Samanta Gorzelniak – Künstlerische Leitung des queeren Literaturfestivals “Empfindlichkeiten”, Literarisches Colloquium Berlin

ein schnelles Selfie von Samanta Gorzelniak am LCB

ein schnelles Selfie von Samanta Gorzelniak am LCB

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Queere Literatur – aus Europa und der Welt: Vom 14. bis 16. Juli 2016 veranstaltet das Literarische Colloquium Berlin (LCB, am Wannsee) ein Festival zu Homosexualitäten – “Empfindlichkeiten” (mehr Infos in der Spex und auf der LCB-Website).

Ich begleite das Festival als Liveblogger… und stelle bis Sonntag mehreren Künstler*innen, Autor*innen und interessierten Besuchern kurze Fragen zu Queerness, Widerstand und dem Potenzial homosexueller Literatur.

bisher erschienen Interviews mit…

Katy Derbyshire (Link)  |  Kristof Magnusson (Link)  |  Angela Steidele (Link)  |  Hans Hütt (Link)  |  Hilary McCollum (Link)  |  Saleem Haddad (Link)  |  Luisgé Martin (Link)

…und, aus dem LCB-Team, Ronny Matthes (Link).

Samanta Gorzelniak und Thorsten Dönges sind die Künstlerische Leistung des Festivals.

Samanta Gorzelniak, geboren 1978 in Leipzig, ist promovierte Philologin. Sie übersetzt aus dem Polnischen und forscht über Autorinnen der polnischen Romantik. Samantas Website (Link)

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01_Seit wann planst du – zusammen von mit Thorsten Dönges – das Festival?

Letztes Jahr fragte Thorsten, ob ich an der Konzeption usw. beteiligt sein will. Natürlich wollte ich! Thorsten als… ich sag mal: Buchmensch hat einen etwas anderen Zugang zum Thema als ich – ich habe eine literaturwissenschaftliche Sozialisierung und bin in einer anderen queeren Szene unterwegs, in anderen, sagen wir: Zusammenhängen. Aber unsere Schnittpunkte sind die Literatur – und das Nicht-Heteronormative. Und das ist eine gute Mischung!

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02_Was war Grundidee und -Konzept?

Menschen aus möglichst verschiedenen Kontexten, die schreiben, intensiv lesen und Berührungspunkte / Erfahrungen mit queeren Themen haben, zusammenbringen – und sie miteinander reden, einander kennen lernen zu lassen. Die Gemeinsamkeiten ausloten und sich an Differenzen freuen. Vernetzung. Ich glaube, dass unsere Gäste sich verschiedene Fragen stellen und unterschiedliche Dinge für überholt, aktuell, interessant usw. erachten… das liegt ganz klar am Kontext. Und am Grad der Vernetzung, des Austausches, der Solidarisierung.

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03_Wie hat sich das im Lauf der Planung geändert? Musstet ihr irgendwas umschmeißen oder neu denken?

Als uns das Treffen von AutorInnen zu langweilig erschien und wir über Performances, Musik usw. nachdachten, wurde klar: Es wird einfach öffentlich fett eingeladen, Werbung gemacht – viel Publikum ist willkommen!!

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04_Worauf / worüber freust du dich besonders?

Mit Menschen zu sprechen, deren Texte ich seit Jahren kenne und verehre. Diese widerum miteinander in Kontakt gehen zu sehen. Über viele einander zugewandte, aneinander interessierte, liebevolle Menschen. Über Msoke habe ich mich mächtig gefreut und Hilary McCollum [Q&A hier: Link] – sie haben ihren eigenen positiven Wind in die Veranstaltungen gebracht. Aber hey: alle sind toll!

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05_Warum Hubert Fichte, immer noch? Ist er – nach 50 Jahren – noch immer der prominenteste progressiv queere deutschsprachige Autor? Ist das nicht… traurig/schade? [Das Festival ist nach Fichtes “Geschichte der Empfindlichkeit” benannt und wurde mit einer Ausstellung der Fotos von Fichtes Partnerin Leonore Mau eröffnet.]

Fichte ist für mich eine Art Aufhänger – und seine Geschichte ist mit der des LCB verwoben, das bietet sich natürlich an. Außerdem hat er kluge Fragen gestellt, die uns auch immer noch bewegen, tatsächlich. Das bedeutet nicht, dass nichts passiert im Laufe der Zeit.

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06_Ein queeres Buch, das dich beeinflusst hat?

Alma von Izabela Morska (damals hieß sie Izabela Filipiak). Es ist nicht ins Deutsche übersetzt. Aber ich bin dran🙂

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07_Zu viele Menschen denken bei „Homosexualität“ zuerst oder fast nur an schwule Männer. Ich wünschte, stärker in den Fokus rücken…

Transmenschen!

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all my 2016 interviews on Queer Literature:

…and, in German:

Kuratoren & Experten am Literarischen Colloquium Berlin: 

Queer Literature: “Empfindlichkeiten” Festival 2016:

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