Month: February 2015

Japanliteratur: Die besten Bücher aus und über Japan

brooklyn botanical gardens japanese garden.

Einmal pro Monat stelle ich 20 unbekannte oder neue Bücher vor.

heute: Bücher aus und über Japan.

viele davon gefunden bei “Japanliteratur.net”, einer übersichtlichen, toll gestalteten, sehr gut informierten Magazin von Friederike Krempin.

20 Titel – angelesen, gemocht und vorgemerkt:

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01: SAIICHI MARUYA, “Die Journalistin” / “A Mature Woman” 

Die Journalistin

02: MORIO KITA, “In Nacht und Nebel”

Lidé z rodu Nire

03: TERU MIYAMOTO, “Kinshu: Autumn Brocade”

  • 208 Seiten, 1982.
  • Briefroman über ein Ex-Liebespaar, das sich zehn Jahre später in einem Onsen in den Bergen wiedersieht.

Kinshu: Autumn Brocade

04: MINATO KANAE, “Confessions”

  • 240 Seiten, 2007.
  • Rezension bei Japanliteratur.net (Link)
  • Monolog einer Lehrerin und Mutter, die der Schulklasse, die sie unterrichtet, die Schuld am Tod ihrer Tochter gibt und sich an den Kindern rächen will. Etwas trashiger (?), aber mitreißender Thriller.

Confessions

05: YUKIO MISHIMA, “Runaway Horses”

Runaway Horses

06: HIROMI KAWAKIMI, “The Briefcase” / “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß”

The Briefcase

07: NATSUKI IKEZAWA, “A Burden of Flowers” / “Schwere Blumen”

A Burden of Flowers (Kan Yamaguchi Series)

08: ALAN BOOTH, “Looking for the Lost: Journeys through a vanishing Japan”

  • 340 Seiten, 1995.
  • Um Noh-Theater zu lernen, zieht Booth mit 24 nach Japan. Er bleibt 33 Jahre lang, bis zu seinem Tod – und schreibt hier über seine Wanderungen und Reisen durch die japanische Provinz.

Looking for the Lost: Journeys Through a Vanishing Japan

09: OSAMU DAZAI, “The Setting Sun”

  • 175 Seiten, 1947.
  • Als ihre verwitwete Mutter krank wird, muss eine unverheiratete Frau mit ihr aufs Land ziehen: Nachkriegsroman über soziale Kälte und Abstieg.

The Setting Sun

10: MAXENCE FERMIN, “Snow”

  • 112 Seiten, 1999.
  • verknappter, poetischer Roman über einen jungen Haiku-Autor im 19. Jahrhundert, seinen blinden Lehrer und eine Hochseilartistin aus Frankreich, in die er sich verliebt. Könnte schlimmer Kitsch sein – aber stilistisch macht es Spaß.

Snow

11: YASUNARI KAWABATA, “First Snow on Fuji”

Beauty and Sadness

12: FLORENT CHAVOUET, “Tokyo on Foot. Travels in the City’s most colorful Neighborhoods”

  • 206 Seiten, 2009
  • Reisebericht, Visual Guide, Graphic Novel, illustriertes Geschenkbuch: ein harmloser, aber wunderschöner Reiseratgeber von einem Illustrator, der mehrere Bücher zu beliebten Reiseziele in Japan macht(e).

Tokyo on Foot: Travels in the City's Most Colorful Neighborhoods

13: SAWAKO ARIYOSHI, “The River Ki”

  • 243 Seiten, 1959.
  • drei Generationen von Frauen, vom Ende der Edo-Zeit bis zum zweiten Weltkrieg, und ihr Leben an einem Fluss in der Provinz.
  • von der selben Autorin angelesen und gemocht (wirkt aber etwas didaktisch und Biopic-artig): “The Doctor’s Wife” (1978)

The River Ki

14: SHUSAKO ENDO, “The Sea and Poison”

The Sea and Poison

15: EIJI YOSHIKAWA, “Musashi”

  • 970 Seiten, 1935
  • historischer Schmöker über einen Schwertkämpfer, Samurai und Feldherrn im 17. Jahrhundert: viele dieser Bücher sind schleppend – besonders in der Übersetzung. Dieses hier hat mich schnell gepackt.
  • ähnliche Mainstream-Titel, angelesen und gemocht: “Shogun” (James Clavell, 1975), “Hiroshima” (John Hersey, 1946)

Musashi

16: BEATE SIROTA GORDEN, “The only Woman in the Room: A Memoir of Japan, Human Rights and the Arts”

  • 176 Seiten, 1998
  • Beate, Tochter russischer Juden, hilft direkt nach dem 2. Weltkrieg beim Aufsetzen der japanischen Verfassung: ruppige, etwas überdrehte Lebenserinnerungen einer streitbaren und selbstbewussten Frau.

The Only Woman in the Room: A Memoir of Japan, Human Rights, and the Arts

17: NATSUME SOSEKI, “And then”

  • 248 Seiten, 1909
  • Ein junger Idealist wird immer tiefer ins Leben seines besten Freundes und dessen labiler Frau gezogen.
  • Klassiker vom selben Autor: “Kokoro” (1914)

And Then

18: SAYO MASUDA, “Autobiography of a Geisha”

  • 185 Seiten, 2003.
  • Rezension auf Japanliteratur.net (Link)
  • abseits vom Arthur-Golden-Kitsch erzählt eine Geisha von ärmlichen, schwierigen und verstörenden Jahren in der Provinz.

Autobiography of a Geisha

19: YASUSHI INOUE, “Die Eiswand”

  • 415 Seiten, 1956
  • Zwei Freunde und Bergsteiger-Rivalen kämpfen um die selbe Frau.
  • Ich liebe Inoues “Meine Mutter” und empfehle es oft. Niemand in meinem Freundeskreis kann viel damit anfangen. Freundin L. nahm es mit in den Strandurlaub und sagte danach: “Ich war gelangweilt. Aber meine 80jährige Oma fand es, glaube ich, nicht schlecht.”
  • andere Titel von ihm, die ich angelesen habe und mochte: “Schwarze Flut”, “Bullfight”, “Amore” (1950)

Die Eiswand

20: HIKARU OKUIZUMI, “Das Gedächtnis der Steine”

  • 158 Seiten, 2000 oder früher (hier der Amazon-Link)
  • Rezension auf Japanliteratur.net (Link)
  • Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, nach dem Tod seines Sohnes, stellt sich ein inzwischen Erwachsener Familienvater seiner Kriegstraumata und verdrängten Ängsten.

japanliteratur stefan mesch

Klassiker, angelesen und gemocht:

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Nip the Buds, Shoot the KidsmThe Makioka SistersYabu No Naka The Chrysanthemum and the Sword: Patterns of Japanese CulturemTattoo Murder Case

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Expat- und US-Literatur, angelesen und gemocht:

The Japan Journals: 1947-2004m Lost Japanm36 Views of Mount Fuji: On Finding Myself in JapanmMy Year of MeatsmTokyo Fiancée

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sympathische Unterhaltungsromane:

The Yokota Officers ClubmWarten auf die SonnemWingshootersmSchnee im AprilmAll She Was Worth

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underdog literature october 2014

gelesen – und sehr gemocht:

Ich habe alle Haruki-Murakami-Bücher gelesen… und empfehle besonders (in absteigender Reihenfolge):

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fünf Manga, denen ich das größte denkbare Publikum wünsche:

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fünf Japan-Romane, die ich empfehle:

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verwandte Posts:

und:

1 book. 1000 texts about death. partake in the #1000deaths project!

writing a thousand deaths twitter

full info / exposé here [Link, Dropbox]

Update: the final deadline for submissions is August 30th, 2015

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have you ever been affected by a death?

do you want to write about it?

submit a personal text…

…to Christiane Frohmann’s #1000deaths project!

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One of my favorite German Cultural Studies writers, Christiane Frohmann, is publishing a collection titled “Writing A Thousand Deaths “. It’s an ebook with a professional editing process, available on Amazon and many European, alternative platforms. her full proceeds go to charity.

The #1000deaths project wants to collect 1000 brisk, smart and moving personal narratives.

The first 350 text are published already: The ebook will update itself several times until 1000 texts are completed. These first 350 texts were written by German-speaking authors, mostly. Now, for the fourth update / edition of the book, the project will open up for people writing in all other possible languages. We are looking for morticians and clergy people, doctors and grief therapists… and all kinds of other voices who want to approach the topic.

Forms like poetry, fiction, essays, personal texts, letters etc. are possible and encouraged.

Please forward this to anyone who might be interested, and…

…by March 3rd, email your submissions to verlag@cfrohmann.com

There will be a professional editing process. The dropbox document (link) will give you all further information.

there are additional exposés in

If you have any questions, please get in touch! Share the exposé, invite writing classes, friends, academics, poets and all kinds of experts and amateurs… and visit the “Writing a Thousand Deaths” Facebook page for further information.

The book has been covered in “Wired” (German edition, Link) and the Neue Zürcher Zeitung (Swiss, Link), and there’s a Goodreads page, too (Link).

So far, from 350 texts, only a select few have been written in English:

Tricia Callahan (text 249), Marika Keblusek (text 083), Chloe Zeegen (text 091), AE Rutherford (text 103), Michaele Taschek (text 150), Lola Gruenthal (text 188), Kristoffer Patrick Cornils (text 227), Joey Juschka (text 273), Angela Lahee (text 280), Richard Weber (text 284), Roxanne Kent-Drury (text 347)

Let’s help expand this list…

…and produce a stunning, rich and emotional collection of 1000 texts about a taboo topic!

Writing a Thousand Deaths, Frohmann Verlag

1000Tode / “Tausend Tode Schreiben”: mein Text… und Update 3

“Inventar”

von Stefan Mesch.

erschienen in: “Tausend Tode Schreiben”, Frohmann Verlag 2014 / 2015

Tausend Tode Sterben Christiane Frohmann .

Mach eine Liste aller Menschen, die dir fehlen.

Sprich aus, was du konkret – an jedem einzelnen – vermisst.

Steck alle Verluste ab, spezifisch, nur für dich: ideell, materiell, sozial/alltäglich, kulturell.

Eine Inventur deiner Zäsuren, Brüche.

Aller plötzlichen Nie-Wieders und Dann-doch-nichts und Zu-Späts.

Öffne ein Register für alles, was ein Tod dir nahm.

Stahl?

Verschenktes Potenzial. Falsche Aufschübe. Verlorene Zeit, Unmöglichkeiten.

Sei egoistisch, hungrig, leg dich fest – bis runter zum kleinsten, albernsten regret.

Und dann dreh um. Mach eine Liste über deinen eigenen Tod.

Aus Sicht der anderen.

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Am Check-in jedes Fluges wünschte ich, Verena hätte die Liste meiner Passworte: Gmail, der GMX-gesendet-Ordner, WordPress, Facebook, das Passwort meiner 2000 Seiten Tagebuch auf der externen Festplatte, 1997 bis 2004. Mein digitaler Nachlass, mein Vermächtnis – falls ich und mein Computer heute ins Meer stürzen, verstummen. Keine weiteren Worte in die Welt lassen dürfen.

// .

Mach eine Bucket List, wenn du nicht anders kannst.

Und klar – Patientenverfügungen, Organspende. Formalia.

Aber das meine ich nicht:

Es gibt genügend Online-Listen mit 1000 Dingen, die du tun musst, ehe du stirbst. (Bürokratie!)

Es gibt genügend Online-Listen mit 1000 things to see before you die. (Tourismus!)

Ich will ein Inventar aller Dinge, die du geben kannst:

ideell, materiell, sozial/alltäglich, kulturell.

Dazu die Liste aller Menschen, denen etwas fehlen würde – zwischen deinem Tod und ihrem.

Und einen Plan:

Was du hinterlässt.

Für wen genau.

Und wer – womit genau? – was anzufangen wüsste. .

//

Als sie mit 14 ihr erstes Testament schrieb, mailt Julia, legte sie die Rangfolge fest, in der ihre Freunde das Zimmer betreten durften, „um sich eine Sache auszusuchen. Mein Nachttisch durfte aber nicht aufgemacht werden!“ Braucht, will oder trösten jemanden meine Comics (Richard? Jakob?), Romane (Maria?), Kleider (…?!), Festplatten, Daten (Frank, Simone, Lino? Und Jule und Jan: Könnt ihr notfalls mein Buch beenden)…? Wie finden die richtigen Hinterlassenschaften die richtigen Hinterbliebenen? Was von dem Zeug, das ich besitze, schreibe, weiß, zu sagen habe, hat einen Wert – Glücks- und Erkenntnispotenzial? Für wen?

//

Mach Ablageorte.

Mach dir bewusst, dass deine Ablageorte später Fundorte werden.

Mach Sicherungskopien, Fotos.

Keep your old love letters. Throw away your bank statements.

Mach einen Stammbaum und zähl 20 Dinge auf über jeden Namen im Geäst..

//

Roy hat die Schlüssel zu M.s Wohnung, damit er Pornos löschen, Fenster putzen, alles Unvernünftige verschwinden lassen kann in den kurzen Stunden zwischen einem Unfalltod von M. und einer Anreise und Wohnungsinventur durch M.s Mutter. „Meine Tante verließ ihren Mann: Er soff sich dann zu Tode, allein. Die letzten Tage schaffte er es nicht mehr bis zum Klo. Meine ganze Kindheit lang habe ich nichts Gutes über ihn gehört. Der Dreck in seiner Wohnung. Die Ecke, in die er pisste. Das haben alle behalten. Sonst nichts.“ Roy hat den Wohnungsschlüssel, um zu verhindern, dass M., falls er überraschend stirbt, am Zustand seiner Zimmer gemessen und erinnert wird.

//

Hast du eine Geschichte? Schreib sie auf.

Hast du alles gesagt?

Genug?

Hast du die wichtigen Menschen alles Wichtige wissen lassen?

Hast du etwas gesehen, erlebt, das mit dir stirbt?

(Muss es das?)

Dreh kurze Filme. Nimm deine Stimme auf.

Lass Karten hier, die uns zu deinen Schätzen führen.

Trete Spuren. Halt dich fest.

Mach Nacktbilder – für die Person, die das zu schätzen weiß oder wüsste.

Ich will die Liste aller Orte, an denen du zwei Nächte verbrachtest – oder mehr.

Ich will die Liste aller Menschen, mit denen du zwei Nächte verbrachtest – oder mehr.

Ich will deine Lieblingssongs und -filme. Deine Favoriten. Deine Perlen.

Ich will Kultur, in der du dich erkennst.

Entdeckungen – die mehr über dich verraten.

Ich will das Inventar der Dinge, die du teilen kannst – sobald du stirbst.

Und ich will, dass du Wege findest, das Teilen vieler Dinge nach vorne zu verlegen:

Sobald du kannst – lass uns gleich teilen.

Heute.

Wozu erst warten, bis einer von uns fehlt? .

Stefan Mesch

..

…heute erscheint Version 3 von “Tausend Tode Schreiben”:

. alle Infos zur Teilnahme, Einsendefristen u.a. finden sich hier:

.…das Buch selbst ist unter anderem bei Minimore.de erhältich (Link) .

Texte aus Version 1, die ich besonders mochte, kamen von Alan Posener (Text 002), Michael Brielmaier (003), Anne Kuhlmeyer (004), Gesa Füßle (008), Clemens Setz (010), Jan Fischer (016), Falk Schreiber (017), Judith Sombray (023), Johanna Straub (034), Daniela Seel (037), Jannis Plastargias (039), Sibylle Luithlen (040), Lew Weisz (042), Angelika Maisch (059), Roman Held (071), Johanna Peil (073), Gabriel Yoran (079), Zoe Beck (081), Zora Debrunner (086), Mario Sixtus (090), Stanislaw Bastian (097), Florian Voß (101), AE Rutherford (103), V.S. Wagner (112), Christian Huberts (116), W. (122), Auguste von Blau (123) und Karola Sasse (Text 130).

Texte aus Version 2, die ich besonders mochte: Fabian Thomas (138), Natalia Kauz (143), Meike Rensch-Bergner (145), Uwe Kalkowski (156), Iris Hakelberg (161), Tania Witte (162), Joachim Göb (167), Doris Lautenbach (176), Inga Sawade (183), Lola Gruenthal (188), Marianne Landré Goldschneider (189), Sabrina Sailer (194), Susanne Becker (198), Leopold Faltin (215), Anthea Rubin (216), Jessica Mancuso (220), Claudia Wiedow (222), Kristoffer Patrick Cornils (227), Maximilian Buddenbohm (231), Amaot Wurst (233), Kinderdok (240).

Das neue Update, Version 3, umfasst knapp über 100 neue Texte.

Ich empfehle besonders:

248 Jules Heuser
251 Annette Horn
255 Ingrid Walter
269 @achthirsch
275 Stephanie Jaeckel
283 Bianca Pohlmann
285 Sandra Burkhardt
288 Christina Striewski
297 Katja Kulin
299 Thomas Merz
305 Marianne Labisch
306 anonym
316 Achim Reibach
337 Renesmee Farnbauer
348 @ickemich

und, aus Version 4 (Update):

361: Pierre Vlcek (@henscheck)
362: Luan J. Kreutschmann
371: Tine Mothes
372: Nicole von Horst
375: Der Narkosearzt
380: @patzillasaar
388: Der Emil
401: Thomas D. Föller
419: Peter Gleason

.D

Das Niveau bleibt hoch und ich lese die Texte weiterhin mit großem Gewinn… doch ich merke nach 350 Texten, wie viele Auorinnen und Autoren (ich selbst auch, unbedingt!) die Erfahrungen, Gefühle und Lebenswelten einer Mehrheit beschreiben:

Für Version 4 hoffe ich auf weitere / viel mehr Stimmen und Perspektiven, die andere Kulturen und Familien, Rollen und Hoffnungen, Abschiede und Identitäten und Gefühle und Sexualitäten zeigen: Sterben, Abschied, Trauer, Alter und Verlust sind universelle Themen. Aber das Drumherum (Wem passiert das? Woran glauben, worauf hoffen, wen lieben diese Menschen?) kommt mir an vielen Stellen gerade gleichförmiger vor, als es sein müsste.

Vielleicht durch die Ballung. Vielleicht, weil ich zu viel am Stück gelesen habe und Muster, Wendungen, Metaphern wieder und wieder erkenne. Noch 650 Texte sollen für dieses Projekt gesammelt werden und erscheinen. Ich glaube, viele Farben, Themen, Aspekte wurden bisher kaum gestreift.

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tolle Reportagen, guter Journalismus: Empfehlungen, #textdestages 02

November Sunday Cherry Leaves Stefan Mesch WordPress.

ein Text pro Tag.

deutschsprachig, hintergründig, zeitlos:

seit Neujahr sammle ich Blogposts, Reportagen, Essays, Interviews unter dem Hashtag #textdestages auf meinen Facebook-Profil.

hier sind Texte 11 bis 20. große Empfehlung! markante Stimmen. interessante Thesen. Qualitätsjournalismus, den ich gerne las – und teilen will!

Teil 1, Text 01 bis 10, sind hier [Link]

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020. Schauspieler, Seifenopern, Arbeitslosigkeit:

“Der Serientäter: 14 Jahre Seifenoper – wie verändert das einen Menschen?”

Tobias Haberl portraitiert Sven Thiemann, der zwischen 23 und 37 in der ARD-Soap “Marienhof” den gutmütigen Klempner Charly Kolbe spielte. Erst mit Ambitionen. Dann bald: resigniert und routiniert. Was tun, nachdem die Serie abgesetzt wird? (Portrait, Süddeutsche Zeitung 2012)

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019. Kulturindustrie, Weltekel, Kinderkanal:

“Bernd das Brot über schlechte Laune: ‘Ich glaube, ich hasse Sie'”

Maria Rossbauer interviewt Bernd das Brot, “Deutschland am schlechtesten gelaunte Fernsehfigur”. Tolles Misanthropen-Comedy-Gespräch im Stil Adornos und Thomas Berndhards. (Kulturkritik / Interview, taz 2014)

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018. Depressionen, Familiengründung, “Problemkinder”:

“Psychologe Andrew Solomon: Jeder vererbt etwas Schwäche”

Julia Prosinger interviewt den Autor und Psychologen Andrew Solomon: Für sein Buch “Weit vom Stamm” sprach er mit 300 Familien, deren Kinder aus dem Rahmen fielen. Sprechen Depressionen, Behinderungen, Armut gegen die Gründung einer Familie? (Interview, Tagesspiegel 2015)

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017. Behinderung, Selbstbestimmung, Inklusion:

“Raul Krauthausen: Ich bringe der Volkswirtschaft mehr, als ich koste.”

Lea Hampel interviewt den Glasknochenbesitzer und “Sozialhelden” Raul Krauthausen über das Leben mit Behinderung, seine erfolgreichen Initiativen, Startups und Buchprojekte… und sein Erwachsenwerden in Deutschland und Kolumbien. (Interview, Süddeutsche Zeitung 2014). Ein älteres Interview über Mobilität, von Annett Heide hier (Link, Berliner Zeitung 2014)

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016. Steuerschlupflöcher, US-Konzerne, Ausbeutung:

“Starbucks und die Steuer-Clique. Die großen Konzerne drücken ihre Steuerlast, wo es nur geht.”

Thorsten Schroeder erklärt, wie Starbucks, Apple, Amazon Steuern sparen – und warum Widerstände, Proteste und politischer Druck in Europa kaum helfen. (Wirtschaft, ZEIT 2014)

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015. China, Gewalt durch den Staat, Festnahmen:

“Pressefreiheit: Sie haben Miao”

Angela Köckritz’ Assistentin Zhang Miao verschwindet nach einer Recherchereise zu Protesten in Hongkong: Chinesische Behörden haben sie fest genommen – und über Tage versucht Köckritz, ihrer Freundin zu helfen: Wie kann die ZEIT ihrer chinesischen Mitarbeiterin helfen? (Reportage, ZEIT 2015)

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014. Mütter, Landleben, Sackgassen:

“Alleinerzehende und Hartz IV: Alltagskampf bis zur Erschöpfung”

Wibke Bergemann portraitiert Mütter, aleinerziehend und im sozialen Abseits: Was macht Hartz IV aus einer Kleinfamilie? (Reportage / Portrait, Deutschlandradio Kultur 2014)

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013. Jobcenter, “Fördern und Fordern”, soziale Teilhabe:

“Zehn Jahre Hartz IV: Immer den Staat im Nacken. Die Teilnahme am normalen Leben ist für Millionen Betroffene fast unmöglich geworden”

Hans von der Hagen und Benjamin Romberg treffen eine studierte Chemikerin, die aus Altersgründen keine Anstellung mehr findet. Vom Jobcenter fühlt sie sich schikaniert, überwacht, entmündigt und entmutigt. Eine Hürde statt einer Hilfe? (Reportage / Portrait, Süddeutsche Zeitung 2015)

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012. Reichtum, Steuern, Abstiegsangst:

“Ab wann ist man reich? Ein Spitzenverdiener spricht.”

Mona Jaeger trifft einen jungen Familienvater im reichen Taunus, der sich selbst nicht reich fühlt: Wo fängt “Wohlstand” an? Und wieso haben selbst Spitzenverdiener das Gefühl, ihre Familie habe wenig Spielraum? (Portrait, FAZ 2014)

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011. Verbrechen, Justiz, Nahtoderfahrung:

“Jugendgewalt: Der Überfall. Drei Jugendliche ziehen raubend und prügelnd durch die Großstadt. Unsere Autorin hat den Ausbruch der Gewalt knapp überlebt.”

Susanne Leinemann wird auf offener Straße überfallen und bewusstlos geschlagen. Zwölf Tage später werden die Täter gefasst – und Leinemann schreibt über den Prozess. (persönliche Reportage, ZEIT 2010)

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