Monat: Juni 2016

2016: Die besten neuen Bücher – Herbst, Frankfurter Buchmesse & Weihnachten

im Bild: der 'Berliner Büchertisch', Mehringdamm 51

(im Bild: der ‚Berliner Büchertisch‘, Mehringdamm 51)

.

angelesen, vorgemerkt, entdeckt: meine Vorauswahl der literarischen Neuerscheinungen in der zweiten Jahreshälfte 2016 – neue Bücher für die Zeit zwischen Spätsommer, Frankfurter Buchmesse und Weihnachten.

Jeden Winter suche ich Romane / Neuerscheinungen und mache eine erste Liste für die Bücher des Jahres:

Hier meine Auswahl für Herbst und Winter 2016. Ergänzungen / Empfehlungen sind willkommen – vielen Dank! Blogpost noch vorläufig – ich stelle die Titel nochmal in ganzen Sätzen vor. 

.

zehn aktuelle Romane (2016), gelesen und gemocht: Empfehlungen!

.

19 Titel – angelesen und gemocht: [ausführliche Vorstellung kommt!]

Sachbuch:

Jugendbuch:

.

neue deutsche / deutschsprachige Titel:

.

rammstedt schenk zschokke

07-25 Tilman Rammstedt, „Morgen mehr“

07-28 Sylvie Schenk, „Schnell, dein Leben“

08-00 Matthias Zschokke, „Die Wolken waren groß und zogen da oben hin“

.

Iris Blauensteiner, Thomas Lang, Andreas Maier

o8-01 Iris Blauensteiner, „Kopfzecke“

08-01 Thomas Lang, „Immer nach Hause“

08-08 Andreas Maier, „Der Kreis“

.

Paula Fürstenberg, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Ernst-Wilhelm Händler

08-11 Paula Fürstenberg, „Familie der geflügelten Tiger“

08-25 Reinhard Kaiser-Mühlecker, „Fremde Seele, dunkler Wald“

08-25 Ernst-Wilhelm Händler, „München“

.

Eugen Ruge, Thomas Melle, Margarete Stokowski

08-26 Eugen Ruge, „Follower“

08-26 Thomas Melle, „Die Welt im Rücken“

08-26 Margarete Stokowski, „Untenrum frei“

.

Jan Kuhlbrodt, Christian Geissler, Gerhard Falkner

08-31 Jan Kuhlbrodt, „Das Modell“

09-00 Christian Geissler, „Das Brot mit der Feile“

09-01 Gerhard Falkner, „Apollokalypse“

.

Silke Scheuermann, Dietmar Dath, Christian Kracht

09-06 Silke Scheuermann, „Wovon wir lebten“

09-07 Dietmar Dath, „Superhelden“: gelesen. leider sehr verquast/für Nicht-Comic-Kenner schwer zugänglich. 3 von 5 Sternen.

09-08 Christian Kracht, „Die Toten“

.

Linus Reichlin, Philipp Winkler, Julia Zange

09-16 Julius Reichlin, „Manitoba“

09-19 Philipp Winkler, „Hool“

10-17 Julia Zange, „Realitätsgewitter“

.

Dirk Stermann, Max Goldt, Anna Kim

10-21 Dirk Stermann, „Der Junge bekommt das Gute zuletzt“

10-21 Max Goldt, „Lippen abwischen und lächeln“

01-16 Anna Kim, „Die große Heimkehr“

 

vielversprechende Übersetzungen – neu auf Deutsch:

 

Francoise Frenkel, Anne-Laure Bondoux, Anton Hansen Tammsaare.png

07-28 Francoise Frenkel, „Nichts, um sein Haupt zu betten“ [bei Goodreads: 4.31 von 5]

07-28 Anne-Laure Bondoux, Jean-Claude Mourlevat, „Lügen Sie, ich werde Ihnen glauben“ [bei Goodreads: 3.83 von 5]

08-00 Anton Hansen Tammsaare, „Das Leben und die Liebe“ [bei Goodreads: 3.86 von 5]

.

Hakan Gunday, Delphine de Vigan, Sophie Daull, Juan Pablo Villalobos.png

08-01 Hakan Günday, „Flucht“ [bei Goodreads: 4.03 von 5]

08-17 Delphine de Vigan, „Nach einer wahren Geschichte“ [bei Goodreads: 4.03 von 5]

09-00 Sophie Daull, „Adieu, mein Kind“ [bei Goodreads: 4.26 von 5]

09-01 Juan Villalobos, „Ich verkauf dir einen Hund“ [bei Goodreads: 4.26 von 5]

.

Kees van Beijnum, Dola de Jong, Eduardo Halfon

09-01 Kees van Beijnum, „Die Zerbrechlichkeit der Welt“ [bei Goodreads: 3.79 von 5]

09-14 Dola de Jong, „Das Feld in der Fremde“ [bei Goodreads: 3.95 von 5]

09-26 Eduardo Halfon, „Signor Hoffman“ [bei Goodreads: 3.80 von 5]

.

Banana Yoshimoto, Adriaan van Dis, Mark Frost & Twin Peaks.png

09-28 Banana Yoshimoto, „Lebensgeister“

10-04 Adriaan van Dis, „Das verborgene Leben meiner Mutter“ [bei Goodreads: 3.76 von 5]

10-18 Mark Frost, „Twin Peaks: die geheime Geschichte“ [bei Goodreads: noch kaum Bewertungen]

.

Ian McEwan, Jonathan Safran Foer, Viktor Remizov.png

10-26 Ian McEwan, „Nussschale“ [bei Goodreads: noch kaum Bewertungen]

11-10 Jonathan Safran Foer, „Hier bin ich“ [bei Goodreads: 3.63 von 5]

11-11 Viktor Remizov, „Asche und Staub“ [bei Goodreads: 3.90 von 5]

.

Seit 2012 erstelle ich diese Übersicht Anfang Oktober.

Dieses Jahr sah ich schon Ende Juni die Herbst-/Winterprogramme deutschsprachiger Verlage durch. Das liegt an Ilja Regier vom Literaturblog Muromez – der alle Vorschauen sammelte, verlinkte und mir das Blättern leicht machte. Hier seine eigene Vorauswahl: „Verlangen schlägt Vernunft. Herbstvorschau ’16“

Übersichten außerdem bei:

.

neue Bücher 2016, Stefan Mesch

Advertisements

Interview: Isabel Bogdan, „Der Pfau“

Autorin Isabel Bogdann. Foto von Smilla Dankert, http://smilla-dankert.de/

Autorin Isabel Bogdan. Foto von Smilla Dankert

.

Seit fast fünf Jahren folge ich Isabel Bogdan – auf ihrem Blog, bei Facebook und in den Texten ihrer journalistischen Portraitreihe „Was machen die da?“ (zusammen mit Maximilian Buddenbohm).

Isabel ist Übersetzerin von u.a. Jane Gardam und Jonathan Safran Foer. 2012 schrieb sie ein Sachbuch übers spontane Sachen-Ausprobieren („Sachen machen“, Rowohlt).

2016 kam ihr erster Roman:

„Der Pfau“, 256 Seiten, Februar 2016 bei Kiepenheuer & Witsch

.

Ich liebe Isabel auf Facebook – doch ich war unsicher, ob der Roman zu mir passt: eine leichte, schrullige Verwechslungskomödie auf einem schottischen Landgut über Hausangestellte, die Teilnehmer eines Teambuilding-Seminars und einen Pfau, der auf alles einhackt, was blau glänzt, u.a. Autos.

Ich las das Buch bereits im Januar, als Presseexemplar. War überrascht, wie viel Spaß ich hatte. Empfahl es u.a. hier (Link)

…und nahm mir vor, Isabel noch vor Erscheinen des Romans zu interviewen.

.

Wir tauschten Fragen und Antworten in einem Online-Dokument. „Der Pfau“ erschien und wurde zum Bestseller und Publikumsliebling. Und während mir Zeit fehlte, das Interview blogfertig zu machen, erschienen drei, vier ähnliche Texte über und mit Isabel: gute Interviews – die sich mit meinem/unserem doppeln.

.

Ich bin begeistert, dass sich Isabel die Zeit nahm, so ausführlich auf meine Fragen zu antworten – obwohl sie mit dem Buch dauernd unterwegs ist – und reiche das Interview heute endlich nach.

Mein Lieblingstext und -interview mit Isabel stammt von 2013… und handelt von ihrer Arbeit als Übersetzerin. „Schreiben als Beruf“: http://schreiben-als-beruf.de/uebersetzen-belletristik-und-sachbuch-isabel-bogdan/

.

.

Der Pfau” in einem Satz?

“Einer der Pfauen war verrückt geworden.” Das ist der erste Satz. Daraus ergeben sich ziemliche Verwicklungen.

.

und Isabel Bogdan in einem Satz?

Liest, schreibt, übersetzt. Und macht gern Sachen. (“Sätze zählen” übe ich noch.)

.

Very british”, sagt der Klappentext. Inwiefern?

Das Setting ist natürlich britisch – der Roman spielt in Schottland – und ich hoffe, dass die Figuren und der Ton es auch sind. Ich fand, die Geschichte braucht dieses Distanziert-Ironische, mit einer hochgezogenen Augenbraue. Ich wollte gern eine Eigenschaft mit rüberbringen, die ich an den Briten sehr liebe: dass man oft nicht weiß, wie ernst sie sich eigentlich gerade selbst nehmen. Beziehungsweise, dass es keine eindeutige Grenze zwischen Spaß und Ernst, lustig und seriös, U und E gibt, weder im Leben, noch in der Literatur.

.

Ist das ein Ton/Stil, der dir im Deutschen bisher fehlte?

Ich empfinde den Ton als eher britisch, aber “das fehlt im Deutschen” klingt mir zu kategorisch. Jedenfalls habe ich nicht nach etwas gesucht, was hier fehlen würde, und dann eine Lücke geschlossen. Die Geschichte war da (weil sie im Kern wirklich passiert ist, zumindest bis dahin, dass ein Pfau blaue Sachen angriff, unter anderem Autos), und dann habe ich sie so aufgeschrieben, wie sie sich anfühlte.

Katja Lange-Müller sagte mal, “der Inhalt sucht sich die Flasche aus, in die er gefüllt werden will”. Ich weiß, dass manche Autoren erst eine Figur haben und dann nach dem Ton suchen. Ich hatte den klitzekleinen Kern der Geschichte, über den Ton habe ich dann keine Sekunde mehr nachgedacht, für mich war von Anfang an klar, dass man das nur so erzählen kann. Die Figuren habe ich mir dann nach und nach erarbeitet.

.

Gibt es Film- und Literatur-Vorbilder? Auch deutsche?

Es gibt Autoren, die ich gerne lese. Aber es gibt kein Vorbild in dem Sinne, dass ich jemandem nacheifern oder ihn gar nachahmen würde. Wenn man damit antritt, so schreiben zu wollen wie XY, kann es nicht gutgehen, glaube ich. Das mache ich ja als Übersetzerin, dass ich versuche, so zu schreiben wie z.B. Jane Gardam schriebe, wenn sie auf Deutsch schriebe. Als Autorin muss man sein eigenes Ding machen.

.

War es schwer, über Leute aus einer anderen Kultur zu schreiben? Was hast du recherchieren müssen, was hat dich überrascht oder dir Mühe gemacht?

Das fiel mir nicht schwer, weil ich seit über 20 Jahren immer wieder auf dem geschilderten Anwesen bin und mich quasi zuhause fühle. Ein paar Kleinigkeiten sind mir während des Schreibens aufgefallen, etwa, dass Liz dauernd Taschentücher suchte, und ich irgendwann merkte: In Großbritannien haben sie meist gar nicht solche Packungen wie wir, sondern nehmen eher Kleenexboxen. Andere Kleinigkeiten sind mir schon in Fleisch und Blut übergegangen, etwa dass man meist keine Türklinken, sondern Drehknäufe hat und bei Fenstern die untere Hälfte hochschiebt. Die Geschichte mit dem einklemmten Vogel zwischen den Scheiben ist mir selbst passiert. Daher musste ich nicht drüber nachdenken, dass schottische Fenster anders geöffnet werden als deutsche.

Ich habe natürlich ein bisschen was über Pfauen nachgelesen. Und bei den Namen hat mir meine englische Kollegin Katy Derbyshire geholfen, da wäre ich unsicher gewesen, welcher Name zu welcher Altersgruppe und sozialen Schicht passt. Der erste Name, den sie mir für Aileen vorgeschlagen hat, war zufällig der tatsächliche Name der Haushaltshilfe im tatsächlichen Anwesen – da wusste ich, dass sie ein gutes Gespür für „passende“ Namen hat.

.

Was ist die größte Gemeinsamkeit mit dem realen schottischen Gut – und was die größte Freiheit, die du dir genommen hast?

Es gibt dieses Anwesen und die Cottages am Fuße der Highlands, eine Dreiviertelstunde nördlich von Dundee. Der schiefe Fußboden ist allerdings in der Nursery, nicht im Waschhaus. Es gibt den Hot Tub, das Trampolin, das Eishaus und die verfallene Kapelle, die man nur findet, wenn man weiß, wo sie ist. Es gibt einen Westflügel, der allerdings ein oder zwei Zimmer weniger hat, und dort hängt ein Stich “The weighing of the deer”, der im Roman “The weighing of the birds” heißt. Das ist also alles fast eins und eins die Realität. Die Personen und 98 Prozent der Geschichte hingegen sind erfunden.

.

Lesen deine Vermieter/die Hausherren das Buch?

Sie können leider kein Deutsch. Und wieso sollte ein britischer Verlag ein deutsches Buch übersetzen lassen, das in Schottland spielt? Ich hätte mich natürlich gefreut, wenn sie es lesen könnten. Ich habe ihnen auch ein Exemplar geschickt, damit sie wenigstens sehen können, wie schön es geworden ist.

.

Die meisten Männer im Buch sind eher dusslig. Die Frauen kommen viel besser weg: Hausmädchen Aileen ist etwas glanzlos, Chefin Liz verbiestert. Aber warum führt das Buch Männer in ihrer Unbeholfenheit vor – während die Köchin, die Seminarleiterin und die Lady keine besonderen komödiantischen Schwächen haben?

Oh, findest du? Der Lord ist ein wenig verpeilt, aber Jim, Andrew, David und Ryszard sind doch allesamt nicht dusslig oder unbeholfen. David ist nur ein wenig schüchtern. Bernard mochte ich am Anfang nicht besonders, aber am Ende tat er mir eigentlich mehr leid. Ich mag sie inzwischen alle sehr. Bernard hat seine unbeholfene Szene, ebenso wie Liz mit dem Viehgatter. Jim interessiert sich für alles mögliche und kann auch noch singen! Andrew lässt sich überhaupt nicht verbiegen, er ist (bei aller Unentspanntheit) eigentlich viel souveräner als die Chefin. Ich finde die Männer insgesamt nicht dussliger oder unbeholfener als die Frauen.

.

Wie hast du die Figurenzahl und ihr Verhältnis erarbeitet: Wurden unterwegs Figuren gestrichen oder mit anderen Eigenschaften belegt – oder wusstest du von Anfang an: DAS ist mein Ensemble?

Anzahl und Konstellation standen ziemlich von Anfang an. Individuelle Eigenheiten und Charakteristika haben sich dann nach und nach entwickelt. Ryszard war anfangs zwei Personen, einer für die Arbeiten im Wald, einer für den Laden. Und irgendwann hatte Aileen ganz kurz ein Kind, das immer mal wieder durch die Szenerie geistern und in unpassenden Augenblicken auftauchen sollte, aber das habe ich dann doch wieder gestrichen.

.

Das Buch endet on a Whimper, nicht with a Bang. Warum eskaliert die Lage nie?

Warum sollte sie? Wir sind in Großbritannien. Außerdem fand ich es spannender (und auch realistischer, falls man denn von einer realistischen Story ausgehen möchte), wenn am Ende … jetzt will ich nicht so viel ausplaudern.

Mit einem Knall kann ja jeder. Ich bin auch nicht so der Typ fürs Eskalieren, und glaube auch, dass im Leben viel weniger eskaliert und viel mehr verschwiegen, unter den Teppich gekehrt und leise verhandelt wird.

.

Ich kenne deine Blogposts – und habe mehr sprachliche Preziosen erwartet, mehr Worte und Wendungen wie „kennte“ oder „sämig“. Hast du dich zurückhalten müssen?

Ey! Es gibt barst und buk, Kokolores, schlankerhand und schlechterdings und sogar ein veritables fürderhin. Und das sind nur die, die mir spontan einfallen. Man darf es mit sowas ja auch nicht übertreiben, es soll ja kein “Seht mal her, was für Wörter ich kenne” werden. Wenn man ungewöhnliche Wörter einstreut, dann da, wo sie sich organisch ergeben.

.

Der Pfau, Isabel Bogdan

.

Ist der Roman „middle-brow“? Unterhaltungsliteratur? Ein wenig leichter/softer als gängige literarische Romane?

Ach, schwierige Frage. Aber eine, die immer wieder kommt und die eigentlich jemand anders beantworten muss als ich. Es kommt mir vor, als hätte man hierzulande ein dringendes Bedürfnis nach Schubladen, und zwar am allerliebsten nur zwei: E und U. Tatsächlich wurde das Manuskript von ein oder zwei Verlagen abgelehnt, weil sie es zwar mochten, aber nicht wussten, wo sie es einsortieren sollten. Und dann wird gleichzeitig ganz neidisch nach Großbritannien und in die USA geguckt, wo man das nicht so braucht.

Der Pfau ist sicher keine große Auseinandersetzung mit einem der drängenden Probleme unserer Zeit. Er erzählt eine unterhaltsame Geschichte, ist dabei aber hoffentlich nicht doof.

.

Auf Social Media sagst du oft: “Alle bekloppt”, wenn sich Menschen zu kleinlich, hysterisch oder stolz verhalten – sich in etwas hineinsteigern. Im Buch werden die Figuren belohnt, die einen kühlen Kopf bewahren, nicht gleich das Schlimmste erwarten. Pragmatiker, Schweiger-und-Genießer, Handwerker, Leute, denen Macht und Prestige egal sind.

Ich habe keine konkrete Frage – doch nach allem, was ich von dir kenne, würde ich sagen: Wenn Isabel ein Anliegen hat, dann, dieses Menschenbild zu zeigen. Leute zu ermutigen, einen Gang runter zu schalten.

Oh! Darauf war ich noch nicht gekommen, aber das nehme ich gern als Kompliment an. “Alle mal lockermachen” ist ein gutes Anliegen. Klappt ja bei den Figuren nicht immer, wie auch sonst im Leben. Tatsächlich geht es mir aber auch in der Literatur oft auf die Nerven, wenn Figuren sich in etwas hineinsteigern oder sich immer tiefer in Lügen verstricken.

.

Wirst du jetzt mit Pfauen-Quatsch bombardiert, von Freunden und Lesern? Magst du Pfauen?

Ich habe schon eine ziemliche Sammlung: dreimal Schleich, vier Glitzerpfauen zum Anklipsen, zwei Keramikschälchen, schachtelweise Pralinen in Pfauenpapier, ein Tuch, Kniestrümpfe, Cocktailspieße, ein Geschirrtuch, Federn, unzählige Postkarten, Bücher …

Ich freue mich wahnsinnig über diese Gesten. Teilweise kommen die Dinge von Leuten, die ich nur aus dem Internet kenne. Das rührt und freut mich ehrlich, auch wenn ich dem x-ten Plastikpfau vermutlich nicht mehr dieselbe genuine Liebe entgegenbringen werde. Ich ahne, dass es in einer Art komischer Verzweiflung enden wird. Denn nein, ich bin sonst kein besonderer Pfauenfan.

.

Was hast du gebraucht, um dieses Buch zu schreiben: Mut? Zeit? Erfahrung? Warum jetzt – und nicht vor fünf Jahren? Oder vor 15?

Ich habe eine Kurzgeschichte geschrieben, nachdem meine schottischen Freunde mir diese Geschichte vom verrückten Pfau erzählt hatten. Die fand ich so abgefahren, dass ich sie erzählen wollte. (Mit ihrer Erlaubnis natürlich.)

Und dann habe ich sie beim Hamburger Förderpreis eingereicht, und weil sie unfertig war, kackfrech “Romananfang” drübergeschrieben. Und tatsächlich einen Preis bekommen – da fand ich, jetzt muss ich wirklich einen Roman daraus machen.

.

War das dein erstes Manuskript?

Mein erster Roman, ja. Vorher ist ja schon “Sachen machen” erschienen, aber das hat sich quasi von allein geschrieben. Ich habe alle zwei Wochen etwas unternommen und es dann sofort aufgeschrieben. Die Texte erschienen alle zwei Wochen im Culturmag. Und irgendwann war ein Buch voll. Ein ganzer Roman ist doch etwas ganz anderes.

.

Hast du nebenher übersetzt? Wochen- und phasenweise? Oder hast du täglich an Manuskript und an Übersetzungen gearbeitet?

Eine Zeitlang habe ich es parallel versucht, dann aber bald gemerkt, dass es nicht ging. Ich kam überhaupt nicht voran. Für die Übersetzungen hatte ich Abgabetermine, die gingen also immer vor, und am Pfau tat sich lange sehr wenig bis gar nichts.

Irgendwann habe ich mir dann eine Agentin gesucht und sie gebeten, die Peitsche zu schwingen. Und weil es dann immer noch nicht besonders gut ging, habe ich mir ein gutes halbes Jahr freigenommen, um in Ruhe schreiben zu können.

.

Wie unterscheiden sich diese Arbeitsphasen? Was hast du mitnehmen können – ins Schreiben, vom Übersetzen? (Und: umgekehrt?)

Ich glaube, als Übersetzerin lernt man sprachliche Genauigkeit und ein Gefühl für die unterschiedlichen Tonlagen, die unterschiedliche Geschichten brauchen, für Rhythmus und Sound. Das hat mir sicher geholfen, auch was das eigene Selbstbewusstsein angeht – ich dachte, vielleicht schaffe ich es nicht, vielleicht scheitere ich, aber dann wird es nicht an der sprachlichen Gestaltung liegen, da fühlte ich mich in relativ sicherem Fahrwasser. Und was man beim Übersetzen auch lernt: Andere Autoren kochen auch nur mit Wasser. Das ist beruhigend zu wissen. Unsicher war ich eher in der Gestaltung der Figuren und dem Entwickeln der Geschichte. Ich hatte, anders gesagt, die Angst vorm leeren Blatt, die man beim Übersetzen nicht hat.

Umgekehrt kann das Schreiben auch das Übersetzen befruchten, weil es einen die Freiheit lehrt. Als Übersetzer neigt man manchmal dazu, zu sehr am Original zu kleben; durch das Schreiben lernt man, dass es darum geht, am Ende einen guten deutschen Text produziert zu haben. Und der ist eben nicht immer so nah wie möglich am Original.

.

Sind Lesungen neu für dich – kommt mit Erscheinen des Romans viel Unerwartetes auf dich zu? Oder kennst du vieles schon aus deiner Arbeit als Übersetzerin?

Als Übersetzerin wird man verblüffend selten zu Lesungen eingeladen. Dabei interessiert es die Leute meist sehr, sobald wir erstmal anfangen, zu erzählen.

Ich hatte einige Lesungen mit “Sachen machen” und habe auch gelegentlich als Übersetzerin gelesen. Aber eine so umfangreiche Lesereise, wie ich sie jetzt mache, ist neu, und ich finde es toll! Buchhändlerinnen und Buchhändler sind wirklich super, sie machen ihre Arbeit mit so viel Leidenschaft und Begeisterung, und ich habe immer den Eindruck, das Verhältnis zwischen Buchhändlern und ihren Kunden ist ein ganz besonderes, sehr persönlich und herzlich. Und dann bauen sie manchmal ganze Bogdan-Altäre mit meinen Übersetzungen und eigenen Büchern, sie dekorieren Pfauenfedern im Schaufenster, spendieren Shortbread und Whisky zur Lesung, das ist alles wirklich rührend.

.

Warum ist “Der Pfau” so viel besser als J.K. Rowlings “A Casual Vacancy”?

Ist er? Ich habe es nicht gelesen. Kann man das überhaupt vergleichen?

.

Beides sind tragikomische Possen mit neurotischen Figuren und sehr vielen Verwechslungen. Aber Rowling wirkte beim Erzählen oft zu verkrampft, gewollt. „Der Pfau“ ist flinker.

Das drucke ich mir gleich aus und hänge es mir über den Schreibtisch.

.


.

ISABEL BOGDAN, “Der Pfau”

.

Der Pfau

Eine – sehr ruhige – Komödie über eine Gruppe britischer Banker und ihre schnippische Chefin, die während einem Teambuilding-Workshop in einem schottischen Herrenhaus eingeschneit werden. Draußen läuft ein Pfau umher, der auf alles pickt, das blau-metallisch glänzt. Eine Satire – aber nicht grell, laut, überdreht. Ein Zwischendurch-Buch – aber ohne Kitsch. Die Figuren sind nicht allzu tief – doch ich nehme Bogdan das britische Setting ab (gute Arbeit!). Es gibt viele Passagen, die mir zu erklärend oder redudant sind: ein Middlebrow-Unterhaltungsroman, der an keiner Stelle weh tut und der vielleicht 20 Seiten kürzer sein könnte.

Aber: Das hier hat so viel Geist, Schmiss, Charme, eine so entspannte, angenehme Grundhaltung… Ich war für fünf, sechs Stunden gern mit diesen Leuten auf diesem Landsitz. Leicht – aber klug, und gut. Empfehlung!

Elena Ferrante: „Meine geniale Freundin“ & die „Neapolitanische Saga“

ferrante

.

Zwei Leben aus Kampf und Aufstieg

Die wichtigste Autorin Italiens bleibt anonym – hinter dem Pseudonym „Elena Ferrante“.

.

Seit 1992 schreibt Elena Ferrante Romane über störrische, kluge, einsame Frauen. In Interviews, die sie nur schriftlich beantwortet, behauptet sie: Sie selbst ist eine Frau aus Neapel, hat Kinder und war verheiratet. Sie studierte klassische Philologie. Doziert an Unis. Und sie behauptet: Ein Roman steht für sich. Öffentlich über den Verfasser und seinen Hintergrund zu sprechen, lenkt nur ab.

2011 bis 2014 erschien ein Großroman Ferrantes in vier Bänden: das „Neapel-Quartett“ um die Freundinnen Elena, Tochter des Pförtners, und Lila, Tochter des Schuhmachers, beide geboren 1944, und ihre komplizierte, jahrzehntelange Freundschaft.

Fast 2000 Seiten, erzählt von einer melancholischen Streberin, die durch lebenslanges Pauken, Fleiß und Ambition in die gebildete Oberschicht wechseln will. Und über ihre noch klügere, impulsive Freundin und Rivalin Lila – die überraschend andere Chancen nutzt, um aus- und aufzusteigen.

Viel Mundpropaganda und die Begeisterung von James Wood, Kritiker beim New Yorker, machten die Bücher in den USA zu Bestsellern. Ab Herbst 2016 erscheint der Überraschungserfolg auf Deutsch, bei Suhrkamp; vier Bände in 12 Monaten. Buch 1, „Meine geniale Freundin“, erzählt die Grundschul- und Pubertätszeit von Elena und Lila: Armut, Frauenhass, das langsame Wirtschaftswunder der 50er Jahre.

„Wir Frauen sind ständig in Versuchung, aus der Deckung zu treten, weich zu werden“, erklärte Ferrante der New York Times, „aus Liebe oder aus Erschöpfung, aus Mitleid oder Güte. Doch wir sollten das nicht tun – denn von einem Moment auf den nächsten können wir so alles verlieren, das wir erreicht haben.“

Die Geschichte von Elena und Lila beginnt als recht simpler Bildungsroman. Eine schwierige Frauenfreundschaft, naiv und süffig erzählt. Ab Band 2 wird die Geschichte politischer, soziologischer, explizit feministisch. Ein Panorama der 60er, 70er und 80er Jahre mit einem Dutzend Figuren aus einem Arbeiterviertel – Mafiosi und Kommunisten, Handwerker und Frauen, zu schnell in eine Mutterrolle gedrängt: Lebenswege, so verschlungen (und manchmal: dusslig überkonstruiert) wie in der „Lindenstraße“.

Der Hype, wachsende Erfolg der vier Bücher hat mehrere Faktoren: Der Norweger Karl-Ove Knausgard schrieb seit 2009 in sechs persönlichen, autobiografischen Bänden über Männlichkeit und Scheitern. Ferrantes Romane machen zwei lange Frauenleben greifbar – in ähnlich simpler Sprache und ähnlich vielen intimen, mitunter hässlichen Details.

Die farbenfrohen, kitschigen Cover der US-Ausgabe versprechen: Hier geht es um Mütter, Töchter, das pralle Leben in Süditalien. Auch Suhrkamp setzt auf ein recht kitschiges Titelmotiv. Literarisch spielt Ferrante in einer ähnlichen Gewichtsklasse wie Suhrkamp-Autorin Isabel Allende: Die Chancen stehen gut, dass das Quartett ein Mainstream-Longseller wird wie Allendes „Geisterhaus“.

Ebenfalls im Herbst erscheint „Fragments“ in den USA, eine Sammlung von Ferrante-Essays und -Interviews. Ob die Autorin tatsächlich eine Frau ist? 1944 geboren, wie ihre Figur Elena – oder deutlich jünger? Eine ältere Feministin, Akademikerin aus einfachen Verhältnissen – oder ein Nachgeborener, der oder die Familiengeschichte literarisch auf- und umarbeitet?

Die vier Bände sind am besten, wenn sie nah und persönlich über Klassismus, Abstiegsangst und Aufstiegschancen, die vielen feinen Unterschiede in den Milieus Italiens erzählen. Ob „persönlich“ hier bedeutet: eins zu eins erlebt, vor mehreren Jahrzehnten? Egal. Besonders ab Band 2 klingen Wut, Hoffnung, feministischer Furor der Erzählerin nachvollziehbar – und authentisch.

.

cropped-dscf4078.jpg

.

Band 1 bis 4 – meine Leseeindrücke:

.

01_Welche Sprache? Die deutsche Übersetzung von Karin Krieger klingt sehr gut – doch ich kenne bisher nur die Leseprobe (Link). Die US-Version wirkt oft recht trocken, technisch, ohne besonderen Rhythmus: keine Empfehlung. Freunde von mir mochten das italienische Original… aber Stimmen im Netz klagen über Stilblüten und viele unnötig hakelige Formulierungen (auch mein Eindruck in der US-Übersetzung) und sagen, US-Übersetzerin Ann Goldstein habe das Buch auf ein anderes Niveau gehoben: „Elena Ferrante’s writing is better in English than in Italian“.

02_Wo anfangen? Band 1 erzählt Elenas und Lilas Kindheit und frühe Jugend, bis ca. 1961 (die Figuren sind 16); Band 2 die Jahre bis 22 (1966); Band 3 die Jahre bis 32 (1976), und Band 4 vor allem die Zeit von 1980 bis ca. 1986 – und, in einem Epilog, bis ca. 2010.

03_Band 1 ist der schlechteste Band. Ich-Erzählerin Elena und ihre mürrische, rebellische, zunehmend attraktive Freundin Lila wollen der Armut, ihren furchtbaren Arbeiterfamilien und dem von der Camorra kontrollierten Viertel entkommen: Elena mit guten Noten, einem Gymnasialabschluss (und viel Streber-Arroganz), Lila mit einem Mann (der, wie sich am Ende des Romans, bei einer großen Hochzeit herausstellt, Mafia-Connections nutzt und alles tun wird, um weiter aufzusteigen).

Der Roman ist unterhaltend, die Kapitel kurz und oft pointiert, mit überraschenden zwischenmenschlichen Cliffhangern: die Szenen selbst sind seicht, mit klar verständlichen Konflikten. Doch Ferrante springt oft mehrere Monate hin und her oder deutet Entwicklungen an, die erst 50 Seiten später auserzählt werden: die Timeline und die Vor- und Rückgriffe sorgen für eine gewisse erzählerische Komplexität und ein paar Spannungsmomente… wirken aber aufgesetzt, oft albern: Die Geschichte ist viel weniger kompliziert, als die vielen schein-komplexen Zeitsprünge suggerieren.

04_missglückte Enthüllungen: Es gibt über 20 wichtige Figuren – mit Namen wie Nino, Gino und Rino – und alle kommen in Band 1 zu kurz: Mitschüler, Eltern, Lehrer sind oft überraschend besser oder schlechter, als Ich-Erzählerin Elena bisher vermutete… was Ferrante jedes Mal für eine RIESENenthüllung hält. Doch als Leser bleibe ich teilnahmslos, weil diese Figuren kaum entwickelt sind, ich sie manchmal nicht auseinanderhalten kann: Antonio? Alfonso? Besonders die Mütter und älteren Frauenfiguren sind ein schlechter Witz: knorrige italienische Mama-Klischees, die nichts zu sagen haben – oder sich nie äußern.
.
05_auch Lila wirkt recht blass: eine beste Freundin, deren Motivation man oft kaum versteht – und die mir ausgedacht scheint. Implusiv. Meist absurd unberechenbar. Die egoistische, kleinliche Elena dagegen funktioniert als Erzählerin recht gut: eine Figur, die mir plausibel ist und im Lauf von vier Büchern interessante, nachvollziehbare Entwicklungen macht. Lila dagegen sehe ich als plot device – um jede Ordnung zu stören, überraschend freche oder sentimentale Kommentare abzufeuern und Familien, Machtstrukturen etc. immer wieder neu durchzumischen. Keine Figur. Sondern ein (ausgedachtes) Hilfsmittel gegen den Stillstand.
.
06_Schade, wie eng und ahnungslos die Grundschulzeit erzählt wird: Neapel liegt in einer Bucht – doch Elena war nie am Meer, kennt die U-Bahn nicht, bewegt sich ca. 12 Jahre lang nur durch ein paar Straßen und weiß auch mit 15 noch nicht, was z.B. ein Student ist. Das nehme ich Ferrante nicht ab.
.
07_Am schlimmsten/ärgerlichsten: Die Bücher haben kaum Beschreibungen; deshalb fehlt den Zimmern, Straßen, Handlungsorten jede Atmosphäre (bis plötzlich, auf den letzten Seiten von Band 4, manisch verschiedene Neapel-Sehenswürdigkeiten und Straßennamen genannt werden: too little, too late). Ferrante jongliert mit zu vielen flüchtig bleibenden Nebenfiguren. Lässt sich viel Zeit, die Sympathie, Konkurrenz, Stimmungsschwankungen zwischen Lila und Elena auszuleuchten. Doch das Italien, Neapel, das beim Lesen in meinem Kopf entsteht, bleibt in Band 1 sehr dürftig: Erst mit Band 2 wird das Quartett zum halbwegs gelungenen Zeit- und Epochenroman. Band 1 wirkt, durch die Beschreibungsarmut, in der US-Version kaum literarisch – eher wie der Episodenführer einer unnötig komplizierten Telenovela-Storyline. Oder die technische Wikipedia-Zusammenfassung eines besseren Buchs. Lebenswege, die auf melodramatische Weise ständig wilde, aber uninteressant ausgedachte Kurven schlagen: Mal geht es Lila besser, mal Elena. Eigentlich… egal.
.
08_Band 2 ist deutlich besser – bis auf die über 200 Seiten, in denen drei Mädchen und zwei Studenten, die sich kaum kennen, mögen, verstehen, sich nichts zu sagen haben und nichts geben können/wollen, einen zerquälten Badeurlaub absitzen. Wären die Strand-von-Ischia-Kapitel kürzer, Band 2 wäre mein Lieblingsband.
.
09_In Band 3 werden Gewerkschaften, Kommunisten, Linksterroristen wichtig – doch viele Entwicklungen und politischen Hintergründe bleiben schwammig. Andererseits mag ich, wie Elena versucht, im Bildungsbürgertum anzukommen, ernst genommen zu werden… doch immer wieder an den feinen Unterschieden scheitert. Interessante Kapitel über Standesdünkel!
.
10_Band 4 befriedigte und freute mich, über weite Strecken: Ich mag, dass sich hier keine Frauenfigur auf Männer verlassen kann, alle sich ihr Glück immer neu erkämpfen, selbst schaffen müssen. Und ich mag, dass Elena als Intellektuelle souveräner wird – zunehmend kluge, differenzierte Dinge sagt über Partnerschaften, Schreiben, Italien, Kinder: Erst gegen Ende dieser 2000 Seiten höre ich der Ich-Erzählerin wirklich gerne zu. Die Kinderfiguren in Band 4 und ihre Probleme und Verwicklungen dagegen blieben mir zu flach; und ich bin überrascht, wie viele Nebenfiguren sterben, eher lustlos von der Bühne gewischt werden. Besonders Tinas Geschichte überzeugt mich nicht: Lila rutscht immer weiter ins Abseits, durch beliebig wirkende Schicksalsschläge. Ich sehe da keinen Character-Arc, Figurenentwicklung. Sondern Tragödien, auf die Lila zunehmend beliebig und oberflächlich reagiert – eine Hauptfigur, reduziert zur flachen, traurigen Nebenrolle. Auch die große Rahmenhandlung um Lilas plötzliches Verschwinden mit fast 70 wird in Band 4 schlecht/kaum aufgelöst.
.
11_2000 Seiten lang… immer das selbe: Ein Wohnviertel mit ca. 30 Figuren? Okay. Ein Großroman, der zwei Leben über fast 60 Jahre erzählt – doch in dem nur ca. 50 Figuren immer wieder Partner tauschen, zurückkehren, die Funktionen wechseln? Platt! Pro Buch gibt es sicher 10 Kapitel, die mit der… Möchtegern-Überraschung enden, dass eine Person, die wir bereits kennen, ein Zimmer, Büro, Fest etc. betritt und zeigt: Ich wohne jetzt hier. Oder: Ich bin der neue Partner. Erst wirkt das „Lindenstraße“-haft, konstruiert. Dann zunehmend albern, hilflos: Glaubt Ferrante, wir wären… geschockt? Begeistert? Ich rollte ab Band 2 meist nur die Augen.
.
12_Freundinnen, die sich verweigern: Elena will unbedingt mit Lila sprechen – doch geht ihr aus dem Weg. Lila braucht Hilfe – doch meldet sich nicht. Elena hat wichtige Fragen – doch ignoriert sie, monatelang. Elena versteht, dass Lila Hilfe braucht – doch stellt sich tot. Verstanden: Es geht um Neid, Ambivalenz, Selbsthass und Hassliebe. Doch dreimal pro Kapitel die Ich-Erzählerin sagen zu hören: „Ich wollte unbedingt etwas sagen. Aber dann ging ich einfach weg und sagte gar nichts.“ …wird sehr schnell trost- und witzlos..

.

cropped-stefan-mesch-buchtipps-zeit-online.jpg

.

Bonus / mehr Details:

Am 15. Juni 2016 stellte ich die Bücher bei Deutschlandradio Kultur vor, im Magazin „Lesart“, im Gespräch mit der Italien-Expertin und Literaturkritikerin Maike Albath.

Den Beitrag kann man hier (Link) nachhören.

Vor jedem Deutschlandradio-Gespräch schicke ich der Redaktion und der Moderatorin ein paar Notizen, Stichworte.

Hier meine kurze Materialsammlung zu Ferrante:

.

Elena Ferrante ist ein Pseudonym. Aus (schriftlichen) Interviews wissen wir, dass die Autorin ca. 70 ist, in Neapel aufwuchs, heute in Italien lehrt oder unterrichtet, mehrere Kinder hat, verheiratet war. Wahrscheinlich hat sie in Pisa studiert, klassische Philologie. Die Professorin Marcella Marmo, auf die all das zutrifft, streitet ab, Ferrante zu sein.
.

Ferrante veröffentlicht seit 1992 – Prosa über unglückliche, aber störrisch-starke Frauen mit Abstiegsangst und Aufstiegs-Ambitionen in Italien, bisher ca. 5 Romane (je nach Zählweise: sie selbst sieht das Neapel-Quartett als EIN Buch in vier Bänden). Bei Veröffentlichung des ersten Romans, 1992, entschied sie sich für ein Pseudonym, um Personenkult zu entgehen und den Fokus auf den Text zu lenken:

„This choice created a small polemic in the media, whose logic is aimed at inventing protagonists while ignoring the quality of the work, so that it seems natural that bad or mediocre books by someone who has a reputation in the media deserve more attention than books that might be of higher quality but were written by someone who is no one. But today, what counts most for me is to preserve a creative space that seems full of possibilities, including technical ones. The structural absence of the author affects the writing in a way that I’d like to continue to explore.“

Die vier Neapel-Romane erschienen 2011 bis 2014 in Italien, 2012 bis 2015 in den USA. In Deutschland erscheinen alle vier Bücher in rascher Folge bei Suhrkamp, im September 2016, Februar 2017, Sommer (Juni?) 2017 und September 2017, übersetzt von Karin Krieger. Frühere Romane von Ferrante sind auf Deutsch erschienen, vor allem bei Ullstein/List und werden jetzt nochmal neu als Suhrkamp-Taschenbuch veröffentlicht. Die Rechte zur Neapel-Saga waren sehr gefragt, mehrere deutsche Verlage haben geboten, Suhrkamp setzt große Hoffnungen in die Bücher. Mehr dazu u.a. bei Jochen Kienbaum/Lustauflesen.de.
.
Ich sehe vier große Faktoren für den Erfolg der Romane:
.
.
Die Autorin: Die vier Neapel-Romane sind sehr persönliche Erinnerungs- und Entwicklungstexte über Armut, Ambition, Dreck und Gefälle/Konflikte in Neapel. Zwei Frauen und ihr schwieriges Coming-of-Age, ihre lebenslange schwierige Freundschaft, ihre Probleme mit Sexismus, Klassismus, der Camorra und Vergewaltigungen/Missbrauch. Die Bücher werden mit Karl-Ove Knausgards „Mein Kampf“-Zyklus verglichen und sind in den USA noch erfolgreicher. Eine Autorin, die sehr ungeschminkt und persönlich erzählt und oft die eigene Kleinlichkeit/das eigene Versagen ausleuchtet… aber eben, anders als Knausgard: dabei so anonym und geheimnisvoll bleibt wie z.B. Thomas Pynchon.
.
.
Begeisterung in den USA: Eine Autorin des New Yorker, Ann Goldstein, hat die Bücher übersetzt, und Kritiker und Kollege James Wood hat Band 1 und 2 dann im New Yorker gefeiert, 2013, und damit erfolgreich gemacht (Woods Frau, Claire Messud, schreibt GANZ ähnliche, feministische Bücher über motzige US-Frauen).
.
Und: Die Bücher erschienen im (italienischen, aber auf den nordamerikanischen Buchmarkt spezialisierten) Verlag „Europa Editions“, der sehr oft sehr gute mittel-anspruchsvolle Unterhaltungsromane aus Europa in den USA zum großen Erfolg macht. (Eine deutsche Autorin im Programm: Alina Bronsky) Ich vertraue „Europa Editions“ sehr und weiß: wenn ich eine Strandlektüre mit Europa-Flair will, melancholisch und halbwegs klug, ist das der richtige Verlag.
.
(…was aber auch heißt: Für Suhrkamp sind diese Bücher eigentlich zu süffig, zu mainstream. Die Autorin aus dem Suhrkamp-Programm, an die ich denken muss, ist Isabel Allende.)
.
In Italien sind auch Ferrantes frühere Romane Erfolge, vor allem durch Verfilmungen. Auch eine über 30teilige Verfilmung des Quartetts ist geplant, doch Literaturpreise hat sie kaum gewonnen – vielleicht, weil sie anonym bleibt
.
.
Ein Marketing-Push in Deutschland: Im Mai hat Suhrkamp 15 Literaturblogger nach Berlin eingeladen und das Buch dort verschenkt. Das Verlagshaus, berichten die Blogs, sei vom „Ferrante-Fieber“ ergriffen und kämpfe darum, das Buch zum Erfolg zu machen. Ähnlich hat Dumont 2016 Anne Köhlers „Ich bin gleich da“ unter Bloggern beworben, Kiepenheuer & Witsch JJ Abrams‘ „Das Schiff des Theseus“.
.
.
„Alle Mitarbeiter bei Suhrkamp sind angeblich heiß gemacht worden auf Elena Ferrante, alle mussten sie lesen und diskutieren. […] Sechs Seiten sind Ferrante in der Vorschau gewidmet, normal sind zwei. Das Buch ist der erste Teil einer Tetralogie, die weltweit bereits für höchstes Aufsehen und Aufregung gesorgt hat und nun auch in deutscher Sprache (übersetzt von Karin Krieger) erscheint. Nach einem, wie [Lektor Frank] Wegner betonte, dramatischen und heißen Wettrennen um die Rechte. 
.
[…] Ich darf Ferrante schon jetzt lesen, aber noch nichts verraten. Nur soviel: trotz der Anmutung des Covers, es ist kein »Frauenbuch«. Dass verlagsintern alle Mitarbeiter, wirklich alle, so massiv auf einen Titel heiß gemacht und eingeschworen werden, ist selbst bei Suhrkamp eine Novum und sehr ungewöhnlich. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt, ob sich der große Einsatz lohnt, ob das Elena-Ferrante-Fieber auch die deutschen Leserinnen und Leser infiziert?“
.
Journalisten schreiben viel über die (Nicht-)Person Ferrante – aber ein Leseexemplar des Buchs will mir der Verlag erst ab Ende Juni geben: Blogger sind in diesem Fall bevorzugt. Ich kenne bisher nur die Leseprobe der Übersetzung – durch Karin Krieger – und fand sie exzellent: Ich glaube, diese Bücher werden auf Deutsch VIEL besser klingen als die US-Version.
.
Auch meine Buchhandelsfreunde lesen es gerade, als Vorab-Exemplar, und sind wohlwollend – doch eine Buchhändlerin in meinem Freundeskreis fragt sich z.B. auch, ob die Romane bei einem großen Konzern nicht noch besser aufgehoben wären – um im Stil von „Afterlove“ oder „Shades of Grey“ etc. noch breiter gepusht zu werden.
.
Bleibt die Frage: Wollen wir das? Drei, vier sehr dominante „Bücher der Saison“, über die alle sprechen… und Ferrante jetzt um jeden Preis als großes Buch des Herbstes? Band 2 wäre dafür ein okayer Kandidat, weil die Figuren älter sind und (interessantere) eigene Entscheidungen treffen. Band 1 – süßliche Kinder in trostloser Umgebung, monoton erzählt – ist für mich eigentlich keine sehr gute Strandlektüre, kein Wohlfühlbuch… aber auch keine hohe Literatur.
.
.
Thema und Figuren: ein feministischer Epochen- und Milieuroman. Es geht um Ich-Erzählerin Elena, Tochter des Pförtners, und ihre Kindheitsfreundin Lila, Tochter des Schuhmachers. Elena ist mollig, strebsam, unsicher und kämpft sich immer weiter nach oben, weg von ihrer Familie. Sie beneidet ihre Freundin Lila – störrisch, kalt, vielleicht bipolar – die besser schreiben kann, klüger ist, schöner… aber mit 12 von der Schule abgeht, früh einen neureichen Krämer heiratet und später als alleinerziehende Mutter in einer Salami-Fabrik betatscht und missbraucht wird – während Elena Autorin und Dozentin wird.
.
Die Mädchen sind 1944 geboren, Band 1 erzählt die Schulzeit, Band 2 die Zeit bis ca. 22, Band 3 bis 32 und Band 4 bis ins Alter – durch eine Rahmenhandlung wissen wir, dass Lila mit fast 70 beschließt, spurlos zu verschwinden. Band 1 ist ein recht seichtes und einfaches Buch über Jugend und Armut. Ab Band 2 erinnern mich die Bücher an die Memoiren von Simone de Beauvoir (persönlich, aber recht soziologisch); mit Band 3 und den Studentenunruhen, der Arbeiterbewegung etc. Ende der 60er wird es politisch. Band 4 fand ich – trotz vieler Längen und Konstruiertheiten – am durchdachtesten: die meisten Storylines werden, nach viel melodramatischem Auf und Ab, halbwegs stimmig und befriedigend abgeschlossen.
..
Ich denke beim Lesen der Bücher vor allem an deBeauvoir – und an die „Lindenstraße“: ca. 20 Figuren aus der selben Nachbarschaft, deren albern und übertrieben wechselhaftes Leben JEDEN Aspekt des Zeitgeists abbilden soll, oft sehr thesenhaft, didaktisch, überzeichnet und zu einfach. Die Sprache ist leicht – doch den Büchern fehlen Beschreibungen, Sinnlichkeit, Details und Beobachtungen, Lokalkolorit und Freude… Ein eher seichter Bericht über Mädchen, die lernen, um ihren (freudlosen, recht klischierten) Umständen zu entfliehen. Ich habe nicht das Gefühl, Neapel gut kennen zu lernen.
.
Und, mit Blick auf die Anonymität Ferrantes: das langweilige, knorrige Strebermädchen Elena, vermutlich eine autobiografische Figur, erscheint mir halbwegs plausibel. Doch Lila – zu schön, zu feurig, zu unberechenbar, zu fremd, ein Leben voller melodramatischer Verwicklungen – kommt mir erfunden und blass vor.
.
.
Zum Feminismus, aus der New York Times:
.
„My women are strong, educated, self-aware and aware of their rights, just, but at the same time subject to unexpected breakdowns, to subservience of every kind, to mean feelings.“ […]Q. What is the best thing that you hope readers could take away from your work?A. That even if we’re constantly tempted to lower our guard — out of love, or weariness, or sympathy or kindness — we women shouldn’t do it. We can lose from one moment to the next everything that we have achieved.“
.
Ich fürchte, die Bücher kommen international so gut an, weil wir Neapel nicht kennen – und bei jeder seichten oder platten Wendung denken: „Na ja. Vielleicht war das eben so: vor fast 60 Jahren, in Süditalien.“ Ein deutscher Zeitroman würde, hoffe ich, kritischer gelesen und verhandelt.
.
cropped-die-besten-romane-2015-wordpress.jpg..
.
Lieblingszitate – über Klassismus, Standesdünkel:
.
„[The other students] knew how a newspaper or a journal was put together, how a publishing house was organized, what a radio or television office was, how a film originates, what the university hierarchies were, what there was beyond the borders of our towns or cities, beyond the Alps, beyond the sea. They knew the names of the people who counted, the people to be admired and those to be despised. I, on the other hand, knew nothing, to me anyone whose name was printed in a newspaper or a book was a god.
.
[…] I didn’t know the map of prestige.
.
[…] I was one of those who labored day and night, got excellent results, were even treated with congeniality and respect, but would never carry off with the proper manner the high level of those studies. I would always be afraid: afraid of saying the wrong thing, of using an exaggerated tone, of dressing unsuitably, of revealing petty feelings, of not having interesting thoughts.“ [Band 2 – Elena im Studium, in Pisa.]
.
„Make your own head masculine, so that it would be accepted by the culture of men: I had done it, I was doing it.“ [Band 3 – Elena als Akademikerin.]
.
„My entire life would be reduced merely to a petty battle to change my social class.“ [Band 4 – Aufstieg kostet Kraft.]
.
.

#meetthebloggerDE: Stefan Mesch… in Fotos, für ‚Meet the Blogger‘

meetthebloggerde-Fragen von Anne Häusler, Foto von Stefan Mesch

.

Ich liebe Fragebögen und Interviews: als Journalist/Fragensteller – und als Befragter.

Ich mag Instagram: Seit März 2016 poste ich dort Fotos: smeschmesch (Link)

.

Im Mai lud Bloggerin Anne Häusler von Blogchicks.de zu einer Instagram-Challenge ein:

Täglich ein Bild, zu einem vorgegebenen Schlagwort, unter dem Hashtag meetthebloggerDE.

.

Heute im Blog, noch einmal gesammelt: all meine Antworten und Fotos, auf einer Seite, zum Nachlesen.

Einfache Begriffe/Fragen, einfache Antworten und Motive.

Ich hatte Spaß – und suche seitdem nach weiteren „Ein Bild pro Tag“-Instagram-Challenges.

.

längere Interviews mit mir:

Nerv Magazin | ZEIT Magazin | SteglitzMind | Christoph Koch | Auf ein Bier mit | Open Mike |Büchergilde.de | Buchkontor WienBooknerds | Litlog | RTL

…und: eine Liste von Dingen, die ich liebe.

…und: Snack-/Junkfood-Favoriten, in Bildern.

.

Ich:

 

Darüber blogge ich:

 

mein größter Erfolg:

#meetthebloggerde – Tag 3. #southbronx #nyc #2013

A post shared by Stefan Mesch (@smeschmesch) on

 

Fotografie:

 

mein Logo:

 

Entspannung:

 

Blog-Helfer:

#meetthebloggerDE fragt heute: "#bloghelfer?" für Technik, WordPress usw. habe ich keinen besonderen Mentor oder Ansprechpartner. es gibt auch keinen idealen Leser. aber: ich mag, wie vernetzt die deutschsprachigen #literaturblogger sind, und ich freue mich, dass ich Blogposts nicht ins Vakuum schreibe: wenn ich etwas sage, haben Menschen wie @buzzaldrinsblog (Mara Giese, hier im Bild), @54books und @buchkolumne Interesse daran – lesen, kommentieren, teilen. mich motiviert das – ich freue mich über das Interesse, die Dialoge, auch die Widersprüche. gut für den Blog: wenn Texte auf Facebook nicht nur geliket werden, sondern geteilt. das macht jedes Mal einen Riesenunterschied. wer Blogposts gut findet: teilen!

A post shared by Stefan Mesch (@smeschmesch) on

 

Inspiration:

 

Ohne geht es nicht:

 

Social Media:

 

Selfie:

 

Farbe/Textur:

 

Nomnom/Essen:

 

Darüber möchte ich mal schreiben:

#meetthebloggerDE fragt heute: "Worüber wolltest du schon immer mal schreiben?" ich bin Freelancer/Freiberufler und deshalb recht orts-unabhängig. Ich wohne oft zur Zwischenmiete, verbringe Zeit in Nordamerika oder passe auf Wohnungen auf, so lange Freunde von mir im Urlaub sind: den Alltag und die Lebensumstände von Freunden – aus ganz verschiedenen Städten – kriege ich oft mit, und finde ihn fast IMMER super-interessant. seit Jahren denke ich: ein Jahr lang Freunde begleiten. eine Person pro Woche. in die Wohnung, in ihren Job. sie dabei portrairen und interviewen. und am Ende damit die Leben von ca. 50 Menschen oder Paaren zeigen. ich habe keine Zeit für sowas, so lange der Roman nicht fertig ist. aber irgendwann will ich das unbedingt machen. #wohnungen #alltag #lebensumstände #journalismus

A post shared by Stefan Mesch (@smeschmesch) on

 

Sketchbook:

 

in Aktion:

 

darauf bin ich stolz:

 

Playlist:

 

Der beste Blog-Tipp:

heute fragt #meetthebloggerDE: "Der beste #blogtipp?" grundsätzlich hilft mir, mit Freunden über alles zu sprechen, das mich interessiert – oft habe ich Ideen für Artikel oder Blogposts – und merke das erst, wenn Freunde sagen "Das ist ein Artikel: Schreib darüber!" als #buchblogger / #kulturjournalist merke ich: ein Text über EIN Buch kann jeder schreiben; oft unterscheidet sich eine professionelle #rezension zu wenig von einer Amazon-Review. Mehrwert (und Reichweite!) haben Texte mit mehr Überblick/Tiefgang: 2011 las ich alle #greenlantern-comics, die ich finden konnte, machte eine Timeline mit Leseempfehlungen, fand/sah Verknüpfungen, die man nur bemerkt, wenn man ALL das kennt… nehmt eure Leidenschaften, Expertengebiete, euer Nerd- und Liebhaberwissen und erklärt eure Themenfelder – leicht lesbar, übersichtlich, im Detail: ich brauche z.B. keine 50. Rezension zu… #dasendedereinsamkeit von #benedictwells. doch wenn jemand ALLE Wells-Romane las und sie in Kontext zueinander setzt, Parallelen zeigt, Wells erklärt? wunderbar. schreibt die Texte, die nur IHR schreiben könnt! #expertise #tiefgang

A post shared by Stefan Mesch (@smeschmesch) on

5 Fakten über mich:

#meetthebloggerDE fragt heute nach #fünffakten über mich.

A post shared by Stefan Mesch (@smeschmesch) on

 

meine drei Lieblingsblogger auf Instagram:

morgen fragt #meetthebloggerDE nach drei Lieblings-Instagram-Accounts. schon heute: meine Empfehlungen. 1) Selahattin Nehir (Bücher- und Buchkultur-Fotos), 2) Ego Rodriguez (Illustrationen), 3) Frlwilli (viel Natur, viele Blumen: sehr stylische Alltagsfotografien die zeigen, wie man ohne viel Aufwand RICHTIG tolle Bilder einfangen kann). ich mag auch Jules Villbrandt (Design/Wohnen), Bookflatlay (Bücher, kitschig inszeniert), Magali (Design/Wohnen), Beekman1802boys (schwule Ziegenfarmer in den USA), Janneke Luursema (Design/Wohnen)… und ich mochte den Instagram-Account von Freundin Mara Giese lange nicht besonders, weil sie immer den selben Filter benutzt. Jetzt aber sind ihre Fotos VIEL abwechslungsreicher & besser. Empfehlung!

A post shared by Stefan Mesch (@smeschmesch) on

 

Ziele:

 

Organisation:

 

mein größter Traum:

 

Ich kann nicht leben ohne…

 

Lieblingsstück:

 

Da musst du mal einkaufen:

#meetthebloggerDE fragt, über welche Orte ich sagen würde: "Hier solltest du mal einkaufen!" ich kaufe nie ein: Lebensmittel bei den gängigen Discountern/Ketten, ab und zu Bücher und Comics in Antiquariaten. die meisten Hemden, die ich trage, sind Second Hand, Hosen usw. kommen von H&M o.ä. – keine besonderen #einkaufstipps von mir. aber: Ich mag es sehr, in Cafés zu sitzen, in denen man lesen/arbeiten darf. Vor allem bei #starbucks habe ich kein schlechtes Gewissen: ich zahle 5 Euro für einen #caramellfrappuccino. brauche über zwei Stunden, um zu trinken. und kann so lange schreiben, lesen, arbeiten – in bequemen Möbeln und oft mit guter (Singer-Songwriter-)Musik. ich liebe #frappuccinos (und andere Kaffee-Kaltgetränke)… aber die 5 Euro, die ich bei Starbucks zahle, sehe ich nicht als als (überhöhten) Preis für kalten Kaffee – sondern als eine Art #raummiete. deshalb: sucht euch gute Cafés, in denen man lange sitzen kann, ohne egoistisch zu sein. und "mietet" euch ein, mit Getränken/Bestellungen.

A post shared by Stefan Mesch (@smeschmesch) on

 

Vorbilder:

 

Lieblingslektüre:

 

Routine: