klassikern ohne Copyright.
  • Hier nochmal breitenwirksam gezeigt wird: man kann auf Smartphones literarische Texte lesen; und das sogar in einem recht unhandlichen Format wie „Instagram Stories“, wo sich a) die Schriftgröße nicht ändern lässt, b) man den Bildschirm gedrückt halten muss, damit das Segment länger als 15 Sekunden zu sehen ist.
  • Man von z.B. einem Buch sieben Mal gehört haben muss, bevor man es kaufen will – und hier reichweitenstark, (halbwegs) originell und verspielt Bücher angeboten werden auf einer RIESENPlattform, niedrigschwellig und umsonst
  • Aufwand und Kosten nicht besonders groß sind und das auch jederzeit alle ANDEREN Kulturvermittler oder Privatmenschen versuchen & einspeisen können
  • Die Textauswahl einlädt: Texte, die jede*r mal gelesen haben sollte.
  • Dieses doch recht billige, sperrige und schüchterne Projekt jetzt SO erfolgreich ist. Und damit zeigt: es gibt Interesse, einen Bedarf!

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Trotzdem wirkt alles etwas enttäuschend auf mich. Weil:

  • Hier technologisch nichts Interessantes passiert, entwickelt wird o.ä.
  • Die spärlichen und lieblosen Illustrationen dem Text echt NICHTS Besonderes hinzufügen
  • Es nervt, den Bildschirm gedrückt zu halten beim Lesen
  • Ich jetzt noch kein „neues Format Insta-Novel“ erkennen kann, das aus Text & Bild etwas Neues formt, oder Möglichkeiten und Community von Instagram besonders nutzt: minimale Animationen, und nichts, das besonders „social“ ist.

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und weiter: drüber hinaus?

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Ich suche immer nach…

a)  Social-Media-Profilen fiktiver Figuren. Geschichten, die z.B. erzählt werden, indem man mehreren Twitter-Accounts folgt. Beispiele hier: https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/CharacterBlog

b) „Log Fics“: Geschichten, die ALS Chatprotokoll etc. erzählt werden – z.B. Dennis Coopers Planetromeo-artiger queerer Dating-Roman „The Sluts“ oder Senthuran Varantarajahs „Vor der Zunahme der Zeichen“ (Roman, erzählt als Chatprotokoll):
https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/LogFic

c) Reclam-Klassiker etc. als Gratis-Hörbücher bei Spotify: https://hamburg.mitvergnuegen.com/2016/11-tolle-buecher-die-du-dir-auf-spotify-anhoeren-kannst

d) japanische Cell Phone Novels, die in den Nuller-Jahren oft als SMS-Kette Geschichten erzählten: https://en.wikipedia.org/wiki/Cell_phone_novel

e) Flash Fiction wie z.B. Drabbles: literarische Kürzestformen. https://en.wikipedia.org/wiki/Drabble

f) Fanfiction- und Genre-Story-Websites wie Wattpad – die als App überzeugen sollen und in denen Literatur-Kapitel oft so kurz sind, dass man sie häppchenweise beim Pendeln lesen kann/soll.

Auch der deutsche Verlag Mikrotext startete mit eBooks voller Häppchen & Kürzestformen – damit Leute auf dem Handy Literatur lesen.

Persönlich wünsche ich mir ENDLICH eine Art Spotify oder last.fm für Lyrik: Ich lege ein Profil an, bekomme ein Gedicht vorgeschlagen… kann nach dem Lesen ein Herz vergeben und kriege dann weitere Gedichte, die der Algorithmus passend findet, eingespielt.

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Fazit:

Ich glaube, Literatur ist ALS LITERATUR stark. Literatur zu vermitteln, indem an sie in z.B. Comics oder Kurzfilme übersetzt, nimmt ihr oft viel. Ich brauche keine trojanischen Pferde, keine Illustrationen, kein mediales Drumherum. Wenn ich lesen will, will ich lesen.

(Deprimierend z.B. auch: Apps, die aus Comics eine Art Trickfilm machen wollen, indem sie möglichst filmisch von Sprechblase zu Sprechblase springen und ein paar kleine Animationen einstreuen.)

Trotzdem: Wo hörte ich von E.A. Poe, mit 13? In der TV Movie – wo mir Poe-Verfilmungen mit Vincent Price empfohlen wurden. Heute entdecke ich viele Bücher… auf Instagram. Social Networks sind SO präsent, flexibel und offen: Literatur muss da rein / hin / drauf.

Ich merke nur: als man mir sagte „Stefan? Es gibt jetzt Insta-Novels“ hatte ich die absurdesten Ideen, was das heißen mag – technisch, literarisch (z.B. nonlinear?).

An eine Handvoll biederer, gestriger Animationen dachte ich nicht.

Das MUSS besser gehen!

Vielfalt finden: Diversity und Repräsentation. 100+ Fragen.

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Am 31. Oktober spreche ich an der Uni Trier darüber, auf welchen Websites, unter welchen Stichworten und durch welche Expert*innen ich vielfältige Bücher finde.

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Heute vorbereitend:

100+ recht offene Fragen zu Vielfalt, Selbstbild, Vorbildern, Repräsentation und Intersektionalität.

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Fragelisten, die ich mag & empfehle:

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Von welchen Menschen lässt du dich ungern bedienen?

Welche Menschen tun dir Leid?

Wie müssen Polizist*innen sein, damit sie dir sympathisch sind?

Wie müssen Geflüchtete sein, damit sie dir sympathisch sind?

Wie müssen Politiker*innen sein, damit du dich gern von ihnen regieren lässt?

Welche Worte, Begriffe, Labels, Theorien hast du überraschend spät gelernt? Wurden sie dir vorenthalten? In welchem Alter, Umfeld und von welchen Leuten hättest du sie gern gelernt?

Was muss ein Bettler tun, damit er dir unsympathisch ist?

Gibt es faule Menschen? Worüber sollten sie sich nicht wundern?

Gibt es undankbare Menschen? Worüber sollen sie sich nicht wundern?

Wie viel Aufmerksamkeit hast du verdient? Wer kriegt mehr Aufmerksamkeit, als er/sie verdient?

Wer nimmt dich nicht ernst genug? Welche Menschen nimmt man ZU ernst?

Was ist dein Unique Selling Point – was macht dich interessant, wertvoll, spannend, wichtig?

Gibt es Leute, die uninteressant, wertlos, langweilig, unwichtig sind?

Wer schadet dir? Wer schadet deiner Familie? Gibt es politische Entscheidungen, die solche Schäden vergrößern oder verkleinern?

Wer ist geschädigt, falls die Partei, die du wählst, die Mehrheit im Bundestag erlangt?

Gibt es gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und Missstände, die dich nicht betreffen?

Isst du Dinge, die dir oder der Umwelt schaden? Warum? Wer wird den Preis für dein Verhalten zahlen?

Wer redet zu viel? Wer sollte die Klappe halten, zurücktreten, gehen? Wer sollte sich schämen, und wofür? Wofür solltest DU dich schämen?

Wen könntest du ersetzen, wessen Rolle könntest du einnehmen, bei wem denkst du: „Die/der sollte hier weg, ICH habe diese Position und ihre Privilegien verdient“?

Welche Stimmen findest du wichtig – aber zu trocken, belastend, schwer, anstrengend oder unbequem, um ihnen gern zuzuhören? Wo und in welcher Dosis hörst du ihnen trotzdem zu? Was kostet dich das? Was bringt dir das?

Was müssen Menschen tun, um billig auszusehen? Um ignorant auszusehen? Um hässlich auszusehen? Wann, inwiefern und warum sahst DU je billig, ignorant oder hässlich aus? Absichtlich? Unabsichtlich?

Wie viel Lohn, wie viel Geld bist du wert? Verdienst du es, ein Auto zu haben? Ein Haus?

Gibt es typische Fehler, die zu viele arme Menschen zu oft machen?

Mit welchem Kleidungsstück oder Accessoire hast du Leute, die du beeindrucken willst, bisher am meisten beeindruckt?

Mit welchem Kleidungsstück oder Accessoire hast du mächtige und privilegierte Leute bisher am meisten abgestoßen?

Was werden Leute, die so sind wie du, oft typischerweise / für gewöhnlich von Beruf?

Glaubst du, Leute, die so sind wie du, können theoretisch ALLES werden? In welchen Feldern sind sie unterrepräsentiert? Warum? Welche Felder sind unter ihrem Niveau? Wieso?

Welche Menschen bringen deiner Mutter zu wenig Respekt entgegen – und hat der fehlende Respekt etwas mit Alter zu tun, mit Klasse, mit Sexismus? Bekommt sie allen Respekt, den sie verdient?

Was tat oder tut dein Vater, um NOCH mehr Respekt zu kriegen: Welche Verhaltensweisen oder Gegenstände findet er unverzichtbar – für einen Mann in seiner Position?

Welche Kinder müssen sich nicht wundern, wenn Lehrkräfte sagen: „Ich will nichts mehr für dich tun. Du bist hier in der Klasse falsch“?

Welche Gruppen müssen sich nicht wundern, wenn Steuerzahler*innen sagen: „IHR habt unsere Unterstützung und Geduld nicht mehr verdient“?

Findest du alle Menschen gleich attraktiv?

Was stößt dich ab?

Bist du hübsch genug? Denkst du, du wirst mit dem Aussehen, das du hast, genug Anerkennung, Liebe, Sex kriegen? Was wirst du tun, um zu kompensieren, falls du viel weniger kriegst? Was wirst du tun, wenn du alt und/oder arm wirst und deshalb viel VIEL weniger kriegst?

Kann man zu dick sein? Wann? Ab welchem Gewicht findest du dich selbst zu dick?

Was würdest du gern verweigern? Wen würdest du gern fallen lassen? Zu wem hasst du es, nett oder respektvoll zu sein? Warum bist du weiterhin nett?

Dein Navigationssystem oder Personal Assistant hat eine… Männer- oder Frauenstimme?

In welcher Hinsicht schämen sich deine Eltern für dich?

Gibt es Personengruppen oder Kulturen, die du in Filmen sahst, kennen lerntest – und dann erst in der Realität?

Gibt es Personengruppen, die du in Filmen so unerträglich findest, dass du denkst: „Bestimmt kann ich mit solchen Leuten wenig anfangen, im Alltag“?

Fühlst du dich als Mensch zweiter Klasse?

Sehen dich viele Leute als Menschen zweiter Klasse?

Von welchen Gruppen denkst du, sie werden als Menschen zweiter Klasse gesehen? KENNST du viele Menschen aus solchen Gruppen persönlich?

Welche Geschichten hältst du für besonders „realistisch“? Wie gut kennst du Menschen persönlich, die ähnliche Erfahrungen machten wie die Figuren in solchen „realistischen“ Geschichten? Was müsste in einem besonders „realistischen“ Film über dein eigenes Leben besonders hervogehoben und betont werden?

Hast du Vorbilder, die eine andere Ethnie haben als du selbst? Falls ja: Auch Leute, die keine Musik oder Politik machen?

Wie viele Kinderbücher oder Superhelden-Comics/-Filme/-Serien mit Hauptfiguren of Color liebst du – und verschenkst oder empfiehlst du?

Was waren deine liebsten nicht-heterosexuellen Kindheitsheld*innen?

Wie viele deiner 20 Lieblingssänger*innen haben das selbe Geschlecht wie du selbst?

Wie viele trans Musiker*innen kennst und magst du?

Hattest du Lehrer*innen of Color?

Hast du je Politiker*innen of Color gewählt?

Welche Politiker*innen of Color in deiner Region kennst und magst du?

Kennst du mehr berühmte trans Menschen oder mehr cis Schauspieler*innen, die trans Figuren spielen?

Zu wie vielen afrikanischen Staaten kannst du ein Buch, ein Film oder eine Serie nennen, das/der/die dort spielt?

Wie viele Serien kennst du, in denen Held*innen eine Abtreibung durchführen und den Schritt nicht bereuen? Wie viele dieser Figuren findest du sympathisch, souverän, empowernd?

Gibt es Menschen, die dich beschimpfen, zurechtweisen dürfen? Die jedes Recht haben, zu sagen, du seist… enttäuschend? Trash? Teil des Problems?

Glaubst du, du machst die Welt besser oder schlechter?

Glaubst du, du kriegst, was du verdienst?

Glaubst du, nachdem recht viel Liebe, recht viele Ressourcen etc. in dich und deine Ausbildung investiert wurden und du so viele Dinge verbraucht, verschmutzt etc. hast, dass du im Leben etwas von gleichem oder größerem Wert schaffen oder hinterlassen kannst – um all deinen Verbrauch auszugleichen?

Bist du weinerlich? Empfindlich? Nervig? Schrill? Bist du glaubwürdig, und verdienst du Hilfe, Respekt, Zuhörerschaft, Solidarität?

Wo/wie hörst du marginalisierten Menschen zu? Wer trägt Schuld, falls ich zu wenige kenne? Welche Verantwortung trage ich, mehr zu finden?

Welche Opfer solltest du bringen, auf was solltest du verzichten, was solltest du abgeben, um die Welt besser zu machen? Wem bist du etwas schuldig? Wer ist dir etwas schuldig? Wie viel Platz haben solche Ungleichgewichte in deinem Alltag, und wie viele solcher Schulden ignorierst du?

Was waren die größten Ungerechtigkeiten deiner Kindheit? Der 50er Jahre? Des Mittelalters? Gibt es eine historische Epoche, in der du gern leben würdest?

Über welchen Kontinent weißt du am wenigsten? Gibt es Länder und Kulturen, die dich langweilen? Die dir Angst machen? In denen du, müsstest du dort 5 Jahre lang leben, sehr unglücklich wärst?

Hast du’s zu gut? Welches Privileg könntest du abgeben? Was bräuchtest du, um dich in Deutschland wohler zu fühlen?

Was finden deine Eltern an dir schwach oder enttäuschend? Womit haben sie Recht?

…und/aber: Bei was denkst du „Nein, das ist ein Denkfehler eurer Generation. Dem Maßstab WILL ich gar nicht gerecht werden!“ …?

Welche Dinge, die dir deine Eltern oder dein Umfeld als Kind und Teenager gaben, hast du an andere Kinder/Teenager weiter gegeben, die solche Dinge nicht hatten?

Mit welchem Geschlecht, mit welcher Familie, mit welchem Aussehen und in welcher Nation hättest du es am leichtesten? Hast du’s ganz gut erwischt?

Ein Lob welcher Leute bedeutet dir am meisten? Ein Lob welcher Leute wäre dir egal oder zuwider?

Gibt es einen Ort, von dem du weißt, dass dort mehrheitlich Leute wie du sein werden? Traust du dich an diesen Ort?

Wie hast du von Transsexualität erfahren?

Wie hast du von anderen Religionen erfahren?

Hast du zuerst queere Menschen kennen gelernt oder zuerst queere Figuren?

Kennst du mehr Menschen mit Behinderung (gut/nah) oder mehr Figuren mit Behinderung?

Von welchen Leuten hast du dich anerkannt, unterstützt, verstanden gefühlt: Wie sieht Solidarität für dich aus und an welchen Momenten dachtest du „Toll, dass er/sie hier öffentlich für Menschen wie mich Partei bezieht oder Nachteile in Kauf nimmt“?

Hast du schon Dinge auf Facebook, Twitter etc. gepostet, geteilt oder kommentiert, für die dich mächtigere, konservativere Leute angegriffen, gerügt, belächelt oder verachtet haben? Hast du schon Dinge NICHT gepostet – aus Angst vor z.B. Verwandten oder Arbeitgeber*innen?

Würdest du lieber nur noch Menschen mit Abitur oder ohne Abitur daten/treffen?

Würdest du lieber nur noch Bücher von Menschen mit Abitur oder ohne Abitur lesen?

Wie viele Social-Media-Beiträge von Menschen ohne Abitur hast du in der letzten Woche geliked oder geteilt?

Inwiefern bist du kein typischer Mann? Keine typische Frau?

Hast du alle Chancen, die dir die Gesellschaft gab, gut genutzt? Wer ist Schuld, dass du nicht maximal erfolgreich bist – in allen Bereichen so weit gekommen bist, wie es nur geht? Welche Chancen hast du ungenutzt verstreichen lassen – und warum?

Ist dir klar, was man tun, wie man auftreten, wem man gefallen muss, um in einer Universität erfolgreich zu sein? Wer brachte dir das bei?

Passt du auf deinen Körper auf, oder lässt du dich gehen? An welchen Krankheiten wärst du selbst Schuld? Wie viel Geld sollte man dann in deine Therapien investieren?

Glaubst du, du kannst dir ein Kind leisten? Glaubst du, du kannst dir vier Kinder leisten?

Belastest oder entlastest du andere Menschen vor allem? Was müsste passieren, damit du sagst: „Hilfe. Ich bin ja fast nur noch eine Belastung.“ …?

Welche Nationen haben wenig geleistet und erreicht? Welche Nationen haben die Welt schlechter gemacht? Welche Nationen machen aktuell die Welt besser?

Gefällst du Leuten, die aussehen wie du? Welchen Leuten, die NICHT aussehen wie du, gefällst du?

Wer nimmt dich ernst, wer schaut dich gern an, wer hört dir gern zu?

Gibt es erfolgreiche Schriftsteller*innen, mit denen du viel gemeinsam hast? Politiker*innen? Stars? Firmenchef*innen? Akademiker*innen und Forscher*innen?

Wie viele deiner zehn Lieblingsserien haben Frauen im Zentrum? Wie viele haben Menschen of Color im Zentrum?

Wie viele haben NIEMANDEN, der aussieht wie du selbst?

Welcher Ton, welche Stimmen, welche Bilder und Formate entspannen dich? Was hörst, schaust, liest du, um abzuschalten, dich besser zu fühlen? Was FEHLT – in solchen leichteren, gefälligeren Formaten?

Welche Figuren haben dich als Kind getröstet, motiviert, empowert, inspiriert?

Welche Held*innen wirst du NIE erreichen, einholen?

Gibt es Figuren, die sind wie du – doch die in Geschichten vor allem Trottel, Feinde, Beiwerk, Verlierer oder Opfer blieben?

Welche dieser Figuren mochtest du trotzdem; und warum? Welchen Leuten konntest und wolltest du offen sagen, dass du diese Figuren magst?

Bist du marginalisiert?

Was ist die schlimmste Beleidigung, die man Menschen wie dir zuruft?

Was ist „nett gemeint“, doch dennoch schlimm – und wird oft über dich, zu dir gesagt?

Gibt es Worte, Zuschreibungen, Labels, von denen du dir wünschst, dass sie niemand mehr benutzt?

Falls ich dich kaum kenne… und du mir eine Geschichte zeigen willst, in der eine Figur deine Stärken teilt – welche?

Falls ich dich kaum kenne… und du mir eine Geschichte zeigen willst, in der eine Figur deine Schwächen teilt: Eine Figur wie du selbst, doch greller, schlimmer, extremer, schwächer, unsympathischer – welche?

Kann ein alter Mann eine Liebeskomödie für junge Frauen schreiben?

Kann eine Greisin über deinen fünfjährigen Jungen schreiben?

Kann ich als weißer cis Mann aus der Perspektive einer viel marginalisierteren Person schreiben?

Sollte ich am besten nur über mich selbst schreiben und nur für mich selbst sprechen?

Gibt es Kultur, die du liebst – und über die Leute sagen „Krass. Das passt doch GAR NICHT zu Leuten wie dir“?

Welche Eigenschaften und Stärken feiern und wertschätzen wir als Kultur viel zu wenig? Welche Eigenschaften und Stärken feiern und wertschätzen wir als Kultur viel zu SEHR?

Wofür sollte deinem Vater ein Preis verliehen werden? Deiner Mutter?

Glaubst du, DIR wird je ein Preis verliehen? Welchen Preis hättest du am liebsten?

Wie spielt für dich und deinen Platz in der Welt heute eine Rolle, welche gesellschaftliche Stellung, welche Privilegien, Mängel, Traumata und Komplexe deine Großeltern und Urgroßeltern hatten?

Welche Produkte, welche Mode, welche Kultur, welche Serien und welche Freizeitangebote werden GENAU FÜR MENSCHEN WIE DICH hergestellt und beworben?

Und welche, die eigentlich für ganz andere Menschen hergestellt und beworben werden, nutzt oder liebst du trotzdem?

Gibt es Figuren, mit denen dich alle vergleichen – und die du als Klischee, bösen Witz empfindest?

Kommen in Soaps viele Leute wie du vor? Findest du ihre Storylines gelungen?

Welchen Vorurteilen entsprichst du? Tust du etwas, um auszugleichen, falls du als Klischee gesehen/verurteilt wirst?

Kannst du über dich und deine Probleme sprechen, ohne, dass Leute sagen „Hier wirds aber sehr speziell“, „Normale Leute betrifft sowas selten“, „Davon habe ich noch nie gehört“?

Welchen Medien, welchen Stimmen vertraust du – und welchen Vertrauensvorschuss kriegen Leute, die dir selbst besonders ähnlich sind?

Was tust du, wo suchst du, wen fragst du, falls du mehr progressive und diverse Stimmen hören möchtest online/in den Medien als konservative, reaktionäre und/oder rechte Stimmen?

Was sagen mediale Stimmen oft über Menschen wie dich? Fühlst du dich repräsentiert, verstanden?

Hast du öffentliche Fürsprecher*innen und werden diese Fürsprecher*innen gesellschaftlich respektiert, geachtet, gestärkt?

Welche frechen, rechten, reichen, unverschämten, chauvinistischen, arroganten Männer (fiktiv oder real) in den Medien findest du witzig, charmant, unterhaltsam, sexy oder irgendwie lässig/cool?

Um welche Dinge musst du dich nicht kümmern – weil es andere Leute für dich tun? Um welche Dinge müssen sich ANDERE LEUTE nicht kümmern – weil du es für sie tust?

Findest du, es ist deine Pflicht, langsamen, langweiligen, unfreundlichen, wütenden, feindseligen Menschen zuzuhören – sobald ihre Anliegen berechtigt sind? Wen findest du charmant, charismatisch? Wen findest du giftig, schwer erträglich, unsympathisch?

Was interessiert dich nicht? Bei welchen Dingen wären viele Menschen wütend, falls du öffentlich sagst „Das interessiert mich null!“?

Denkst du, Grund deines Desinteresse ist das Thema oder die Präsentation? Was tust du, um bessere Präsentationen zu finden? Wen kannst du fragen und um Tipps bitten?

Was sind deine Waffen, was sind deine Schilde, wie verteidigst du dich, wer kann dir etwas anhaben? Wen ignorierst du, aus Selbstschutz?

Wem tust du weh? Wem WILLST du weh tun?

Hast du Feinde? Haben „Leute wie du“ Feinde? Hat unsere Gesellschaft Feinde?

Worüber DARFST du wütend sein, wem gegenüber DARFST du unhöflich sein, welchen Zorn, welche Ablehnung erlaubst du dir?

Wen repräsentierst du? Vor wem? Machst du deinen Job gut? Was sagen „die Leute“ über Leute wie dich?

In welcher Hinsicht bist du eine Minderheit?

In welcher Hinsicht bist du altmodisch?

Was gibst du auf oder ab, zugunsten anderer Leute? Was geben andere Leute auf oder ab, zu deinen Gunsten?

Was tust du, damit Leute wie du, nur jünger es leichter haben als du früher? Was tust du, damit Leute, GANZ ANDERS ALS DU es leichter haben?

Schenkst du v.a. Frauen Bücher von Frauen? Welche Bücher von Frauen schenkst du an Männer?

Schenkst du deinem Vater Bücher von Frauen?

Schenkst du acht-, zehn- oder vierzehnjährigen Jungs Bücher von Frauen?

Was haben Bücher über Figuren, die ganz anders sind als du, mit dir selbst zu tun?

Schenkst du Heterosexuellen Bücher über Queerness?

Die besten Bücher aus und über Norwegen: neue & noch unbekannte Bücher zum Ehrengast / Gastland der Frankfurter Buchmesse 2019

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Im Oktober 2019 ist Norwegen Ehrengast / Gastland der Frankfurter Buchmesse.

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Ich suchte vorbereitend nach Büchern, die…

a) in Deutschland erschienen und bis heute erhältlich (Link folgt)

b) in Norwegen erschienen und für den deutschen Markt interessant sind.

c) Bücher, die in deutscher Übersetzung vorliegen, aber vergriffen sind (Link)

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100+ Bücher – von denen viele in den nächsten Monaten auch auf Deutsch erscheinen.

(Kurztexte: Klappentexte und Goodreads-Reviews, teils via Google Translate aus dem Norwegischen; meist gekürzt.)

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Johan Harstad: „Hässelby“ (2007)

„Roman über das, was Alberg Åberg, Viktor und Milla als Erwachsene passiert ist: Du willst wissen, wie die Beziehung zwischen Albert und Alberts Vater war, als er in seiner Jugend kam, und du wirst einen Roman voller Verweise auf Star Wars und Twin Peaks lesen. Ein typisches „endzeitliches“ Störgefühl innerhalb der desolaten Maschinerie einer postindustriellen Gesellschaft. “

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Johan Harstad: „osv.“ (2011) [„und so weiter“]

„1994. Tonya Harding, Kurt Cobain, OJ Simpson. Menschen tun schrecklich unmenschliche Dinge: Vietnam, Bosnien, Ruanda, Tschetschenien usw. Wenn Sie denken, dass die Probleme der Dritten Welt Sie in Ihrem gemütlichen westlichen Leben nicht erreichen werden, liegen Sie falsch, und dieses Buch ist ein großartiges Beispiel dafür. Viele große Fragen, die so gestellt und geantwortet werden, dass Sie denken und fühlen müssen. Ein sehr schnelles Lesen mit vielen faszinierenden Charakteren und ihren Geschichten. In diesem Buch geht es um einen ständigen Dialog, in dem Sie das Bedürfnis spüren, sich daran zu beteiligen. Und das Leben geht einfach weiter…“

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Johan Harstad: „Max, Mischa & Tetoffensiven“ (2015) [„Max, Mischa und die Tet-Offensive„]

„Max Hansen ist schlaflos im Mittleren Westen schlaflos. Er ist ein Theaterlehrer auf Tour durch die Vereinigten Staaten. Es kann sein, dass er ein Amerikaner geworden ist. Seit 20 Jahren war er nicht mehr zu Hause: in einem Vorort von Stavanger, wo es so viel Chaos gab wie möglich, während die Väter auf den Plattformen in der Nordsee standen und die Stille über den Häusern schwebte, als sie zurückkehrten. Keiner bekam, was er wollte. Ein Roman über die Anwendbarkeit der vietnamesischen Guerilla-Taktik im täglichen Leben; über hyperrealistische Gemälde von Waschmaschinen und Mädchen, die Shelley Duvall ähneln und eine begehrte Arbeitskopie von „Apocalypse Now“. Vor allem aber über die Frage: Wie lange kannst du wirklich weg sein, bevor es zu spät ist, nach Hause zu gehen?“

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Maria Kjos Fonn: „Kinderwhore“ (2018)

„Die Mutter von Charlotte ist immer zu Hause, trotzdem ist sie nie da. Sie benutzt die meiste Zeit, um zu schlafen, und nimmt starke Schlafmittel. Wenn sie wach ist, gibt sie Charlotte neue Väter. Einer von ihnen zeigt ihr einen Blick auf etwas Anderes, Besseres. Doch es ist zu kurz, und da ist ein neuer Vater. Als Zwölfjährige erlebt Charlotte etwas, das ihr zu viel wird. Sie profitiert von den Pillen ihrer Mutter und ist froh zu entdecken, dass es Möglichkeiten gibt, ihre Gefühle abzulegen. Bald lebt sie eine große Distanz zu sich selbst und zu anderen. Ist es möglich, mit solchen destruktiven Mustern aus einer Kindheit zu brechen?“

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Monica Isacstuen: „Om igjen“ (2014) [„Da Capo“]

„Eine offene und furchtlose Fantasie auf Joyce Hattos Leben und Fall. Und ein Porträt von Ida, die sich selbst in den Rollen von Tochter, Freundin, Mutter fühlt: Die britische Pianistin Joyce Hatto starb 2006 und während ihres letzten Jahres hatte sie Hunderte von CDs aufgenommen. In einem Nachruf wurde sie „Der größte Pianistin der Welt, von der niemand etwas gehört hat“ genannt. Später wurden alle Aufnahmen als Fälschungen enttarnt. Durch die direkte und faszinierende Sprache, die langsam aber sicher eine Geschichte von Fälschung und Täuschung, Freundschaft, Zweifel, das Gefühl von Unangemessenheit in seinen Rollen als Mensch, Mutter, Künstler offenbart, wurde die Geschichte unmittelbar spürbar.“

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Kyrre Andreassen: „For ovrig mener jeg at Karthago bor odelegges“ (2016) [„Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden sollte“]

„Krister Larsen hat einen Mangel an Selbstwertgefühl und Selbstkritik: ein dunkler, lustiger, gruseliger 400 Seiten langer Monolog eines Elektrikers mit professionellem Stolz und vielen Altlasten. Liebe, Aggression, erwachsene Kinder, Fremdenhass und Schwarzarbeit.“

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Tiril Broch Aakre: „Redd barna“ (2015) [„Rette die Kinder“]

„Montag, der 8. Dezember in einem Dorf in Ostnorwegen. Schnee fällt. Tanja wird Tore und Jorid in den Kindergarten und in die Schule begleiten. Ihr Ehemann Paul geht zu einer medizinischen Konferenz nach Brüssel. Vor sechs Monaten starb Tochter Idee, erst 17 Jahre alt. Der Alltag kehrt langsam aber sicher zurück. Leute um sie herum denken, dass sie es gut gemacht haben. Jetzt planen Tanja und Paul eine große Party, um ihrem 20. Hochzeitstag zu feiern. Tanjas Bruder meldet einen Besuch an: Er sagt, dass er aus dem Gefängnis entlassen wurde. Aber es gibt etwas, das nicht passt. Es ist ungewöhnlich dunkel an diesem Tag. Etwas wird durchbrechen. Aber ist es gut oder schlecht? Gibt es etwas, auf dem du ein Leben aufbauen kannst?“

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Tiril Broch Aakre: „Fjällräven gul“ (2016) [„Fjällräven-Gelb“]

„Ein Coming-of-Age-Roman über Sjur, 18 Jahre alt. Frede ist immer noch im Krankenhaus und Sjurs Aufgabe ist es, den gelben Fjällräven-Rucksack mit geheimem Inhalt an verschiedene Orten in Hakadal zu bringen. Zu Hause hat ihr kleiner Bruder Jesper heftige Wutanfälle und der Hund, Houdini, hat sich in den Bergen verloren. Sjur denkt an Pjotr und daran, was letzten Sommer passiert ist.“

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Ellen Emmerentze Jervell:  „Fjellfolk“ (2018) [„Bergsteiger“]

„Fjellfolk ist ein Buch über zwei Generationen ungewollter Kinder, über die Menschen und die Natur und was sie miteinander verbindet: Es war so einfach, eine Familie zu gründen, aber warum war es so einfach, sie zu zerstören?“

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Zeshan Shakar: „Tante Ulrikkes vei“ (2017) [„Tante Ulrikkes Weg“]

„Norwegen in den 2000er Jahren: Zwei Jungs, Mo und Jamal, wachsen auf Tante Ulrikkes Art in Stovner in Oslo auf. Die Eltern hatten eine Hoffnung – doch die Jungs stehen zwishen Vorstadt und Gesellschaft, zwischen Waschcenter und Mensa. Ein unwiderstehlicher und unterhaltsamer Roman über das innere und äußere Erwachsenwerden.“

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Marit Eikemo: „Gratis og uforpliktande Verdivurdering“ (2018) [„Kostenloses und unverbindliches Gutachten“]

„Hanne hat genug vom Alltag mit Mann und Kindern in der alten, beengten Wohnung. Aber nein, das Traumhaus ist aufgetaucht. Was macht der Traum vom Haus mit der Beziehung? Welche Folgen haben kleine und große Betrügereien aus der Vergangenheit für die Entscheidung, die vor ihnen liegt? Ein Roman, der das Zeitgenössische widerspiegelt, mit satirischen Merkmalen und einer ibsenischen Wendung am Ende.“

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Victoria Durnak: „Senteret“ (2017) [„Center“]

„Einsamkeit und postnatale Depression:  Eine junge Mutter zieht nach Skien, um wegzukommen – weg von Oslo. Weg von ihm. Sie verbringt ihre Tage im Hercules Center, besucht die Geschäfte und die Menschen, die darin arbeiten, denkt über sie nach und versucht, mit ihnen in Kontakt zu treten, während sie versucht, die Mutter einer Tochter zu sein, die nicht einmal einen Namen hat. Per Gesetz bleiben sechs Monate, um einem Kind einen Namen zu geben. Sie können viel in sechs Monaten tun. Eine Autorin, 1989 geboren. Ein Buch, ein wenig wie eine Umarmung, ein wenig wie ein Schlag in den Hals.“

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Helga Flatland: „En moderne Familie“ (2017)

„Was passiert, wenn ein Paar beschließt, seine 40-jährige Ehe zu beenden? Nicht so sehr für sie, sondern für ihre erwachsenen Kinder. Das Buch variiert zwischen den Perspektiven der Kinder – Liv, Ellen und Håkon. Als Vater Sverre 70 Jahre alt wird, lädt er die ganze Familie zu einer Feier an der italienischen Riviera. Während des Festes verkünden die Eltern plötzlich, dass sie entschieden haben, dass sie sich scheiden lassen werden.“

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Helga Flatland: „Vingebelastning“ (2015) [„Tragflächenbelastbarkeit“]

„Hauptfigur Andreas ist 30 und wirklich nervig. Alles läuft gut für ihn: gute Arbeit, gute Beziehung und eine Wohnung in Oslo. Doch er ringt darum, im Leben, das er für sich geschaffen hat, einen Sinn zu finden. Er ist Teil der sogenannten „Dessert“-Generation: Ihnen wurde gesagt, sie können alles werden, was sie wollen. Jetzt haben sie unrealistische Erwartungen und sind besessen von sich selbst.“

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Helga Flatland: „Bli hvis du kan. Reis hvis du ma.“(2010) [„Bleib, falls du kannst. Geh, wenn du musst“; Band 1 der Trilogie „Stirb nicht in Afghanistan, weil alle zuhause traurig sein werden.“]

„Der Roman basiert auf drei jungen Freunden aus der Kindheit – Tarjei, Trygve und Kristian – und ihrer Entscheidung, mit den norwegischen Streitkräften nach Afghanistan zu gehen. Keiner der drei wird zurückkehren. Warum sind sie gegangen? Was ist mit den übrigen? Der Roman handelt davon, in einer Sicherheit aufzuwachsen, die von einer Sicherheit umgeben ist, die sich nicht mehr sicher fühlt.“

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Cathrine Knudsen: „Manuell“ (2014)

„In einer Prosa, die auf das, was zwischen Menschen passiert, extrem reagiert, nähert sich Knudsen den wichtigsten Fragen: Was gehört dazu? Was ist Identität? Was ist Fürsorge? Eine Art der Archäologie des Gefühls, die konsequent die Grenzen des Menschen sucht, Grenzen zwischen Mann und Frau, Krankem und Gesundem, Kind und Erwachsenem, Sucht und Freiheit: Als Kind hat Cara ihren Großvater nur kurz getroffen. Jetzt ist sie Mutter und fragt nach den Beziehungen in ihrem Leben.“

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Erik Eikehaug: „James Fanco spytter nar han snakker“ (2017) [„James Franco spuckt beim Sprechen“]

„Über eine Familie, die sich nicht umarmt. Über das Leben in einem Land, das keine Wiener Würstchen verkauft. Im Herbst 1995 ist Kenneth verliebt. Im Sommer 2001 zieht Kenneth nach Hause. Doch zuerst muss er Großmutter knacken, bevor sie stirbt und alle ihre Geheimnisse in die Hölle nimmt. Im Winter 2008 sitzt Kenneth in einer stinkenden Wohnung in Harlem, New York; hat Alpträume über den Stuhlkreis an der Columbia University und wird von Casper dem freundlichen Geist verfolgt. Ein Roman über chinesische Schulmädchen, die mitten in der Prüfung aus dem Fenster springen. Über Arielle und Prinz Erik. Und die Kunst des Spuckens beim Sprechen. Ein Coming-Out-Roman.“

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Tormod Haugland: „Om dyr og syn“ (2017) [„Über Tiere und Anblick“]

„Eine kleine Siedlung in Westnorwegen in den 1960er, 70er und 80er Jahren. Als kleiner Junge entdeckt Tormod auf dem Schreibtisch seines Vaters einen Kampfhandschuh, den er überallhin mitnimmt. Tormod hat nicht immer Kontrolle, weder über sich selbst noch über seine Umgebung. Er wird geboren, um Bauer zu werden, doch gleichzeitig sehnt er sich nach Anna und wird Kunststudent in Bergen. Ein Roman über Tiere und Menschen, Kunst und Natur. Es geht darum, sich zu erheben, ein Mann zu werden und die großen Entscheidungen im Leben zu treffen. Als ältester Sohn soll er das Vermächtnis weiterführen und die Farm übernehmen. Ein Landwirt oder Künstler zu sein sind anscheinend zwei Roadmaps, die sich ausschließen. Tormod sieht seine täglichen Pflichten als Sisyphosisarbeit, als ewigen Kreislauf kleiner Variationen. Die Tiere sollten sie einfach geschlachtet und gegessen werden.“

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Arne Ruset: „Songbok for hesten“ (2017) [„Liederbuch für das Pferd“]

„Haugmann, Dichter dieser Sauerei, führt eine Apfelplantage. Dann wird eine Geisteskrankheit bei ihm diagnostiziert. Beginnend in den 60er Jahren stellt sich die Frage: Ist Haugmann verrückt, oder sein Bruder Karstein, das Pferd Lykke, Nachbarn Rolf Røys und viele mehr?“

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Thorvald Steen: „Vekten av Snokrystaller“ (2006) [„Warten auf Schneekristalle“]

„Ein bisschen deprimierend, aber gut. Unser 14-jähriger Held macht Skispringen und ist entschlossen, allein zu kämpfen, ohne mit seinen Eltern über die psychischen Belastungen zu sprechen. E-Mails aus der Klinik. Das Umkippen von Leben, Krankheit, Körper und Seele.“

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Ruth Lillegraven: „Mellom Oss“ (2011) [„Zwischen uns“]

„Herkunft, Verrat und Spannung in der Familiengeschichte. 1972 geht Dreg nach Chile. Welche Folgen hat das Leben in Oslo 1943 für Tonje, 60 Jahre später? Lässt sich das Lügengespinst entwirren? Von Oslo nach Natzweiler, Santiago, Pennsylvania und West-Norwegen. Wie spiegelt das kleine Leben die große Welt? Drei Generationen. Wann ist es zu spät, sich einander zu nähern?“

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Trude Marstein: „Plotselig hore noen apne en dor“ (2000) [„Plötzlich das Geräusch einer sich öffnenden Tür“]

„Alltag einer jungen Mutter und ihrer vierjährigen Tochter Sara, während ihre Mutter eine Masterarbeit schreibt. Eine Hauptfigur, die sehr bewusst und kritisch auf ihre Handlungen blickt und die Notwendigkeit, darüber nachzudenken, was „natürlich“ und „real“ ist (vs. „künstlich“ und „manieriert“) – in der Erziehung von Sara und in Beziehung zu anderen Menschen. Welche Grundlage in der Realität hat das Selbstbild der Protagonistin? Und was sollten wahrscheinlich verärgerte Leser von der Erziehung halten, die Sara bekommt?“

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Trude Marstein: „Sa mye hadde jeg“ (2018) [„So viel hatte ich“]

„Monika ist 13 Jahre alt und weiß, dass alles, was sie erlebt, einmal zu einer anderen Zeit gehört. Sie ist 27 Jahre alt und Liebhaberin eines älteren Professors. Sie ist 37 Jahre alt und lebt bei Geir, sie haben Maiken, die rhythmisch saugt. Sie ist 46 Jahre alt, hat ein Nebenhaus voller Kriegerhennen und glaubt, dass das Leben aus hoffnungslosen Versuchen besteht, sich zu vereinigen. Sie ist 52 Jahre alt und begegnet dem Gesicht ihrer Mutter im Spiegel über der Gemüsetheke im Supermarkt. Ein Roman über die nie ruhende Sehnsucht nach einem Leben, das reich an Zugehörigkeit, Leidenschaft und Bedeutung ist – aber auch das Gefühl, dass alles ausrutscht, dass nichts hängen bleibt, dass man jemandem zuhören kann oder auch nicht.“

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Nina Lykke: „Opplosningstendenser“ (2013) [„Verfallserscheinungen“]

„Ein Monolog von unten. Das Leben ist am Nullpunkt, in einem 100-Kronen-pro-Tag-Leben in einem Keller in Oslo, nach der Heirat mit Anders, nach Restaurants, Kreditkarten und der wirtschaftlichen Katastrophe. Vom tiefen Fall aus der höheren Mittelschicht, in die Liv in geboren wurde, wächst eine Burleske: die krumme und dunkle Geschichte des menschlichen Unfalls.“

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Nora Szentiványis: „Leiligheten“ (2016) [„Die Wohnung“]

„In einer kleinen Wohnung in Budapest im Jahr 1970 packt ein junges Paar ihr Leben zusammen. Alles, was sie mitbringen, ist ihr Kleinkind und ein Koffer. Sie fliehen aus ihrem Heimatland Ungarn vor einem System des Terrors. Die Großmutter des Kindes bleibt, allein gelassen. Der Roman ist die Geschichte der Großmutter, erzählt mit Kummer und Abstand vom erwachsenen Enkelkind. Es ist ein Roman über das Leben abseits des Nächsten und über eine Flucht, die immer das Leben derer, die gegangen sind, beeinflussen wird – und desjenigen, der bleibt.“

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Linn Stromsborg: „Furuset“ (2013)

„Ein gut geschriebenes und leicht zu lesendes Buch, das ein wenig über nichts, aber auch über wichtige Dinge handelt. Ein Roman über einen kleinen Ort am Rande eines riesigen und all die Menschen , die dort leben, Freundschaft und Einsamkeit und den Klang von Musik durch die großen Kopfhörer und davon, einen Schritt zurück zu nehmen, bevor Sie zwei nach vorne machen könnten.“

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Linn Stromsborg: „Du dor ikke“ (2016) [„Du stirbst nicht“; Fortsetzung von „Furuset“]

„Eva lebt ein relativ normales und gutes Leben: Jobs, eigene Wohnung, neue und alte Freunde und so weiter. Keine Sorge, nach außen. Doch eines Tages, auf dem Badezimmerboden, bekommt sie eine Panikattacke. Menschen sterben die ganze Zeit. Ohne vorherige Ankündigung. In jedem Alter. Also warum nicht Eva? Dann kommt die beste Freundin Miriam aus Paris. Dann sitzen sie auf dem Boden und reden. Dann putzen sie die Wohnung. Dann sitzen sie auf dem neuen Boden. Dann liegen sie im Bett und reden. Wie weiterleben, wenn Sie überzeugt sind, dass Sie sterben werden? Ein sehr kleiner und fast unendlich großer Roman – darüber, wie eine oft unerklärliche und scheinbar grundlose Angst die Menschen beeinflussen kann. Eine Geschichte über das Weiterleben im Kampf. Und, wie Freunde nicht aufhören anzurufen, auch, wenn Sie nie zurückrufen.“

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Ingvar Ambjornsen: „23-Salen“ (1981) [„Schlafsaal 23“?]

„20 chronisch kranke Patienten in einer psychiatrischen Klinik. Das Buch spielt vor einiger Zeit, doch dieselbe Misshandlung und unmenschliche Behandlung findet heute statt – in psychiatrischen Anstalten im ganzen Land. Eine scharfe und harte Darstellung eines versteckten Kapitels der norwegischen Gegenwart.“

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Pedro Carmona-Alvarez: „Rust“ (2009) [„Ruhe“]

„Es geht um die Band THE WHITE HOUSE, um Kameraden Daniel und Thomas und ihre Beziehung zu Passolini und Miguel Ángel Darío Cortez, der auf dem Höhepunkt seiner musikalischen Laufbahn verschwindet und seine Freunde in einem Vakuum lässt. Die Geschichten reichen zurück bis in die 60er Jahre in Santiago de Chile, zum Militärputsch von 1973; Entführungen von Kleinkindern in Uruguay, Exilräume in Uppsala und Stockholm, Berlin und Barcelona; in die Realität voller Terror und Gewalt, von Verschwinden und Leere und Leid. Ein Roman über Generationen, über Erinnerung und Vermächtnis, Exil, Rache und Nostalgie, aber auch über Liebe, Musik, Erziehung, Einheit und Verwirrung.“

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Pedro Carmona-Alvarez: „Bergen ungdomsteater“ (2016) [„Jugendtheater Bergen“]

„Der Vater von Marita ist in die Vereinigten Staaten gereist. Die Mutter nimmt das Mädchen von Oslo nach Bergen, um im Sommer 1982 ein neues Leben mit ihrem neuen Freund zu starten. Johannes ist Anwalt und will ein Jugendtheater leiten. Später, in den frühen 90ern, geht Marita zu ihrem Vater nach Kalifornien. Ein Roman über Freundschaft und Liebe und darüber, was dich zu dem macht, der du bist.“

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Jens M. Johansson: „Bryllup og Begravelser“ (2013) [„Hochzeiten und Beerdigungen“]

„Hochzeiten und Beerdigungen. Namenstage, Weihnachtsfeiern und Abendessen am Sonntag. Die Familie ist versammelt und jedes Mal ist es so, als ob die ganze Geschichte erzählt wird. Alle Männer werden geliebt. Die Enttäuschungen, die du trägst. Bestrebungen. Das Geschenk, für das sie nur danke sagen, weil es der Gedanke ist, der zählt. Das Leid, das alles umgibt.  Jens ist erst 22 Jahre alt, als sein Vater an einem Herzinfarkt stirbt. Fast zwanzig Jahre später fällt seine Mutter um. Ihr Gedächtnis ist betroffen. „Ich bin nichts ohne meine Erinnerungen“, sagt sie. Es geht um den Moment, in dem du verstehst, dass du an der Reihe bist, dich um die anderen zu kümmern. Und dann geht es um Jens, Autor und bald vierzig, sehr geliebt und furchtbar ängstlich.“

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Elin Asbakk Lind: „Punktum midt i en vakker setning“ (2016) [„Interpunktion mitten in einem schönen Satz“]

„Mattias trennt sich und flüchtet spontan zu seiner älteren Großmutter auf einer Insel am Fjord. Er weiß nicht, warum er dorthin geht und war nicht dort, seit er klein war. Auf der Insel stolpert er über Marys eigene Geheimnisse und ihr Trauma. Zusammen lernen Mattias und Mary etwas Wichtiges über Verlust, Vermissen und den Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein. Ein schöner und subtiler Roman, wo zwei Leute mit scharlachroten Herzen Schutz in einer norwegischen prächtigen und wilden Nordlandschaft suchen. “

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Ragnar Hovland: „Ei Vinterreise“ (2001)

„Dies sind zwei Bücher in einem: Eine magische Realismus-Geschichte über einen Priester auf einer Autoreise auf der Suche nach der verlorenen Liebe seines Lebens: Johanna; und ein Tagebuch über die Krebsbehandlung des Autors. Sardonisch, hart, knochentrocken.“

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Espen Haavardsholm: „Tjue“ (2006) [„20“]

„Es ist Oslo Mitte der 60er Jahre, Nils ist 20 Jahre alt und Student. Er wird Marias Freund, doch reist mit dem Rucksack durch Europa. Nils träumt davon, Schriftsteller zu werden und aus dem bürgerlichen Leben auszubrechen. Zakk hat seinerseits das Ziel, „eine Bombe zu zünden, eine Täuschung aufzudecken und die Literatur abzulehnen“. Ein autobiografischer Roman über gewalttätige Träume, Ambitionen und Sehnsüchte.“

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Espen Haavardsholm: „Til Nuuk“ (2014) [„Nach Norden“]

„Espen reist von Oslo nach Kopenhagen, um seinen alten Freund Klaus und seine Familie zu besuchen. Klaus wird in die Psychiatrie eingeliefert. Klaus‘ Frau Sarah hat die Hoffnung, dass Espen Klaus helfen kann, der versucht hat, sie zu töten. Espen spekuliert viel über den Grund. Was versteckt Klaus und was versteckt Sara? Sara kommt aus Grönland und hat weitere Verwandte in Kopenhagen, darunter auch einige Heroinisten, denen Espen begegnet.“

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Alf van der Hagen: „Leseren. En Samtale med Henning Hagerup“ (2017) [„Leser. Ein Gespräch mit Henning Hagerup“]

„Henning Hagerup (geb. 1959) gilt als einer der führenden Kritiker und Essayisten seiner Generation. Ein intimes Porträt eines Kritikers und Schriftstellers. Das sind Gespräche, die die Lektüre als Quelle immer größer werdender Vorstellungskraft, Lebensfreude und Empathie im Leben anderer Menschen verraten.“

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Jens Bjorneboe: „Under en hardere Himmel“ (1957) [„Unter einem härteren Himmel“]

wurde das echt nie übersetzt – oder finde ich die deutsche Ausgabe nur nicht? „Eine bewegende Geschichte darüber, wie blinder und missverstandener Idealismus dazu führt, dass Alt und Jung während des zweiten Weltkriegs die falsche Seite wählten. Auch eine scharfe Kritik, wie der norwegische Staat und die norwegische Gesellschaft sie nach dem Krieg behandelten. 92.000 Menschen waren nach dem Krieg von der Gerichtsverhandlung erfasst. 55.000 von ihnen wurden bestraft. Was taten sie? Wer waren sie? Welche Konsequenzen hatte es für sie, verachtet zu werden? Wie objektiv war der Prozess? Jens Bjørneboe folgt in diesem glanzvollen Roman einer Gruppe von einfachen Menschen aus den 30er Jahren bis ins Gefängnis im Jahr 1945.“

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Dag Solstad: „Roman 1987“ (1987)

„Von Dagningen 1961 nach Lillehammer, als Student und später Dozent für Geschichte, dann sieben Jahre Selbstproletarisierung als Fabrickarbeiter. Am Ende des Romans fragt sich Fjord, ob er seine Illusionen und Visionen verloren hat; er zieht sich in die Privatsphäre zurück. Der Roman ist ein kontinuierlicher Monolog des Erzählers. Der Autor hat das Buch folgendermaßen charakterisiert: „Es ist kein Roman, der etwas spricht, sondern murmelt.».“

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Dag Solstad: „T Singer“ (1999)

„T SINGER ist eine Übung im Alltäglichen – ein Marathon des Alltäglichen. Diese seltsame Charakterstudie ohne Handlung war eine intensive Lektüre: Die Hauptfigur hat nicht viel Charakter, wenig Energie oder Mut, und er ist leicht beschämt (Kafkas Charaktere kommen mir als Vergleiche in den Sinn). Mehrere Male im Buch fragt Solstad (in der autorenhaften Stimme, metafiktional), warum das Buch eine solche Person ins Zentrum stellt.“

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Mattis Oybo: „Elskere“ (2016) [„Liebhaber“]

„Juli 2011. Mikkel wartet in einem Hotelzimmer in Oslo auf Anna. Seit mehr als einem Jahrzehnt treffen sie sich heimlich, ein paar Stunden an jedem vierten Freitag und kehren dann ins ihre Leben zurück: zu Ehepartner und Kindern. Aber an diesem Freitag erscheint Anna nicht: Im Regierungsgebäude in Oslo wird eine Bombe gezündet. Reichen alle vier Freitage, zehn Jahre lang für zwei Stunden, um die Geschichte eines ganzen Lebens zu erzählen? Ein Roman über Trauer im Schatten einer nationalen Trauer. Über die Freude, im Verborgenen zu leben. Und über die Konsequenzen für Sie und andere.“

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Brynjulf Jung Tjonn: „Alt det lyse og alt det morke“ (2017) [„All das Licht und all das Dunkle“]

„Vibeke lebt in der Anstalt. Sie hat die Vorhänge zugezogen. Sie mag den Blick auf den Wald nicht. Eines Tages kommt ihre Tochter zu Besuch: Mutter und Tochter haben sich nicht mehr gesehen, seit Hildegunn sechs Jahre alt war. Die Tochter ist jetzt erwachsen geworden. Vibeke hat entschieden, dass diesmal alles anders sein wird. Ein bisschen Licht und viel Dunkelheit in diesem Roman. Spannende Perspektive , in der alles aus Sicht des Kindes geschieht und wir aus ihren Gedanken, Überzeugungen und Phantasien auf die Fakten schließen müssen.“

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Brynjulf Jung Tjonn: „Lyden av noen som dor“ (2008) [„Der Klang von jemandem, der stirbt“]

„Ein intensiver, brutaler und poetischer Roman über etwas, das nie passieren sollte, aber immer noch überall passieren kann. Clemence wuchs auf der Familienfarm auf, einem abgelegenen Ort entlang von Fjorden und Bergen, und aus seiner Sicht lernen wir eine dysfunktionale Familie kennen. Zusammen mit den Hauptfiguren verlieren wir unser Konzept von Zeit und Ort und lösen uns langsam von der Realität: Der Autor hat einen fast poetischen Stil in der Art, wie er die alltäglichsten Dinge bis ins groteskeste Detail beschreibt, während wir nicht immer alle Informationen bekommen, die wir wollen.“

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Rune Christiansen: „Ensomheten i Lydia Ernemans liv“ (2014) [„Einsamkeit in Lydia Ernemanns Leben“]

„Lydia Erneman wuchs als Einzelkind auf einem kleinen Bauernhof im nördlichen Jämtland auf. Sie wird Tierärztin aus und zieht nach einigen Jahren in Skåne in eine kleine Siedlung. Wir folgen Lydia in ihrer Arbeit als Tierärztin, die den wechselnden Jahreszeiten und den Routinen des Lebens folgt. Der Kontakt mit den Eltern ist sporadisch. Ein bemerkenswerter, nostalgischer und vertraulicher Roman, geschrieben in einer konsistenten, bewegenden und außerordentlich reichen Sprache.“

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Nils-Oivind Haagensen: „Er hun din?“ (2016) [„Ist das deine?“]

„Es ist Sommer und Are wird zu einem Freund zum Geburtstag eingeladen, in ein Sommerhaus auf einer Insel. Dort ist die sechsjährige Eira, die beginnt, Are Fragen zu stellen. Die Gespräche öffnen Räume, die Are schon lange geschlossen hat: Die Geschichte seines Kindes, das nie geboren wurde. Die Geschichte der Liebe, die nicht fortgesetzt werden konnte. Die Party der Erwachsenen dauert mehrere feuchte Tage, bis plötzlich ein Unfall eintritt und Are die Insel in Eile verlassen muss. Er trägt nicht einmal seine Schuhe. Ein heller, warmer und schöner Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft.“

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Heidi Linde: „Talte Dager“ (2017) [„Gesprochene Tage“]

[Mainstream-Roman, der vielen zu flach ist.] „Karin verliert ihre jugendliche Tochter Kaja – ohne zu wissen, dass die hässlichen Worte, die zwischen ihnen liegen, die allerletzten sein werden. Vier letzte Tage durch eine Vielzahl von Geschichten und Schicksalen: Der junge Arzt Jonas. Studentin Ingeborg, die über das Gefängnisleben forscht. Das junge Mädchen, das endlich den leiblichen Vater gefunden hat und merkt, dass er keine Lust hat, gefunden zu werden. Ein Buch der Güte und Unerbittlichkeit in den Beziehungen, auf die wir bauen, und darüber, wie kleine Dinge unvorstellbare Konsequenzen haben können.“

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Lars Petter Sveen: „Eg kjem tilbake“ (2011) [„Ich werde zurück sein“ / „I’ll be back“]

„In einer Sommernacht hatte der Himmel Streifen, und er saß am Fenster und sah sie durch das Gras kommen. Der Vater stand draußen, die Waffe lag auf dem Schrank oben an der Tür. Ein Roman, der sich von denen der norwegischen zeitgenössischen Prosa unterscheidet: eine actiongeladene Geschichte, die gleichzeitig gruselig und schön, brutal und schwierig; und durch die poetische und effektive Sprache vor allem ein treibendes und spannendes Buch.“

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Lars Petter Sveen: „Fem Stjerner“ (2017) [„Fünf Sterne“]

„Fünf junge Menschen fliehen: Aisha und Said sind Kindersoldaten, schaffen es aber aus dem Lager außerhalb von Mogadischu in Somalia zu entkommen. Später treffen sie die Isir, Aaliyah und Khadar. Sie versuchen, nach Europa zu kommen und beginnen eine Reise, die sie von den Zelten der Flüchtlingslager zu Truckern durch die Wüste, von brutaler Gefangenschaft zu den Wellen des Mittelmeers führt.“

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Eivind Hofstad Evjemo: „Det siste du skal er et ansikt av kjaerlighet“ (2012) [„Das letzte, was zu sehen ist, ist ein Gesicht der Liebe“]

„Das Buch beschreibt fast eine ganze Gesellschaft. Sogar der Boden einer Turnhalle hat ein eigenes kleines Kapitel. Im Wesentlichen haben wir eine Familie, mit Vater Roy, Sohn Aksel und Kjersti, die behinderten Schülern assistiert. Wir folgen ihrem täglichen Leben und seinem unauffälligen Drama. Vater Roy erreicht seine beiden Kinder weder emotional noch sozial. Kjersti versucht, eine Art von Romantik mit dem Taxifahrer Morgan zu initiieren. Es geht um die Träume, die du an einem Ort hast, an dem alles weit weg zu sein scheint. Fast alle tauchen auf und beschreiben Teile ihres Lebens. Der Busfahrer, der Fahrlehrer, die Krankenschwester, der Schulleiter, die Schüler und sogar der Kronprinz. Insgesamt wird ein scharfer sozialer Überblick gemacht. Die soziale Hierarchie, erforscht in einer beladenen und sinnlichen Sprache.“

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Marit Eikemo: „Mellom oss sagt“ (2006) [„Unter uns gesagt“]

„Die Studienzeit ist vorbei und die Gemeinschaft zerbröckelt. Durch Regines Job als Staatsanwalt in Aetat bekommen wir Einblick in das Leben und die Talente der Menge, die ihn täglich umgibt. Die Absurditäten des Lebens sind klar. Eine witzige und scharfe, tragische und schmerzhafte Darstellung von Freundschaft und Einsamkeit und von der Klaustrophobie der Gemeinschaft.“

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Jan Roar Leikvoll: „Eit Vintereventyr“ (2008) [„Ein Winterabenteuer“]

„Ein Arbeitslager: Im brutalen und grausamen Nachtleben sehnt sich die Hauptfigur danach, geliebt zu werden. Eine Geschichte von Wahnsinn und Abgrund, aber auch von Liebe und Sehnsucht. Eine angespannte Dynamik in diesem dunklen Roman. “

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Peter Franziskus Strassegger: „Stasia“ (2012)

„Ein Buch über ein Tagelöhner-Paar und ihre beiden Kinder Stasia (15) und Armin (9), die an die deutsche Grenze reisen, um ein Haus zu bauen. Ein Roman über Kindheit und Vernachlässigung, Nostalgie und alte Kindheitsängste. Wie eine langsame Kaskade aus mildem psychologischen Horror.“

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Margaret Skjelbret: „Du skal elske lyset“ (2011) [„Du liebst das Licht“]

„Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Trauer, die Trauer eines Kindes über einen toten Vater, eine Trauer, die so tief und allumfassend ist, dass sie ein ganzes Leben belastet. Eine streng religiöse Gemeinde. Alva ist acht Jahre alt. Der glückliche Vater ist tot, und ihre Mutter zieht mit Alva und Schwester zurück in ihr Elternhaus, das sie verlassen musste, als sie nicht kirchlich heiratete. Alva begegnet einer Welt, die von strenger Gottesfurcht, von Verbot und Verzweiflung geprägt ist. Und von vielen Geheimnissen.“

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Stig Holmas: „Regn“ (2008)

„Zwei Brüder wachsen in Bergen in den 1950er Jahren auf. Der Vater ist Meteorologe und sie können seine Stimme nur im Radio hören. Dann schlagen die Unfälle zu. Dies ist eine Geschichte der Unschuld und des Desasters, über brüderliche Liebe, gebrochene Träume und vorsichtige Hoffnung.“

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Mirjam Kristensen: „Jeg har ventet par deg“ (2014) [„Ich habe auf dich gewartet“]

„1942. Die Schwestern Paula, Matilde, Edit und Milly Olsen wachsen auf einer kleinen Insel an der Südküste auf. Im Nachbarhaus lebt die Familie Didrikson im Ruhestand; und eines Tages kommt ein Ehepaar mit dem Pflegesohn David an. Er ist ein jüdischer Flüchtling. David und Paula treffen sich jede Nacht im alten englischen Garten der Insel. Bis zum Tag, als die kleine Milly auf dem jährlichen Sommerausflug ertrinkt. Kurz darauf beginnt die Verfolgung der norwegischen Juden und David verschwindet aus Paulas Leben. Viele Jahre später wird Anna Vårø Erbin der grandiosen Paula Therese Olsen. Anna fängt an, Paulas alte Tagebücher zu lesen. Was geschah, dass Tante Paulas Leben zu dem wurde, was es wurde?“

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Lars Amund Vaage: „Syngja“ (2012)

„Als junger Mann arbeitet er als Busfahrer und träumt vom Schreiben. Eines Tages steigt ein Mädchen in den Bus. Jetzt ist er ein etablierter Schriftsteller; Kann er jemals den Roman über sie schreiben? Ein Buch, schön und zum Nachdenken anregend, nackt und offen, über das Leben mit einer Tochter mit Autismus. Der Roman ist ein Versuch, ihre Geschichte zu schreiben. Es geht darum, wie schwierig, aber auch wichtig es ist, jemanden zu verstehen, der nicht leicht zu verstehen ist.“

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Marita Hansen: „Og hver morgen vakner jeg“ (2016) [„Und jeden Morgen wache ich auf“]

„Im Frühsommer 2013 wird sich Marita Vidar treffen. Sie bekommen 231 Tage zusammen bevor er plötzlich und unerwartet in ihren Armen stirbt. Er existiert nicht mehr. Das Buch sagt dir, wie unmöglich es ist zu verstehen, dass der, den du liebst, weg ist. Ein Buch über das Weitergehen nach dem Undenkbarsten.“

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Gunnhild Corwin: „Idas Dans“ (2005) [„Idas Tanz“]

„Eine junge Frau, 18 Jahre alt, bei der akute Leukämie diagnostiziert wird. Ihre Mutter hat das Buch geschrieben, das die 14 Monate ihrer Krankheit bis zum Tod erzählt, und ihre drei älteren Schwestern, ihren Bruder, ihren Freund und ihre anderen Freunde zeigt, basierend auf Tagebüchern und Briefen.“

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Trude Lorentzen: „Mysteriet Mamma“ (2013)

„Dies ist die Geschichte von Mia. Eine glückliche Frau wurde so plötzlich und unerklärlich psychisch krank und beging Selbstmord, als Trude 15 Jahre alt war. Jetzt ist Trude erwachsen und selbst Mutter. Kann sie jetzt mehr verstehen? Die Liebeserklärung einer Tochter an eine Mutter, die es versäumt hat zu leben.“

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Levi Henriksen: „Her Hos de Levende“ (2017) [„Her mit den Lebenden“]

„Das Haus, das Hermann Henriksen mit eigenen Händen baute, wurde verkauft und muss abgerissen werden. Hermann, der jahrelang im Wald gearbeitet hat. Wer war er wirklich? Hermanns Sohn hat das alte und verlassene Haus betreten. Er weiß wenig über die Erziehung und die dunkle Vergangenheit des Vaters. Mit zwei alten Landschaftsbildern und einem späten siebten Sinn versucht er, den Bruch des Lebens seines Vaters zu kleben. Ein Roman über geliehene Sprungski, gestohlene Angelruten und warme Hände.“

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Tiger Garté: „Fluglehotellet“ (2012) [„Vogelhotel“]

„Nach einem langen und schweren Leben als Arbeiter in der Aluminiumfabrik stirbt Bår Meldal. Fünf Jahre später kehrt der Enkel Tor nach Øra zurück, um dort einen Sommerjob zu machen und bei Oma Lilly, Witwe von Bår, zu leben. Tor sitzt mit dem Gefühl, dass er den Großvater nie richtig kennen gelernt hat. Tor muss kämpfen, um mit der rauen Umgebung fertig zu werden. Zur gleichen Zeit schaffen die Geschichten zu Bårs ehemaligen Kollegen und Freunden ein immer komplexeres Bild des Großvaters. Ein Bild, auf das sich Tor allmählich beziehen muss, obwohl er nicht immer mag, was er sieht. Der Roman basiert auf den eigenen Erfahrungen des Autors.“

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Ivo de Figueiredo: „En freemmed ved mitt bord“ (2016) [„Ein Fremder an meinem Tisch“]

„“Wo beginnt die Geschichte des Vaters?“ Ivo de Figueiredo fragt mit 45 Jahren nach einer unbekannten Familiengeschichte auf vier Kontinenten: in fünf Jahrhunderte kommen und vergehen Imperien. Die Familie des Vaters wanderte von der portugiesischen Kolonie Goa an der Westküste Indiens nach Britisch-Ostafrika aus. Sie waren Inder mit europäischen Gewohnheiten und Werten. Als das Empire zusammenbrach, mussten sie sich weiter nach Westen kämpfen. Einige kamen in die Vereinigten Staaten und England, doch einer endete in Bamble, an der Küste von Telemark in Norwegen. Die Geschichte einer Familie, die niemals verloren geht, sondern sich immer wieder findet.“

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Trude Teige: „Mormor danset I regnet“ (2015) [„Großmutter tanzte im Regen“]

„Juni hat das Haus der Großeltern geerbt und kehrt auf die Insel zurück, auf der sie aufwuchs. Beim Hausputz findet sie ein Bild der Großmutter mit einem deutschen Soldaten und einen Brief von 1946 mit deutschen Poststempel. Juni ist völlig unbekannt, dass die Großmutter kurz nach dem Krieg in Deutschland war und sie beschließt, zu recherchieren. Schließlich versteht Jun, dass das Geheimnis der Großmutter nichts anderes ist, als dass sie ein deutsches Mädchen war.“

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Thorvald Steen: „Det hvite Badehuset“ (2017) [„Das weiße Badehaus“]

„Im Dezember ruft eine unbekannten Frau an und sagt, sie sei seine Cousine. Die Familie wurde noch nie erwähnt. Jetzt entdeckt er neue Wahrheiten und Verwandte, und mit ihnen erscheinen schwierige Fragen. Er lebt mit einer Erbkrankheit und nutzt einen Rollstuhl. Ist die Geheimhaltung in der Familie mit dem Chromosomenfehler verbunden, den er erbte? Thorvald Steen geht dort hinein, wo es brennt. Der Roman ist eine tiefgründige und bewegende Geschichte über Herkunft, Scham, Verzweiflung und die Kosten, ehrlich zu sein.“

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Ida Jackson: „Morfar, Hitler og jeg“ (2014) [„Opa, Hitler und ich“]

„Ida Jackson ist Enkelin von Per Pedersen Tjøstland – SS-Mann, Frontkämpfer und Redakteur der nationalsozialistischen Wochenzeitung Germananen. Durch Zufall erfuhr sie vom Hintergrund des Großvaters erfahren – und musste ihre Familie und sich selbst in einem ganz neuen Licht sehen musste. Sie erlaubt dem Leser eine Reise ins ideologische Universum der germanischen SS Norwegen, der vielleicht extremsten Organisation in Norwegens Geschichte. Sie nutzt die Begegnung mit dem Extremismus der Vergangenheit, um extreme Strömungen heute zu verstehen“

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Marte Michelet: „Den storste Forbrytelsen“ (1947) [„Das größte Verbrechen: Opfer und Täter im norwegischen Holocaust“]

„Eine schockierende Geschichte über Frontkämpfer, die Staatspolizei und die Nazi-Bürokraten, die den Völkermord in Norwegen erlaubten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam das junge jüdische Ehepaar Benzel und Sara Braude nach Kristiania. An einem anderen Rand der Stadt wird Stian Bech jr. erwachsen. Er ist der Sohn eines antisemitischen Obersten Richters und kämpft darum, den Erwartungen gerecht zu werden. Der Krieg gibt Bech jr. neue Möglichkeiten. Wer wollte die Juden in Norwegen auslöschen? Warum und wie könnte dieses Verbrechen passieren? Marte Michelets sorgfältige Überprüfung des norwegischen und deutschen Archivmaterials zeigt eine schockierende Geschichte und zugleich ein lebendiges Bild des jüdischen Lebens in Norwegen zwischen den Kriegen und in den tödlichen Besatzungsjahren.“

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Simon Stranger: „Leksikon om lys og morke“ (2018) [„Lexikon über Hell und Dunkel“]

„Was machte den bescheidenen Schustersohn Henry Rinnan zu einem der härtesten Faschisten Norwegens? Und warum sollte eine jüdische Familie nach dem Krieg in das Rinnan-Hauptquartier ziehen: ins Haus, das als Symbol des Bösen stand? Als Simon Stranger erfährt, dass die Familie seiner Frau in jenem Haus lebte, beginnt er in der Geschichte zu graben. Stranger stellt Stücke zusammen, die sich über ein Jahrhundert erstrecken und die schönsten und verletzlichsten Seiten des menschlichen Lebens berühren.“

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Sumaya Jirde Ali: „Ikkje ver redd sanne som meg“ (2018) [„Hab keine Angst vor mir wie ich“]

„Ich war dreizehn Jahre alt und entkam nicht dem Politischen. Ich trug es mit mir.“ Sumaya Jirde Ali kam als Kind nach Bodø. Am 22. Juli 2011 wurde sie in Oslo von dem Angriff betroffen: ihre eigene Identität und Zugehörigkeit. Wir bekommen auch einen Einblick in das, was wir tun, um dem Hass entgegenzuwirken.“

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Camara Lundestad Joof: „Eg snakkar om det heile tida“ (2018) [„Ich rede die ganze Zeit darüber“]

„Camara Lundestad Joof ist in Norwegen geboren, mit norwegischer Mutter und gambischem Vater. Das Buch zeigt den Rassismus, den Sie weiterhin erlebt, der ihre Tage infiziert und immer mitgedacht werden muss.“

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Marte Spurkland: „Klassen – fortellinger fra et skolear“ (2017)

„Während des Schuljahres 2016/17 hat die Journalistin und Schriftstellerin Marte Spurkland sieben Schüler*innen und ihre Lehrer*innen in der dritten Klasse der Sekundarstufe II begleitet. Die Schüler haben keine findigen Eltern, die die Probleme für sie lösen. Sie kämpfen darum, in etwas im Leben einsteigen. Holen sich das Zertifikat, das Ticket in die Zukunft. Was gewinnen wir als Gesellschaft, in der mehr Menschen den richtigen Weg gehen?“

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Anette Trettebergstuen, Bard Nylund:  „Homo“ (2017)

„Informativ und gut, aber generell „nur“ Mittelmaß: Wenn Sie ein Lern- und Spaßbuch über Queerness suchen, lesen Sie es. Mit Texten von u.a. unter anderem Nils Bech, Jens Stoltenberg, Knut Anders Sorum, Linn Skåber.“

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Line Baugsto: „Vi skulle vaert lover“ (2018) [„Wir hätten Löwen sein sollen“]

„Ein neues Mädchen in der Klasse! Malin ist aufgeregt. Vielleicht ist es eine neue beste Freundin? Doch das neue Mädchen ist sehr schüchtern: Leona ist nicht einfach zu erreichen. Es stellt sich heraus, dass sie ein Geheimnis versteckt, ein Geheimnis, das in der Garderobe des Turniers brutal offenbart wird. Leona [ist trans]. Dann bekommt Malin eine neue Herausforderung: Ist sie mutig genug, um Leona zu verteidigen?“ [Hm. Klingt von oben herab & nicht sehr empowernd. Bleibt Leona Nebenfigur ihrer eigenen Geschichte?]

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Monica Flatabo: „En sann jente“ (2017) [„So ein Mädchen“]

„Andrea Voll Voldum ist bewusstlos und wird von drei Männern weg getragen. Sie sagt, sie wurde stundenlang vergewaltigt. Mit Erfahrung und Hingabe erzählt Monica Flatabø eine erschütternde Geschichte über Vergewaltigungen im heutigen Norwegen. Warum gibt es so viele Jugendliche, die nicht wissen, was Vergewaltigung ist? Wie sprechen wir mit unseren Söhnen über Sex? Und warum ist Vergewaltigung immer noch ein großes soziales Problem in einem gleichwertigen und zivilisierten Land wie Norwegen?“

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Madeleine Schultz, Marta Breen, Jenny Jordahl: „F-Ordet“ (2015) [„Das F-Wort. 155 Gründe, Feminist*in zu werden“]

„Eine neue feministische Welle ist über uns! Gute Tipps, wie Sie typische Argumente und Klischees in der Debatte über Geschlechtergleichheit begegnen können. Das „F-Wort“ ist ein lustiges und politisches Selbsthilfebuch für diejenigen, die sich fragen, ob Sie Feministin sind oder nur bestätigen wollen, dass Sie Recht haben.“

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Tengehanne, Jostein Larsen: „Lykke til!“ (2017) [„Viel Glück! 52 Dinge, die du leider benötigst.“]

„Dein Leben wird aus einer endlosen Anzahl von Überraschungen bestehen. Selbst hier in einem der besten Länder der Welt wirst du Herausforderungen meistern. Du wirst deine Eltern enttäuschen. Aber nimm es leicht! Das ist in Ordnung! Hier sind 52 Dinge, die du erkennen und über die du lachen kannst. Passt gut als leichtes Geschenk für 18-jährige.“

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Janne S. Drangsholt: „Winterkrigen“ (2018) [„Der Winterkrieg“]

[Band 3 einer Serie] „Ingrid Winters Alltag ist wie immer von Herausforderungen geprägt. Bei der Arbeit: offene Bürolandschaften mit Clean-Desk-Politik und neuen synergiebildenden Formen des Teamworks, im Gegensatz zu Ingrids Traum vom Professortitel und Sabbatjahr. Zu Hause hat Ingrid Sorgen über Tochter Alva, die auf dem Fußballplatz in die falsche Richtung läuft und in der Klasse schikaniert wird. Zu Weihnachten sind Eltern und Schwiegereltern eingeladen.“

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Lene Wold: „Aere vaere mine dotre“ (2017) [„Ehre sei meinen Töchtern“]

„Ehrenmorde aus der Perspektive des Mannes. In den letzten drei Jahren verbrachte Lene Wold viel Zeit in Jordanien mit einem Vater, der sowohl seine Mutter als auch eine seiner beiden Töchter getötet hat, um die Familienehre wiederherzustellen. Wold hat mit der zweiten überlebenden Tochter gesprochen, die mehrere Jahre im Gefängnis war, zur Strafe für einen Mordversuch, mit dem sie sich vor ihrer Familie schützen wollte. Eine erschütternde Geschichte darüber, was einen Vater dazu bringt, gemeinschaftliche Werte vor das Leben der eigenen Kinder zu stellen.“

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Kristine Storli Henningsen: „Antisuper“ (2015)

„Beruhigender Spaß. Niemand ist die ganze Zeit glücklich. Die Autorin erreichte mit dem Blog Antisupermamma ein großes Publikum. Doch sie war anti-super, lange bevor sie drei Kinder in drei Jahren bekam. In ihrer ersten Ehe versuchte sie, einen Drogenabhängigen zu erfreuen. Als sie wieder heiratete, kam sie zu spät zur Hochzeitszeremonie. Kristine ist ausgebildete Figurentherapeutin und vertieft sich in den Perfektionismus der Moderne. Sie gibt uns eine neue Sicht dessen, was erstrebenswert ist. Nach dem Lesen dieses Buches fühlt es sich großartig an, ein gewöhnlicher Mensch zu sein.“

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Helene Uri: „Hvem sa hva?“ (2018) [„Wer hat was gesagt?“]

„Er sät wie ein Mädchen. Sie hat Haare auf ihrer Brust. Er fährt wie eine Kutsche, und es ist Zeit, dass sie sich aufregt. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Helene Uri mit Sprache und Geschlecht. Sind Frauen in ihrer Sprache indirekter? Sie hat auch Gesprächen im Bus und auf der Party gehört, sie hat die Redezeit gemessen. Ein Buch darüber, wie Sprache die Realität spricht, aber auch wie sie sich formt.“

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Karin Fossum: „De Gales Hus“ (1999)

„Hajna ist eine sehr junge und elende Frau. Sie rennt durch ein Fenster und möchte sich umbringen, aber sie scheitert und überlebt. Eine schöne und genaue Wiedergabe davon, wie man in einer psychiatrischen Abteilung in Norwegen lebt.“

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Anja H. Hagelund: „Med himmelen under oss“ (2015) [„Mit dem Himmel unter uns“]

„Ein kurzer Roman über Verletzlichkeit, Beziehungen zu anderen Menschen und grüne Turnschuhe. Erika, 25, geht gern mittwochs in die Bibliothek. Es geht auch um Ole, der an einem Ort arbeitet, an dem „niemand wirklich sein will“. Erika hat Zwangshandlungen. Dies ist kein trauriges Buch: Sie können Humor finden und Tragikomik. Ein kleines Juwel von zwei verschiedenen Menschen, die ihr Leben nicht komplett in Ordnung bringen und sich in ihrer Andersartigkeit wiederfinden. Voller Wärme und Humor. Doch die Sprache hätte von einem besseren Lektorat profitiert.“

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Kristine Getz: „Hvis jeg forsvinner, ser du meg da?“ (2012) [„Wenn ich verschwinde, siehst du mich dann?“]

„Eine gut geschriebene Darstellung des Kampfes einer Frau mit ihrer Essstörung. Es war schwierig, das Buch wegzulegen, die Ehrlichkeit des Autors schafft das Gefühl, dass du bei ihr bist: Bei meiner Essstörung ging es nicht darum, im Restaurant einen Salat zu bestellen. Es ging nicht darum, ein kleines Stück Kuchen auf einer Geburtstagsparty zu essen, ein schlechtes Gewissen zu bekommen, sich ins Badezimmer zu schleichen. Unter dem Bedürfnis nach Kontrolle war Angst, Scham, Wertlosigkeit, Verzweiflung. Die Magersucht war bösartig, kalt und unbeschreiblich einsam. Und weil sie mich beherrschte, in mir lebte, brachte sie mich dazu, böse, verzweifelte Dinge zu tun.“

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Ingeborg Senneset: „Anorektisk“ (2017)

„Ehrliche, gnadenlose und originelle Darstellung aus dem Inneren der Magersucht. Geschrieben über drei Jahre, durch eine langsame Genesung, von einer Autorin in der einzigartigen Dreifachrolle Patientin, Journalistin und Krankenschwester. Wie erlebt die norwegische Psychiatrie einen Patienten mit Anorexie und Zwangsstörungen? Welche Spiele werden in einem Menschen gespielt, der eine Krankheit beenden wird, die seit ihrer Kindheit sowohl lebensrettend als auch lebensbedrohlich ist? Dieses Buch ist garantiert frei von Romantik.“

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Lotta Elstad: „Et eget Rom“ (2014) [„A Room of One’s own“]

„Eine feministische Satire über Geld, Titten und Professur. Anna Louisa Germaine Millisdotter, 70, lebt in einer großzügigen Wohnung und schläft seit 15 Jahren. Bis sie am 7. Dezember 2013 aufwacht und sich erinnert, dass die Welt sie braucht. Ein modernes satirisches Kammerspiel mit Platz für Bitcoins und Pussy Riot. Lotta Elstad ist vielleicht Norwegens wichtigste Satirikerin.“

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Lotta Elstad: „Je nekter a tenke“ (2017) [„Ich weigere mich, zu denken“]

„Lotta Elstads neuer Roman enthält den gleichen scharfen und intelligenten Humor wie ihre früheren Bücher. Wir treffen Hedda Møller nach einem traumatischen Flug: ein krisengeschütteltes Europa mit Zug und Bus, dreckige Zimmer in Hostels und ein One-Night-Stand in Berlin. Wieder zu Hause entdeckt sie eine ungewollte Schwangerschaft. Es sollte leicht sein, etwas dagegen zu tun. Ist es aber nicht. Eine schwarze, feministische zeitgenössische Komödie über Politik, Liebe und die Abgründe von Nähe.  Der Frauenkörper steht immer am Verhandlungstisch. Vor einer Abtreibung sind drei Tage Bedenkzeit vorgeschrieben. Hedda weigert sich, zu denken.“

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Ilona Wisniewska: „Hen“ (2016) [„Im Norden von Norwegen“]

„Nordnorwegens raues Klima, eine Handvoll Menschen, Tausende von Rentieren, eisiges Meer und Wind. Für die Helden dieses Buches ist Finnmark, die seit Jahrhunderten mit Ultima Thule identifizierte Region, das Zentrum der Welt und eine unendliche Geschichte. Finnmark ist das Ende. Es spielt keine Rolle, wo du hinschaust, denn es wird immer noch weit weg sein. Das Wort „Hen“ auf Norwegisch bezieht sich auf die Entfernung, es kann „auf der anderen Seite des Globus“ bedeuten und „gleich um die Ecke“. Hen ist gleichzeitig weit und nah. Es ist auch eine Geschichte über die Samen, die lange Zeit vom norwegischen Staat als Fremdkörper behandelt wurden.“

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Emil Andre Erstad: „Farvel, Syria“ (2016) [„Auf Wiedersehen, Syrien. Wenn ein Volk flieht.“]

„Norwegen hat beschlossen, dass wir für die nächsten drei Jahre 8000 Quotenflüchtlinge erhalten werden. Darüber hinaus kommen tausende andere Flüchtlinge alleine hierher. Was ist der Unterschied zwischen ihnen und Frauen, denen wir helfen müssen? Das Buch erklärt, warum die Gesellschaft für Flüchtlinge aufstehen muss, liefert gute Analysen und Erklärungen und der Autor gibt einen Einblick in eine bestimmte Flüchtlingspolitik für Norwegen und Verda.“ [Ich hoffe, die „Was ist der Unterschied?“-Frage im Klappentext ist rhetorisch gemeint und das Buch ist kein rechter Wir-können-nicht-allen-helfen-Müll, der das „Wirtschaftsflüchtlinge können ruhig sterben“-Narrativ stützt.]

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Simen Ekern: „Europere“ (2015) [„Europäer“]

„Gut geschriebenes, leicht lesbares und interessantes Buch über die Krisen der letzten Jahre in Europa. Als Simen Ekern Ende der 1990er Jahre als Austauschstudent nach Brüssel zog, war die Stimmung optimistisch. Die „Erasmus-Generation“ sollte ein neues Europa schaffen, in dem nationale Unterschiede weniger wichtig sind als die Idee einer harmonischen europäischen Zukunft. Als er zehn Jahre später als Journalist in die EU-Hauptstadt zurückkehrte hat die schwierige wirtschaftliche Situation politischen Unternehmern mit sehr unterschiedlichen ideologischen Projekten viel Raum gelassen. Ekern führt den Leser zu italienischen Populisten, schottischen Separatisten und ungarischen Extremisten. Er spricht mit Brüsseler Bürokraten, französischen Patrioten – und einem griechischen Krimiautor. Der Kampf um Europas Zukunft ist intensiv, einschüchternd und unterhaltsam, und in diesem Buch treffen wir die Hauptfiguren.“

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Monika Steinholm: „Naermere kommer vi ikke“ (2016) [„Näher kommen wir nicht“]

„Jens hat Angst vor vielen Dingen. Er hat Angst, sich zu outen, Angst vor Wasser und Angst vor Blut. Edor hat vor nichts Angst. Er ist mit Beate zusammen, trainiert neue Eisbahnen, badet im Meer, schwimmt weiter hinaus, als er sollte. Edor badet nackt mit Celia, es ist ihm egal. Er klickt mit Mariell im Tiefkühlraum von Burger King, es macht einfach Spaß. Edor trifft Jens und fühlt, dass Jens cool ist, weil er ein Motorrad hat und Edor will hinterher sitzen. Edor braucht keinen Helm, er hat keine Angst zu sterben. Es gibt nur eine Sache, vor der er Angst hat, und so schafft Jens es, in seinem Bauch zu zerbröseln.“

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Monika Steinholm: „Fuck Verden“ (2015) [„Fick die Welt!“]

„Gunn ist gerade mit ihrer Mutter nach Tromsø gezogen. Die Mutter sitzt normalerweise drinnen und redet mit Fremden im Telefon. Gunn fährt einen Traktor herum. In der roten Abendtasche ihrer Großmutter findet sie ein Bild eines jungen Mannes. Sie sollte fragen, wer er ist. Niklas fehlt ein Gegenmittel. Ein Gegenmittel gegen den Drang, auf Facebook zu sitzen und die Bilder der Ex zu sehen. Ein Psychologe könnte etwas für Niklas tun, doch davon hält er nichts. Freundschaft, Mutter-Tochter-Beziehung, Suche nach der Herkunft und Versöhnung.“

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Monika Steinholm: „Under snoen“ (2017) [„Unter dem Schnee“]

[Band 3 und, scheint mir, der erste Band, für den man Vorwissen braucht.] „Es ist bald Weihnachten. Gunn hat beschlossen, keinen Kontakt zu ihrem Vater zu haben. Das wird schwierig, als er unerwartet an der Tür erscheint. Edor ist nach Brighton gereist, arbeitet bei Burger King und kann genau tun, was er will. Aber was will er? Jens versucht wieder, die Liebe zu finden, doch seine Gedanken fließen immer wieder zu Edor zurück. Es schneit viel. Im Radio empfehlen sie, dass jeder drinnen bleibt.“

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Camilla Sandmo: „Kan vi bare late som“ (2017) [„Können wir nur so tun?“]

„Wenn Emma nicht davon träumt, eine berühmte Bloggerin zu werden, macht sie Eistkunstlauf. Jossi betreibt Hockey und ist hauptsächlich damit beschäftigt, Spaß auf dem Eis zu haben. Nach einer Wette entwickelt sich langsam eine Freundschaft zwischen den beiden. Aber in Jossis Welt ist nicht alles vorhanden. Tolles Buch über Schulstress und Liebe. Die Geschichte handelt von einer lesbischen Beziehung. Es ist erfrischend, nicht „Bin ich eine Lesbe?“-, „Ich bin verwirrt, bin ich verrückt?“-Monologe in der Geschichte zu finden. Emma verliebt sich und so ist es.“

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Lisa Forfang Grimnes: „Kaoshjerte“ (2014) [„Chaosherz“]

„Minja ist sechzehn Jahre alt und erwacht ohne Erinnerung. Sie träumt von Händen, die sie in den Sumpf ziehen und einem Mann, der so schön ist wie die Unterwelt selbst – und plötzlich erinnert sie sich an den daran Preis, ihre verbotene Großmutter diesen Sommer zu besuchen: den besten Freund Joseph für immer und ewig zu verlieren. Eine Geschichte, die zwischen Realität und Mystik balanciert, über Freundschaft, Verwurzelung und Selbstvertrauen.“

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Elisabeth Ovreberg: „Blodets Galskap“ (2015) [„Der Wahnsinn des Blutes“]

„Ein brandneues Konzept, bei dem keine Brutalität verschont bleibt. Aber das Buch ist nicht frei von Klischees, und das zieht meine Sterne herunter. Insta-Liebe und, dass jeder so schön ist: Krieger Eskil gewinnt unerwartet seine Freiheit unter einer Bedingung. Er muss auf die entlegene Insel Gaptul gehen, damit er sich nicht an dem Urgroßvater rächen kann, der ihn als Gladiator gefangen hielt. Eskil will die Abkürzung über den Berg zu nehmen,. Hier trifft er die Nachtjäger aus einer isolierten Gesellschaft, in der sich die Bewohner ganz anders als gewöhnliche Menschen entwickelt haben. In der vielleicht gefürchtetsten Schlacht in der nordischen Region erkennt er, dass seine enormen Kräfte knapp werden.“

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Stig Beite Loken: „Drommelinsene“ (2018) [„Traum-Objektive“]

„Ein unterhaltsamer und nachdenklich stimmender Roman über eine Zukunft, in der sich die Menschen im technologischen Traum verlieren. Immobilienmakler Jonas Høller will einen virtuellen Ausblick haben, um ein Haus in Stavanger zu verkaufen. In der Show trifft er eine Frau. Um herauszufinden, wer Mathilde ist, unternimmt Jonas eine Reise zu Orten und Menschen, die er vorher nicht kannte.“

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Thore Hansen: „Skogland“(1988) [„Woodland“/“Forestland“]

„Es gibt eine Welt, nur einen Schritt von uns entfernt. Menschen, Wälder, Drachen, Zwerge, Elfen, Trolle, Shimoles, Schattenmenschen und Höhlenmenschen – alle gehören in Skogland, am Rande unserer Welt. Für die Bücher über Skogland hat Thore Hansen den Nordischen Kinderbuchpreis erhalten. | An imaginative and unique world, written in a simplistic and easy-to-read style which fits children and young teens perfectly. Its content, while down-to-earth and simple, is also poetic and contains many wise lectures. The series‘ ongoing central theme is definitely the balance between civilization vs. nature or the civilized vs. the primitive. This struggle is portrayed through the journey of three unlikely friends, the human child Kaim, the forestman Gwan and the dragon. The journey explores the dynamics between the different intelligent races, the lifestyle of living out in the wild, cultural and racial identity, and longing. A series shedding away from the usual run-of-the-mill D&D fantasy, and filled with a vibrant and well-realized world. The balance between humans, animals, nature and civilization is explored in depth and from different interesting angles. Easy to read, childish but also wise.“

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Elin Viktoria Unstad: „Vega“ (2017) [„Wega – der Kampf um eine neue Welt“]

„Ein harter und actiongeladener Roman über Vega, 17 Jahre. Der Energiekrieg zerstörte fast alles. Vega folgt den Regeln und hat Pläne für die Zukunft. Doch dieser Sommer wird nicht wie erwartet sein. Nach einer Weile tobt die Gesellschaft um sie herum. Die lebenswichtigen Solarzellen hören auf zu arbeiten. Einschränkungen werden verschärft. Aber die Behörden haben Kontrolle. Oder? | Vega ist ein hartes Mädchen und versteht, dass die Beziehung, in der sie lebt, nicht so groß ist, wie sie aussieht. Empfehlung!“

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ab hier: Titel, die wohl auf jeden Fall noch ins Deutsche übersetzt werden.

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Carl Frode Tiller: „Begynneleser“ (2017) [„Anfänge“]

„Das Leben des Umweltschützer Terje in umgekehrter Chronologie – vom Selbstmord bis zur Geburt: Warum ist es so gelaufen? Wir erhalten Einblick in Terjes Entscheidungen im Erwachsenenalter, Jugend und Kindheit; seine große Liebe zur Natur; und der Schmerz, der dadurch entsteht. Ein Roman, der in die entscheidende Frage von heute – die Klimadebatte – eingreift, sanft durch Terjes Geschichte erzählt.“

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Roy Jacobsen: „Seierherrene“ (1991) [„Die Sieger“]

„Hat die Arbeiterklasse gesiegt? Der Sprung von seinem Großvater als Ruder-Fischer an der Küste von Helgeland, die Hoffnung auf die Revolution und die Brüder, die zwei Generationen später in Oslo eine eigene Computerfirma starten wollen: Jacobsen beschreibt diese großartige Zeitspanne mit beeindruckenden Einsichten und Wissen. Im Mittelpunkt des Romans ist der Abbau oder Sprung in der norwegischen Nachkriegsgesellschaft: Generation mit Vätern und Mütter sollten aufstehen, aus der Arbeiterklasse. Ein Generationenroman, der stehen bleiben wird.“

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Gaute Heivoll: „Over det kinesiske hav“ (2013) [„Übers chinesische Meer“]

„Kurz vor dem Krieg will ein Ehepaar in dem kleinen Dorf im Süden Norwegens sein eigenes Pflegeheim für Atemkranke eröffnen: Der religiöse Christian Jensen, der stille, stets besorgte Matias und Onkel Josef, einer der beliebtesten im Dorf. Eine Geschwisterklasse von fünf Kindern zieht in das sogenannte Galeerenhaus. Joseph nennt sie nur „die Trolle aus Stavanger“, aber sie werden schnell Teil der Familie. Der Krieg endet, doch die ungewöhnliche Familie wird alles andere als Frieden erhalten. Denn bald werden sie von einer großen Tragödie getroffen, die sie den Rest ihres Lebens verfolgen wird. Eine Geschichte, die auf realen Ereignissen und authentischen Menschen basiert. Die durch ihr Leben und Handeln ihre Würde und Stärke zeigen.“

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Tore Renberg: „Mannen som elsket Yngve“ (2003) [„Der Mann, der Yngwe liebte“]

„Zusammen mit Helge und seiner Freundin Katrine ist Jarle Klepp die härteste Gang in der Schule. Sie haben kompromisslose Standpunkte zu den grundlegenden Fragen des Lebens: Weltordnung, Musik, Frisur. Der bisher heterosexuellste Jarle verliebt sich in Yngve. Yngve ist ein Eindringling, der Tennis spielt. Jarle muss ehrlich zu sich selbst und seinen eigenen Gefühlen sein und damit ein Netzwerk von Lügen gegen die alte Bande aufbauen.“

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Tore Renberg: „Kompani Orheim“ (2005) [Band 2 der selben Reihe; die in Deutschland erst ab Band 3 erschien]

„Stavanger in den 80er Jahren. Jarle, Mutter und Vater ziehen in ein Stadthaus mit Carport in der norwegischen Ölhauptstadt Stavanger. Alles sieht sehr gut für die kleine Kernfamilie aus, bis der Vater anfängt zu trinken. Jarle hat den starken Willen, das Beste aus der Welt zu machen, in der er lebt. Er verliebt sich in die Mädchen, wird Antirassist und Feminist. Doch was ist mit der Familie passiert? Warum haben sich diejenigen, die sich so gut leiden wollten, gegenseitig verletzt? “

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Tore Renberg: „Du er sa lys“ (2016) [„Du bist so leicht“]

„Was können wir über das Leben der anderen wissen? Es ist ein neues Jahr in dem kleinen Dorf. Eine dreiköpfige Familie zieht ins Nachbarhaus; die zwei Familien werden gute Freunde. Doch dann bekommt Jørgen etwas zu sehen, das ihn unruhig macht. Ein nervöses und bewegendes Buch über das, was wir uns nicht leisten können. Auch wenn es direkt vor uns spielt.“

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Arne Garborg: „Fred“ (1892)

„Das Leben der Hauptfigur Enok Hòve ist alles andere als friedlich. Er trauert Tag und Nacht, tut sich und seiner Familie weh. Am Ende treibt er sich selbst in den Tod. Sofort zeichnet das Buch ein kraftvolles Bild von der Natur und erzählt vom großen Wandel in Wirtschaft und Kultur, der das alte, sichere Dorfleben wiederbelebte. Eine tiefgründige Studie in religiöser Psychologie vor einer Gesellschaft in Transformation.“

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Britt Karin Larsen: „Som steinen skinner“ (2011) [„So, wie der Stein glänzt“]

„Die Geschichte aus dem Gebiet zwischen Hedmark und Värmland im 18. Jahrhundert: Die Menschen haben ein hartes Wintertreffen, bei dem beide Ernten zerstört werden und die Vorräte durch große Schneemengen behindert sind. Bestehen Lina und die Kinder in Mostamägg, Jussi und der Priester auch diese harten Herausforderungen?“ [Band 3 eines Zyklus‘]

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Cecile Enger: „Himmelstormeren“ (2007) [„Hitzestürme“]

„Wer war Ellisif Wessel? Geboren 1866 hatte sie jede Gelegenheit, um ein komfortables und geschützt privilegiertes Leben zu leben, hinter dicken Samtvorhängen. Stattdessen ließ sie sich direkt in ihre Zeit fallen. Sie ließ sich in der Grenzzone des Landes nieder und entschied sich dafür, für die am wenigsten repräsentiertesten Menschen zu kämpfen. Mit Kamera und Worten dokumentierte sie das Elend unter der ärmsten Arbeiterklasse des Landes und wurde zu einem glühenden Schauspieler und Revolutionär. Zu Ellisifs Kampf für Gerechtigkeit kam ihr persönlicher Kampf um Ausbruch, gegen den Zweifel und gegen das eigene Leid. “

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Tomas Espedal: „Aret“ (2016)

„Ich würde gerne ein Buch über die Jahreszeiten schreiben unser Herbst Sommer Winter die hellen Tage von April und Juni die Dunkelheit des August beschreiben die Wochen Wochen die Tage des Tages und die Veränderungen, die immer dasselbe auf eine neue Art wiederholen.“ So einfach, so schön eröffnet Tomas Espedal das neue Buch. Seine Prosa hatte immer einen poetischen Unterton, und in diesem Buch ist die Poesie noch prominenter als zuvor. Ein Buch darüber, das gleiche ganze Leben zu lieben, auch wenn die Liebe nicht belohnt wird. Ein Buch über Altern und Verzweiflung, über Stagnation und Wiederholung. Die Handlung beginnt am 6. April, dem Datum, an dem der italienische Dichter Petrarca seine geliebte Laura zum ersten Mal sah, als sie 13 Jahre alt war. Offen und schön untersucht Tomas Espedal die Liebe eines Menschen, die Liebe, die nicht endet. Ist die große Liebe noch möglich?

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Lars Saabye Christensen: „Byens spor“ (2017) [„Die Spuren der Stadt“]

Der erste Band einer Trilogie und wir sind direkt nach dem Krieg in Oslo West, wo wir Ewald und Maj Kristoffersen mit ihrem Sohn Jesper treffen. Ewald arbeitet in einer Werbeagentur, die mit der Kampagne im Zusammenhang mit Oslos 900-jährigem Jubiläum beauftragt wurde und May engagiert sich beim Roten Kreuz. Hören Sie den Sound von Oslo. Sehen Sie die Straßen, die es zusammenbinden, die Leute, die darin leben. Sehen Sie Ewald und May, sehen Sie den Metzger, gehen Sie zum Arzt, hören Sie den Kosmopoliten in Bristol, hören Sie den Anruf von Frau Vik. Hören Sie, wie sich die Brille an Bristol klammert. Hören Sie das Geräusch von weinerlichen Bremsen.

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Jan Kjaerstad: „Berge“ (2017)

An einem Augusttag 2008 wurde Arve Storefjeld und mehrere in seiner Familie wurden tot in der Waldhütte bei Blankvann gefunden. Fünf Menschen mit durchgeschnittenen Kehlen. Jeder nimmt an, dass Terroristen hinter der Tat stehen. Die Journalistin Ine Wang hat sich in letzter Zeit dumm gefühlt. Aber die Morde an der Storefjeld-Familie verändern alles. Der Bezirksrichter Peter Malm lebt in seiner Freizeit ein zurückgezogenes Leben und beschäftigt sich mit seinen kleinen Projekten. Das Letzte, was er will, ist Aufmerksamkeit wegen dieser Angelegenheit. Für mehrere glückliche Jahre war Nicolai Berge mit Gry zusammen, Arve Storefjelds Tochter. Dann beendete sie es. Jetzt ist sie tot. Das Unwahrscheinliche passiert in der Welt immer und immer wieder. Trotzdem sind wir niemals vorbereitet. Berge ist die Geschichte eines schrecklichen Ereignisses, das in drei Teilen aus drei verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird: ein Journalist, ein Richter, ein Ex-Freund. Berge ist ein Roman, der nicht über den 22. Juli erzählt, aber nicht ohne den 22. Juli geschrieben werden konnte.

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Vergessene Bücher, Geheimtipps: Norwegen, Gastland / Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2019

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2013, 2014 suchte ich für die „ZEIT Bibliothek der verschwundenen Bücher“ nach Literatur, die in Deutschland erschien – und wieder verschwand:

Bücher, nur noch aus zweiter Hand erhältlich.

Im Oktober 2019 ist Norwegen Ehrengast / Gastland der Frankfurter Buchmesse.

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Ich suchte vorbereitend nach Büchern, die…

a) in Deutschland erschienen und bis heute erhältlich (Link folgt)

b) in Norwegen erschienen, doch für den deutschen Markt interessant sind (Link, 100+ Titel)

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Unterwegs fand ich die ca. 30 Titel hier im Post.

Bücher, die in deutscher Übersetzung vorliegen und oft noch billig gebraucht erhältlich sind…

…und denen ich eine Neuauflage oder Neuausgabe wünsche, vor Oktober 2019.

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(Kurztexte: Klappentexte und Goodreads-Reviews, teils via Google Translate aus dem Norwegischen; meist gekürzt.)

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Johan Harstad: „Buzz Aldrin, wo warst du in all dem Durcheinander?“ (1999)

2013 gelesen; sehr gemocht. „Die kuriose, verspielte und poetische Geschichte eines schüchternen jungen Gärtners aus Stavanger: In dem Moment, als Buzz Aldrin am 11. Juli 1969 als zweiter Mann den Mond betritt, erblickt Mattias das Licht der Welt. Natürlich verbindet so etwas. Und wie Aldrin ist Mattias seither bei allem der zweite Mann gewesen, der unsichtbare Zweite hinter einem Ersten. Daran war für ihn nichts auszusetzen. Bis seine Freundin Helle ihm den Laufpaß gibt und Mattias auch noch seinen Job verliert. Mattias wird aus seiner Umlaufbahn gerissen, und das Leben schleudert ihn bis auf die Färöerinseln.“

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Jan Kjaerstedt: „Der Entdecker“ (2005)

dritter Teil einer Trilogie – steht aber, glaube ich, gut für sich allein: „Er war ein Verführer, ein Blender, ein abgebrühter Eroberer. Jonas Wergeland, der bekannte norwegische Fernsehstar, hat bitter dafür gebüßt: Seine Frau ist tot, er selber saß mehrere Jahre im Gefängnis. Nun muß Wergeland eine neues Leben beginnen und sich zugleich der Vergangenheit stellen…“

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Sigrid Unset: „Kristin Lavranstochter“ (1920)

„Set in 14th-century Norway, Nobel laureate Sigrid Undset tells the life story of one passionate and headstrong woman. The day-to-day life, social conventions and political and religious undercurrents of a period: Kristin is deeply devoted to her fathern. But as a student in a convent school she meets the charming and impetuous Erlend Nikulaussøn and defies her parents in pursuit of her own desires. Her saga continues through her marriage, their tumultuous life together raising seven sons as Erlend seeks to strengthen his political influence, and finally their estrangement as the world around them tumbles into uncertainty.“

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Knut Hamsun: „Segen der Erde“ (1917)

„Unter Verwendung autobiographischer Elemente erzählt Hamsun die Geschichte Isaks, des Bauern, der in der Einsamkeit des Nordlandes dem Moor ein Stück Erde abringt, es urbar und zu einer fruchtbaren, weithin angesehenen Oase des Lebens für viele macht. In seiner einfachen, manchmal biblisch anmutenden Sprache ist der Roman weder nur Heimat- noch nur realistisch erzählter Bauernroman. Das im Roman vertretene Menschenbild, im Dritten Reich emphatisch begrüßt und durch die Ereignisse dieser Zeit in seiner Glaubwürdigkeit erschüttert, hat dennoch nichts von seiner Überzeitlichkeit eingebüßt.“

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John Steinbeck: „Der Mond ging unter“ (1942)

„Taken by surprise, a small coastal town is overrun by an invading army with little resistance. The town is important because it is a port that serves a large coal mine. Colonel Lanser, the head of the invading battalion, along with his staff establishes his HQ in the house of the democratically elected and popular Mayor Orden. As the reality of occupation sinks in and the weather turns bleak, with the snows beginning earlier than usual, the „simple, peaceful people“ of the town are angry and confused.“

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Herbjorg Wassmo: „Dinas Vermächtnis“ (1997)

dritter Teil einer Trilogie. „Dinas Sohn Benjamin kehrt mit seiner jungen Tochter Karna in das nordnorwegische Anwesen Reinsnes zurück. Das 19. Jahrhundert neigt sich dem Ende zu; die dieser Veränderungen verlaufen im hohen Norden. Reinsnes ist verfallen, doch als die starke Dina aus Berlin zurückkehrt, sorgt sie mit ihrer Fähigkeit und ihrem Geschäftssinn für eine entscheidende Wende. „

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Gerd Brantenberg: „In alle Winde“ (1989)

Als eBook erhältlich; im Print nicht. „Die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens im Norwegen der sechziger Jahre. Über die Vergangenheit wird geschwiegen, ganz besonders, wenn die Eltern Nazikollaborateure waren; von Sexualität spricht niemand, schon gar nicht, wenn es um Homosexualität und Lesbischsein geht. Inger Holm aus Fredrikstad sucht ihren Weg aus der Enge. Nach der Schule arbeitet sie ein Jahr als Au-pair-Mädchen in Edinburgh, danach geht sie auf die Universität in Oslo. Allmählich wird ihr bewusst, dass sie Frauen liebt; aber auch, dass sie zumindest ihrer Mutter mitteilen möchte, von welcher Art ihr Leben sein wird.“

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Gerd Brantenberg: „Vom anderen Ufer. Autobiografische Erzählung.“ (1973)

„This was a cult classic novel in Scandinavia in the 1970s, about a young lesbian whose lone problem with her sexual identity is that society’s rejection of it often forces her to lie about who she is. I liked the very self-possessed character and the setting (glum Oslo).“ (…und auch „Umarmungen“, OT „Favntak“)

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Gerd Brantenberg: „Die Töchter Egalias“ (1977)

„In Egalia werden Frauen und Weibliches als Norm angesehen und Männer als das abweichende, untergeordnete Geschlecht. Dabei werden alle üblicherweise männlichen Wörter weiblich umgesetzt und umgekehrt.“

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Jens Bjorneboe: „Haie“ (1974)

Edit: Im Merlin-Verlag ist das Buch noch erhältlich. „Die „Geschichte eines Schiffsuntergangs“ ist eigentlich die Geschichte einer über ihre bestialischen Raufereien das Wohl des Schiffes vergessenden Besatzung. Die meuternde Mannschaft, auf engstem Raum des scheiternden Schiffes zusammengedrängt, wird zum Gleichnis der Menschheit, die in irrsinniger Gegnerschaft die Erde ihrem Untergang entgegentreibt. Das letzte Buch Bjørneboes ist ein literarisches Vermächtnis.“

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Jens Bjorneboe: „Jonas“ (1955)

„Jonas – das ist ein siebenjähriger Junge, dem wir in der Nacht vor seinem ersten Schultag begegnen, wie er im Traum frei über dem Fjord schwebt. Der alte Oberlehrer Jochumsen, der Literaturkritiker Werner, der Lehrer Marx, der Jungmann, der Priester, der kleine Bobbi: In der äußeren Schulhandlung geht der Sinn des Romans nicht auf. Und doch steht die Pädagogik in seinem Zentrum. | Bjørneboe’s book has been roundly condemned by educators wherever it has appeared. The fate of the little boy, Jonas, crushed by the enforced conformity of his education, is not, the author says, the central theme of the novel. „All the important persons in this novel are different variations of Jonas – all of them are Jonases. The theme of the book is not the boy Jonas, but the ‚being a Jonas.'““

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Jens Bjorneboe: „Stille“ (1973)

dritter Teil einer Trilogie; auch 1 und 2 interessieren mich: „Bjorneboe’s remarkable, fierce, and even savage fictional inquiry into what he saw as the nature of evil in the twentieth century.As with the first two novels in the trilogy, The Silence also rejects the traditional modes of fiction to posit instead an essay-like novel of ideas, philosophy, and argumentation. It is, in fact, even further removed from the loose fictional form of the two previous protocols, and owes more to the works of Foucault, Girard, and Sartre. Described by Bjorneboe as an anti-novel and absolutely final Protocol, The Silence was ahead of its time in its critique and discussion of the post-colonialist world. Here the inquiring narrator explores not just European history, as he did in the first two novels, but the crimes committed by Europeans against the rest of humanity in the name of expansion and conquest. Set in an unnamed country in northern Africa, the narrator is looking at Europe from the outside. With his friend Ali, an African revolutionary intellectual, he discusses in epic fashion the history of colonialism.“

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Toril Brekke: „Sara“ (2001)

„Sara – Mutter und Tochter eint nicht nur der Name. Gemeinsam müssen die beiden Frauen im Norwegen des 19. Jahrhunderts um ihre Eigenständigkeit kämpfen, sich gegen die Willkür der Männer stemmen und die Zumutungen der Gesellschaft ertragen. Ein schweres Leben ist es mitunter, aber stets gelingt es den beiden Saras, ihre Würde zu wahren. „

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Margaret Skjelbred: „Die Perlenkönigin“ (2004)

„Die kleine Signhild wächst auf dem Hof ihres Großvaters Håvard auf. Noch ahnt sie nichts von dem dunklen Familiengeheimnis. Auf eindringliche Weise erzählt Margaret Skjelbred von menschlichen Schicksalsschlägen: von verschmähter Liebe, Tod, von Gewalt in der Familie und von der versöhnenden Kraft der Liebe. – »In präzisen, poetischen Bildern verleiht Skjelbred den grauenhaften Erlebnissen eines kleinen Kindes Sprache.«“

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Agnar Mykle: „Das Lied vom roten Rubin“ (1956)

Teil 2 einer Trilogie. „“RUBIN“ – und der darauf folgende Prozess – bilden ein eigenes Kapitel in der norwegischen Nachkriegsgeschichte. Gegen Agnar Mykle wurde Klage erhoben. Der Fall war wichtig, weil er eine Debatte über Sexualmoral und Meinungsfreiheit aufwarf. Die Geschichte des Jungen Burkefots, der durch Scham, Niederlage und Triumph zu einem tieferen und gerechteren Verständnis seiner selbst führt, öffnete einer ganzen Generation die Augen. Der Roman ist ein intensiver und lebendiger Bildungsbericht.“

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André Bjerke (unter dem Pseudonym Bernhard Borge): „Tod im Blausee“ (1942)

„Eine Gruppe von Jugendlichen reist in eine Hütte, um den Grund herauszufinden, warum ein guter Freund Selbstmord begangen hat. Während einiger Tage des Herbstes sind sie einer Reihe nervöser Erfahrungen ausgesetzt. Alles bewegt sich an der Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit, in einem Schleier des Unglücks, bis der Psychoanalytiker Kai Bugge das Geheimnis durchkreuzt und die Lösung vorstellt.“

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André Bjerke (unter dem Pseudonym Bernhard Borge): „Tote Männer gehen an Land“ (1947)

„Ein junger Mann versucht, aus dem alten Kap ein Hotel zu machen. Aber dann beginnt es mit unheimlichen und mysteriösen Dingen. Hier sind Aberglaube und schwarze Magie und tote Männer in tropfenden Öllecks. Und die ganze Zeit ist die Aufregung an der Spitze.“

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Tor Age Bringsvaerd: „Die Stadt der Metallvögel“ (1983)

(2017 als eBook) „Nach dem Erscheinen des grossen Pilzes befindet sich die Welt in einem post-apokalyptischen Zustand. Der letzte überlebende Mensch sucht in dieser Welt, die von permanenter Dunkelheit gezeichnet und von Tiermenschen belebt wird, nach seiner ursprünglichen Herkunft. Seine Ermittlungen führen ihn nicht nur aus dem Königreich der Felin (Katzenmenschen) zum Raum der Kaan (Hundemenschen), sondern auch zu den Gna (Rattenmenschen) und in die alte Götterstadt der Ker Shus. – Ein gelungener Science Fiction Roman, der durch glaubwürdige Darstellung einer postapokalyptischen Welt und nicht-linearen Erzählweise überzeugt.“

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Vera Henriksen: „Der silberne Hammer“ (1961)

„Tells the story of Sigrid Toredotter, from she’s fifteen, and is married away to the much older Olve. The first book in Vera Henriksen’s trilogy from the early Middle Ages. The action takes place in a dramatic breakdown when Olav Haraldsson tries to complete the Christianity of the country.“

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Andreas Haukland: Flut und Ebbe

Einziges (?) Buch von Haukland auf Deutsch; der Wikipedia-Eintrag machte mir Lust: „Haukland war ein Pionier in der neuen realistischen Poesie. Er beleuchtete soziale Klassen, die zuvor geschwiegen hatten. Haukland selbst hatte eine schwierige Kindheit und Jugend. Er schrie seine Verachtung für diese Umgebung aus, wurde oft von seiner Autobiographie inspiriert und machte expressive und gesprochene Darstellungen des Lebens von Nordland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Andreas Haukland war ein produktiver Autor; insgesamt 27 Bücher. Das erste kam 1898 und das letzte 1933, im selben Jahr wie er starb. Sein Hauptwerk: Vor allem die vier Bücher über Ol-Jørgenwie; die erste wirkliche proletarische Quelle in der norwegischen Literatur.“

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Ragnar Hovland: „Dr. Munks Vermächtnis“ (1996)

„Dr. Munk sucht die zwei Männer über 40, mit denen er vor 20 Jahren zusammen in einer Band spielt und überredet sie, sich auf eine Konzertreise zu begeben, was nicht einfach ist, weil die beiden anderen etabliert sind. Aber Dr. Munk wird einen unbekannten Sohn finden, der in Heidelberg studiert.“

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Sigurd Hoel: Begegnung am Meilenstein (1947)

„In this moving and profound novel, Sigurd Hoel explores belief and traitorism through the major character’s memories of the underground during World War II in Norway. At the dark center of this work are questions of why certain individuals turn against their own country, their own values, and their own „selves“.“

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Sigurd Hoel: Der Trollring (1958)

„A historical saga, murder mystery, and domestic tragedy. Sigurd Hoel’s last novel is set in the early nineteenth century, following Norway’s independence from Denmark and during the country’s struggle to escape Danish domination. The story of an idealistic young farmer named Havard Viland and his struggle against religious bigotry, mindless conformity, and political and intellectual stagnation. The farmer wants to bring hope and dignity into the lives of everybody, even the lowliest cotter, but he is an outsider in his backward rural community. Tricked into marriage, gradually cut off, pushed into the position of scapegoat, and deliberately misunderstood, Havard becomes the personification of stifled goodwill and strangulated progress. It is shocking that he becomes the victim of a circle of aggressive neighbors and officials intent on maintaining the status quo.“

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Aksel Sandemose: Der Werwolf (1958)

„The thirst for power over others‘ lives, the lust to destroy what cannot be possessed or controlled:  Norwegian society from World War I to the 1960s. The relationship between one woman and two men, and stories of people „carried off by the werewolf“ are told with lots of turns, curves and seemingly irrelevant stops. Somebody might find this chaotic, but I found it fascinating.“

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Trygve Gulbranssen: „Und ewig singen die Wälder“ (1933)

„The story of three generations of an old-lineage Norwegian family making their life in the northern woods (circa 1750’s.) Main themes are the struggle between tradition and innovation, the prejudices of pastoral society, and a study in human nature and man’s ability to make peace with it.“

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Mette Newth: „Das dunkle Licht“ (1995)

„Thirteen-year-old Tora has leprosy and is sent from her family’s remote mountain farm to the leprosy hospital in the bustling port of Bergen. In early-nineteenth-century Norway, lepers are quarantined in this hospital and no longer considered among the living. But even as her body gradually fails her, Tora’s new life blossoms. She finds strength through helping her fellow patients, both young and old, and she decides to see for herself what the Bible says about leprosy. To do so, she must make friends with the young and angry Mistress Dybendal, the only person at the hospital who can teach her to read.“

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Lynne Marie Rypdal: Das blühende Land (poems) (2000)

noch erhältlich. „Verse voller Licht. Ein Licht, aus dem Rhythmus sprudelt und die Substanz vielseitger, ausdrucksvoller Bilder, denen nicht die Zeit gegeben wird, sich in Rhetorik zu verwandeln. Geschwindigkeit und Weisheit: Was für eine originelle jugendliche Kombination wird uns in deutscher Sprache aus Norwegen gebracht!“

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Aimee Sommerfelt: „Der Weg nach Agra“ (1959)

„The story is about a 13 or 14 year old boy named Lalu and his 7 year old sister, Maya, set in India. Maya has been lucky enough to receive a spot at the local school, and Lalu is determined to learn to read from her, but poor Maya is going blind. A friend tells Lalu that at the hospital in Agra, they can cure blindness, but Lalu’s family has no way to send Maya. So Lalu volunteers to take her himself–to walk 475km by themselves. Along the way, the siblings meet good people and bad; a cobra, bear, and elephant; suffer and grow. Some might object that Maya cries a lot.“

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Anne-Cath Vestly: „Aurora aus Hochhaus 7“ (1966)

„When Aurora’s family moves into a high-rise apartment complex in Oslo, she becomes conscious for the first time of how unusual they are. Aurora’s mother is a lawyer and her graduate-student father stays home to care for her and baby Socrates — a situation that raises eyebrows among the neighbors and leads to some embarrassing situations for Aurora, who must answer the nosy questions of ladies at Socrates‘ baby clinic and is puzzled by her new friends‘ scenario for playing „“Mothers and Fathers,““ Aurora’s daily adventures — a bungled trip to the supermarket, confrontation with the scary boy from upstairs, a visit from Granny — have a comfy universality.“

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Rune Belsvik: „Vom kleinen Land am Bach“ (2007)

„Im kleinen Land am Bach ist die Welt noch in Ordnung – hier leben Trottelpups, der am liebsten Ploppsteine in den Bach wirft, Oktavia, die so gerne singt, der Zwiebackfuchs, der neben Brot und Zwieback das leckerste Marzipan der Welt herstellt, der Stiefelstinker und der Grottenschniefer, die sich erst nicht ausstehen können und dann doch zu Freunden werden. Ein poetisches Buch zum Vorlesen und Selberlesen, für alle Mumin- und Winnie-the-Pooh-Fans.“

Georgien als Ehrengast / Gastland der Frankfurter Buchmesse #fbm18: Events, Lesungen, Tipps

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Lesungen, Diskussionen, Vorträge, Kulinarik, Theater, Performance, Konzerte:

Alle Veranstaltungen aus und über Georgien während der Frankfurter Buchmesse…

…sind hier im .pdf / Programm nachzulesen (Link).

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Auf der Messe selbst gibt es zwei zentrale Orte:

  • den Georgischen Pavillon (Forum 1: neben Hof/Agora, direkt gegenüber von Halle 4)
  • der National Stand (Halle 5, Erdgeschoss/Level 0, B100)

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Ich…

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Die Buchmesse besuche ich 2018 v.a. als Moderator: ich reise am 10. (Mi) an, werde am 11. drei Lesungen im Frankfurter Kunstverein moderieren und habe am 12. und 13. dann Zeit fürs Messegelände. Trotzdem sah ich für alle fünf Messetage das Ehrengast-Programm.

Hier im Eintrag, subjektiv und persönlich: Events, bei denen ich Autor*innen und Speaker mag, Bücher las und empfehlen kann und/oder glaube, das wird sehenswert:

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Abendprogramm. Lesungen in Frankfurt:

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Georgische Literatur: Die besten Bücher aus und über Georgien, zur Frankfurter Buchmesse (Ehrengast / Gastland 2018)

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Für Spiegel Online las ich elf Bücher aus und über Georgien – ein Text von mir kommt Mitte Oktober, kurz vor der Frankfurter Buchmesse 2018.

Heute, hier im Blog:

Klappen- und Kurztexte, Links und Buchtipps zu fast 40 georgischen Büchern, die

Link: offizieller Katalog aller ca. 100 Neuerscheinungen aus Georgien zur Frankfurter Buchmesse 2018 (.pdf)

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11 Titel, die ich las und empfehlen kann:

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Georgien Literatur

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Teil meiner Vorauswahl – angelesen und gemocht:

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Am Goethe-Institut Tbilisi stellte Davit Gabunia in einem 60+-Minuten-Vortrag 16 persönliche Favoriten vor:

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Georgische Literatur, von Freund*innen empfohlen:

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Titel & Stimmen, z.T. noch nicht übersetzt, die mir in Georgien empfohlen wurden:

  • Tamar Tandaschwili: „Materikon“
  • Nato Davitashvili
  • Luka Bakanidze, „Wo bist du, Lazar“
  • Iunona Guruli: „Die Diagnose“
  • Giorgi Kekelidze: „Gurische Märchen“
  • Giorgi Maisuradse: „The Closed Society and its Watchmen“

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außerdem neu auf Deutsch:

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Anthologien & Gruppenprojekte:

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georgien georgische literatur birnenfeld zura abashidze held im pardelfell

Der Geschichtslehrer muss sterben, die Kinder sollen über das Birnenfeld in die Freiheit rennen – das ist Lelas Plan. Im Internat für geistig behinderte Kinder in Tbilisi, einem Relikt aus Sowjetzeiten, hat das zornige Mädchen die Rolle der Beschützerin übernommen. Die Lehrerinnen sind mit den „Debilen“ überfordert. Behindert sind die wenigsten ihrer Schützlinge, im Stich gelassen, abgehängt sind sie alle. Lela begleitet den neunjährigen Irakli in eine Hochhauswohnung in der Nachbarschaft, wo er einmal in der Woche mit seiner Mutter telefonieren darf. Irakli will nicht wahrhaben, was Lela längst weiß: Seine Mutter wird nie aus Griechenland zurückkehren, sie wird ihn auch nicht zu sich holen. Lela zwingt ihn, Englisch zu lernen, unterstützt seine Hoffnung, nach Amerika zu gehen. Ein Traum, der eines Tages, als ein Ehepaar aus den Südstaaten anreist, wahr zu werden droht…

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Alte Freunde, neue Nachbarn, trinkfeste Kindergärtnerinnen und Hippies in der Midlife-Crisis. Nacht für Nacht offenbaren sie ihre Geheimnisse. Über sexuelle Vorlieben, die auf Ablehnung stoßen. Lauert die Liebe oder gar der Tod hinter der nächsten Tür? Zura Abashidze, junger und charismatischer Schriftsteller, portraitiert ungeschminkt und realistisch seine Heimat. Helden des Alltags jonglieren zwischen postsowjetischer Tradition und westlicher Moderne. Ein Kampf gegen Homophobie und für mehr Toleranz.

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Über Jahrhunderte mündlich überliefert, prägend für das Selbstverständnis eines Landes und dabei eine zauberhafte Liebes- und Heldengeschichte: Tilman Spreckelsen und Kat Menschik machten aus dem georgischen Nationalepos ein modern erzähltes, fabelhaft illustriertes Buch. Tinatin und Awtandil, Nestan-Daredschan und Tariel. Zwei Liebespaare, deren Schicksale sich kreuzen und bedingen. Awtandil und Tariel müssen harte Prüfungen bestehen und Siege erringen, bevor sie ihre Geliebten wirklich erobert haben. Dichter Schota Rustaweli verfasste die Verse um das Jahr 1200, als Georgien unter der Herrschaft von Königin Tamar zur Großmacht wurde – bis die Mongolen dieser Blütezeit ein Ende bereiteten. Umso wichtiger wurde für die Georgier das Epos aus besseren Zeiten. Kat Menschik schwelgt in der mittelalterlichen, aber auch orientalischen Atmosphäre.

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Georgien georgische literatur Angela Steidele Kurban Said, Das Spiel des Todesengels

1840 reisten die Engländerinnen Anne Lister und Ann Walker im Pferdeschlitten auf der zugefrorenen Wolga bis zum Kaspischen Meer und weiter über den Großen Kaukasus nach Tbilissi und Baku. Anne Lister starb völlig unerwartet auf einer Bergtour in Georgien. Ihre Gefährtin Ann Walker benötigte sieben Monate, um den Sarg mit der Leiche der Geliebten zurück nach Halifax zu bringen. 2017 erschien Angela Steideles Biografie über die freizügige Tagebuchautorin und verwegene Reisende Anne Lister. Jetzt begibt sich Steidele auf die Spuren des außergewöhnlichen Paars, begleitet von ihrer Frau. Hilft ihre Reise, die Abenteuer von Anne und Ann zu würdigen? Was erzählen die Orte, Landschaften und Menschen heute von fernen Zeiten? Kann man überhaupt in die Vergangenheit reisen?

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‚In der russischen Stadt Baku, auf der Grenze zwischen Orient und Okzident, verlieben sich am Vorabend der Russischen Revolution der temperamentvolle Muslim Ali und die schöne, georgische Christin Nino. Die Hochzeit rückt trotz aller Widerstände in greifbare Nähe – da wird Nino entführt.

Userin Kelly auf Goodreads, großartiger Text: „An oil-boom town where Georgians, Armenians, Westerners, Persians and Muslims all mix together. Everyone does have a place, but there are many factors which factor into deciding who matters, who is where on the social scale- schooling, family, money, and family history. How does one make a cross-cultural life in a world that is becoming ever more divided along every line possible- religion, politics, economics, and of course the powerful new god of Nationalism? This is, more than anything else, a meditation on definitions, explanations, lines and musings on Who I Am and Who I Am Not, and perhaps more importantly for geopolitics, Who We Are and Who We Are Not.

Ali visits many towns around his area and they all have some great story of their background, a legend that makes where they live the best place on earth, and no one seems to mind that the next town over also claims that they’re the best ever. Everything that everyone does seems to have to be attributed to some part of their background or heritage. In this charged atmosphere, every action is a statement, every minute one chooses sides in this meeting place of “Asia and Europe”. Everyone judges those actions to determine which side you are on. Ali is a man caught by this transformative moment in time- 1914. He is a man who is “Asiatic in his blood” and yet is in love with a woman who loves Europe. There are many quotes here where people try to philosophize their way to a solution to what makes people so different, and how this Asia and Europe is divided.“

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Ein dokumentarischer Roman, der einen großen Teil der Geschichte des Stalinismus in Georgien und der Sowjetunion behandelt. Der georgische Verfasser kennt die Zeit aus eigenem Erleben und entkam nur durch einen glücklichen Umstand der Todesmaschinerie. Die Demokratischen Republik Georgien bestand nur von 1918 bis 1921. Ihr wurde durch die Invasion der Streitkräfte Sowjetrußlands abrupt ein Ende gesetzt. Die gewaltsame Einführung der Sowjetordnung und die Brechung des Volkswiderstands durch unvorstellbaren Terror, Verhaftungen und Massenexekutionen: Der „Held“ des Romans wird schon in der Jugend voll in den Strudel der politischen Ereignisse gerissen. Obgleich er versucht, seinen Weg ins Leben unabhängig von den politischen Machenschaften der damaligen Zeit zu finden, wird er tief in das damalige Unrechtswesen verstrickt. So wird er mitschuldig an der politischen Entmündigung des Volkes.

Die beispiellosen Terrorakte der Tscheka, Berias raffinierte Intrigen, um Stalins Gunst zu gewinnen: Je höher Guri auf der Karriereleiter klettert, desto gewichtiger wird seine Beteiligung an den Machenschaften der Regierenden. Und als sich mit Stalins Tod und Berias Entmachtung ein Weg zu öffnen scheint, der ihn in die Menschlichkeit entläßt, verhindert das System, daß er seine Kenntnisse nach außen tragen kann. Wie veranlassen Zwang und Furcht die Menschen immer wieder, sie zu fügen? Eine Mahnung ans Gewissen des Einzelnen.

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Georgien georgische literatur Giwi Margelaschwili, Lasha Gudagze, Wartezimmer zum Glück

Giwi Margwelaschwili wurde 1927 als Sohn georgischer Emigranten in Berlin geboren, seine erste Sprache war Deutsch. Seine Mutter litt unter Depressionen und starb, als er klein war. Sein Vater lehrte Philosophie und Orientalistik und engagierte sich im georgischen Widerstand gegen die Sowjetunion. 1946 wurde er vom sowjetischen Geheimdienst NKWD entführt, gemeinsam mit seinem Sohn Giwi. Der Vater wurde ermordet. Giwi wurde in Sachsenhausen interniert und anschließend nach Georgien verschleppt.

Jörg Sundermeier hat Margwelaschwili im Frühjahr 2016 an fünf Tagen zu seinem Leben und Werk interviewt. Das Interview wird durchbrochen und ergänzt durch kleinere Auszüge aus dem Werk. Hier zeigt sich der Philosoph und Ontotextologe Margwelaschwili ganz offen. Er erklärt den Einfluss der Philosophie von Husserl, Heidegger und Deleuze, erzählt über sein Leben in der Sowjetunion und sein Leben zwischen den Welten nach dem Fall der Mauer. Ein intimes Porträt des deutsch-georgischen Denkers.

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Ende der 90er Jahre, nach dem verheerenden Bürgerkrieg, mit Mangelwirtschaft, Korruption und Gemauschel. Der Protagonist, ein junger Schriftsteller, hat soeben eine satirische Erzählung über die legendäre Königin Tamar aus dem 13. Jahrhundert veröffentlicht. Die Botschaft der Erzählung wird gründlich missverstanden. Der Patriarch, das Oberhaupt der georgisch-orthodoxen Kirche, verlangt einen öffentlichen Widerruf von ihm und als sogar seine Familie und Freunde bedroht werden, steht der Autor vor einer schwierigen Entscheidung.

Offenherzig und humorvoll verarbeitet Bugadze ein eigenes traumatisches Erlebnis als (23-jähriger) Schriftsteller bis hin zum Augustkrieg 2008. Ein Lehrstück zu religiösem Fundamentalismus, reaktionärem Nationalismus, Medienmacht und Meinungsfreiheit.

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In Tbilissi trifft man auf Künstler, Nachtschwärmer, selbstbewusste Frauen. Doch wer sich in die entlegenen Gegenden des Landes vorwagt, findet sich in einer anderen Welt wieder. Drei georgische Fotojournalistinnen haben dies getan: Daro Sulakauri etwa erfuhr zufällig von den sogenannten Kinderbräuten in den Regionen Kachetien und Adscharien und wollte mehr über die Ursprünge dieser Tradition erfahren. In abgelegenen Dörfern traf sie diese jungen Mädchen, die von ihren Eltern verheiratet werden und kurz darauf selbst Kinder bekommen. Natela Grigalashvili porträtierte u. a. Frauen, die in Dörfern in der Nähe der Pan­kisi-Schlucht leben; diese sind vom Rest der Welt förmlich isoliert und müssen für ihre Emanzipation erst noch kämpfen. Und Anka Gujabidze hat das alltägliche Leben im tristen Rustawi und Kazreti fotografisch festgehalten.

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Georgien georgische literatur Löwenzahnwirbelsturm in Orange, Der Südelefant, Gldani

Frauen und Männer, die sich dem rücksichtslosen Bündnis zwischen Patriarchat, Kirche und Polizei verweigern: die lesbische Elene, die von ihrem frustrierten Verehrer Mzeroza öffentlich vergewaltigt wird, die halbwüchsigen Mädchen Nita und Teo, deren verbotenes Liebesglück grausam endet und nicht zuletzt das Nilpferdbaby Baggy, das aus dem Zoo entkommt und für ausgleichende Gerechtigkeit sorgt. Tandaschwili setzt eine verrückte, unwirkliche Schönheit gegen die Korruptheit des politischen Systems und sorgt damit in Georgien für Skandale und Diskussionen.

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Weil ein alter Freund die Wohnung des Erzählers braucht, um sich dort heimlich mit einer Frau zu treffen, wird dieser für einen Tag obdachlos. Er zieht durch die Straßen und Cafés seiner Heimatstadt Tiflis, lässt sich treiben, denkt an die Kindheit, die Zeit der Sowjetdiktatur und die überschwängliche Anarchie des noch jungen unabhängigen Staates.

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Gldani ist die größte Vorstadt von Tbilissi. Das sowjetische Ghetto, das Ende 60er-Jahre als Experimentalprojekt entstand und seitdem in der Zeit erstarrte. Das Zusammenleben von Lana und ihrem Sohn kippt, als er sich in einen Mann verliebt. Mit diesem Spalt beginnt der Umsturz der beiden ausgezeichnet funktionierenden Systeme – der Familie und der Kleinwelt Gldani. Mit einem Domino-Prinzip werden einzelne Teile des Systems zu Gegnern: Die Mutter kämpft gegen ihren geliebten Sohn, das System versucht, die Mutter zu neutralisieren. Parallel dazu erleben die Bewohner von Gldani merkwürdige, märchenhafte Ereignisse. Der mit stilistischen Spielen, einer meisterhaft vernetzten Struktur und vielen Farben beladene Roman bereitet dem Leser eine Menge von Überraschungen.

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Georgien georgische literatur Du bist in einer Luft mit mir, Touristenfrühstück, Ein Tag wie ein Leben

Dimitri und Viktor wachsen in Miroslaw auf. Nach ihrer Studienzeit in Moskau hocken sie, nun Lehrer und Ingenieur und beide Nachwuchs erwartend, im Abstellraum des Schulhauses und gönnen sich täglich eine Partie Schach. Nur über die Revolution sind sie geteilter Meinung, und als Dimitri eines Tages das Leninporträt in hohem Bogen aus dem Fenster des Klassenzimmers wirft, wird sein Freund gegen ihn aussagen. Dieses Verhängnis können die Kinder, Kirill und Sascha, die später wie Brüder sind und reden und sich kleiden wie ihr Lieblingsdichter Puschkin, nur erahnen. Eine ironische wie geistreiche doppelte Familiensaga, die spielerisch zwischen der Zarenzeit, der russischen Revolution und dem »grauen Niedergang der großen Ideale« hin- und herspringt.

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Ein Mann, eine Frau und ein Neugeborenes auf der Suche nach einem Zuhause. Ein Flaneurroman im schwerelosen Raum zwischen Berlin und Tbilissi, Gegenwart und Erinnerung, Geborgenheit und Fremde.

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Ein Soldat der U.S. Army, der offen über die amerikanische Folterpraxis im Irak spricht. Ein Terroristenführer im Kaukasus, der seinen schwer verwundeten Gegner, einen Glaubensgenossen, rührend pflegt, aber bei dessen ungläubigen Kameraden keine Gnade kennt. Der Krieg zerstört oft auch die, die überleben. Texte, die zugleich Reportage wie große Literatur sind; Alltag in gegenwärtigen und ehemaligen Krisengebieten wie Tschetschenien oder Georgien, Vietnam, Afghanistan und Gegenden, die heute noch unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs leiden. Arkadi Babtschenko, der mit Remarque und Hemingway verglichen wird, zeigt, wie Krieg Gesellschaften zerstört – und jeden Einzelnen, den er berührt, mit schicksalhafter Wucht verändert.

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Georgien georgische literatur Gabunia Farben der Nacht, Samanischwilis Stiefmutter, Kvachi

Sommer 2012: Sura, glücklicher Vater und weniger glücklicher Hausmann – er hat seine Arbeit verloren –, bekommt einen neuen Nachbarn. Gelangweilt beginnt er, den auffälligen jungen Mann mit dem roten Alfa Romeo zu beobachten – und gerät schnell in den Bann des fremden Lebens und die Besuche eines Liebhabers: eines hohen Beamten. Dann beobachtet Sura einen Streit mit furchtbaren Folgen – und sieht die Chance, wieder für seine Familie sorgen zu können. Er bemerkt nicht, dass seine Frau Tina sich in eine Amour fou gestürzt hat. Fünf Menschen suchen ihr Glück und setzen alles aufs Spiel – auch wegen der unversöhnlichen Ansprüche einer Gesellschaft, in der Vergangenheit und Zukunft sich feindlich gegenüberstehen. Zwischen Patricia Highsmith und Hitchcocks „Fenster zum Hof“.

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Ein rüstiger Alter will nach dem Tod seiner Frau erneut heiraten. Sohn Platon befürchtet, sein karges Erbe mit einem Halbbruder teilen zu müssen. Er beschließt, für den Vater eine Frau zu finden, die ihn gegen jedes Risiko absichert: Eine zweifach verwitwete kinderlose ältere Frau soll es sein. Doch dann wird die Stiefmutter Elene trotz allem schwanger, und das Unglück nimmt seinen Lauf.

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This is, in brief, the story of a swindler, a Georgian Felix Krull, or perhaps a cynical Don Quixote, named Kvachi Kvachantiradze: womanizer, cheat, perpetrator of insurance fraud, bank-robber, associate of Rasputin, filmmaker, revolutionary, and pimp. Though originally denounced as pornographic, Kvachi’s tale is one of the great classics of twentieth-century Georgian literature–and a hilarious romp to boot. [Update: auf Deutsch antiquarisch erhältlich, „Das fürstliche Leben des Kwatschi“]

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Georgien georgische literatur Awelum, Ich bin sie, Das erste Gewand

Awelum, rebellischer Grübler, unsteter Liebhaber mehrerer Frauen, Dichter und Familienvater, ist tief gekränkt, als er von seiner Moskauer Geliebten Sonja verlassen wird. Während ihm seine Frau Melania in Tbilissi duldsam den Rücken freihält, riskiert er die Aufdeckung der heimlichen Treffen mit seiner wahren Liebe, der Pariser Slawistin Françoise, durch den KGB. Und doch. Der im unentwegten Gedankenstrom mitreißende Roman spielt vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs in Tbilissi in den Jahren 1991/92.

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Die junge Nia ist verliebt in einen älteren Jungen, der gegenüber ihrer Wohnung in Tiflis wohnt. Jahrzehnte später erhält sie erneut Kontakt und erinnert sie sich an den Gefühlssturm der ersten Liebe. So tritt die lebenserfahrene Nia mit ihrem jungen, ungestümen Ich in einen Dialog. Noch immer schenken sich georgische Liebespaare den Roman gegenseitig. 2013 wurde er als bester Roman des Jahres mit dem SABA-Preis ausgezeichnet.

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Ein Fremder kommt in Domenicos Dorf und weckt in dem jungen Mann den Wunsch, die Welt kennenzulernen. Zuerst kommt er nach Feinstadt, ein Ort der guten Sitten. Doch als er seine große Liebe auf tragische Weise verliert, will er fort, nach Kamora. Dort regieren Willkür und Verbrechen – bis eine Gruppe Hirten aufbegehrt. Sie errichten Canudos, eine Stadt der Freiheit. Das meistgelesene Buch in Georgien und – zur Zeit sowjetischer Herrschaft geschrieben – eine aufrüttelnde Parabel über das menschliche Dasein in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Tyrannei.

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Georgien georgische literatur Heiliges Dunkel, Santa Esperanza, Globalisierung

»Es ist kein Buch über mich, sondern über die Menschen, die ich kennen und lieben gelernt habe.« Berdsenischwili schreibt mit feinem Humor und Ironie, manchmal aber auch voller Sarkasmus und Wehmut über seine Mithäftlinge und ihre Bewacher. Er folgt den außergewöhnlichen, teils schrägen Charakteren, die – wegen absurdester »Verbrechen« inhaftiert – geplagt sind von Hunger, Haft, dem Mangel an Kommunikation mit der Außenwelt. Die vom KGB »auserlesenen« Inhaftierten bilden eine Art Ersatzfamilie füreinander und erleben Dinge, die sie ohne den Gulag nicht erfahren hätten.

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Aka Mortschiladses meisterhafte Persiflage auf seine Heimat Georgien entführt den Leser in die faszinierende Welt der imaginären Santa-Esperanza-Inseln im Schwarzen Meer. Der Archipel versinkt nach der Entlassung in die Unabhängigkeit durch die »Anglesen« im Bürgerkrieg. Die arroganten Wisramiani, die einflussreichen genuesischen Händler Da Costa und die barbarischen Sungalen kämpfen erbarmungslos um die Macht. Aus unzähligen Fragmenten – Mythen und Sagen, uralten Chroniken, Tagebucheinträgen, Liebesgeschichten, Flaschenpost, aber auch E-Mails, Zeitungsartikeln und Reiseberichten sowie mit allerlei literarischen Anspielungen entsteht ein Roman aus 36 Heften [organisiert wie ein Kartenspiel], die sich jedweder Reihenfolge lesen lassen..

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Ein betagter Mann aus der Region Kachetien fabuliert darüber, wie der Tumult der Welt – vom Beginn der Sowjetzeit bis in die 1990er Jahre – die Bewohner eines kleinen Dorfes im Kaukasus ereilte. Die Bewohner sind Überlebensjongleure, allen voran seine lebenspralle Schwester Anitschka, die am eigenen Leib erfährt, wie die Globalisierung neue Unfreiheit und Intoleranz generiert.

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Georgien georgische literatur Wer hat die Tschaika getötet, Abzählen, Personal Culinary

Die Polizeiermittler sind überfordert: Denn die Freunde der Ermordeten wissen, wer sie umbrachte, geben aber nichts preis. Warum, erschließt sich nach und nach aus den vielen Geschichten, die sich die Freunde, eine bunte, unkonventionelle, ja grelle Schar, über die Tote und sich selbst erzählen.

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Drei aufregende Tage für Ninzo und Ketewan, an denen die 13-jährigen Freundinnen erfahren, was es heißt, in einer gottverlassenen Konfliktzone zu leben, in der sonst bloß noch Kinder, Alte und Krüppel verblieben sind. Gewitzt muss man sein. Sonst kommt man nirgendwohin, nicht an Kleider, nicht an Monatsbinden, nicht an Zigaretten und auch nicht an Milch für das Brüderchen.

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Ungemein sinnlich gewährt die Autorin im lockeren Plauderton Einblick in ihr Küchen-Universum, das irgendwo zwischen Griechenland, dem Kaukasus und dem Orient liegt. Genauer gesagt: in Georgien, wo man weiß, wie man aus Einfachem Großartiges machen kann. Die mit leichter Hand und subtilem Witz erzählten Küchen-Geschichten richten sich an lesende Gourmets ebenso wie an kochende Literaturfreunde.

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Georgien georgische literatur Versteckspiel Aleko, Nino Haratischwili Das achte Leben Zurab Karumidze Dagny

An autobiographical novel: The main protagonist, Aleko Shughladze’s mother, has an incurable illness. Aleko also has a sister who has suffered from oligophrenic schizophrenia since she was a child. After their mother becomes bed-ridden, Aleko takes over the care of his sister. He has to have patience and not lose his humanity. Events from Soviet times intersect organically with today’s events. Together with all the difficulties of the Communist era, national traditions and rituals enter his mind. Aleko hides his mother away in a remote village and announces that she has died. He goes through with a fake funeral in great and plausible detail, thus doing his duty by his relatives. After the ‘funeral’ he hides his mother even further away, in India. where he settles down with her at the foot of a holy mountain.

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Ein wuchtiges Familienepos das am Beispiel von sechs Generationen außergewöhnlicher Frauen das ganze pralle 20. Jahrhundert mit all seinen Umbrüchen und Dramen, Katastrophen und Wundern erzählt, vom Georgien am Vorabend des Ersten Weltkriegs bis ins heutige Deutschland. Alles beginnt mit Stasia, Tochter eines Schokoladenfabrikanten. Eine Geschichte, die wie ein gewaltiger Strom mit unzähligen Nebenarmen und Verwirbelungen durch Europa zieht.

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Fast wäre es leichter aufzuzählen, was in Zurab Karumidzes großem, postmodernen Spiel nicht vorkommt. Dagny Juel gab es wirklich: Sie wurde am 4. Juni 1901 in Tiflis von einem nicht erhörten Liebhaber erschossen. Sich selbst erschoß er dann auch. Juel war Norwegerin, lernte früh Edvard Munch kennen, traf August Strindberg, der sie erst liebte und dann in einem Drama vernichtete. Schließlich aber heiratete sie den Bohemiensatanisten Stanislaw Przybyszewski, mit dem sie in dem Berliner Künstlerkreis um die Kneipe »Das Schwarze Ferkel« unterwegs war. Przybyszewski verkaufte sie dann an seinen Jünger Wladyslaw Emeryk, der sie nach Tiflis mitnahm. Dagny Juel hat selbst Gedichte und kurze Dramen geschrieben, die Karumidze immer wieder zitiert. Alle nehmen an einem »Fest der Liebe« teil, das gründlich schiefgeht, weil sich der junge Revolutionär Koba einmischt, der ein Auge auf Dagny geworfen hat. Er wird später als Josef Stalin in die Geschichte eingehen.

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Georgien georgische literatur Bestseller, Die himmelblauen Berge, Royal Mary

Pierre Sonnage, erfolgloser Schriftsteller, sieht seine einzige Chance auf Ruhm im Selbstmord und springt von einem Wolkenkratzer. Doch statt im Bestsellerhimmel landet er in der Literatenhölle. Hier trifft er nicht nur auf Dante, Kafka, Hemingway, sondern muss sich Rätseln stellen, so überfrachtet und verschlüsselt, wie er sie nur aus seinen eigenen Romanen kennt. Eine irrwitzige Reise beginnt.

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Schriftsteller Sosso liefert die dritte Fassung seines Manuskripts ab. Doch im absurden Apparat des Verlages haben alle anderes tun, als sich um Bücher zu kümmern. Das Manuskript geht verloren und wird schließlich aus verschiedenen Fassungen wieder zusammengekittet, während sich an den Wänden des hermetisch geschlossenen Gebäudes besorgniserregende Risse abzeichnen und unterirdische Beben zu spüren sind. Eine übermütige Karikatur auf das sowjetische System in seiner Endphase.

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Tiflis gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Märkte, Spelunke und Paläste, exzentrische Typen, fremde Mächte, ja fast die Gerüche einer vergangenen Zeit – mit Witz und Virtuosität erzählt Iaschaghaschwili von Mord und Totschlag. Alles dreht sich um ein Pferd – und den Schah von Persien… Dabei ist der Autor bescheiden genug, auch noch auf Puschkin und Kipling und Borges zu verweisen.

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Georgien georgische literatur Einsame Schwestern, Taso Foundation, Georgien eine literarische Reise

Die siamesischen Zwillinge Lina und Diana sterben unter mysteri­ösen Umständen. Erst danach erfährt ihr Vater Rostom von deren Existenz, und dann über deren unterschiedliche Persönlichkeiten in ihren ergreifenden Tagebucheinträgen. Bis ins Teenager-Alter werden die verletzlichen Zwillinge von der Außenwelt verborgen und von der Großmutter umsorgt, die darum kämpft, sie im verarmten post­sowjetischen Georgien zu beschützen – einer Gesellschaft mit wenig Mitgefühl für Behinderte. Nachdem die Großmutter stirbt, sind Lina und Diana wehrlos und fallen jeder Art von Misshandlung zum Opfer. Von der Taille abwärts verbunden, bleibt den Schwestern als einziger Rück­zugsort die Welt ihrer Tagebücher: Lina, unbeschwert und glücklich, ist fähig, sich zu verlieben. Diana, angespannt und bodenständig, kann ihre Situation nicht akzeptieren.

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Georgian Narratives: A Century and Beyond documents the lives of women and, to a lesser extent, men in Georgia since the Menshevik purges of pre-Soviet times through the Georgian, Ossetian, Russian conflict in August 2008. It paints a vivid portrait of the diverse backgrounds and experiences of women, Georgian citizens who are not exclusively ethnic Georgians who have experienced the life transforming developments and changes of the 20th and beginning of the 21st century. The first English publication of some of the oral histories that have been collected as part of a larger program recording the lives of women in Georgia.

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Auf Einladung von Nino Haratischwili und dem Goethe-Institut Georgien sind sechs deutsche und sechs georgische Autoren und Autorinnen durch Georgien gereist. Prometheus, Medea, Rustaweli und Stalin, sie alle gehören zu Georgien wie die fünfhundert Rebsorten und die unermessliche Gastfreundschaft. Entstanden sind literarische Reiseberichte und poetische Reflexionen.

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alle Klappentexte: gekürzt

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Maria-Christina Piwowarski, „Ocelot“ Berlin: „Bevor ich Nino Haratischwilis Roman „Das achte Leben. (Für Brilka)“ (Frankfurter Verlagsanstalt 2014) gelesen hatte, wusste ich nicht mal, wo Georgien genau ist. 1300 Seiten später wollte ich unbedingt selbst das Land am Kaukasus entdecken und habe meinen nächsten Jahresurlaub dort verbracht. Ich finde, Nino Haratischwili hat ihr Land auf die Landkarte des westeuropäischen Bewusstseins geschrieben. Das ist ein riesiger Verdienst. Außerdem ist „Das achte Leben“ aber auch einer der besten Romane, die in den letzten zehn Jahren in deutscher Sprache (ja, sie schreibt nicht in ihrer Muttersprache!) geschrieben wurde.

Vor einigen Tagen habe ich „Die Reise nach Karabach“ von Aka Morchiladze (Weidle Verlag 2018) gelesen, das ist wohl so etwas wie das Kaukasus-Gegenstück zu „Faserland“ von Christian Kracht – die nihilistische Reflexion einer orientierungslosen Generation. Das war sehr hart, aber auch echt gut.

Als ich in Georgien war, hat mir außerdem das „Georgisches Reisetagebuch“ von Jonathan Littell (Berlin Verlag 2008) sehr geholfen, den Georgisch-Russischen Krieg besser zu verstehen. Wenn man nach Georgien reist, stellen sich zwangsläufig Fragen nach der russischen Besetzung Abchasiens und Südossetiens. Littell bringt da auf wenigen Seiten Licht ins Dunkel.“

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Nobert Hummelt erklärt, warum es wenig übersetzte Lyrik aus Georgien gibt [Deutschlandfunk]: „Für ein kleines Land wie Georgien ist zur Aneignung der Weltliteratur das Übersetzen lebenswichtig. In umgekehrter Richtung ist der Prozess schwierig, da die georgische Sprache selbst von Menschen nicht beherrscht wird, die ihr Leben lang dieses schöne Land bereisen – sie verlassen sich auf die guten Deutschkenntnisse vieler Georgier.

Das hat zur Folge, dass es so gut wie keine direkten Übersetzungen georgischer Lyrik gibt. Stattdessen entstehen Nachdichtungen auf der Grundlage von Interlinearübersetzungen – sinngemäßen Wort-für-Wort-Wiedergaben, die von georgischen Übersetzern angefertigt werden; mit diesen Vorlagen arbeiten deutschsprachige Lyriker und entwerfen aus ihrem eigenen Sprachgefühl, wie dieser oder jener georgische Dichter auf Deutsch klingen könnte.“

Ich las und mochte die Lyrik-Anthologien:

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Filme:

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