Month: November 2011

6 months with the Blog: Underdog Posts

least popular posts? my WordPress statistics [click to see full size.]

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after six months with this blog… here are my least-read / least-popular articles and blog posts:

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the bottom 3:

  • Green Living: Toxic Detergents / Cleaning Products – Kelly Coyne, Erik Knutzen, “Urban Homesteading [7 views, Link]
  • Village Panorama… and small excerpt from “Zimmer voller Freunde”: “Sonntag” [13 views, Link]
  • People are weird: Google Queries 2011 [14 views, Link]

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Literature and Journalism, German:

  • Kulturtagebuch: Leben und Schreiben in Hildesheim [Essay für Glück & Schiller, Link]
  • “Berliner Tagesspiegel”: Glosse über Buchempfehlungen und Booklamp.org [Link]
  • Wer braucht… Kultur?: Eine Debatte auf Facebook [Link]

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23 little-known, interesting books: My monthly “Underdog Literature” feature:

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personal Soundtracks: 20 Songs – every year:

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personal posts [German]:

  • 11 schlechte / absurde Lebensregeln [Link]
  • meine Gaming- / Videospiel-Biografie [Link]
  • Buchtipps / Geschenke für Freunde & Verwandte: 2010 [Link]

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go HERE [Link] for my most popular / successful posts!

6 months with the Blog: Popular Posts

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after six months with this blog… here are my most-read articles / blog posts:

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Literature and Journalism, English:

  • Interview with Ayelet Waldman, Berkeley novelist [Link]
  • Underdog Literature: 15 fresh or exciting, off-the-wall titles [Link]
  • John Updike’s short stories: Recommendations [Link]

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Literature and Journalism, German:

  • Futter für die Bestie: Literaturkritik in digitalen Zeiten [Essay für “BELLA triste”, Link]
  • …sowie die beiden ergänzenden Listen: 250 Buchtipps / Empfehlungen[Link] und 250 Buchtipps / Entdeckungen [Link]
  • junge deutschsprachige Literatur: 50 Empfehlungen [Link]

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Net Culture / Curating, English:

  • Catastrophic Cakes, collected: Cakewrecks.blogspot.com [Link]
  • New, good TV? 2011’s most promising TV shows [Link]
  • Ideas worth spreading: 9 video talks that educated and entertained me [Link]

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Netzkultur / Empfehlungen, German:

  • Hildesheim: Best of Youtube [Link]
  • Helden meiner Kindheit: quick list [Link]
  • Heucheleien, Journalismus, Propaganda: Best of Stefan Niggemeier [Link]

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Comic Book Culture, English:

  • Interview: Sally Pascale, suburban feminist “Green Lantern” expert [Link]
  • “Green Lantern” Timeline / Reading Order [Link]
  • Catwoman in “Arkham City”: Sexism, Objectification, Empowerment [Link]
  • DC’s “The New 52”: All of September’s Comic Books ranked / reviewed [Link]

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Publishing / Literature in Germany:

  • Frankfurter Buchmesse: Romane und Neuerscheinungen [Link]
  • Literaturfestival PROSANOVA 2011: Stimmen der Presse [Link]
  • Deutscher Buchpreis 2011: die Nominierten [Link]

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personal stuff:

  • Photos: my Hildesheim Apartment [Link]
  • “Zimmer voller Freunde”: Reading in Freiburg, November 2011 [Link]
  • Photos: Toronto Starbucks [Link]

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Come back tomorrow for my least popular / successful posts!

People are weird…! Search Queries, 2011

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after half a year of blogging… here are some of the most bizarre, funny or curious search terms of my visitors:

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„Catwoman Sex with Batman manga“, “batman catwoman sex”, “catwoman damsel”, “batman tickling cat women”, “batman catwoman sex video”, “Male Catwoman”, “melon breasted women”, “Catwoman oversexualized in Arkham City” [and TONS of other, related terms]…

…led people HERE: “Crazy for Batman: Catwoman, melon-breasted Damsel”

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“Spacegirl sexual”, “Green Lantern kissing gorgeous”, “feminist analysis of Green Lantern movie”, “spacegirl + rape + comic + green”, “Robin nearly killing Wonder Woman”, “Sue Storm’s breasts”, “Wonder Woman dies”…

…led people HERE: “Interview: Sally Pascale, comic book reader, feminist, blogger… and the internet’s most outspoken ‘Green Lantern’ fan”

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“Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus Leipzig”…

…led people HERE: “Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim: Interview”

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queries that made me smile:

“Sinestro is handsome”, “Kyle Rayner adorable”, “friendship animation video”, “new trend tall women short men”, “feminist boss” [better try this website. or this.]

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queries that made me yawn:

“hypermuscular females”, “flat women perky nipples veins”, “robin and starfire sex comic”, “green lantern sexy jade”, “red lanterns bleez sexy”, “sexy batgirl and wonder woman flirting fan art”

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queries that made me wonder:

“dead parents; dead children; educated, urbane women with idiot husbands/boyfriends/girlfriends/friends”, „massive legs woman“, “blodens healing machine”, “you were a horrible mother”

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good German queries:

“Autoren über 50” [knapp vorbei: Link], “Zimmer voller Leben” [knapp vorbei: Link], “verdrängt Fernseher Buch” [knapp vorbei: Link], “Geschenke in Toronto kaufen” [knapp vorbei: Link], “Niggemeier hetzt” [knapp vorbei: Link], “imdb persönliche Empfehlungen” [Link], “Hoffnungsträger des Jahres 2011” [Link], “Zielgruppentheater” [Link]

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absurd German queries:

  • “Geheime Welten Hildesheim”
  • “Eierbecher”
  • “blöde e-Mails”
  • “Schneider the spider aus Familie Feuerstein”
  • “Im Fahrgestell eines Lieferwagens”
  • “Warum geben Menschen schlechte Ratschläge?”
  • “Mein Mann arbeitet zuviel”
  • “Hildesheim mein Hildesheim da ist die Welt”

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and here’s my favourite, so far:

  • “Clark Kent blushed around her” [Link]

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related Links:

Netzspiegel: BookDNA, Booklamp, Empfehlungen… und Stichworte

 Buchcover und Klappentexte lügen. Erst in absurden Online-Datenbanken wie „BookDNA“ wird das Genom großer Geschichten entschlüsselt.

von Stefan Mesch

 

Für die “Netzspiegel”-Kolumne des Berliner “Tagesspiegel” habe ich eine kurze Glosse geschrieben über Tags, Buchempfehlungen und Netzwerke, die Texte analysieren.

Die Printversion erscheint morgen, im gedruckten “Tagesspiegel”.

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Den Anfang machten die Nationalbibliotheken mit ihren CIP-Registern, noch vor den digitalen Netzwerken: Statt jeden neuen Roman allein unter dem Stichwort „Fiction“ abzulegen, erfand etwa die Library of Congress für ihr Suchregister tausende Hilfs- und Suchbegriffe, mit denen jedes Buch in eigenen Sach- und Themenwelten gefunden werden kann:

Stewart O’Nans „Emily, allein“ etwa erzählt von einer alten Frau mit Herzproblemen und einem kranken Hund in Pittsburgh. Die Suchbegriffe? „Witwen“, „ältere Frauen“, „Ereignisse, die das Leben verändern“ und „häusliche Geschichten“. Vier große Themen. Vier Anschluss- und Verknüpfungspunkte, die Lesern bei der Suche nach der nächsten Lektüre helfen.

Es gibt das Stichwort „Frisöre“, das Stichwort „Japan – 1926 bis 1945“ und das Stichwort „Brandwunden und Verbrühungen“. Und wer jetzt schimpft „Aber die Bibliothekare haben den kranken Hund vergessen!“, darf gerne selbst mithelfen und sortieren: Man kann dem „Hund“, den die Bibliothekare nicht so wichtig fanden, heute bequem auf Amazon.de nachspüren.

Dort gibt es 800 Produkte zum Thema „Hunde“. Und wie mit Stickern, Klebezetteln oder kleinen Umhängeschildern – englisch: Tags – darf jeder Kunde jedes Produkt mit einer Unzahl beliebiger neuer Hilfsbegriffe verschlagworten.  Helene Hegemanns „Axolotl Roadkill“ etwa ist unter den Begriffen „Berlin“, „Teenies“ und „Drogen“ abgelegt. Und, für acht enttäuschte Leser, unter „pseudo-intellektuell“.

US-Netzwerke sortieren noch viel feiner: Mit dem „Plot Keyword“ „Death of Dog“ findet man 53 Filme und Serien in der Filmdatenbank IMDb. In der „Listopia“-Rubrik des Büchernetzwerks Goodreads haben 60 Leser über das traurigste Buch mit toten Hunden abgestimmt und eine eigene „The Dog dies!“-Liste angelegt. Und auf TVTropes.org – der schönsten Plattform zum Beschreiben und Erkennen erzählerischer Motive und Klischees –, listet das Verzeichnis „A Boy and his X“ die größten, markantesten und traurigsten Geschichten über die Freundschaft zwischen Mensch und Tier.

Aber helfen solche Werkzeuge wirklich bei der Suche nach der passenden Lektüre? Romane sind schwer zu „erkennen“, schwer zu „durchschauen“, schwer zu sortieren und schwer zu vergleichen. Empfehlungen sind Feinarbeit, Geschmacksprognosen fast Psychologie. Welche Zutaten braucht ein politischer Roman? Wie viele Spannungs-, Erotik- oder Anspruchs-Punkte verdient Hemingway? Wie ließen sich die spröden Kurzgeschichten Judith Hermanns fassen? „Bildsprache: 83 Prozent. Satzrhythmus: 90 Prozent. Erzählfluss: 62 Prozent. Lesespaß: 78 Prozent“? Oder einfach: „Kann Spuren von Sehnsucht, Tränen und Küssen enthalten“?

Keine Website geht dieses Problem verkopfter (und amüsanter!) an als Booklamp.org. Der Empfehlungs- und Katalogdienst für Bücher will die „BookDNA“ jeder Geschichte entschlüsseln – und in präzisen Prozentzahlen bemessen. Der Schreibstil wird erfasst in den fünf Kategorien „Bewegung“, „erzählerische Dichte“, „Rhythmus“, „Dialog“ und „Beschreibung“. Der Inhalt mit trockenen Schlagworten wie „entfernte Verwandtschaft und Cousins“ oder „Terminplanung / Zeitfragen“.

Die Fantasy-Reihe „Ein Lied von Eis und Feuer“ enthält „62 Prozent körperliche Merkmale“ und doppelt so viel Dialog wie Beschreibung. Die Hauptzutaten von „Anna Karenina“ sind „Beziehungen und Eheleben“, „Gefühlsbekundungen“ und „nonverbale Kommunikation“.

Noch ein paar Jahre, und wir können Bücher bestellen wie Pizza: „Einmal sterbender Hund, mit 80 Prozent ‚Bewegung’ und ‚erzählerischer Dichte’. Bloß keine Cousins oder Witwen! Aber viele ‚körperliche Eigenheiten’.“ Die Frage ist nur, ob wir dann wirklich finden, was wir suchen.

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verwandte Links:

 

Toronto Starbucks [pic post]

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Here’s a collection of daily Toronto pictures that I took in winter / spring 2011.

Frappuccinos!

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related links:

“Futter für die Bestie.” [Essay, BELLA triste 31, 2011]

Futter für die Bestie.

528 Wege… zum nächsten guten Buch.

von Stefan Mesch

erschienen in BELLA triste 31, November 2011, Hildesheim

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“Was, wenn ich jede Geschichte, die mich je bewegte… jeden Song, zu dem ich jemals tanzte… all meine wichtigsten Stunden… greifen könnte – und mit euch teilen?”, fragte Oprah Winfrey, bevor sie Anfang 2011, nach 25 Jahren, ihre Talkshow einstellte und ein riskantes, eigenes Vollprogramm entwarf, den Kabelsender OWN: “Oprah’s Next Chapter”, “Ask Oprah’s All-Stars”, “Your OWN Show: Oprah’s Search for the Next TV Star”… ein Kessel Lebenshilfe, Reality- und Service-TV, Talkshows, Reportagen, Einrichtung, Kochen und Politik, montags bis sonntags, rund um die Uhr.

Von fern, in sporadischen Interview- und Youtube-Schnipseln, schien mir die Journalistin / Moderatorin oft vage sympathisch: eine laute, pummelige, selbstsichere Frau, die beständig auf Herz und Bauch, nicht auf den Kopf zielte und jede Frage so persönlich, nah, konkret und emotionalisiert wie möglich in Angriff nahm. Empfehlungen! Lob! Emphase! Gefühl! Entdeckungen! Geschenke!

In einer Alltags- und Boulevardkultur, die uns (als Europäer) oft kaum taxiert, kreist Winfrey seit 1986 als neugieriger, lebenshungriger Mähdrescher durch alle Themenfelder: Sie sucht nach Hoffnung, im finstersten Tal. Feiert Opfer, die ihre Stimme erheben und kämpfen. Und sie will Täter, die umkehren und bereuen. Die Lebensgeschichte ihrer Gäste wird als Bildungsroman, Survival Story, Erbauungs- oder Bekehrungs-Lehrstück aufgerollt. Im Wertekatalog der Sendung zählen Fleiß und Lernen, Freundschaft, Mut, Solidarität und Stolz.

Das ist – als Programmatik, Haltung, Tonfall – fürs erste nicht verdächtig oder verkehrt. “Tränen, Drama, fertig ist das Rührstück”, lacht Spiegel Online. “Oprah Winfrey ist die Großmeisterin des Geschluchzes, Herzschmerz ist ihr Geschäft.” Doch Winfrey selbst erklärte in ihrer Abschiedssendung Ende Mai: “Ich wollte immer eine Lehrerin sein, und das hier ist das größte Klassenzimmer der Welt.”

Ich kenne schlechtere Lehrerinnen. Und dümmere Lektionen.

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Ich dachte, diese Bücher seien für Frauen. Ich hätte sie nie angefasst.”

“Ich werde versuchen, ein neues Format für Bücher und Autoren zu entwickeln“, versprach Winfrey zum Sendestart von OWN – auch, wenn Literatur die Einschaltquoten sinken lässt. “Das ist nicht wichtig: Manche Themen sind einfach nötig. Und je besser ich es schaffe, eine Brücke zu schlagen zwischen Autor, Buch und Publikum, desto schneller erholen sich auch die Quoten.“

Literatur auf Körpertemperatur also, Geschichten “zum Mitgehen”, Erzähler “wie du und ich”: In der Rubrik „Oprah’s Book Club“ empfahl Winfrey seit Herbst 1996 siebzig meist aktuelle Romane, Sachbücher und Biografien, sprach mit dem Autor oder ließ Studiogäste (Experten, Bibliothekare, Hobbyleser) diskutieren. Jeder Titel wurde zum Bestseller, und alle erhielten ein Oprah-”O” als Sticker oder Aufdruck.

“Der Bärenanteil aller in unserem Land gelesenen Bücher wird von Frauen bewältigt. Sie lesen, so lange Männer auf den Golfplatz fahren oder Football kucken oder mit ihren Flugsimulatoren spielen – oder was weiß ich. Ich habe Angst … nein, besser: Ich hatte Hoffnung, mit meinem Roman auch ein männliches Publikum zu erreichen”, klagte Jonathan Franzen 2001, nach Erscheinen seiner Familiengeschichte “Die Korrekturen”.

“Doch mehr als ein Leser steht heute im Buchladen in der Schlange für meine Signierstunde und sagt: ‘Wenn ich nicht gerade Ihre Lesung gehört hätte, hätte mich die Empfehlung von Oprah abgeschreckt. Ich dachte, diese Bücher seien für Frauen. Ich hätte sie nie angefasst.’”

Die “Oprah”-Redaktion lud Franzen aus der Sendung aus, und US-Kulturjournalisten eröffneten eine wichtige Debatte: War Franzen elitär und frauenfeindlich? Lockt Winfreys Empfehlung nur Leser „zweiter Klasse“? “Sie hat ein paar gute Bücher ausgewählt”, schimpfte Franzen noch 2006. “Aber auch so viel Schmalz und flache Geschichten, dass es mich persönlich schaudert.”

Tatsächlich empfahl Winfrey bis 2001 sehr viele Bürgerrechts-, Holocaust- und Krankheitsgeschichten, persönliche Schicksale, oft von Frauen und / oder Schwarzen. Keines dieser Bücher wurde in Deutschland zum Bestseller, und nur “Weißer Oleander”, “Fortunas Tochter”, verschiedene Titel von Toni Morrison und Wally Lambs “Früh am Morgen beginnt die Nacht” sind mir – dem Namen nach – bekannt.

Ganz anders sieht die Liste der (nur) 23 Titel aus, die Winfrey seit Franzens Protest empfahl [Weg 1]: John Steinbecks „Jenseits von Eden“ (1952), Tolstois „Anna Karenina“ (1877), Weihnachten 2010 eine wuchtige Doppelausgabe von Charles Dickens. Auch die tagesaktuellen Romane – Cormac McCarthys „Die Straße“, Jeffrey Eugenides’ „Middlesex“ und, als große Versöhnung im letzten Herbst, Jonathan Franzens „Freiheit“ – wurden literarischer, dunkler, männlicher.

Bis heute ist Winfreys Urteil „the biggest force in publishing“, und wer gehobenen literarischen Mainstream sucht, findet hervorragende Empfehlungen im monatlichem O Magazine [Weg 2] und auf Oprah.com [Weg 3]: Winfrey (und ihre Redakteure) mögen Bildungsromane, Survival Stories, Erbauungs- und Bekehrungs-Literatur. Vieles ist „gut gemeint“ oder latent didaktisch. Es geht um Hoffnung, im finstersten Tal. Um Hauptfiguren, die ihre Stimme erheben und kämpfen.

Doch ich kenne schlechtere Kriterien. Und Kritiker, die öfter daneben greifen.

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Der Mob zerstört die Ordnung des Systems.“

Bevor ich an die Uni kam, 2003, war ich ein harmloser, entspannter Gelegenheits- und Freizeit-Leser: Ich schaffte ein, zwei Bücher im Monat, meist Impulskäufe in der Karlsruher Fußgängerzone oder, seit 1999, immer öfter bei Amazon. Mit 13 kaufte ich „Shadowrun“– und „Star Trek“-Romane. Mit 14 „Dracula“ und Stephen King. In der Oberstufe – wie alle anderen im Freundeskreis – Paul Auster, Jean-Paul Sartre, Hermann Hesse und Ethan Hawke.

Unser Lieblingsbuch, „Vielleicht lieber morgen“ von Stephen Chbosky, war eine Amazon-Empfehlung [Weg 4], die ich nur bestellt hatte, weil die US-Ausgabe beim Imprint „MTV Books“ erschienen war: Im Vorjahr hatte „MTV Films“ „Save the last Dance“ produziert – das reichte mir als gutes Vorzeichen und Qualitätsversprechen.

Ich kaufte ohne Argwohn und Recherche, nach kurzem Blick aufs Cover, den Klappentext oder den Titel („Ich finde mich toll – warum bin ich noch Single?“), und noch 2001 tippte ich mir eine Liste der 74 Autoren ab, die The Divine Comedy in ihrem Song „The Booklovers“ aufzählten [Weg 5] und bestellte mir naiv erste Bücher von Martin Amis, Kazuo Ishiguro, Anaïs Nin. Ohne den Song hätte ich von diesen Leuten nicht gehört. Und Fachpresse? Qualifizierte Empfehlungen? Netzwerke, Kuratoren?

Zu jedem Videospiel, das ich mir zwischen 10 und 13 kaufte, gab es schon Monate zuvor vier, fünf, sechs Testberichte in Zeitschriften wie MegaFun und Gamers. „Grafik: 90 Prozent. Musik / Soundeffekte: 74 Prozent. Steuerung: 82 Prozent. Spielspaß: 87 Prozent.“ Alle Titel fanden saubere Plätze in Tabellen, Referenzen, Rankings. Es gab Schulnoten und Umfragen, so technisch, „objektiv“ und detailliert wie möglich.

Mit 12 ersetzte ich Hörzu durch TV Movie, weil dort dasselbe (neurotische) Prinzip auf Spielfilme angewandt wurde: Jeweils ein bis drei Punkte für Humor, Action, Spannung, Anspruch und / oder Erotik, dazu Tagestipps, Nachttipps, Geheimtipps, Kino- und Videotipps. Seit 1995 half TeleVision (später: TV Highlights) auch bei der Auswahl aller Science-Fiction- und Fantasy-Filme und -Serien des Monats. Seit 1998 las ich Cinema, bevor ich ins Kino ging. Und 1999 fand ich IMDb.com, die Internet Movie Database.

Wenn über IMDb geschrieben wird (es passiert selten genug…!) und über den kollektiven User-Score, bei dem Hunderte Amateure jeden Film auf einer Skala von 1 bis 10 Sternen bewerten, geht es meist um die Widersprüche und Absurditäten auf der Liste der „250 top-rated movies“: Ist die Stephen-King-Verfilmung „Die Verurteilten“ (9.2 von 10) tatsächlich der „beste Film aller Zeiten“? Gehört „Der Pate“ auf Platz 2? Und was lief schief im Sommer 2008, als der Batman-Film „The Dark Knight“ (heute: 8.8 von 10) plötzlich Platz 1 belegte?

„Der Mob zerstört die Ordnung eines Systems, das für gewöhnlich durchaus präzise, nützlich und vertrauenswürdig ist“, erklärte damals ein Stochastiker. Doch besonders die zweite Hälfte dieses Satzes hat Substanz: Die Wertungen sind, meiner Erfahrung nach, tatsächlich bestürzend „präzise, nützlich und vertrauenswürdig“.

Ein Film ab 8.0 ist (beinahe immer) sehenswert und spannend, ein Film unter 7.0 hat (mindestens) große Schwächen und Probleme. Von meinen 28 Lieblingsfilmen liegen nur fünf unter der 7.0-Marge. Doch andererseits liegt das natürlich (auch) an meiner einseitigen Auswahl:

Beschränke ich mich selbst, wenn ich seit 15 Jahren nur Favoriten und „Tagestipps“ ansehe?

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Keinem deiner Freunde gefällt das.“

Die Frage „Wie finde ich einen guten Film?“ hat eine Unzahl schneller, simpler Antworten: Kritiken auf Metacritic und RottenTomatoes lesen. Trailer auf Youtube sehen. Best-of-Listen von Bloggern und anderen Kuratoren durchsieben [das gilt auch für Bücher: Weg 6]. Zu Preisträgern auf Festivals recherchieren [Weg 7]. Notizen machen, sobald Stars und Regisseure von ihren Lieblingen / Vorbildern sprechen [Weg 8]. Journalisten wie Roger Ebert, Alan Sepinwall oder Else Buschheuer auf Twitter und Facebook folgen [Weg 9].

Oder einfach: Freunde fragen [Weg 10].

Vor acht Wochen erst erklärte Kathrin Passig in ihrem Essay „Keinem deiner Freunde gefällt das“ (pro Helvetia, Passagen 56), altmodische Mund-zu-Mund-Propaganda im Freundeskreis sei überholt: „Man entdeckt [als Schüler] gemeinsam mit Freunden bestimmte Bands, Filme, Autoren, sodass sich die Vorlieben für eine Weile parallel entwickeln. Die Täuschung, dass dieser Zustand das ganze Leben lang anhält, entsteht durch Wunschdenken und dadurch, dass wir uns lieber über die Überschneidungspunkte unserer Interessen unterhalten als über deren Diskrepanzen.“

„Ich schwimme“, schreibt Passig zerknirscht und müde, „in vielen Bereichen mitten im Mainstream. Aber selbst diejenigen Freunde, bei denen die Übereinstimmungen relativ groß sind, hegen ansonsten Interessen, die für mich so wenig nachvollziehbar sind, dass ich mich von der Vorstellung verabschiedet habe, vorhersagen zu können, was ihnen gefallen wird und was nicht.“

Schade: Das sagt die Frau, die vor fünf Jahren perfekt kalkulierte, was den Juroren des Bachmannpreis’ gefallen wird. In Zukunft aber, glaubt sie, seien unsere „Geschmacksgenossen“ vor allem in sozialen Netzwerken zu finden, Empfehlungen via Computer und Algorithmen. Und damit liegt sie richtig. Falsch. Und weit daneben.

Richtig, weil Online-Radios wie Last.fm – da machte ich seit 2006 dieselben tollen, euphorisierenden Hör-Erfahrungen wie Passig – tatsächlich passgenaue Songs für meinen „privaten Radiosender“ auswählen, mit jedem Klick auf „Love“ oder „Don’t play this song again“ dazulernen und mir, als „virtuelle Nachbarn“, Hörer auf der ganzen Welt vorschlagen, deren Musikstil sich frappant mit meiner eigenen Sammlung deckt.

Wie „nah“ oder „ähnlich“ sich einzelne Musikstücke sind, berechnet Last.fm dabei vor allem aus einer Unmenge globaler User-Daten: Ich selbst habe etwa 55.000 Songs gehört und an die Last.fm-Datenbank gesendet. Entsprechend streng und gleichförmig läuft heute mein Radio. Bei Filmen oder Büchern aber erzeuge ich viel weniger Verknüpfungen und Datensätze. Und während Songs derselben Bands oft sehr, sehr ähnlich klingen, ist das bereits bei Paul-Auster-Romanen oder Luc-Besson-Filmen deutlich verzwickter.

Und hier beginnen die Probleme: Passig und ich sind Mitglieder eines weiteren „Social Cataloging“-Dienstes – der deutsche Service Criticker.com speichert, fast wie in Oprahs Wunschtraum eines perfekten OWN-Senders, „jeden Film, den wir jemals sahen“ und gibt uns automatisierte Empfehlungen. Ich habe 869 Filme eingetragen und bewertet. Doch die Empfehlungen, die Criticker mir schickt, sind oberflächlich und geistlos: Zeug, das bei Media Markt im selben DVD-Regal stünde. Keine Perlen. Keine Kracher. Als Fahrtenschreiber meiner Film-Biografie ist Criticker großartig. Doch als Wegweiser und Kurator taugt ihr Algorithmus (noch) nichts.

Stattdessen arbeitet die Seite ähnlich plump wie Amazons Empfehlungen: „Sie mochten ‚Spider-Man‘? Wir empfehlen: ‚Spider-Man 2‘.“ Na, danke! Mein Online-Radio darf gerne stundenlang gleichförmige, straffe Klangteppiche weben. Aber frische, kongeniale, subtile, erratische, überraschende Verknüpfungen? Verstörungen? Stolperfallen? Daran scheitert Last.fm. Und Criticker erst recht.

Und Amazon? Hält mich für schizophren: Sobald ich dort Geschenke kaufe, herrscht (Empfehlungs-)Chaos.

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Bücher sind Bildung. Bildung tut weh.“

Die schlechte Qualität solcher Empfehlungen sticht uns ins Auge, weil wir – im Netz, beim Fernsehen, unterwegs – fast pausenlos für uns privat einordnen, selektieren und verwerfen müssen, Rollen als Kritiker, Scout und Redakteur einnehmen, ohne Mühe, routiniert: 30 Sekunden sind genug, um zu entscheiden, ob uns ein Filmtrailer gefällt. In 10 Sekunden überfliegen wir Websites und Artikel, wägen ab, ob eine gründliche Lektüre lohnt. Uns fehlt die Zeit, durch lange Videos und Fotostrecken zu klicken. Und vor dem Fernseher „sampeln“ wir in zwei Minuten 50 laufende Programme.

Dreimal die Woche, scheint mir, zeigen Hirnforscher oder Soziologen neue Studien über „die Macht das ersten Eindrucks“: Gestalter feilen so fies und diffizil an Bildsprache und visuellen Codes von Shampoos, Spielzeug, Hollywood-Plakaten, bis jede Passantin auf den ersten Blick erkennt, ob sie zur Zielgruppe gehört oder nicht. Und sähe ich morgen eine Meldung, dass Graugänse / Rhesusäffchen / MIT-Studenten nicht länger als 0,028 Millisekunden brauchen, um zu entscheiden, ob ein Gegenüber als Partner / Paarungsziel in Frage kommt – ich wäre nicht überrascht.

Nur Buchempfehlungen bleiben eine Königsdisziplin. Für Programmierer, für Freunde. Für Kritiker, für Buchhändler und Pädagogen.

Zum einen, weil Literatur oft träge 40, 80 Seiten braucht für einen fundierten ersten Eindruck – statt wie ein Song oder ein Film sofort im Lauf der ersten Takte / Bilder wesentliche Eigenheiten (und Schwächen!) zu offenbaren. Zum anderen, weil wir viel mehr Horrorfilme, Sängerinnen, Sitcoms oder Eiscremesorten in unseren mentalen Registern geordnet haben als z.B. New-York-Romane, Bücher über Mütter oder Texte aus dem vorletzten Jahrhundert.

Romane sind schwer zu „erkennen“, schwer zu „durchschauen“, schwer zu sortieren und schwer zu vergleichen; Empfehlungen sind Feinarbeit, Geschmacksprognosen fast Psychologie: Wie viele Spannungs-, Erotik-, und Anspruchs-Punkte verdient Hemingway? Reicht es zum „Tagestipp“? Wie lässt sich „Sommerhaus, später“ fassen? „Bildsprache: 83 Prozent. Satzrhythmus: 90 Prozent. Erzählfluss: 62 Prozent. Lesespaß: 78 Prozent“?

Ist der groteske, alptraumhafte KZ-Roman „Die Wohlgesinnten“ lustig? Schrecklich? Satirisch? Plump? Das kommt vor allem darauf an, wie jeder Leser sich das Buch in seinem jeweiligen Kopfkino inszeniert. Tonfall, Lesart und Stimmung der „American Psycho“-Verfilmung stehen auch dem faulsten Zapper nach zwei Minuten klar vor Augen. Doch welche Teile der – ambivalenteren – Romanvorlage „ernst gemeint“ sind, darüber streiten Exegeten bis heute.

Literatur, mit ihren Subtexten, Grau- und Zwischentönen, braucht Zeit. Wohlwollen. Mitarbeit. Geduld. All ihre Stärken (und Verfehlungen!) werden allein in Sprache transportiert. Als Rezensent zählt es zu meinen allergrößten Pflichten, Zitate auszuwählen, Signale zu setzen, das richtige Buch den richtigen Leserkreisen anzutragen; denn Cover und Klappentext – die einzigen Stellen am Produkt, wo solche Zielgruppen-Kennzeichnung und visuellen Codes Platz hätten – bleiben zu oft nichtssagend, offen und vage.

Bücher sind Black Boxes. Umschläge sind Mogelpackungen. Klappentexte locken ein Publikum mit allen süßen, bösen Versprechungen der Hexe vor dem Knusperkuchenhaus. Und immer, wenn wir kritisch über Texte sprechen wollen, fehlen uns gemeinsame Grundlagen / Bezugspunkte – denn auch die besten Freunde kennen nur 50, höchstens 80 unserer Romane:

‘Avatar’ erzählt ‘Der mit Wolf tanzt’ und ‘Pocahontas’ als Computer-Schmonzette?“ Verstanden, alles klar. „Jörg Albrecht schreibt im Stil Andreas Neumeisters über Houellebecq– und Hubert-Fichte-Milieus?“ Hä, was?

„Ohne Empfehlung kaufe ich keine Romane mehr“, erklärt Freundin Simone: „Filme sind Unterhaltung. Wenn sie mich enttäuschen, schalte ich weg. Aber Bücher sind Bildung. Und Bildung, haben wir gelernt, tut auch mal weh: Sobald ich einen Roman abbreche, fühle ich mich ignorant und schuldig. Egal, wie quälend die Lektüre war.“

Romane sind Lose, mit obszön vielen Nieten. Ist jedes abgelegte Buch ein Zeichen geistiger Niederlage?

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90 Prozent von allem ist Kacke.“

Ich bin nicht sicher, warum Leute lesen. In ihrer Freizeit, müde und freiwillig. Und in der festen Hoffnung, ein Stück Prosa könne sie stärker packen und brutaler schütteln als ein Kinofilm (mit charismatischen Gesichtern; Bild, Schnitt und Soundtrack), eine Serie (mit der Vertrautheit und Intimität, die zwischen Publikum und Hauptfiguren wächst) oder eine Dokumentation (Politik! Wissen! Voyeurismus!).

Mein Vater – Halbwaise, Mechaniker, dann Meisterschule, heute selbständig – sagt sehr oft stolz, er hätte sich in seinem ganzen Leben niemals zwingen lassen, einen Roman zu lesen. Meine Mutter – Dorfjugend, Haushaltungsschule, zehn Jahre Arzthelferin bei einem Kinderarzt, danach vier eigene Kinder – war Gold-plus-Mitglied im Bertelsmann-Club und verliebt sich heute alle zwei Wochen in ein paar neue Hardcover aus kleinen Buchläden: „Den Mann habe ich beim Jauch gesehen. Da hat er von seinem Familienschicksal erzählt. Und bei dem anderen mochte ich dieses intensive Rot. Und diese Schrift…! Die Autorin kommt aus Italien.“

Ich hatte immer jemanden, der mir vorlas und zuhörte. Ich hatte immer Hoffnung und Vertrauen in Bücher. Vor allem aber hatte ich immer die Erlaubnis, mir eigene Entdeckungen zu suchen: Christen verschenkten „Fünf Geschwister“ oder C.S. Lewis. Eltern verschenkten (meist schreckliche) „Schneider“-Bücher, weil sie selbst mit älteren Schneider-Reihen aufgewachsen waren. Bei meinen Grundschullehrern gab es Volltreffer (A.S. Neills „Die grüne Wolke“, Jules Verne, „Der Hexenmeister vom flammenden Berg“), und eine Menge Empfehlungen, die mich nur langweilten und irritierten (Roald Dahl, „Der Hobbit“, Fabeln und Märchen).

Spätestens als Teenager krebste jeder von uns ohne Ratgeber, Mentoren, Hilfestellung durch Büchereien und Bahnhofsbuchhandlungen: Ich las „Der Fänger im Roggen“, weil a) ein Artikel zu „Millennium“, der Schwesterserie von „Akte X“, erwähnte, das Buch habe den Attentäter John Hinckley dazu inspiriert, Ronald Reagan zu erschießen… und b) zur selben Zeit Ace of Base in ihrem Gute-Laune-Song „Life is a Flower“ von „Catcher in the Rye“ sangen.

Ich las Victor Hugos „Die Elenden“, weil Onkel Dagobert im „Lustigen Taschenbuch“ Nr. 143 als Flüchtling „Jean Valduck“ durch Paris schlich. Ich las „What I loved“, allein wegen des hübschen Covers. Ich las „The Lost Language of Cranes“, weil mir der Titel, „Die verlorene Sprache der Kraniche“, bekannt vorkam. (Tatsächlich waren es dann Baukräne, keine Kraniche.)

Blindflüge, Glücksgriffe, wirre Beliebigkeit: „Glastonbury Romance“ von John Cowper Powys wurde in TV Highlights empfohlen, zwischen Artikeln zu „Xena“ und „Buffy“. „You can’t go home again“ von Thomas Wolfe stahl ich aus der Schulbibliothek [Weg 11], weil ich Wolfes Lebenslauf sympathisch fand. Und Nabokov – mein dritter großer Lieblingsschriftsteller – lag auf dem Flohmarkt [Weg 12]: Für jeden Fetzen Popkultur hatte ich eigene Experten, Filter, Testberichte. Bei Literatur aber vertrauten wir auf unser Anfänger- / Idiotenglück.

Und merkten doch: Die „Klappentext + Cover + ‘Ich habe den Namen mal gehört: Läuft das nicht bald im Kino?’“-Strategie ist keine Lösung.

„Man könnte sagen, 90 Prozent aller Science Fiction sei Müll, Kacke und Dreck“, schrieb der Science-Fiction-Autor Theodore Sturgeon 1958, „doch unter diesem Blickwinkel stünde genauso zu behaupten, auch 90 Prozent aller Filme, Literatur, Konsumprodukte seien Kacke.“

Bekannt als „Sturgeons Gesetz“, halte ich diese These für tröstend und plausibel. Doch während andere Kunstformen eben nebenbei, ohne große Mühe entdeckt, verstanden, durchstöbert und sortiert werden können… und hundert engagierte, vertrauenswürdige Fürsprecher, Fan- und Fachorgane haben…

…bleibt Literatur für beinahe jeden, den ich kenne, ein Rätsel – voller Enttäuschungen.

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50 wirklich große Romane des 20. Jahrhunderts“

Acht Dinge, die ich vor acht Jahren, in meinem ersten Semester Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim, nicht wusste: Wie man „Feuilleton“ schreibt. Wofür „KiWi“ steht. Was Adorno, Walter Benjamin und die Frankfurter Schule wollten. Dass man „Pruust“ sagt, nicht „Praust“. Was Edit, uschtrin.de, Klagenfurt, der open mike und Literaturen sind. Wie „Fräuleinwunder-“ oder „Popliteratur“-Autoren schreiben. Dass „Poesie“ und „Poetik“ zwei verschiedene Dinge benennen.

Vor allem aber: Was man „gelesen haben muss“. So viel wie möglich? Jeden? Alles?

Im Jahr 2003 las ich 20 Bücher. Im Jahr 2004 las ich 132 Bücher. Im Jahr 2005 las ich 203 Bücher. Aber nach welcher Auswahl? Welcher Logik? Ich fragte alle neuen Freunde, Professoren, Schreiber nach ihren Favoriten [Weg 13]. Ich legte Listen und Wunschzettel an [Weg 14]. Ich kaufte preisreduzierte Mängelexemplare [Weg 15] von jedem Autor, der mir dem Namen nach vertraut war – und suchte besonders billige Bestseller und Klassiker im Amazon Marketplace [Weg 16]. Ich verabschiedete mich vom Zwang, jedes Buch zu Ende lesen zu müssen [Weg 17], aber las gerne möglichst viele verschiedene Stimmen über denselben Ort oder dasselbe Thema [Weg 18].

Ich verstand, dass Debütromane oft mehr Schwung und Dringlichkeit bieten als die zweiten oder dritten Bücher eines Autors [Weg 19]. Dass es – Kulturförderung ahoi! – überproportional viele Österreicher und Schweizer gibt, die auch von schlechten Büchern leben können [Weg 20]. Dass jeden Herbst und jeden Frühling vier bis fünf junge Frauen mit „Aufsehen erregenden“ Kurzgeschichten durch die Presse getrieben werden, doch bald vergessen sind, den Beruf wechseln und sich von einer Welle (noch jüngerer) Geschichtenfrauen ersetzen lassen [Weg 21]. Und, dass es oberflächlich, aber extrem hilfreich ist, bei älteren Autoren nachzusehen, ob sie auf ihrem Autorenfoto verklemmt wirken… oder offen [Weg 22].

In knapp drei Jahren schrieb ich etwa 150 Buchkritiken: Ich hatte Neugier, Ehrgeiz, Spaß und fand schnell einen guten Ton (nicht schwer – nach einer Kindheit voller Film-, Spiel-, Serien-Kritiken…). Doch hätte ich Sterne vergeben müssen für meine Lektüren, ich hätte nur 28 (von 355) Büchern 5 von 5 zugestanden: 82 Bücher waren 4-Sterne-Kandidaten, 145 Bücher ödes Mittelfeld, 95 waren dumm und / oder schlecht (2 Sterne), und fünf Totalausfälle. Ich las – und lernte – sehr, sehr viel. Aber ich las nicht gut.

Ab Frühsommer 2004 veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung „50 große Romane des 20. Jahrhunderts“. Der biedere 2002er-Kanon von Marcel Reich-Ranicki – 20 Romane aus dem deutschen Sprachraum, geschrieben von 16 Männern und einer (!) Frau, 149 Euro – schien mir arg garstig. Aber jede Woche Weltliteratur, via SZ? Eine Art „Grundkurs Roman“, zum zweiten Semester? Ich kaufte 50 Bücher. Las 33. Und mochte… 8.

Zwei meiner besten Freundinnen – Pädagoginnen, Gelegenheits- und Hobbyleser – schafften die vollen 50. Aber auch sie hatten kaum Freude. Als 2007 Band 51 bis 100 nachgelegt wurden, seufzte Freundin Schumi: „Zu welchem Motto, dieses Mal? ’50 wirklich große Romane des 20. Jahrhunderts’? Ich glaube, hier höre ich auf.“

Heute, Ende 20, liest sie noch fünf bis sechs Romane im Jahr. „Weißt du? Ich bin abends immer so müde.“

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Ich muss doch MIT ERWARTUNGEN SPIELEN!“

Dieselbe Müdigkeit / Ernüchterung zieht sich durch all meine Bekanntenkreise: Gestresste Frauen verlieren die Geduld für Literatur und schauen lieber „Big Bang Theory“. Männer lesen – wenn überhaupt – schnelle Sachbücher, Comics, Thriller. Selbst Freunde, die ihr Geld mit Schreiben verdienen, zucken bei meiner wöchentlichen „Was Tolles gelesen? Entdeckt? Verschlungen?“-Frage resigniert die Schultern: Ein Buch kostet vier bis zehn Stunden Lebenszeit / Konzentration. Nach meiner Erfahrung aber „lohnt“ kaum jedes dritte oder vierte.

Und jedes Mal, wenn mir ein Freizeitleser seine enttäuschenden Lektüren klagt, spüre ich den Drang, ihn in den Arm zu nehmen und, im Namen aller Schriftsteller der Weltgeschichte, zu sagen: „Dir wurde ein schöner Tag gestohlen. Das schmerzt mich sehr. Doch bitte glaub weiterhin an unsere guten Absichten!“

„Nein – Chance verspielt“, sagt Freundin Antje: Nach einem Jahrzehnt voll hässlicher Erfahrungen mit Karen Duve, Uwe Timm und ein paar Jüngeren misstraut sie deutschsprachiger Literatur. „Sobald sich eine Liebesgeschichte anbahnt oder eine Figur als Sympathieträger heraussticht, kommt es mir vor, als sage sich der Autor: ‘HALT! Ich muss doch MIT ERWARTUNGEN SPIELEN!’ Ein paar Kapitel später liegt wieder alles in Trümmern und die Figuren verhalten sich wie Wahnsinnige.“

Ich sehe, was Antje meint. Ich teile ihr Unbehagen: Geschichten, die als Romanzen, Krimis oder Reiseberichte starten, mit sattelfesten Helden und klaren Konflikten, enden oft irgendwo am Abgrund, in Sackgassen und schiefen Abzweigungen. Autoren überrumpeln ihre Hauptfiguren, lassen die Leser im Regen stehen. „Ist dir die Handlung unterwegs entgleist?“, würde ich Juli Zeh oder Ingo Schulze oft gerne fragen. „Stehst du auf Kriegsfuß mit deinen Figuren? Deinen Themen? Oder mit uns – dem Publikum?“

Wer deutsche Romane liest, kennt kalte Duschen. Und kalte Schultern.

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Wir lesen, um mit unseren Gefühlen klarzukommen.“

Noch vor zwei Wochen hätte ich dieses Essay mit einem pragmatischen und etwas traurigen Ratschlag abgeschlossen: „Lasst euch gelungene deutschsprachige Bücher von euren Freunden und Vertrauten empfehlen [Weg 23], doch stöbert im Zweifelsfall, wenn ihr ganz neue Entdeckungen machen wollt, lieber bei den US-Autoren.“

Amerikanische Romane sind oft etwas eingleisiger und straffer, überraschungsloser – aber um Welten sauberer erzählt: Wer einen Internats-, Familien- oder Autohausroman auf dem US-Buchmarkt platzieren kann, der weiß in aller Regel eine Menge über Familien, Internate, Autohäuser, kennt (und schätzt) seine literarischen Vorläufer und würgt nicht mittendrin plötzlich umher, als hielte er Autohändler, Internatsschüler, Familien (oder Romane an sich!) für die peinlichsten, lächerlichsten und sowieso langweiligsten Auswüchse der Welt.

Literary Fiction hat klarere Plots. Ein stärkeres Formbewusstsein. Autoren mit festerem Profil (wenngleich manchmal etwas weniger Wagemut). Meist ist sogar die Bildsprache der Umschläge so simpel und normiert, dass man die schlimmsten Fehlkäufe vermeiden kann [Weg 24]: In Deutschland haben Romane von Martin Suter und Anton Tschechow dieselbe Optik. Auf vielen US-Covern dagegen sagt allein die Farbe Lila: Hier geht’s um junge, schwarze Frauen. Danke!

Ist das also die letzte, die wesentliche Unterscheidung? Runde, saubere, etwas blasse US-Romane… gegen die schiefen, kantigeren deutschsprachigen (Nicht-)Erzähler?

Nein. Wer gute Bücher finden will, braucht eine andere, feinere Trennlinie:

„Wir lesen, um mit unseren Gefühlen klarzukommen“, sagte Elke Heidenreich 2003 über die Buchauswahl zu ihrer ZDF-Sendung „lesen!“. „’Literatur’ im eigentlichen Sinne interessiert sie nicht die Bohne“, lachte der Spiegel über die „Lesemutter der Nation“ und ihre „herzenswärmsten“ Buchtipps: „Ihr genügen ‘Geschichten, die nicht dusselig sind’ und ‘mit uns allen zu tun haben’“, und ihre Zuschauer „sollen glauben, kaufen und fühlen – weniger denken.“

Diese Haltung – mehr Herz, mehr Bauch, weniger Kopf – passt auch zu Stephen King, der 2010 im Nachwort zu „Zwischen Nacht und Dunkel“ schrieb, er „möchte bei meinen Lesern eine emotionale, sogar instinktive Reaktion hervorrufen. Sie zum Nachdenken zu bringen, während sie lesen, ist nicht mein Ding.“

Persönlich könnte ich unmöglich (sauber) trennen zwischen „Gefühls-“ und „Kopf“-Literatur. Doch King setzt einen smarten, ungewöhnlichen Schnitt: „Ich habe nichts gegen literarische Prosa, die sich meist mit außergewöhnlichen Menschen in normalen Situationen befasst, aber als Leser und Autor interessieren mich gewöhnliche Menschen in außergewöhnlichen Situationen weit mehr.“

Zwei Sorten Literatur. Zwei Sorten Hauptfiguren. Zwei Sorten, zu erzählen und zu lesen.

…und die zwei besten Strategien zum Finden guter Bücher:

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Gestatten? Dein nächstes Lieblingsbuch.“

Für Publikums- und Heidenreich-Romane, für jene Mehrheit aller Texte, in denen „gewöhnliche Menschen“ in „außergewöhnliche Situationen“ schlittern, entwickeln sich präzise Massenwertungen im Internet – das IMDb-Prinzip, auf Literatur angewandt – zum besten Auswahl- und Empfehlungsmechanismus: Seit fast fünf Jahren sortieren bislang 5 Millionen Leser ihre Bücher auf die „virtuellen Regale“ von Goodreads.com [Weg 25]. Für Freizeitleser, Scouts, Kritiker und Redakteure gibt es im Netz keinen prächtigeren Ort zum Sammeln, Jagen, Archivieren, Beraten und Beratenwerden.

Das (weitgehend) englischsprachige Social Network ist ein Katalog wie Last.fm, ein Seismograf wie IMDb und eine Fundgrube für Bestenlisten, Publikumslieblinge und Geheimtipps: Ein Buch ab 4.0 ist (beinahe immer) lesenswert und klug, ein Buch unter 3.5 hat (mindestens) große Schwächen und Probleme. Zu jedem US-Bestseller und jedem Klassiker gibt es Hunderte Rezensionen. Und bei noch unveröffentlichten Titeln posten Verlagsinsider oder Journalisten oft schon im Vorfeld ihre persönlichen Urteile.

Auf Perlentaucher.de, dem deutschen Pressespiegel für professionelle Literaturkritik [Weg 26], herrscht oft ein müder, falscher Respekt vor großen Namen: Don DeLillos vermurksten Roman „Falling Man“ etwa nennt die taz „nicht hundertprozentig gelungen“, die FAZ ist „tief beeindruckt“, die NZZ „ein wenig enttäuscht, aber auf hohem Niveau“, und die Frankfurter Rundschau „überwältigt“. Goodreads sagt schlicht: 3.12 von 5, und schon mit Klick auf Don DeLillos Namen empfehlen sich seine früheren Romane „Unterwelt“ (3.90 / 5) und „Libra“ (3.89 / 5) als gefälligere, sicherere Empfehlungen.

Statt einem populären Autor also blindlings auch durch seine schwächeren Bücher zu folgen, vermisst Goodreads die Höhen und Tiefen einer Autorenkarriere mit bemerkenswerter Akkuratesse: Die besten Romane von Nabokov sind „Fahles Feuer“ (4.24) und „Ada“ (4.18), der schlechteste Roman von Bret Easton Ellis ist „Imperial Bedrooms“ (2.99), John Updikes bestes „Rabbit“-Buch ist „Rabbit in Ruhe“ (3.96), und Sven Regeners „Neue Vahr Süd“ (4.00) ist tatsächlich ein Tick besser als „Herr Lehmann“ (3.90). Kluge Nutzer, klare Urteile: Schwarmintelligenz at its best.

Empfehlenswert also – laut Goodreads-Konsens – im Herbst 2011: António Lobo Antunes’ „An den Flüssen, die fließen“ (4.00), Markus Nummis „Bonbontag“ (4.08), William Trevors „Turgenjews Schatten“ (3.97). Viele bekanntere Titel dagegen, die in der Presse stärker umworben und beachtet wurden, fallen bei Goodreads durch: Umberto Ecos „Der Friedhof in Prag“ (3.25), Lee Rourkes „Der Kanal“ (3.43), Nicholson Bakers „Haus der Löcher“ (3.04), Chuck Palahniuks „Diva“ (2.70).

Natürlich hat dieser „Beliebt! Berührend! Bekömmlich!“-Populismus seine Schwächen: Kinder-, Fantasy-, Vampirbücher und Mangas (Sparten also, die enthusiastische Fans locken) erhalten meist sehr hohe Wertungen. Kurzgeschichten, Autobiografien, Journalismus und Veröffentlichungen aus dem Nachlass schneiden ebenfalls im Schnitt 0.5 Sterne besser ab als Romane. Deutsche Titel werden bis jetzt noch kaum bewertet… und Lovelybooks.de, ein kuschelweiches deutschsprachiges Angebot voll Kerstin-Gier- und Tommy-Jaud-Lesern, ist leider keine Alternative.

„Was, wenn ich jede Geschichte, die mich je bewegte… jeden Song, zu dem ich jemals tanzte… all meine wichtigsten Stunden… greifen könnte – und mit euch teilen?“, fragte Oprah Winfrey. Goodreads gibt darauf eine erste Antwort: Dann wüssten wir – durch Winfreys Auswahl – ein bisschen besser und genauer, welche Geschichten bewegend, welche Songs tanzbar, und welche Stunden wichtig sind.

Nicht jeder muss all seine Bücher katalogisieren. Doch jede Bewertung (und Warnung!) hilft, das richtige Buch den richtigen Leserkreisen anzutragen. Uns gegenseitig vor Enttäuschungen wie „Falling Man“ zu retten. Und ältere oder unbekannte Lieblingsbücher im Gespräch zu halten.

Das Feuilleton – tagesaktuell, aber zu oft fixiert auf etablierte, alte, weiße Männer – kann solche Überblicke nicht leisten.

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Ein Verzeichnis wundervoller Dinge“

Ich arbeite an Seite 280 meines Romans „Zimmer voller Freunde“: ein Buch über drei Elftklässler in der Provinz und ihre Familien, Cliquen und Romanzen. „Ach so – ein Jugendbuch?“, fragt man mich oft. Doch erst, seit ich bei Goodreads gut zwei Dutzend populäre Young-Adult-Titel ausgesucht, bestellt, gelesen hatte, habe ich darauf eine klare Antwort: Nein. Kein Jugendbuch.

Zwar haben mich viele dieser High-School- und Coming-of-Age-Romane gefesselt, überrascht, beeindruckt. Aber fast immer gab es einen Ich-Erzähler, ohne Biss. Und viel zu oft war diese Hauptfigur das schwächste Glied, die möglichst offene, bekömmliche, banal-sympathische Identifikationsfläche zum Mitfühlen / Mitleiden. Fast alle Autoren aber, in deren Traditionslinien „Zimmer voller Freunde“ steht, erzählen… anders.

Richard Yates’ „Zeiten des Aufruhrs“, Richard Fords „Unabhängigkeitstag“, Rick Moodys „Der Eissturm“, Alison Bechdels „Fun Home“ oder Thomas von Steinaeckers „Wallner beginnt zu fliegen“ handeln – danke, Stephen King! – von „außergewöhnlichen Menschen in normalen Situationen“: Wenn Peggy Olson in „Mad Men“ eine Bar betritt, ist nie ganz klar, wonach sie sucht, und wie der Abend enden wird. Wenn meine Dorfjugend in „Zimmer voller Freunde“ auf den Schulbus wartet, herrscht eine nervöse Spannung. Brüchiges Eis.

Elke Heidenreich und Goodreads helfen uns, Konsens- und Publikumsromane zu finden, die „nicht dusslig sind“ und „mit uns allen zu tun haben“. Schwerer – aber lohnenswerter – sind jene literarischen Empfehlungen, die ihren Lesern ein Stück näher kommen. Sie kitzeln. Irritieren. Treffen. Weil sie mit uns – und nur mit uns – zu tun haben:

Freund Fred mag ruhige, schüchterne Männer als Hauptfiguren – Rollen für Schauspieler wie Tobey Maguire und Elijah Wood. Freundin Maria mag sachliche Mütter und Väter – Figuren, die sich um Kinder kümmern, doch in der schlimmsten Krise besonnen bleiben. Freund K. mag – im Privatleben – kühle, kluge, arrogante Frauen. Doch andererseits fühlt er sich schnell bedrängt und drangsaliert. Ich lieh ihm ein paar Superheldencomics. Doch alle „Wonder Woman“-Hefte legte er sofort zur Seite. Mit einem Schaudern.

„Empfehlen und Verleihen“, schreibt Kathrin Passig, „sind überwiegend Gefallen, die der Empfehlende und Verleihende sich selbst tut. Für den Empfänger sind sie selten so nützlich, wie wir uns wünschen.“

Ich glaube, nichts wird gerade wichtiger als solche Empfehlungen: Felix von Leitner filtert in seinem Blog politische Skandale, Lügen und Peinlichkeiten aus der Tagespresse. Ronnie Grob sammelt in „6 vor 9“ auf Bildblog.de jeden Morgen sechs Wortmeldungen über Netzkultur und Journalismus. Auf Goodreads folge (und vertraue) ich den Empfehlungen von Kuratoren wie Richard Nash, Oriana Leckert und Jason Pettus [Weg 27].

Egal, ob via Facebook, Blogs oder persönlich: Statt durch Leitmedien erreichen mich die meisten Nachrichten heute durch Leitfiguren – zum Beispiel auf BoingBoing.net, „A Directory of Wonderful Things“, wo Cory Doctorow (Romancier und Datenschützer), Mark Frauenfelder (Illustrator und Heimwerker), Xeni Jardin (Feministin und Cyberpunk) und Maggie Koerth-Baker (Wissenschaftlerin und Katzenblogger) täglich vier Dutzend Essays, Fotos, Produkte, Absurditäten auswählen und vorstellen.

Ich kaufe, jedes Jahr, etwa 150 Bücher. Ich lese zwischen 90 und 120. Ich rezensiere, für Zeitungen, etwa ein Dutzend. Ich gebe 5 Sterne – an etwa 8 bis 10. Ich gebe 4 Sterne – an etwa 30. Ich kaufe gut 40 persönliche Empfehlungen / Geschenke für Freunde und Verwandte. Und ich empfehle (und warne!), wo ich kann: in meinem Blog [Weg 28], auf Facebook oder Twitter. Öffentlich und auf Goodreads. Oder persönlich und privat.

„Was, wenn ich jede Geschichte, die mich je bewegte… jeden Song, zu dem ich jemals tanzte… all meine wichtigsten Stunden… greifen könnte – und mit euch teilen?“, fragte Oprah Winfrey. Dann hätte ich, als Mosaik aus Songs, Geschichten, Stunden, die freie Sicht auf Oprah Winfreys Sensibility. Auf ihren idiosynkratischen Filter. Darauf, wie ihre Augen die Welt sehen. Was sie kitzelt. Irritiert. Und trifft.

Und das macht gute literarische Empfehlungen aus: Ich muss verstehen, woher eine Empfehlung kommt (Winfrey mag Bildungsromane, Survival Stories, Erbauungs- und Bekehrungs-Literatur). Ich muss verstehen, an wen sie geht (Fred mag ruhige, schüchterne Männer als Hauptfiguren).

Wir werden – auf der Suche nach guten Büchern – zu Kuratoren. Zu Psychologen. Zu Schnittstellen.

Zu Kupplern.

Hier meine Auswahl. Gutes Lesen!

  • 250 Bücher, die ich kenne… und empfehle! (Link)
  • 250 Bücher, in die ich große Hoffnungen setze. (Link)

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Stefan Mesch, geboren 1983 in Sinsheim (Baden), schreibt für die ZEIT, den Berliner Tagesspiegel und literaturkritik.de.
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Er studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift “BELLA triste”, Editor des “Kulturtagebuch”-Projekts, und Mitveranstalter von “PROSANOVA”, dem Festival für junge Literatur.
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Seit 2009 schreibt er “Zimmer voller Freunde”, seinen ersten Roman.
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Kontakt: smesch@gmx.net
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Interview: Ayelet Waldman – author of “Bad Mother” and HBO’s new “Hobgoblin”

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In 2010, when her essay collection “Bad Mother” (Link) was finally published in Germany, I had the opportunity to interview Ayelet Waldman for a big German weekly, Die ZEIT.

We spoke on the phone, for about 40 minutes, and before I translated and shortened the interview for the – much quicker / condensed – German version (Link), I did a lengthy transcript… colloquialisms, warts and all.

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Ayelet Waldman (Link: Wikipedia) was born in 1964. She studied law at Harvard University and lives in Berkeley with her husband, Pulitzer-winning author Michael Chabon (Link), and their four children. In the last decade, Ayelet Waldman has started to publish mysteries, literary fiction and personal essays – and she’s quickly growing into one of the most outspoken and relatable US intellectuals when it comes to questions of motherhood, domestic life and the conflicts of women in the professional sphere.

In 2011, Chabon and Waldman developed a new HBO drama, the supernatural period piece “Hobgoblin” (Link). During our phone conversation (in October of 2010), Waldman explained the development and pitching process and the early stages of script development.

Here’s our interview! Enjoy!

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Stefan Mesch: Thank you for having me! I’m nervous – this is my first transatlantic interview!

Ayelet Waldman: Don’t be nervous! I’m like a little machine: You just ask me a question, you turn me on and I will RUN!

Stefan Mesch: Awesome! So you are… an accomplished novelist and just published „Red Hook Road“ this summer, you’re an essayist, you’re a mom, you’re the wife of a Pulitzer-winning author – and you’re addressing all these issues: contemporary parenting, gender roles… How do you see yourself? What’s your place in life right now

Ayelet Waldman: It’s a funny question to ask because I think that in this stage of my life, my head has been down for so long… just looking down, working so hard – I haven’t lifted it up take a more macro look at what I’m doing. It’s more about getting from minute to minute, you know?

But I have been thinking lately that it is time to figure out the greater question of what I’m going to do professionally. When I try to imagine my career having an arc, I’m still figuring out what that arc is. Recently, I had agreed with my publisher to try a second book like ‘Bad Mother’, a kind of hybrid, essayistic form… but I found myself really resisting doing that and I found that I didn’t have anything that I wanted to say right now. I needed to take a minute to ask myself: ‘What do I want to do next?’

Not: ‘What is going to sell the most?’ Or: ‘What is likely to make me the most money?’ But: ‘What do I really want to do next?’ And there is a novel idea that I had been working on whenever I had the time. So – that’s what I realized that I actually want to do right now, and it’s what I’m doing: Embarking on another novel project.

I wrote the essays for ‘Bad Mother’ (Link) in the middle of ‘Red Hook Road’ (Link), but for this next novel, this will mean a couple of years of quiet. I probably won’t be writing articles! I still have a small public presence via Twitter (Link) and Facebook (Link) – but I think that after this coming election is over, I won’t be having a lot to say about politics.

Stefan Mesch: That’s sad – but I can see that…

Ayelet Waldman: I will write this next book; focus on that instead of having this kind of public persona. I’m also at the stage where my children are old enough that they don’t want me to write about them! They really don’t want me to write about motherhood! So I need to take a more quiet approach: My two oldest are teenagers and I don’t think they even like to hear my name in their house.

Stefan Mesch: So were there… repercussions in your family circle?

Ayelet Waldman: There weren’t really – but I think there would be if I kept writing the kinds of essays that I’ve been writing. If I kept going, I think there would be.

Stefan Mesch: What is making you worried, specifically?

Ayelet Waldman: It’s not so much about being worried. The children now have very independent identities. They are developing stories about their own lives, they’re creating their own narratives. My daughter is fifteen, and she’s entitled to express her feelings herself and not have to see it through the lense of her mother’s thoughts, her mother’s ideas, whether they’d be personal… psychological… or political.

Stefan Mesch: I can see that. And the prospect of another novel sounds great. Were you happy with [this summer’s family novel] ‘Red Hook Road’?

Ayelet Waldman: I was happy for about fifteen minutes, and that’s how it always is: There’s nothing as horrible as re-reading a book you’re already finished with, so every time I open it up all I see now is places that I could have trimmed! [‘Red Hook Road”s] boxing match? All I wanted to do is go back and cut out the repetetive moments of it – go back and trim and cut and re-write. But you know: I think that happens to every writer.

Red Hook Road“ was a huge step forward for me on a literary level and I worked on it harder than I’ve worked on any book before: I am really proud of that. The quality of my prose took a loop forward. Now, I’m writing on this new novel and I once wrote a book that I loved but that I ended up throwing away for all different sorts of reasons and I had promised myself that I would harvest bits and pieces of it in this new, different work.

I thought: ‘I have this perfect chapter in this book that I wrote (called ‘The Bloom Grows’) and I’m going to go and use that, change it a little bit and insert it here in the novel!“ Then I went and trimmed it out and I got it into the new novel… and I realized that the prose wasn’t good enough. It seemed clichéd, it seemed hackneyed, it seemed sort of… bulky, it didn’t flow well enough… you know, I wrote it probably seven years ago and it wasn’t good enough anymore!

Stefan Mesch: You could actually see your own progress?

Ayelet Waldman: Yeah – that is what keeps people going from book to book: The idea that you’re making progress, that you’re learning and you’re getting better.

Actually, I don’t remember how many years ago this happened, but it was before I wrote [my novel] ‘Love and other Impossible Pursuits’ [published in 2006, Link]:

I’ve always straddled this line between being a commercial writer and being a literary writer and I kind of wavered back and forth, and I was whining to my husband about that, and he said: „You know, your problem is that you don’t read like a writer, you read like a reader. You love to read and you grab a lot of books, but you need to make much more conscious decisions what you read and you need to read much more analytically. Once you do that, you’ll find that your prose gets better!“

Initially, I sort of tried to defend myself. But almost immediately, I realized that he was right and that I had been reading too voraciously and too quickly and just for the love of reading. Now I have a much more critical approach to a lot of my reading, and I think you see that in my writing, too: One of the reasons that my writing has gotten better is that my reading has gotten better. Although I still haven’t managed to make it through Proust, which may be a sign that there’s only so far I am going to go.

Stefan Mesch: I was impressed with „Red Hook Road“… so please continue whenever you’ll find the time! What about your timetable, though? Do you see yourself as a mom with a half-time job, or… what’s your… ‘identity’?

Ayelet Waldman: I don’t know – because whenever I’m not working, I feel like I’m procrastinating. But realistically, I’ll only write a few hours a day. Then, there’s all the other stuff that’s part of the job, like talking to you. So it IS very part-time in the sense that when I was a lawyer, I was working twelve-hour days. But it didn’t feel… you know – I’m probably a full-time a writer.

Because there are writers who claim that they write twelve hours a day, but the only one who really does is Joyce Carol Oates. Everyone else is lying! I certainly produce as much as some full-time writers. But it’s hard to think that when your job is kind of… amorphous and it kind of expands and contracts depending of where you are on your projects, it’s hard to think of yourself as „half-time“ or „full-time“.

I like to think of myself as part-time-everything: part-time writer… I certainly think of myself as a part-time mother because I’m always feeling so guilty that I’m not spending enough time with the kids and as a part-time writer because I’m always feeling guilty that I’m not spending enough time writing… and then there are these long parts of the day where I feel like all I’m doing is things on the internet.

If there wasn’t an internet, I’d be a full-time writer AND a full-time mother and I would do everything beautifully and with incredible focus: I blame the web for all my woes.

Stefan Mesch: When you were an attorney, you were working full-time, and then you switched to being a full-time mom, so basically, fifteen years ago, you still thought of yourself as someone who did things full-time. And then something happened. So… was it a growth process? Or did you just feel like you were falling apart? Was it a crisis? How did this switch happen?

Ayelet Waldman: You know, it had a lot to do with envy: I was working really, really hard and I would get these wonderful e-mails… no, wait, this was before the days of e-mail! I would get phone calls from Michael who would spend all this time with our daughter, playing. He was working at night, but his days were free; he would have these long, languid days and he joyfully put her into one outfit after another to take her photograph – they would spend hours doing that, you know? Taking pictures of the baby.

They would go for walks! They would go to bookstores and just have these lovely days with her that I was jealous of. I was jealous of him spending time with her, but I was also jealous of her because she got to spend all this time with him, and I had this idea that if I came home, we would be able to travel and we would all be together and it would be wonderful and it would be easy.

Working full-time and taking care… it’s exhausting to just do it all, and I had this idea that it would be easy and languid and marvelous. So when I quit, I had in the back of my had the idea that it was going to be short-term, and I couldn’t just walk away from one job, so what I did was I got a part-time job teaching at a law school. When I left my job as a public defender, I would still do SOMETHING – but that was very part-time, it was a single class and it was in the evening and it never… it felt like I was a full-time mom with just this little side thing, teaching law school.

I mean: It wasn’t a mistake. I don’t think it was a mistake to leave my job in the public defender’s office because I ended up writing and that has been a very satisfying carreer for me. But the mistake was thinking that I would ever be able to tolerate being a full-time mother. That was not me!

Stefan Mesch: Because you plunged into depression.

Ayelet Waldman: Yeah. I mean: Something about the monotony of suddenly not BEING someone, you know, not having an independent identity, I just thought it was boring – boring, boring, boring. And I became profoundly depressed. And you know, I taught for a year, and then we moved up to Berkeley and when we came here, I still had another very part-time teaching job, but then I really was a mother… for three years… with two kids, one in pre-school and one home full-time.

And the one who was home full-time was sort of a constant round-the-clock nurser, a VERY good baby, you know, but it really was a very difficult time in my life.

Stefan Mesch: Did you feel guilty that you didn’t enjoy it more? Did you KNOW that you were depressed, or did it really take time to acknowledge the fact that you’re not getting as much out of it as you thought you would?

Ayelet Waldman: I knew that I was depressed, certainly. But I also felt so much shame for not enjoying it… it was awful to not love every minute of it, but it was almost like I couldn’t convince myself. But then I still insisted on doing it because I not only felt that I had to do it, I had to like it. I felt like I was failing.

Stefan Mesch: And what was the turning point? Was there a moment when you stood up and said: „Okay – something needs to change!“?

Ayelet Waldman: I had begun to toy with the idea of writing while I was still teaching. I was writing a lot of legal protocol, and then I started to sort of flirt with the idea of writing this murder mystery. Initially, I had no expectation of being published. It just seemed like something I could be doing. And then I just worked away on that – not working very hard on it, just once a day, during nap time -, but after a couple of years of that (you know: babies sleep a lot!), I had a book.

And THAT was the turning point when I sent the book off to my husband’s agent and she accepted it and sold it and suddenly… it wasn’t like I was happy the next day, it took a lot of time for me to admit that I was writing, and that that was a carreer, too, and to treat that as a real thing, to value it, you know, a long time I was thinking that I was on maternity leave and not that I was acutally writing silly little murder mysteries (Link).

Stefan Mesch: Did you actually tell people around you or was it something that you did in private for a while before you told people that you were working on a manuscript?

Ayelet Waldman: I kept it a secret, I was terrible about that. It seemed so much like I was ‘the writer’s wife’, ‘working on her own little novel’, I felt like I had heard that story before and that it made me feel sorry for the woman: ‘Oh, really? Of COURSE she is! Isn’t that cute? Writing a book. Ooooh!’

I didn’t want to be that person. You know, I’d had this really independent identity, so that suddenly doing something that was so clearly in his shadow, I was emberrassed about it.

Stefan Mesch: Were you emberrassed in front of your husband, too? Did you have to ‘come out’ to him?

Ayelet Waldman: Yeah! You know, I had made a toast on our wedding. Michael’s first wife was a poet who had never been published, or very rarely, and that was part, I think, of what was wrong with their marriage, so on our wedding, I made this toast on how I’m never going to be a writer and I was always going to have health insurance for him and I was always going to support him and nobody had to worry about us… blah, blah, blah – and than, lo and behold, two years later, I said: „Oh, I’m writing a novel!“

I was horrible about that, so I kept it a secret for a long time. And then, when I gave it to him, I said: „Look. If this is garbage, I want to know. I don’t want to be working on something that is stupid, and I don’t want to be one of those idiots struggling with something they’re bad at, so tell me, tell me if it’s bad!“

And he said: „This is great. Keep going!“ And I wouldn’t hear it. I said: „No. Look: I don’t want to hear it’s great. Tell me the truth!“ And he just kept going „It’s great. Just keep writing!“ And finally, I listened to him and I kept going. And there it was.

Stefan Mesch: But you didn’t write when you were a teenager or when you were in law school?

Ayelet Waldman: No! You know, I was always very good at writing brief. My briefs were always very good briefs and my bosses did rely on me to write these pizzazz-y briefs. I never wrote the typical dry legal prose, I always wrote with a little bit of style because I knew that that’s what I like to read, so I wanted to give… I knew the judges, they were readers, too, and I knew that I could better convince them if your brief is worth the read. But did I ever write fiction or anything? No.

But you know? I was a criminal defense attorney: Much of my writing was telling the stories of my clients and trying to convince the judges to be lenient. And WHAT is that – if not fiction? „Your Honor, this guy is so wonderful – let me tell you about the ways that he is wonderful. Really. I promise! He’s not a bad guy!“

Link to the German version, ZEIT Online: Link

Stefan Mesch: What are you reading right now? Not as in „this very moment“, but you’ve said that you always need to read something to become a better reader.

Ayelet Waldman: I’m reading on three tracks right now. The first track is stuff that I’m reading very specifically for a novel that I’m writing, and that ranges from a lot of Hungarian history – part of the novel is set in Budapest in about 1900 -, so I keep reading and try to find Hungarian fiction which you can’t find a lot translated into English. And I’m expanding to stuff about Vienna in the earliest part of the 20th century, and that’s non-fiction, mostly, although I do still look for novels, too, because those give you a great sense of… you know, if you want to know what people are eating and wearing, it’s good to read fiction from that time period. So the struggle with the book is that so little Hungarian literature has been translated specifically from that period – so I’m reading that kind of stuff.

I am reading for a project that Michael and me are working on together, I’m reading about spycraft and magic…

Stefan Mesch: That sounds awesome – can you elaborate, please? The fanboys will go crazy…

Ayelet Waldman: I can’t say much about the project, but the last book I’ve read was called „Operation Mincemeat“ by Ben Macintire (Link) and it was about this deception perpetrated by MI6 on Hitler’s „Der Adler“ – they tried to convince them that the invasion of the mediterranian was going to come through Greece rather than through Sicily, so they created a very faboulous fake corps with fake letters and all that stuff… I’ve read that.

And then, I always read fiction that I think will inspire… fiction that feels like the novel I am working on. Not likely from the same period or anything like that, just writers who write with a kind of voice that feels right for what I’m doing, that feels like it can help me, so for example when I wrote „Red Hook Road“, I’ve read some Anne Tyler (Link), I’ve read some Elizabeth Strout (Link), I read a bunch of Alice Munro, read and re-read AND re-read Alice Munro (Link)… so for THIS book I’ve just re-read a book by an American writer named Julia Glass called „Three Junes“ (Link) because one of the things I am trying to do is three sections of the book that work independently but also work together, they’re all part of the same novel, but they have different characters. So I just re-read that to pick apart how she does it.

Also, I re-read some Ian McEwan (Link) because of the way he writes about period. „The Innocent“ (Link) is a book that takes place in post-war Berlin and I read the book because I wanted detail on post-imperial culture, I just wanted to take a look on how he dealt with period.

And I have been reading some Coetzee (Link) because there’s a kind of distance he has in his prose. There’s one book in particular, „Summertime“ (Link), that I’ve just read – especially about the way he draws you into the story, he’s so sparse and so precise.

I tend to have sort of a florid tendency and he’s a good antidote for that. There are writers whose work I enjoyed who, if I read them right now, would be really bad for me: If I read Nicole Krauss (Link) right now… she has this same kind of florid tendency that I have. And that wouldn’t work for me right now, so I can read and enjoy those books when I’m working on something else, but right now, I think that would be bad for me – I need writers that are much more strict. I’m always kind of imitating who I’m reading at the moment, and it’s good for me to imitate, so right now, I should do my best to do a pale approximation of Coetzee.

Stefan Mesch: Did this love for reading translate to all members of your family?

Ayelet Waldman: Wouldn’t that be nice? Actually, one of our children said „I hate reading. It’s SO boring!“, and my husband and I promptly just stabbed one another in the heart. No, a couple of them read: Our littlest is an avid reader, but what’s most exciting is that when he picks up a book, he gets sucked into it almost immediately; you can actually see it happening: his face is buried in the book and you can’t pry him out. That’s nice to see.

And our younger daughter, the one who’s dyslexic, also just loves, loves, loves to read, so THEY are readers, our older kids less so, although our [older] daughter, she’s very excited about books she likes, she reads a lot but she also listens to a lot of [radio shows] „This American Life“ and Sarah Vowell, David Rakoff (Link).

And she’s doing this amazing project with Dave Eggers – Dave Eggers has more energy than anyone on the planet. Every year he does this project with high school students where they publish a book. It’s called „Best American Nonrequired Reading“ (Link) and they read, the harvest all those short stories and essays and publications from around America and they put out a book, and she’s on that project this year. I don’t know how that man actually… he must not sleep. But she meets with him and this group once a week and she’s been reading fabulous stuff for that, and I think it’s turning her into an even more devoted reader.

Stefan Mesch: Does that mean she’s part of the editing process? She’s reading all these other peoples’ texts?

Ayelet Waldman: Exactly, and it’s giving her this great editorial eye, so that’s good for the future, I think – we can ALWAYS use more editors around here (laughs). And it’s so funny because they always have an opinion. I was pitching a TV series to ABC. I did a pitch at the dinner table, and my youngest one, at seven, he said: „Yeah. It’s missing some sha-whoa!“ And I said: „What?“ And he said: „No, it misses something – you need a little sha-whoa!“ And he was totally right, it WAS missing something. I’m not sure what sha-whoa is, but whatever sha-whoa is…. it was missing it.

Stefan Mesch: Is the project still in development? Are you still shopping it around?

Ayelet Waldman: This one died a sad and lonely death, as does most stuff in Hollywood, but I always have some iron in the fire. You know, in America, our lives are basically defined by our desperate need for health insurance, and writers don’t get health insurance and we don’t have any… you know, it’s a complete hysterical, panic-ridden struggle particularly in my family: we’re Jewish, devoted hypochondriacs, so we have all these illnesses real and imagined, so we’re ALL desperate for health insurance, and Hollywood is the only way that writers can get… that WE have found, so we can get insurance, so we always have something in the fire so I can go to my psychiatrist, so I can go to my gastroenterologist… do all those things that your basic neurotic jew must do.

Stefan Mesch: Good luck with these pitches! So… what’s the biggest misperception about motherhood? Do you feel like there’s some big, collective lie?

Ayelet Waldman: Yes – that it’s a constant joy, and that if you’re not full of joy, something is wrong with you. I think that’s the biggest lie. Or… you know what else? There are so many! Another lie is that it can only be done… that it MUST be done in a certain way and that our children do better if we hover over them and manage every moment of their existence, and I actually think that the real truth is that our children, what they need from us, is exactly the opposite, they need from us our inattention, they need to be on their own and they need to be bored and they need to learn to navigate the world, without the… this has been a terrible lesson for me to learn, but kids need to learn to navigate the world without my constant interference! And it’s hard for me to learn that.

You know, I still find myself… just the other day, my son was ill and I was e-mailing with his teacher about the make-up excam, asking when he was going to take it know, but then I thought „He’s thirteen! He can decide! He can find a date for his own damn make-up­-exam, he doesn’t need his mommy doing that for him!“ So I think that’s one of the biggest… I think we all need to learn to let go a little bit more. I mean – I don’t mean to say „Leave your toddler alone, while you go off…“, but…

Stefan Mesch: It’s about giving kids a free range.

Ayelet Waldman: You don’t have to go on every play-date! I don’t know if you have this phenomenom in Germany, the play-date…

Stefan Mesch: Yeah. We have.

Ayelet Waldman: So I can’t tell you how many time these mothers have come to my house and then I’ve suddenly realized ‘Wait a minute, this is… they’re STAYING! This is a play-date for all of us. I have to spend time with these… lovely women.’

I don’t want a play-date! I want to sit and read the New York Times. I don’t want to play with you! The children will be fine. They’re better off if we’re not playing with them.

Stefan Mesch: So who do you think has an interest to create this kind of image of the happy, fun-loving, easy-going mom? Where does that come from? Who gains by that public idea?

Ayelet Waldman: Who gains? I loved how you said „The happy, fun-loving, easy-going mom“ – wait! Where is she? I want to be her! I think that the current expectation that mothers are ever-present and entirely self-obligating is a curious phenomenom because JUST when women have entered the workforce in greatest numbers these past few decades, three things did happen simultaneously.

One: motherhood suddenly became this thing that you needed to do with all your focus and all your attention. See, my mother used to open the door and said „See you tonight“, but now, suddenly, motherhood demands this constant effort, you must attend the children’s playdates, you must bake the cookies, being a mom becomes this MUCH more demanding, rigulous enterprise… and at the same time, WORK has become this much more demanding, rigulous enterprise. So when I was a young girl and the train pulled into the station from New York City, while this was in suburban New York, all the daddies got off the train at 6.30 at night, you know? Now the train pulls into the station and nobody gets off that train at 6 or 6.30, people get off the train at 8 or 8.30 because work has suddenly expanded and a full-time job is no longer 40 hours a week, it’s much more demanding.

So three things have happened: Women have entered the workplace and SOMEHOW, coincidentally, the workplace has become much more demanding AND their expectations of their role as mothers have become much more demanding, so suddenly, it has become impossible to do both.

So if you’re a conspiracy theorist, you’ll say „Well, this is certainly the patriarchies’ way of defending it’s hegemony“, right? So now, you’re in a worse place because you might have managed it to work full-time in 1960 and be at home in 1960, but it isn’t. But then, I’m not necessarily a conspiracy theorist: So maybe the answer is just that this is what we have. There’s no point in whining about it. And what we need to do is do our best to change it. I think the most effective way to change both work and home is to demand male participation in the home life because as soon as men realize there are – and I think European men are way ahead of American men in this thing, they are actually spending more time at home and going on paternity leave and all that – but as soon as they realize the rewards and the challenges of being intimately involved in the domestic sphere, they will demand changes in the public sphere that are necessary.

So I have my hope that that will happen. I used to think my job was to raise strong-willed women who will demand that their husbands – if they are heterosexual – can grasp the domestic responsibilities, but now I realize that the much more important job is to raise men who expect to do that, too – as opposed to see this role as a woman’s role.

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After a 40-minute conversation, our interview ended: Ms. Waldman had to get burritos for the ‘burrito day’ at her son’s school. To finish up, we had a short final exchange by e-mail:

Stefan Mesch: When you wrote “Bad Mother”, did you ever feel like you were over-sharing or outside of your comfort zone? How did you feel about breaching the ‘taboo’ that still surrounds a lot of domestic problems by adressing your loved ones’ more personal issues?

Ayelet Waldman: The things that felt like oversharing got edited out! Actually, it’s always funny to me that I’m accused of oversharing. There’s so much people don’t know. And there are so many things I’d simply never say. For example, I don’t think there’s a single time where I’ve ever written about an argument my husband and I have had. Now, obviously, we argue. All couples do. But the nitty gritty of those arguments? That’s not something I’d ever share.

Stefan Mesch: In „Manhood for Amateurs“ (Link), your husband writes about a lot of the same issues – but he makes it sound a little more… whimsical and easy going. Childhood is an adventure, fatherhood is a blessing… does he have a different outlook – or is he in a better place than you?

Ayelet Waldman: Funny. It comes down, I think, to the fact that fatherhood is simply less fraught than motherhood. To receive accolades for being a good father it’s enough, quite simply, to show up. Anything more and you’re a paragon of virtue.

Stefan Mesch: There is a „culture of confession“, with memoirs, talk shows, blogging… but still, your book got so much attention and seems like a rather singular concept: Is there STILL a void that needs to be filled? Is there STILL a need for more *personal* accounts of these kind of first-world struggles?

Ayelet Waldman: Let’s hope so! I’ve got four children to send to college. In all seriousness, I enjoy reading nonfiction and essays that speak to my own experience, and I enjoy reading essays and nonfiction that illuminate the experiences of others. I think that will always be true.

Stefan Mesch: One theme of your writing are control issues and the influence other people’s expectations have on people’s decisions. „Red Hook Road“’s Iris is a very micromanaging mom who wants to shoulder ALL the problems of her family. Do you find these urges inside yourself? Or is it more like some kind of… cautionary tale about helicopter parents?

Ayelet Waldman: Absolutely. Iris is in some ways my worst self. Or perhaps it’s more accurate to say that she’s the self I’m most afraid of being.

Stefan Mesch: Thank you so much! This was one of the nicest interviews I’ve ever had. Please let me know if I can get you some iTunes or Amazon gift card-thingy: You’ve went out of your way – and I’d like to say thanks!

Ayelet Waldman: OF COURSE NOT. It was an absolute pleasure.

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“Bad Mother” at Amazon: Link

“Red Hook Road” at Amazon: Link

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Related Links: Interviews (English)

  • Interview: Sally Pascale – feminist, suburban mother… and the world’s most passionate ‘Green Lantern’ fan (English, Link)
  • Interview: CEB, author of Collected Editions (English, Link)

Interviews, German:

Underdog Literature, November 2011: 15 fresh or impressive, off-the-wall titles

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Here are 15 books that caught my interest lately.

Fresh, off-beat, quirky or curious titles that might deserve more attention:

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01: MAGDA SZABÓ, ‘The Door’, 272 pages, 1987 [Hungarian].

02: A.S. KING, ‘Everybody sees the Ants’, 288 pages, 2011. [Young Adult]

03: JOAN DIDION, ‘Blue Nights’, 208 pages, 2011. [Essay]

04: JOHN B. THOMPSON, ‘Merchants of Culture: The Publishing Business in the 21st Century’, 440 pages, 2010. [Cultural Studies / Nonfiction]

05: BRIAN BOYD, ‘Stalking Nabkov’, 488 Pages, 2011. [Essays / Literary Criticism]

06: ALAN HOLLINGHURST, ‘The Stranger’s Child’, 564 pages, 2011.

07: ELIZABETH McCRACKEN, ‘An exact Replica of a Figment of my Imagination’, 192 pages, 2008. [Memoir]

08: EVAN S. CONNELL, ‘Mrs. Bridge’, 246 pages, 1959.

09: DOROTHY BAKER, ‘Cassandra at the Wedding’, 256 pages, 1962.

10: DAWN POWELL, ‘The wicked Pavillon’, 281 pages, 1990.

11: FERNANDO PESSOA: ‘The Book of Disquiet’ / ‘Das Buch der Unruhe’, 544 pages, 1982.

12: MAGGIE NELSON, ‘Bluets’, 99 pages, 2009. [Experimental Short Fiction / Memoir]

13: HELEN DeWITT, ‘The Last Samurai’, 530 pages, 2000.

14: KATE BEATON, ‘Hark! A Vagrant’, 160 pages, 2011. [Webcomic]

15: YUMI UNITA, ‘Bunny Drop’, 192 pages, 2005. [Josei Manga Series / Domestic Fiction]

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Here are five books that made me curious enough to buy them:

01: E.. WHITE, ‘Charlotte’s Web’, 184 pages, 1952. [Children’s Book – it’s little-known in Germany, and I still don’t even know the details of the plot. High time!]

02: BRIAN SELZNICK, ‘The Invention of Hugo Cabret’, 533 pages, 2007. [Steampunk / Fantasy / Young Adult]

03: SIBYLLE BERG, ‘Der Mann schläft’, 309 pages, 2009. [German]

04: MICHAEL KÖHLMEIER, ‘Abendland’, 794 pages, 2007. [German. I’ve read the first 50 pages, and have an excellent feeling so far.]

05: SEBASTIAN CHRIST, ‘Das Knurren der Panzer im Frühling. Ein Kriegsbericht aus Afghanistan’, 224 pages, 2011 [German, Reportage] Update: I’ve read it – and it’s pretty good: 4 of 5 stars. And – strangely enough – a great companion to Greg Rucka’s Afghanistan thriller ‘A Gentleman’s Game’, 2004)

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…and finally, here are three books that I read – and that were really good:

1: 4 of 5 stars: JULIE ORRINGER, ‘The invisible Bridge’, 602 pages, 2010.

2: 4 of 5 stars: SUSAN J. DOUGLAS, ‘Where the Girls are: Growing up Female with Mass Media’, 349 pages, 1995 [Cultural Studies / Feminism]

3: 4 of 5 stars: A.S. KING, ‘Please ignore Vera Dietz’, 336 pages, 2010 [Young Adult].

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related Posts:

and:

Sonntag

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1989 trennt der Stadtplaner und Soziologe Ray Oldenburg drei „Places“ unseres Alltags: Der „First Place“ ist der Raum, in wir leben, wohnen, schlafen. Der „Second Place“ der Raum, in dem wir arbeiten. Der Wert einer Gemeinde aber bemisst sich an der Qualität ihrer „Third Places“ – den offenen, kollektiven Räumen, an denen man verweilen darf und dabei zwanglos andere Bürger trifft.

Starbucks nutzt das Konzept des „Third Place“ für die Kundenbindung: Jeder darf bleiben, so lange er will. Alle sind sicher und willkommen. Man soll vor seinem Kaffee sitzen und lesen, plaudern, warten – wie daheim. 

Doch ein tatsächlich öffentlicher „Third Place“ ist viel seltener. Und alle, die wir haben, liegen draußen, unter freiem Himmel: der See im Dorf, der Bahnhofswiesenpark, die Wiese oben am Ottilienberg. Sobald es kälter wird, sind diese Orte von der Karte ausgestrichen. Sobald der Spätherbst kommt, wird die Welt klein. Und ernst. Und eng.

Es gibt nicht viele Plätze hier, für uns.

“Zimmer voller Freunde”, Seite 190.

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verwandte Links:

  • “Zimmer voller Freunde”, zwischen/miete-Lesung, Literaturbüro Freiburg, November 2011 (Link)

Geschenke 2011: Bücher, DVDs und Comics

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[für eine Übersicht über die besten Bücher, die ich 2011 gelesen habe… hier entlang (Link)!]

die zehn Bücher, die ich am häufigsten verschenke:

die zehn Filme / Serien, die ich gerne empfehle / verschenke:

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Buchtipps sind… sinnlos. In meinem privaten (Zuhause-)Freundeskreis jedenfalls:

Es fällt mir leichter (und wirkt weniger… übergriffig / aufdringlich), auf Amazon Marketplace zwei, drei gebrauchte Ausgaben zu kaufen und zu schenken, als Freunden mit Kaufempfehlungen in den Ohren zu liegen.

Sobald ich denke “Er/sie hätte Spaß, mit diesem Buch”, kaufe ich eine billige Ausgabe.

Hier: Die Bücher und DVDs, die ich 2010 verschenkt habe.

Blau markierte Titel kamen sehr gut an.

Rot markierte Titel kamen schlecht an.

Die Liste für 2011 veröffentliche ich besser erst nach Weihnachten…

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Geschenke 2010:

Kinder:

mein Neffe, zu Taufe, 1. Geburtstag und zu Weihnachten:

  • Eric Carle: “Bilderbuchschatz” (Bilderbuch, Link)
  • Eric Carle: “Die kleine Raupe Nimmersatt” (Pop-Up-Buch, Link)
  • Anouck Boisrobert: “Popville” (Pop-Up-Buch, Link)
  • David A. Carter: “One Red Dot” (Pop-Up-Buch, Link)
  • Didier Cornille: “Hier & da – das Buch der Zahlen, Farben und Formen” (Bilderbuch, Link)
  • Obstgarten (Brettspiel, Link)

Sohn meiner besten Freunde, 2 / 3 Jahre alt:

  • “Buchstabix” (Brettspiel, Link)
  • “Cube Book: Cars” (Bildband, Link)

Tochter meiner besten Freunde, 8 Jahre alt:

  • “Mein Nachbar Totoro” (DVD, Link)
  • “Yotsuba” 1 bis 3 (Manga, Link)
  • “Viva Pinata” (DS-Spiel, Link)
  • “Disneys Lustiges Taschenbuch 143: Das Geheimnis der Silberleuchter” (Comic, Link)

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Frauen:

meine Schwester – Schülerin, 17:

  • “One Week” (DVD, Link)
  • Leif Randt: “Leuchtspielhaus” (Roman, Link)

Pädagogin, 27 – mag Schmöker und weibliche Hauptfiguren:

  • Alison Bechdel: “Fun Home” (Graphic Novel, Link)
  • Natalia Ginzburg: “Die Stadt und das Haus” (Roman, Link)
  • Francesca Marciano: “Himmel über Afrika” (Roman, Link)
  • Monika Maron: “Animal triste” (Roman, Link)
  • Dietmar Dath: “Dirac” (Roman, Link)
  • Lois Lowry: “Hüter der Erinnerung” (Jugendbuch, Link)
  • Randy Pausch: “Die Lehren meines Lebens” (Essay, Link)

Pädagogin, 27 – mag “Friends”:

  • “Der Aufstand” (DVD, mit David Schimmer, Link)
  • “The Comeback” (DVD, mit Lisa Kudrow, Link)
  • “The Triumph” (DVD, mit Matthew Perry, Link)
  • Dietmar Dath: “Dirac” (Roman, Link)
  • Randy Pausch: “Die Lehren meines Lebens” (Essay, Link)

Pädagogin, 27 – mag Mangas:

  • Jiro Taniguchi: “Vertraute Fremde” (Manga, Link)
  • Judd Winick: “Pedro and me” (Comic, Link)
  • Bryan Lee O’Malley: “Scott Pilgrim” 1 bis 4 (Comic, Link)
  • Randy Pausch: “Die Lehren meines Lebens” (Essay, Link)

Pädagogin, 27 – mag Young Adult-Literatur und Schmöker:

  • Suzanne Collins: “Die Tribute von Panem” (Science Fiction, Link)
  • Miriam Toews: “Ein komplizierter Akt der Liebe” (Jugendbuch, Link)
  • David Leavitt: “Martin Baumann” (Roman, Link)
  • Randy Pausch: “Die Lehren meines Lebens” (Essay, Link)

Journalistin, 27:

  • Gabrielle Zevin: “Anderswo” (Jugendbuch, Link)

Hausfrau / Beamtin, 31:

  • “Wie ein einziger Tag” (DVD, Link)

Krankenschwester, Mitte 50:

  • Björn Kern: “Einmal noch Marseille” (Roman, Link)

meine Mutter (ehem. Arzthelferin, Pflegedienstleiterin, Mitte 50):

  • Juri Taniguchi: “Vertraute Fremde” (Manga, Link)
  • Randy Pausch: “Die Lehren meines Lebens” (Essay, Link)
  • Miriam Toews: “Die fliegenden Trautmans” (Jugendbuch, Link)
  • Harper Lee: “Wer die Nachtigall stört” (Jugendbuch/Roman, Link)
  • David Nicholls: “Zwei an einem Tag” (Roman, Link)

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Männer:

Mein Bruder – Mechatroniker, 24:

  • “Ein Königreich für ein Lama” (DVD, Link)

ITler/Maschinenbauer, 26:

  • “Mad Men”, Staffel 1 (DVD, Link)
  • Wladimir Kaminer: “Militärmusik” (Roman, Link)

Programmierer, 27:

  • David Foster Wallace: “Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich” (Essay, Link)
  • Sergej Lukianeko: “Wächter des Tages”, “Wächter der Nacht”, “Wächter des Zwielichts” (Fantasy-Dreiteiler, Link)
  • Thomas von Steinaecker: “Wallner beginnt zu fliegen” (Roman, Link)
  • Dana Bönisch: “Rocktage” (Roman, Link)
  • Randy Pausch: “Die Lehren meines Lebens” (Essay, Link)

Bankkaufmann, 29:

  • George Orwell: “1984” (Roman, Link)
  • Christopher Isherwood: “Der Einzelgänger” (Roman, Link)
  • Richard Ford: “Unabhängigkeitstag” (Roman, Link)
  • Augusten Burroughs: “Krass!” (Jugendbuch, Link)
  • Louis Sachar: “Löcher” (Jugendbuch, Link)
  • Randy Pausch: “Die Lehren meines Lebens” (Essay, Link)

Künstler / Kurator, 30:

  • John Fiske: “Reading the Popular” (Essay, Link)
  • John Fiske: “Understanding Popular Culture” (Essay, Link)

Grafiker, 58 – mag Blockbuster, leichte Kost und Filme “zum Abschalten”:

  • “Waltz with Bashir” (DVD, Link)
  • “Almost Famous” (DVD, Link)
  • “Freaky Friday” (DVD, Link)

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Geschenke für Paare / junge Eltern:

  • “True Blood”, Staffel 1 (DVD, Link)
  • “The OC”, Staffel 1 (DVD, Link)
  • “Porn for New Moms” (Bildband, Link)

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Geschenke für Freunde aus Kanada / Toronto:

Grafiker, 29:

  • Scott McCloud: “Understanding Comics” / “Making Comics” (Essays / Comics, Link)
  • Cormac McCarthy: “The Road” (Link)
  • “Vanilla Sky” (DVD, Link)

Bibliothekar, Ende 30:

  • Nick Burd: “The vast Fields of Ordinary” (Jugendbuch, Link)

Theater-Agent (und Science-Fiction-Leser), Anfang 50:

  • Vladimir Nabokov: “Das Bastardzeichen” (Roman, Link)
  • Suzanne Collins: “The Hunger Games (Jugenbuch, Link)

Pädagogin, Anfang 50, wohnt in Hamilton, Ontario:

  • Stefan Mühldorfer: “Tagsüber dieses strahlende Blau” (flügellahmer Roman… der aber in Hamilton, Ontario spielt. Ich übergab das Buch mit einer entsprechenden Warnung: Vielleicht hilft wenigstens das Lokalkolorit. Link)

Pädagogin / Feminstin / Couchsurferin in spe, 60:

  • Alison Bechdel: “Fun Home” (Comic, Link)
  • Brian Thacker: “Couch Surfing” (Reisebericht, Link)

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verwandte Links:

gute Romane, große Literatur: Entdeckungen! (Stefan Mesch)

[in English: Here’s a list of 250 novels and nonfiction books… that I have not read yet, but have *very* high hopes in.]

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“Was sind die besten – deutschsprachigen und internationalen – Bücher?”

“Welchen Romanen wünscht du möglichst viele Leser?”

Für BELLA triste – Zeitschrift für junge deutschsprachige Literatur (Link) erstellte ich im Herbst 2011 eine Liste mit den 250 besten Büchern (von ca. 1600), die ich gelesen habe.

Romane und Sachbücher. Deutsche und internationale Titel.

Link zu diesen 250 Empfehlungen: hier.

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Spannender und offener aber ist die folgende, *zweite* Liste:

Bücher, die ich noch nicht kenne. Doch die mir – in der Presse, in Netzwerken, von Freunden oder beim Störbern – sehr positiv aufgefallen sind.

250… Hoffnungsträger, gesammelt im September 2011.

(und seitdem regelmäßig aktualisiert).

Viel Spaß!

[Ein knappes Drittel der Links sind falsch formatiert: Ich merkte das erst jetzt – nach drei (!) Stunden Link-Setzen… und bin zu müde, es sofort zu korrigieren. Entschuldigt!]

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Entdeckungen und Hoffnungsträger… …noch nicht gelesen:
Lermontov, Mikhail Ein Held unserer Zeit 1840
Turgenev, Ivan Tagebuch eines überflüssigen Menschen 1850
Collins, Wilkie The Woman in White 1859
Dickens, Charles Our mutual Friend 1865
Gaskell, Elizabeth Wives and Daughters 1866
Joris-Karl Huysmans Gegen den Strich 1884
Zola, Émile Germinal 1885
de Maupassant, Guy Die Erbschaft 1887
Hamsun, Knut Hunger 1890
Perkins Gilman, Charlotte The Yellow Wall-Paper 1892
Du Bois, W.E.B. The Souls of Black Folk 1903
Wharton, Edith The House of Mirth 1905
Burnett, Frances Hodgson The Secret Garden 1911
Soseki, Natsume Kokoro 1914
Babel, Isaac Die Reiterarmee 1919
Zamyatin, Yevgeny Wir 1920
Undset, Sigrid Kristin Lavranstochter 1920
von Arnim, Elizabeth The enchanted April 1922
Woolf, Virginia A Room of one’s own 1928
Rilke, Rainer Maria Briefe an einen jungen Dichter 1929
Remarque, Erich Maria Der Weg zurück 1931
Orwell, George A Collection of Essay 1931
Woolf, Virginia The Waves 1931
Kästner, Erich Fabian 1931
Faulkner, William Light in August 1932
Céline, Louis-Ferdinand Reise ans Ende der Nacht 1932
Orwell, George Down and out in Paris and London 1933
Musil, Robert Der Mann ohne Eigenschaften 1933
Tanizaki, Junichiro Lob des Schattens 1934
Fallada, Hans Wer einmal aus dem Blechnapf frißt 1934
Halldór Laxness Sein eigener Herr 1935
du Maurier, Daphne Rebecca 1938
Wodehouse, P.G. The Code of the Woosters 1938
Fante, John Ask the Dust 1939
Wolfe, Thomas The Web and the Rock 1939
Rhys, Jean Good Morning, Midnight 1939
Wright, Richard Native Son 1940
Greene, Graham The Power and the Glory 1940
McCullers, Carson The Heart is a lonely Hunter 1940
Agee, Edward & Evans, Walker Let us now praise famous Men 1941
Hamilton, Patrick Hangover Square 1941
Mann, Klaus Der Wendepunkt 1942
Smith, Betty A Tree grows in Brooklyn 1943
Ivo Andrić Die Brücke über die Drina 1943
Maugham, W. Somerset The Razor’s Edge 1943
Bunin, Iwan Dunkle Alleen 1943
Zweig, Stefan Die Welt von gestern: Erinnerungen eines Europäers 1943
Waugh, Evelyn Brideshead Revisited 1945
Frankl, Viktor Emil Man’s Search for Meaning 1946
Fallada, Hans Jeder stirbt für sich allein 1947
Tanizaki, Junichiro The Makiota Sisters 1948
Borges, Jorge Luis Das Aleph 1949
Bellow, Saul The Adventures of Augie March 1949
Algren, Nelson The Man with the golden Arm 1949
Jones, James From here to Eternity 1950
Greene, Graham The End of the Affair 1951
von Doderer, Heimito Die Strudlhofstiege 1951
Pym, Barbara Excellent Women 1952
Ginzburg, Natalia Alle unsere Gestern 1952
Chandler, Raymond The long Goodbye 1953
Frisch, Max Stiller 1954
Kawabata, Yasunari Ein Kirschbaum im Winter 1954
Moravia, Alberto Verachtung 1954
Hillers, Marta Eine Frau in Berlin 1954
Salinger, J.D. Franny and Zooey 1955
Greene, Graham The quiet American 1955
Bowles, Paul Spider’s House 1955
Johnson, Crockett Harold and the purple Crayon 1955
Barthes, Roland Mythen des Alltags 1957
Durrell, Lawrence Justine 1957
Helprin, Mark Winter’s Tale 1959
Wiesel, Elie Night and Day 1960
Heller, Joseph Catch-22 1961
Fanon, Frantz Die Verdammten dieser Erde 1961
Borges, Jorge Luis Im Labyrinth 1962
Jackson, Shirley We have always lived in the Castle 1962
McLuhan, Marshall The Gutenberg Galaxy 1962
Haushofer, Marlen Die Wand 1962
Tuchman, Barbara Wertheim The Guns of August 1962
Baldwin, James The Fire Next Time 1963
Cortázar, Julio Rayuela. Himmel und Hölle. 1963
Vonnegut, Kurt Cat’s Cradle 1963
Kesey, Ken Sometimes a great Notion 1963
Böll, Heinrich Ansichten eines Clowns 1963
Simmel, Johannes Mario Liebe ist nur ein Wort 1963
Fowles, John The Magus 1965
von Doderer, Heimito Die Dämonen 1965
Solzhenitsyn, Aleksandr Krebsstation 1967
McLuhan, Marshall The Medium is the Message 1967
Lenz, Siegfried Deutschstunde 1968
Angelou, Maya I know why the caged Bird sings 1968
Solzhenitsyn, Aleksandr Im ersten Kreis 1968
Salih, Tayeb Zeit der Nordwanderung 1969
Puzo, Mario The Godfather 1969
Llosa, Mario Vargas Gespräch in der Kathedrale 1969
Hanff, Helene 84, Charing Cross Road 1970
Talese, Gay Fame and Obscurity 1970
Brautigan, Richard Die Abtreibung 1971
Stegner, Wallace Angle of Repose 1971
O’Connor, Flannery The Complete Stories 1971
Doctorow, E.L. The Book of Daniel 1971
Strugatsky, Boris und Arkady Picknick am Wegesrand 1972
Oz, Amos Ein anderer Ort 1973
Vonnegut, Kurt Breakfast of Champions 1973
Levi, Primo Das Periodische System 1975
Ballard, J.G. High-Rise 1975
Kertész, Imre Roman eines Schicksallosen 1975
Gaddis, William JR 1975
Foucault, Michel Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnis’ 1975
Cather, Willa Neighbour Rosicky 1976
Wolf, Christa Kindheitsmuster 1977
Eisner, Will A Contract With God 1978
Perec, Georges Das Leben. Gebrauchsanweisung. 1978
Broch, Hermann Der Schlafwandler 1978
Butler, Octavia E. Kindred 1979
Styron, William Sophie’s Choice 1979
Didion, Joan The White Album 1979
Wolf, Christa Kein Ort. Nirgends. 1979
Bernhard, Thomas Korrektur. 1979
Handke, Peter Langsame Heimkehr 1979
Hofstadter, Douglas Gödel, Escher, Bach 1979
Coetzee, J.M. Warten auf die Barbaren 1980
Robinson, Marilynne Housekeeping 1980
Sims, Dave Cerebus 1981
Crowley, John Little, Big 1981
Allende, Isabel Das Geisterhaus 1982
Pessoa, Fernando Das Buch der Unruhe 1982
Zypkin, Leonid Ein Sommer in Baden-Baden 1984
Bowles, Paul Their Heads are green and their Hands are blue 1984
Vidal, Gore Lincoln 1984
Bernhard, Thomas Holzfällen 1984
Card, Orson Scott Ender’s Game 1985
McCarthy, Cormac Blood Meridian 1985
McMurty, Larry Lonesome Dove 1985
Duras, Marguerite Der Schmerz 1985
Carver, Raymond Cathedral 1987
Walser, Martin Brandung 1987
Shilts, Randy And the Band played on 1987
Dangarembga, Tsitsi Nervous Conditions 1988
Moore, Alan V for Vendetta 1988
Ruff, Matt Fool on the Hill 1988
Chomsky, Noam Manufacturing Consent 1988
Grossman, Vasily Leben und Schicksal 1989
Courtenay, Bryce The Power of One 1989
Wolff, Tobias This Boy’s Life 1989
Irving, John A Prayer for Owen Meany 1989
O’Brien, Tim The Things they carried 1990
Kundera, Milan Die Unsterblichkeit 1990
Roth, Henry Mercy of a rude Stream 1990
Dyer, Geoff The Colour of Memory 1990
Simon, David Homicide 1991
Johnson, Denis Jesus’ Son 1992
Price, Richard Clockers 1992
Barker, Clive The Thief of Always 1992
Mitchell, Joseph Up the old Hotel 1992
Terkel, Studs Race 1992
Kapuscinski, Ryszard Imperium 1993
Tsukiyama, Gail The Samurai’s Garden 1994
Saramago, José Die Stadt der Blinden 1995
Ellroy, James American Tabloid 1995
Martin, George R.R. A Game of Thrones 1996
Diamant, Anita The Red Tent 1997
Roth, Philip American Pastoral 1997
Fry, Stephen Moab is my Washpot 1997
Lamb, Wally I know this much is true 1998
Kapuscinski, Ryszard Afrikanisches Fieber 1998
Gourevitch, Philip We wish to inform you that tomorrow we will be killed with your Families 1998
Mitchell, David Ghostwritten 1999
Lethem, Jonathan Motherless Brooklyn 1999
Sister Souljah The coldest Winter ever 1999
Osang, Alexander Die Nachrichten 2000
Sacco, Joe Safe Area Gorazde 2000
Bolano, Roberto 2666 2000
O’Neill, Jamie At Swim, two Boys 2000
Berry, Wendell Jayber Crow 2000
Marías, Javier Dein Gesicht morgen 2001
Bartis, Attila Die Ruhe 2001
Barry, Lynda One Hundred Demons 2002
Boyd, William Any Human Heart 2002
Powers, Richard The Time of our Singing 2002
Hornschemeier, Paul Mother, Come Home 2003
Kirkman, Robert Invincible 2003
Hernandez, Gilbert Palomar: The Heartbreak Soup Stories 2003
Záfon, Carlos Ruiz Der Schatten des Windes 2003
Atwood, Margaret Oryx and Crake 2003
Hale, Shannon The Goose Girl 2003
Brennert, Alan Moloka’i 2003
Ruff, Matt Set this House in Order 2003
Müller, Herta Der König verneigt sich und tötet 2003
Zarev, Vladimir Zerfall 2003
Schrott, Raoul Tristan da Cunha 2003
Gruenter, Undine Der verschlossene Garten 2004
Levithan, David The Realm of Possibility 2004
Özdogan, Selim Die Tochter des Schmieds 2005
Wallace, David Foster Consider the Lobster 2005
Nace, Don Drawn Out 2005
Dath, Dietmar Für immer in Honig 2005
Meyer, Clemens Als wir träumten 2006
Eggers, Dave What is the What 2006
Rabagliati, Michel Paul Goes Fishing 2006
Adichie, Chimamanda Ngozi Die Hälfte der Sonne 2006
Brooks, Max World War Z 2006
Pynchon, Thomas Against the Day 2006
Peace, David The damned Utd 2006
Rinck, Monika Ah, das Love-Ding! 2006
Kleeberg, Michael Karlmann 2007
Nilsen, Anders Don’t go where I can’t follow 2007
Klein, Naomi The Shock Doctrine 2007
Bolano, Roberto Lumpenroman 2007
Rothfuss, Patrick The Name of the Wind 2007
Selznick, Hugo The Invention of Hugo Cabret 2007
Hill, Lawrence The Book of Negroes 2007
Köhlmeier, Michael Abendland 2007
Oksanen, Sofi Fegefeuer 2007
Benioff, David City of Thieves 2008
Ness, Patrick The Knife of never letting go 2008
Baker, Nicholson Human Smoke 2008
Harkaway, Nick The gone-away World 2008
Alameddine, Rabih The Hakawati 2008
Goetz, Rainald Klage 2008
Bachmann, Ingeborg; Celan, Paul Herrzeit: Briefwechsel 2008
Tellkamp, Uwe Der Turm 2008
Berg, Sibylle Der Mann schläft 2009
Tatsumi, Yoshihiro A Drifting Life 2009
Atwood, Margaret The Year of the Flood 2009
Verghese, Abraham Cutting for Stone 2009
Davis, Lydia The Collected Stories 2009
Marlantes, Karl Matterhorn 2009
Mora, Terézia Der einzige Mann auf dem Kontinent 2009
Fforde, Jasper Shades of Grey 2009
Demick, Barbara Nothing to envy: Ordinary Lives in North Korea 2009
Wertz, Julia Drinking at the Movies 2010
Leavitt, Sarah Tangles 2010
Skloot, Rebecca The immortal Life of Henrietta Lacks 2010
Orringer, Julie The invisible Bridge 2010
Stevens, Chevy Still Missing 2010
Zander, Judith Dinge, die wir heute sagten 2010
Herrndorf, Wolfgang Tschick 2010
Klein, Georg Roman unserer Kindheit 2010
Meyer, Clemens Gewalten 2010
Sandig, Ulrike Almut Flamingos 2010
Schmidt, Gary D. Okay for now 2011
Hens, Gregor Nikotin 2011
Barnes, Julian The Sense of an Ending 2011
Cline, Ernest Ready Player One 2011
Geiger, Arno Der alte König in seinem Exil 2011
Towles, Amor Rules of Civility 2011
Rosenfeld, Astrid Adams Erbe 2011
Randt, Leif Schimmernder Dunst über CobyCounty 2011
Brandt, Jan Gegen die Welt 2011
Mansfield, Catherine The Collected Stories 1911-1924

.

nach Autorennamen sortiert:

Adichie, Chimamanda Ngozi Die Hälfte der Sonne 2006
Agee, Edward & Evans, Walker Let us now praise famous Men 1941
Alameddine, Rabih The Hakawati 2008
Algren, Nelson The Man with the golden Arm 1949
Allende, Isabel Das Geisterhaus 1982
Angelou, Maya I know why the caged Bird sings 1968
Atwood, Margaret Oryx and Crake 2003
Atwood, Margaret The Year of the Flood 2009
Babel, Isaac Die Reiterarmee 1919
Bachmann, Ingeborg; Celan, Paul Herrzeit: Briefwechsel 2008
Baker, Nicholson Human Smoke 2008
Baldwin, James The Fire Next Time 1963
Ballard, J.G. High-Rise 1975
Barker, Clive The Thief of Always 1992
Barnes, Julian The Sense of an Ending 2011
Barry, Lynda One Hundred Demons 2002
Barthes, Roland Mythen des Alltags 1957
Bartis, Attila Die Ruhe 2001
Bellow, Saul The Adventures of Augie March 1949
Benioff, David City of Thieves 2008
Berg, Sibylle Der Mann schläft 2009
Bernhard, Thomas Korrektur. 1979
Bernhard, Thomas Holzfällen 1984
Berry, Wendell Jayber Crow 2000
Bolagno, Roberto 2666 2000
Bolagno, Roberto Lumpenroman 2007
Böll, Heinrich Ansichten eines Clowns 1963
Borges, Jorge Luis Das Aleph 1949
Borges, Jorge Luis Im Labyrinth 1962
Bowles, Paul Spider’s House 1955
Bowles, Paul Their Heads are green and their Hands are blue 1984
Boyd, William Any Human Heart 2002
Brandt, Jan Gegen die Welt 2011
Brautigan, Richard Die Abtreibung 1971
Brennert, Alan Moloka’i 2003
Broch, Hermann Der Schlafwandler 1978
Brooks, Max World War Z 2006
Bunin, Iwan Dunkle Alleen 1943
Burnett, Frances Hodgson The Secret Garden 1911
Butler, Octavia E. Kindred 1979
Card, Orson Scott Ender’s Game 1985
Carver, Raymond Cathedral 1987
Cather, Willa Neighbour Rosicky 1976
Céline, Louis-Ferdinand Reise ans Ende der Nacht 1932
Chandler, Raymond The long Goodbye 1953
Chomsky, Noam Manufacturing Consent 1988
Cline, Ernest Ready Player One 2011
Coetzee, J.M. Warten auf die Barbaren 1980
Collins, Wilkie The Woman in White 1859
Cortázar, Julio Rayuela. Himmel und Hölle. 1963
Courtenay, Bryce The Power of One 1989
Crowley, John Little, Big 1981
Dangarembga, Tsitsi Nervous Conditions 1988
Dath, Dietmar Für immer in Honig 2005
Davis, Lydia The Collected Stories 2009
de Maupassant, Guy Die Erbschaft 1887
Demick, Barbara Nothing to envy: Ordinary Lives in North Korea 2009
Diamant, Anita The Red Tent 1997
Dickens, Charles Our mutual Friend 1865
Didion, Joan The White Album 1979
Doctorow, E.L. The Book of Daniel 1971
Du Bois, W.E.B. The Souls of Black Folks 1903
du Maurier, Daphne Rebecca 1938
Duras, Maruerite Der Schmerz 1985
Durrell, Lawrence Justine 1957
Dyer, Geoff The Colour of Memory 1990
Eggers, Dave What is the What 2006
Eisner, Will A Contract With God 1978
Ellroy, James American Tabloid 1995
Fallada, Hans Wer einmal aus dem Blechnapf frißt 1934
Fallada, Hans Jeder stirbt für sich allein 1947
Fanon, Frantz Die Verdammten dieser Erde 1961
Fante, John Ask the Dust 1939
Faulkner, William Light in August 1932
Fforde, Jasper Shades of Grey 2009
Foucault, Michel Überwachen und Strafen: Die Geburt des Gefängnis’ 1975
Fowles, John The Magus 1965
Frankl, Viktor Emil Man’s Search for Meaning 1946
Frisch, Max Stiller 1954
Fry, Stephen Moab is my Washpot 1997
Gaddis, William JR 1975
Gaskell, Elizabeth Wives and Daughters 1866
Geiger, Arno Der alte König in seinem Exil 2011
Ginzburg, Natalia Alle unsere Gestern 1952
Goetz, Rainald Klage 2008
Gourevitch, Philip We wish to inform you that tomorrow we will be killed with our Families 1998
Greene, Graham The Power and the Glory 1940
Greene, Graham The End of the Affair 1951
Greene, Graham The quiet American 1955
Grossman, Vasily Leben und Schicksal 1989
Gruenter, Undine Der verschlossene Garten 2004
Hale, Shannon The Goose Girl 2003
Halldór Laxness Sein eigener Herr 1935
Hamilton, Patrick Hangover Square 1941
Hamsun, Knut Hunger 1890
Handke, Peter Langsame Heimkehr 1979
Hanff, Helene 84, Charing Cross Road 1970
Harkaway, Nick The gone-away World 2008
Haushofer, Marlen Die Wand 1962
Heller, Joseph Catch-22 1961
Helprin, Mark Winter’s Tale 1959
Hens, Gregor Nikotin 2011
Hernandez, Gilbert Palomar: The Heartbreak Soup Stories 2003
Herrndorf, Wolfgang Tschick 2010
Hill, Lawrence The Book of Negroes 2007
Hillers, Marta Eine Frau in Berlin 1954
Hofstadter, Douglas Gödel, Escher, Bach 1979
Hornschemeier, Paul Mother, Come Home 2003
Irving, John A Prayer for Owen Meany 1989
Ivo Andrić Die Brücke über die Drina 1943
Jackson, Shirley We have always lived in the Castle 1962
Johnson, Crockett Harold and the purple Crayon 1955
Johnson, Denis Jesus’ Son 1992
Jones, James From here to Eternity 1950
Joris-Karl Huysmans Gegen den Strich 1884
Kapuscinski, Ryszard Imperium 1993
Kapuscinski, Ryszard Afrikanisches Fieber 1998
Kästner, Erich Fabian 1931
Kawabata, Yasunari Ein Kirschbaum im Winter 1954
Kertész, Imre Roman eines Schicksallosen 1975
Kesey, Ken Sometimes a great Notion 1963
Kirkman, Robert Invincible 2003
Kleeberg, Michael Karlmann 2007
Klein, Georg Roman unserer Kindheit 2010
Klein, Naomi The Shock Doctrine 2007
Köhlmeier, Michael Abendland 2007
Kundera, Milan Die Unsterblichkeit 1990
Lamb, Wally I know this much is true 1998
Leavitt, Sarah Tangles 2010
Lenz, Siegfried Deutschstunde 1968
Lermontov, Mikhail Ein Held unserer Zeit 1840
Lethem, Jonathan Motherless Brooklyn 1999
Levi, Primo Das Periodische System 1975
Levithan, David The Realm of Possibility 2004
Llosa, Mario Vargas Gespräch in der Kathedrale 1969
Mann, Klaus Der Wendepunkt 1942
Mansfield, Catherine The Collected Stories 1911-1924
Marías, Javier Dein Gesicht morgen 2001
Marlantes, Karl Matterhorn 2009
Martin, George R.R. A Game of Thrones 1996
Maugham, W. Somerset The Razor’s Edge 1943
McCarthy, Cormac Blood Meridian 1985
McCullers, Carson The Heart is a lonely Hunter 1940
McLuhan, Marshall The Gutenberg Galaxy 1962
McLuhan, Marshall The Medium is the Message 1967
McMurty, Larry Lonesome Dove 1985
Meyer, Clemens Als wir träumten 2006
Meyer, Clemens Gewalten 2010
Mitchell, David Ghostwritten 1999
Mitchell, Joseph Up the old Hotel 1992
Moore, Alan V for Vendetta 1988
Mora, Terézia Der einzige Mann auf dem Kontinent 2009
Moravia, Alberto Verachtung 1954
Müller, Herta Der König verneigt sich und tötet 2003
Musil, Robert Der Mann ohne Eigenschaften 1933
Nace, Don Drawn Out 2005
Ness, Patrick The Knife of never letting go 2008
Nilsen, Anders Don’t go where I can’t follow 2007
O’Brien, Tim The Things they carried 1990
O’Connor, Flannery The Complete Stories 1971
O’Neill, Jamie At Swim, two Boys 2000
Oksanen, Sofi Fegefeuer 2007
Orringer, Julie The invisible Bridge 2010
Orwell, George A Collection of Essay 1931
Orwell, George Down and out in Paris and London 1933
Osang, Alexander Die Nachrichten 2000
Oz, Amos Ein anderer Ort 1973
Özdogan, Selim Die Tochter des Schmieds 2005
Peace, David The damned Utd 2006
Perec, Georges Das Leben. Gebrauchsanweisung. 1978
Perkins Gilman, Charlotte The Yellow Wall-Paper 1892
Pessoa, Fernando Das Buch der Unruhe 1982
Powers, Richard The Time of our Singing 2002
Price, Richard Clockers 1992
Puzo, Mario The Godfather 1969
Pym, Barbara Excellent Women 1952
Pynchon, Thomas Against the Day 2006
Rabagliati, Michel Paul Goes Fishing 2006
Randt, Leif Schimmernder Dunst über CobyCounty 2011
Remarque, Erich Maria Der Weg zurück 1931
Rhys, Jean Good Morning, Midnight 1939
Rilke, Rainer Maria Briefe an einen jungen Dichter 1929
Rinck, Monika Ah, das Love-Ding! 2006
Robinson, Marilynne Housekeeping 1980
Rosenfeld, Astrid Adams Erbe 2011
Roth, Henry Mercy of a rude Stream 1990
Roth, Philip American Pastoral 1997
Rothfuss, Patrick The Name of the Wind 2007
Ruff, Matt Fool on the Hill 1988
Ruff, Matt Set this House in Order 2003
Sacco, Joe Safe Area Gorazde 2000
Salih, Tayeb Zeit der Nordwanderung 1969
Salinger, J.D. Fanny and Zooey 1955
Sandig, Ulrike Almut Flamingos 2010
Saramago, José Die Stadt der Blinden 1995
Schmidt, Gary D. Okay for now 2011
Schrott, Raoul Tristan da Cunha 2003
Selznick, Hugo The Invention of Hugo Cabret 2007
Shilts, Randy And the Band played on 1987
Simmel, Johannes Mario Liebe ist nur ein Wort 1963
Simon, David Homicide 1991
Sims, Dave Cerebus 1981
Sister Souljah The coldest Winter ever 1999
Skloot, Rebecca The immortal Life of Henrietta Lacks 2010
Smith, Betty A Tree grows in Brooklyn 1943
Solzhenitsyn, Aleksandr Krebsstation 1967
Solzhenitsyn, Aleksandr Im ersten Kreis 1968
Soseki, Natsume Kokoro 1914
Stegner, Wallace Angel of Repose 1971
Stevens, Chevy Still Missing 2010
Strugatsky, Boris und Arkady Picknick am Wegesrand 1972
Styron, William Sophie’s Choice 1979
Talese, Gay Fame and Obscurity 1970
Tanizaki, Junichiro Lob des Schattens 1934
Tanizaki, Junichiro The Makiota Sisters 1948
Tatsumi, Yoshihiro A Drifting Life 2009
Tellkamp, Uwe Der Turm 2008
Terkel, Studs Race 1992
Towles, Amor Rules of Civility 2011
Tsukiyama, Gail The Samurai’s Garden 1994
Tuchman, Barbara Wertheim The Guns of August 1962
Turgenev, Ivan Tagebuch eines überflüssigen Menschen 1850
Undset, Sigrid Kristin Lavranstochter 1920
Verghese, Abraham Cutting for Stone 2009
Vidal, Gore Lincoln 1984
von Arnim, Elizabeth The enchanted April 1922
von Doderer, Heimito Die Strudlhofstiege 1951
von Doderer, Heimito Die Dämonen 1965
Vonnegut, Kurt Cat’s Cradle 1963
Vonnegut, Kurt Breakfast for Chamions 1973
Wallace, David Foster Consider the Lobster 2005
Walser, Martin Brandung 1987
Waugh, Evelyn Brideshead Revisited 1945
Wertz, Julia Drinking at the Movies 2010
Wharton, Edith The House of Mirth 1905
Wiesel, Elie Night and Day 1960
Wodehouse, P.G. The Code of the Woosters 1938
Wolf, Christa Kindheitsmuster 1977
Wolf, Christa Kein Ort. Nirgends. 1979
Wolfe, Thomas The Web and the Rock 1939
Wolff, Tobias This Boy’s Life 1989
Woolf, Virginia A Room of one’s own 1928
Woolf, Virginia The Waves 1931
Wright, Richard Native Son 1940
Záfon, Carlos Ruiz Der Schatten des Windes 2003
Zamyatin, Yevgeny Wir 1920
Zander, Judith Dinge, die wir heute sagten 2010
Zarev, Vladimir Zerfall 2003
Zola, Émile Germinal 1885
Zweig, Stefan Die Welt von gestern: Erinnerungen eines Europäers 1943
Zypkin, Leonid Ein Sommer in Baden-Baden 1984

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Update, November 2011: gelesene Bücher

[Sobald ich 10 Bücher aus der Liste gelesen habe, ergänze ich die Liste um 10 neue (Ersatz-)Kandidaten.]

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verwandte Links:

“Nichts werden macht auch viel Arbeit”: Autorin Anne Köhler im Interview

frech vom Bildschirm abfotografiert: fünf Praktikantinnen des DuMont-Verlags mit Anne Köhlers Bericht/Sammlung “Nichts werden macht auch viel Arbeit”, 2010.

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Letzten Oktober interviewte ich meine Hildesheim-Kollegin, Autorin, Journalistin und passionierte Nebenjobberin Anne Köhler zu ihrem neuen Buch “Nichts werden macht auch viel Arbeit: Mein Leben in Nebenjobs” für das Karriere-Ressort bei ZEIT Online.

Hier ist die (deutlich längere), erste Version unseres Gesprächs: weniger geschliffen – aber mit mehr Details zu Annes Methodik, Erfahrungen und eigenen Interessen.

Eine Art Director’s Cut. Viel Spaß!

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“Meine Interessen sind ärgerlich vielfältig.“

Seit fünfzehn Jahren wechselt die Autorin Anne Köhler ihre Jobs: Ein Interview über Selbstverwirklichung – und Existenzangst.

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Anne Köhler: ‘Nichts werden macht auch viel Arbeit. Mein Leben in Nebenjobs’

DuMont Verlag, Köln 2010.

Perlentaucher (Link) | Amazon.de (Link) | Goodreads.com (Link)

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Stefan Mesch: ‘Anne und ihre Jobs’ hieß die Kolumne, für die du deine Arbeit in 21 Studiengängen, Praktika und Aushilfsjobs beschrieben hast. Jetzt sind die Texte als Buch erschienen, „Nichts werden macht auch viel Arbeit. Mein Leben in Nebenjobs.“ Womit begann deine Karriere?

Anne Köhler: Ernsthaft begann sie wohl, als ich verstand, wie enorm hilfreich es ist, fünf Jahre alt und süß zu sein: Ich konnte an den Haustüren im Dorf selbstgepflückte Blumensträuße verkaufen. Ich habe viel früh ausprobiert, als Schülerin in der Gärtnerei gejobbt, mich in der Jugendpolitik engagiert, in den Ferien als Kinder- und Jugendbetreuerin. Das waren erst Versuche, mit viel Spaß verbunden. Irgendwann ging es dann mehr darum, Geld verdienen zu müssen – und damit veränderten sich auch die Jobs.

Stefan Mesch: Ende der Neunziger, nach deinem Abitur, hast du Architektur und Kunstgeschichte in Berlin studiert und nebenher bei der Post und als Messehostess gearbeitet. Doch du hast alles abgebrochen: die Studiengänge und die Jobs.

Anne Köhler: Ich wusste, dass ich Kunst studieren will, aber dafür muss man Mappen füllen, für die Bewerbung und die Aufnahmeprüfungen. In jeder Mappe mussten Originale sein, und weil die Bewerbungsfristen oft in den gleichen Monaten lagen, waren nicht mehr als 1 bis 2 Bewerbung pro Jahr zu schaffen. Ich konnte mir für diese „Mappenphase“ nicht vorstellen, dass es für mich gut wäre, nur alleine mit mir zu arbeiten. Darum waren Architektur und Kunstgeschichte nahe liegende Fächer: Ich wollte möglichst viel lernen. Ich glaube auch, dass mich diese Zeit tatsächlich sehr im Positiven geprägt hat. Doch trotz drei Jahren Vorbereitung hat es dann nie zum Kunststudium gereicht – ich war immer ganz gut, aber nie gut genug. Keiner konnte mich richtig einordnen, denn ich habe schon damals sehr viel mit Texten gearbeitet.

Stefan Mesch: Früh morgens im Postzentrum Briefe zu sortieren war ein recht angenehmer Nebenjob für dich, aber das Kellnern auf der Messe fiel dir furchtbar schwer.

Anne Köhler: Wenn du für wenig Geld im Nadelstreifenkostüm und auf hohen Schuhen zwölf Stunden lang bis tief in die Nacht gekellnert hast, träumst du von einer Welt ohne Schmerzen in den Füßen. Aber das Deprimiendste ist wohl, wenn du so einen Job nur des Geldes wegen machen musst: Dann verliert man schnell die Lust und bringt immer weniger Energie dafür auf. Auf lange Sicht hat davon keiner etwas.

Stefan Mesch: Dein letztes Studium wolltest du beenden, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. War es ein gutes Gefühl, 2006 Diplom zu machen?

Anne Köhler: Ich fing in Hildesheim erst im Studiengang Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis an – meine Schwerpunkte waren Malerei, Bildende Kunst und Fotografie; das Kreative Schreiben nur eines der vielen Zusatzfächer. Aber im Lauf der Zeit wurde es immer wichtiger. Man fühlt sich ja schon ein bisschen blöd, wenn man so viele Studiengangswechsel erklären muss. Aber heute denke ich, dass sich darin vielleicht einfach ankündigte, wie mein Leben später verlaufen wird: Meine Interessen sind ärgerlich vielfältig. Das Schreiben ist die Basis. Etwas, was immer da war und wohl auch immer bleibt. Ob dazu ein Diplom nötig ist, muss jeder selbst entscheiden. Aber für mich persönlich war es irgendwie schon wichtig, mal etwas zu Ende zu führen… auch, wenn bis heute nie jemand nach diesem Diplomzeugnis fragte!

Stefan Mesch: Jetzt jobbst du seit vier Jahren in Berlin. Wie läuft da ein typischer Tag ab? Was hast du heute gemacht?

Anne Köhler: Na, heute ist ja Sonntag! Nicht, dass das an meinem Rhythmus sehr viel ändert, aber ich hatte vor, heute nur Freizeit-Dinge zu tun. Aber jetzt führe ich ein Interview und feile am Exposé zu dem ‘Roman-Dings’, an dem ich schon lange arbeite. Und morgen früh bin ich im Nachbarschaftsbüro: Das Büro ist im Wochenrhythmus abwechselnd bei mir im Arbeitszimmer und bei einem befreundeten Autor. Fünf Tage pro Woche sind wir bis mittags zu zweit, trinken viel guten Kaffee und sitzen bienenfleißig am selben Schreibtisch. Jeder arbeitet an seinem Text, doch manchmal schauen wir uns über die Bildschirme hinweg an und seufzen oder nicken verständnisvoll, strecken die Arme nach oben, machen Kaffeepause… Wir ringen nach Luft. Wir suchen nach Wörtern und Sätzen. Nachmittags ist dann Zeit für Nebenjobs. Im Moment halte ich auch nach Kneipen Ausschau, in denen ich kellnern kann.

Stefan Mesch: Die größte Mühe scheint oft, eine brauchbare Balance zu finden.

Anne Köhler: Am liebsten nutze ich die Zeit für meine Texte, aber sobald ich Geld brauche, schaue ich, was sich auftreiben lässt. Das kann beinahe alles sein – Sekretärin, Köchin, Journalistin, Küchenhilfe oder Kellnerin. Die Zeiträume, die ich allein mit Schreiben verbringe, dürfen gerne größer sein. Aber ich will die Abwechslung nicht missen, die meine Nebenjobs bringen: Man lernt etwas dazu, findet neue Menschen und Perspektiven…

Stefan Mesch: …und wird für wenig Lohn ausgenutzt.

Anne Köhler: Viele Jobs sind völlig unangemessen bezahlt. Wenn man für fünf Euro pro Stunde in der Silvesternacht alleine in der Kneipe schuftet, fragt man sich schon, warum man das überhaupt zulässt. Es ist auch anstrengend, sich Sorgen um die Miete machen zu müssen. Von Dingen wie Vorsorgen und Versicherungen ganz zu schweigen!

Stefan Mesch: Denkst du, Frauen laufen stärker Gefahr, als schlecht bezahlte Servicekraft ausgebeutet zu werden?

Anne Köhler: Das ist jetzt wohl so eine Gender-Frage. Ich habe keine Ahnung, denn ich bin ja immer als Frau unterwegs. Ich vermute aber, so lange es mehr Frauen in Service-Jobs gibt, werden sie dort auch stärker ausgebeutet. Bei meinen Nebenjobs gab es bisher nie Unterschiede in der Bezahlung – aber vielleicht haben es Männer auch schwerer, flexible Servicejobs zu finden?

Stefan Mesch: Oder sie stehen stärker unter Druck, „richtiges“ Geld zu verdienen, Versorger zu sein?

Anne Köhler: Ich wäre gerne Mitversorger! Ich könnte mir auch nicht vorstellen, mit dem Arbeiten aufzuhören, wenn ich mal Kinder bekommen sollte. Insofern müsste mein Mann heute keinen größeren Druck spüren, viel Geld zu verdienen, als ich selbst.

Stefan Mesch: Trotzdem könntest du im Moment keine Familie versorgen. Was heißt das für die Liebe? Genießt du diese Freiheit – oder fürchtest du dich auch?

Anne Köhler: Und ob ich die Freiheit genieße! Und klar fürchte ich mich! Aber nicht die ganze Zeit: Ein Kind würde viel verändern. Ich würde dann vielleicht auch mehr Kompromisse eingehen, was meine Jobs angeht. Aber ich glaube trotzdem, dass ich auch das hinkriege: Im Idealfall hat man ja auch noch einen Partner, für den dasselbe gilt. Dann muss man eben gut zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass keiner zu kurz kommt. Eine Entscheidung für ein Kind wäre auch eine Entscheidung für eine Veränderung meiner Lebensumstände. Ich bräuchte einen festeren Job… und ob es einfach wäre, den zu finden, lasse ich mal dahingestellt.

Stefan Mesch: Eine der traurigsten Stellen im Buch ist der Moment, als du mit 30 merkst, wie viel Talent du zur Köchin hast… und dann bedauerst, dieses Talent nicht schon zum Abitur entdeckt zu haben. Hättest du, rückblickend, früher lieber noch viel mehr Dinge ausprobiert?

Anne Köhler: Ich fand das selbst sehr traurig. Aber was nützt das Grämen? Ich versuche jetzt, mich darüber zu freuen, dass ich mein Talent zur Köchin überhaupt fand. An sich selbst ein Talent zu entdecken, etwas, das einem leicht von der Hand geht und trotzdem enorm fordert, ist immer ein Glück, diese Dinge sind sehr selten – denn außer dem Schreiben war das Kochen wirklich der einzige Job, zu dem ich fast immer gern gegangen bin.

Stefan Mesch: Glaubst du, du hast so viele Jobs hinter dir, weil du dich fürchtest, zu viel auf eine Karte zu setzen? Du könntest ja auch heute noch eine Ausbildung zur Köchin machen, oder?

Anne Köhler: Es gibt Leute, die mit über dreißig noch einmal komplett neu anfangen, und ich bewundere das. Ich glaube nicht einmal, dass mir dazu der Mut fehlt. Aber es ist ja so: Wenn ich jetzt Köchin werde, könnte ich nicht mehr schreiben. Auf hohem Niveau zu kochen verlangt einem viel ab, körperlich und psychisch, und man muss unendlich viel Zeit investieren. Und wenn man nachts um eins von einer 12-Stunden-Schicht erschöpft nach Hause kommt und trotzdem noch zwei bis drei Stunden nicht schlafen kann, weil das Adrenalin durch die Adern pocht – da ist an Schreiben nicht zu denken.

Eine ernsthafte Arbeit anzunehmen, für die ich bereit bin, all meine Energie aufzubringen, würde bedeuten, das Schreiben in den Hobbybereich zu verfrachten. Dazu bin ich eben nicht bereit. Und darum ist auch Grämen sinnlos: Hätte ich mit 20 anders entschieden, wäre ich heute vielleicht eine sehr gute Köchin. Aber das Buch hätte ich dann nicht geschrieben, und vielleicht auch nie ein anderes.

Stefan Mesch: Denkst du, Berufung und Beruf finden oft gut zusammen? Bekommen Kinder genug Möglichkeiten, um sich auszuprobieren?

Anne Köhler: Ich glaube wirklich, dass viele Menschen leider nicht das Glück haben, ihre Talente zu entdecken. Die beste Schule ist die Praxis. Denn wie soll man sicher sein, dass man einen Beruf für sehr lange sehr gerne machen wird, wenn man nicht die Chance hat, ihn eine Weile auszuprobieren?

Stefan Mesch: Wie hat sich der Blick auf deine Lebensumstände in diesen fast 15 Jahren verändert? Bewundert oder bemitleidet man dich? Sind Leute neidisch?

Anne Köhler: Ich glaube, früher habe ich mich selbst manchmal viel zu bitterernst genommen. Da hat allem die Leichtigkeit gefehlt. Ich glaube, dass man fremde Lebensumstände zu oft im Vergleich zur eigenen Situation beurteilen will. Wenn gerade der Gerichtsvollzieher klingelt, kann man wenig Verständnis für den besten Freund aufbringen, der gerade jammert, dass er sich in diesem Jahr nur Urlaub in Italien statt in der Karibik leisten kann, doch wenn ich selbst gerade seit vier Wochen auf Bora Bora Drinks mit Schirmchen schlürfe, kann ich auch den besten Freund ein bisschen bedauern.

Stefan Mesch: Darum erscheinen schon seit Jahren Bücher über diese „Generation Praktikum“. Ein paar sind wütend und politisiert. Andere feiern einfach eine junge, prekäre Boheme und schildern Armut und Unsicherheit als Lifestyle.

Anne Köhler: Ich selbst erzähle von sehr persönlichen Arbeitssituationen, doch dabei schwingen immer Themen mit, die viele Leute meines Alters beschäftigt. Aber mir war wichtig, nicht in den Tonfall zu kippen, der nur anprangert und das eigene Leid beklagt. Die Hochs und Tiefs nicht schönen, aber mein Scheitern im Rückblick auch von der humorvollen Seite nehmen. Ich finde es völlig in Ordnung, mir nicht alles leisten zu können und auch mal zu verzichten. Aber jeden Euro drei Mal umdrehen zu müssen, nervt halt oft auch. Und was noch mehr belastet, ist das Gefühl, oft unterbezahlt zu werden. Generell aber will ich gern lernen, mich nicht so oft zu beschweren, denn die Künstlerförderung in Deutschland ist – verglichen mit vielen anderen Ländern – gar nicht so schlecht. Ich wollte immer Schreibzeit haben und die Möglichkeit, spontan Stipendien anzunehmen. Ein fester Job kam nie wirklich infrage. So viele Berufsgruppen sind unterbezahlt, und persönlich hoffe ich auch, irgendwann auf einer etwas festeren Basis zu stehen. Aber bis dahin genieße ich eben, dass ein Taxi spät in der Nacht durch halb Berlin ein seltener Luxus für mich ist.

Stefan Mesch: Der größte Vorzug ist vielleicht die große Ungebundenheit: Du hast ein Praktikum in Israel gemacht und Schreibstipendien in Krakau und Rumänien, du könntest schon morgen ganz woanders leben. Andererseits buchen Bankangestellte in unserem Alter schon ihre ersten Kreuzfahrten. Diese Leute kennen, wenn sie wollen, Bora Bora und Italien!

Anne Köhler: Es tut schon gut, ganz woanders zu sein. Aber ohne das Gefühl, danach wieder „nach Hause“ zu kommen, würde mir etwas Wichtiges fehlen: Ich bin ein Mensch, der eine Basis braucht, meine Bücher, meine Küchenausstattung, all die Dinge, die ich mir über die Jahre hinweg zusammengefunden habe. Ich gehöre nicht zu den Minimalisten, die Wert darauf legen, dass alle Sachen in zwei Koffer passen! Du fragst, ob ich meine Freiheit auch genug nutze. Aber es ist nicht immer notwendig, alles in Anspruch zu nehmen, was an Möglichkeiten vor mir liegt: Manchmal reicht schon das Gefühl, dass diese Möglichkeiten da sind.

Das Dümmste ist, dass man nie richtig Urlaub, echte Ferien und Wochenenden, nie so richtig frei: Wenn das Schreiben ein Luxus ist, dann nutzt man dafür auch jede freie Minute. Und dann sind schnell vier Jahre vorbei und man weiß nicht mehr, wann man das letzte Mal ein paar Tage am Stück einfach nicht gearbeitet hat. Das macht auch nicht gerade umgänglicher: Das Schreiben ist eine ärgerliche Passion.

Stefan Mesch: Das Schreiben oder die vielen Nebenjobs?

Anne Köhler: Naja, wenn man oft die Nebenjobs wechselt, entwickelt sich in den einzelnen Bereichen natürlich relativ wenig weiter. Auf der Buchklappe wird das „die flachste Karriereleiter der Welt“ genannt. So lange ich mein Schreiben als das eigene Hauptanliegen empfinde, leidet darunter natürlich alles andere – auch die reine Spaß-Freizeit. Man kann einfach schlecht entspannen, weil man immer das Gefühl hat, die freie Zeit nutzen zu müssen. Das Schreiben braucht viel Zeit, Disziplin und Konzentration. Es lässt jeden Versuch scheitern, ein ganz normales Leben zu führen. Aber ach, es ist auch schön!

Stefan Mesch: Und rückblickend – lief dein Leben schief? Hast du ein Ziel gehabt und dann verfehlt? Oder dich unterwegs verlaufen?

Anne Köhler: Kennst Du den Turm von Pisa? Auch dort war ich, ehrlich gesagt, noch nie. Von unten sieht er wohl nicht sehr vertrauenerweckend aus. Aber wenn man erstmal oben ist, ist der Ausblick, denke ich, trotzdem ganz schön. Wenn nicht zu viel Gedrängel herrscht. Und wenn er nicht gerade einstürzt!

So ähnlich ist das mit dem Leben und den Zielen: Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass mein Leben nicht schief lief. Aber unterwegs habe ich das oft anders empfunden: An einigen Zielen bin ich gescheitert, aber dadurch gewachsen. Das war vielleicht am schönsten beim Schreiben dieses Buchs: Im Rückblick hat vieles doch einen Sinn ergeben – und wenn es nur der war, dass ich darüber lachen konnte.

Stefan Mesch: Und in zehn Jahren…?

Anne Köhler: Ich kann mir viel vorstellen! Vielleicht bin ich dann Köchin in einem kleinen Lokal in Hong Kong, das „Abendbrot“ heißt. Einmal im Jahr mache ich Urlaub in Biarritz. Oder ich bin Zahlenansagerin in einer noch kleineren Kaschemme auf Island. Oder ich habe einen Mann und drei Kinder und bin halb Hausfrau und halb Schreiberin. Ist es nicht schön, manche Dinge noch nicht ganz genau zu wissen?

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verwandte Links:

open mike (Literaturwerkstatt Berlin, seit 1993): Liste der Teilnehmer

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Die Gewinner des 19. open mike (2011)?

Sebastian Unger (Lyrik), Christina Böhm und Joseph Felix Ernst.

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Eine gute Auflistung der Sieger der Vorjahre (Link) ist bei Wikipedia zu finden.

Was mir aber – vor allem als Redakteur bei ‘BELLA triste’ (Link) – bisher schmerzlich fehlte: eine Auflistung der Nominierten.

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Hier – nur ganz kurz, zum Stöbern, Rechnen und “Oh! Ganz vergessen…”-Rufen: die Teilnehmer des open Mike-Wettbewerbs… der letzten zehn Jahre. (Davor gibt’s keine guten Listen / Aufstellungen mehr. Schon die Jahre 2004 bis 2002 enthalten Lücken und waren schwer zu finden):

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19. open mike, 2011:

nominiert für Lyrik: Philipp Günzel, Tristan Marquardt, Jan Skudlarek , Manuel Stallbaumer, Sebastian Unger, Charlotte Warsen, Janin Wölke.

nominiert für Prosa: Christina Böhm, Nadine D’Arachart & Sarah Wendler, Roman Ehrlich, Daniel Erning, Joseph Felix Ernst, Johanna Hemkentokrax, Stefan Köglberger, Anja Kootz, Lisa Kreißler, Isabelle Lehn, Meter Mütze, Peter Parczewski, Joseph Reinthaler, Ann-Kathrin Roth, Michael Sieben, Janna Steenfatt

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18. open mike, 2010:

nominiert für Lyrik: Isabella Antweiler, Philip Maroldt, Stephan Reich, Jan Skudlarek, Levin Westermann

nominiert für Prosa: Martina Bögl, Katharina Hartwell, Judith Keller, Susan Kreller, Anne Krüger, Andreas Lehmann, Janko Marklein, Tom Müller, Jennifer de Negri, Frauke Pahlke, Sebastian Polmans, Christian Schich, Jasmin Seimann, Jan Snela, Julia Trompeter

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17. open mike, 2009:

nominiert für Lyrik: Konstantin Ames, Ondrej Cikán, Carolin Dabrowski, Alexander Gumz, Anne Krüger, Sebastian Th. Lollschied

nominiert für Prosa: Greta Granderath, Vea Kaiser, Jenny Kau, Andreas Lehmann, Juliane Liebert, Thomas Mahler, Inger-Maria Mahlke, Marie T. Martin, Claudine Muller, Pyotr Magnus Nedov, Pola Pulver, Matthias Senkel, Jan Sprenger, Lutz Woellert

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16. open mike, 2008:

nominiert für Lyrik: Philip Maroldt, Milo Pablo Momm, Franziska Oehme, Johann Reißer, Matthias Senkel, Thien Tran, Lino Wirag

nominiert für Prosa: Kristine Bilkau, Nina Bussmann, Martin Fritz, Stephanie Gleißner, Jeannette Hunziker, Oliver Kluck, Anne Köhler, Svealena Kutschke, Alexander Langer, Sonia Petner, Julia Powalla, Sabine Raml, Johanna Wack, Kai Wiegandt, Florian Wiesner

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15. open mike, 2007:

die Teilnehmer / Nominierten: Knut Birkholz, Nina Lucia Bußmann, Nava Ebrahimi, Tina Ilse Gintrowski, Djawad Hossaini, Timo Kröner, Mirko Kussin, Juliane Liebert, Anselm Neft, Theresa Pak, Carolin Reeß, Andre Rudolph, Gregor Runge, Sara Schüller, Kerstin Schulte, Christoph Steier, Mischahtt Strümpel, Johann Trupp, Simon Urban, Nadja Wünsche, Judith Zander

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14. open mike, 2006:

die Teilnehmer / Nominierten: Luise Boege, York Freitag, Jan Imgrund, Anja Kampmann, Svea-Lena Kutschke, Martin Lechner, Barbara Peveling, Leif Randt, Carsten Schneider, Katharina Schwanbeck, Andreas Stichmann, Andrea Stift, Robin Thiesmeyer, Mathias Traxler, Anke Wenzel, Christian Westheide, Judith Zander, Julia Zange

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13. open mike, 2005:

die Teilnehmer / Nominierten: Jörg Albrecht, Soma Amos, Katharina Bendixen, Sabine Brandel, Andreas Browa, Lisa-Marie Dickreiter, Carl-Christian Elze, Ariane Faber, Patrick Findeis, Lucy Fricke, Anne-Kathrin Heier, Dagrun Hintze, Simone Hirth, Hanna Lemke, Rebecca Maria Salentin, Sebastian Wallmann

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12. open mike, 2004:

die Teilnehmer / Nominierten: Nikolai Vogel, Peter Clar, Lea Gottheil, Nanina Egil, Christian Schloyer, Monika Zeiner, Lars Reyer, Karola Foltin, Matthias Sachau, Lars-Arvid Brischke, Barbara Davidson, Albrecht Selge, Rene Becher, Stefan Schein, Christoph Pollmann, Vincent Andreas, Rabea Edel, Sybille Luithien

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11. open mike, 2003:

nominiert u.a.: Manuela Branz, Sünje Lewejohan, Nora Bossong, Roland Scheerer, Stephanie Mock, Petra Lehmkuhl, Kirsten Fuchs, Thomas von Steinaecker, Renatus Deckert, Annette Selg, Achim Stricker, Niels Mohl und Oliver Kemmann, Carolin Blumenberg, Jörg Metelmann, Guiliano Musio, Veronika Reichl, Franziska Gerstenberg

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10. open mike, 2002:

nominiert u.a.: Kai Weyand, Ariane Grundies, Christian Schünemann, Katrin Reich, Wiebke Eden, Kirstin Breitenfellner, Milena Oda, Stephan Reich, Larissa Boehning, Achim Stricker

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Die Gewinner, 1993 bis 2011:

  • 1993: Wolfgang Schlenker, Tim Krohn, Kathrin Röggla
  • 1994: Ulf Stolterfoht, Karen Duve, Michael Müller
  • 1995: Julia Franck, Sabine Neumann, Christian Futscher
  • 1996: Marcus Jensen, Vera Henkel, Olaf Behrens
  • 1997: Robby Dannenberg, Björn Kuhligk, Terézia Mora
  • 1998: Boris Preckwitz, Stephan Groetzner, Tobias Hülswitt
  • 1999: Almut Tina Schmidt, Jochen Schmidt, Michael Stauffer
  • 2000: Zsuzsa Bánk, Claudia Klischat, Markus Orths
  • 2001: Nico Bleutge, Erika Anna Markmiller, Tilman Rammstedt
  • 2002: Kai Weyand, Christian Schünemann, Ariane Grundies
  • 2003: Kirsten Fuchs, Veronika Reichl, Petra Lehmkuhl
  • 2004: Christian Schloyer, Rene Becher, Rabea Edel
  • 2005: Lucy Fricke, Dagrun Hintze, Jörg Albrecht
  • 2006: Luise Boege, Katharina Schwanbeck, Julia Zange
  • 2007: Johann Trupp, Tina Ilse Gintrowski, Judith Zander
  • 2008: Svealena Kutschke, Sonia Petner, Thien Tran, Johanna Wack
  • 2009: Inger-Maria Mahlke, Matthias Senkel, Konstantin Ames
  • 2010: Janko Marklein, Jan Snela, Levin Westermann, Sebastian Polmans
  • 2011: Sebastian Unger, Joseph Felix Ernst, Christina Böhm

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verwandte Links:

“Zimmer voller Freunde”: zwischen/miete Lesung, Literaturbüro Freiburg, November 2011

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“Zimmer voller Freunde”: die zweite öffentliche Lesung… Anfang November 2011, in Freiburg. Die Ankündigung:

»Da sind, wie Trollfrauen und böse Feen von einem aggressiven Videospieldesigner über die ganze dunkle, feuchte Wiese vor mir ausgestreut, überall Dreier-, Vierergruppen fremder Rand- und Nebenfiguren, an denen ich nicht vorbeigehen kann: Ich bräuchte einen Schild, vielleicht ein Schwert. Ich bräuchte Stärke und Gewandtheit. Und ich bräuchte einen Helm.« (Romanprojekt »Zimmer voller Freunde«)

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Die erste zwischen/miete im Herbst 2011 findet statt in der Glümerstraße 15. Zu Gast: Stefan Mesch, geboren 1983 in Sinsheim (Baden), schreibt für die ZEIT, den Berliner Tagesspiegel und literaturkritik.de. Er studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift BELLA triste, Editor des Kulturtagebuch-Projekts, und Mitveranstalter von PROSANOVA, dem Festival für junge Literatur. Seit 2009 schreibt er Zimmer voller Freunde, seinen ersten Roman.

| Fr 04.11.11 | 20 Uhr | Glümerstraße 15 | Eintritt: 3 € inkl. Bier und Brötchen | anschließend Party mit den DJs DJs Johann Wolfgang Flöte, Max Fresh und Ingeborg Bassmann

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Im Juli 2010 veröffentlichte ich das erste Kapitel von “Zimmer voller Freunde” im Freiburger “14 Magazin” (Link). Zur Releaseparty von Ausgabe 2 (Link) im Jos Fritz Café las ich – zusammen mit Adrian Kasnitz, Trudy Mielke – aus Kapitel 3.

Mitte Oktober lud mich Felix Schiller zum zweiten Mal nach Freiburg ein: eine Lesung (und anschließende WG-Party) mit etwa 160 Gästen… und knapp 60 Minuten (!) Lesezeit.

Die ersten 300 Seiten des “Zimmer voller Freunde”-Manuskripts sind mittlerweile fertig. Ab Anfang 2012 suche ich einen Verlag, und in ca. 12 Monaten sind alle 31 Kapitel / 420 Seiten bereit zum Endlektorat.

Figuren, Tonfall, Timing (und… Pointen) des Romans vor einem Livepublikum zu testen ist immer noch sehr neu für mich – und hilft mir weiter:

Ich habe kaum Freunde und Bekannte in Freiburg. Und bin irrsinnig dankbar, dass zahlendes Publikum eine Stunde lang – zum Teil im Stehen, zum Teil via Skype im Nebenzimmer, zum Teil im Flur (!) – diesen Figuren folgt.

Ein guter Abend. Eine tolle Party. Ein Dutzend neuer, interessanter Leute.

Hat Spaß gemacht!

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Das Literaturbüro Freiburg (Link) schreibt über die “zwischen/miete”-Reihe:

“Die Lesereihe zwischen/miete präsentiert Literatur aus der jüngsten Schriftstellergeneration und bringt sie ins Gespräch. Von Studierenden organisiert und moderiert, kommen für einen Abend professionelle junge AutorInnen zur »Zwischenmiete« in Freiburger Wohngemeinschaften und präsentieren ihre Texte. Die von ihren Bewohnern ganz unterschiedlich geprägten studentischen Räume werden so zu einem Ort der jungen Literatur und etablieren eine Plattform für den deutschsprachigen literarischen Nachwuchs.

Seminare, Kneipen, WG-Küchen. Befristete Zusammenkünfte machen die studentische Lebenswelt zu einem großen Teil aus. Vieles geschieht auf Probe, als Experiment, unter Vorbehalt. Auch jede Lesung ist eine Zusammenkunft als Versuchsanordnung zwischen Text, Publikum und Raum, die bei Gelingen der WG ihre eigene Geschichte einschreibt. Die NachwuchsautorInnen nutzen diese Probezeit, den Dialog, das Gespräch und den Austausch – nicht nur mit gestandenen Autoren und Kritikern, sondern mit einem jungen und interessierten Publikum.

Kurzprosa und Lyrik sind oft gewählte Formen junger AutorInnen. zwischen/miete rückt gerade deshalb die kurzen Formen der Literatur in den Mittelpunkt – ohne sich jedoch der traditionellen Erzählform, dem Roman, zu verschließen.

Kuratiert und durchgeführt werden die Veranstaltungen von Ann-Christin Bolay, Carolin Löher und Felix Schiller, Studierende der Universität Freiburg, in Absprache mit dem Literaturbüro Freiburg und in Kooperation mit dem Studentenwerk Freiburg.

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bisherige Gäste, 2010 und 2011:

Clara Ehrenwerth, Tilman Strasser, Marius Hulpe, Wolfram Lotz, Andreas Stichmann, Judith Keller, Janin Wölke, Marie T. Martin, Stefan Petermann, Hannes Köhler

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zwischen/miete auf Facebook: Link

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