Sonntag

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1989 trennt der Stadtplaner und Soziologe Ray Oldenburg drei „Places“ unseres Alltags: Der „First Place“ ist der Raum, in wir leben, wohnen, schlafen. Der „Second Place“ der Raum, in dem wir arbeiten. Der Wert einer Gemeinde aber bemisst sich an der Qualität ihrer „Third Places“ – den offenen, kollektiven Räumen, an denen man verweilen darf und dabei zwanglos andere Bürger trifft.

Starbucks nutzt das Konzept des „Third Place“ für die Kundenbindung: Jeder darf bleiben, so lange er will. Alle sind sicher und willkommen. Man soll vor seinem Kaffee sitzen und lesen, plaudern, warten – wie daheim. 

Doch ein tatsächlich öffentlicher „Third Place“ ist viel seltener. Und alle, die wir haben, liegen draußen, unter freiem Himmel: der See im Dorf, der Bahnhofswiesenpark, die Wiese oben am Ottilienberg. Sobald es kälter wird, sind diese Orte von der Karte ausgestrichen. Sobald der Spätherbst kommt, wird die Welt klein. Und ernst. Und eng.

Es gibt nicht viele Plätze hier, für uns.

„Zimmer voller Freunde“, Seite 190.

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verwandte Links:

  • „Zimmer voller Freunde“, zwischen/miete-Lesung, Literaturbüro Freiburg, November 2011 (Link)
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