Open Mike 2012 – 11. November 2012 [Blog-Eintrag 08]

“Hast du… ERFOLG?” [Open Mike: Sonntag]

von Stefan Mesch, Open-Mike-Blogger und Finalist/Autor

(Auf dem Open Mike lesen und drüber bloggen? Darf der das…?)

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Als “embedded Blogger” und Journalist begleite ich den 20. Open Mike in kurzen, persönlichen Blog-Snapshots.

Ich bin am Samstag / Sonntag zum ersten Mal beim Wettbewerb.

…und glücklich.

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  • “Der Open Mike ist feierlicher, respektvoller, viel konzentrierter, als ich dachte!”, lobt S.
  • “Die alte Location (Link) sah aus wie eine Schulaula. DAS hier, Neukölln, ist ein großer Schritt!”, sagt M.
  • “…und warte auf Februar! Dann fahrt ihr Finalisten zu einer Schreibwerkstatt. DAS hat mir meisten gebracht – und war die beste Erfahrung!”, erzählt [ehemalige Finalistin] V.

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Die Texte der Lyriker [Link] konnte ich im Lauf der letzten Tage – immer, wenn Zeit blieb – lesen. Meine Lieblingssätze finden [Link] – und erste, private Favoriten. [Spannendste Bandbreite, Potenzial, “Da will ich mehr lesen?”: Michael Spyra (Link). Bestes Gesamtbild Auftritt, Sprache, Motive: Yevgeniy Breyger (Link).]

Fürs konzentrierte Lesen der Prosatexte blieb immer noch keine Zeit: Privat sind mit die [klugen!] Beziehungs- und Alltagswelten von Sandra Gugic [Link] und Hildesheimfreundin Juliane Link [Link] sehr sympathisch. Nina Lörkens “Die Balz des Blaufußtölpels” ist glänzend geschrieben. Lust auf mehr / Größeres machten mir Verena Boos [Link] und Joey Juschka [Link].

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“Und du? Was machst DU jetzt…? Warst du erfolgreich? Hat es… geklappt?”, blinken die Facebook-Messages meiner [Nicht-Berlin-]Freunde.

“Es war gut! Ich fühle mich wohl. Das Publikum war toll, und die Signale in meinem Text wurden verstanden: Ich durfe lesen. Vor Lesern, Menschen, für die ich dieses Buch schreibe. Großes Privileg. Und großes Vergnügen!”

“Aber warum hat diese Frau dann `Meschmasch` [Link] geschrieben?”, mailt meine Mutter.

Ich rolle die Augen:

  • Macht es Sinn, vor meinem Auftritt neue Schuhe zu kaufen? [Ja.]
  • Kopf rasieren – oder Haare länger lassen? [Länger ist besser. Weil wir Autoren mit Haarausfall eh unschön gleich / uniform aussehen.]
  • Bloggen UND Lesen? Klappt das? Oder kommt etwas zu kurz? [Nein. Genau richtig!]
  • Vor der Lesung frei sprechen? Erlaubt? Sympathisch? [Ach ja… glaube schon.]
  • Nach der Lesung, zum Runterkommen, von Vea Kaisers Baldrian nippen? [Geschadet hat es nicht.]
  • “Zimmer voller Freunde”-Leseprobe machen, vorher? [Ja.]
  • “Zimmer voller Freunde”-Leseprobe den Facebook-Freunden anbieten? [Ja. Kluges, motivierendes Feedback!]
  • “Zimmer voller Freunde” auf CD brennen, und eine Spindel Rohlinge einstecken?

“Stefan! Das sieht TOTAL verzweifelt aus! Leg dieses ZEUG weg!”, bitten meine Freunde.

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Ich merke, im Lauf dieser Tage: Mein “Open Mike”-Narrativ, meine “Open Mike”-Geschichte, verzerrt sich viel zu schnell in den großen, nervösen Gedanken:

“Stefan? Vermassle es nicht.”

Die falschen Schuhe? Der falsche Text? Der falsche Zugang, als Blogger?

Ich fühle mich wohl. Das hier… funktioniert, für mich. Ich habe Spaß. Ich bin hier richtig.

Aber wenn ich heim reise, am Mittwoch… sind dann die Fragen:

  • Warum hast du nicht gewonnen?
  • Warum hast du keine 20, 50 neue Lektoren- und Agenten-Visitenkarten?
  • Was war dein Fehler? Was brach dir – deinem Auftrit, deinem Text – das Genick?

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Die falsche Frage:

Als Kritiker, BELLA triste-Redakteur habe ich den Open Mike schon länger im Blick. Und dachte immer: Gut – hier wird sehr schnell, effektiv, einmal im Jahr Literatur GESIEBT, drei, vier gute Autoren entdeckt, aus 700 Bewerbern, 20 Finalisten.

Jetzt, als Teilnehmer, sehe ich die Ambition und den Gestus, der dahinter steht: drei, vier gute Namen… die fände man auch ohne Finale. Anthologie. Zwei Tage im Ballsaal. Workshops und Symposien: Die Literaturwerkstatt Berlin will Autoren fördern. Aufbauen. Miteinander ins Gespräch bringen.

Dabeisein ist nicht alles. Aber schon verdammt viel!

Die Preisverleihung? Heute, am frühen Abend. (16.30 Uhr? 17 Uhr? Später?)

Holt meine Leseprobe: 60 Seiten “Zimmer voller Freunde”, als .doc. Und 30 Minuten Lesung. Ich stehe hier irgendwo – mit einer CD-Spindel. :-)

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Mehr Infos zu den Lesungen: Link

Mehr Infos zur Geschichte und Programmatik: Link

Artikel / Presse: Link

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