Monat: Februar 2013

Was ich lese. Wer ich bin. [via Christoph Koch: „Mein Medien-Menü“]

In Christoph Kochs Reihe “Mein Medien-Menü”

„stellen interessante Menschen ihre Lese-, Seh- und Hörgewohnheiten vor. Ihre Lieblingsautoren, die wichtigsten Webseiten, tollsten Magazine, Zeitungen und Radiosendungen – aber auch nützliche Apps und Werkzeuge, um in der immer größeren Menge von Informationen, den Überblick zu behalten und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen.“

2013 Neujahr.

Diese Woche: Stefan Mesch, Autor / Kulturjournalist aus Heidelberg und Toronto.  [Vollständiger Text und mehr: bei Christoph Koch, Link]

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Wie informierst du dich morgens als erstes?

Im RSS-Reader und auf Facebook: Ronnie Grobs 6 vor 9, BoingBoing, Reddits „de“-Links und Felix von Leitner.

In Deutschland frühstücke ich mit meiner Mutter. Sie liest FAS und SZ und kennt gute Texte oft vor mir. Freund Frank liest Handelsblatt, hört Deutschlandfunk. Auf Facebook posten Kuratoren und Freunde wie Sebastian Christ (Politik & Medien), Christian Huberts (Gaming, Tech, Soziales), Simone Ayivi (Theater), Karla Paul (Buchmarkt), Merlin Schumacher und Sebastian Standke (Nerd Culture) Artikel und Debatten, die mir oft selbst wichtig werden.

In Toronto stehe ich gegen 9 auf: Dann ist in Deutschland 15 Uhr, alle Themen schon vorsortiert. Eine Startseite habe ich nicht: Geschrei wie GMX und Spiegel Online macht mich fertig.

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Welche Zeitungen / Magazine hast du im Abo oder liest du regelmäßig?

Nur BELLA triste – Zeitschrift für junge Literatur, dreimal im Jahr, und das SZ-Magazin. Als Teenager, Ende der 90er, las ich den ganzen Tag: Cinema, TV Highlights, TV Movie, Xposé, Hollywood, Animania, Starlog, Starburst, Men’s Health (Link öffnen!). Heute stehen diese Texte online.

Im Studium – Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Hildesheim – rieten alle Dozenten, Tageszeitungen zu lesen:  „Lest euch rein! Verfolgt Debatten! Klebt euch Artikel in ein Journal!“ Ich musste mich lange zwingen: Kleingeld, Kiosk, Altpapier, Notizbücher usw. Blöd umständlich!

Erst seit fünf Jahren, mit Facebook als Artikelsammlung und Journal, gehört das Feuilleton zu meinem Alltag:

Heute ist es normal (weil: endlich bequem!), jeden Tag 30, 40 Artikel zu lesen. Texte mit Freunden zu teilen. Ohne große Kosten, Hürden informiert zu bleiben. Müsste ich Print-Magazine abonnieren: Psychologie heute. Wired. Publisher’s Weekly.

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Was liest du auf Reisen?

Ebooks, digitale Fahnen und Graphic Novels. Ein Freund verkaufte mir 2011 sein iPad. Bis heute habe ich keine einzige App installiert – nur Reader für .mobi-, .cbr- und .pdf-Dateien. Ich lese gerne digital. Besonders Comics.

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Welche Nachrichtenseiten im Netz sind Dir wichtig?

Keine. Der Freitag hat einen guten Rhythmus / Tonfall auf Facebook. Welt Online hat unvergessliche Texte und Leserkommentare. Vielleicht nimmt Buzzfeed Schwung auf, journalistisch. Doch alle Websites, die mir wichtig sind, haben einen engeren, präzisen Fokus:

Literatur: Feuilletons von Zeit und Tagesspiegel, The Millions, die Perlentaucher-Magazinrundschau, Love German Books.

TV: tvtattle (Aggregator), tvbythenumbers (Quoten), Allan Sepinwall (Kritik), Willa Paskin (Kritik), TV Tropes und Feminist Frequency, Sascha Becks Sablog.

soziale Gerechtigkeit und Watchblogs: Sociological Images, Stefan Niggemeier, lawblog, Jezebel (gute Links – aber furchtbar polemisch), AfterEltons Meme, Bitch Magazine.

Comics: Collected Editions, /r/comicbooks, Retcon Punch, DC Women Kicking Ass, Escher Girls, The Absorbascon, Every Day is like Wednesday, Grober Unfug und das Tagesspiegel-Comic-Ressort.

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Welche Blogs liest du?

Ich las – zur Vorbereitung auf den Fragebogen – die ersten 39 „Medien-Menüs“ und fand dabei 20 neue Blogs, denen ich folgen will, u.a. My Modern Met und achtmilliarden.

Oft lese ich Journalisten-Freunde wie Jan Drees, Jan Fischer, Frithjof Klepps Ocelot-Blog – und mir fehlen weiterhin gute Literaturblogger: Ruth Justen, Mara Giese, die Facebook-Seite Stapel ungelesener Bücher… die Richtung stimmt. Aber da ist Luft nach oben. Empfehlungen?

Freund Max, Kulturjournalist beim Indie-Mode-Magazin Worn, bloggt im Toronto Standard über Kleidung, Politik, Identität. Mode ist mir recht egal – aber Mode-Blogs mit nem ähnlichen – kritischen, essayistischen – Fokus? Her damit! (Bisher gefunden: Sleek, Disney Roller Girl, Wonderland Magazine.)

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Highlights aus deinem RSS-Reader?

Für meinen Roman „Zimmer voller Freunde“ sammle ich Fotos, als stummes Exposé. Ich mag We just don’t give a fuck, ein Pool betrunkener Jugend- und Randale-Szenen auf Flickr, Kurator Go ask Weyprecht, die Nachwuchs-Fotografen mr.fink und oliviabee.

Sehenswerte Bilder auch bei Boston.com und (leere Gebäude! Ruinen!) Kingston Lounge, Musiktipps und Gratis-MP3s (Folk, Singer-Songwriter) bei Klienicum, toller Retro-Kitsch (Wohnen) bei Kitschyliving, Retro-Sexismus (Comics) bei Comically Vintage. Das letzte Browser-Game, das mir Spaß machte, war Super Mario 63 von 2009.

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Was ist wichtige berufliche Lektüre für dich?

Ich lese knapp 80 Romane im Jahr (…zu Ende), dazu 120 Comics. Das meiste fruchtet in Essays, kulturwissenschaftlichen Texten oder langen Interviews.

Beruflich ist am wichtigsten, Dinge früh zu lesen. Experte zu werden, Übersicht zu schaffen. Erklären, finden, ordnen, was ohne mich unbekannt bleiben würde. Für 2013 wollte ich mehr tagesaktuelle, beliebte Bücher lesen. Doch die Ausbeute ist mies: Ich sehe kaum Sinn darin, den selben Titeln nachzujagen, die gerade eh jeder liest.

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Welche Art von Büchern liest du am liebsten (Sachbücher, Fiction, Biografien)?

Ich mag keine Märchen, selten Krimis oder Texte, älter als das 20. Jahrhundert – zu viel Landwirtschaft, Adel, Religion.

Bücher funktionieren für mich, wenn sie mich einer Sache möglichst nahe kommen lassen: Figuren, Arbeits- und Alltagswelten, politischen Zusammenhängen, einem Autoren-Ich, klugen Fragen oder Fakten.

So lange ein Autor zeigen kann “Das hier ist mehr als Spielerei, Beschäftigung.” höre ich neugierig (und: gerne!) zu.

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Welches Buch hat dich in letzter Zeit am meisten beeindruckt?

Meine Highlights 2012 sind hier gebloggt, weitere Empfehlungen hier. 2013, bisher? Der Comic “The Nao of Brown” von Glyn Dillon, Alexander Maksiks “You deserve nothing” und, neu im Taschenbuch: “Fernliebe” von Ulrich Beck. Andere Neuerscheinungen: hier. Wichtigstes Buch der letzten Monate? “Weiter leben” von Ruth Klüger.

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Wie viel liest du auf dem Smartphone, Tablet, o.ä.?

Seit 2008 habe ich kein Handy mehr. (Eine gute Entscheidung!)

Doch ich lese gerne digital: Teilen, Linken, Pasten wird einfacher.

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Welche Rolle spielen Leseempfehlungen/Links durch Soziale Netzwerke?

Auf Goodreads helfen Una, Clara Ehrenwert, René-Raphael Freudenthal, Martin Kistner und Oriana Leckert. Für Essays und Blog-Fundstücke lohnt Maximilian Buddenbohms wöchentliche Linksammlung “Woanders”.

Privat / grundsätzlich bin ich fast enttäuscht, wenn Freunde lesen, entdecken… aber nichts damit anfangen: Warnungen, Tipps, Hilfe…? Raus damit! Wir können uns gegenseitig helfen, bessere Kauf- und Leseentscheidungen zu treffen.

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Gibt es tägliche oder wöchentliche Leserituale?

Ich bin recht kritisch – und laufe Gefahr, oft 10, 15 freudlose Bücher am Stück zu lesen. Stöbern, Abwechslung, Experimente helfen: Underdogs und Geheimtipps machen mehr Spaß, als (…im Gleichschritt mit allen anderen Journalisten, Buchhändlern, Bloggern) die Themen der Saison durchzuhecheln.

Besser: Scouten gehen in Bibliotheken, kanadischen Buchhandlungen und im Netz.

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Wer sind deine Lieblingsautoren (Buch, Zeitung, Magazin)?

Klassiker? Thomas Wolfe, Vladimir Nabokov, John Cowper Powys.

Gegenwart? Stewart O’Nan und Dietmar Dath.

Journalisten? Ina Hartwig, Peter Praschl, Gerrit Bartels.

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Gibt es eine Radio- oder Fernsehsendung, die du möglichst nie verpasst?

Nur „Mad Men“, im Moment.

Auf der „bald sehen!“-Liste stehen „Homeland“, „Happy Endings“, die zweite Staffel „Girls“ und „Avatar: The Legend of Korra“, vielleicht „Community“. Eine Watchlist für Filme habe ich bei imdb angelegt.

Ich mag Alltags-Serien, Seifenopern, Domestic Fiction: Die Kleinstadt-Schmonzette „One Tree Hill“ (Clip öffnen!) machte mich 9 Staffeln lang recht glücklich. Im Herbst 2012 hatte „Verbotene Liebe“ eine überraschend gute Alzheimer-Storyline. Ich schreibe recht viel über US-TV. Aber ich begeistere mich nur selten.

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Hast du einen Lieblings-Podcast?

Ich mag lit.radio, vor allem die „Für immer in Honig“-Lesung von Dietmar Dath und (großartige Stimme:) Andreas Platthaus – aber lese, im Zweifelsfall, lieber selbst.

Das fröhliche / manische Geplapper von Youtube-Entertainment-Vlogger Michael Buckley macht mir gute Laune. Iris Radisch wird besser und besser. Und viele Gaming-Freunde haben Auftritte beim breakfast @ manuspielt-Podcast von Manuel Fritsch.

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Wie haben sich deine Lesegewohnheiten in den letzten Jahren geändert?

Vor zehn Jahren war ich 19, wollte TV-Autor und Filmkritiker werden, las Filmzeitschriften und sah… Filme. Erst seit ca. 2004 sind Bücher wichtiger für mich:

Wer liest (noch) Literatur? Krankt, schwächelt Journalismus? Für wen erzählen Autoren? Für wen gestalten, vermarkten Verlage? Empfehlungen, Social Reading, Schwarmintelligenz, Leaks, Demokratisierung, Propaganda…

Jedes Buch, jeder Artikel 2013 erzählt (mit), wo Bücher, Literatur, Journalismus und PR stehen (wollen), heute. Das ist die große, kulturelle Geschichte, die wir uns gegenseitig erzählen, neu verhandeln: Wie haben sich meine Lesegewohnheiten verändert? Ich lese, beim Lesen, diese Geschichte (mit). Und denke sie – unfassbar gerne – weiter:

Artikel über “das Ende des Journalismus”? Uff.

Artikel über “die Zukunft des Lesens”? Mehr! Weiter! Wir stehen am Anfang.

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Irgendetwas, das ich vergesse habe, du aber trotzdem gerne liest?

Ich lese oft Mangas mit meiner elfjährigen Patentochter: aktuell „Yotsuba&!“ und „Honey and Clover“. Bei Goodreads führe ich einen Zweit-Account für Bücher, die ich bald lesen will. Letzten Monat war ich erstmals Juror bei einem Literaturpreis (gerne wieder!). Vorlesen macht Spaß – und Gespräche mit Autoren:

Wenn ich groß bin, stehle ich den Job von Denis Scheck. Oder von Oprah.

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Stefan Mesch, geboren 1983 in Sinsheim (Baden), schreibt für ZEIT Online und den Berliner Tagesspiegel. Sein erster Roman, “Zimmer voller Freunde”, wird 2014 fertig.

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Mehr lesen: http://www.christoph-koch.net/2013/02/25/stefan-mesch-medienmenue-folge41/#ixzz2MERkLyhM

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Blog-Tipps und Empfehlungen, via Christoph Koch, auch HIER (Link)

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Neue Blogs, neue Kuratoren – via Christoph Koch

Christoph Koch Mein Medien-Menü Blogs WordPress, Toronto 2013.

In der fast wöchentlichen Reihe „Mein Medien-Menü“ stellt Journalist Christoph Koch (Bio) seit 2012 Blogger, Journalisten, Kuratoren vor und fragt nach ihrem Lese-/Medienverhalten, Geheimtipps und Empfehlungen.

Gestern Abend las ich alle 39 bisherigen Folgen, und fand dabei 21 neue / mir kaum bekannte Blogs, die ich regelmäßig lesen / abonnieren will.

In chronologischer Reihenfolge, und mit Links zur Website des jeweiligen „Medien-Menü“-Empfehlers:

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[…warum auf Englisch? weil ich die Liste gestern Nacht bereits auf Facebook bloggte, in meinem Profil. Stellt mir ne Freundschaftsanfrage, lest mit!]

 

01 Self-help, Work, Productivity: Penelope Trunk [via Kathrin Passig], http://blog.penelopetrunk.com/

02 Cultural Studies, Fandom, Academia: Henry Jenkins [via Dr. Christoph Bieber], http://henryjenkins.org/

03 NGOs, Globalization, Ecology [German, via Kathrin Hartmann], http://ende-der-maerchenstunde.de/

04 Slice of Life, Hamburg, Daily Musings [German, via Anke Gröner]: http://www.formschub.de/blog/

05 Slice of Life, Feminism, Folk Music [German, via Anke Gröner]: http://happyschnitzel.com/

06 Quality TV, Arthouse Cinema, Media Journalism [German, via Anke Gröner]: http://hirnrekorder.de/

07 Publishing, Maker Culture, Slice of Life [German, via Anke Gröner]: http://isabelbogdan.de/

08 Nerd Culture, Design, Tech [via Tilo Jung], http://laughingsquid.com/

09 Design, Museums, Net Culture [via Tilo Jung], http://www.mymodernmet.com/profiles/blog/list

10 Publishing, ebooks [German, via Markus Albers], http://feeds2.feedburner.com/http/wwwe-book-newsde/feed

11 Curating, Media, Feminism [German, via Wolfgang Michal], http://alrightokee.de/

12 Curating, Feminism, Slice of Life [German, via Michael Seemann], http://www.pro2koll.de/

13 Media, Slice-of-Life, Design [German, via André Krüger], http://peterbreuer.me/

14 Tech, Politics, Nerd Culture [German, via Maximilian Buddenbohm], http://feeds.feedburner.com/lumma/

15 Literature, Book Recommendations, Authors [German, via Maximilian Buddenbohm], http://feeds.feedburner.com/fuenfbuecher

16 Design, Fashion [via Kati Krause], http://www.itsnicethat.com/

17 Cinema [via Kati Krause], http://www.littlewhitelies.co.uk/features

18 Cinema, TV, Curating [German, via Guido Corleone], http://www.abspannsitzenbleiber.de/

19 Culture, Literature, Curating [German, via Guido Corleone], http://achtmilliarden.wordpress.com/

20 Curating, TV, Slice of Life [German, via Guido Corleone], http://www.bielinski.de/

21 Social Media, Curating, Nerd Culture [German, via Leander Wattig], http://swingbattaswing.tumblr.com/

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Websites der Empfehlenden:

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lesenswerte Einträge, stefan-mesch.de:

…und auf Englisch:

mehr über mich: hier

Open Mike, der Blog: Eine Frage hätten wir noch, Stefan Mesch

Stefan Mesch, Januar 2013

Text / Fragebogen veröffentlicht auf openmikederblog.wordpress.com/

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Was war Ihr erstes Buch, an das Sie Sich erinnern?

Die Telos-Bilder-Bibel. Meine Mutter sagte, sie las mir vor – doch ich hätte sie gebeten, den Quatsch zu lassen: “Das stimmt doch nicht. Das gibt es nicht!” 

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Verspüren Sie Glück beim Schreiben?

Dasselbe Glück wie beim Puzzeln – oder beim Lösen anspruchsvoller, kniffliger Rätsel.

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Was ist für Sie das größte Unglück?

Für mich, privat? Mich nicht verständlich machen zu können.

In der Welt, global? Dass es immer noch – überall – an Informationen und Bildung fehlt.

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Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt?

Nabokovs “Fahles Feuer”, Prousts “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit”, viel Dietmar Dath, z.B. “Dirac”,  Marcus Brauns “Delhi” und zuletzt Ruth Klügers “Weiter Leben”.

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Welches Buch bereuen Sie gelesen zu haben?

Die meisten Comics von Grant Morrison. “Das kurze Leben” von Juan Carlos Onetti. John Boynes “Der Junge im gestreiften Pyjama”.

Sibylle Berg, Thomas Glavinic, Joey Goebel und John Green gehe ich aus dem Weg.

“Unendlicher Spaß” und “Der Herr der Ringe” sind… passabel – doch ich hasste es, mich bis zum (jeweils: enttäuschenden) Ende zu quälen.

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Woran arbeiten Sie derzeit?

an meinem ersten Roman, “Zimmer voller Freunde”. Exposé in Bildern hier. Lese-/Hörprobe hier.

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Was ist Ihre Idee von Literatur?

Nonfiction folgt klugen Fakten und Gedanken.

Literatur / Prosa stellt gute Fragen.

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Ihre Helden?

Clark Kent und Lois Lane.

Green Arrow, Wonder Woman, Starman, Nightwing.

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Ihre liebsten Romanhelden?

Das Ehepaar aus “Revolutionary Road”, Humbert Humbert aus “Lolita” [kein Held – aber eine irrsinnige Stimme], die [autobiografischen] Frauenfiguren von Barbara Honigmann und Monika Maron.

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Ihre liebsten Filmhelden?

Ich mag DIESEN (Link) Film-Archetyp sehr: verbissene, maßlose Idealisten.

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Ihr liebster Schriftsteller?

Klassiker? Thomas Wolfe, Vladimir Nabokov, John Cowper Powys.

Gegenwart? Stewart O’Nan und Dietmar Dath.

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Ihr liebster Maler?

Zählen Fotografen? Dann Gregory Crewdson.

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Welches Design bevorzugen Sie?

“Gattaca” war nett: mid-century modernism? Frank Lloyd Wright usw.?

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Ihre Lieblingsmusik?

trauriger Folk.

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Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Neue Sachen lernen.

Bücher, Artikel, Trivia sammeln, kuratieren, auf Facebook teilen.

Mit Freunden sprechen (…und: essen!).

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Ist lesen sexy?

Für Frauen? Manchmal – doch. Für Männer? Auf keinen Fall:

Alle heiratswilligen Freundinnen in meinem Alter – Ende 20 – sind froh, wenn “ihre Männer” Holz hacken, renovieren, gesund leben. Wer sich die Zeit nimmt, fünf, sechs, acht Stunden vor einem Buch zu hocken – statt Geld zu verdienen, die Welt zu retten, toll zu kochen o.ä. – ist diesen Frauen suspekt: Lesen frisst Zeit. Wirkt egoistisch. Hat keinen klaren Nutzen.

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Welche drei Gegenstände nehmen Sie mit auf eine einsame Insel?

Schreibzeug. Lektüre. Und eine Kamera hilft mir beim Sehen / Herumlaufen: Eindrücke machen mehr Spaß, wenn man sie festhalten, sammeln, teilen kann.

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Stefan Mesch, geboren 1983 in Sinsheim (Baden), schreibt für ZEIT Online, den Berliner Tagesspiegel und literaturkritik.de. Aktuelle Projekte / Links / Leseproben unter

Underdog Literature, February 2013: 15 fresh or artsy, off-the-wall titles

Underdog Literature February 2013 WordPress.

Here are 15 books that caught my interest lately.

Fresh, off-beat, quirky or curious titles that might deserve more attention:

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01: ALEJANDRO SAMBA, „Ways of going home“, 160 pages, January 2013. [Chilean]

02: MEG WOLITZER, „The Interestings“, 480 pages, April 2013.

03: CARLENE BAUER, „Frances and Bernard“, 208 pages, January 2013. [Episolary Novel about Robert Lowell and Flannery O’Connor.]

04: TEDDY WAYNE, „The Lovesong of Jonny Valentine“, 304 pages, February 2013.

05: KRISTOPHER JANSMA, „The unchangeable Spots of Leopards“, 274 pages, March 2013.

06: ELLIOT HOLT, „You are one of them“, 304 pages, May 2013.

07: WILLIAM H. GASS, „Middle C“, 464 pages, March 2013.

08: ALAN WARNER, „The Deadman’s Pedal“, 376 pages, 2012.[Coming-of-Age, Scotland]

09: FREDERIC MANNING, „Her Privates We“, 288 pages, 1930. [War, Australia]

10: RENATA ADLER, „Speedboat“, 192 pages, 1976. [Novel / Vignettes / Cultural Criticism]

11: MARK HARRIS, „Pictures at a Revolution“, 496 pages, 2008. [Cultural Studies / Film Studies]

12: MAUREEN MEDVED, „The Tracey Fragments“, 149 pages, 1998. [Young Adult]

13: TOM SPANBAUER, „Now is the Hour“, 480 pages, 2006. [Coming-of-Age]

14: SAMUEL R. DELANY, „The Motion of Light in Water: Sex and Science Fiction Writing in the East Village“, 584 pages, 1988. [Memoir]

14: URSULA K. LeGUIN, „The Language of the Night: Essays on Fantasy and Science Fiction“, 250 pages, 1992. [Essays]

15: ANTONI LIBERA, „Madame“, 448 pages, 1998. [Polish]

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Here are five books that made me curious enough to buy them:

01: LISA GERVIS (editor): „BITCHfest: Ten Years of Cultural Criticism from the Pages of Bitch Magazine“,  400 pages, 2006. [Essays]

02: SHEILA HETI, „How should a Person be?“, 288 pages, 2010. [recommended to me by a good, trustworthy friend.]

03: JOSHUA HALE FIALKOV, „Echoes“, 144 pages, 2011. [Horror, Graphic Novel. I liked this writer’s work on DC Comic’s „I, Vampire“.]

04: ALEXANDER OSANG: „Berlin – New York. Kolumnen aus der schönen neuen Welt“, 320 pages, 1999-2004. [Journalism, German]

05: ULRICH BECK, ELISABETH BECK-GERNSHEIM, „Fernliebe: Lebensformen im globalen Zeitalter“, 280 pages, 2011. [Sociology, German]

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…and finally, here are three books that I read – and that were really good:

I’m a juror for a fantasy literature prize this month, so I read lots of sci-fi, horror and fantasy:

4 of 5 stars: ANDREAS BRANDHORST, „Das Artefakt“, 656 pages, 2012. [German, Hard Sci-Fi]

4 of 5 stars: MARKOLF HOFFMANN, „Ines öffnet die Tür“, 288 pages, 2012. [German, All-Ages Fantasy]

4 of 5 stars: CLIVE BARKER, „The Thief of Always“, 225 pages, 1992. [All-Ages Fantasy]

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