Was ich liebe. 100 Favoriten.

Stefan Mesch Orbanism #fil15

 

 

Zum Sampeln, Zitieren, Remixen, Spielen:

Für „#fil15 – Falling in Love“ und das Orbanism Festival Berlin 2015 habe ich ein Wochenende lang gesammelt, was ich liebe.

  • Flughäfen – und das Raus-/Weg-/Weiterkommen.
  • Kohlenhydrate! Reis, Brot, Cracker, Kekse.
  • Fragebögen, offene Fragen, Persönlichkeitstests – und gesammelte Antworten.
  • Abwechslung, Steigerung, Beschleunigung, Anspruch.
  • Kunst, die länger, größer, schwerer, vielstimmiger, komplexer ist, als sie unbedingt sein müsste.
  • Journalismus: Menschen, denen wir Geld geben, damit sie fragen, beobachten, nachdenken, Erfahrungen machen.
  • beim Autofahren laut zu singen.
  • gebrauchte Dinge gut zu behandeln/neu zu nutzen.
  • wenn Kinder Sarkasmus oder Übertreibungen verstehen und witzig finden.
  • Empfehlungen zu kriegen – und zu geben.
  • Streams, Archive, Sammlungen, Wunderkammern, Bibliotheken, Rankings, Lexika, Links.
  • Ensembles, Gruppen, Gruppendynamik, Wahlfamilien, Probleme zwischen mehr als zwei Menschen.
  • Menschen, die ihre Arbeit lieben. Und mir Begeisterung für ihr Leben vermitteln.
  • Reste, Häppchen, Potlucks, improvisiertes Essen, spontane Optionen.
  • Ohrstöpsel, Augenklappen, das Ausblenden von Störungen.
  • Alleinsein, Allein-in-fremden-Städten-Sein, Allein-auf-Konzerte-Gehen, Allein-in-Wohnungen-Sein, Allein-Reisen.
  • irgendwo sprechen/bleiben zu müssen, wo ich nur ein, zwei Menschen kenne… und alle Neuen, Unbekannten kennen zu lernen.
  • Gespräche im Gehen zu führen – oder im Auto.
  • Nähe/Verständnis trotz Altersunterschied.
  • Whistleblower, Watchblogs, Menschen, die Unrecht öffentlich machen.
  • Serien, in denen Dinge passieren, bei denen man vorher dachte „DAS darf DA auf keinen Fall jemals passieren.“
  • Frauen, die keine Frauchen sind und Männer, denen ‘Männlichkeit’ egal ist.
  • Menschen, die ihr Leben so dokumentieren, dass ich ihnen nahe sein kann, ohne, in ihrer Nähe sein zu müssen.
  • Sachen auszusuchen, Sachen anzuordnen oder mich schnell zwischen Sachen zu entscheiden.
  • kurz/gezielt Zeit mit Leuten zu verbringen – statt rumzudümpeln.
  • wenn es sich Freunde leicht machen: kein Geschenkpapier, kein aufwändiges Kochen, kein unnötiger Zeitaufwand.
  • im Liegen zu schreiben/zu arbeiten.
  • auf Partys im Nebenzimmer zu sein, oder zu fotografieren. Dabei zu sein – als teilnehmender Beobachter.
  • in Buchhandlungen, Comicshops, Antiquariaten ins Gespräch zu kommen.
  • Menschen, die sich Gehör verschaffen – obwohl sie jünger/ärmer/fremder etc. sind als Menschen, denen wir sonst zuhören.
  • Websites, die Bücher, Filme, Restaurants, Serien-Episoden etc. bewerten und ranken.
  • Goodreads, TV Tropes, GraphTV, TVinsider, Tumblr, Feminist Frequency, manchmal Reddit.
  • umdrehen, rausgehen, abbrechen zu können, spontan zu sagen: „Dafür ist mein Leben zu kurz, meine Zeit zu wertvoll!“
  • Leute anzufeuern, an Leute zu glauben, Leuten zu sagen, was ich an ihnen mag.
  • Menschen, die mich begeistern, für andere Menschen, die mich begeistern, zu begeistern.
  • Sachen, die ich gerne tue, immer wieder zu tun, als Alltags-Ritual.
  • Sachen zum ersten Mal zu tun, anders zu probieren, an neuen Orten zu sein.
  • Parks, Coffee Shops, Bibliotheken, Third Spaces: Orte, an denen man unter Menschen allein sein kann.
  • einen Unterschied zu machen; zu wissen: DIESEM Menschen habe ich HEUTE etwas zu sagen/zu geben.
  • Speisekarten, Optionen, kurzzeitige Angebote, saisonales Essen, Fundgruben: Wahlmöglichkeiten und Abwechslung.
  • wenn Menschen Adoptiveltern, Stiefgeschwister, Exfreunde des Partners o.ä. RICHTIG toll finden.
  • wenn Geschichten „für Kinder“, „für Frauen“, „für Japaner“, „für Lesben“ o.ä. auch *mir* genug zu denken geben.
  • wenn Nebenfiguren so viel Format haben, so strahlend und interessant sind wie Hauptfiguren.
  • wenn sich Leute mit mir freuen oder Passanten merken, dass ich gute Laune habe/glücklich bin.
  • Sonne, Licht, nicht-Frieren-Müssen, Temperaturen über 25 Grad.
  • Filme, in denen sich Menschen vor Dinosauriern retten müssen.
  • interviewt zu werden. Oder Interviews zu führen. Radiogespräche. Podien. Blind Dates.
  • Leute, die in meinem Tempo laufen, sprechen, einkaufen, tippen: schnelle Partner, die mich fordern und motivieren.
  • traurigen Folk; leise Musik, zu der in TV-Cliffhangern Autos von Klippen schlittern.
  • Journalismus oder Kunst, die mehr als EINE Aussage, EINEN Standpunkt hat, die Fragen stellt, statt Antworten vorzutäuschen.
  • Sammeln, Sortieren, Schneiden, Kürzen, Lektorieren, Ranken, Anordnen, Collagieren.
  • untersetzte, kleine, gedrungene, tuntige Männer.
  • kantige, aufrechte, zupackende, schlaue Frauen.
  • Clark Kent und Lois Lane. Ihre Arbeit als Journalisten. Und: ihre Dynamik als Liebespaar.
  • Leute, die weitermachen, umdrehen, sich neu erfinden, einer Zumutung oder Tragödie etwas entgegensetzen.
  • Leselisten und Film-Watchlists. Ich werde mich nicht umbringen, so lange ich weiß: Da ist noch SO viel, das ich lesen/sehen will.
  • Sachen sofort sehen, öffnen, verarbeiten zu können: langes Warten macht mir keine Vorfreude.
  • in letzter Minute einkaufen zu gehen: vor Ladenschluss, an Heiligabend, spät nachts.
  • Fotos von Freunden. Und nicht nur: die schönen oder spektakulären.
  • Systeme mit mehr als zwei Kategorien. Keine Wahl zwischen A und B, sondern zwischen z.B. A, B, C und D.
  • Räume. Nur bitte keine „gemütlichen“ Küchen, „kuschelige“ Schlafzimmern, „niedlichen“ Hütten usw.
  • Variationen von Produkten: neue Geschmacksrichtungen und Specials.
  • das Seltsamste auf einer Speisekarte zu bestellen: neue Früchte/Fleischsorten/Getränke zu testen.
  • in Städten sein, in denen man jeden Tag einen neuen Ort zum Kaffeetrinken oder Essen findet.
  • das war knapp“-Bewegungen, -Timing, -Choreographien, z.B. im „Ducktales“-Vorspann: https://www.youtube.com/watch?v=0x7W2XG8UNY
  • Schulen, Tutorials, Workshops, soziale Einrichtungen: Orte, die Wissen und Hilfe bündeln.
  • Urban Density statt Urban Sprawl: dicht besiedeltes Terrain, auf dem alles nah beieinander liegt.
  • Leute, die als Einzelperson SO interessant sind, dass ich mich erst nach Wochen frage: „Sind sie eigentlich verheiratet?“
  • eine Erfahrung mit EINEM Menschen machen zu können, fokussiert, konzentriert: Zweierspaß, Zweiergespräche.
  • Kaffee viel mehr als Alkohol, Wachsein viel mehr als Entspannung, Stimulanz mehr als Beruhigung.
  • mich in neue Zusammenhänge und Systeme einzuarbeiten, komplexe Welten verstehen und bewerten zu lernen.
  • Jugendliche, die wissen, was sie wollen; Jugendbücher/Young-Adult-Literatur über Jugendliche, die wissen, was sie wollen.
  • wenn Paare zusammenbleiben, sich viel zu sagen haben: alle Szenen NACH dem „Ja: Ich will.“
  • Leute, die sich preis geben – und denen Mut und Offenheit wichtiger ist als Taktik oder Scham.
  • keinen Hund zu haben, keine Kinder zu haben, kein Versorger zu sein.
  • schlechte Bücher weglegen, aus schlechten Lesungen gehen, Partys verlassen, Kultur abbrechen zu können.
  • Zeit zu haben: Ihr kommt leicht an mein Geld. Aber nicht an meine Zeit!
  • Ausschlafen, Ausgeschlafen-Sein: einen Tag spontan 3 Stunden länger dauern lassen? Toll. 3 Stunden früher aufstehen? Graus.
  • dass Dinge schneller gehen als in meiner Kindheit, Antworten und Menschen viel näher sind.
  • Abende, Feste, Aktivitäten, auf die sich alle Teilnehmer, Besucher, Gäste sehr freuen.
  • fröhlichen Sex, Lachen beim Sex, Sex mit humorvollen Menschen.
  • Meinungen. Ich mag, dass es viele gibt, im Netz so viele nebeneinander stehen können und für mich lesbar sind.
  • Leseproben und die Sammel- und Jagd-Euphorie beim Bücher-Anlesen und -Sortieren.
  • allein in großen Gebäuden zu sein, z.B. nach Feierabend.
  • mehr als EINEN Menschen aus einem Land/einer Kultur zu kennen – das hilft gegen „Ah: SO sind die also alle dort“-Schubladen.
  • ältere Autorinnen, Politikerinnen, Aktivisten etc.; Menschen, die für Gruppen sprechen, die im Alltag zu selten Gehör finden.
  • Photoshoppen, mit Bildern arbeiten. Ich wünschte, es gäbe mehr Gründe/Anreize für mich, da besser zu werden.
  • mit Menschen, die Sushi mögen, Sushi essen gehen zu können – ohne weite Reise/Anfahrt.
  • Exzentriker, Queerness, Feminismus, Kunst, Trotz, Irritation: Gegenentwürfe zu vermeintlichen Selbstverständlichkeiten.
  • Dinge stehen zu lassen, Bäume wachsen zu lassen, Gegenständen einen Platz zu schaffen – an dem sie jahrelang bleiben können.
  • Bücher verschenken – oder sie möglichst persönlich und treffend zu empfehlen.
  • Menschen, die für Dinge brennen und mich mitreißen, anspornen, meinen Hunger verstehen.
  • kalten Kaffee, kalte Pizza, Sushi, Salate, kalte Pasta: sogar Fleisch ist kalt oft besser.
  • #1000tode, das Techniktagebuch, Tumblr… die Möglichkeiten, Erfahrungen und Blickwinkel vieler Menschen zu bündeln und archivieren.
  • knappe, schnelle Gespräche und Verständigung.
  • Sachen festzuhalten, zu dokumentieren, öffentlich zu machen, neuen Leuten zu zeigen.
  • gute Laune beim Einkaufen, Quatsch beim In-der-Schlange-Stehen, mit Freunden öffentlich glücklich zu sein.
  • die Gegenwart, die Zukunft: ich bin froh, heute zu leben – nicht vorher.
  • Vertrautheit, Intimität, an alten Freundschaften festzuhalten.
  • Menschen, die mir erklären, warum sie etwas lieben.

9 comments

  1. “Leute, die sich preis geben – und denen Mut und Offenheit wichtiger ist als Taktik oder Scham.”
    Ach Stefan, fall’ nicht auf Leute rein, die sich preis zu geben scheinen und bei denen es Taktik ist, so zu tun, als sei es Mut und Offenheit und wichtiger als Taktik oder Scham!

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