Monat: April 2013

PROSANOVA 2008: Literatur-Ausstelllung [pic post]

Freundin K. macht ihren Master in Literaturvermittlung – und half 2008 bei PROSANOVA: Festival für junge deutschsprachige Literatur beim Kuratieren einer kleinen Ausstellung im Rahmenprogramm, über junge Texte und ihre… Inspirationen, Motive und Artefakte.

K.: „Hast du Fotos, von damals? Von der Ausstellung? Dem Raum?“

Habe ich. Aber nicht viele, und keine sehr guten. Trotzdem kurz – für K. und jeden, den es interessiert: Ein paar Fotos von damals, Mai 2008.

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Underdog Literature, April 2013: 15 fresh or urgent, off-the-wall titles

Underdog Literature Apr 2013 WordPress.

Here are 15 books that caught my interest lately.

Fresh, off-beat, quirky or curious titles that might deserve more attention:

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01: RON CURRIE, jr.: „Flimsy little plastic Miracles“, 340 pages, February 2013.

02: HELEN GARNER, „Monkey Grip“, 245 pages, 1977. [Australia]

03: CHESTER HIMES, „If he hollers, let him go“, 224 pages, 1945. [Racism]

04: JULIE KIBLER, „Calling me Home“, 336 pages, 2012. [Romance / Mainstream]

05: DANA JOHNSON: „Elsewhere, California“, 304 pages, 2012.

06: KAREN BOYE, „Kallocain“, 224 pages, 1940. [Dystopia / SF]

07: JAKOV LIND, „Landscape in Concrete“, 190 pages, 1968.

08: LAWRENCE THORNTON, „Imagining Argentina“, 240 pages, 1987.

09: TYLER McMAHON, „How The Mistakes were made“, 352 pages, 2011. [Novel about a Courtney-Love-like punk / grunge singer.]

10: PETER NATHANIEL MALAE, „Our frail Blood“, 448 pages, February 2013.

11: MICHAEL KIMBALL, „Big Ray“, 192 pages, 2012.

12: STEVE ABEE, „Johnny Future“, 208 pages, 2009.

13: GOLDA FRIED, „Nellcott is my Darling“, 160 pages, 2001. [Young Adult; Toronto]

14: VIKKI WAKEFIELD, „Friday Brown“, 345 pages, 2012. [Young Adult]

15: FRANK DEFORD, „Alex. The Life of a Child“, 142 pages, 1983. [Biography / Death]

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Here are five books that made me curious enough to buy them:

01: SHUSAKO ENDO, „When I whistle“ / „Eine Klinik in Tokyo“,  273 pages, 1979. [Japanese psychological novel about the war generation]

02: NATACHA APPANAH, „The Last Brother“, 165 pages, 2007.

03: ERLEND LOE, „Naive. Super“, 208 pages, 1996. [Finnish Young Adult Bestseller]

04: DEZSő KOSTOLÁNYI, „Skylark“, 222 pages, 1924. [Hungary]

05: IRENE SABATINI, „The Boy Next Door“, 416 pages, 2009. [Zimbabwe]

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…and finally, here are three books that I read – and that were really good:

5 of 5 stars: „Batwoman: Hydrology“ (J.H. WILLIAMS III, W. HAYDEN BLACKMAN), 160 pages, 2012. The sequel, „To Drown the World“, is very good, too. If you want to start at the beginning – here’s a reading list I made for the character, from 2011.]

4 of 5 stars: TOBIAS WOLFF, „This Boy’s Life“, 304 pages, 1988. [Autobiography / Coming-of-Age]

4 of 5 stars: 05: SONALI DERANIYAGALA, „Wave“, 274 pages, March 2013. [Memoir about the 2004 tsunami]

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and:

Proust-Fragebogen für Blogger: Stefan Mesch

Stefan Mesch - heiter bis glücklich

Für heiter bis glücklich (Link), den Blog des ZEIT-Magazins, beantworte ich diese Woche den „Proust-Fragebogen für Blogger“ (Link). Zwei Dutzend Fragen über meine Lese-, Blog- und Schreibverhalten – verspielt und persönlich.

Eine lektorierte, bessere Version meiner Antworten wartet seit heute (Samstag) im ZEIT-Blog. Hier meine Langversion, mit einer Reihe zusätzlicher Links.

Der Fragebogen machte großen Spaß. Mehr Texte / Fragebögen / Blog-Empfehlungen:

und:

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Was ist für Sie der vollkommene Blog?

Eine Gruppe kluger Leute, die lange Listen füllt mit Filmen, die ich nicht sehen muss. Büchern, die ich mir sparen kann. Produkte, die sich nicht lohnen. Fragen, die sich nicht stellen. Sorgen, die zu nichts führen:

Anti-Empfehlungen. Zeug, das ich vergessen und ignorieren darf. DAS wäre schön.

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Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?

Stefan Niggemeier ist zehn Jahre weiter als ich – aber hat ähnliche Prioritäten, Themen, Lebensfragen.

Mark Frauenfelder ist euphorisch, dilettantisch, hat das Herz am rechten Fleck… aber macht oft Fehler, bei denen ich merke: “Uff. DER Patzer unterläuft mir selbst!”

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Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Buchtipps, Artikel, absurde Links kuratieren, auf Facebook. Und: neue Bücher finden.

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Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Mit EINEM (wechselnden) Gegenüber reden. Am Tisch. Bei Kaffee oder Essen.

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Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?

Freunde, die ich – im Großen – für die tollsten, besten, interessantesten Teile meines Lebens halte, sind – im Kleinen – oft verkracht, frustriert, super-kompliziert. Ich mag komplexe Romanfiguren. Ich mag komplexe “echte” Menschen. Wenn ich erklären soll, WARUM ich jemanden mag, klingt es oft wie… blanker Rufmord:

Mich interessieren Schwächen, Widersprüche, Konflikte.

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Ihr Lieblingsheld im Netz?

Na ja: Kein Tag vergeht, an dem ich nicht an Bradley Manning denke. Und traurig werde.

Großen (journalistischen / künstlerischen) Respekt habe ich vor Randall Munroe, Anita Sarkeesian und Dietmar Dath.

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Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?

Clark Kent – der Autor / Journalist.

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Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?

Geduld / Klarheit / die Mühe, auch Nicht-Experten gut zu erklären, worum es gerade geht.

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Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?

Energische, hungrige, alberne, laute Leute reißen mich mit: Schmunzel-Autor (er lächelt auf fast jedem Foto!) John Updike, Aktionismus-Pony Rainbow Dash, Youtube-Euphoriker Michael Buckley, Stehauf-Detektivin Veronica Mars…

….mein Leben braucht mehr Maniker!

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Was mögen Sie im Netz am wenigsten?

Die GMX-Startseite. Spiegel Online. Und Gawker / Jezebel: Websites, auf denen kluge Autoren noch den billigsten Schweinejournalismus- / Polemik-Trick nutzen, um ihren Lesern Angst zu machen und sie zu verbittern.

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Was stört Sie an Bloggern am meisten?

Wie deutlich das Alter von Bloggern ihren Blick bestimmt:

Wer von sich selbst erzählt, erzählt auch sein Milieu, seine Lebenswelten, seine Generation.

Wenn Leute mit Ende 20 schreiben: „Heute mache ich Spargel-Kartoffelsalat für meine Verlobte. Dann schauen wir Tatort!“, wenn junge Eltern im Plural sprechen, Thomas Lehr für „Männerrechte“ kämpft [nein! Quatsch: nicht Thomas Lehr – Thomas Hettche. Ich werde das ändern. Große Entschuldigung an Thomas Lehr!] oder Harald Martenstein gegen Rauch- und „Denkverbote“, höre ich keine mutige Einzel-Texte einer Minderheit. Sondern Sehnsüchte und Abwehrbewegungen bestimmter Altersgruppen und Schichten.

Dass ich kaum Blog-Texte über die GEZ, Videospiele, Integration oder Apple lesen kann, ohne Alter, Geschlecht, Milieu (und: Lebens-Ängste!) des Autors erraten zu können, macht Blogs oft langweilig.

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Was stört Sie an sich selbst am meisten?

Ich bin Experte für Literatur, Superheldencomics und ein paar Netz- und Kulturthemen. Im Alltag aber, bei praktischen Fragen, bin ich zu nichts gebrauchen: Mein Wissen wächst. Meine Kompetenzen wachsen nicht.

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Ihr glücklichster Moment als Blogger?

Wenn Leute meinen Buchempfehlungen folgen – und tatsächlich Spaß haben.

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Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?

Ab und zu blogge ich furchtbar lange Texte über Nischen-Themen – nicht netz- und mainstream-freundlich. Doch über Monate fruchtet der Aufwand, manchmal:

Leser bedanken sich. Experten verlinken mich. Und ich werde irrsinnig glücklich, dass jemand ein, zwei Stunden mit meiner Arbeit verbrachte. Das Leben ist kurz. Leser? Danke für das Vertrauen!

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Über welches Talent würden Sie gern verfügen?

Ich brauche 8 Stunden Schlaf. Kann keine Gesichter erkennen. Habe noch nie einen Geschirrspüler bedient (große Angst, ihn zu ruinieren!).

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Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?

Roger Ebert. Cory Doctorow. TV-Journalisten wie Oprah Winfrey, Craig Ferguson  und Rachel Maddow. Jemand mit besonders spannendem, absurdem Alltag: Lucy Lawless. Oder Colby Keller – ein Pornostar (und Endlos-Blogger), belesener als ich.

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Ihre größte Extravaganz?

Täglich vier, fünf Stunden zu lesen und neues Zeug zu lernen.

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Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Zerknirscht: Seit 2009 lebe ich drei, vier Monate im Jahr in Toronto. Den Rest der Zeit auf dem Land, bei Heidelberg. Das Hin und Her macht Spaß – doch ich bin ständig am Tschüß-Sagen und Vertrösten. Egal, wo ich gerade bin – zwei Drittel meiner Lieblingsmenschen sind woanders.

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Ihr Motto?

Im offiziellen “Big Brother”-Magazin von RTL II, im März 2000, beantwortete die Kandidatin Manuela Schick die selbe Frage mit: “Kein Schwanz ist so hart wie das Leben.”

 Sobald das Wort “Motto” fällt, denke ich an Manu. „Big Brother“. Vergesse die Ausgangsfrage. Schaudere, ein paar Minuten lang.

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Stefan Mesch, geboren 1983, schreibt für ZEIT ONLINE und den Berliner Tagesspiegel. Er bloggt unter stefanmesch.wordpress.com, lebt in Toronto und Heidelberg und arbeitet an seinem ersten Roman, „Zimmer voller Freunde“.

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