German Posts

„Avengers: Endgame“: Fragen, Kritik, Probleme

.

Seit „Iron Man“ (2008) erzählen 22 Marvel-Kinofilme (und, eher nebensächlich: eine Handvoll TV-Serien, u.a. auf Netflix) eine große, oft zusammenhängende Geschichte. Viele der bekanntesten und/oder mächtigsten Helden (und, weniger: Heldinnen) sind Teil des Teams „The Avengers“.

Der Kinofilm „The Avengers“ (2012) bringt Figuren zusammen, die auch jeweils eigene Kinofilme hatten:

  • Captain America (bisher 3 Filme)
  • Iron Man (bisher 3 Filme)
  • Thor (bisher 3 Filme)
  • Hulk (ein nebensächlicher Film mit ganz anderer Besetzung)

…sowie Hawkeye (kriegt eine eigene TV-Serie) und, als anfangs einzige Frau, Black Widow (Kinofilm geplant).

Die meisten Verträge dieser sechs Schauspieler laufen 2019 aus.

Deshalb gab es, nach den Avengers-Filmen „The Avengers“ (12) und „Age of Ultron“ (15) jetzt, 2018 und 2019, einen Zweiteiler, der fast alle wichtigen Figuren aus den bisherigen 20 Filmen zusammen führt, im Kampf gegen den außerirdischen Thanos, der sechs mächtige Steine/Kristalle sucht und mit ihrer Macht die Hälfte des Lebens im gesamten Universum auslöschen will (…wegen Ressourcenknappheit, Überbevölkerung und den „Grenzen des Wachstums, es reicht nicht für alle“-Erfahrungen seiner Heimatwelt, Titan.)

.

Im Film „Avengers: Infinity War“ (2018) sammelt er alle 6 Steine, schnippt mit den Fingern und löscht die Hälfte alles Lebens aus. „Infinity War“ war ein rasanter, recht einstiegsfreundlicher Non-Stop-Kampf, den ich gern sah & empfehle: Ein Film über die Vielfalt und die Schrullen, Kräfte, Eigenheiten und das Mit- und Gegeneinander der vielen, vielen in vorigen Filmen etablierten Marvel-Figuren. Man muss nicht alle Figuren kennen: „Infinity War“ zieht schnell rein und zeigt: „Das ‘Marvel Cinematic Universe’, MCU, ist farbenfroh, dramatisch und hat viel schönes Pathos.“

Die direkte Fortsetzung, „Avengers: Endgame“, wird so heiß erwartet, weil:

  • Hier alles zusammen laufen soll.
  • Vieles enden wird: Welche Schauspieler*innen steigen aus? Welche Held*innen verschwinden oder sterben?
  • Der Film im Vorfeld mit einem Staffel- oder Serienfinale verglichen wurde: ein 22teiliges, komplexes, extrem erfolgeiches Erzähluniversum will für viele Figuren einen wichtigen Schlusspunkt setzen.

7 der 21 erfolgreichsten Kinofilme seit 2010 sind MCU-Filme.

Auch „Endgame“ wird erfolgreich sein. Die Frage bei ALLEN aktuellen Marvel-Filmen aber ist: erfolgreich genug?

Sind die Filme…

  • einsteigerfeundlich? (Infinity War: ja! Endgame: auf keinen Fall.)
  • für sich alleinstehend gelungen? (Es geht: beide Filme sind sehr ‘in medias res’)
  • ein wichtiger Baustein der größeren MCU-Erzählung. (Besonders ‘Endgame’: Ja, und wie. Eine Belohnung für Fans: Je besser man sich an Details aus früheren Filmen erinnert und je näher man den Figuren steht, desto mitreißender, dichter und befriedigender ist dieser Film.)
  • zeitgemäß: Gibt es interessante Heldinnen, Figuren of Color, LGBTQ-Content usw.? (Nein. Heldin Black Widow hat eine große, Heldinnen Nebula und Gamora kleinere Rollen. Der Rest nur eine Handvoll Sätze und Momente; und ein sprechender Waschbär kriegt mehr Raum & Tiefe als alle Figuren of Color.)

.

.

Das für mich Wichtigste und Schönste an „Endgame“ ist, dass (wussten wir vorher) das „Marvel Cinematic Universe“ nicht enden wird. „Endgame“ ist NUR emotionaler Höhepunkt und großes Finale für das Miteinander der sechs Original-Avengers: Zwei sterben den Heldentod, einer ist am Ende des Films durch eine Zeitreise verändert, die anderen drei könnten in zukünftigen „Avengers“-Filmen mühelos große Rollen spielen.

Das heißt auch: Nach 22 Filmen gibt es jetzt eine Art Machtvakuum: mehr Platz auf der Bühne. In den Comics passiert oft, dass eine Figur stirbt oder sich verändert und eine neue Figur die alte Heldenrolle übernimmt. Solche „Erben“ sind oft Frauen oder Figuren of Color, und „Endgame“ z.B. macht einen Schwarzen, Sam Wilson, zum offiziellen Nachfolger Captain Americas. (War auch in den Comic-Vorlagen so.)

Ich hatte gehofft, dass sich „Endgame“ mehr Zeit nimmt, solche Nachfolge-Figuren, „Legacy Characters“, zu positionieren: auch in den folgenden Jahren werden jährlich zwei bis drei Marvel-Kinofilme starten. Ob das Heldenteam „The Avengers“, bisher das Zentrum des MCU, weiter besteht, bleibt offen. Erstmal aber, wie gesagt: eine freiere Bühne.

Toll an „Endgame“ ist, dass die ganze Geschichte, das Mosaik aus 22 Filmen, ein wirklich stimmiges Finale bekommt: Das Experiment „Wollen Menschen die selben 40+ Figuren 12 Jahre lang in lose verknüpften Kinofilmen verfolgen: Lohnt sich das? Macht das Spaß?“ ist mit diesem Film, finde ich, tatsächlich voll geglückt.

Nur, wie gesagt: Während ich „Infinity War“ wirklich auch Neueinsteiger*innen empfehlen kann, weil man dort mit viel Tempo schräge Figuren, Duos und Kleingruppen kämpfen sieht (das macht auch noch Spaß, wenn man viele nicht kennt: Durch ihre Art, zu kämpfen und zu streiten, erklären sich diese Figuren recht gut)…

…ist der 3 Stunden lange „Endgame“ (u.a. durch eine ca. eine Stunde lange Zeitreise, in der u.a. Szenen aus den Filmen „Thor 2“, „The Avengers“ und „Captain America 2“ direkt zitiert und auf den Kopf gestellt werden; sowie durch viele Dialoge über früher, frühere Partnerschaften, verstorbene Familienmitglieder etc.) wirklich ein Film für Fans, ein Grande Finale, das man besser findet, je mehr andere, frühere Filme man kennt. Fragen wie „Wer ist wem wichtig, und warum?“ sind zentral, sowie „Was macht ein gutes Leben aus?“ und „Welche Sorte Bürger/Held will ich sein?“. Die Antworten, die Figuren jeweils wählen, erschließen sich VIEL besser, wenn man die Figuren schon möglichst gut kennt.

Wermutstropfen?

  • Einzelne Szenen (Kämpfe, Heldentode, Schlachten) sind klischeehaft und wurden schon in 10+ vorigen Marvel-Filmen ähnlich erzählt.
  • Die beiden erfolgreichsten und frischesten MCU-Figuren der letzten Jahre, Heldin Captain Marvel und König/Held Black Panther, spielen kaum eine Rolle.
  • Wie fast immer bei Marvel kriegen recht dümmliche und naive Figuren (hier: Ant-Man) viel Raum, tölpelhaft zu sein, im Stil von 80er-Jahre-Komödien. Unreife Jungs, erzählerisch langweilig. (In „Infinity War“ wars Peter Quill – der dort aber interessante Entscheidungen treffen musste. In „Endgame“ nimmt Ant-Man ermüdend viel Platz ein; auch Thor langweilt.)

Lange, akkurate Zusammenfassung (und interessante Kommentare): Link, Reddit

.

.

01__Länge? 181 Minuten. Trotzdem keine Längen: gutes Tempo/Dichte, passt. („Titanic“: 195 Minuten).

02_“Okay. Hold on, don’t shoot“, die erste Dialogzeile im Film, bedeutet nichts Tieferes, oder?

03_Schade, dass das Mädchen, mit dem Hawkeye am Bogen trainiert, „nur“ seine Tochter ist – nicht, wie nach dem „Endgame“-Trailer viele hofften, Kate Bishop: Clints junge Nachfolgerin-dann-gleichberechtigte-Kollegin aus den „Hawkeye“-Comics.

04_“Endgame“ will als Abschluss verstanden werden: Wie das Ende (oder, mindestens: Staffel-Finale) einer Serie. Der Film setzt einen schönen (vorläufigen) Schlussakkord. Aber, wirklich: Es ist kein Ende des MCU. Kein Ende der Avengers. Nichtmal ein Ende für die sechs zentralen Figuren. Sonern einfach: ein Finale fürs Miteinander dieser 6 Leute. Das einzige, das wir vermutlich nie wieder sehen, in den nächsten 22 Filmen, sind Cap, Thor, Tony, Natasha, Bruce und Clint, zusammen, routiniert.

05_Ich mag, wie viele Dialoge es gibt… und wie tief sie schneiden, wie oft, viel und detailliert Figuren-Historie und Vorgeschichte Thema ist in diesem Film: Momente, die sich die Figuren in JAHREN Vorgeschichte, Vorbereitung verdienten.

06_Befreiend und überraschend, dass „Endgame“ nicht v.a. von Thanos handelt. Thanos war (in Sachen Screentime) Mittelpunkt und Hauptfigur von „Infinity War“ und hatte noch viel Raum für Wachstum, Tiefe. Schön aber, dass er „Endgame“ nicht dominiert.

07_Ich war in der Hamburger Pressevorführung (Dienstag, 23. April, 9 Uhr morgens): etwa 60 Journalist*innen, fast alle weiß, fast alle Männer zwischen 25 bis 40. Viele trugen Fan-Shirts, Fan-Rucksäcke etc. Ich bin immer traurig, wenn ich bei Heldenfilmen v.a Männer im Publikum sehe und einzwei Paare. Fühlen sich Frauen (zu Recht) nicht angesprochen/repräsentiert?

08_Mein Verdacht, vor „Endgame“: Dass es besonders um Tony & Steve gehen wird und, dass, falls beide sterben, die Tode verschieden genug sein müssen, dass sie sich nicht überschneiden. Ich dachte, einer stirbt (Cap?) und einer endet anderswo (im All, oder z.B. als A.I.). Dass Natasha stirbt, hätte ich nie erwartet.

09_Wer alle sieben Dragonballs findet, hat einen Wunsch frei. Ist er erfüllt, versteinern die Dragonballs, zerstreuen sich in alle Winde und müssen neu gefunden werden. Der grundlegende „Endgame“-Plot ist super-ähnlich: „Thanos hat geschnippt, jetzt müssen wir alle Steine neu finden, um selbst schnippen zu können.“

10_Guter Fan-Slang für „Thanos schnippt die Finger“ (snap) und lässt, wie beim Jüngsten Gericht (rapture) einen Teil der Lebenden verschwinden: „Snapture“!

.

.

11_Auch im „Infinity Gauntlet“-Comic (1991) löscht Thanos die Hälfte alles Lebens aus… dort aber, weil er sich in den Tod persönlich verliebte (Tod = eine Gruftie-Diva, die Zeichner George Perez GENAU SO inszeniert wie Raven in den 80er-Jahre-“Teen Titans“-Comics, die er zuvor zeichnete). „Ressourcenknappheit“ wurde u.a. durch die „Die Grenzen des Wachstums“-Studie des „Club of Rome“ globales Thema: 1972. Obwohl „Kann das für alle reichen?“ also schon recht lange gefragt wird, finde ich das als Thanos’ Motivation zeitgemäßer und interessanter als „Ich liebe den Tod“.

12_Im Comic „Y: The Last Man“ sterben alle Männer (nein: alle Menschen mit Y-Chromosom, also die meisten cis Männer und trans Frauen) an einem Virus. Die Welt verändert das extrem. „The Leftovers“ (flauer Roman; doch TV-Serie mit euphorischen Kritiken) zeigt eine Welt, in der 2 Prozent der Weltbevölkerung plötzlich verschwanden. Auch dort ist alles grundsätzlich aus den Fugen.

13_Ich hätte SO gern eine Montage in „Endgame“ gesehen, die überraschende globale Folgen der „Snapture“ zeigt: soziale, biologische, kulturelle, religiöse. In der Comic-Vorlage verschwindet auch die Hälfte aller TIERE. Wie ändert das z.B. Viehzucht und Ökosysteme? [TV Tropes sagt, als Hulk schnippt, sieht Scott Lang Vögel: „The original snap got rid half of all life including animals, and Scott could see the restored birds coming down onto the tree.“]

14_Wer sind die unbestreitbaren Hauptfiguren dieses Films? Die ersten sechs Avengers. Es spricht *sehr* für das MCU und die vielen neueren Figuren, dass ich, als Thanos schnippte und immer mehr Figuren zu Staub zerfielen, dachte „Oha: Das hat ja echt auch sehr, sehr zentrale Figuren erwischt.“ Dass es die sechs zentralsten Figuren aussparte, fiel mir erst beim Listen-Durchsehen auf, später. Denn klar sind für mich Figuren wie Peter Parker, T’Challa und Stephen Strange super-zentral. Gute Arbeit!

15_Sympathisch, dass sich Tony und Nebula kurz nach Thanos‘ Schnippen die Zeit mit einem Spiel vertreiben, bei dem man… Spielfiguren schnippt!

16_Immer wieder klagt jemand, im MCU fehlen interessante Gegner/Villains. Das beinahe ERSTE, das wir im „Infinity Gauntlet“-Comic (1991) sehen, nachdem Thanos schnippte: Bösewicht Doctor Doom – gekränkt und wütend. Ich war mir sicher, dass „Endgame“ einen Avengers-Einsatz oder -Kampf zeigen würde, kurz nach dem Verschwinden der halben Menschheit… und einen Bösewicht, der das Machtvakuum zu einem „Power Grab“ nutzt. Stattdessen fällt mir nicht mal *ein* MCU-Bösewicht ein, der noch am Leben ist und eine Gefahr darstellt.

17_Ich bin 36 – und merke, wie absurd wichtig der Generation meiner Eltern Gartenarbeit, Gartenpflege, „Mein schöner Garten“-Abos etc. sind: Dass Thanos (mächtig, patriarchal, hält alle für unreif und unerfahren) sich auf „my Veranda“ zurückziehen will und sich auf ein Leben voller Gartenarbeit freut, passt hier, glaube ich, sehr gut: #altersfrage #generationenkonflikt

18_Doch dass Pepper Potts (Firmenchefin, Superheldin) Bücher übers Kompostieren liest, über die sich Tony lustig macht, nervt mich – so gut es auch zum Öko- und Achtsamkeits-Image von Schauspielerin Gwyneth Paltrow passt.

19_Heft 1 von „The Infinity Gauntlet“ fragt über Thanos: „Or will his fragile heart be his undoing?“ Ich war gespannt, welche Charakterschwäche oder Hybris Thanos zu Fall bringt. Doch bin froh, dass „Endgame“ die Zeit für anderes nutzt.

20_Ich dachte, sobald ich „Five Years Later“ las: Ich sehe jetzt einen Drei-Stunden-Film über Leerstellen, Verlust, Trauer. Stattdessen wurde der Zeitreise-Plot schnell zu einer schwungvollen, lockeren Zitate- und Easter-Egg-Suche für Fans. Schön, dass SO viele widersprüchliche Töne, Aspekte, Stimmungen ins MCU passen. Doch schade, wie brachial, plump und nervös Humor DAUERND als Gegengewicht oder Überzuckerung in MCU-Momenten auftaucht, die… gar keinen Humor/Zucker brauchen.

.

.

21_Der Plot von „Endgame“? Thanos heute (später: Thanos von 2014) und die Avengers kämpfen um einen großen Reset-Knopf. Ich bin froh, wie behutsam dieser Knopf am Ende gedrückt wird und, dass fast alles, was in vorigen Filmen geschah, weiterhin so erinnert werden kann / noch in Continuity ist. [Die DC-Heftreihen versuchen 2011 etwas ähnliches, durch Flashs Zeitreise in „Flashpoint“. Das Ergebnis: Ich weiß bei heute von vielen DC-Lieblingsfiguren nicht, was weiterhin zu ihrer Vergangenheit gehört… und was sich geändert haben muss, doch nie genau neu auserzählt wurde. Uff!]

22_“Etwa 80 Prozent“ von „Thor 3“ wurden improvisiert. Auch in „Infinity War“ gab es Spider-Man-, Doctor-Strange- und Guardians-Momente, die mir improvisiert schienen. In „Endgame“ aber würde mich das überraschen: Fast alle Dialoge wirken zwingend, dringlich und so, als zählt die exakte Wortwahl. Kein spontaner oder verspielter Film!

23_In vielen MCU-Filmen nervt Product Placement. Dieses Mal fiel mir nur eins auf: Audi – plump und penetrant.

24_Der Film beginnt mit einem Rock-Klassiker, den ich nicht namentlich erkannte… und endet mit einem Swing-Standard (40er?), den ich nicht kenne. Googelt gern, ob die Songs tiefere Aussagen haben oder Subtexte aufmachen. Ich finde, allen MCU-Soundtracks und -Original Scores fehlt Charakter. Solide – und schnell vergessen.

25_Scott Lang beschreibt den Zeitreise-Plan als „Time Heist“. „Heist Movies“ sind z.B. die Gangster- und Ganoven-Klassiker, die „Ocean’s Eleven“ aufgriff: Filme, in denen ein Team einen komplexen Plan spinnt, etwas zu stehlen und alle zu täuschen. Ich sah die beiden „Ant-Man“-Filme noch nicht – doch auch sie werden als „Heist Movies“ beschrieben. Kennt man das Wort im Deutschen – oder sagen wir noch 20 Jahre lang „Sowas wie ‚Ocean’s Eleven'“?

26_Wir sehen durch Scott Langs Augen […viel zu wenig davon], wie Thanos’ Snapture die Welt änderte. TV-Pilotfilme haben oft eine neue oder außenstehende Figur, durch deren Augen man z.B. ein Polizeirevier, ein Milieu oder einen Freundeskreis kennen lernt. Als Newcomer und Viewpoint Character macht Lang zwar viele Szenen zu Beginn des Films einfacher… doch mich deprimiert, wie trottelhaft, übereifrig etc. er inszeniert wird: Ich muss nicht alle drei Szenen einen totalen Trottel sehen. (Wie gesagt: In „Infinity War“ war Peter Quill der eher-störende-als-witzige Ignorant. In „Endgame“ sind es Scott Lang und (schade!) Thor.)

27_Die „Star Trek“-Folge „The Trouble with Tribbles“ macht Spaß. Nachfolger „Deep Space Nine“ nahm sich fast 30 Jahre später das Filmmaterial und fügte die eigenen, neuen Figuren ein: Die DS9-Helden machten eine Zeitreise und mussten, parallel zur Handlung von „Trouble with Tribbles“, ein eigenes Problem lösen – ohne, aufzufallen oder die Vergangenheit zu beeinflussen. Ich liebe die Folge und das Konzept. Doch dass ich aus „Infinity War“ (allergrößte Oper, Pathos!) zu „Scott Lang & Kumpels spielen ‘Trials and Tribble-ations’ mit alten, vorigen MCU-Filmen“ …schlitterte ist für mich… doch: ein Schlittern. Kein „Wow! Diese Filmreihe weiß, was sie tut!“

28_[Produzent] Kevin Feige mentioned that the Grand Finale of Star Trek: The Next Generation („All Good Things…“), which prominently featured characters jumping through time, was a key influence on „Endgame“. [Quelle]

29_Ich glaube jetzt, nach „Endgame“, alle MCU-Regisseure etc. verstehen Tony Stark als Hauptfigur des gesamten MCU. Kann man so sehen – doch dann hätte mir weitere „Iron Man“-Filme nach 2013 gewünscht: Tony redet zwar viel. Doch gewann für mich in den letzten Filmen, besonders in „Ultron“ und „Civil War“,nicht genug weitere Tiefe.

30_Spannend, wie dieser Artikel [Link] über die schrägen/interessanten/überraschenden Duos, Trios, Gruppen in „Infinity War“ direkt sagt: „Doctor Strange wird neben Tony gesetzt, damit TONY sich als Figur entwickelt.“ Ich halte Tony für so klar, konturiert, dass ich die Szenen nicht als Tonys Szenen las. Sondern als: ‚Schaut. Hier erklären wir, warum Stephen Strange kein bloßer Tony-Abklatsch ist.“

.

.

31_Weil das MCU offenbar viele witzige Trottel braucht, doch fast jeder MCU-Einzelfilm so wenige Frauenrollen hat, dass eine Trottel-FRAU als frauenfeindliches Klischee verstanden würde, sind die MCU-Frauen generell VIEL kompetenter und weiser als die MCU-Männer. Das heißt auch: Fast jede Szene in „Endgame“, in der ein Mann länger mit einer Frau spricht, zeigt mir einen schönen „Yeah! Mit SO einer deutlich schlaueren Frau wäre ich auch gern befreundet!“-Moment. Frigga und The Ancient One (Tilda Swinton) kommen deutlich schlauer rüber als ihre männlichen Dialogpartner. Nur Clint und Natasha sind, finde ich, auf Augenhöhe.

32_Meine Mutter sah nur „Iron Man 3“ und „Black Panther“. Sie mochte beide Filme… und sagte über die Gespräche zwischen Tony und Pepper, sie hätte sich alles viel martialischer vorgestellt. „Aber dass du Figuren magst, die SOLCHE tollen Gespräche führen. Das passt ja doch!“ Ich glaube, sie würde gern ne Serie sehen, in der sich Tilda Swinton und Mark Ruffalo 8 Stunden unterhalten. Schön, dass sowas zwischen all den Knalleffekten Raum kriegt, in „Endgame“.

33_Trotzdem hatte Bruce Banner (Hulk) im Film wenig zu tun und, im Rückblick, seit „Age of Ultron“ auch keinen richtigen Arc / Charakterbogen: Ich hätte gern gesehen, wie (genau, konkret!) Bruce es schafft, mit Hulk auf einen… grünen Zweig zu kommen.

34_Fans rätseln noch, ob die kurzen Szenen mit Jane Foster neu gefilmt wurden… oder Material aus dem „Thor 2“-Dreh sind. Natalie Portman (Jane) hatte keine Lust mehr, in weiteren Filmen mitzuspielen, als Regisseurin Patty Jenkins (später: „Wonder Woman“) aus „Thor 2“ ausstieg.

35_Mir ist Jane Foster wichtig, weil sie in den Comics Thors Hammer übernimmt für einige Jahre: Wie toll wären „Thor“-Filme mit Portman als Mittelpunkt?

36_Ich denke oft: Als TV-Serie(n), mit 10+ Stunden Figuren- und Dialogzeit pro Jahr, hätte ich mehr Spaß mit dem MCU. Über eine Figur wie Sharon Carter – die ich bisher in drei Filmen zusammengenommen ca. 11 Minuten sah – weiß ich im Grunde nichts. Besonders, sobald ich Wissen, das ich nur durch ihre Comic-Vorlage habe, ausklammere: WER ist Bucky? Für mich sind das Chiffren, Phantome, fast leere Flächen, die sich oft auch von Film zu Film extrem ändern. Wie kann man Fan einer solchen… Skizze, Vorläufigkeit sein? Ich sah „Ultron“ erst vor Kurzem. Davor wusste ich nichts darüber, dass Bruce und Natasha (die ich beide in späteren Filmen oft sah) über ein gemeinsames Leben nachdachten. Oder, wer Natasha eigentlich tiefer ist, sein will, früher war.

37_“Ultron“ erklärte, dass alle Agentinnen/Assassins, die wie Black Widow im „Red Room“ ausgebildet wurden, sterilisiert wurden. Für Clints Familie war Black Widow „Tante Natasha“, und dass ihr Clints‘ Verlust nahe geht, ist in „Endgame“ deutlich. Schade aber, dass sie zwar SAGT, sie gehe im Job auf (und: ihr Job sei ihre Familie), doch fünf Jahre lang weder a) Clints Alleingänge aufhalten kann noch b) besonders effizient und beherzt und „Ich habe einen Plan, wie alles gut wird“ rüber kommt. Die mutigen Pläne schmieden die Männer. Natasha heult, allein am Schreibtisch.

38_Die freudlose, langweilige, brutale und optisch klischeehafte Szene in Tokyo, in der Clint einen Yakuza-Gangster tötet, nervt mich besonders, weil Natasha offenbar eingreifen und den Tod hätte verhindern können. Mein Lieblingsheld ist Superman („No one dies today“), auch vor Batmans „Ich nutze keine Schusswaffen“ habe ich großen Respekt. Wie leichtfertig Held*innen im MCU DAUERND töten, macht mich müde und stößt mich ab.

39_Als Hawkeye in den Comics stirbt, taucht später eine Vigilanten-Figur auf: Ronin. Lange steht in Frage, ob Hawkeye Ronin ist (jein). Ich finde anstrengend, wie schnell Fans bei „Endgame“ schreiben: „Hawkeye ist jetzt Ronin“ oder „Statt Hawkeye geht es jetzt um Ronin“ – weil Clint für zwei (?) Szenen mehr Vigilant, Einzelkämpfer, Mörder ist als Held, und sein aktuelles MCU-Kostüm dem Ronin-Kostüm der Comics ähnlich wird.

40_Der dystopische (mittelprächtige, aber sehr beliebte) Comic „Old Man Logan“ zeigt Wolverine als alten Mann in einer postapokalyptischen „Mad Max“-Zukunft. Hawkeye wird, ebenso gealtert, zum besten Freund. 2019 startete die Comicreihe „Old Man Hawkeye“. Sie hat überraschend gute Kritiken. Jetzt, nach Jeremy Renners Leistung in „Endgame“, habe ich zum ersten Mal Lust auf das Konzept.

.

.

41_Dass ich, obwohl ich jeweils alle Filme beider Figuren sah, nicht sagen könnte, was Falcon und Rhodey charakterlich unterscheidet, ist ein RIESENproblem.

42_Jemand (Black Widow, in der Erdnussbutter-Sandwich-Szene?) liest J.G. Ballards SciFi-Kurzgeschichtensammlung „Terminal Beach“ (1964). Als Carol in „Captain Marvel“ bei Blockbuster die VHS zum Astronauten-Drama „The Right Stuff“ musterte, passte das gut. Ob „Endgame“ Parallelen hat zu Ballards Geschichten, weiß ich nicht.

43_Was tat Carol / Captain Marvel im All? Sich um zahllose Welten kümmern, die, als die Hälfte ihrer Bevölkerung verschwindet, “die selben Probleme haben wie wir auf der Erde“. Eine einzige und recht nichtsagende Zeile, die a) nicht erklärt, warum sie von 1995 bis jetzt nie zurück zur Erde kam und b) besser funktionieren würde, wenn „Endgame“ zeigen würde, WELCHE Probleme eine Erde hat, der die halbe Bevölkerung fehlt: In Scott Langs Nachbarschaft sind viele Häuser zugewachsen und Mülltüten stapeln sich am Straßenrand. Das ist alles?

44_Auch, warum Carol nicht sichtbar altert, wird in „Endgame“ nicht klar. Oder, was aus den Skrulls wurde.

45_2007 übersprangen alle DC-Heftreihen ein Jahr: „One Year Later“. Umzüge, neue Heldennamen, Schwangerschaften, ein veränderter Status Quo für alle. Die Aktion war durchwachsen – weil viele Veränderungen Monat für Monat erzählt spannender gewesen wären statt des plötzlichen „Schaut! ALLES ist anders.“ Das „Wie wurde es anders?“ wurde oft nur angerissen. „Five Years Later“ wirft diese Probleme fünf Mal so schlimm auf, in einem Film, der noch siebzehn andere Dinge erzählen will. Mir gibt der Sprung nichts, und mich gruselt davor, was er z.B. für den nächsten „Spider-Man“-Film, „Far from Home“ bedeutet: Hat Peter Parker, als Opfer Thanos’, tatsächlich grade fünf Jahre verloren? Sind viele seiner Bezugspersonen und Mitschüler*innen jetzt fünf Jahre älter und dachten, sie sähen Peter nie wieder?

46_Verstehe ich das richtig? Durch Hulks Snap sind alle durch Thanos verschwundenen Lebewesen wieder genau dort, wo sie vor fünf Jahren waren? Was ist mit den zurückgelassenen Menschen, die seitdem z.B. neu geheiratet haben? (Aber: Zivilist*innen, einfache Menschen sind im MCU eh egal meistens: Alles wird anhand von Held*innen und ihrer nahsten Umwelt erzählt.)

47_Was ist mit Leuten, die verstarben, als/weil plötzlich die halbe Weltbevölkerung fehlte, z.B. durch Flugzeugabstürze? Die snappte Hulk nicht zurück, und auch nicht Leute, die im Lauf der letzten fünf Jahre starben, mittendrin?

48_Alle Netflix-Serien mit Marvel-Figuren wurden 2019 plötzlich beendet oder abgesetzt. Ich hoffe, z.B. „Jessica Jones“ erhält eine zweite Chance auf der neuen Plattform Disney+; doch nach „Endgame“ verstehe ich besser, wie paradox Alltag im MCU plötzlich wurde, durch diesen „Die Welt drehte sich fünf Jahre lang weiter und die Hälfte der Menschheit lebte dort; doch die andere Hälfte kehrt JETZT zurück und ist auf dem Stand von vor fünf Jahren“-Sprung: Was heißt das für Serien, die weiter produziert werden, „Cloak & Dagger“, „Agents of SHIELD“, „Runaways“?

49_Ich verstehe nicht, wie Thor auf Zeitreise 2013 den Hammer rufen und mit in die Gegenwart nehmen kann, ohne, damit alles zu ändern.

50_Gut, dass Loki den Tesserakt in der neuen Timeline 2014 nicht sofort nutzte. Gut, dass Hydra in der neuen Timelin 2014 nicht mehr Ärger machte etc.: Ich bin nicht sicher, ob ich die Regeln für Zeitreisen im MCU verstehe – doch ich glaube, wenn man sie versteht, wie man sie verstehen soll, kuckt man auf die Zeitreise-Szenen und denkt „Alles egal. Hauptsache, die Zeitreisenden sterben nicht. Sonst ist alles erlaubt, und nichts hat Konsequenzen.“ Verstehe ich das richtig?

.

.

51_Verstehe ich das richtig: Captain America hat die Infinity-Steine *und* Mjölnir zurück in die Vergangenheit gebracht? Thor hat nach „Endgame“ erneut keinen Hammer mehr? [Edit: TV Tropes sagt „ja“: „Mjolnir is on the time platform when Cap returns the stones, so he presumably took that back to Asgard too and restored the original history.“]

52_Reddit-User*innen, genervt: „They state that time travel doesn’t work like Back to the Future. Killing your past self doesn’t make your future self disappear. It’s all a stable time loop where this is what always happened.“ Heißt das, eine Reise in die Vergangenheit hat KEINE Konsequenzen?

53_Tonys höchstens fünfjährige Tochter sagt “I love you 3000“ [deutsche Synchro: „Ich liebe dich mal 3000“] – und ich rechne damit, dass das Nerdspeak für „Ich liebe dich sehr“ wird. Ich denke auch an Dragonballs [His power rank is] „Over 9000“: Menschen benutzen „Over 9000“ für „Ich reagiere übertrieben auf einen übertrieben hohen Wert“.

54_Schön, dass Tony Peter Parker mag. Bitter und klug, dass Tony glaubt, zwischen seiner leiblichen Tochter und „Ziehsohn“ (will er das nur? Oder sind sie echt schon so eng?) Peter wählen zu müssen. Schade, wie sich der Film da rausmogelt am Ende.

54_Ich sah „Spider Man: Homecoming“ noch nicht und sah deshalb die Begeisterung zwischen Tony und Peter bisher nur in „Civil War“ und „Infinity War“ (Stehen sich Tony und Tante May in „Homecoming“ nahe? Auf Tonys Beerdigung steht sie SEHR weit vorne). Wer Tonys Miteinander & Ton hier mag: „Squirrel Girl“ von Ryan North, besonders den aktuellen Sammelband 10, „Life is too short, Squirrel“. Große Empfehlung!

55_Bucky hat fast nichts zu tun im Film. Falcon auch. Loki bleibt vorerst tot. Ich bin erleichtert, zu wissen, dass es bald TV-Serien über diese Figuren geben wird. Wäre das, was „Endgame“ mit ihnen tut, alles für die nächsten Jahre… wärs viel zu wenig.

56_Figuren, die in „Endgame“ starben, BEVOR Thanos die Finger schnippte, bleiben tot. Das gilt für Loki und The Vision. Für beide aber sind TV-Serien geplant. Auch ein „Black Widow“-Film ist in Vorbereitung.

57_Dass Gamora zwar weiter im MCU bleibt, doch in ihrer 2014er-Version, und ihr (sehr bewegender) Tod in „Endgame“ nicht rückgängig gemacht wird, gefällt mir.

58_Wütende Fans auf Reddit, über z.B. Natashas Tod: „There’s just so much here that just seems so disrespectful to soo many characters in this entire franchise.“ Ich mag die meisten Figuren, doch ich LIEBE keine einzige und bin nicht besonders… protective. Schön, dass Hawkeye nochmal deutlich Raum kriegte. Schön, dass Pepper überhaupt vorkam. Schön, dass Wanda nie „irre“ oder „hysterisch“ gezeichnet wird. „Disrespectful“ fand ich nichts.

59_Verständlich, dass Sam Wilson, als er Caps Schild hält, sagt: „It feels like it belongs to someone else.“ Gut, dass Steve sofort widerspricht. Schade, dass trotzdem viele rassistische Fanboys sagen werden: „Nö, es gibt nur EINEN wahren Captain America“. Es ist, glaube ich, echt einfach egal, wie sehr man eine Figur, die kein weißer cis Mann ist, als kompetent und legitim beschreibt: Im halben Netz wird stehen, die Figur sei falsch, aufgepropft, unnötig.

60_Ich weiß nicht, wie lange politisch „neutrale“ Filme wie „Endgame“ noch darin funktionieren werden, Rechte UND Progressive anzusprechen: „Star Wars“ ist seit dem (progressiven, tollen) „The Last Jedi“ so umkämpft, dass Rechte und Comicgate-Männerrechtler sagen: „Das ist nicht mehr mein ‘Star Wars’“. „Endgame“ hat keine großen Momente, die Rechte als „Pandering“ und „linkgsgrünversifft“ und „Mary-Sue-haft“ und „Feminist Agenda-driven“ beschimpfen können: Es ist kein feministischer oder progressiver Film – doch eben auch kein aggressiv reaktionärer. Vielleicht werden in fünf Jahren Menschen sagen: „Nein. Entscheidet euch! Ich will konservative Figuren und deutliche Messages gegen Feminismus.“ bzw.: „Gähn. Keine Queerness, wenig Vielfalt, Frauen sind unterrepräsentiert. Ich bin raus!“

.

.

61_Vor der „Endgame“-Premiere stand die Frage im Raum, ob „Endgame“ z.B. die „Young Avengers“ einführt: Scott Langs Tochter, Loki als wiedergeborener Teen, Prodigy als Schüler aus/in Wakanda, Kate Bishop als Hawkeyes Nachfolgerin. Tatsächlich kommen in „Endgame“ zwar Teenager vor. Eine große „Schaut: Dieses heroische Mädchen, das zweimal durchs Bild läuft, heißt übrigens Kamala Khan“ etc.-Szene fehlt.

62_Der Film besteht den Bechdel-Test: Black Widow spricht kurz mit Okoye. Gamora und Nebula haben mehrere Dialoge. Doch in fast jeder Szene sind Männer in der Überzahl oder unter sich. Captain Marvel hat mit niemandem besonders tiefe oder interessante Gespräche; Maria Hill kommt fast nicht vor; falls Sharon Carter vorkam, erkannte ich sie nicht.

63_Im Endkampf stehen acht, zehn Heldinnen zufällig im selben Bereich des Schlachtfelds: ein Kamerabild, das als Poster und .gif hervorragend funktionieren wird. Als Momentaufnahme während des Kampfs, erzählerisch, ergibt dieses Frauen-Tableau keinen Sinn. Doch ich glaube, darum ging’s auch nie. Sondern um ein „Seht her! Auch ohne Black Widow STROTZT das MCU vor Frauen.“ Das stimmt halbwegs. Nur haben all diese Frauen immer noch zu wenig zu tun, zu wenig zu sagen, zu wenig Tiefe.

64_“Gozie Agbo“ ist das Pseudonym von Joe Russo, Co-Regisseur des Films. Er hat eine kleine Szene im Film als trauernder Mann in Caps Selbsthilfegruppe. Ich bin gesichtsblind und dachte erst: „Ah, das ist Mark Ruffalo.“

65_Die Szene ist wichtig, weil sie, glaube ich, das erste Mal in den MCU-Filmen (…anders als in den Netflix-Serien) Queerness direkt thematisiert: Hörte ich richtig, sagt der trauernde Mann, dass er ein Date hatte zum ersten Mal seit der Snapture und verwendet für den Date-Partner das Pronomen „he“. [Mit Pech verhörte ich mich, und er sagte nicht sowas wie „After years, I finally saw a date“ sondern „After years, I finally saw my DAD.“ aber… nein. Es ging doch um Dates?!]

66_Die Szene lässt sich leicht rausschneiden oder neu synchronisieren: Man müsste „er“ nur durch „sie“ ersetzen. Ich bin gespannt, in welchen Ländern die Szene bleibt, wie sie ist.

67_Valkyrie ist offiziell bisexuell – eine entsprechende Szene wurde aus „Thor 3“ gestrichen. Ihre Szenen in „Endgame“ verraten nichts über ihre Sexualität. Das selbe gilt für Drax und Mantis. Produzent Kevin Feige sagt, dass a) es bereits jetzt queere Figuren im MCU gibt (…Loki auch?), b) in kommenden Filmen neue folgen werden.

68_Hawkeye ist weiterhin (wie in „Ultron“ und „Civil War“) Mentor / Bezugsperson für Scarlet Witch, und fragt sich am Ende des Films, ob Natasha [trotz ihres Todes] wohl weiß, dass die Avengers gewonnen haben. Scarlet Witch: „She knows. They both know.“ Ich musste fast weinen, weil ich dachte: Wie schön, respetkvoll und stimmig, dass Scarlet Witch an ihren Zwillingsbruder denkt, Quicksilver. Nach ein paar Stunden aber dachte ich: Was, wenn sie Vision meint, ihren Liebhaber? Beides würde passen – doch diesen Satz SO offen und vage zu lassen, dass unklar ist, wen sie meint, halte ich für lieblos – und damit das Gegenteil dieser „Wie schön! Tote Figuren werden erinnert!“-Absicht: I honestly can’t tell if she means Vision or Pietro.

69_Immer wieder zeigen Marvel-Filme, wie Hauptfiguren den Abwasch machen. Auch hier wieder (Tony, bei sich daheim). Mich ärgert, wie gleich alle „Hier ist unser schönes Zuhause“-Landhäuser in „Ultron“ (Hawkeye), „Captain Marvel“ (Maria Rambeau) und „Infinity War“ (Tony) ausehen. Und mich ärgert, wie undurchdacht der Film erst Clints Idylle zerstört, dann Tony eine viel zu ähnliche Idylle gibt. (Ich verstehe die Spiegelung. Doch sie bleibt flach/einfältig.)

70_Viel Rocket Raccoon. Wenig Okoye, Black Panther, Carol Danvers. Doctor Strange und Peter Parker haben zwar einige Momente – die aber nichts verraten/zeigen, das nicht „Infinity War“ bereits besser erzählte. Auch Peter Quinn tut und sagt das selbe wie in „Infinity War“, nur gekürzt/weniger.

.

.

71_Thor sagt Valkyrie, sie sei bereit, New Asgard anzuführen. Ich mag die Figur durch „Thor 3“ und freue mich, dass Thor viel von ihr hält. Doch dass sie fünf Jahre lang nur in Norwegen saß und zusah, wie sich Thor betrinkt, spricht nicht für sie. Und: Nicht für einen Film, der in 5 Jahren erzählter Zeit praktisch *nichts* von Belang mit dem Großteil seiner Figuren wagt, durchdenkt, zeigt. Zum Vergleich: Was geschah in den fünf Jahren zwischen 2012 und 2017, im MCU?

72_Ich verstehe, dass Fans von „Thor 3“ wütend auf den Start von „Infinity War“ sind: In „Alien 2“ tut Ripley alles, um ein Kind zu retten. Für „Alien 3“ wird das Kind schnell getötet/weg gewischt, um einen neuen Plot in Fahrt zu bringen. Reddit: „Half of Thor’s people die in Infinity War even though Thor Ragnarok said Asgard was about the people“.

73_Ich sah „Thor 3“ auf Deutsch, und war hingerissen von Korg. Auch, weil mich die Figur an einen lapidaren, gutmütigen Obdachlosen/Sidekick in einer Soap, die ich mag, erinnert: Hotte in „Alles oder nichts“. Dass Korg mich aber SO kriegt und SO nah an Hotte kommt, lag am deutschen Synchronsprecher: Im Original ist die Figur… good. Not great.

74_“Thor 3“ zeigte, wie witzig Chris Hemsworth sein kann. Dass „Endgame“ noch einen drauf setzt, tut der Figur nicht gut: Ich bin großer Fan von Jason Aarons „Thor“-Comics. Dort ist er trinkfreudig, selbstbezogen, oft naiv. Doch das Inkompetenz-, Big-Lebowski- und Homer-Simpson-Level in „Endgame“ deprimiert mich.

75_Schön aber, dass Thor trotzdem das lange und wichtigste (im Sinne von: Hier wird, glaube ich, ein Leitgedanke des ganzen MCUs klar benannt) Gespräch im Film hatte, mit seiner Mutter Frigga hatte: noch ein Moment, in dem ich fast weinte.

76_Frigga: „Everyone fails at who they are supposed to be.“ Wichtiger deshalb, als Held und Mann: „Suceed at who you are!“ [Vielleicht heißt das bei Comic-Verfilmungen und Adaptionen generell auch: Macht EUER Ding möglichst gut und konsequent. Filmfiguren sind nie das, was Fans der ursprünglichen Comics erhofften.]

77_In „Infinity War“ verliert Peter Quill die Nerven vor Thanos (Inkompetenz und ein taktischer Fehler; andererseits aber etwas, das für Doctor Strange passieren MUSS, damit die Timeline/Wahrscheinlichkeiten stimmen und alle das „Endgame“ erreichen). In „Endgame“ köpft Thor Thanos, bevor die anderen Figuren ihm wichtige Fragen stellen können. Mit beiden Momenten kann ich gut leben: Ich hasse Fans, die einen kurzen Moment jahrelang einer Figur (oft: einer Frau/Heldin) zum Vorwurf machen. Tony trägt Verantwortung für Ultron… und niemand nimmt es ihm RICHTIG übel. Für mich sind Ausraster und Affekthandlungen verzeihbar, und ich will keine Filmserien sehen, die ihren Held*innen Wut, Mitleid, Irrationales NICHT verzeiht.

78_Tonsberg (jetzt: New Asgard) ist ein realer Ort in Norwegen – doch viel größer, städtischer. Weil im Abspann Island als Drehort genannt wird, denke ich, es gibt keinen eins-zu-eins Ort in Norwegen.

79_Was wurde aus den norwegischen Einwohnern Tonsbergs? Sind die einfach noch da, neben den Asgardianer*innen, gleichberechtigt? Ich denke an die „Thor“-Comics, in denen Asgard eine Weile bei Broxton, Oklahoma liegt… und an „The Last Jedi“: Wo Luke ähnlich stoisch und unrasiert vor ähnlichen Natursteinwänden Trübsal bläst. (Schade, dass Thor nichts und niemanden molk: Leute wären SO sauer gewesen.)

80_Gibt es die „Peter Quill hört Walkman und tritt kleine Kröten“-Szene auch in den Guardian-Filmen [Twitter: „Ja. Die Starlord Walkman-Kröten-Szene ist die erste Einstellung ziemlich am Anfang von „Guardians of the Galaxy“ in der man Peter Quill als Erwachsenen sieht.]? Szenen (oft mit Gesangs- und Musikeinlagen), die absurd und beliebig wirken, aus der Handlung fallen und gekürzt werden könnten, heißen im TV Tropes „Big-Lipped Alligator Moment“. Für mich sind die kleinen Echsen eine gute Mischung aus „Jurassic World“-Verweis und „Alligator Moment“.

.

.

81_Ca. 2010 merkte ich, dass Leute, oft jünger als ich, Shirts und Poster von möglichst bunten, oft lila-stichigen Spiralnebeln und Sternenfeldern feiern. Bunter Galaxy-Kitsch. Ich bin kein Fan der Ästhethik – doch finde (auch durch Thanos’ lila Haut), besonders „Infinity War“ perfekt für… spacekitsch-verliebte Millennials.

82_Eine Lichtstimmung, die mich in „Endgame“ nervte: Die Chiaroscuro-Ästhethik (Wolken, Schatten, Cap in der Lichtsäule etc.) während der letzten Schlacht. Ich denke an Superman im DCU, der oft in solchen Bildern inszeniert wird. Und an ein Flashback in „Thor 3“, der das Ende der Walküren zeigt. Dass in „Infinity War“ eine lange, wichtige Sequenz (inklusive Walküren-Pegasus!) in einer so künstlichen Stilisierung gezeigt wird, wirkt auf mich videospielhaft, billig. Ich mag das MCU am meisten, wenn (ähnlich wie bei James Bond) drei, vier Metropolen oder Landschaften stimmungsvoll, aber realistisch einen ganzen Film tragen.

83_Atlanta, Georgie ist Drehort zunehmend vieler MCU-Filme. Manchmal passt dieser Look gut („Captain Marvel“), manchmal wirkt alles arg künstlich („Black Panther“). „Endgame“ zeigt wenig von der realen Welt und Landschaft: eine Klischee-Szene in einer Tokyo-Klischeekulisse. Ich liebe Sokovia aus „Ultron“: gedreht in Norditalien (Aosta). MCU-Filme, die das nutzen („Doctor Strange“) überzeugen mich oft mehr als Georgia-Computer-Orgien.

84_Die beliebteste Szene aus „Winter Soldier“ zeigt, wie Steve gegen eine Überzahl aus Shield/Hydra-Agenten kämpft, im Lift des Triskelion. Schön, wie originell und witzig „Endgame“ eine ähnliche Szene aufbaut… und dann auf den Kopf stellt.

85_Toll, dass Robert Redford (Bösewicht in „Winter Soldier“) eine kurze Szene hat. Doch Michelle Pfeiffer z.B. erkannte ich nichtmal. Und: war die Schwarze SHIELD-Mitarbeiterin 1970 eine Figur oder Schauspielerin, die ich kennen sollte? [Edit: Yvette Nicole Brown aus u.a. „Community“]

86_„Captain Marvel“ zeigte Samuel L. Jackson – 25 Jahre jünger. In „Endgame“ taucht Michael Douglas kurz auf – als Hank Pym, 1970. Ich bin gespannt, wann wir die ersten komplett neuen Filme sehen werden mit digitalen oder digital verjüngten Schauspieler*innen, die z.B. bereits gestorben sind.

87_Eine kurze Sequenz aus „Captain America“, bei der Steve in Jogginghose auf einen Boxsack schlägt, von hinten gefilmt, ging viral – weil viele Leute Chris Evans’ Hintern scharf fanden. Die erste „Endgame“-Szene mit Steve zeigt ihn sofort in Jogginghose, und ich dachte „Mal sehen, ob die Kamera die Hose in den Fokus nimmt.“ Sie tat es nicht (Überraschung!), doch kurz darauf begann ein Running Gag, der sich dazu steigerte, dass mehrere Leute UND Steve über den Hintern sagten: „That is America’s Ass.“ THAT escalated quickly!

88_Nebula (2019) hätte wissen müssen, dass sie verlinkt ist – und Nebula (2014) spüren wird, dass sich eine zweite Nebula in ihrer Zeit aufhält.

89_Ein solider Comic mit physikalisch absurdem Planet-stürzt-in-schwarzes-Loch-Plot, doch viel Gamora und etwas Nebula, den Fans der Filmfiguren mögen werden: „Gamora: Memento Mori“ (6 Hefte, 2016. Autorin: Nicole Perlman). 3 von 5 Sternen.

90_Ein Wortspiel… doch seit 2018 auch eine ernst gemeinte Marvel-Heftreihe: „Asgardians of the Galaxy“. Ich frage mich, ob a) Chris Hemsworth in „Guardians of the Galaxy 3“ einfach Teil des Teams ist (…und ob das okay ist für nen Schauspieler, der bisher immer Top Billing hatte / auf dem Kinoplakat der eindeutige Star war in den „Thor“-Filmen); b) dieses Wortspiel irgendwo fällt im MCU.

.

.

91_Mark Zuckerberg, Elon Musk, Jeff Bezos… es gibt SO viele arrogante „Disruptors“, die glauben, mit ihren Millionen die Welt verändern zu können – ohne, die Folgen durchzudenken oder um Erlaubnis zu fragen. Dass Tony sagt, er wollt „a Suit of Armor around the World“ bauen, aber Menschen heulten, weil das ihre „precious freedom“ gefährde, finde ich… a) tagesaktuell superwichtig und passend, b) toll in Character und der Grund, warum ich gern noch jahrelang gesehen hätte, wie Tony länger, härter, tiefer in Frage gestellt wird.

92_Eine Hauptfigur nennt SHIELD in „Endgame“ „quasi-fascist intelligence Organiziation“? Wunderbar, danke. Ich denke das seit Jahren – und kann deshalb Figuren wie Nick Fury, Captain America und Black Widow nicht abfeiern. Die MCU-Filme sind oft krass militaristisch – und dass es SHIELD gibt, ist ein Problem. Keine Lösung.

93_Ich kann mit „Winter Soldier“ leben. Doch v.a. „Civil War“ enttäuschte mich: Ich habe nicht den Eindruck, dass die „Freiheit vs. Sicherheit“-Debatten, die Steve und Tony führen, tatsächlich durchdacht sind. Und: Am Ende von 22 Filmen mal kurz „faschistoid“ sagen reicht halt nicht, um meine… Verachtung dafür wegzuspülen, wie kritiklos alle Held*innen immer wieder auf Militär, Überwachung, Helicarrier, Lenkraketen und Gegner-Erschießen setzen.

94_Ich habe keine Ahnung, ob die Person im Smoking auf Tonys Trauerfeier, die hinter dem Wakanda-Trio steht, Maria Hill ist… oder Harvey Keener (der Junge aus „Iron Man 3“).

95_Wonder Woman, Batman und Superman gelten als DCs „Trinity“. Im selben Stil kämpfen im „Endgame“-Finale Thor, Cap und Tony gegen Thanos. Auch, dass Cap worthy ist, Thors Hammer zu heben (Tony nicht, zeigte „Age of Ultron“), lese ich als „Schaut: Die sind sich ebenbürtig und allererste Liga“-Signal. Bezeichnend aber, dass diese Trinity nur aus Männern besteht.

96_Mal sehen, ob das „angeknabberte“ [von Thanos’ Schwert zerteilte] Vibranium-Schild nochmal in Comics oder in Fan-Art als Symbol für „Amerika hat ein Problem“ oder „Die besten Zeiten sind vorbei“ verwendet wird.

97_In „Endgame“ hat Stan Lee ein letztes Cameo: ein hippyesker Playboy in einem Straßenkreuzer, 1970 auf dem Highway, der sich Liebe statt Krieg wünscht. Nicht furchtbar – doch auch nicht besonders clever oder markant.

98_Stan Lee spielt in all diesen Filmen die selbe Figur: einen außerirdischen „Watcher“, der sich als Erdenmensch tarnt und die Held*innen beobachtet. Ich hätte mir gewünscht, dass „Endgame“ das on-screen zum Thema macht und nochmal sagt: „DAS hier tat ‘Stan Lee’ als MCU-Figur, DAS war seine Mission.“ (Vielleicht gibts ab MCU-Film Nr. 23 jetzt Cameos von… Robert Downey jr.?)

99_Es gibt keine Post-Credit-Scene.

.Endgame 13

.

Helden-Kino als Sackgasse

Wäre dies das Ende: alles wäre schlimm. Marvels „Endgame“ ist eine TV-Soap im Kino.

Wer einer Seifenoper, einer Wrestling-Liga oder Superheldencomics über Jahre treu bleibt, will meist nicht wegen der Handlung, den tagesaktuellen Wendungen immer mehr. Sondern der Figuren wegen: Nach 22 Marvel-Kinofilmen seit 2008 mit über 40 wichtigen, immer wiederkehrenden Heldinnen und Helden wird jeder, der zwei, drei Filme sah, erklären können, warum er persönlich Lust hat, einen vierten, fünften, zwanzigsten zu sehen:

Weil Tony Stark (Iron Man) kluge Fragen stellt zu Freiheit, Sicherheit, Disruption? Weil mit Black Panther und Captain Marvel endlich auch Frauen und Menschen of Color in einzelnen Filmen die größte Haupt- und Titelrolle spielen? Oder doch, weil viele Figuren Potenzial haben – das noch nicht eingelöst wurde, und jeder weitere Film ein paar kostbare Minuten Dialog- und Bildzeit verspricht für Rollen, die seit Jahren am Rand bleiben? Agentin Black Widow, Kriegerin Okoye?

Ein paar der besten Marvel-Filme seit 2016 brauchten kein Vorwissen: „Black Panther“, „Captain Marvel“, „Doctor Strange“ sind schwungvolles, einsteigerfreundliches Popkorn-Kino. Überraschend aber, dass auch „Avengers: Infinity War“ (2018) den Quereinstieg leicht macht: Eroberer Thanos überlebte die Verteilungskämpfe, Hunger- und Überbevölkerungs-Katastrophen seiner Heimatwelt, Titan. Er denkt, das Leben im Universum hätte nur eine Chance, falls jemand die Hälfte aller Personen auslöscht. Sammelt er erfolgreich alle sechs Infinity-Steine, müsste er dazu nur mit dem Finger schnippen.

„Infinity War“ stellt den arroganten Doctor Strange neben den arroganten Tony Stark. Den brachialen Thor neben den brachialen Rocket Racoon: Figuren, die bisher gedoppelt, redundant schienen, entwickeln in toller Zweier- und Gruppendynamik Kontraste. „Infinity War“ ist ein erbarmungslos packender Film über 40 verzweifelte, aus 20 vorigen Filmen bekannte Figuren, die in neuen Teams und Kleingruppen versuchen, den übermächtigen Thanos am Steine-Sammeln zu hindern. Dringlich, tragisch, warmherzig.

„Endgame“ (2019) ist die direkte Fortsetzung von „Infinity War“: Thanos löschte die Hälfte allen Lebens aus, und die verbleibenden Figuren (vor allem: die aus „The Avengers“ (2012) bekannten fünf Männer und Heldin Black Widow) machen Zeitreisen nach 1970, 2012 und 2014, um die Steine neu zu sammeln und damit alle Ausgelöschten zurück ins Leben zu schnipsen: „Endgame“ ist ein Zeitreise-Abenteuer, nach dem atemlosen „Infinity War“ überraschend verspielt. Ein ambitionierter, komplexer, übervoller Film, in dem fast alle Fäden zusammen laufen – doch der Spaß macht, je mehr frühere Marvel-Filme man kennt und, an je mehr Figuren man hängt. „Infinity War“ war offen, packend. „Endgame“ belohnt vor allem die treuesten Fans.

Doch wie „belohnt“ fühlt man sich, sobald viele Lieblingsfiguren sterben, verschwinden, sich zur Ruhe setzen? Vertraute Teams und Freundschaften enden? Und klar ist: Auch die überlebenden Held*innen werden erst in zwei, drei Jahren wieder zwei, drei Sätze von Substanz sagen dürfen, in folgenden Filmen?

„Endgame“ ist kein Endpunkt. Auch 2020 erscheinen bis zu drei neue Filme, und für die Netflix-Konkurrenzplattform „Disney+“ sind Serien zu Loki, Falcon/Winter Soldier, Vision/Scarlet Witch und Hawkeye in Arbeit. Sogar für eine Figur, die in „Endgame“ stirbt, ist ein weiterer Kinofilm geplant.

Nur das macht „Endgame“ erträglich: Wäre dies das Ende, würde es vor allem zeigen, wer als Neben- und Randfigur nie wirklich Tiefe erlangte, erlangen sollte, erlangen durfte. Noch immer sind Frauen deutlich in der Unterzahl. Menschen of Color sind in „Endgame“ auf Nebenrollen beschränkt. Offen queere Held*innen fehlen weiterhin. Bei „Infinity War“ zählten Fans akribisch nach, wer wie viel Sprechzeit bekam. Mit 29 Minuten war Thanos die klare Hauptrolle. „Endgame“ ist als Film, für sich, schwer zu genießen. Weil so viele Figuren für Sekunden auf einer Bühne drängen, dass Fans zurecht fragen: „Jane Foster? Pepper Potts? Shuri? Valkyrie? Ist sinnvoll, mein Herz an solche Rollen zu hängen? Wenn fast alle, die keine weißen Männer sind, selbst nach 10+ Jahren vor allem Chiffren, Schablonen, Skizzen bleiben?“

„Endgame“ ist ein hochkomplexes Mosaik, das zahllose Einzelteile überraschend und ambitioniert jongliert und neu ordnet und, wie immer, vor allem Lust auf Fortsetzungen macht. Vielleicht aber sollten Heldinnen und Helden schnell wieder vor allem in monatliche Comic-Heftreihen und lange TV-Serien.

Denn wer Captain Marvel oder Black Widow über Jahre die Treue hält, muss sich nach „Endgame“ fragen: Wie viel wissen wir über diese Frauen? Wie viel können wir je von ihnen erfahren – bevor die Verträge der Schauspielerinnen auslaufen? Sogar Entscheidungen, die zentralste Figuren wie Thor und Captain America in „Endgame“ treffen, zeigen vor allem, wie wenig man über 40+ Figuren erfuhr, im Lauf von 22 langen, am Ende aber doch: viel zu kurzen Filmen.

.
ein Zeitreise- und Timeline-Diagramm von Reddit-User E_Byron_Nelson:
.
Zeitreisen Endgame Marvel Avengers

Die besten Bücher aus Kanada – Gastland / Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2020 #canlit #canadaFBM2020

cropped-toronto-recommendations-2013-wordpress.jpg

.

Von 2009 bis 2013 lebte ich drei Monate pro Jahr in Toronto.

2020 wird Kanada Ehrengast / Gastland der Frankfurter Buchmesse: #canadaFBM2020

Ich bin Kritiker – und sortierte und las in ca. 1500 kanadische Bücher. Heute im Blog:

.

Kanadische Literatur, auf Deutsch nicht erhältlich. #vorauswahl

Gastland 2018: Georgien. Buchtipps | Artikel: Spiegel Online | Pressereise

Gastland 2019: Norwegen. Buchtipps 1 | Buchtipps 2 | Pressereise

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Catherine Hernandez, Ahmad Danny Ramadan, Kristel Derkowski

CATHERINE HERNANDEZ: „Scarborough“

„Scarborough is a low-income, culturally diverse neighborhood east of Toronto, the fourth largest city in North America. A multitude of voices tell the story of a tight-knit neighborhood that refuses to be undone: Victor, a black artist harassed by the police; Winsum, a West Indian restaurant owner struggling to keep it together; Hina, a Muslim school worker who witnesses first-hand the impact of poverty on education… and three kids who work to rise above a system that consistently fails them: Bing, a gay Filipino who lives under the shadow of his father’s mental illness; Sylvie, a Native girl whose family struggles to find a permanent home; and Laura, whose history of neglect by her mother is destined to repeat itself with her father.“

AHMAD DANNY RAMADAN: „The Clothesline Swing“

„The troublesome aftermath of the Arab Spring. A former Syrian refugee himself, Ramadan was inspired by One Thousand and One Nights. The mountains of Syria, the valleys of Lebanon, Turkey, Egypt and finally Canada. The epic story of two [male] lovers: A storyteller relays remembered fables to his dying partner.“

KRISTEL DERKOWSKI: „One Million Trees“

„A memoir of what it’s like to work as a tree planter, replanting the clear-cut forests of northern Ontario, Manitoba and the Maritimes. Bleak, funny, brutally realistic, Six Million Trees follows the author and her companions as they battle blizzards and broken bones, through isolation, desperation, solidarity and healing.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Merilyn Simonds, Joshua Whitehead, Richard Wagamese

MERILYN SIMONDS: „Refuge“

After a life that rubbed up against the century’s great events in New York City, Mexico, and Montreal, ninety-six-year-old Cassandra MacCallum is surviving well enough, alone on her island, when a young Burmese woman contacts her, claiming to be kin. Nang’s story of torture and flight provokes memories in Cass: Could her son really be Nang’s grandfather? What does she owe this girl?

JOSHUA WHITEHEAD: „Jonny Appleseed“

„Appleseed is a young Two-Spirit/Indigiqueer: Off the reserve and trying to find ways to live and love in the big city, Jonny becomes a cybersex worker who fetishizes himself in order to make a living. Stories of love, trauma, sex, kinship, and ambition, full of grit, glitter, and dreams.“

RICHARD WAGAMESE: „Indian Horse“

Saul Indian Horse has hit bottom. His last binge almost killed him, and now he’s a reluctant resident in a treatment centre for alcoholics: For Saul, an remarkable Ojibway man, taken forcibly from the land and his family when he’s sent to residential school, salvation comes for a while through his gifts as a hockey player. But in the harsh realities of 1960s Canada, he battles obdurate racism and the spirit-destroying effects of cultural alienation and displacement. Indian Horse unfolds against the bleak loveliness of northern Ontario, all rock, marsh, bog and cedar.

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Sean Michaels, Kathryn Kuitenbrouwer, Heather O'Neill

SEAN MICHAELS: „Us Conductors“

„In a finely woven series of flashbacks and correspondence, Lev Termen, the Russian scientist, inventor, and spy, tells the story of his life to his “one true love,” Clara Rockmore, the finest theremin player in the world. Leningrad during the Bolshevik Revolution, his arrival in 1930s New York. As Termen returns to Russia, he is imprisoned in a Siberian gulag and later brought to Moscow, tasked with eavesdropping on Stalin himself.“

KATHRYN KUITENRBOUWER: „All the broken Things“

„September, 1983. Fourteen-year-old Bo, a boat person from Vietnam, lives in a small house in Toronto with his mother and his four-year-old sister, who was born severely disfigured from the effects of Agent Orange. Named Orange, she is the family secret. One day a carnival worker and bear trainer, Gerry, sees Bo in a streetfight, and recruits him for the bear wrestling circuit, eventually giving him his own cub to train. This opens up a new world for Bo–but then Gerry’s boss, Max, begins pursuing Bo’s mother with an eye on Orange for his travelling freak show.“

HEATHER O’NEILL: „The Girl who was Saturday Night“

„Nineteen years old, free of prospects, and inescapably famous, twins Nicholas and Nouschka Tremblay are trying to outrun the notoriety of their father, a French-Canadian Serge Gainsbourg with a genius for the absurd and for winding up in prison. Nouschka not only needs to leave her childhood behind; she also has to leave her brother, whose increasingly erratic decisions might take her down with him.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Carrianne Leung, Anita Rau Badami, Shyam Selvadurai

CARIANNE LEUNG: „That Time I loved you“ [Short Stories]

„June is an irrepressible adolescent Chinese-Canadian coming of age. The suburbs of the 1970s promised to be heaven on earth—new houses, new status, happiness guaranteed. But in a Scarborough subdivision populated by newcomers from all over the world, a series of sudden catastrophic events show the fine line where childhood meets the realities of adult life.“

ANITA RAU BADAMI: „Can you hear the Nightbird call?“

„Moving between Canada and India: the interweaving stories of three Indian women. Leela, born to a German mother and a Hindu father, is doomed to walk the earth as a „half-and-half.“ and emigrates to Vancouver with her husband and two children. Bibi-ji gains access to a life of luxury in Canada – but her sister Kanwar, left behind to weather the brutal violence of the Partition of India and Pakistan in 1947, is not so fortunate.“

SHYAM SELVADURAI: „The hungry Ghosts“

„In Buddhist myth, the dead may be reborn as „hungry ghosts“—spirits with stomachs so large they can never be full—if they have desired too much during their lives. It is the duty of the living relatives to free those doomed to this fate by doing kind deeds and creating good karma. Shivan is gay, lives in Canada and travels back to Colombo, Sri Lanka, to rescue his elderly and ailing grandmother and bring her to Toronto.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Zoe Whittall, Daniel Allen Cox, Sassafras Lowrey

ZOE WHITTALL: „Bottle Rocket Hearts“

„Montreal in the months before the 1995 referendum. Riot Grrl gets bought out and mass marketed as the Spice Girls, and gays are gaining some legitimacy, but the queers are rioting against assimilation; cocktail AIDS drugs are starting to work, and Eve, 18, is pining to get out of her parents‘ house in Dorval and find a girl who wants to kiss her back. She meets Della: mysterious, defiantly non-monogamous, an avid separatist, and ten years older. From naive teenager to hotshot rough girl, Eve decides her own fate.“

DANIEL ALLEN COX: „Shuck“

„Set in the late 1990s: the last gasp of a gritty Manhattan. The intense diary of a male hustler in New York who tries to manage his reputation as the city’s porn star du jour when he’s not dumpster diving, or trying to get published. A novel about what binds artists and prostitutes: Cox is a former porn star. This is his first novel.“

SASSAFRAS LOWREY: „Lost Boi“

„A queer punk reimagining of the classic Peter Pan story: Told from the point of view of Tootles, Pan’s best boi, the lost bois call the Neverland squat home, creating their own idea of family, and united in their allegiance to Pan, the boi who cannot be broken, and their refusal to join ranks with Hook and the leather pirates. A struggle against the biggest battle of all: growing up.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Medina Faris, Ins Choi, Sheree Thomas

MEDINA FARIS: „The Dirty Version“

„Asia Salam is a hip-hop DJ with a drug dealing brother. Temür Mirzaev is a disenchanted hitman. Set during the economic and political upheaval of 2009, The Dirty Version is a story of blood ties that bind and the grey between good and evil.“

INS CHOI: „Kim’s Convenience“ [Theaterstück]

„Mr. Kim is a first-generation Korean immigrant and the proud owner of a variety store located in the heart of downtown Toronto’s Regent Park neighbourhood. As the neighbourhood quickly gentrifies, Mr. Kim is offered a generous sum of money to sell – enough to allow him and his wife to finally retire. But Kim’s Convenience is more than just his livelihood – it is his legacy. As Mr. Kim tries desperately, and hilariously, to convince his daughter Janet, a budding photographer, to take over the store, his wife sneaks out to meet their estranged son Jung, who has not seen or spoken to his father in sixteen years and who has now become a father himself.“

SHEREE THOMAS: „Dark Matter. A Century of Speculative Fiction from the African Diaspora“

„Black science fiction, fantasy, and speculative fiction for readers who have not had the chance to explore the scope and diversity among African-American writers.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Emily Saso, Danila Botha, Sophe B. Watson

EMILY SASO: „The Weather inside“

„It’s summer in Toronto, and the snow and ice is relentless. Too bad no one but Avery can see it. Avery remembers the death of her beloved father, the abuse she suffered as a teen, and the religion that tore her parents apart.“

DANILA BOTHA: „Too much on the Inside“

„The sub-cultural heartland of Toronto’s Queen Street West: Four people in their twenties converge with the impossible task of escaping their pasts in Brazil, Israel, South Africa, and Nova Scotia and try to build new identities.“

SOPHIE B. WATSON: „Cadillac Couches“

„A picaresque road trip novel set in the late ’90s and framed by the popular Edmonton Folk Music Festival: Two music-smitten twentysomething women search for love and purpose race across the country to Montreal.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Joey Comeau, Jason Lee Norman, Jacques Poulin

JOEY COMEAU: „Malagash“

„A darkly humorous portrait of a family in mourning. Sunday’s father is dying of cancer. They’ve come home to Malagash, on the north shore of Nova Scotia, so he can die where he grew up. Her mother and her brother are both devastated. But Sunday starts recording everything her father says. His boring stories. His stupid jokes.“

JASON LEE NORMAN: „Americas“ [Short Stories]

„There are 22 countries in the Americas. There are 22 stories in this book. In Nicaragua they keep their tears in jars. Guyana has separation anxiety. 22 stories about 22 countries you thought you knew.“

JACQUES POULIN: „Les grandes Marées“ / „Spring Tides“

„On an uninhabited island, a translator of comic strips lives in the company of his marauding cat and his tennis ball machine. But his boss helicopters in a few solitude-seeking companions—the beautiful and elusive Marie with her flirtatious cat Moustache; the seductive nudist, Featherhead; Professor Moccasin, the half-deaf comic strip scholar; the moody and contradictory Author; the Ordinary Man; and the Organizer, sent to “sensitize the population.” As the spring tides drag ocean debris onto the shore, the translator and his companions seek out their own solitudes in this hilarious philosophical fable.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Antanas Sileika, W. P. Kinsella, Hugh Garner

ANTANAS SILEIKA: „Buying on Time“

„Growing up in an eastern European immigrant community near Toronto: A book, both harsh and sympathetic, about the personal embarrassments we all live through.“

W. P. KINSELLA: „Shoeless Joe“ [Vorlage zu Kevin Costners „Feld der Träume“]

„“If you build it, he will come.” These mysterious words inspire Ray Kinsella to create a cornfield baseball diamond in honor of his hero, Shoeless Joe Jackson. A story about fathers and sons, love and family.“

HUGH GARNER: „Cabbagetown“

„A voluminous tale of depression-era Canada: One of the few Canadian novels published before 1960 that is genuinely frank about sex and politics. Set in Toronto’s east-end Cabbagetown neighbourhood („the largest Anglo-Saxon slum in North America“), teenage characters are leaving school and find paltry jobs. Some turn to crime, prostitution, or wage slavery and others ride the rails, while one cynical social climber becomes a crypto-fascist and government clerk. There’s nothing puritanical about Garner’s novel; in this Old Ontario, people cruise for sex in city parks, drink themselves to death, and lie, cheat, cuss, and steal for all they’re worth. A gang of fascist youths attacks a party of picnicking Jews at Cherry Beach. As literary art, Cabbagetown is decidedly second-tier. But its brutal honesty makes it consistently rewarding.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Claire Mullignan, Lesley Crewe, Suzanne Aubry

CLAIRE MULLIGAN: „The Reckoning of Boston Jim“

„The colony of British Columbia, 1863. Boston Jim Milroy, a lone trapper and trader with an eidetic memory has become obsessed with reciprocating a seemingly minor kindness from the loquacious Dora Hume, a settler in the Cowichan Valley of Vancouver Island. Dora’s kindness and her life story both haunt Boston Jim.“

LESLEY CREWE: „Amazing Grace“

„Grace Willingdon has everything she needs. For fifteen years she’s lived in a trailer overlooking Bras d’Or Lakes in postcard-perfect Baddeck, Cape Breton. Then, her estranged son calls from New York City, worried about his teenaged daughter: Grace finds herself the temporary guardian of her self-absorbed, city-slicker granddaughter Melissa.“

SUZANNE AUBRY: „Fanette“

„The Great Famine of 1845 in Ireland forced thousands of people to leave. Fionnuala, 7, travels in a „coffin ship“ to Quebec City. She loses her parents to typhus. Along with her sister Amanda, she is placed on a farm. The destinies of the two sisters are intertwined in a compelling saga exploring the depths of human cruelty and solidarity.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Helen Humphreys, Patrick Gale, Donna Milner

HELEN HUMPHREYS: „The Evening Chorus“

„Downed during his first mission, James Hunter is taken captive as a German POW. To bide the time, he studies a nest of redstarts at the edge of camp. Back home, James’s new wife, Rose, is on her own, free in a way she has never known. Then, James’s sister, Enid, loses everything during the Blitz and must seek shelter with Rose. In a cottage near Ashdown forest, the two women find unexpected freedom amid war’s privations and discover confinements that come with peace.“

PATRICK GALE: „A Place called Winter“

„A privileged elder son, and stammeringly shy, Harry Cane has followed convention at every step. After an affair, he’s forced to abandon his wife and child and signs up for emigration to the newly colonised Canadian prairies: a world away from the golden suburbs of turn-of-the-century Edwardian England.“

DONNA MILNER: „A Place called Sorry“

Growing up in the 1930s, Adeline Beale knows little of the outside world: She believes that everything she could ever want or need is to be found on her grandfather’s cattle ranch, or in the little town twelve bush miles away, a place called Sorry. After tragedy strikes her family, Addie learns that her grandfather too has lived with his own secret torment for more than seventy years.

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Genevieve Graham, Elizabeth Hay, Annie Daylon

GENEVIEVE GRAHAM: „Come from Away“

„1939: Grace Baker’s three brothers, sharp and proud in their uniforms, board Canadian ships headed for a faraway war. Grace stays behind, tending to the homefront and the general store that helps keep her small Nova Scotian community running. The war, everyone says, will be over before it starts. But three years later, the fighting rages on and rumours swirl about “wolf packs” of German U-Boats lurking in the deep waters along the shores of East Jeddore. Then, a handsome stranger ventures into the store. But Rudi is not the lonely outsider he appears to be.“

ELIZABETH HAY: „His whole Life“

„Starting with something as simple as a boy who wants a dog: Ten-year-old Jim and his Canadian mother and American father are on a journey from New York City to a lake in eastern Ontario during the last hot days of August. Moving from city to country, summer to winter, wellbeing to illness, the novel charts the deepening bond between mother and son even as the family comes apart. Set in the mid-1990s, when Quebec is on the verge of leaving Canada: an unconventional coming-of-age story.“

ANNIE DAYLON: „Of Sea and Seed“

„This novel launches The Kerrigan Chronicles, the story of three generations. Burin Peninsula of Newfoundland in 1929. Family matriarch, storyteller, and ghost Kathleen Kerrigan tells the story of her downfall.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Clark Blaise, Ernest Buckler, Sarah McCoy

CLARK BLAISE: „Lunar Attractions“

„The story of a whimsical boy from the Florida backwoods whose shocking sexual awakening propels him into the world of murder and extortion that roils beneath the surface of 1950s America.“

ERNEST BUCKLER: „The Mountain and the Valley“

„An affectionate portrait of a sensitive boy who becomes increasingly aware of the difference that sets him apart from his family and his neighbours: David’s desire to write is the secret that starts his spiritual awakening and the gradual growth of artistic vision.“

SARAH McCOY: „Marilla of Green Gables“

„Green Gables before Anne: Rural Prince Edward Island in the nineteenth century. The young life of spinster Marilla Cuthbert, and the choices that will open her life to the possibility of heartbreak—and unimaginable greatness. Plucky and ambitious, Marilla Cuthbert is thirteen years old when her world is turned upside down. Her beloved mother dies in childbirth, and Marilla suddenly must bear the responsibilities of a farm wife. Her one connection to the wider world is Aunt Elizabeth “Izzy” Johnson, her mother’s sister, who managed to escape from Avonlea to the bustling city of St. Catharines. An opinionated spinster, Aunt Izzy’s talent as a seamstress has allowed her to build a thriving business and make her own way in the world. Marilla is in no rush to trade one farm life for another. She soon finds herself caught up in the dangerous work of politics, and abolition.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Brian Francis, Cory Doctorow, Eric Walters

BRIAN FRANCIS: „Natural Order“ [gelesen, sehr gemocht]

„Joyce Sparks has lived the whole of her 86 years in the small community of Balsden, Ontario. She ponders the terrible choices she made as a mother and wife. Then, a young nursing home volunteer named Timothy appears, so much like her long lost tgay son John. Voiced by an unforgettable and heartbreakingly flawed narrator, Natural Order is a masterpiece of empathy.“

CORY DOCTOROW: „Makers“ [gelesen, sehr gemocht]

„Perry and Lester invent things—seashell robots that make toast, Boogie Woogie Elmo dolls that drive cars. Andrea Fleeks, a journo-turned-blogger, is there to document it.“

ERIC WALTERS: „Safe as Houses“ [gelesen, gemocht: simpler Jugendbuch-Thriller]

„October 15, 1954: Thirteen-year-old Elizabeth lives in the Toronto suburb of Weston. She has a part-time job babysitting an adorable little grade 2 girl named Suzie, and Suzie’s not-so-adorable grade 6 brother, David. Hurricane Hazel roars down, bringing torrential rains that cause extensive flooding. The parents are unable to reach the house, which means the children’s safety on this most deadly of nights is Elizabeth’s responsibility.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Timothy Findley, Robertson Davies, Richard Wagamese

TIMOTHY FINDLEY: „The Piano Man’s Daughter“ / „Die Tochter des Klavierspielers“ [deutsche Ausgabe vergriffen]

„The lyrical, multilayered tale of Charlie’s mother, Lily, his grandmother Ede, and two Irish immigrant families facing a new and uncertain future in turn-of-the-century Toronto.“

ROBERTSON DAVIES: „World of Wonders“ / „Welt der Wunder“ [deutsche Ausgabe vergriffen]

„The third book of the Deptford Trilogy follows the story of Magnus Eisengrim—the most illustrious magician of his age—who is spirited away from his home by a member of a traveling sideshow, the Wanless World of Wonders.“

RICHARD WAGAMESE: „Keeper n me“ / „Hüter der Trommel“ [deutsche Ausgabe vergriffen]

„When Garnet Raven was three years old, he was taken from his home on an Ojibway Indian reserve and placed in a series of foster homes. Having reached his mid-teens, he escapes, but finds himself cast adrift on the streets of the big city. In jail, he gets a surprise letter from his long-forgotten native family. Back on the reserve, Garnet is initiated into the ways of the Ojibway–both ancient and modern–by Keeper, a friend of his grandfather: a positive view of Native life and philosophy.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Michael Turner, Ruth Ozeki, Jane Urquhart

MICHAEL TURNER: „The Pornographer’s Poem“ / „Das Gedicht des Pornographen“ [deutsche Ausgabe vergriffen]

„The life of an unnamed pornographic filmmaker: Nettie, an idealistic poet and the one person with whom the narrator genuinely connects, sees in pornography the opportunity to do something artistic, liberating, and socially relevant. She pushes him to make even more subversive films.“

RUTH OZEKI: „My Year of Meats“ / „Beef“ [deutsche Ausgabe vergriffen]

„A mesmerizing debut novel: When documentarian Jane Takagi-Little finally lands a job producing a Japanese television show that just happens to be sponsored by an American meat-exporting business, she uncovers some unsavory truths about love, fertility, and a dangerous hormone called DES. Soon she will also cross paths with Akiko Ueno, a beleaguered Japanese housewife struggling to escape her overbearing husband. „

JANE URQUHART: „Übermalungen“ / „The Underpainter“ [deutsche Ausgabe vergriffen; gelesen, sehr gemocht]

„In Rochester, New York, a seventy-five-year-old artist, Austin Fraser, is creating a new series of paintings recalling the details of his life and those who have affected him–his peculiar mother, a young Canadian soldier and china painter, a First World War nurse, the well-known American painter Rockwell Kent, and Sara, a waitress from the wilderness mining settlement of Silver Islet, Ontario, who became Austin’s model and mistress.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Ann-Marie MacDonald, Jean Little, Ross Macdonald

ANN-MARIE MACDONALD: „Fall on your Knees“ / „Vernimm mein Flehen“ [deutsche Ausgabe vergriffen]

„The Pipers of Cape Breton Island hide a tragic secret that could shatter the family. Chronicling five generations of this eccentric clan, Fall on Your Knees follows four remarkable sisters across the battlefields of World War I, to the freedom and independence of Jazz-era New York City.“

JEAN LITTLE: „From Anna“ / „Alles Liebe, Deine Anna“ [deutsche Ausgabe vergriffen]

„Moving is never easy, especially when you’re a little 9-year-old girl moving from the tumult of living in Nazi Germany to Canada in the 1930s. And if you’re clumsy and your older brothers and sisters all call you „Awkward Anna“. When it’s discovered that Anna needs glasses and that her clumsiness is actually the result of being visually impaired, Anna’s life changes completely. Suddenly her brothers and sisters see Anna in a new light and try to make amends for being unkind.“

ROSS MACDONALD: „The Galton Case“ / „Der Fall Galton“ [deutsche Printausgabe vergriffen; nur als EBook erhältlich]

„Almost twenty years have passed since Anthony Galton disappeared, along with several thousand dollars of his family’s fortune. Now Anthony’s mother has hired Lew Archer to find him. What turns up is a headless skeleton, a boy who claims to be Galton’s son, and a con game whose stakes are so high that someone is still willing to kill for them.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - John Glassco, Modris Eksteins, Jan Wong

JOHNNY GLASSCO: „Memoirs of Montparnasse“ / „Die verrückten Jahre. Abenteuer eines jungen Mannes in Paris“ [deutsche Ausgabe vergriffen]

„Young, reckless, and without a care in the world: In 1928, 19-year-old John Glassco escaped Montreal and his overbearing father for the wilder shores of Montparnasse. He remained there until his money ran out and his health collapsed, and he enjoyed every minute of his stay.“

MODRIS EKSTEINS: „Tanz über Gräben. Die Geburt der Moderne und der erste Weltkrieg“ [deutsche Ausgabe vergriffen]

„The origins, impact, and aftermath of World War I, from the premiere of Stravinsky’s ballet The Rite of Spring in 1913 to the death of Hitler in 1945. The Great War was a psychological turning point for modernism as a whole: Eksteins examines the lives of ordinary people, works of modern literature, and pivotal historical events to redefine the way we look at our past.“

JAN WONG: „Red China Blues“ / „Abschied von China“ [deutsche Ausgabe vergriffen]

„A journalist and her six-year-romance with Maoism, which crumbled as she became aware, firsthand, of the harsh realities of communism. An eyewitness account of the Tienanmen Square uprising, along with portraits of the individuals and events she covered in China during the recent tumultuous era of capitalist reforms.“

[Auch Jan Wongs Depressions-Memoir „Out of the Blue“ (2012) reizt mich.]

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Mary Henley Rubio, Wallace Stegner, Farley Mowat

MARY HENLEY RUBIO: „Lucy Maud Montgomery. The Gift of Wings“

„A Canadian literary icon, set in rich social context, including extensive interviews with people who knew Montgomery – her son, maids, friends, relatives, all now deceased. [Also:] Her shattering experiences with motherhood and as wife to a deeply troubled man.“

WALLACE STEGNER: „Wolf Willow“

„Stegner weaves fiction and nonfiction, history and impressions, childhood remembrance and adult reflections in this unusual portrait of his boyhood. Set in Cypress Hills in southern Saskatchewan, Stegner’s family homesteaded from 1914 to 1920, Stegner brings to life the pioneer community and the magnificent landscape.“

FARLEY MOWAT: „No Man’s River“

„An Arctic tale chronicling Mowat’s life among Metis trappers and native people as they struggle to eke out a living in a brutal environment. In the spring of 1947, Mowat joined a scientific expedition. In the remote reaches of Manitoba, he witnessed an Eskimo population ravaged by starvation and disease brought about by the white man.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Richard Gwyn, Janet Lunn, Pierre Berton 1812

RICHARD GWYN: „Nation Maker“

„Canada’s first and most important prime minister is the man who made Confederation happen. This is book 2 of his biography: From Confederation Day in 1867, where this volume picks up, Macdonald faced constant crises, from Louis Riel’s two rebellions through to his quest to find the spine of the nation: the railroad that would link east to west. Macdonald marries for the second time and deals with the birth of a disabled child.“

JANET LUNN: „The Story of Canada“ [illustriertes Jugendbuch ab ca. 10]

„The country’s story, told through rich narrative, recreations of daily life, folk tales and fascinating facts.“

PIERRE BERTON: „War of 1812“

„Pierre Berton’s two groundbreaking books: The Invasion of Canada shows the war’s first year. In Flames Across the Border, Berton evocates the muddy fields, the frozen forests and the ominous waters where men fought and died. The early, bloody conflict between the two emerging nations of North America“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Pierre Berton Klondike, Gread Depression, Laura Beatrice Berton

PIERRE BERTON: „Klondike. The last great Gold Rush: 1896 – 1899“

With the building of the railroad and the settlement of the plains, the North West was opening up. The Klondike stampede was a wild interlude in the epic story of western development, and here are its dramatic tales of hardship, heroism, and villainy. We meet Swiftwater Bill Gates, who bathed in champagne; Silent Sam Bonnifield, who lost and won back a hotel in a poker game; dance-hall queens, paupers turned millionaires, missionaries and entrepreneurs. Berton contrasts the lawless frontier life on the American side of the border to the relative safety of Dawson City.

LAURA BEATRICE BERTON: „I married the Klondike“

„In 1907, Laura Beatrice Berton, a 29-year-old kindergarten teacher, left her comfortable life in Toronto to teach in a Yukon mining town. She fell in love with the North–and with a northerner–and made Dawson City her home for the next 25 years. She quickly discovered why the town was nicknamed the „Paris of the North.“ Although the gold rush was over, the townsfolk still clung to the lavishness of the city’s golden era. While thousands of people left the Klondike each October on the „last boat out“ and Dawson City slowly decayed around her, the author remained true to her northern home.“

PIERRE BERTON: „The Great Depression“

„Over 1.5 million Canadians were on relief, one in five was a public dependant, and 70,000 young men travelled like hoboes. Ordinary citizens were rioting in the streets, but their demonstrations met with indifference, and dissidents were jailed. It began with the stock market crash of 1929 and ended with the Second World War. The Regina Riot, the Great Birth Control Trial, the black blizzards of the dust bowl and the rise of Social Credit. Berton proves that Canada’s political leaders failed to take the bold steps necessary to deal with the mass unemployment, drought and despair. A child of the era, Berton writes passionately of people starving in the midst of plenty.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Pierre Berton, Barry Broadfoot, Mark Sakamoto

PIERRE BERTON: „Marching as to War. Canada’s turbulent Years 1899 – 1953“

„Canada’s twentieth century can be divided roughly into two halves: All the wars and all the unnecessary battles in which Canadian youth was squandered belong to the first. The first war of the century took Canadian soldiers to South Africa, and the last sent them to Korea. Nowadays, Canadians are proud of their role as Peacekeepers. Berton traces how one war led to the next.“

BARRY BROADFOOT: „Ten Lost Years. 1929 – 1939: Memories of Canadians who survived the Depression“

„Hundreds of ordinary Canadians tell their own stories in their own words, and the impact is astonishing. One story tells how rape by the boss was part of a waitress’s job. Other stories show Saskatchewan families watching their farms turn into deserts. A portrait of the era before Canada had a social safety net.“

MARK SAKAMOTO: „Forgiveness“

„When the Second World War broke out, Mitsue Sakamoto and her family felt their pleasant life in Vancouver starting to fade away after the Japanese attack on Pearl Harbor. Mitsue and her family were ordered out of their home and were packed off to a work farm in rural Alberta. The Sakamotos lost everything when the community centre housing their possessions was burned to the ground, and the $25 compensation from the government meant they had no choice but to start again. [In a parallel narrative, a Canadian soldier becomes a prisoner of war in Japan. Mitsue is Mark’s grandmother, the soldier is Mark’s grandfather.]“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Thomas King, Peter Collings, Darrell Dennis

THOMAS KING: „The inconvenient Indian“

„What does it mean to be “Indian” in North America? King refashions old stories about historical events and figures, takes a sideways look at film and pop culture, relates his own complex experiences with activism, and articulates a deep and revolutionary understanding of the cumulative effects of ever-shifting laws and treaties on Native peoples and lands.“

PETER COLLINGS: „Becoming Inummarik. Men’s Lives in an Inuit Community.“

„What does it mean to become a man in the Arctic today? The lives of the first generation of men born and raised primarily in permanent settlements: Forced to balance the difficulties of schooling, jobs, and money that are a part of village life with the conflicting demands of older generations and subsistence hunting, these men struggle to chart their life course and become inummariit – genuine people. Inuit men who are no longer youths, but not yet elders. Based on over twenty years of research conducted in Ulukhaktok, Northwest Territories. He also reflects on the ethics of immersive anthropological research, the difficulties of balancing professional and personal relationships, and the nature of knowledge in Inuit culture.“

DARRELL DENNIS: „Peace Pipe Dreams. The Truth about Lies about Indians“

„Dennis is a stereotype-busting, politically incorrect Native American / Aboriginal / Shuswap (Only he’s allowed to call himself an “Indian.” Maybe. Under some circumstances). He looks at European-Native interactions in North America from the moment of first contact, discussing the fur trade, treaty-signing and the implementation of residential schools. Dennis explains why Native people aren’t genetically any more predisposed to become alcoholics than Caucasians; that Native religion doesn’t consist of worshipping rocks or conversing with animals; and that tax exemptions are so limited and confusing that many people don’t even bother.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - James Daschuk, Alexandra Shimo, Lee Maracle

JAMES DASCHUK: „Clearing the Plains. Disease, Politics of Starvation, and the Loss of Aboriginal Life“

„The roles that Old World diseases, climate, and, most disturbingly, Canadian politics—the politics of ethnocide—played in the deaths and subjugation of thousands of aboriginal people in the realization of Sir John A. Macdonald’s “National Dream.” The lingering racism and misunderstanding permeates the national consciousness to this day.“

ALEXANDRA SHIMO: „Invisible North. The Search for Answers on a troubled Reserve“

„Freelance journalist Alexandra Shimo arrives in Kashechewan, a northern Ontario reserve, to investigate rumours of a fabricated water crisis. She finds herself drawn into the troubles of the reserve. Unable to cope with the desperate conditions, she begins to fall apart. Part memoir, part history of the Canadian reserves, including the suicide crises, murdered and missing indigenous women and girls, Treaty rights, First Nations sovereignty, and deep poverty.“

LEE MARACLE: „My Conversations with Canadians“

„Harkening back to her first book tour at the age of 26 (for the autobiographical novel Bobbi Lee: Indian Rebel), First Nations leader, woman, mother and grandmother Lee Maracle thinks about the threads that keep Canadians tied together as a nation–and also, at times, threaten to pull us apart.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Tanya Talaga, Harold R. Johnson

TANYA TALAGA: „Seven fallen Feathers. Racism, Death, and hard Truths in a Northern City“

„In 1966, twelve-year-old Chanie Wenjack froze to death on the railway tracks after running away from residential school. More than a quarter of a century later, from 2000 to 2011, seven Indigenous high school students died in Thunder Bay, Ontario. The seven were hundreds of miles away from their families, forced to leave home and live in a foreign and unwelcoming city. Investigative journalist Tanya Talaga delves into the history of this small northern city that has come to manifest Canada’s long struggle with human rights violations against Indigenous communities.“

TANYA TALAGA: „All our Relations“

„The alarming rise of youth suicide in Indigenous communities in Canada and beyond. The violent separation of Peoples from the land, the separation of families, and the separation of individuals from traditional ways of life — all of which has culminated in a spiritual separation that has had an enduring impact on generations of Indigenous children. But, Talaga reminds us, First Peoples also share a history of resistance, resilience, and civil rights activism, from the Occupation of Alcatraz led by the Indians of All Tribes, to the Northern Ontario Stirland Lake Quiet Riot, to the Standing Rock protests against the Dakota Access Pipeline.“

HAROLD R. JOHNSON: „Firewater. How Alcohol is killing my People (and yours)“

„Alcohol─its history, the myths surrounding it, and its devasting impact on Indigenous people. Drawing on his years of experience as a Crown Prosecutor in Treaty 6 territory, Harold Johnson challenges readers to change the story we tell ourselves about the drink. Confronting the harmful stereotype of the „lazy, drunken Indian,“ and rejecting medical, social and psychological explanations of the roots of alcoholism, Johnson cries out for solutions.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Robyn Maynard, Kamal Al-Solaylee, Lawrence Hill

ROBYN MAYNARD: „Policing Black Lives. State Violence in Canada from Slavery to the Present“

„Behind Canada’s veneer of multiculturalism and tolerance, Maynard traces the violent realities of anti-blackness from the slave ships to prisons, classrooms and beyond: Nearly 400 years of state-sanctioned surveillance, criminalization and punishment of Black lives in Canada, the state’s role in perpetuating contemporary Black poverty and unemployment, racial profiling, incarceration, immigration detention, deportation, exploitative migrant labour practices, disproportionate child removal and low graduation rates.“

KAMAL AL-SOLAYLEE: „Brown. What being Brown in the World today means (to everyone)“

„The in-between space that brown people occupy in today’s world: on the cusp of whiteness and the edge of blackness. Stories from the United Arab Emirates, the Philippines, the US, Britain, Trinidad, France, Hong Kong, Sri Lanka, Qatar and Canada. Al-Solaylee also reflects on his own identity and experiences as a brown-skinned person who grew up with images of whiteness as the only indicators of beauty and success.“

LAWRENCE HILL: „Black Berry, Sweet Juice. On Being Black and White in Canada“

„Hill movingly reveals his struggle to understand his own personal and racial identity. Raised by human rights activist parents in a predominantly white Ontario suburb, Hill describes the ambiguity involved in searching for his identity – an especially complex and difficult journey in a country that prefers to see him as neither black nor white.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Arlene Chan, How Toronto got Queer, B. Denham Jolly

ARLENE CHAN: „The Chinese in Toronto from 1878: From outside to inside the Circle“

„The modest beginnings of the Chinese in Toronto and the development of Chinatown is largely due to the completion of the Canadian Pacific Railway in 1885. No longer requiring the services of the Chinese labourers, a hostile British Columbia sent them eastward in search of employment. In 1894 Toronto’s Chinese population numbered fifty. Today, no less than seven Chinatowns serve what has become the second-largest visible minority in the city, with a population of half a million. Their lives are a vibrant part of the diverse mosaic that makes Toronto one of the most multicultural cities in the world.“

JOHN LORINC: „Any other way. How Toronto got queer“

„Community networks have transformed Toronto from a place of churches and conservative mores into a city that has consistently led the way in queer activism. Includes chapters on: Oscar Wilde’s trip to Toronto; early cruising areas; bath house raids; LBGT-police conflicts; Jackie Shane, the trans R&B singer who performed in drag in both Toronto and Los Angeles, and gained international fame with her 1962 chart-topping single, ‘Any Other Way.“

B. DENHAM JOLLY: „In the Black. My Life“

„Black Canadians have faced systematic discrimination. Jolly arrived from Jamaica to attend university in the mid-1950s and worked as a high school teacher before going into the nursing and retirement home business. Though he was ultimately successful in his business ventures, Jolly faced both overt and covert discrimination, which led him into social activism. He tells the story of a generation of activists who worked to reshape the country into a more open and just society.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Wayne Reeves, Christina Palassio, John Sewell, Juan Butler

WAYNE REEVES, CHRISTINA PALASSIO: „HTO. Toronto’s Water“

„Cut by a network of deep ravines and fronting on a Great Lake, Toronto is dominated by water. Thirty contributors examine the ever-changing interplay between nature and culture.“

JOHN SEWELL: „How we changed Toronto, 1969 to 1980“

„By the mid-1960s Toronto was well on its way to becoming Canada’s largest and most powerful city. City officials were cheerleaders for unrestricted growth. All this „progress“ had a price. Heritage buildings were disappearing. Whole neighbourhoods were being destroyed — by city hall itself. Many idealistic, young Torontonians didn’t like what they saw. Recently graduated lawyer John Sewell was one of many. Some were saving Toronto’s Old City Hall from demolition. 12 years when Toronto developed a whole new approach to city government, civic engagement, and planning policies. Sewell went from activist organizer, to high-profile opposition politician, to Toronto’s mayor. Race relations, attitudes toward the LGBT community, and the role of police: His defeat in the city’s 1980 election marked the end of a decade of dramatic transformation.“

JUAN BUTLER: „Cabbagetown Diary. A Documentary“

A novel taking the form of a diary written by a disaffected young Toronto bartender, Michael, over the course of his four-month liaison with Terry, a naive teenager who is new to the city. Michael introduces her to his his inner-city haunts, to drink and drugs, and to nihilist politics.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Shawn Micallef, Stroll, Frontier City, The Trouble with Brunch

SHAWN MICALLEF: „Stroll. Psychogeographic Walking Tours of Toronto“ [gelesen; gemocht.]

„Glass skyscrapers rise beside Victorian homes, creating a city of contrasts whose architectural look can only be defined by telling the story of how it came together and how it works, today, as an imperfect machine. Micallef situates Toronto’s buildings and streets and tells us about the people who use them; the ways, intended or otherwise, that they are being used; and how they are evolving. 32 walks.“

SHAWN MICALLEF: „Frontier City. Toronto on the Verge of Greatness“

„The civic drama of the 2014 elections: Micallef talked with candidates from all over Greater Toronto, and observed how they energized their communities.“

SHAWN MICALLEF: „The Trouble with Brunch. Work, Class and the Pursuit of Leisure“

„Every weekend, in cities around the world, bleary-eyed diners wait in line to be served overpriced food by hungover waitstaff. The ritual is a waste of time. What does its popularity say about shifting attitudes towards social status and leisure? For urbanist Micallef, brunch is a way to look more closely at the nature of work itself and a catalyst for solidarity among the so-called creative class in a cosmopolitan city where the evolving middle class is oblivious to its own instability and insularity. A provocative analysis of foodie obsession and status anxiety.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Tima Kurdi, Stevie Cameron, Anne Petrie

TIMA KURDI: „The Boy on the Beach“

„Alan Kurdi’s body washed up on the shore of the Mediterranean Sea on September 2, 2015. Tima Kurdi first saw the shocking photo of her nephew in her home in Vancouver, Canada. Tima recounts her idyllic childhood in Syria. At twenty‑two, she emigrated to Canada. A single mother and immigrant, Tima suddenly found herself thrust onto the world stage as an advocate for refugees everywhere, a role for which she had never prepared.“

STEVIE CAMERON: „On the Farm. Robert William Pickton and the tragic Story of Vancouver’s missing Women“

„North America’s most prolific serial killer. Stevie Cameron first began following the story of missing women in 1998, when the odd newspaper piece appeared chronicling the disappearances of drug-addicted sex trade workers from Vancouver’s notorious Downtown Eastside. It was February 2002 before Robert William Pickton was arrested, and 2008 before he was found guilty, on six counts of second-degree murder.“

ANNE PETRIE: „Gone to an Aunt’s. Remembering Canada’s Homes for Unwed Mothers“

„Thirty or forty years ago, everybody knew what that phrase meant: a girl or a young, unmarried woman had gotten herself pregnant. She was “in trouble.” She had brought indescribable shame on herself and her family. In those days it was unthinkable that she would have her child and keep it. Instead she had to hide. Her baby was born and given up for adoption. In institutional settings, most of them run by religious organizations, girls were kept out of sight until their time was up and they could return to the world as if nothing had happened. Seven women – including the author – recount their experiences, talking openly, some for the first time, about how they got pregnant; the reaction of their parents, friends, boyfriends, and lovers; why they wound up in a home; and how they managed to cope with its rules and regulations.“

.

TOM WILSON: „Beautiful Scars. Steeltown Secrets, Mohawk Skywalkers and the Road home“

„Wilson was raised in the rough-and-tumble world of Hamilton -Steeltown- in the company of World War II vets, factory workers, fall-guy wrestlers and the deeply guarded secrets kept by his parents. He built an international music career and became a father and battled addiction.“

BARNEY HOSKYNS: „Across the great Divide. The Band and America“

„Recounts the turbulent career of The Band–Robbie Robertson, Richard Manuel, Rick Danko, Garth Hudson, and Levon Helm–from their beginnings playing in seedy bars to their rise to international stardom.“

SCOTT YOUNG: „Neil and me“

„Probably unique in the world of rock memoirs, „Neil and Me“ is a biography of an artist written by his own father, novelist Scott Young.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Nia King, Viviane K. Namaste, Zena Sharman

NIA KING: „Queer & trans Artists of Color. Stories of some of our Lives“ [Interviews]

„16 unique and honest conversations. Mixed-race queer art activist Nia King left a full-time job in an effort to center her life around making art. Grappling with questions of purpose, survival, and compromise, she started a podcast called We Want the Airwaves in order to pick the brains of fellow queer and trans artists of color about their work, their lives, and „making it“ – both in terms of success and in terms of survival. Nia discusses fat burlesque with Magnoliah Black, interning at Playboy with Janet Mock, intellectual hazing with Kortney Ryan Ziegler, gay gentrification with Van Binfa, the politics of black drag with Micia Mosely, gay public sex in Africa with Nick Mwaluko, the tyranny of „self-care“ with Lovemme Corazon.“ [Band 2 hier: Link]

VIVIANE K. NAMASTE: „Invisible Lives. The Erasure of transsexual and transgendered People“

„[erschien schon 2000; teils veraltetes und verletzendes Vokabular]  The first scholarly study of transgendered people—cross-dressers, drag queens and transsexuals—and their everyday lives. Namaste argues that transgendered people are not so much produced by medicine or psychiatry as they are erased, or made invisible, in a variety of institutional and cultural settings. New research on some of the day-to-day concerns of transgendered people, offering case studies in violence, health care, gender identity clinics, and the law.“

ZENA SHARMAN: „The Remedy. Queer and trans Voices on Health and Health Care“

„What do we need to create healthy, resilient, and thriving LGBTQ communities? A diverse collection of real-life stories from queer and trans people on their own health-care experiences and challenges, from gay men living with HIV to young trans people who struggle to find health-care providers who treat them with dignity and respect. The book also includes essays by health-care providers, activists and leaders.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Ivan Coyote, Karleen Pendleton Jimenez

IVAN E. COYOTE: „Tomboy Survival Guide“

„A funny and moving memoir told in stories, in which Ivan recounts the pleasures and difficulties of growing up a tomboy in Canada’s Yukon, and how they learned to embrace their tomboy past. Ivan writes movingly about many firsts: the first time they were mistaken for a boy; the first time they purposely discarded their bikini top so they could join the boys at the local swimming pool; and the first time they were chastised for using the women’s washroom. Ivan also explores their years as a young butch, and life as a gender-box-defying adult.“

IVAN E. COYOTE: „The Slow Fix“

„A collection that is disarming, warm, and funny about our preconceived notions of gender roles.“

KARLEEN PENDLETON JIMENEZ: „How to get a Girl pregnant“

„Jiménez has known that she was gay since she was three years old, and has wanted to have a baby for almost as long. One crucial element was missing in the life of the butch Chicana lesbian—the sperm. This candid and humorous memoir follows Karleen’s challenges, adventures, successes, failures, humiliations, and triumphs while attempting to fulfill her dream of becoming a mother.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Cameron Duder, Bruce Gillespie, Cheryl B. Evans

CAMERON DUDER: „Awfully devoted Women. Lesbian Lives in Canada, 1900 – 65“

„The lives of lesbians who grew up before 1965 remain cloaked in mystery. Historians have illuminated the worlds of upper-middle-class „romantic friends“ and working-class butch and femme women who frequented lesbian bars in the ’50s and ’60s. The majority of lesbians, however, were lower-middle-class women who hid their sexual identity by engaging in discreet social and sexual relationships. Drawing on correspondence, interviews, journals, and newspaper articles, Awfully Devoted Women offers a nuanced portrait of the lives of middle-class lesbians in the decades before the gay rights movement in English-Canada. A world of private relationships, house parties, and discreet social networks. An intimate study of the lives of women forced to love in secret.“

BRUCE GILLESPIE: „A Family by any other Name. Exploring queer Relationships“

„What does “family” mean to people today? Stories on coming out, same-sex marriage, adopting, having biological kids, polyamorous relationships, families without kids, divorce, and dealing with the death of a spouse, as well as essays by straight writers about having a gay parent or child.“

CHERYL B. EVANS: „I promised not to tell. Raising a transgender Child“

„One transgender child from birth through age eighteen. Their son’s desperate effort to comply to societal gender norms, a suicide attempt, a family members struggle with God.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Clifford R. Johnson, Bill Gaston, Howard Akler

HAROLD R. JOHNSON: „Clifford“

„When Harold Johnson returns to his childhood home in a northern Saskatchewan Indigenous community for his brother Clifford’s funeral, the first thing his eyes fall on is a chair. It stands on three legs, the fourth broken off and missing. Memories of his silent, powerful Swedish father and his formidable Cree mother. Memory, fiction, and fantasy collide.“

BILL GASTON: „Just let me look at you. On Fatherhood“

„A tender, wry memoir about alcohol, fishing, and all the things fathers and sons won’t say to each other. Fairly or unfairly, sons judge fathers when they take to drinking.“

HOWARD AKLER: „Men of Action“

„After his father undergoes brain surgery and slips into a coma, Howard Akler begins to reflect on the complicated texture of consciousness. During the long months that follow, Akler confronts the unknowable nature of another person’s life, as well as the struggles within his own unpredictable mind. With echoes of Paul Auster’s The Invention of Solitude and Philip Roth’s PatrimonyMen of Action treads the line between memoir and meditation, and is at once elegiac, spare and profoundly intimate.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Michael V. Smith, David Rakoff, Sunrise Person

MICHAEL V. SMITH: „My Body is yours“

„A novelist, poet, improv comic, filmmaker, drag queen, performance artist, and occasional clown, Michael traces his early years as an inadequate male—a fey kid growing up in a small town amid a blue-collar family; a sissy; an insecure teenager desperate to disappear; and an obsessive writer-performer, drawn to compulsions of alcohol, sex, reading, spending, work, and art as many means to cope and heal. How can we know what a man is? In coming to terms with his past failures at masculinity, Michael offers a new way of thinking about breaking out of gender norms, and breaking free of a hurtful past.“

DAVID RAKOFF: „Fraud“ [gelesen und gemocht; erschien auf Deutsch als „gelogen!“, vergriffen]

This American Life alum David Rakoff’s first essay collection: Whether impersonating Sigmund Freud in a department store window during the holidays, climbing an icy mountain in cheap loafers, or learning primitive survival skills in the wilds of New Jersey, Rakoff clearly demonstrates how he doesn’t belong-nor does he try to.“

CEA SUNRISE PERSON: „North of Normal“

„In the late 1960s, riding the crest of the counterculture movement, Cea’s family left a comfortable existence in California to live off the land in the Canadian wilderness. Led by Cea’s grandfather Dick, they lived a pot-smoking, free-loving, clothing-optional life under a canvas tipi without running water, electricity, or heat for the bitter winters. When Cea was five, her mother took her on the road with a new boyfriend. As the trio set upon a series of ill-fated adventures, Cea began to question both her highly unusual world and the hedonistic woman at the centre of it. Finally, in her early teens, Cea realized she would have to make a choice as drastic as the one her grandparents once had in order to save herself. A successful international modeling career offered her a way out of the wilderness.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - David Blackwood, Jeff Lemire, Hope Nicholson

DAVID BLACKWOOD: „Black Ice. Prints of Newfoundland“ [Bildband]

„Canadian artist David Blackwood (born in 1941) draws epic visual narratives using childhood memories, dreams, superstitions, the oral tradition and the political realities of the community on Bonavista Bay. An iconography of Newfoundland that is as universal as it is personal, as mythic as it is rooted in reality, and as timeless as it is linked to specific events. Black Ice features over 70 prints, accompanied by essays from various disciplines – geology, history, folklore and literature.“

JEFF LEMIRE: „Roughneck“ [Comic]

„Derek Ouellette’s glory days are behind him. His hockey career ended a decade earlier in a violent incident, and since then he’s been living off his reputation in the remote northern community where he grew up. When his long-lost sister Beth shows up, on the run from an abusive boyfriend, the two escape to a secluded hunting camp in the woods.“

HOPE NICHOLSON: „Moonshot. The indigenous Comics Collection“ [Comic-Anthologie]

„From traditional stories to exciting new visions of the future. Claude St-Aubin (R.E.B.E.L.S., Green Lantern), Stephen Gladue (MOONSHOT cover artist), George Freeman (Captain Canuck, Aquaman, Batman), Lovern Kindzierski (X-Men, Wolverine).“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Elsine Will, Ryan North, E.K. Johnston

ELAINE M. WILL: „Look Straight Ahead“ [Comic]

„Jeremy is a 17-year-old outcast who dreams of being a great artist, but suffers a mental breakdown brought on by bullying and other pressures at school.“

RYAN NORTH: „To be or not to be. A choosable Path Adventure“ [Spielbuch]

„A choose-your-own-path version of Hamlet: Play as Hamlet, Ophelia, or King Hamlet–if you want to die on the first page and play as a ghost. Over 15,000 people backed the book in just one month, and it remains the number-one most funded publishing project ever on Kickstarter.“

E. K. JOHNSTON: „Exit, pursued by a Bear“ [Jugendbuch]

„Veronica Mars meets William Shakespeare: Hermione Winters is captain of her cheerleading team in tiny Palermo Heights. But during a party, someone slips something in her drink. And it all goes black. In every class, there’s a star cheerleader and a pariah pregnant girl. They’re never supposed to be the same person. The assault wasn’t the beginning of Hermione Winter’s story and she’s not going to let it be the end. She won’t be anyone’s cautionary tale.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Meags Fitzgerald, Nathan Jurevicius, Elise Gravel

MEAGS FITZGERALD: „Photobooth. A Biography“ [Comic]

„For almost a century chemical photobooths have occupied public spaces; giving people the opportunity to quickly take inexpensive photos. In the last decade these machines have started to rapidly disappear. Illustrator, writer and long-time photobooth lover, Meags Fitzgerald traveled in North America, Europe and Australia and constructed a biography of the booth through the eyes of technicians, owners, collectors, artists and fanatics.“

NATHAN JUREVICIOUS: „Junction“ [(surreales Hipster-)Bilderbuch]

„For generations the Face Changers have made the clay tokens that change the faces of their kin. This month the youngest is tasked to take the ten thousand footsteps to the top of the mountain. Inspired by Judeo-Christian mythology and the mythology of Australian aboriginal tribes, Junction tells a magical piece of modern mythmaking.“

ELISE GRAVEL: „The Great Antonio“ [Bilderbuch]

„What made the Great Antonio great? He once wrestled a bear. He could devour 25 roasted chickens at one sitting. The true story of Antonio Barichievich, the larger-than-life Montreal strongman who had muscles as big as his heart.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Roch Carrier, Stephanie Innes, Terry Fan

ROCH CARRIER, SHELDON COHEN: „The Hockey Sweater“ [Bilderbuch]

„Winters in the village of Ste. Justine were long: Life centered around school, church, and the hockey rink, and every boy’s hero was Montreal Canadiens hockey legend Maurice Richard. Everyone wore Richard’s number 9. When Roch outgrows his cherished sweater, his mother writes away for a new one. Much to Roch’s horror, he is sent the blue and white sweater of the rival Toronto Maple Leafs. How can Roch face the other kids at the rink?“

STEPHANIE INNES, BRIAN DEINES: „A Bear in War“ [Bilderbuch]

„Teddy belonged to Aileen Rogers, 10, whose father Lawrence left the family farm in Quebec and went to war. Janet and Lawrence exchanged more than 200 letters — and Aileen sent her beloved Teddy overseas to help protect him. Sadly, Lawrence died at the battle of Passchendaele. In 2002, his granddaughter Roberta Innes found Teddy and the letters in an old family briefcase.“

TERRY FAN, ERIC FAN: „The Night Gardener“ [Bilderbuch]

„William discovers that the tree outside his window has been sculpted into a wise owl. Then, more topiaries appear: Soon, William’s gray little town is full of color and life. And though the mysterious night gardener disappears as suddenly as he appeared, William—and his town—are changed forever.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - David Bouchard, Jenny Kay Dupuis, Kathy Kacer, David Alexander Robertson

DAVID BOUCHARD: „If you’re not from the Prairie…“ [Bilderbuch]

„A boy. Life on the prairies of North America. The effects of the climate on the people in the heartland.“

JENNY KAI DUPUIS: „I am not a Number“ [Bilderbuch]

„When 8-year-old Irene is removed from her First Nations family to live in a residential school she is confused, frightened, and homesick. She tries to remember who she is and where she came from, despite the efforts of the nuns who are in charge. When she goes home for summer holidays, Irene’s parents decide never to send her and her brothers away again. But where will they hide?Based on the life of co-author Jenny Kay Dupuis’ grandmother, I Am Not a Number is a hugely necessary book that brings a terrible part of Canada’s history to light in a way that children can learn from and relate to.“

DAVID ALEXANDER ROBERTSON: „Sugar Falls. A Residential School Story“ [Comic]

„A school assignment to interview a residential school survivor leads Daniel to Betsy, his friend’s grandmother. At the age of 8, Betsy was taken away to a residential school. There she was forced to endure abuse and indignity.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Julie Lawson, Jean Little, Barbara Haworth-Attard

JULIE LAWSON: „No Safe Harbour. The Halifax Explosion Diary of Charlotte Blackburn. Halifax, Nova Scotia, 1917“ [Historien-Jugendbuch in Tagebuchform]

„Charlotte struggles to find her twin brother after the rest of her family is killed in the tragic Halifax explosion: the largest man-made blast in history until the dropping of the atomic bomb on Hiroshima. It levelled most of the city, left thousands dead, blinded or homeless. Charlotte turns to her diary to help her cope.“

JEAN LITTLE: „If I die before I wake. The Flu Epidemic Diary of Fiona Macgregor. Toronto, Ontario, 1918“ [Historien-Jugendbuch in Tagebuchform]

„Fiona comes from a large and loving family where she, her older sisters and her mother are all twins. Then, the Spanish flu is brought to Canada by soldiers returning from fighting overseas in World War I. Her sisters fall ill with the deadly disease.“

BARBARA HAWORTH-ATTARD: „To stand on my own. The Polio Epidemic Diary of Noreen Robertson. Saskatoon, Sasketchewan, 1937“ [Historien-Jugendbuch in Tagebuchform]

„Life on the Prairies is not easy. The Great Depression has brought great hardship. Noreen, like hundreds of other young Canadians, contracts polio and is placed in an isolation ward, unable to move her legs. After a few weeks she gains partial recovery, but her family makes the painful decision to send her to a hospital far away for further treatment. Adjustment to life in a wheelchair and on crutches; and ultimately, the emotional and physical hurdles she must face when she returns home.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Philip Roy, Riel Nason, Andrew Binks

PHILIP ROY: „Blood Brothers in Louisbourg“ [Jugendbuch]

„As the son of an officer, Jacques was expected to pursue a career in the military. In the spring of 1744, at the age of fifteen, he and his father leave France for Louisbourg, the French capital of Île Royale. In the forests that surround the French fortress of Louisbourg, a young Mi’kmaw man named Two-feathers watches soldiers and citizens. He is hoping to find his father who, he has been told, is an important man among the French. Then he befriends a beautiful young French woman. Two men, both seeking to understand their father: Their paths collide during the violent siege by British forces in 1745.“

RIEL NASON: „All the Things we leave behind“ [Jugendbuch]

„1977. Violet, 17, is left behind by her parents to manage their busy roadside antique business for the summer. Her restless older brother, Bliss, has disappeared, and her parents are off searching for clues.“

ANDREW BINKS: „The Summer between“ [Jugendbuch]

„Like his attempts to swim over the dark water of the river that lies between him and the object of his affections, Dougaldo Montmigny, 12, struggles against oppression, homophobia and racism to realise his love for Tomahawk Clark, a thirteen-year-old Metis boy.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Kit Pearson, Bernice Thurman Hunter

KIT PEARSON: „Awake and Dreaming“ [Jugendbuch]

„Theo and her young, irresponsible mother seem trapped in their poverty. Theo dreams of belonging to a “real” family, and her dream seems to come true when she is mysteriously adopted by the large, warm Kaldor family. But are the Kaldors real or just a dream?“

KIT PEARSON: „A perfect gentle Knight“ [Jugendbuch]

„The six Bell children, each of them coping in various ways in the aftermath of their mother’s death. Set in the 1950s and seen through the perspective of the middle child, 11-year-old Corrie, Pearson’s story illustrates how a rich fantasy life both helps and hinders children trying to cope with loss, loneliness, and growing up.“

BERNICE THURMAN HUNTER: „That Scatterbrain Booky“ [Jugendbuch]

„Booky didn’t know much about the reasons for the Great Depression. All she knew was that she was hungry all the time, that her parents fought constantly, that the bailiff would soon return to evict her family from their home. Christmas would be a time of empty stockings instead of presents under the tree, a time of mashed potatoes and turnips instead of turkey. But Booky’s spunky nature refused to be crushed, even by the Great Depression“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Susin Nielsen, Lianne Oelke

SUSIN NIELSEN: „No Fixed Address“ [Jugendbuch]

„Felix is 12. His mom Astrid is loving but unreliable. When they lose their apartment in Vancouver, they move into a camper van, just for August. September comes, they’re still in the van. Felix must keep „home“ a secret and give a fake address in order to enroll in school.“

SUSIN NIELSEN: „Word Nerd“ [Jugendbuch]

„Ambrose, 12, is a self-described “friendless nerd”. When some bullies at his new school almost kill him by slipping a peanut into his sandwich. Then, he enters the world of competitive Scrabble, searching for acceptance.“

LIANNE OELKE: „Nice try, Jane Sinner“ [Jugendbuch]

„After a personal crisis and her expulsion from high school, Jane, 17, is going nowhere fast. She signs up for House of Orange, a student-run reality show that is basically Big Brother. As it grows from a low-budget web series to a local TV show with fans, Jane has the chance to let her cynical, competitive nature thrive.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Charles deLint, J.A. McLachlan, Marika McCoola

CHARLES de LINT: „Under my Skin. Wildings: Book One“ [Jugendbuch]

„Young people in Santa Feliz: Week after week, there’s news of another teen changing shape, transforming from human into wild animal and back again. Josh Saunders is transformed into a mountain lion. Trusting only his best friends Des and Marina with his secret, Josh tries to return to normal life. But an encounter with Elzie, another Wildling, brings him unwanted attention from the authorities.“

J. A. MCLACHLAN: „The occasional Diamond Thief“ [Jugendbuch]

„On his deathbed, Kia’s father discloses a secret to her: a magnificent diamond he has been hiding for years. Fearing he stole it, Kia (16) keeps it secret. It comes from the distant colonized planet of Malem, where her father caught the illness that eventually killed him. It is illegal for any off-worlder to possess a Malemese diamond. Then, Kia is travelling to Malem, as a translator-in-training. She wants to return the diamond to its original owner.“

MARIKA McCOOLA: „Baba Yaga’s Assistant“ [Kinder-Comic]

„Masha’s beloved grandma taught her that nothing is too difficult or too dirty to clean. Now, the fearsome witch of folklore needs an assistant, and Masha needs an adventure. Is she clever enough to enter Baba Yaga’s house on chicken legs, and make dinner for her host? No easy task, with children on the menu!“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Atwood Survival, Nick Mount Arrival, TC Albert

MARGARET ATWOOD: „Survival. A thematic Guide to Canadian Literature“

„When first published in 1972, Survival was considered the most startling book ever written about Canadian literature. A book of criticism, a manifesto, and a collection of personal and subversive remarks. Margaret Atwood begins by asking: “What have been the central preoccupations of our poetry and fiction?” Her answer is “survival and victims.” Twelve brilliant, witty, and impassioned chapters; from Moodie to MacLennan to Blais, from Pratt to Purdy to Gibson.“

NICK MOUNT: „Arrival. The Story of CanLit“

„In the mid-20th century, Canadian literature transformed from a largely ignored trickle of books into an enormous cultural phenomenon that produced Margaret Atwood, Alice Munro, Mordecai Richler. What caused the CanLit Boom?“

T.C. TOLBERT: „Troubling the Line. Trans and genderqueer Poetry and Poetics“

„55 poets. In addition to generous samples of poetry by each trans writer, the book also includes “poetics statements”—reflections by each poet that provide context for their work.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Anne Carson

ANNE CARSON: „Float“ [Lyrik]

„An arrestingly original format–individual chapbooks that can be read in any order, and that float inside a transparent case. A mix of voices, time periods, and structures to explore what makes people, memories, and stories „maddeningly attractive“ when observed in spaces that are suggestively in-between.“

ANNE CARSON: „The Beauty of the Husband. A fictional Essay in 29 Tangos“

The story of a marriage, told in 29 “tangos” of narrative verse: erotic, painful, and heartbreaking scenes from a long-time marriage that falls apart.“

LEANNE BETASAMOSAKE SIMPSON: „This Accident of being lost: Songs and Stories“

„The knife-sharp new collection of stories and songs from award-winning Nishnaabeg storyteller and writer: the fragment as a tool for intervention that resists dominant narratives or comfortable categorization. Blending elements of Nishnaabeg storytelling, science fiction, contemporary realism, and the lyric voice.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Hoa Nguyen, Chelsea Vowel

HOA NGUYEN: „Red Juice. Poems 1998 – 2008“

„A decade of poems, previously only available in small-run handmade chapbooks, journals, and out-of-print books. Hoa Nguyen’s feminist ecopoetics and unique style, all lyrical in the post-modern tradition.“

HOA NGUYEN: „As long as Trees last. Poems“

„Clear-eyed and grounded: What does it mean to be a twenty-first century human?“

CHELSEA VOWEL: „Indigenous Writes. A Guide to First Nations, Métis, and Inuit Issues in Canada“

Delgamuukw. Sixties Scoop. Bill C-31. Blood quantum. Appropriation. Two-Spirit. Tsilhqot’in. Status. TRC. RCAP. FNPOA. Pass and permit. Numbered Treaties. Terra nullius. The Great Peace: Are you familiar with these terms? Vowel, legal scholar, teacher, and intellectual, opens an important dialogue about the concepts and wider social beliefs associated with the relationship between Indigenous peoples and Canada. In 31 essays, Chelsea explores the Indigenous experience from the time of contact to the present.“

.

#canadaFBM2020 Buchmesse Ehrengast - beste Bücher kanadische Literatur CanLit - Robyn Sarah, Daphne Marlatt, Karen Solie

ROBYN SARAH: „My Shoes are Killing me. Poems.“

„Winner of the Canadian Jewish Literary Award for Poetry. Natural, musical, meditative, warm, and unexpectedly funny.“

DAPHNE MARLATT: „Liquidities. Vancouver Poems then and now“

„In her „re-vision“ of Vancouver Poems, originally published in 1972, Marlatt’s additional lyrics trace countless transformations of a West Coast port city – including poverty, addiction, and homelessness.“

KAREN SOLIE: „The Road in is not the same Road out“

„Wayside motels and junkyards, the abandoned Calgary ski jump and the eternal noon of Walmart: Poems that stake out startlingly new territory.“

.


.

alle Klappentexte: von mir gekürzt.

Meine Auswahl von 100+ vielversprechenden kanadischen Titeln, auf Deutsch erhältlich, kommt Mitte 2019.

Wichtig jetzt – lange vor Herbst 2020: Bücher zu benennen und sie für deutschsprachige Verlage sichtbarer zu machen. Verlags-Scouts? Hier mehr zur Übersetzungsförderung (Link).

gelesen 2018: meine 20 besten Bücher / Lieblingsbücher des Jahres

.

20 Bücher, die ich möglichst vielen Menschen empfehlen kann:

meine Entdeckungen 2018.

.

Favoriten 2017 | Favoriten 2016 | Favoriten 2014 | Favoriten 2013 | Favoriten 2012 | Favoriten 2011

2015 empfahl ich Bücher etwas ausführlicher.

 

Lieblingscomics 2018 hier (Link)

Und: Songs 2018 (Link)!

.

20: DANIELA KRIEN, „Liebe im Ernstfall“

19: RITA INDIANA, „Tentakel“ [empfohlen von mir im Leutzebuerger Journal, Link]

18: CLAUDIA RANKINE, „Citizen“ [empfohlen von mir bei Deutschlandfunk Kultur, Link]

.

17: ELIZABETH W. GARBER, „Implosion“ [empfohlen von mir bei Deutschlandfunk Kultur, Link]

16: AWTANDIL KWASKHWADSE, „Das Spiel des Todesengels. Georgien unter Stalin“ [empfohlen von mir bei Spiegel Online, Link]

15: ASSAF GAVRON, „Hydromania“

.

14: LASHA BUGADZE, „Der erste Russe“ [empfohlen von mir bei Deutschlandfunk Kultur, Link]

13: CHUYA KOYAMA, „Space Brothers“ (Manga, Band 1 bis 34) [empfohlen von mir bei Deutschlandfunk Kultur, Link]

12: NANA EKVTIMISHVILI, „Das Birnenfeld“

.

11: ANKE STELLING, „Schäfchen im Trockenen“

10: INGVILD H. RISHOI, „Winternovellen“

09: PENELOPE BAGIEU, „Unerschrocken“ (Biografien, illustriert: Band 1 und 2) [empfohlen von mir bei Deutschlandfunk Kultur, Link]

.

08: JON McNAUGHT, „Kingdom“ [empfohlen von mir bei Deutschlandfunk Kultur, Link]

07: JULIA ZEIJN, „Drei Wege“ [empfohlen von mir bei Deutschlandfunk Kultur, Link]

06: JON McGREGOR, „Speicher 13“

.

05: BETTINA WILPERT, „Nichts, was uns passiert“ [empfohlen von mir bei Deutschlandfunk Kultur, Link]

04: ANGELA STEIDELE, „Anne Lister. Eine erotische Biografie“ [und, etwas schwächer: „Zeiteisen. Vier Frauen, zwei Jahrhunderte, ein Weg“] [empfohlen im Blog, Link]

.

03: RANDY SHILTS, „And the Band played on“ [empfohlen von mir bei Deutschlandfunk Kultur, Link]

02: MAKOTO YUKIMURA, „Vinland Saga“ (Manga, Band 1 bis 22) [empfohlen von mir bei Deutschlandfunk Kultur, Link]

01: ANKE STELLING, „Erna und die drei Wahrheiten“ [empfohlen von mir am LCB Berlin, Link]

Die besten Geschenke 2018: Buchtipps und Empfehlungen zu Weihnachten

.

die zehn Bücher, die ich am häufigsten verschenke:

.

.

Buchtipps sind… sinnlos. In meinem privaten (Zuhause-)Freundeskreis jedenfalls:

Es fällt mir leichter (und wirkt weniger… übergriffig / aufdringlich), auf Amazon Marketplace, Medimops oder Rebuy zwei, drei gebrauchte Ausgaben zu kaufen und zu verschenken – statt Freund*innen mit Kaufempfehlungen in den Ohren zu liegen.

Sobald ich denke “Er/sie hätte Spaß, mit diesem Buch”, kaufe ich eine billige Ausgabe.

Hier: Die Bücher und DVDs, die ich 2017 und 2018 verschenkte. 95 Prozent davon: selbst schon gelesen, und sehr gemocht.

Blau markierte Titel kamen sehr gut an.

Rot markierte Titel kamen schlecht an.

verschenkt 2011 | verschenkt 2012 | verschenkt 2013verschenkt 2014 | verschenkt 2015 & 16

.

Geschenke 2017 und 2018:

.

geschenke 2018 01

.

Kinder:

Tochter einer Schulfreundin, im Oktober 2017 geboren:

  • Cube Book: „Baby Animals“ (kleine, dicke Fotobücher zum Blättern und Staunen, Link)
  • Michael Roher: „Fridolin Franse frisiert“ (Bilderbuch, Link)

Sohn einer Schulfreundin, 2:

  • Cube Book: „Mountains“ (kleine, dicke Fotobücher zum Blättern und Staunen, Link)
  • Miroslav Sasek: „This is the World“ (60er-Jahre-Illustrationen über Städte, Link)
  • Colin Thompson: „Bücher öffnen Welten“ (Bilderbuch, Link)

Pflegetochter meiner besten Freunde, 4:

  • Loes Riphagen: „Elefäntchen Naseweis“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)
  • Doro Göbel: „Unser Zuhause“ (Wimmelbuch, Link)
  • Sonja Bougaeva: „Zwei Schwestern bekommen Besuch“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)
  • Allen Say: „Allison“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)

meine Nichte, 4:

  • Blexbolex: „The Holidays“ (Bilderbuch ohne Text; britische Ausgabe ist billiger & identisch mit der dt.; Link)
  • Tom Schamp: „Das größte und schönste Bildwörterbuch der Welt“ (Wimmelbuch, Link)
  • Jill Twiss: „Ein Tag im Leben von Marlon Bundo“ (Bilder-/Vorlesebuch mit schwuler Hauptfigur, Link)
  • Verena Hochleitner: „Der verliebte Koch“ (Bilder-/Vorlesebuch mit schwuler Hauptfigur, Link)
  • Helene Kerillis: „Ein Vogel im Schnee“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)

meine Patentochter, 5:

  • Bernd Kohlhepp: „Drachen erziehen ist leicht“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)
  • Verena Hochleitner: „Der verliebte Koch“ (Bilder-/Vorlesebuch mit schwuler Hauptfigur, Link)
  • Martin Waddell: „Ist dieses Tier nützlich hier?“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)
  • Tom Schamp: „Das größte und schönste Bildwörterbuch der Welt“ (Wimmelbuch, Link)
  • Katharina Grossmann-Hensel: „Küss mich oder friss mich“ (Bilder-/Vorlesebuch, Link)

.

geschenke 2018 02

.

mein Neffe, 9:

  • Anja Tuckermann: „Alle da! Unser kunterbuntes Leben“ (illustriertes Buch über Immigration, Link)
  • Elma van Vliet: „Sag mal, Mama. Das Fragespiel für Mutter und Kind“ (Fragekarten, Link)
  • Patrick Wirbeleit: „Kiste“ (simpler Erstleser-Comic, Link)
  • Konami Kanata: „Kleine Katze Chi“ (simpler Erstleser-Manga, Link)
  • „Die Dinos“ (Sitcom, 3 Staffeln, DVD, Link)
  • „Nausicaä aus dem Tal der Winde“ (Film, DVD, Link)
  • Lustiges Taschenbuch: „Das gläserne Schwert“/“Asgardland“ (Fantasy-Comic, Link)

Sohn meiner besten Freunde, 11:

  • Tsugumi Ohba, Takeshi Obata: „Bakuman“ (20teiliger Manga übers Mangazeichnen, Link)
  • Dan Jurgens: „Superman: Lois & Clark“ (Comic, Link)
  • Lustiges Taschenbuch: „Das gläserne Schwert“/“Asgardland“ (Fantasy-Comic, Link)
  • Makoto Yokimura: „Vinland Saga“, Band 1 & 2 (Manga für ältere Kinder – doch ich mag, wie es die „One Piece“-Gewalt dekonstruiert, Link)
  • Clive Barker: „Das Haus der verschwundenen Jahre“ (Grusel-Kinderbuch, Link)
  • Ian Livingstone: „Das Labyrinth des Todes“ (Fantasy-Spielbuch, Link)
  • Terry Pratchett: „Gevatter Tod“ (Fantasy, Link)
  • Stuart Gibbs: „Spion auf Probe“ (Link)

Tochter meiner besten Freunde, fast 17:

  • Katrin Bongard: „Subway Sound“ (Link)
  • David Levithan: „Two Boys Kissing“ (Link)
  • Noelle Stevenson: „Nimona“ (Link)
  • Neal Gaiman: „Coraline“ (Link)
  • Alex Garland: „Der Strand“ (Link)

.

geschenke 2018 03

Frauen:

meine Schwester, 26:

  • Agota Kristof: „Das große Heft“ (Link)

Pädagogin, 35:

  • Haruki Murakami: „Von Beruf Schriftsteller“ (Link)
  • Sharon M. Draper: „Out of my Mind. Mit Worten kann ich fliegen“ (Link)
  • Miriam Toews: „Mr T., der Spatz und die Sorgen der Welt“ (Link)

Pädagogin, 35:

  • Noah Scalin: „365: A daily Creativity Journal“ (Link)
  • Milena Michiko Flassar: „Ich nannte ihn Krawatte“ (Link)
  • Anke Stelling: „Erna und die drei Wahrheiten“ (Link)

Pädagogin, 36:

  • Stefanie Höfler: „Mein Sommer mit Mucks“ (Link)
  • Sophie Daull: „Adieu, mein Kind“ (Link)
  • Nis-Momme Stockmann: „Der Fuchs“ (Link)

Pädagogin, 36 – liest fast nur Theaterstücke und Comics/Mangas:

  • Inio Asano: „Gute Nacht, Punpun!“ (Maga, Band 1, Link)
  • Anke Stelling: „Erna und die drei Wahrheiten“ (Link)

Bürokauffrau, 39:

  • Sarah Leavitt: „Das große Durcheinander. Alzheimer, meine Mutter und ich“ (Link)
  • Anke Stelling: „Erna und die drei Wahrheiten“ (Link)

Krankenschwester & Krimi-Fan, ca. 55:

  • Geoffrey Household: „Einzelgänger, männlich“ (Link)
  • Chloe Hooper: „Der große Mann. Leben und Sterben auf Palm Island“ (Link)
  • Helen Garner: „Drei Söhne. Ein Mordprozess“ (Link)
  • Sven Koch: „Dünenfeuer“ (Link)

Krankenschwester, Anfang 60:

  • Stewart O’Nan: „Die Chance“ (Link)
  • Anna Funder: „Stasiland“ (Link)

.

geschenke 2018 04

meine Mutter (ehem. Arzthelferin, Anfang 60):

  • „Boyhood“ (DVD, Link)
  • Stefanie Höfler: „Der große schwarze Vogel“ (Link)
  • Stefanie Höfler: „Mein Sommer mit Mucks“ (Link)
  • Sophie Daull: „Adieu, mein Kind“ (Link)
  • Anke Stelling: „Schäfchen im Trockenen“ (Link)
  • Aidan Chambers: „Die Brücke“ (Link)
  • Harper Lee: „Gehe hin, stelle einen Wächter“ (Link)

.

Männer:

Mein Bruder – Mechatroniker, 33:

  • „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ (DVD, Link)
  • „Broadchurch“ (Staffel 1, DVD, Link)

Ingenieur, 34:

  • Nicholson Baker: „Menschenrauch“ (Link)
  • Assaf Gavron: „Hydromania“ (Link)

Bankkaufmann, 37:

  • Makoto Yokimura: „Vinland Saga“, Band 1 & 2 (Manga, Link)
  • Emily St. John Mandel: „Das Licht der letzten Tage“ (Link)
  • Anke Stelling: „Erna und die drei Wahrheiten“ (Link)
  • David Mazzuchelli: „Asterios Polyp“ (Link)
  • Art Spiegelman: „Maus“ (Link)
  • John Scalzi: „Kollaps“ (Link)
  • Jean-Paul Sartre: „Geschlossene Gesellschaft“ (Link)
  • Joachim Meyerhoff: „Alle Toten fliegen hoch. Amerika“ (Link)
  • Pete Dexter: „Deadwood“ (Link)
  • Brian K. Vaughan: „Saga“, Band 1 bis 5 (Link)
  • Guy Gavriel Kay: „Im Schatten des Himmels“ (Link)
  • James Clavell: „Shogun“ (Link)
  • Neil Gaiman: „Niemalsland“ (Link)
  • Daniel Keyes: „Blumen für Algernon“ (Link)
  • Joe Haldeman: „Der ewige Krieg“ (Link)
  • Liane Dirks: „Vier Arten, meinen Vater zu beerdigen“ (Link)
  • Wallace Stegner: „Zeit der Geborgenheit“ (Link)
  • Cece Bell: „El Deafo“ (Link)
  • Roberto Bolano: „Der Geist der Science-Fiction“ (Link)
  • Ursula K. LeGuin: „Freie Geister“ (Link)
  • Thomas von Steinaecker: „Die Verteidigung des Paradieses“ (Link)
  • Clemens J. Setz: „Glücklich wie Blei im Getreide“ (Link)
  • Veronique Poulain: „Worte, die man mir nicht sagt“ (Link)

.

geschenke 2018 05

Kunstpädagoge, 38:

  • Adrian Tomine: „Sommerblond“ (Link)
  • Guy Delisle: „Aufzeichnungen aus Burma“ (Link)

Mathe- und Sportlehrer, 38:

  • Alexander Ramati: „Als die Geigen verstummten“ (Link)
  • Anke Stelling: „Erna und die drei Wahrheiten“ (Link)

mein Vater, Mechatroniker, 62:

  • “Hamlet“ (DVD, Link)

.

mein Partner und ich wohnen zusammen – und ich kaufe/schenke ihm fast nie Bücher: Er liest meine Ausgaben mit, statt sich ein eigenes, zweites Exemplar zu holen. Bücher, die ich ihm empfahl, und die er las 2017 und 2018:

Freund M., Florist, 37:

  • Andreas Maier: „Das Zimmer“ (Link)
  • Andreas Maier: „Das Haus“ (Link)
  • Anke Stelling: „Erna und die drei Wahrheiten“ (Link)
  • Alison Bechdel: „Fun Home“ (Link)
  • Sabine Rennefanz: „Die Mutter meiner Mutter“ (Link)
  • Maxim Leo: „Haltet euer Herz bereit. Eine ostdeutsche Familiengeschichte“ (Link)
  • Roger Willemsen: „Es war einmal oder nicht: Afghanische Kinder und ihre Welt“ (Link)
  • David Gates: „Jernigan“ (Link)
  • Joe Hill: „Locke & Key“, Band 1  (Link)

.

Literatur, digital: die Insta-Novels der New York Public Library [Deutschlandfunk Kultur]

.

„Alice im Wunderland“ oder Kafkas „Die Verwandlung“ lesen – als Instagram-Story?

Am 8. November 2018 sprach ich auf Deutschlandfunk Kultur (14.40 Uhr) über die „Insta-Novels“ der New York Public Library.

.

Auf Instagram gibt es Fotos.

Und, als neueres Feature (…ursprünglich Merkmal der App Snapchat): Stories.

Jeder mit Instagram-Account kann Fotos, Animationen, Videos etc. zu einer persönlichen Story collagieren: ein Zusatz-Feature, auf dem oft mehr passiert als im normalen Foto-Stream/-Profil. Denn während viele Instagram-FOTOS oft sehr poliert, überbelichtet etc. sein wollen, sind Stories ein Ort, an dem auch große Accounts oft etwas rotziger, privater, schnappschussartiger erzählen.

Stories löschen sich nach einem Tag von selbst – falls man sie nicht explizit im Profil als „Highlight“ speichert.

Ich kenne viele, die „Das muss perfekt sein!“ bei jedem bleibenden FOTO sagen… doch bei Stories denken: „In ein paar Stunden ist es weg.“

Ein entkrampftes Format – das viele Leute z.B. zum Einschlafen im Bett durchschauen: Stories bestehen aus einem bis ca. 40 kurzen [15 Sekunden langen] Segmenten. Jedes Segment lässt sich pausieren, indem man den Touchscreen gedrückt hält.

.

Insta-Novels:

Die NYPL – Betreiber aller ca. 90 städtischer New Yorker Büchereien – zeigt seit August vier bleibende Insta-Stories im Profil: öffentlich zugänglich (auch am Rechner und ohne eigenen Instagram-Account):

„Insta-Novels“, in denen Klassiker oder Auszüge jeweils als Insta-Story lesbar sind; mit kleinen Animationen.

  • Edgar Alan Poes „The Raven“ [neu, seit Halloween]
  • zwei längere Passagen aus „Alice im Wunderland“
  • Charlotte Perkins Gilmans feministische Novelle „The Yellow Wall-Paper“ (1892)
  • auch Kafkas „Die Verwandlung“ ist angekündigt.

.

Der Slogan: „Some of the greatest stories ever told. Told in Instagram Stories“.

Ein Erklärvideo:

.

Pressesprecherin Carrie Welch sagt, „[with these insta-novels, the library is] completely transforming the way people look at this popular social media platform.“

…und tatsächlich

a) verstehe ich, dass die NYPL sagt: „Instagram Stories zeigen bisher vor allem Fotos von den Babys eurer Freunde. Fotos von den Hunden. Fotos von den Babies der Hunde. Wo sind die STORIES“?

b) folgten über 100.000 Instagram-User dem NYPD-Account neu, seit August (jetzt: über 300.000 Fans)

.

Ich liebte die Idee – und stellte mir die Umsetzung vor wie ein Daumenkino:

Alice wird schrumpfen, wachsen etc.

Besonders „The Yellow Wallpaper“ ist eine tolle Wahl – weil die Novelle davon handelt, wie eine nervöse Mutter, isoliert in der Sommerfrische, auf eine ekelhafte Tapete starrt, die sich zu verändern scheint… so lange, bis sie zweifelt: Ist In der Tapete eine Frau gefangen? Ist die Frau gerettet, sobald jemand die Tapete von den Wänden reißt? Gothic-Grusel, Feminismus… Klischees über „hysterische“, unzufriedene Frauen… Ein Klassiker, den in Deutschland zu wenige kennen.

Ich war gespannt, wie subtil oder dramatisch sich die animierte Tapete der Insta-Novel verändern wird.

Leider sind die Animationen sehr simpel, spärlich. Ästhetisch ca. 1998.

Nett gesagt: minimalistisch, schönes Understatement.

Doch z.B. das wiederkehrende „Nevermore“ im Poe-Gedicht schien mir so stümperhaft… Ich fands unfreiwillig komisch. #lowbudget

Ich hatte eine liebevollere, dynamischere Umsetzung erwartet: Überraschungen, Spielereien, Avantgarde.

Ich bin kein Kunstkritiker – doch ich liebe Graphic Novels, und sehe einfach DAUERND tollere Illustrationen. Lieblingsstücke z.B. hier: https://twitter.com/smesch_thetic

.

Eine große Sache?

ja, weil:

  • Die NYPL mit gemeinfreien Texten des Projekt Gutenberg arbeitet und damit nochmal klar macht: es GIBT diesen Riesenschatz an Klassikern ohne Copyright.
  • Hier nochmal breitenwirksam gezeigt wird: man kann auf Smartphones literarische Texte lesen; und das sogar in einem recht unhandlichen Format wie „Instagram Stories“, wo sich a) die Schriftgröße nicht ändern lässt, b) man den Bildschirm gedrückt halten muss, damit das Segment länger als 15 Sekunden zu sehen ist.
  • Man von z.B. einem Buch sieben Mal gehört haben muss, bevor man es kaufen will – und hier reichweitenstark, (halbwegs) originell und verspielt Bücher angeboten werden auf einer RIESENPlattform, niedrigschwellig und umsonst
  • Aufwand und Kosten nicht besonders groß sind und das auch jederzeit alle ANDEREN Kulturvermittler oder Privatmenschen versuchen & einspeisen können
  • Die Textauswahl einlädt: Texte, die jede*r mal gelesen haben sollte.
  • Dieses doch recht billige, sperrige und schüchterne Projekt jetzt SO erfolgreich ist. Und damit zeigt: es gibt Interesse, einen Bedarf!

..

Trotzdem wirkt alles etwas enttäuschend auf mich. Weil:

  • Hier technologisch nichts Interessantes passiert, entwickelt wird o.ä.
  • Die spärlichen und lieblosen Illustrationen dem Text echt NICHTS Besonderes hinzufügen
  • Es nervt, den Bildschirm gedrückt zu halten beim Lesen
  • Ich jetzt noch kein „neues Format Insta-Novel“ erkennen kann, das aus Text & Bild etwas Neues formt, oder Möglichkeiten und Community von Instagram besonders nutzt: minimale Animationen, und nichts, das besonders „social“ ist.

.

und weiter: drüber hinaus?

.

Ich suche immer nach…

a)  Social-Media-Profilen fiktiver Figuren. Geschichten, die z.B. erzählt werden, indem man mehreren Twitter-Accounts folgt. Beispiele hier: https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/CharacterBlog

b) „Log Fics“: Geschichten, die ALS Chatprotokoll etc. erzählt werden – z.B. Dennis Coopers Planetromeo-artiger queerer Dating-Roman „The Sluts“ oder Senthuran Varantarajahs „Vor der Zunahme der Zeichen“ (Roman, erzählt als Chatprotokoll):
https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/LogFic

c) Reclam-Klassiker etc. als Gratis-Hörbücher bei Spotify: https://hamburg.mitvergnuegen.com/2016/11-tolle-buecher-die-du-dir-auf-spotify-anhoeren-kannst

d) japanische Cell Phone Novels, die in den Nuller-Jahren oft als SMS-Kette Geschichten erzählten: https://en.wikipedia.org/wiki/Cell_phone_novel

e) Flash Fiction wie z.B. Drabbles: literarische Kürzestformen. https://en.wikipedia.org/wiki/Drabble

f) Fanfiction- und Genre-Story-Websites wie Wattpad – die als App überzeugen sollen und in denen Literatur-Kapitel oft so kurz sind, dass man sie häppchenweise beim Pendeln lesen kann/soll.

Auch der deutsche Verlag Mikrotext startete mit eBooks voller Häppchen & Kürzestformen – damit Leute auf dem Handy Literatur lesen.

Persönlich wünsche ich mir ENDLICH eine Art Spotify oder last.fm für Lyrik: Ich lege ein Profil an, bekomme ein Gedicht vorgeschlagen… kann nach dem Lesen ein Herz vergeben und kriege dann weitere Gedichte, die der Algorithmus passend findet, eingespielt.

.

Fazit:

Ich glaube, Literatur ist ALS LITERATUR stark. Literatur zu vermitteln, indem an sie in z.B. Comics oder Kurzfilme übersetzt, nimmt ihr oft viel. Ich brauche keine trojanischen Pferde, keine Illustrationen, kein mediales Drumherum. Wenn ich lesen will, will ich lesen.

(Deprimierend z.B. auch: Apps, die aus Comics eine Art Trickfilm machen wollen, indem sie möglichst filmisch von Sprechblase zu Sprechblase springen und ein paar kleine Animationen einstreuen.)

Trotzdem: Wo hörte ich von E.A. Poe, mit 13? In der TV Movie – wo mir Poe-Verfilmungen mit Vincent Price empfohlen wurden. Heute entdecke ich viele Bücher… auf Instagram. Social Networks sind SO präsent, flexibel und offen: Literatur muss da rein / hin / drauf.

Ich merke nur: als man mir sagte „Stefan? Es gibt jetzt Insta-Novels“ hatte ich die absurdesten Ideen, was das heißen mag – technisch, literarisch (z.B. nonlinear?).

An eine Handvoll biederer, gestriger Animationen dachte ich nicht.

Das MUSS besser gehen!

Vielfalt finden: Diversity und Repräsentation. 100+ Fragen.

.

Am 31. Oktober spreche ich an der Uni Trier darüber, auf welchen Websites, unter welchen Stichworten und durch welche Expert*innen ich vielfältige Bücher finde.

.

Heute vorbereitend:

100+ recht offene Fragen zu Vielfalt, Selbstbild, Vorbildern, Repräsentation und Intersektionalität.

.

Fragelisten, die ich mag & empfehle:

.

Von welchen Menschen lässt du dich ungern bedienen?

Welche Menschen tun dir Leid?

Wie müssen Polizist*innen sein, damit sie dir sympathisch sind?

Wie müssen Geflüchtete sein, damit sie dir sympathisch sind?

Wie müssen Politiker*innen sein, damit du dich gern von ihnen regieren lässt?

Welche Worte, Begriffe, Labels, Theorien hast du überraschend spät gelernt? Wurden sie dir vorenthalten? In welchem Alter, Umfeld und von welchen Leuten hättest du sie gern gelernt?

Was muss ein Bettler tun, damit er dir unsympathisch ist?

Gibt es faule Menschen? Worüber sollten sie sich nicht wundern?

Gibt es undankbare Menschen? Worüber sollen sie sich nicht wundern?

Wie viel Aufmerksamkeit hast du verdient? Wer kriegt mehr Aufmerksamkeit, als er/sie verdient?

Wer nimmt dich nicht ernst genug? Welche Menschen nimmt man ZU ernst?

Was ist dein Unique Selling Point – was macht dich interessant, wertvoll, spannend, wichtig?

Gibt es Leute, die uninteressant, wertlos, langweilig, unwichtig sind?

Wer schadet dir? Wer schadet deiner Familie? Gibt es politische Entscheidungen, die solche Schäden vergrößern oder verkleinern?

Wer ist geschädigt, falls die Partei, die du wählst, die Mehrheit im Bundestag erlangt?

Gibt es gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und Missstände, die dich nicht betreffen?

Isst du Dinge, die dir oder der Umwelt schaden? Warum? Wer wird den Preis für dein Verhalten zahlen?

Wer redet zu viel? Wer sollte die Klappe halten, zurücktreten, gehen? Wer sollte sich schämen, und wofür? Wofür solltest DU dich schämen?

Wen könntest du ersetzen, wessen Rolle könntest du einnehmen, bei wem denkst du: „Die/der sollte hier weg, ICH habe diese Position und ihre Privilegien verdient“?

Welche Stimmen findest du wichtig – aber zu trocken, belastend, schwer, anstrengend oder unbequem, um ihnen gern zuzuhören? Wo und in welcher Dosis hörst du ihnen trotzdem zu? Was kostet dich das? Was bringt dir das?

Was müssen Menschen tun, um billig auszusehen? Um ignorant auszusehen? Um hässlich auszusehen? Wann, inwiefern und warum sahst DU je billig, ignorant oder hässlich aus? Absichtlich? Unabsichtlich?

Wie viel Lohn, wie viel Geld bist du wert? Verdienst du es, ein Auto zu haben? Ein Haus?

Gibt es typische Fehler, die zu viele arme Menschen zu oft machen?

Mit welchem Kleidungsstück oder Accessoire hast du Leute, die du beeindrucken willst, bisher am meisten beeindruckt?

Mit welchem Kleidungsstück oder Accessoire hast du mächtige und privilegierte Leute bisher am meisten abgestoßen?

Was werden Leute, die so sind wie du, oft typischerweise / für gewöhnlich von Beruf?

Glaubst du, Leute, die so sind wie du, können theoretisch ALLES werden? In welchen Feldern sind sie unterrepräsentiert? Warum? Welche Felder sind unter ihrem Niveau? Wieso?

Welche Menschen bringen deiner Mutter zu wenig Respekt entgegen – und hat der fehlende Respekt etwas mit Alter zu tun, mit Klasse, mit Sexismus? Bekommt sie allen Respekt, den sie verdient?

Was tat oder tut dein Vater, um NOCH mehr Respekt zu kriegen: Welche Verhaltensweisen oder Gegenstände findet er unverzichtbar – für einen Mann in seiner Position?

Welche Kinder müssen sich nicht wundern, wenn Lehrkräfte sagen: „Ich will nichts mehr für dich tun. Du bist hier in der Klasse falsch“?

Welche Gruppen müssen sich nicht wundern, wenn Steuerzahler*innen sagen: „IHR habt unsere Unterstützung und Geduld nicht mehr verdient“?

Findest du alle Menschen gleich attraktiv?

Was stößt dich ab?

Bist du hübsch genug? Denkst du, du wirst mit dem Aussehen, das du hast, genug Anerkennung, Liebe, Sex kriegen? Was wirst du tun, um zu kompensieren, falls du viel weniger kriegst? Was wirst du tun, wenn du alt und/oder arm wirst und deshalb viel VIEL weniger kriegst?

Kann man zu dick sein? Wann? Ab welchem Gewicht findest du dich selbst zu dick?

Was würdest du gern verweigern? Wen würdest du gern fallen lassen? Zu wem hasst du es, nett oder respektvoll zu sein? Warum bist du weiterhin nett?

Dein Navigationssystem oder Personal Assistant hat eine… Männer- oder Frauenstimme?

In welcher Hinsicht schämen sich deine Eltern für dich?

Gibt es Personengruppen oder Kulturen, die du in Filmen sahst, kennen lerntest – und dann erst in der Realität?

Gibt es Personengruppen, die du in Filmen so unerträglich findest, dass du denkst: „Bestimmt kann ich mit solchen Leuten wenig anfangen, im Alltag“?

Fühlst du dich als Mensch zweiter Klasse?

Sehen dich viele Leute als Menschen zweiter Klasse?

Von welchen Gruppen denkst du, sie werden als Menschen zweiter Klasse gesehen? KENNST du viele Menschen aus solchen Gruppen persönlich?

Welche Geschichten hältst du für besonders „realistisch“? Wie gut kennst du Menschen persönlich, die ähnliche Erfahrungen machten wie die Figuren in solchen „realistischen“ Geschichten? Was müsste in einem besonders „realistischen“ Film über dein eigenes Leben besonders hervogehoben und betont werden?

Hast du Vorbilder, die eine andere Ethnie haben als du selbst? Falls ja: Auch Leute, die keine Musik oder Politik machen?

Wie viele Kinderbücher oder Superhelden-Comics/-Filme/-Serien mit Hauptfiguren of Color liebst du – und verschenkst oder empfiehlst du?

Was waren deine liebsten nicht-heterosexuellen Kindheitsheld*innen?

Wie viele deiner 20 Lieblingssänger*innen haben das selbe Geschlecht wie du selbst?

Wie viele trans Musiker*innen kennst und magst du?

Hattest du Lehrer*innen of Color?

Hast du je Politiker*innen of Color gewählt?

Welche Politiker*innen of Color in deiner Region kennst und magst du?

Kennst du mehr berühmte trans Menschen oder mehr cis Schauspieler*innen, die trans Figuren spielen?

Zu wie vielen afrikanischen Staaten kannst du ein Buch, ein Film oder eine Serie nennen, das/der/die dort spielt?

Wie viele Serien kennst du, in denen Held*innen eine Abtreibung durchführen und den Schritt nicht bereuen? Wie viele dieser Figuren findest du sympathisch, souverän, empowernd?

Gibt es Menschen, die dich beschimpfen, zurechtweisen dürfen? Die jedes Recht haben, zu sagen, du seist… enttäuschend? Trash? Teil des Problems?

Glaubst du, du machst die Welt besser oder schlechter?

Glaubst du, du kriegst, was du verdienst?

Glaubst du, nachdem recht viel Liebe, recht viele Ressourcen etc. in dich und deine Ausbildung investiert wurden und du so viele Dinge verbraucht, verschmutzt etc. hast, dass du im Leben etwas von gleichem oder größerem Wert schaffen oder hinterlassen kannst – um all deinen Verbrauch auszugleichen?

Bist du weinerlich? Empfindlich? Nervig? Schrill? Bist du glaubwürdig, und verdienst du Hilfe, Respekt, Zuhörerschaft, Solidarität?

Wo/wie hörst du marginalisierten Menschen zu? Wer trägt Schuld, falls ich zu wenige kenne? Welche Verantwortung trage ich, mehr zu finden?

Welche Opfer solltest du bringen, auf was solltest du verzichten, was solltest du abgeben, um die Welt besser zu machen? Wem bist du etwas schuldig? Wer ist dir etwas schuldig? Wie viel Platz haben solche Ungleichgewichte in deinem Alltag, und wie viele solcher Schulden ignorierst du?

Was waren die größten Ungerechtigkeiten deiner Kindheit? Der 50er Jahre? Des Mittelalters? Gibt es eine historische Epoche, in der du gern leben würdest?

Über welchen Kontinent weißt du am wenigsten? Gibt es Länder und Kulturen, die dich langweilen? Die dir Angst machen? In denen du, müsstest du dort 5 Jahre lang leben, sehr unglücklich wärst?

Hast du’s zu gut? Welches Privileg könntest du abgeben? Was bräuchtest du, um dich in Deutschland wohler zu fühlen?

Was finden deine Eltern an dir schwach oder enttäuschend? Womit haben sie Recht?

…und/aber: Bei was denkst du „Nein, das ist ein Denkfehler eurer Generation. Dem Maßstab WILL ich gar nicht gerecht werden!“ …?

Welche Dinge, die dir deine Eltern oder dein Umfeld als Kind und Teenager gaben, hast du an andere Kinder/Teenager weiter gegeben, die solche Dinge nicht hatten?

Mit welchem Geschlecht, mit welcher Familie, mit welchem Aussehen und in welcher Nation hättest du es am leichtesten? Hast du’s ganz gut erwischt?

Ein Lob welcher Leute bedeutet dir am meisten? Ein Lob welcher Leute wäre dir egal oder zuwider?

Gibt es einen Ort, von dem du weißt, dass dort mehrheitlich Leute wie du sein werden? Traust du dich an diesen Ort?

Wie hast du von Transsexualität erfahren?

Wie hast du von anderen Religionen erfahren?

Hast du zuerst queere Menschen kennen gelernt oder zuerst queere Figuren?

Kennst du mehr Menschen mit Behinderung (gut/nah) oder mehr Figuren mit Behinderung?

Von welchen Leuten hast du dich anerkannt, unterstützt, verstanden gefühlt: Wie sieht Solidarität für dich aus und an welchen Momenten dachtest du „Toll, dass er/sie hier öffentlich für Menschen wie mich Partei bezieht oder Nachteile in Kauf nimmt“?

Hast du schon Dinge auf Facebook, Twitter etc. gepostet, geteilt oder kommentiert, für die dich mächtigere, konservativere Leute angegriffen, gerügt, belächelt oder verachtet haben? Hast du schon Dinge NICHT gepostet – aus Angst vor z.B. Verwandten oder Arbeitgeber*innen?

Würdest du lieber nur noch Menschen mit Abitur oder ohne Abitur daten/treffen?

Würdest du lieber nur noch Bücher von Menschen mit Abitur oder ohne Abitur lesen?

Wie viele Social-Media-Beiträge von Menschen ohne Abitur hast du in der letzten Woche geliked oder geteilt?

Inwiefern bist du kein typischer Mann? Keine typische Frau?

Hast du alle Chancen, die dir die Gesellschaft gab, gut genutzt? Wer ist Schuld, dass du nicht maximal erfolgreich bist – in allen Bereichen so weit gekommen bist, wie es nur geht? Welche Chancen hast du ungenutzt verstreichen lassen – und warum?

Ist dir klar, was man tun, wie man auftreten, wem man gefallen muss, um in einer Universität erfolgreich zu sein? Wer brachte dir das bei?

Passt du auf deinen Körper auf, oder lässt du dich gehen? An welchen Krankheiten wärst du selbst Schuld? Wie viel Geld sollte man dann in deine Therapien investieren?

Glaubst du, du kannst dir ein Kind leisten? Glaubst du, du kannst dir vier Kinder leisten?

Belastest oder entlastest du andere Menschen vor allem? Was müsste passieren, damit du sagst: „Hilfe. Ich bin ja fast nur noch eine Belastung.“ …?

Welche Nationen haben wenig geleistet und erreicht? Welche Nationen haben die Welt schlechter gemacht? Welche Nationen machen aktuell die Welt besser?

Gefällst du Leuten, die aussehen wie du? Welchen Leuten, die NICHT aussehen wie du, gefällst du?

Wer nimmt dich ernst, wer schaut dich gern an, wer hört dir gern zu?

Gibt es erfolgreiche Schriftsteller*innen, mit denen du viel gemeinsam hast? Politiker*innen? Stars? Firmenchef*innen? Akademiker*innen und Forscher*innen?

Wie viele deiner zehn Lieblingsserien haben Frauen im Zentrum? Wie viele haben Menschen of Color im Zentrum?

Wie viele haben NIEMANDEN, der aussieht wie du selbst?

Welcher Ton, welche Stimmen, welche Bilder und Formate entspannen dich? Was hörst, schaust, liest du, um abzuschalten, dich besser zu fühlen? Was FEHLT – in solchen leichteren, gefälligeren Formaten?

Welche Figuren haben dich als Kind getröstet, motiviert, empowert, inspiriert?

Welche Held*innen wirst du NIE erreichen, einholen?

Gibt es Figuren, die sind wie du – doch die in Geschichten vor allem Trottel, Feinde, Beiwerk, Verlierer oder Opfer blieben?

Welche dieser Figuren mochtest du trotzdem; und warum? Welchen Leuten konntest und wolltest du offen sagen, dass du diese Figuren magst?

Bist du marginalisiert?

Was ist die schlimmste Beleidigung, die man Menschen wie dir zuruft?

Was ist „nett gemeint“, doch dennoch schlimm – und wird oft über dich, zu dir gesagt?

Gibt es Worte, Zuschreibungen, Labels, von denen du dir wünschst, dass sie niemand mehr benutzt?

Falls ich dich kaum kenne… und du mir eine Geschichte zeigen willst, in der eine Figur deine Stärken teilt – welche?

Falls ich dich kaum kenne… und du mir eine Geschichte zeigen willst, in der eine Figur deine Schwächen teilt: Eine Figur wie du selbst, doch greller, schlimmer, extremer, schwächer, unsympathischer – welche?

Kann ein alter Mann eine Liebeskomödie für junge Frauen schreiben?

Kann eine Greisin über deinen fünfjährigen Jungen schreiben?

Kann ich als weißer cis Mann aus der Perspektive einer viel marginalisierteren Person schreiben?

Sollte ich am besten nur über mich selbst schreiben und nur für mich selbst sprechen?

Gibt es Kultur, die du liebst – und über die Leute sagen „Krass. Das passt doch GAR NICHT zu Leuten wie dir“?

Welche Eigenschaften und Stärken feiern und wertschätzen wir als Kultur viel zu wenig? Welche Eigenschaften und Stärken feiern und wertschätzen wir als Kultur viel zu SEHR?

Wofür sollte deinem Vater ein Preis verliehen werden? Deiner Mutter?

Glaubst du, DIR wird je ein Preis verliehen? Welchen Preis hättest du am liebsten?

Wie spielt für dich und deinen Platz in der Welt heute eine Rolle, welche gesellschaftliche Stellung, welche Privilegien, Mängel, Traumata und Komplexe deine Großeltern und Urgroßeltern hatten?

Welche Produkte, welche Mode, welche Kultur, welche Serien und welche Freizeitangebote werden GENAU FÜR MENSCHEN WIE DICH hergestellt und beworben?

Und welche, die eigentlich für ganz andere Menschen hergestellt und beworben werden, nutzt oder liebst du trotzdem?

Gibt es Figuren, mit denen dich alle vergleichen – und die du als Klischee, bösen Witz empfindest?

Kommen in Soaps viele Leute wie du vor? Findest du ihre Storylines gelungen?

Welchen Vorurteilen entsprichst du? Tust du etwas, um auszugleichen, falls du als Klischee gesehen/verurteilt wirst?

Kannst du über dich und deine Probleme sprechen, ohne, dass Leute sagen „Hier wirds aber sehr speziell“, „Normale Leute betrifft sowas selten“, „Davon habe ich noch nie gehört“?

Welchen Medien, welchen Stimmen vertraust du – und welchen Vertrauensvorschuss kriegen Leute, die dir selbst besonders ähnlich sind?

Was tust du, wo suchst du, wen fragst du, falls du mehr progressive und diverse Stimmen hören möchtest online/in den Medien als konservative, reaktionäre und/oder rechte Stimmen?

Was sagen mediale Stimmen oft über Menschen wie dich? Fühlst du dich repräsentiert, verstanden?

Hast du öffentliche Fürsprecher*innen und werden diese Fürsprecher*innen gesellschaftlich respektiert, geachtet, gestärkt?

Welche frechen, rechten, reichen, unverschämten, chauvinistischen, arroganten Männer (fiktiv oder real) in den Medien findest du witzig, charmant, unterhaltsam, sexy oder irgendwie lässig/cool?

Um welche Dinge musst du dich nicht kümmern – weil es andere Leute für dich tun? Um welche Dinge müssen sich ANDERE LEUTE nicht kümmern – weil du es für sie tust?

Findest du, es ist deine Pflicht, langsamen, langweiligen, unfreundlichen, wütenden, feindseligen Menschen zuzuhören – sobald ihre Anliegen berechtigt sind? Wen findest du charmant, charismatisch? Wen findest du giftig, schwer erträglich, unsympathisch?

Was interessiert dich nicht? Bei welchen Dingen wären viele Menschen wütend, falls du öffentlich sagst „Das interessiert mich null!“?

Denkst du, Grund deines Desinteresse ist das Thema oder die Präsentation? Was tust du, um bessere Präsentationen zu finden? Wen kannst du fragen und um Tipps bitten?

Was sind deine Waffen, was sind deine Schilde, wie verteidigst du dich, wer kann dir etwas anhaben? Wen ignorierst du, aus Selbstschutz?

Wem tust du weh? Wem WILLST du weh tun?

Hast du Feinde? Haben „Leute wie du“ Feinde? Hat unsere Gesellschaft Feinde?

Worüber DARFST du wütend sein, wem gegenüber DARFST du unhöflich sein, welchen Zorn, welche Ablehnung erlaubst du dir?

Wen repräsentierst du? Vor wem? Machst du deinen Job gut? Was sagen „die Leute“ über Leute wie dich?

In welcher Hinsicht bist du eine Minderheit?

In welcher Hinsicht bist du altmodisch?

Was gibst du auf oder ab, zugunsten anderer Leute? Was geben andere Leute auf oder ab, zu deinen Gunsten?

Was tust du, damit Leute wie du, nur jünger es leichter haben als du früher? Was tust du, damit Leute, GANZ ANDERS ALS DU es leichter haben?

Schenkst du v.a. Frauen Bücher von Frauen? Welche Bücher von Frauen schenkst du an Männer?

Schenkst du deinem Vater Bücher von Frauen?

Schenkst du acht-, zehn- oder vierzehnjährigen Jungs Bücher von Frauen?

Was haben Bücher über Figuren, die ganz anders sind als du, mit dir selbst zu tun?

Schenkst du Heterosexuellen Bücher über Queerness?

Die besten Bücher aus und über Norwegen: neue & noch unbekannte Bücher zum Ehrengast / Gastland der Frankfurter Buchmesse 2019

.

Im Oktober 2019 ist Norwegen Ehrengast / Gastland der Frankfurter Buchmesse.

.

Ich suchte vorbereitend nach Büchern, die…

a) in Deutschland erschienen und bis heute erhältlich (Link folgt)

b) in Norwegen erschienen und für den deutschen Markt interessant sind.

c) Bücher, die in deutscher Übersetzung vorliegen, aber vergriffen sind (Link)

.

100+ Bücher – von denen viele in den nächsten Monaten auch auf Deutsch erscheinen.

(Kurztexte: Klappentexte und Goodreads-Reviews, teils via Google Translate aus dem Norwegischen; meist gekürzt.)

.

.

Johan Harstad: „Hässelby“ (2007)

„Roman über das, was Alberg Åberg, Viktor und Milla als Erwachsene passiert ist: Du willst wissen, wie die Beziehung zwischen Albert und Alberts Vater war, als er in seiner Jugend kam, und du wirst einen Roman voller Verweise auf Star Wars und Twin Peaks lesen. Ein typisches „endzeitliches“ Störgefühl innerhalb der desolaten Maschinerie einer postindustriellen Gesellschaft. “

.

Johan Harstad: „osv.“ (2011) [„und so weiter“]

„1994. Tonya Harding, Kurt Cobain, OJ Simpson. Menschen tun schrecklich unmenschliche Dinge: Vietnam, Bosnien, Ruanda, Tschetschenien usw. Wenn Sie denken, dass die Probleme der Dritten Welt Sie in Ihrem gemütlichen westlichen Leben nicht erreichen werden, liegen Sie falsch, und dieses Buch ist ein großartiges Beispiel dafür. Viele große Fragen, die so gestellt und geantwortet werden, dass Sie denken und fühlen müssen. Ein sehr schnelles Lesen mit vielen faszinierenden Charakteren und ihren Geschichten. In diesem Buch geht es um einen ständigen Dialog, in dem Sie das Bedürfnis spüren, sich daran zu beteiligen. Und das Leben geht einfach weiter…“

.

Johan Harstad: „Max, Mischa & Tetoffensiven“ (2015) [„Max, Mischa und die Tet-Offensive„]

„Max Hansen ist schlaflos im Mittleren Westen schlaflos. Er ist ein Theaterlehrer auf Tour durch die Vereinigten Staaten. Es kann sein, dass er ein Amerikaner geworden ist. Seit 20 Jahren war er nicht mehr zu Hause: in einem Vorort von Stavanger, wo es so viel Chaos gab wie möglich, während die Väter auf den Plattformen in der Nordsee standen und die Stille über den Häusern schwebte, als sie zurückkehrten. Keiner bekam, was er wollte. Ein Roman über die Anwendbarkeit der vietnamesischen Guerilla-Taktik im täglichen Leben; über hyperrealistische Gemälde von Waschmaschinen und Mädchen, die Shelley Duvall ähneln und eine begehrte Arbeitskopie von „Apocalypse Now“. Vor allem aber über die Frage: Wie lange kannst du wirklich weg sein, bevor es zu spät ist, nach Hause zu gehen?“

.

.

Maria Kjos Fonn: „Kinderwhore“ (2018)

„Die Mutter von Charlotte ist immer zu Hause, trotzdem ist sie nie da. Sie benutzt die meiste Zeit, um zu schlafen, und nimmt starke Schlafmittel. Wenn sie wach ist, gibt sie Charlotte neue Väter. Einer von ihnen zeigt ihr einen Blick auf etwas Anderes, Besseres. Doch es ist zu kurz, und da ist ein neuer Vater. Als Zwölfjährige erlebt Charlotte etwas, das ihr zu viel wird. Sie profitiert von den Pillen ihrer Mutter und ist froh zu entdecken, dass es Möglichkeiten gibt, ihre Gefühle abzulegen. Bald lebt sie eine große Distanz zu sich selbst und zu anderen. Ist es möglich, mit solchen destruktiven Mustern aus einer Kindheit zu brechen?“

.

Monica Isacstuen: „Om igjen“ (2014) [„Da Capo“]

„Eine offene und furchtlose Fantasie auf Joyce Hattos Leben und Fall. Und ein Porträt von Ida, die sich selbst in den Rollen von Tochter, Freundin, Mutter fühlt: Die britische Pianistin Joyce Hatto starb 2006 und während ihres letzten Jahres hatte sie Hunderte von CDs aufgenommen. In einem Nachruf wurde sie „Der größte Pianistin der Welt, von der niemand etwas gehört hat“ genannt. Später wurden alle Aufnahmen als Fälschungen enttarnt. Durch die direkte und faszinierende Sprache, die langsam aber sicher eine Geschichte von Fälschung und Täuschung, Freundschaft, Zweifel, das Gefühl von Unangemessenheit in seinen Rollen als Mensch, Mutter, Künstler offenbart, wurde die Geschichte unmittelbar spürbar.“

.

Kyrre Andreassen: „For ovrig mener jeg at Karthago bor odelegges“ (2016) [„Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden sollte“]

„Krister Larsen hat einen Mangel an Selbstwertgefühl und Selbstkritik: ein dunkler, lustiger, gruseliger 400 Seiten langer Monolog eines Elektrikers mit professionellem Stolz und vielen Altlasten. Liebe, Aggression, erwachsene Kinder, Fremdenhass und Schwarzarbeit.“

.

.

Tiril Broch Aakre: „Redd barna“ (2015) [„Rette die Kinder“]

„Montag, der 8. Dezember in einem Dorf in Ostnorwegen. Schnee fällt. Tanja wird Tore und Jorid in den Kindergarten und in die Schule begleiten. Ihr Ehemann Paul geht zu einer medizinischen Konferenz nach Brüssel. Vor sechs Monaten starb Tochter Idee, erst 17 Jahre alt. Der Alltag kehrt langsam aber sicher zurück. Leute um sie herum denken, dass sie es gut gemacht haben. Jetzt planen Tanja und Paul eine große Party, um ihrem 20. Hochzeitstag zu feiern. Tanjas Bruder meldet einen Besuch an: Er sagt, dass er aus dem Gefängnis entlassen wurde. Aber es gibt etwas, das nicht passt. Es ist ungewöhnlich dunkel an diesem Tag. Etwas wird durchbrechen. Aber ist es gut oder schlecht? Gibt es etwas, auf dem du ein Leben aufbauen kannst?“

.

Tiril Broch Aakre: „Fjällräven gul“ (2016) [„Fjällräven-Gelb“]

„Ein Coming-of-Age-Roman über Sjur, 18 Jahre alt. Frede ist immer noch im Krankenhaus und Sjurs Aufgabe ist es, den gelben Fjällräven-Rucksack mit geheimem Inhalt an verschiedene Orten in Hakadal zu bringen. Zu Hause hat ihr kleiner Bruder Jesper heftige Wutanfälle und der Hund, Houdini, hat sich in den Bergen verloren. Sjur denkt an Pjotr und daran, was letzten Sommer passiert ist.“

.

Ellen Emmerentze Jervell:  „Fjellfolk“ (2018) [„Bergsteiger“]

„Fjellfolk ist ein Buch über zwei Generationen ungewollter Kinder, über die Menschen und die Natur und was sie miteinander verbindet: Es war so einfach, eine Familie zu gründen, aber warum war es so einfach, sie zu zerstören?“

.

.

Zeshan Shakar: „Tante Ulrikkes vei“ (2017) [„Tante Ulrikkes Weg“]

„Norwegen in den 2000er Jahren: Zwei Jungs, Mo und Jamal, wachsen auf Tante Ulrikkes Art in Stovner in Oslo auf. Die Eltern hatten eine Hoffnung – doch die Jungs stehen zwishen Vorstadt und Gesellschaft, zwischen Waschcenter und Mensa. Ein unwiderstehlicher und unterhaltsamer Roman über das innere und äußere Erwachsenwerden.“

.

Marit Eikemo: „Gratis og uforpliktande Verdivurdering“ (2018) [„Kostenloses und unverbindliches Gutachten“]

„Hanne hat genug vom Alltag mit Mann und Kindern in der alten, beengten Wohnung. Aber nein, das Traumhaus ist aufgetaucht. Was macht der Traum vom Haus mit der Beziehung? Welche Folgen haben kleine und große Betrügereien aus der Vergangenheit für die Entscheidung, die vor ihnen liegt? Ein Roman, der das Zeitgenössische widerspiegelt, mit satirischen Merkmalen und einer ibsenischen Wendung am Ende.“

.

Victoria Durnak: „Senteret“ (2017) [„Center“]

„Einsamkeit und postnatale Depression:  Eine junge Mutter zieht nach Skien, um wegzukommen – weg von Oslo. Weg von ihm. Sie verbringt ihre Tage im Hercules Center, besucht die Geschäfte und die Menschen, die darin arbeiten, denkt über sie nach und versucht, mit ihnen in Kontakt zu treten, während sie versucht, die Mutter einer Tochter zu sein, die nicht einmal einen Namen hat. Per Gesetz bleiben sechs Monate, um einem Kind einen Namen zu geben. Sie können viel in sechs Monaten tun. Eine Autorin, 1989 geboren. Ein Buch, ein wenig wie eine Umarmung, ein wenig wie ein Schlag in den Hals.“

.

.

Helga Flatland: „En moderne Familie“ (2017)

„Was passiert, wenn ein Paar beschließt, seine 40-jährige Ehe zu beenden? Nicht so sehr für sie, sondern für ihre erwachsenen Kinder. Das Buch variiert zwischen den Perspektiven der Kinder – Liv, Ellen und Håkon. Als Vater Sverre 70 Jahre alt wird, lädt er die ganze Familie zu einer Feier an der italienischen Riviera. Während des Festes verkünden die Eltern plötzlich, dass sie entschieden haben, dass sie sich scheiden lassen werden.“

.

Helga Flatland: „Vingebelastning“ (2015) [„Tragflächenbelastbarkeit“]

„Hauptfigur Andreas ist 30 und wirklich nervig. Alles läuft gut für ihn: gute Arbeit, gute Beziehung und eine Wohnung in Oslo. Doch er ringt darum, im Leben, das er für sich geschaffen hat, einen Sinn zu finden. Er ist Teil der sogenannten „Dessert“-Generation: Ihnen wurde gesagt, sie können alles werden, was sie wollen. Jetzt haben sie unrealistische Erwartungen und sind besessen von sich selbst.“

.

Helga Flatland: „Bli hvis du kan. Reis hvis du ma.“(2010) [„Bleib, falls du kannst. Geh, wenn du musst“; Band 1 der Trilogie „Stirb nicht in Afghanistan, weil alle zuhause traurig sein werden.“]

„Der Roman basiert auf drei jungen Freunden aus der Kindheit – Tarjei, Trygve und Kristian – und ihrer Entscheidung, mit den norwegischen Streitkräften nach Afghanistan zu gehen. Keiner der drei wird zurückkehren. Warum sind sie gegangen? Was ist mit den übrigen? Der Roman handelt davon, in einer Sicherheit aufzuwachsen, die von einer Sicherheit umgeben ist, die sich nicht mehr sicher fühlt.“

.

.

Cathrine Knudsen: „Manuell“ (2014)

„In einer Prosa, die auf das, was zwischen Menschen passiert, extrem reagiert, nähert sich Knudsen den wichtigsten Fragen: Was gehört dazu? Was ist Identität? Was ist Fürsorge? Eine Art der Archäologie des Gefühls, die konsequent die Grenzen des Menschen sucht, Grenzen zwischen Mann und Frau, Krankem und Gesundem, Kind und Erwachsenem, Sucht und Freiheit: Als Kind hat Cara ihren Großvater nur kurz getroffen. Jetzt ist sie Mutter und fragt nach den Beziehungen in ihrem Leben.“

.

Erik Eikehaug: „James Fanco spytter nar han snakker“ (2017) [„James Franco spuckt beim Sprechen“]

„Über eine Familie, die sich nicht umarmt. Über das Leben in einem Land, das keine Wiener Würstchen verkauft. Im Herbst 1995 ist Kenneth verliebt. Im Sommer 2001 zieht Kenneth nach Hause. Doch zuerst muss er Großmutter knacken, bevor sie stirbt und alle ihre Geheimnisse in die Hölle nimmt. Im Winter 2008 sitzt Kenneth in einer stinkenden Wohnung in Harlem, New York; hat Alpträume über den Stuhlkreis an der Columbia University und wird von Casper dem freundlichen Geist verfolgt. Ein Roman über chinesische Schulmädchen, die mitten in der Prüfung aus dem Fenster springen. Über Arielle und Prinz Erik. Und die Kunst des Spuckens beim Sprechen. Ein Coming-Out-Roman.“

.

Tormod Haugland: „Om dyr og syn“ (2017) [„Über Tiere und Anblick“]

„Eine kleine Siedlung in Westnorwegen in den 1960er, 70er und 80er Jahren. Als kleiner Junge entdeckt Tormod auf dem Schreibtisch seines Vaters einen Kampfhandschuh, den er überallhin mitnimmt. Tormod hat nicht immer Kontrolle, weder über sich selbst noch über seine Umgebung. Er wird geboren, um Bauer zu werden, doch gleichzeitig sehnt er sich nach Anna und wird Kunststudent in Bergen. Ein Roman über Tiere und Menschen, Kunst und Natur. Es geht darum, sich zu erheben, ein Mann zu werden und die großen Entscheidungen im Leben zu treffen. Als ältester Sohn soll er das Vermächtnis weiterführen und die Farm übernehmen. Ein Landwirt oder Künstler zu sein sind anscheinend zwei Roadmaps, die sich ausschließen. Tormod sieht seine täglichen Pflichten als Sisyphosisarbeit, als ewigen Kreislauf kleiner Variationen. Die Tiere sollten sie einfach geschlachtet und gegessen werden.“

.

.

Arne Ruset: „Songbok for hesten“ (2017) [„Liederbuch für das Pferd“]

„Haugmann, Dichter dieser Sauerei, führt eine Apfelplantage. Dann wird eine Geisteskrankheit bei ihm diagnostiziert. Beginnend in den 60er Jahren stellt sich die Frage: Ist Haugmann verrückt, oder sein Bruder Karstein, das Pferd Lykke, Nachbarn Rolf Røys und viele mehr?“

.

Thorvald Steen: „Vekten av Snokrystaller“ (2006) [„Warten auf Schneekristalle“]

„Ein bisschen deprimierend, aber gut. Unser 14-jähriger Held macht Skispringen und ist entschlossen, allein zu kämpfen, ohne mit seinen Eltern über die psychischen Belastungen zu sprechen. E-Mails aus der Klinik. Das Umkippen von Leben, Krankheit, Körper und Seele.“

.

Ruth Lillegraven: „Mellom Oss“ (2011) [„Zwischen uns“]

„Herkunft, Verrat und Spannung in der Familiengeschichte. 1972 geht Dreg nach Chile. Welche Folgen hat das Leben in Oslo 1943 für Tonje, 60 Jahre später? Lässt sich das Lügengespinst entwirren? Von Oslo nach Natzweiler, Santiago, Pennsylvania und West-Norwegen. Wie spiegelt das kleine Leben die große Welt? Drei Generationen. Wann ist es zu spät, sich einander zu nähern?“

.

.

Trude Marstein: „Plotselig hore noen apne en dor“ (2000) [„Plötzlich das Geräusch einer sich öffnenden Tür“]

„Alltag einer jungen Mutter und ihrer vierjährigen Tochter Sara, während ihre Mutter eine Masterarbeit schreibt. Eine Hauptfigur, die sehr bewusst und kritisch auf ihre Handlungen blickt und die Notwendigkeit, darüber nachzudenken, was „natürlich“ und „real“ ist (vs. „künstlich“ und „manieriert“) – in der Erziehung von Sara und in Beziehung zu anderen Menschen. Welche Grundlage in der Realität hat das Selbstbild der Protagonistin? Und was sollten wahrscheinlich verärgerte Leser von der Erziehung halten, die Sara bekommt?“

.

Trude Marstein: „Sa mye hadde jeg“ (2018) [„So viel hatte ich“]

„Monika ist 13 Jahre alt und weiß, dass alles, was sie erlebt, einmal zu einer anderen Zeit gehört. Sie ist 27 Jahre alt und Liebhaberin eines älteren Professors. Sie ist 37 Jahre alt und lebt bei Geir, sie haben Maiken, die rhythmisch saugt. Sie ist 46 Jahre alt, hat ein Nebenhaus voller Kriegerhennen und glaubt, dass das Leben aus hoffnungslosen Versuchen besteht, sich zu vereinigen. Sie ist 52 Jahre alt und begegnet dem Gesicht ihrer Mutter im Spiegel über der Gemüsetheke im Supermarkt. Ein Roman über die nie ruhende Sehnsucht nach einem Leben, das reich an Zugehörigkeit, Leidenschaft und Bedeutung ist – aber auch das Gefühl, dass alles ausrutscht, dass nichts hängen bleibt, dass man jemandem zuhören kann oder auch nicht.“

.

Nina Lykke: „Opplosningstendenser“ (2013) [„Verfallserscheinungen“]

„Ein Monolog von unten. Das Leben ist am Nullpunkt, in einem 100-Kronen-pro-Tag-Leben in einem Keller in Oslo, nach der Heirat mit Anders, nach Restaurants, Kreditkarten und der wirtschaftlichen Katastrophe. Vom tiefen Fall aus der höheren Mittelschicht, in die Liv in geboren wurde, wächst eine Burleske: die krumme und dunkle Geschichte des menschlichen Unfalls.“

.

.

Nora Szentiványis: „Leiligheten“ (2016) [„Die Wohnung“]

„In einer kleinen Wohnung in Budapest im Jahr 1970 packt ein junges Paar ihr Leben zusammen. Alles, was sie mitbringen, ist ihr Kleinkind und ein Koffer. Sie fliehen aus ihrem Heimatland Ungarn vor einem System des Terrors. Die Großmutter des Kindes bleibt, allein gelassen. Der Roman ist die Geschichte der Großmutter, erzählt mit Kummer und Abstand vom erwachsenen Enkelkind. Es ist ein Roman über das Leben abseits des Nächsten und über eine Flucht, die immer das Leben derer, die gegangen sind, beeinflussen wird – und desjenigen, der bleibt.“

.

Linn Stromsborg: „Furuset“ (2013)

„Ein gut geschriebenes und leicht zu lesendes Buch, das ein wenig über nichts, aber auch über wichtige Dinge handelt. Ein Roman über einen kleinen Ort am Rande eines riesigen und all die Menschen , die dort leben, Freundschaft und Einsamkeit und den Klang von Musik durch die großen Kopfhörer und davon, einen Schritt zurück zu nehmen, bevor Sie zwei nach vorne machen könnten.“

.

Linn Stromsborg: „Du dor ikke“ (2016) [„Du stirbst nicht“; Fortsetzung von „Furuset“]

„Eva lebt ein relativ normales und gutes Leben: Jobs, eigene Wohnung, neue und alte Freunde und so weiter. Keine Sorge, nach außen. Doch eines Tages, auf dem Badezimmerboden, bekommt sie eine Panikattacke. Menschen sterben die ganze Zeit. Ohne vorherige Ankündigung. In jedem Alter. Also warum nicht Eva? Dann kommt die beste Freundin Miriam aus Paris. Dann sitzen sie auf dem Boden und reden. Dann putzen sie die Wohnung. Dann sitzen sie auf dem neuen Boden. Dann liegen sie im Bett und reden. Wie weiterleben, wenn Sie überzeugt sind, dass Sie sterben werden? Ein sehr kleiner und fast unendlich großer Roman – darüber, wie eine oft unerklärliche und scheinbar grundlose Angst die Menschen beeinflussen kann. Eine Geschichte über das Weiterleben im Kampf. Und, wie Freunde nicht aufhören anzurufen, auch, wenn Sie nie zurückrufen.“

.

.

Ingvar Ambjornsen: „23-Salen“ (1981) [„Schlafsaal 23“?]

„20 chronisch kranke Patienten in einer psychiatrischen Klinik. Das Buch spielt vor einiger Zeit, doch dieselbe Misshandlung und unmenschliche Behandlung findet heute statt – in psychiatrischen Anstalten im ganzen Land. Eine scharfe und harte Darstellung eines versteckten Kapitels der norwegischen Gegenwart.“

.

Pedro Carmona-Alvarez: „Rust“ (2009) [„Ruhe“]

„Es geht um die Band THE WHITE HOUSE, um Kameraden Daniel und Thomas und ihre Beziehung zu Passolini und Miguel Ángel Darío Cortez, der auf dem Höhepunkt seiner musikalischen Laufbahn verschwindet und seine Freunde in einem Vakuum lässt. Die Geschichten reichen zurück bis in die 60er Jahre in Santiago de Chile, zum Militärputsch von 1973; Entführungen von Kleinkindern in Uruguay, Exilräume in Uppsala und Stockholm, Berlin und Barcelona; in die Realität voller Terror und Gewalt, von Verschwinden und Leere und Leid. Ein Roman über Generationen, über Erinnerung und Vermächtnis, Exil, Rache und Nostalgie, aber auch über Liebe, Musik, Erziehung, Einheit und Verwirrung.“

.

Pedro Carmona-Alvarez: „Bergen ungdomsteater“ (2016) [„Jugendtheater Bergen“]

„Der Vater von Marita ist in die Vereinigten Staaten gereist. Die Mutter nimmt das Mädchen von Oslo nach Bergen, um im Sommer 1982 ein neues Leben mit ihrem neuen Freund zu starten. Johannes ist Anwalt und will ein Jugendtheater leiten. Später, in den frühen 90ern, geht Marita zu ihrem Vater nach Kalifornien. Ein Roman über Freundschaft und Liebe und darüber, was dich zu dem macht, der du bist.“

.

.

Jens M. Johansson: „Bryllup og Begravelser“ (2013) [„Hochzeiten und Beerdigungen“]

„Hochzeiten und Beerdigungen. Namenstage, Weihnachtsfeiern und Abendessen am Sonntag. Die Familie ist versammelt und jedes Mal ist es so, als ob die ganze Geschichte erzählt wird. Alle Männer werden geliebt. Die Enttäuschungen, die du trägst. Bestrebungen. Das Geschenk, für das sie nur danke sagen, weil es der Gedanke ist, der zählt. Das Leid, das alles umgibt.  Jens ist erst 22 Jahre alt, als sein Vater an einem Herzinfarkt stirbt. Fast zwanzig Jahre später fällt seine Mutter um. Ihr Gedächtnis ist betroffen. „Ich bin nichts ohne meine Erinnerungen“, sagt sie. Es geht um den Moment, in dem du verstehst, dass du an der Reihe bist, dich um die anderen zu kümmern. Und dann geht es um Jens, Autor und bald vierzig, sehr geliebt und furchtbar ängstlich.“

.

Elin Asbakk Lind: „Punktum midt i en vakker setning“ (2016) [„Interpunktion mitten in einem schönen Satz“]

„Mattias trennt sich und flüchtet spontan zu seiner älteren Großmutter auf einer Insel am Fjord. Er weiß nicht, warum er dorthin geht und war nicht dort, seit er klein war. Auf der Insel stolpert er über Marys eigene Geheimnisse und ihr Trauma. Zusammen lernen Mattias und Mary etwas Wichtiges über Verlust, Vermissen und den Unterschied zwischen Einsamkeit und Alleinsein. Ein schöner und subtiler Roman, wo zwei Leute mit scharlachroten Herzen Schutz in einer norwegischen prächtigen und wilden Nordlandschaft suchen. “

.

Ragnar Hovland: „Ei Vinterreise“ (2001)

„Dies sind zwei Bücher in einem: Eine magische Realismus-Geschichte über einen Priester auf einer Autoreise auf der Suche nach der verlorenen Liebe seines Lebens: Johanna; und ein Tagebuch über die Krebsbehandlung des Autors. Sardonisch, hart, knochentrocken.“

.

.

Espen Haavardsholm: „Tjue“ (2006) [„20“]

„Es ist Oslo Mitte der 60er Jahre, Nils ist 20 Jahre alt und Student. Er wird Marias Freund, doch reist mit dem Rucksack durch Europa. Nils träumt davon, Schriftsteller zu werden und aus dem bürgerlichen Leben auszubrechen. Zakk hat seinerseits das Ziel, „eine Bombe zu zünden, eine Täuschung aufzudecken und die Literatur abzulehnen“. Ein autobiografischer Roman über gewalttätige Träume, Ambitionen und Sehnsüchte.“

.

Espen Haavardsholm: „Til Nuuk“ (2014) [„Nach Norden“]

„Espen reist von Oslo nach Kopenhagen, um seinen alten Freund Klaus und seine Familie zu besuchen. Klaus wird in die Psychiatrie eingeliefert. Klaus‘ Frau Sarah hat die Hoffnung, dass Espen Klaus helfen kann, der versucht hat, sie zu töten. Espen spekuliert viel über den Grund. Was versteckt Klaus und was versteckt Sara? Sara kommt aus Grönland und hat weitere Verwandte in Kopenhagen, darunter auch einige Heroinisten, denen Espen begegnet.“

.

Alf van der Hagen: „Leseren. En Samtale med Henning Hagerup“ (2017) [„Leser. Ein Gespräch mit Henning Hagerup“]

„Henning Hagerup (geb. 1959) gilt als einer der führenden Kritiker und Essayisten seiner Generation. Ein intimes Porträt eines Kritikers und Schriftstellers. Das sind Gespräche, die die Lektüre als Quelle immer größer werdender Vorstellungskraft, Lebensfreude und Empathie im Leben anderer Menschen verraten.“

.

.

Jens Bjorneboe: „Under en hardere Himmel“ (1957) [„Unter einem härteren Himmel“]

wurde das echt nie übersetzt – oder finde ich die deutsche Ausgabe nur nicht? „Eine bewegende Geschichte darüber, wie blinder und missverstandener Idealismus dazu führt, dass Alt und Jung während des zweiten Weltkriegs die falsche Seite wählten. Auch eine scharfe Kritik, wie der norwegische Staat und die norwegische Gesellschaft sie nach dem Krieg behandelten. 92.000 Menschen waren nach dem Krieg von der Gerichtsverhandlung erfasst. 55.000 von ihnen wurden bestraft. Was taten sie? Wer waren sie? Welche Konsequenzen hatte es für sie, verachtet zu werden? Wie objektiv war der Prozess? Jens Bjørneboe folgt in diesem glanzvollen Roman einer Gruppe von einfachen Menschen aus den 30er Jahren bis ins Gefängnis im Jahr 1945.“

.

Dag Solstad: „Roman 1987“ (1987)

„Von Dagningen 1961 nach Lillehammer, als Student und später Dozent für Geschichte, dann sieben Jahre Selbstproletarisierung als Fabrickarbeiter. Am Ende des Romans fragt sich Fjord, ob er seine Illusionen und Visionen verloren hat; er zieht sich in die Privatsphäre zurück. Der Roman ist ein kontinuierlicher Monolog des Erzählers. Der Autor hat das Buch folgendermaßen charakterisiert: „Es ist kein Roman, der etwas spricht, sondern murmelt.».“

.

Dag Solstad: „T Singer“ (1999)

„T SINGER ist eine Übung im Alltäglichen – ein Marathon des Alltäglichen. Diese seltsame Charakterstudie ohne Handlung war eine intensive Lektüre: Die Hauptfigur hat nicht viel Charakter, wenig Energie oder Mut, und er ist leicht beschämt (Kafkas Charaktere kommen mir als Vergleiche in den Sinn). Mehrere Male im Buch fragt Solstad (in der autorenhaften Stimme, metafiktional), warum das Buch eine solche Person ins Zentrum stellt.“

.

.

Mattis Oybo: „Elskere“ (2016) [„Liebhaber“]

„Juli 2011. Mikkel wartet in einem Hotelzimmer in Oslo auf Anna. Seit mehr als einem Jahrzehnt treffen sie sich heimlich, ein paar Stunden an jedem vierten Freitag und kehren dann ins ihre Leben zurück: zu Ehepartner und Kindern. Aber an diesem Freitag erscheint Anna nicht: Im Regierungsgebäude in Oslo wird eine Bombe gezündet. Reichen alle vier Freitage, zehn Jahre lang für zwei Stunden, um die Geschichte eines ganzen Lebens zu erzählen? Ein Roman über Trauer im Schatten einer nationalen Trauer. Über die Freude, im Verborgenen zu leben. Und über die Konsequenzen für Sie und andere.“

.

Brynjulf Jung Tjonn: „Alt det lyse og alt det morke“ (2017) [„All das Licht und all das Dunkle“]

„Vibeke lebt in der Anstalt. Sie hat die Vorhänge zugezogen. Sie mag den Blick auf den Wald nicht. Eines Tages kommt ihre Tochter zu Besuch: Mutter und Tochter haben sich nicht mehr gesehen, seit Hildegunn sechs Jahre alt war. Die Tochter ist jetzt erwachsen geworden. Vibeke hat entschieden, dass diesmal alles anders sein wird. Ein bisschen Licht und viel Dunkelheit in diesem Roman. Spannende Perspektive , in der alles aus Sicht des Kindes geschieht und wir aus ihren Gedanken, Überzeugungen und Phantasien auf die Fakten schließen müssen.“

.

Brynjulf Jung Tjonn: „Lyden av noen som dor“ (2008) [„Der Klang von jemandem, der stirbt“]

„Ein intensiver, brutaler und poetischer Roman über etwas, das nie passieren sollte, aber immer noch überall passieren kann. Clemence wuchs auf der Familienfarm auf, einem abgelegenen Ort entlang von Fjorden und Bergen, und aus seiner Sicht lernen wir eine dysfunktionale Familie kennen. Zusammen mit den Hauptfiguren verlieren wir unser Konzept von Zeit und Ort und lösen uns langsam von der Realität: Der Autor hat einen fast poetischen Stil in der Art, wie er die alltäglichsten Dinge bis ins groteskeste Detail beschreibt, während wir nicht immer alle Informationen bekommen, die wir wollen.“

.

.

Rune Christiansen: „Ensomheten i Lydia Ernemans liv“ (2014) [„Einsamkeit in Lydia Ernemanns Leben“]

„Lydia Erneman wuchs als Einzelkind auf einem kleinen Bauernhof im nördlichen Jämtland auf. Sie wird Tierärztin aus und zieht nach einigen Jahren in Skåne in eine kleine Siedlung. Wir folgen Lydia in ihrer Arbeit als Tierärztin, die den wechselnden Jahreszeiten und den Routinen des Lebens folgt. Der Kontakt mit den Eltern ist sporadisch. Ein bemerkenswerter, nostalgischer und vertraulicher Roman, geschrieben in einer konsistenten, bewegenden und außerordentlich reichen Sprache.“

.

Nils-Oivind Haagensen: „Er hun din?“ (2016) [„Ist das deine?“]

„Es ist Sommer und Are wird zu einem Freund zum Geburtstag eingeladen, in ein Sommerhaus auf einer Insel. Dort ist die sechsjährige Eira, die beginnt, Are Fragen zu stellen. Die Gespräche öffnen Räume, die Are schon lange geschlossen hat: Die Geschichte seines Kindes, das nie geboren wurde. Die Geschichte der Liebe, die nicht fortgesetzt werden konnte. Die Party der Erwachsenen dauert mehrere feuchte Tage, bis plötzlich ein Unfall eintritt und Are die Insel in Eile verlassen muss. Er trägt nicht einmal seine Schuhe. Ein heller, warmer und schöner Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft.“

.

Heidi Linde: „Talte Dager“ (2017) [„Gesprochene Tage“]

[Mainstream-Roman, der vielen zu flach ist.] „Karin verliert ihre jugendliche Tochter Kaja – ohne zu wissen, dass die hässlichen Worte, die zwischen ihnen liegen, die allerletzten sein werden. Vier letzte Tage durch eine Vielzahl von Geschichten und Schicksalen: Der junge Arzt Jonas. Studentin Ingeborg, die über das Gefängnisleben forscht. Das junge Mädchen, das endlich den leiblichen Vater gefunden hat und merkt, dass er keine Lust hat, gefunden zu werden. Ein Buch der Güte und Unerbittlichkeit in den Beziehungen, auf die wir bauen, und darüber, wie kleine Dinge unvorstellbare Konsequenzen haben können.“

.

.

Lars Petter Sveen: „Eg kjem tilbake“ (2011) [„Ich werde zurück sein“ / „I’ll be back“]

„In einer Sommernacht hatte der Himmel Streifen, und er saß am Fenster und sah sie durch das Gras kommen. Der Vater stand draußen, die Waffe lag auf dem Schrank oben an der Tür. Ein Roman, der sich von denen der norwegischen zeitgenössischen Prosa unterscheidet: eine actiongeladene Geschichte, die gleichzeitig gruselig und schön, brutal und schwierig; und durch die poetische und effektive Sprache vor allem ein treibendes und spannendes Buch.“

.

Lars Petter Sveen: „Fem Stjerner“ (2017) [„Fünf Sterne“]

„Fünf junge Menschen fliehen: Aisha und Said sind Kindersoldaten, schaffen es aber aus dem Lager außerhalb von Mogadischu in Somalia zu entkommen. Später treffen sie die Isir, Aaliyah und Khadar. Sie versuchen, nach Europa zu kommen und beginnen eine Reise, die sie von den Zelten der Flüchtlingslager zu Truckern durch die Wüste, von brutaler Gefangenschaft zu den Wellen des Mittelmeers führt.“

.

Eivind Hofstad Evjemo: „Det siste du skal er et ansikt av kjaerlighet“ (2012) [„Das letzte, was zu sehen ist, ist ein Gesicht der Liebe“]

„Das Buch beschreibt fast eine ganze Gesellschaft. Sogar der Boden einer Turnhalle hat ein eigenes kleines Kapitel. Im Wesentlichen haben wir eine Familie, mit Vater Roy, Sohn Aksel und Kjersti, die behinderten Schülern assistiert. Wir folgen ihrem täglichen Leben und seinem unauffälligen Drama. Vater Roy erreicht seine beiden Kinder weder emotional noch sozial. Kjersti versucht, eine Art von Romantik mit dem Taxifahrer Morgan zu initiieren. Es geht um die Träume, die du an einem Ort hast, an dem alles weit weg zu sein scheint. Fast alle tauchen auf und beschreiben Teile ihres Lebens. Der Busfahrer, der Fahrlehrer, die Krankenschwester, der Schulleiter, die Schüler und sogar der Kronprinz. Insgesamt wird ein scharfer sozialer Überblick gemacht. Die soziale Hierarchie, erforscht in einer beladenen und sinnlichen Sprache.“

.

.

Marit Eikemo: „Mellom oss sagt“ (2006) [„Unter uns gesagt“]

„Die Studienzeit ist vorbei und die Gemeinschaft zerbröckelt. Durch Regines Job als Staatsanwalt in Aetat bekommen wir Einblick in das Leben und die Talente der Menge, die ihn täglich umgibt. Die Absurditäten des Lebens sind klar. Eine witzige und scharfe, tragische und schmerzhafte Darstellung von Freundschaft und Einsamkeit und von der Klaustrophobie der Gemeinschaft.“

.

Jan Roar Leikvoll: „Eit Vintereventyr“ (2008) [„Ein Winterabenteuer“]

„Ein Arbeitslager: Im brutalen und grausamen Nachtleben sehnt sich die Hauptfigur danach, geliebt zu werden. Eine Geschichte von Wahnsinn und Abgrund, aber auch von Liebe und Sehnsucht. Eine angespannte Dynamik in diesem dunklen Roman. “

.

Peter Franziskus Strassegger: „Stasia“ (2012)

„Ein Buch über ein Tagelöhner-Paar und ihre beiden Kinder Stasia (15) und Armin (9), die an die deutsche Grenze reisen, um ein Haus zu bauen. Ein Roman über Kindheit und Vernachlässigung, Nostalgie und alte Kindheitsängste. Wie eine langsame Kaskade aus mildem psychologischen Horror.“

.

.

Margaret Skjelbret: „Du skal elske lyset“ (2011) [„Du liebst das Licht“]

„Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Trauer, die Trauer eines Kindes über einen toten Vater, eine Trauer, die so tief und allumfassend ist, dass sie ein ganzes Leben belastet. Eine streng religiöse Gemeinde. Alva ist acht Jahre alt. Der glückliche Vater ist tot, und ihre Mutter zieht mit Alva und Schwester zurück in ihr Elternhaus, das sie verlassen musste, als sie nicht kirchlich heiratete. Alva begegnet einer Welt, die von strenger Gottesfurcht, von Verbot und Verzweiflung geprägt ist. Und von vielen Geheimnissen.“

.

Stig Holmas: „Regn“ (2008)

„Zwei Brüder wachsen in Bergen in den 1950er Jahren auf. Der Vater ist Meteorologe und sie können seine Stimme nur im Radio hören. Dann schlagen die Unfälle zu. Dies ist eine Geschichte der Unschuld und des Desasters, über brüderliche Liebe, gebrochene Träume und vorsichtige Hoffnung.“

.

Mirjam Kristensen: „Jeg har ventet par deg“ (2014) [„Ich habe auf dich gewartet“]

„1942. Die Schwestern Paula, Matilde, Edit und Milly Olsen wachsen auf einer kleinen Insel an der Südküste auf. Im Nachbarhaus lebt die Familie Didrikson im Ruhestand; und eines Tages kommt ein Ehepaar mit dem Pflegesohn David an. Er ist ein jüdischer Flüchtling. David und Paula treffen sich jede Nacht im alten englischen Garten der Insel. Bis zum Tag, als die kleine Milly auf dem jährlichen Sommerausflug ertrinkt. Kurz darauf beginnt die Verfolgung der norwegischen Juden und David verschwindet aus Paulas Leben. Viele Jahre später wird Anna Vårø Erbin der grandiosen Paula Therese Olsen. Anna fängt an, Paulas alte Tagebücher zu lesen. Was geschah, dass Tante Paulas Leben zu dem wurde, was es wurde?“

.

.

Lars Amund Vaage: „Syngja“ (2012)

„Als junger Mann arbeitet er als Busfahrer und träumt vom Schreiben. Eines Tages steigt ein Mädchen in den Bus. Jetzt ist er ein etablierter Schriftsteller; Kann er jemals den Roman über sie schreiben? Ein Buch, schön und zum Nachdenken anregend, nackt und offen, über das Leben mit einer Tochter mit Autismus. Der Roman ist ein Versuch, ihre Geschichte zu schreiben. Es geht darum, wie schwierig, aber auch wichtig es ist, jemanden zu verstehen, der nicht leicht zu verstehen ist.“

.

Marita Hansen: „Og hver morgen vakner jeg“ (2016) [„Und jeden Morgen wache ich auf“]

„Im Frühsommer 2013 wird sich Marita Vidar treffen. Sie bekommen 231 Tage zusammen bevor er plötzlich und unerwartet in ihren Armen stirbt. Er existiert nicht mehr. Das Buch sagt dir, wie unmöglich es ist zu verstehen, dass der, den du liebst, weg ist. Ein Buch über das Weitergehen nach dem Undenkbarsten.“

.

Gunnhild Corwin: „Idas Dans“ (2005) [„Idas Tanz“]

„Eine junge Frau, 18 Jahre alt, bei der akute Leukämie diagnostiziert wird. Ihre Mutter hat das Buch geschrieben, das die 14 Monate ihrer Krankheit bis zum Tod erzählt, und ihre drei älteren Schwestern, ihren Bruder, ihren Freund und ihre anderen Freunde zeigt, basierend auf Tagebüchern und Briefen.“

.

.

Trude Lorentzen: „Mysteriet Mamma“ (2013)

„Dies ist die Geschichte von Mia. Eine glückliche Frau wurde so plötzlich und unerklärlich psychisch krank und beging Selbstmord, als Trude 15 Jahre alt war. Jetzt ist Trude erwachsen und selbst Mutter. Kann sie jetzt mehr verstehen? Die Liebeserklärung einer Tochter an eine Mutter, die es versäumt hat zu leben.“

.

Levi Henriksen: „Her Hos de Levende“ (2017) [„Her mit den Lebenden“]

„Das Haus, das Hermann Henriksen mit eigenen Händen baute, wurde verkauft und muss abgerissen werden. Hermann, der jahrelang im Wald gearbeitet hat. Wer war er wirklich? Hermanns Sohn hat das alte und verlassene Haus betreten. Er weiß wenig über die Erziehung und die dunkle Vergangenheit des Vaters. Mit zwei alten Landschaftsbildern und einem späten siebten Sinn versucht er, den Bruch des Lebens seines Vaters zu kleben. Ein Roman über geliehene Sprungski, gestohlene Angelruten und warme Hände.“

.

Tiger Garté: „Fluglehotellet“ (2012) [„Vogelhotel“]

„Nach einem langen und schweren Leben als Arbeiter in der Aluminiumfabrik stirbt Bår Meldal. Fünf Jahre später kehrt der Enkel Tor nach Øra zurück, um dort einen Sommerjob zu machen und bei Oma Lilly, Witwe von Bår, zu leben. Tor sitzt mit dem Gefühl, dass er den Großvater nie richtig kennen gelernt hat. Tor muss kämpfen, um mit der rauen Umgebung fertig zu werden. Zur gleichen Zeit schaffen die Geschichten zu Bårs ehemaligen Kollegen und Freunden ein immer komplexeres Bild des Großvaters. Ein Bild, auf das sich Tor allmählich beziehen muss, obwohl er nicht immer mag, was er sieht. Der Roman basiert auf den eigenen Erfahrungen des Autors.“

.

.

Ivo de Figueiredo: „En freemmed ved mitt bord“ (2016) [„Ein Fremder an meinem Tisch“]

„“Wo beginnt die Geschichte des Vaters?“ Ivo de Figueiredo fragt mit 45 Jahren nach einer unbekannten Familiengeschichte auf vier Kontinenten: in fünf Jahrhunderte kommen und vergehen Imperien. Die Familie des Vaters wanderte von der portugiesischen Kolonie Goa an der Westküste Indiens nach Britisch-Ostafrika aus. Sie waren Inder mit europäischen Gewohnheiten und Werten. Als das Empire zusammenbrach, mussten sie sich weiter nach Westen kämpfen. Einige kamen in die Vereinigten Staaten und England, doch einer endete in Bamble, an der Küste von Telemark in Norwegen. Die Geschichte einer Familie, die niemals verloren geht, sondern sich immer wieder findet.“

.

Trude Teige: „Mormor danset I regnet“ (2015) [„Großmutter tanzte im Regen“]

„Juni hat das Haus der Großeltern geerbt und kehrt auf die Insel zurück, auf der sie aufwuchs. Beim Hausputz findet sie ein Bild der Großmutter mit einem deutschen Soldaten und einen Brief von 1946 mit deutschen Poststempel. Juni ist völlig unbekannt, dass die Großmutter kurz nach dem Krieg in Deutschland war und sie beschließt, zu recherchieren. Schließlich versteht Jun, dass das Geheimnis der Großmutter nichts anderes ist, als dass sie ein deutsches Mädchen war.“

.

Thorvald Steen: „Det hvite Badehuset“ (2017) [„Das weiße Badehaus“]

„Im Dezember ruft eine unbekannten Frau an und sagt, sie sei seine Cousine. Die Familie wurde noch nie erwähnt. Jetzt entdeckt er neue Wahrheiten und Verwandte, und mit ihnen erscheinen schwierige Fragen. Er lebt mit einer Erbkrankheit und nutzt einen Rollstuhl. Ist die Geheimhaltung in der Familie mit dem Chromosomenfehler verbunden, den er erbte? Thorvald Steen geht dort hinein, wo es brennt. Der Roman ist eine tiefgründige und bewegende Geschichte über Herkunft, Scham, Verzweiflung und die Kosten, ehrlich zu sein.“

.

.

Ida Jackson: „Morfar, Hitler og jeg“ (2014) [„Opa, Hitler und ich“]

„Ida Jackson ist Enkelin von Per Pedersen Tjøstland – SS-Mann, Frontkämpfer und Redakteur der nationalsozialistischen Wochenzeitung Germananen. Durch Zufall erfuhr sie vom Hintergrund des Großvaters erfahren – und musste ihre Familie und sich selbst in einem ganz neuen Licht sehen musste. Sie erlaubt dem Leser eine Reise ins ideologische Universum der germanischen SS Norwegen, der vielleicht extremsten Organisation in Norwegens Geschichte. Sie nutzt die Begegnung mit dem Extremismus der Vergangenheit, um extreme Strömungen heute zu verstehen“

.

Marte Michelet: „Den storste Forbrytelsen“ (1947) [„Das größte Verbrechen: Opfer und Täter im norwegischen Holocaust“]

„Eine schockierende Geschichte über Frontkämpfer, die Staatspolizei und die Nazi-Bürokraten, die den Völkermord in Norwegen erlaubten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam das junge jüdische Ehepaar Benzel und Sara Braude nach Kristiania. An einem anderen Rand der Stadt wird Stian Bech jr. erwachsen. Er ist der Sohn eines antisemitischen Obersten Richters und kämpft darum, den Erwartungen gerecht zu werden. Der Krieg gibt Bech jr. neue Möglichkeiten. Wer wollte die Juden in Norwegen auslöschen? Warum und wie könnte dieses Verbrechen passieren? Marte Michelets sorgfältige Überprüfung des norwegischen und deutschen Archivmaterials zeigt eine schockierende Geschichte und zugleich ein lebendiges Bild des jüdischen Lebens in Norwegen zwischen den Kriegen und in den tödlichen Besatzungsjahren.“

.

Simon Stranger: „Leksikon om lys og morke“ (2018) [„Lexikon über Hell und Dunkel“]

„Was machte den bescheidenen Schustersohn Henry Rinnan zu einem der härtesten Faschisten Norwegens? Und warum sollte eine jüdische Familie nach dem Krieg in das Rinnan-Hauptquartier ziehen: ins Haus, das als Symbol des Bösen stand? Als Simon Stranger erfährt, dass die Familie seiner Frau in jenem Haus lebte, beginnt er in der Geschichte zu graben. Stranger stellt Stücke zusammen, die sich über ein Jahrhundert erstrecken und die schönsten und verletzlichsten Seiten des menschlichen Lebens berühren.“

.

.

Sumaya Jirde Ali: „Ikkje ver redd sanne som meg“ (2018) [„Hab keine Angst vor mir wie ich“]

„Ich war dreizehn Jahre alt und entkam nicht dem Politischen. Ich trug es mit mir.“ Sumaya Jirde Ali kam als Kind nach Bodø. Am 22. Juli 2011 wurde sie in Oslo von dem Angriff betroffen: ihre eigene Identität und Zugehörigkeit. Wir bekommen auch einen Einblick in das, was wir tun, um dem Hass entgegenzuwirken.“

.

Camara Lundestad Joof: „Eg snakkar om det heile tida“ (2018) [„Ich rede die ganze Zeit darüber“]

„Camara Lundestad Joof ist in Norwegen geboren, mit norwegischer Mutter und gambischem Vater. Das Buch zeigt den Rassismus, den Sie weiterhin erlebt, der ihre Tage infiziert und immer mitgedacht werden muss.“

.

Marte Spurkland: „Klassen – fortellinger fra et skolear“ (2017)

„Während des Schuljahres 2016/17 hat die Journalistin und Schriftstellerin Marte Spurkland sieben Schüler*innen und ihre Lehrer*innen in der dritten Klasse der Sekundarstufe II begleitet. Die Schüler haben keine findigen Eltern, die die Probleme für sie lösen. Sie kämpfen darum, in etwas im Leben einsteigen. Holen sich das Zertifikat, das Ticket in die Zukunft. Was gewinnen wir als Gesellschaft, in der mehr Menschen den richtigen Weg gehen?“

.

.

Anette Trettebergstuen, Bard Nylund:  „Homo“ (2017)

„Informativ und gut, aber generell „nur“ Mittelmaß: Wenn Sie ein Lern- und Spaßbuch über Queerness suchen, lesen Sie es. Mit Texten von u.a. unter anderem Nils Bech, Jens Stoltenberg, Knut Anders Sorum, Linn Skåber.“

.

Line Baugsto: „Vi skulle vaert lover“ (2018) [„Wir hätten Löwen sein sollen“]

„Ein neues Mädchen in der Klasse! Malin ist aufgeregt. Vielleicht ist es eine neue beste Freundin? Doch das neue Mädchen ist sehr schüchtern: Leona ist nicht einfach zu erreichen. Es stellt sich heraus, dass sie ein Geheimnis versteckt, ein Geheimnis, das in der Garderobe des Turniers brutal offenbart wird. Leona [ist trans]. Dann bekommt Malin eine neue Herausforderung: Ist sie mutig genug, um Leona zu verteidigen?“ [Hm. Klingt von oben herab & nicht sehr empowernd. Bleibt Leona Nebenfigur ihrer eigenen Geschichte?]

.

Monica Flatabo: „En sann jente“ (2017) [„So ein Mädchen“]

„Andrea Voll Voldum ist bewusstlos und wird von drei Männern weg getragen. Sie sagt, sie wurde stundenlang vergewaltigt. Mit Erfahrung und Hingabe erzählt Monica Flatabø eine erschütternde Geschichte über Vergewaltigungen im heutigen Norwegen. Warum gibt es so viele Jugendliche, die nicht wissen, was Vergewaltigung ist? Wie sprechen wir mit unseren Söhnen über Sex? Und warum ist Vergewaltigung immer noch ein großes soziales Problem in einem gleichwertigen und zivilisierten Land wie Norwegen?“

.

.

Madeleine Schultz, Marta Breen, Jenny Jordahl: „F-Ordet“ (2015) [„Das F-Wort. 155 Gründe, Feminist*in zu werden“]

„Eine neue feministische Welle ist über uns! Gute Tipps, wie Sie typische Argumente und Klischees in der Debatte über Geschlechtergleichheit begegnen können. Das „F-Wort“ ist ein lustiges und politisches Selbsthilfebuch für diejenigen, die sich fragen, ob Sie Feministin sind oder nur bestätigen wollen, dass Sie Recht haben.“

.

Tengehanne, Jostein Larsen: „Lykke til!“ (2017) [„Viel Glück! 52 Dinge, die du leider benötigst.“]

„Dein Leben wird aus einer endlosen Anzahl von Überraschungen bestehen. Selbst hier in einem der besten Länder der Welt wirst du Herausforderungen meistern. Du wirst deine Eltern enttäuschen. Aber nimm es leicht! Das ist in Ordnung! Hier sind 52 Dinge, die du erkennen und über die du lachen kannst. Passt gut als leichtes Geschenk für 18-jährige.“

.

Janne S. Drangsholt: „Winterkrigen“ (2018) [„Der Winterkrieg“]

[Band 3 einer Serie] „Ingrid Winters Alltag ist wie immer von Herausforderungen geprägt. Bei der Arbeit: offene Bürolandschaften mit Clean-Desk-Politik und neuen synergiebildenden Formen des Teamworks, im Gegensatz zu Ingrids Traum vom Professortitel und Sabbatjahr. Zu Hause hat Ingrid Sorgen über Tochter Alva, die auf dem Fußballplatz in die falsche Richtung läuft und in der Klasse schikaniert wird. Zu Weihnachten sind Eltern und Schwiegereltern eingeladen.“

.

.

Lene Wold: „Aere vaere mine dotre“ (2017) [„Ehre sei meinen Töchtern“]

„Ehrenmorde aus der Perspektive des Mannes. In den letzten drei Jahren verbrachte Lene Wold viel Zeit in Jordanien mit einem Vater, der sowohl seine Mutter als auch eine seiner beiden Töchter getötet hat, um die Familienehre wiederherzustellen. Wold hat mit der zweiten überlebenden Tochter gesprochen, die mehrere Jahre im Gefängnis war, zur Strafe für einen Mordversuch, mit dem sie sich vor ihrer Familie schützen wollte. Eine erschütternde Geschichte darüber, was einen Vater dazu bringt, gemeinschaftliche Werte vor das Leben der eigenen Kinder zu stellen.“

.

Kristine Storli Henningsen: „Antisuper“ (2015)

„Beruhigender Spaß. Niemand ist die ganze Zeit glücklich. Die Autorin erreichte mit dem Blog Antisupermamma ein großes Publikum. Doch sie war anti-super, lange bevor sie drei Kinder in drei Jahren bekam. In ihrer ersten Ehe versuchte sie, einen Drogenabhängigen zu erfreuen. Als sie wieder heiratete, kam sie zu spät zur Hochzeitszeremonie. Kristine ist ausgebildete Figurentherapeutin und vertieft sich in den Perfektionismus der Moderne. Sie gibt uns eine neue Sicht dessen, was erstrebenswert ist. Nach dem Lesen dieses Buches fühlt es sich großartig an, ein gewöhnlicher Mensch zu sein.“

.

Helene Uri: „Hvem sa hva?“ (2018) [„Wer hat was gesagt?“]

„Er sät wie ein Mädchen. Sie hat Haare auf ihrer Brust. Er fährt wie eine Kutsche, und es ist Zeit, dass sie sich aufregt. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Helene Uri mit Sprache und Geschlecht. Sind Frauen in ihrer Sprache indirekter? Sie hat auch Gesprächen im Bus und auf der Party gehört, sie hat die Redezeit gemessen. Ein Buch darüber, wie Sprache die Realität spricht, aber auch wie sie sich formt.“

.

.

Karin Fossum: „De Gales Hus“ (1999)

„Hajna ist eine sehr junge und elende Frau. Sie rennt durch ein Fenster und möchte sich umbringen, aber sie scheitert und überlebt. Eine schöne und genaue Wiedergabe davon, wie man in einer psychiatrischen Abteilung in Norwegen lebt.“

.

Anja H. Hagelund: „Med himmelen under oss“ (2015) [„Mit dem Himmel unter uns“]

„Ein kurzer Roman über Verletzlichkeit, Beziehungen zu anderen Menschen und grüne Turnschuhe. Erika, 25, geht gern mittwochs in die Bibliothek. Es geht auch um Ole, der an einem Ort arbeitet, an dem „niemand wirklich sein will“. Erika hat Zwangshandlungen. Dies ist kein trauriges Buch: Sie können Humor finden und Tragikomik. Ein kleines Juwel von zwei verschiedenen Menschen, die ihr Leben nicht komplett in Ordnung bringen und sich in ihrer Andersartigkeit wiederfinden. Voller Wärme und Humor. Doch die Sprache hätte von einem besseren Lektorat profitiert.“

.

Kristine Getz: „Hvis jeg forsvinner, ser du meg da?“ (2012) [„Wenn ich verschwinde, siehst du mich dann?“]

„Eine gut geschriebene Darstellung des Kampfes einer Frau mit ihrer Essstörung. Es war schwierig, das Buch wegzulegen, die Ehrlichkeit des Autors schafft das Gefühl, dass du bei ihr bist: Bei meiner Essstörung ging es nicht darum, im Restaurant einen Salat zu bestellen. Es ging nicht darum, ein kleines Stück Kuchen auf einer Geburtstagsparty zu essen, ein schlechtes Gewissen zu bekommen, sich ins Badezimmer zu schleichen. Unter dem Bedürfnis nach Kontrolle war Angst, Scham, Wertlosigkeit, Verzweiflung. Die Magersucht war bösartig, kalt und unbeschreiblich einsam. Und weil sie mich beherrschte, in mir lebte, brachte sie mich dazu, böse, verzweifelte Dinge zu tun.“

.

.

Ingeborg Senneset: „Anorektisk“ (2017)

„Ehrliche, gnadenlose und originelle Darstellung aus dem Inneren der Magersucht. Geschrieben über drei Jahre, durch eine langsame Genesung, von einer Autorin in der einzigartigen Dreifachrolle Patientin, Journalistin und Krankenschwester. Wie erlebt die norwegische Psychiatrie einen Patienten mit Anorexie und Zwangsstörungen? Welche Spiele werden in einem Menschen gespielt, der eine Krankheit beenden wird, die seit ihrer Kindheit sowohl lebensrettend als auch lebensbedrohlich ist? Dieses Buch ist garantiert frei von Romantik.“

.

Lotta Elstad: „Et eget Rom“ (2014) [„A Room of One’s own“]

„Eine feministische Satire über Geld, Titten und Professur. Anna Louisa Germaine Millisdotter, 70, lebt in einer großzügigen Wohnung und schläft seit 15 Jahren. Bis sie am 7. Dezember 2013 aufwacht und sich erinnert, dass die Welt sie braucht. Ein modernes satirisches Kammerspiel mit Platz für Bitcoins und Pussy Riot. Lotta Elstad ist vielleicht Norwegens wichtigste Satirikerin.“

.

Lotta Elstad: „Je nekter a tenke“ (2017) [„Ich weigere mich, zu denken“]

„Lotta Elstads neuer Roman enthält den gleichen scharfen und intelligenten Humor wie ihre früheren Bücher. Wir treffen Hedda Møller nach einem traumatischen Flug: ein krisengeschütteltes Europa mit Zug und Bus, dreckige Zimmer in Hostels und ein One-Night-Stand in Berlin. Wieder zu Hause entdeckt sie eine ungewollte Schwangerschaft. Es sollte leicht sein, etwas dagegen zu tun. Ist es aber nicht. Eine schwarze, feministische zeitgenössische Komödie über Politik, Liebe und die Abgründe von Nähe.  Der Frauenkörper steht immer am Verhandlungstisch. Vor einer Abtreibung sind drei Tage Bedenkzeit vorgeschrieben. Hedda weigert sich, zu denken.“

.

.

Ilona Wisniewska: „Hen“ (2016) [„Im Norden von Norwegen“]

„Nordnorwegens raues Klima, eine Handvoll Menschen, Tausende von Rentieren, eisiges Meer und Wind. Für die Helden dieses Buches ist Finnmark, die seit Jahrhunderten mit Ultima Thule identifizierte Region, das Zentrum der Welt und eine unendliche Geschichte. Finnmark ist das Ende. Es spielt keine Rolle, wo du hinschaust, denn es wird immer noch weit weg sein. Das Wort „Hen“ auf Norwegisch bezieht sich auf die Entfernung, es kann „auf der anderen Seite des Globus“ bedeuten und „gleich um die Ecke“. Hen ist gleichzeitig weit und nah. Es ist auch eine Geschichte über die Samen, die lange Zeit vom norwegischen Staat als Fremdkörper behandelt wurden.“

.

Emil Andre Erstad: „Farvel, Syria“ (2016) [„Auf Wiedersehen, Syrien. Wenn ein Volk flieht.“]

„Norwegen hat beschlossen, dass wir für die nächsten drei Jahre 8000 Quotenflüchtlinge erhalten werden. Darüber hinaus kommen tausende andere Flüchtlinge alleine hierher. Was ist der Unterschied zwischen ihnen und Frauen, denen wir helfen müssen? Das Buch erklärt, warum die Gesellschaft für Flüchtlinge aufstehen muss, liefert gute Analysen und Erklärungen und der Autor gibt einen Einblick in eine bestimmte Flüchtlingspolitik für Norwegen und Verda.“ [Ich hoffe, die „Was ist der Unterschied?“-Frage im Klappentext ist rhetorisch gemeint und das Buch ist kein rechter Wir-können-nicht-allen-helfen-Müll, der das „Wirtschaftsflüchtlinge können ruhig sterben“-Narrativ stützt.]

.

Simen Ekern: „Europere“ (2015) [„Europäer“]

„Gut geschriebenes, leicht lesbares und interessantes Buch über die Krisen der letzten Jahre in Europa. Als Simen Ekern Ende der 1990er Jahre als Austauschstudent nach Brüssel zog, war die Stimmung optimistisch. Die „Erasmus-Generation“ sollte ein neues Europa schaffen, in dem nationale Unterschiede weniger wichtig sind als die Idee einer harmonischen europäischen Zukunft. Als er zehn Jahre später als Journalist in die EU-Hauptstadt zurückkehrte hat die schwierige wirtschaftliche Situation politischen Unternehmern mit sehr unterschiedlichen ideologischen Projekten viel Raum gelassen. Ekern führt den Leser zu italienischen Populisten, schottischen Separatisten und ungarischen Extremisten. Er spricht mit Brüsseler Bürokraten, französischen Patrioten – und einem griechischen Krimiautor. Der Kampf um Europas Zukunft ist intensiv, einschüchternd und unterhaltsam, und in diesem Buch treffen wir die Hauptfiguren.“

.

.

Monika Steinholm: „Naermere kommer vi ikke“ (2016) [„Näher kommen wir nicht“]

„Jens hat Angst vor vielen Dingen. Er hat Angst, sich zu outen, Angst vor Wasser und Angst vor Blut. Edor hat vor nichts Angst. Er ist mit Beate zusammen, trainiert neue Eisbahnen, badet im Meer, schwimmt weiter hinaus, als er sollte. Edor badet nackt mit Celia, es ist ihm egal. Er klickt mit Mariell im Tiefkühlraum von Burger King, es macht einfach Spaß. Edor trifft Jens und fühlt, dass Jens cool ist, weil er ein Motorrad hat und Edor will hinterher sitzen. Edor braucht keinen Helm, er hat keine Angst zu sterben. Es gibt nur eine Sache, vor der er Angst hat, und so schafft Jens es, in seinem Bauch zu zerbröseln.“

.

Monika Steinholm: „Fuck Verden“ (2015) [„Fick die Welt!“]

„Gunn ist gerade mit ihrer Mutter nach Tromsø gezogen. Die Mutter sitzt normalerweise drinnen und redet mit Fremden im Telefon. Gunn fährt einen Traktor herum. In der roten Abendtasche ihrer Großmutter findet sie ein Bild eines jungen Mannes. Sie sollte fragen, wer er ist. Niklas fehlt ein Gegenmittel. Ein Gegenmittel gegen den Drang, auf Facebook zu sitzen und die Bilder der Ex zu sehen. Ein Psychologe könnte etwas für Niklas tun, doch davon hält er nichts. Freundschaft, Mutter-Tochter-Beziehung, Suche nach der Herkunft und Versöhnung.“

.

Monika Steinholm: „Under snoen“ (2017) [„Unter dem Schnee“]

[Band 3 und, scheint mir, der erste Band, für den man Vorwissen braucht.] „Es ist bald Weihnachten. Gunn hat beschlossen, keinen Kontakt zu ihrem Vater zu haben. Das wird schwierig, als er unerwartet an der Tür erscheint. Edor ist nach Brighton gereist, arbeitet bei Burger King und kann genau tun, was er will. Aber was will er? Jens versucht wieder, die Liebe zu finden, doch seine Gedanken fließen immer wieder zu Edor zurück. Es schneit viel. Im Radio empfehlen sie, dass jeder drinnen bleibt.“

.

.

Camilla Sandmo: „Kan vi bare late som“ (2017) [„Können wir nur so tun?“]

„Wenn Emma nicht davon träumt, eine berühmte Bloggerin zu werden, macht sie Eistkunstlauf. Jossi betreibt Hockey und ist hauptsächlich damit beschäftigt, Spaß auf dem Eis zu haben. Nach einer Wette entwickelt sich langsam eine Freundschaft zwischen den beiden. Aber in Jossis Welt ist nicht alles vorhanden. Tolles Buch über Schulstress und Liebe. Die Geschichte handelt von einer lesbischen Beziehung. Es ist erfrischend, nicht „Bin ich eine Lesbe?“-, „Ich bin verwirrt, bin ich verrückt?“-Monologe in der Geschichte zu finden. Emma verliebt sich und so ist es.“

.

Lisa Forfang Grimnes: „Kaoshjerte“ (2014) [„Chaosherz“]

„Minja ist sechzehn Jahre alt und erwacht ohne Erinnerung. Sie träumt von Händen, die sie in den Sumpf ziehen und einem Mann, der so schön ist wie die Unterwelt selbst – und plötzlich erinnert sie sich an den daran Preis, ihre verbotene Großmutter diesen Sommer zu besuchen: den besten Freund Joseph für immer und ewig zu verlieren. Eine Geschichte, die zwischen Realität und Mystik balanciert, über Freundschaft, Verwurzelung und Selbstvertrauen.“

.

Elisabeth Ovreberg: „Blodets Galskap“ (2015) [„Der Wahnsinn des Blutes“]

„Ein brandneues Konzept, bei dem keine Brutalität verschont bleibt. Aber das Buch ist nicht frei von Klischees, und das zieht meine Sterne herunter. Insta-Liebe und, dass jeder so schön ist: Krieger Eskil gewinnt unerwartet seine Freiheit unter einer Bedingung. Er muss auf die entlegene Insel Gaptul gehen, damit er sich nicht an dem Urgroßvater rächen kann, der ihn als Gladiator gefangen hielt. Eskil will die Abkürzung über den Berg zu nehmen,. Hier trifft er die Nachtjäger aus einer isolierten Gesellschaft, in der sich die Bewohner ganz anders als gewöhnliche Menschen entwickelt haben. In der vielleicht gefürchtetsten Schlacht in der nordischen Region erkennt er, dass seine enormen Kräfte knapp werden.“

.

.

Stig Beite Loken: „Drommelinsene“ (2018) [„Traum-Objektive“]

„Ein unterhaltsamer und nachdenklich stimmender Roman über eine Zukunft, in der sich die Menschen im technologischen Traum verlieren. Immobilienmakler Jonas Høller will einen virtuellen Ausblick haben, um ein Haus in Stavanger zu verkaufen. In der Show trifft er eine Frau. Um herauszufinden, wer Mathilde ist, unternimmt Jonas eine Reise zu Orten und Menschen, die er vorher nicht kannte.“

.

Thore Hansen: „Skogland“(1988) [„Woodland“/“Forestland“]

„Es gibt eine Welt, nur einen Schritt von uns entfernt. Menschen, Wälder, Drachen, Zwerge, Elfen, Trolle, Shimoles, Schattenmenschen und Höhlenmenschen – alle gehören in Skogland, am Rande unserer Welt. Für die Bücher über Skogland hat Thore Hansen den Nordischen Kinderbuchpreis erhalten. | An imaginative and unique world, written in a simplistic and easy-to-read style which fits children and young teens perfectly. Its content, while down-to-earth and simple, is also poetic and contains many wise lectures. The series‘ ongoing central theme is definitely the balance between civilization vs. nature or the civilized vs. the primitive. This struggle is portrayed through the journey of three unlikely friends, the human child Kaim, the forestman Gwan and the dragon. The journey explores the dynamics between the different intelligent races, the lifestyle of living out in the wild, cultural and racial identity, and longing. A series shedding away from the usual run-of-the-mill D&D fantasy, and filled with a vibrant and well-realized world. The balance between humans, animals, nature and civilization is explored in depth and from different interesting angles. Easy to read, childish but also wise.“

.

Elin Viktoria Unstad: „Vega“ (2017) [„Wega – der Kampf um eine neue Welt“]

„Ein harter und actiongeladener Roman über Vega, 17 Jahre. Der Energiekrieg zerstörte fast alles. Vega folgt den Regeln und hat Pläne für die Zukunft. Doch dieser Sommer wird nicht wie erwartet sein. Nach einer Weile tobt die Gesellschaft um sie herum. Die lebenswichtigen Solarzellen hören auf zu arbeiten. Einschränkungen werden verschärft. Aber die Behörden haben Kontrolle. Oder? | Vega ist ein hartes Mädchen und versteht, dass die Beziehung, in der sie lebt, nicht so groß ist, wie sie aussieht. Empfehlung!“

.

ab hier: Titel, die wohl auf jeden Fall noch ins Deutsche übersetzt werden.

.

.

Carl Frode Tiller: „Begynneleser“ (2017) [„Anfänge“]

„Das Leben des Umweltschützer Terje in umgekehrter Chronologie – vom Selbstmord bis zur Geburt: Warum ist es so gelaufen? Wir erhalten Einblick in Terjes Entscheidungen im Erwachsenenalter, Jugend und Kindheit; seine große Liebe zur Natur; und der Schmerz, der dadurch entsteht. Ein Roman, der in die entscheidende Frage von heute – die Klimadebatte – eingreift, sanft durch Terjes Geschichte erzählt.“

.

Roy Jacobsen: „Seierherrene“ (1991) [„Die Sieger“]

„Hat die Arbeiterklasse gesiegt? Der Sprung von seinem Großvater als Ruder-Fischer an der Küste von Helgeland, die Hoffnung auf die Revolution und die Brüder, die zwei Generationen später in Oslo eine eigene Computerfirma starten wollen: Jacobsen beschreibt diese großartige Zeitspanne mit beeindruckenden Einsichten und Wissen. Im Mittelpunkt des Romans ist der Abbau oder Sprung in der norwegischen Nachkriegsgesellschaft: Generation mit Vätern und Mütter sollten aufstehen, aus der Arbeiterklasse. Ein Generationenroman, der stehen bleiben wird.“

.

Gaute Heivoll: „Over det kinesiske hav“ (2013) [„Übers chinesische Meer“]

„Kurz vor dem Krieg will ein Ehepaar in dem kleinen Dorf im Süden Norwegens sein eigenes Pflegeheim für Atemkranke eröffnen: Der religiöse Christian Jensen, der stille, stets besorgte Matias und Onkel Josef, einer der beliebtesten im Dorf. Eine Geschwisterklasse von fünf Kindern zieht in das sogenannte Galeerenhaus. Joseph nennt sie nur „die Trolle aus Stavanger“, aber sie werden schnell Teil der Familie. Der Krieg endet, doch die ungewöhnliche Familie wird alles andere als Frieden erhalten. Denn bald werden sie von einer großen Tragödie getroffen, die sie den Rest ihres Lebens verfolgen wird. Eine Geschichte, die auf realen Ereignissen und authentischen Menschen basiert. Die durch ihr Leben und Handeln ihre Würde und Stärke zeigen.“

.

.

Tore Renberg: „Mannen som elsket Yngve“ (2003) [„Der Mann, der Yngwe liebte“]

„Zusammen mit Helge und seiner Freundin Katrine ist Jarle Klepp die härteste Gang in der Schule. Sie haben kompromisslose Standpunkte zu den grundlegenden Fragen des Lebens: Weltordnung, Musik, Frisur. Der bisher heterosexuellste Jarle verliebt sich in Yngve. Yngve ist ein Eindringling, der Tennis spielt. Jarle muss ehrlich zu sich selbst und seinen eigenen Gefühlen sein und damit ein Netzwerk von Lügen gegen die alte Bande aufbauen.“

.

Tore Renberg: „Kompani Orheim“ (2005) [Band 2 der selben Reihe; die in Deutschland erst ab Band 3 erschien]

„Stavanger in den 80er Jahren. Jarle, Mutter und Vater ziehen in ein Stadthaus mit Carport in der norwegischen Ölhauptstadt Stavanger. Alles sieht sehr gut für die kleine Kernfamilie aus, bis der Vater anfängt zu trinken. Jarle hat den starken Willen, das Beste aus der Welt zu machen, in der er lebt. Er verliebt sich in die Mädchen, wird Antirassist und Feminist. Doch was ist mit der Familie passiert? Warum haben sich diejenigen, die sich so gut leiden wollten, gegenseitig verletzt? “

.

Tore Renberg: „Du er sa lys“ (2016) [„Du bist so leicht“]

„Was können wir über das Leben der anderen wissen? Es ist ein neues Jahr in dem kleinen Dorf. Eine dreiköpfige Familie zieht ins Nachbarhaus; die zwei Familien werden gute Freunde. Doch dann bekommt Jørgen etwas zu sehen, das ihn unruhig macht. Ein nervöses und bewegendes Buch über das, was wir uns nicht leisten können. Auch wenn es direkt vor uns spielt.“

.

.

Arne Garborg: „Fred“ (1892)

„Das Leben der Hauptfigur Enok Hòve ist alles andere als friedlich. Er trauert Tag und Nacht, tut sich und seiner Familie weh. Am Ende treibt er sich selbst in den Tod. Sofort zeichnet das Buch ein kraftvolles Bild von der Natur und erzählt vom großen Wandel in Wirtschaft und Kultur, der das alte, sichere Dorfleben wiederbelebte. Eine tiefgründige Studie in religiöser Psychologie vor einer Gesellschaft in Transformation.“

.

Britt Karin Larsen: „Som steinen skinner“ (2011) [„So, wie der Stein glänzt“]

„Die Geschichte aus dem Gebiet zwischen Hedmark und Värmland im 18. Jahrhundert: Die Menschen haben ein hartes Wintertreffen, bei dem beide Ernten zerstört werden und die Vorräte durch große Schneemengen behindert sind. Bestehen Lina und die Kinder in Mostamägg, Jussi und der Priester auch diese harten Herausforderungen?“ [Band 3 eines Zyklus‘]

.

Cecile Enger: „Himmelstormeren“ (2007) [„Hitzestürme“]

„Wer war Ellisif Wessel? Geboren 1866 hatte sie jede Gelegenheit, um ein komfortables und geschützt privilegiertes Leben zu leben, hinter dicken Samtvorhängen. Stattdessen ließ sie sich direkt in ihre Zeit fallen. Sie ließ sich in der Grenzzone des Landes nieder und entschied sich dafür, für die am wenigsten repräsentiertesten Menschen zu kämpfen. Mit Kamera und Worten dokumentierte sie das Elend unter der ärmsten Arbeiterklasse des Landes und wurde zu einem glühenden Schauspieler und Revolutionär. Zu Ellisifs Kampf für Gerechtigkeit kam ihr persönlicher Kampf um Ausbruch, gegen den Zweifel und gegen das eigene Leid. “

.

.

Tomas Espedal: „Aret“ (2016)

„Ich würde gerne ein Buch über die Jahreszeiten schreiben unser Herbst Sommer Winter die hellen Tage von April und Juni die Dunkelheit des August beschreiben die Wochen Wochen die Tage des Tages und die Veränderungen, die immer dasselbe auf eine neue Art wiederholen.“ So einfach, so schön eröffnet Tomas Espedal das neue Buch. Seine Prosa hatte immer einen poetischen Unterton, und in diesem Buch ist die Poesie noch prominenter als zuvor. Ein Buch darüber, das gleiche ganze Leben zu lieben, auch wenn die Liebe nicht belohnt wird. Ein Buch über Altern und Verzweiflung, über Stagnation und Wiederholung. Die Handlung beginnt am 6. April, dem Datum, an dem der italienische Dichter Petrarca seine geliebte Laura zum ersten Mal sah, als sie 13 Jahre alt war. Offen und schön untersucht Tomas Espedal die Liebe eines Menschen, die Liebe, die nicht endet. Ist die große Liebe noch möglich?

.

Lars Saabye Christensen: „Byens spor“ (2017) [„Die Spuren der Stadt“]

Der erste Band einer Trilogie und wir sind direkt nach dem Krieg in Oslo West, wo wir Ewald und Maj Kristoffersen mit ihrem Sohn Jesper treffen. Ewald arbeitet in einer Werbeagentur, die mit der Kampagne im Zusammenhang mit Oslos 900-jährigem Jubiläum beauftragt wurde und May engagiert sich beim Roten Kreuz. Hören Sie den Sound von Oslo. Sehen Sie die Straßen, die es zusammenbinden, die Leute, die darin leben. Sehen Sie Ewald und May, sehen Sie den Metzger, gehen Sie zum Arzt, hören Sie den Kosmopoliten in Bristol, hören Sie den Anruf von Frau Vik. Hören Sie, wie sich die Brille an Bristol klammert. Hören Sie das Geräusch von weinerlichen Bremsen.

.

Jan Kjaerstad: „Berge“ (2017)

An einem Augusttag 2008 wurde Arve Storefjeld und mehrere in seiner Familie wurden tot in der Waldhütte bei Blankvann gefunden. Fünf Menschen mit durchgeschnittenen Kehlen. Jeder nimmt an, dass Terroristen hinter der Tat stehen. Die Journalistin Ine Wang hat sich in letzter Zeit dumm gefühlt. Aber die Morde an der Storefjeld-Familie verändern alles. Der Bezirksrichter Peter Malm lebt in seiner Freizeit ein zurückgezogenes Leben und beschäftigt sich mit seinen kleinen Projekten. Das Letzte, was er will, ist Aufmerksamkeit wegen dieser Angelegenheit. Für mehrere glückliche Jahre war Nicolai Berge mit Gry zusammen, Arve Storefjelds Tochter. Dann beendete sie es. Jetzt ist sie tot. Das Unwahrscheinliche passiert in der Welt immer und immer wieder. Trotzdem sind wir niemals vorbereitet. Berge ist die Geschichte eines schrecklichen Ereignisses, das in drei Teilen aus drei verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird: ein Journalist, ein Richter, ein Ex-Freund. Berge ist ein Roman, der nicht über den 22. Juli erzählt, aber nicht ohne den 22. Juli geschrieben werden konnte.

.