Japanliteratur: Die besten Bücher aus und über Japan

brooklyn botanical gardens japanese garden.

Einmal pro Monat stelle ich 20 unbekannte oder neue Bücher vor.

heute: Bücher aus und über Japan.

viele davon gefunden bei “Japanliteratur.net”, einer übersichtlichen, toll gestalteten, sehr gut informierten Magazin von Friederike Krempin.

20 Titel – angelesen, gemocht und vorgemerkt:

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01: SAIICHI MARUYA, “Die Journalistin” / “A Mature Woman” 

Die Journalistin

02: MORIO KITA, “In Nacht und Nebel”

Lidé z rodu Nire

03: TERU MIYAMOTO, “Kinshu: Autumn Brocade”

  • 208 Seiten, 1982.
  • Briefroman über ein Ex-Liebespaar, das sich zehn Jahre später in einem Onsen in den Bergen wiedersieht.

Kinshu: Autumn Brocade

04: MINATO KANAE, “Confessions”

  • 240 Seiten, 2007.
  • Rezension bei Japanliteratur.net (Link)
  • Monolog einer Lehrerin und Mutter, die der Schulklasse, die sie unterrichtet, die Schuld am Tod ihrer Tochter gibt und sich an den Kindern rächen will. Etwas trashiger (?), aber mitreißender Thriller.

Confessions

05: YUKIO MISHIMA, “Runaway Horses”

Runaway Horses

06: HIROMI KAWAKIMI, “The Briefcase” / “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß”

The Briefcase

07: NATSUKI IKEZAWA, “A Burden of Flowers” / “Schwere Blumen”

A Burden of Flowers (Kan Yamaguchi Series)

08: ALAN BOOTH, “Looking for the Lost: Journeys through a vanishing Japan”

  • 340 Seiten, 1995.
  • Um Noh-Theater zu lernen, zieht Booth mit 24 nach Japan. Er bleibt 33 Jahre lang, bis zu seinem Tod – und schreibt hier über seine Wanderungen und Reisen durch die japanische Provinz.

Looking for the Lost: Journeys Through a Vanishing Japan

09: OSAMU DAZAI, “The Setting Sun”

  • 175 Seiten, 1947.
  • Als ihre verwitwete Mutter krank wird, muss eine unverheiratete Frau mit ihr aufs Land ziehen: Nachkriegsroman über soziale Kälte und Abstieg.

The Setting Sun

10: MAXENCE FERMIN, “Snow”

  • 112 Seiten, 1999.
  • verknappter, poetischer Roman über einen jungen Haiku-Autor im 19. Jahrhundert, seinen blinden Lehrer und eine Hochseilartistin aus Frankreich, in die er sich verliebt. Könnte schlimmer Kitsch sein – aber stilistisch macht es Spaß.

Snow

11: YASUNARI KAWABATA, “First Snow on Fuji”

Beauty and Sadness

12: FLORENT CHAVOUET, “Tokyo on Foot. Travels in the City’s most colorful Neighborhoods”

  • 206 Seiten, 2009
  • Reisebericht, Visual Guide, Graphic Novel, illustriertes Geschenkbuch: ein harmloser, aber wunderschöner Reiseratgeber von einem Illustrator, der mehrere Bücher zu beliebten Reiseziele in Japan macht(e).

Tokyo on Foot: Travels in the City's Most Colorful Neighborhoods

13: SAWAKO ARIYOSHI, “The River Ki”

  • 243 Seiten, 1959.
  • drei Generationen von Frauen, vom Ende der Edo-Zeit bis zum zweiten Weltkrieg, und ihr Leben an einem Fluss in der Provinz.
  • von der selben Autorin angelesen und gemocht (wirkt aber etwas didaktisch und Biopic-artig): “The Doctor’s Wife” (1978)

The River Ki

14: SHUSAKO ENDO, “The Sea and Poison”

The Sea and Poison

15: EIJI YOSHIKAWA, “Musashi”

  • 970 Seiten, 1935
  • historischer Schmöker über einen Schwertkämpfer, Samurai und Feldherrn im 17. Jahrhundert: viele dieser Bücher sind schleppend – besonders in der Übersetzung. Dieses hier hat mich schnell gepackt.
  • ähnliche Mainstream-Titel, angelesen und gemocht: “Shogun” (James Clavell, 1975), “Hiroshima” (John Hersey, 1946)

Musashi

16: BEATE SIROTA GORDEN, “The only Woman in the Room: A Memoir of Japan, Human Rights and the Arts”

  • 176 Seiten, 1998
  • Beate, Tochter russischer Juden, hilft direkt nach dem 2. Weltkrieg beim Aufsetzen der japanischen Verfassung: ruppige, etwas überdrehte Lebenserinnerungen einer streitbaren und selbstbewussten Frau.

The Only Woman in the Room: A Memoir of Japan, Human Rights, and the Arts

17: NATSUME SOSEKI, “And then”

  • 248 Seiten, 1909
  • Ein junger Idealist wird immer tiefer ins Leben seines besten Freundes und dessen labiler Frau gezogen.
  • Klassiker vom selben Autor: “Kokoro” (1914)

And Then

18: SAYO MASUDA, “Autobiography of a Geisha”

  • 185 Seiten, 2003.
  • Rezension auf Japanliteratur.net (Link)
  • abseits vom Arthur-Golden-Kitsch erzählt eine Geisha von ärmlichen, schwierigen und verstörenden Jahren in der Provinz.

Autobiography of a Geisha

19: YASUSHI INOUE, “Die Eiswand”

  • 415 Seiten, 1956
  • Zwei Freunde und Bergsteiger-Rivalen kämpfen um die selbe Frau.
  • Ich liebe Inoues “Meine Mutter” und empfehle es oft. Niemand in meinem Freundeskreis kann viel damit anfangen. Freundin L. nahm es mit in den Strandurlaub und sagte danach: “Ich war gelangweilt. Aber meine 80jährige Oma fand es, glaube ich, nicht schlecht.”
  • andere Titel von ihm, die ich angelesen habe und mochte: “Schwarze Flut”, “Bullfight”, “Amore” (1950)

Die Eiswand

20: HIKARU OKUIZUMI, “Das Gedächtnis der Steine”

  • 158 Seiten, 2000 oder früher (hier der Amazon-Link)
  • Rezension auf Japanliteratur.net (Link)
  • Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, nach dem Tod seines Sohnes, stellt sich ein inzwischen Erwachsener Familienvater seiner Kriegstraumata und verdrängten Ängsten.

japanliteratur stefan mesch

Klassiker, angelesen und gemocht:

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Nip the Buds, Shoot the KidsmThe Makioka SistersYabu No Naka The Chrysanthemum and the Sword: Patterns of Japanese CulturemTattoo Murder Case

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Expat- und US-Literatur, angelesen und gemocht:

The Japan Journals: 1947-2004m Lost Japanm36 Views of Mount Fuji: On Finding Myself in JapanmMy Year of MeatsmTokyo Fiancée

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sympathische Unterhaltungsromane:

The Yokota Officers ClubmWarten auf die SonnemWingshootersmSchnee im AprilmAll She Was Worth

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underdog literature october 2014

gelesen – und sehr gemocht:

Ich habe alle Haruki-Murakami-Bücher gelesen… und empfehle besonders (in absteigender Reihenfolge):

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fünf Manga, denen ich das größte denkbare Publikum wünsche:

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fünf Japan-Romane, die ich empfehle:

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verwandte Posts:

und:

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1 book. 1000 texts about death. partake in the #1000deaths project!

writing a thousand deaths twitter

full info / exposé here [Link, Dropbox].

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have you ever been affected by a death?

do you want to write about it?

submit a personal text…

…to Christiane Frohmann’s #1000deaths project!

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One of my favorite German Cultural Studies writers, Christiane Frohmann, is publishing a collection titled “Writing A Thousand Deaths “. It’s an ebook with a professional editing process, available on Amazon and many European, alternative platforms. her full proceeds go to charity.

The #1000deaths project wants to collect 1000 brisk, smart and moving personal narratives.

The first 350 text are published already: The ebook will update itself several times until 1000 texts are completed. These first 350 texts were written by German-speaking authors, mostly. Now, for the fourth update / edition of the book, the project will open up for people writing in all other possible languages. We are looking for morticians and clergy people, doctors and grief therapists… and all kinds of other voices who want to approach the topic.

Forms like poetry, fiction, essays, personal texts, letters etc. are possible and encouraged.

Please forward this to anyone who might be interested, and…

…by March 3rd, email your submissions to verlag@cfrohmann.com

There will be a professional editing process. The dropbox document (link) will give you all further information.

there are additional exposés in

If you have any questions, please get in touch! Share the exposé, invite writing classes, friends, academics, poets and all kinds of experts and amateurs… and visit the “Writing a Thousand Deaths” Facebook page for further information.

The book has been covered in “Wired” (German edition, Link) and the Neue Zürcher Zeitung (Swiss, Link), and there’s a Goodreads page, too (Link).

So far, from 350 texts, only a select few have been written in English:

Tricia Callahan (text 249), Marika Keblusek (text 083), Chloe Zeegen (text 091), AE Rutherford (text 103), Michaele Taschek (text 150), Lola Gruenthal (text 188), Kristoffer Patrick Cornils (text 227), Joey Juschka (text 273), Angela Lahee (text 280), Richard Weber (text 284), Roxanne Kent-Drury (text 347)

Let’s help expand this list…

…and produce a stunning, rich and emotional collection of 1000 texts about a taboo topic!

Writing a Thousand Deaths, Frohmann Verlag

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1000Tode / “Tausend Tode Schreiben”: mein Text… und Update 3

“Inventar”

von Stefan Mesch.

erschienen in: “Tausend Tode Schreiben”, Frohmann Verlag 2014 / 2015

Tausend Tode Sterben Christiane Frohmann .

Mach eine Liste aller Menschen, die dir fehlen.

Sprich aus, was du konkret – an jedem einzelnen – vermisst.

Steck alle Verluste ab, spezifisch, nur für dich: ideell, materiell, sozial/alltäglich, kulturell.

Eine Inventur deiner Zäsuren, Brüche.

Aller plötzlichen Nie-Wieders und Dann-doch-nichts und Zu-Späts.

Öffne ein Register für alles, was ein Tod dir nahm.

Stahl?

Verschenktes Potenzial. Falsche Aufschübe. Verlorene Zeit, Unmöglichkeiten.

Sei egoistisch, hungrig, leg dich fest – bis runter zum kleinsten, albernsten regret.

Und dann dreh um. Mach eine Liste über deinen eigenen Tod.

Aus Sicht der anderen.

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Am Check-in jedes Fluges wünschte ich, Verena hätte die Liste meiner Passworte: Gmail, der GMX-gesendet-Ordner, WordPress, Facebook, das Passwort meiner 2000 Seiten Tagebuch auf der externen Festplatte, 1997 bis 2004. Mein digitaler Nachlass, mein Vermächtnis – falls ich und mein Computer heute ins Meer stürzen, verstummen. Keine weiteren Worte in die Welt lassen dürfen.

// .

Mach eine Bucket List, wenn du nicht anders kannst.

Und klar – Patientenverfügungen, Organspende. Formalia.

Aber das meine ich nicht:

Es gibt genügend Online-Listen mit 1000 Dingen, die du tun musst, ehe du stirbst. (Bürokratie!)

Es gibt genügend Online-Listen mit 1000 things to see before you die. (Tourismus!)

Ich will ein Inventar aller Dinge, die du geben kannst:

ideell, materiell, sozial/alltäglich, kulturell.

Dazu die Liste aller Menschen, denen etwas fehlen würde – zwischen deinem Tod und ihrem.

Und einen Plan:

Was du hinterlässt.

Für wen genau.

Und wer – womit genau? – was anzufangen wüsste. .

//

Als sie mit 14 ihr erstes Testament schrieb, mailt Julia, legte sie die Rangfolge fest, in der ihre Freunde das Zimmer betreten durften, „um sich eine Sache auszusuchen. Mein Nachttisch durfte aber nicht aufgemacht werden!“ Braucht, will oder trösten jemanden meine Comics (Richard? Jakob?), Romane (Maria?), Kleider (…?!), Festplatten, Daten (Frank, Simone, Lino? Und Jule und Jan: Könnt ihr notfalls mein Buch beenden)…? Wie finden die richtigen Hinterlassenschaften die richtigen Hinterbliebenen? Was von dem Zeug, das ich besitze, schreibe, weiß, zu sagen habe, hat einen Wert – Glücks- und Erkenntnispotenzial? Für wen?

//

Mach Ablageorte.

Mach dir bewusst, dass deine Ablageorte später Fundorte werden.

Mach Sicherungskopien, Fotos.

Keep your old love letters. Throw away your bank statements.

Mach einen Stammbaum und zähl 20 Dinge auf über jeden Namen im Geäst..

//

Roy hat die Schlüssel zu M.s Wohnung, damit er Pornos löschen, Fenster putzen, alles Unvernünftige verschwinden lassen kann in den kurzen Stunden zwischen einem Unfalltod von M. und einer Anreise und Wohnungsinventur durch M.s Mutter. „Meine Tante verließ ihren Mann: Er soff sich dann zu Tode, allein. Die letzten Tage schaffte er es nicht mehr bis zum Klo. Meine ganze Kindheit lang habe ich nichts Gutes über ihn gehört. Der Dreck in seiner Wohnung. Die Ecke, in die er pisste. Das haben alle behalten. Sonst nichts.“ Roy hat den Wohnungsschlüssel, um zu verhindern, dass M., falls er überraschend stirbt, am Zustand seiner Zimmer gemessen und erinnert wird.

//

Hast du eine Geschichte? Schreib sie auf.

Hast du alles gesagt?

Genug?

Hast du die wichtigen Menschen alles Wichtige wissen lassen?

Hast du etwas gesehen, erlebt, das mit dir stirbt?

(Muss es das?)

Dreh kurze Filme. Nimm deine Stimme auf.

Lass Karten hier, die uns zu deinen Schätzen führen.

Trete Spuren. Halt dich fest.

Mach Nacktbilder – für die Person, die das zu schätzen weiß oder wüsste.

Ich will die Liste aller Orte, an denen du zwei Nächte verbrachtest – oder mehr.

Ich will die Liste aller Menschen, mit denen du zwei Nächte verbrachtest – oder mehr.

Ich will deine Lieblingssongs und -filme. Deine Favoriten. Deine Perlen.

Ich will Kultur, in der du dich erkennst.

Entdeckungen – die mehr über dich verraten.

Ich will das Inventar der Dinge, die du teilen kannst – sobald du stirbst.

Und ich will, dass du Wege findest, das Teilen vieler Dinge nach vorne zu verlegen:

Sobald du kannst – lass uns gleich teilen.

Heute.

Wozu erst warten, bis einer von uns fehlt? .

Stefan Mesch

..

…heute erscheint Version 3 von “Tausend Tode Schreiben”:

. alle Infos zur Teilnahme, Einsendefristen u.a. finden sich hier:

.…das Buch selbst ist unter anderem bei Minimore.de erhältich (Link) .

Texte aus Version 1, die ich besonders mochte, kamen von Alan Posener (Text 002), Michael Brielmaier (003), Anne Kuhlmeyer (004), Gesa Füßle (008), Clemens Setz (010), Jan Fischer (016), Falk Schreiber (017), Judith Sombray (023), Johanna Straub (034), Daniela Seel (037), Jannis Plastargias (039), Sibylle Luithlen (040), Lew Weisz (042), Angelika Maisch (059), Roman Held (071), Johanna Peil (073), Gabriel Yoran (079), Zoe Beck (081), Zora Debrunner (086), Mario Sixtus (090), Stanislaw Bastian (097), Florian Voß (101), AE Rutherford (103), V.S. Wagner (112), Christian Huberts (116), W. (122), Auguste von Blau (123) und Karola Sasse (Text 130).

Texte aus Version 2, die ich besonders mochte: Fabian Thomas (138), Natalia Kauz (143), Meike Rensch-Bergner (145), Uwe Kalkowski (156), Iris Hakelberg (161), Tania Witte (162), Joachim Göb (167), Doris Lautenbach (176), Inga Sawade (183), Lola Gruenthal (188), Marianne Landré Goldschneider (189), Sabrina Sailer (194), Susanne Becker (198), Leopold Faltin (215), Anthea Rubin (216), Jessica Mancuso (220), Claudia Wiedow (222), Kristoffer Patrick Cornils (227), Maximilian Buddenbohm (231), Amaot Wurst (233), Kinderdok (240).

Das neue Update, Version 3, umfasst knapp über 100 neue Texte.

Ich empfehle besonders:

248 Jules Heuser
251 Annette Horn
255 Ingrid Walter
269 @achthirsch
275 Stephanie Jaeckel
283 Bianca Pohlmann
285 Sandra Burkhardt
288 Christina Striewski
297 Katja Kulin
299 Thomas Merz
305 Marianne Labisch
306 anonym
316 Achim Reibach
337 Renesmee Farnbauer
348 @ickemich

.D

Das Niveau bleibt hoch und ich lese die Texte weiterhin mit großem Gewinn… doch ich merke nach 350 Texten, wie viele Auorinnen und Autoren (ich selbst auch, unbedingt!) die Erfahrungen, Gefühle und Lebenswelten einer Mehrheit beschreiben:

Für Version 4 hoffe ich auf weitere / viel mehr Stimmen und Perspektiven, die andere Kulturen und Familien, Rollen und Hoffnungen, Abschiede und Identitäten und Gefühle und Sexualitäten zeigen: Sterben, Abschied, Trauer, Alter und Verlust sind universelle Themen. Aber das Drumherum (Wem passiert das? Woran glauben, worauf hoffen, wen lieben diese Menschen?) kommt mir an vielen Stellen gerade gleichförmiger vor, als es sein müsste.

Vielleicht durch die Ballung. Vielleicht, weil ich zu viel am Stück gelesen habe und Muster, Wendungen, Metaphern wieder und wieder erkenne. Noch 650 Texte sollen für dieses Projekt gesammelt werden und erscheinen. Ich glaube, viele Farben, Themen, Aspekte wurden bisher kaum gestreift.

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tolle Reportagen, guter Journalismus: Empfehlungen, #textdestages 02

November Sunday Cherry Leaves Stefan Mesch WordPress.

ein Text pro Tag.

deutschsprachig, hintergründig, zeitlos:

seit Neujahr sammle ich Blogposts, Reportagen, Essays, Interviews unter dem Hashtag #textdestages auf meinen Facebook-Profil.

hier sind Texte 11 bis 20. große Empfehlung! markante Stimmen. interessante Thesen. Qualitätsjournalismus, den ich gerne las – und teilen will!

Teil 1, Text 01 bis 10, sind hier [Link]

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020. Schauspieler, Seifenopern, Arbeitslosigkeit:

“Der Serientäter: 14 Jahre Seifenoper – wie verändert das einen Menschen?”

Tobias Haberl portraitiert Sven Thiemann, der zwischen 23 und 37 in der ARD-Soap “Marienhof” den gutmütigen Klempner Charly Kolbe spielte. Erst mit Ambitionen. Dann bald: resigniert und routiniert. Was tun, nachdem die Serie abgesetzt wird? (Portrait, Süddeutsche Zeitung 2012)

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019. Kulturindustrie, Weltekel, Kinderkanal:

“Bernd das Brot über schlechte Laune: ‘Ich glaube, ich hasse Sie'”

Maria Rossbauer interviewt Bernd das Brot, “Deutschland am schlechtesten gelaunte Fernsehfigur”. Tolles Misanthropen-Comedy-Gespräch im Stil Adornos und Thomas Berndhards. (Kulturkritik / Interview, taz 2014)

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018. Depressionen, Familiengründung, “Problemkinder”:

“Psychologe Andrew Solomon: Jeder vererbt etwas Schwäche”

Julia Prosinger interviewt den Autor und Psychologen Andrew Solomon: Für sein Buch “Weit vom Stamm” sprach er mit 300 Familien, deren Kinder aus dem Rahmen fielen. Sprechen Depressionen, Behinderungen, Armut gegen die Gründung einer Familie? (Interview, Tagesspiegel 2015)

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017. Behinderung, Selbstbestimmung, Inklusion:

“Raul Krauthausen: Ich bringe der Volkswirtschaft mehr, als ich koste.”

Lea Hampel interviewt den Glasknochenbesitzer und “Sozialhelden” Raul Krauthausen über das Leben mit Behinderung, seine erfolgreichen Initiativen, Startups und Buchprojekte… und sein Erwachsenwerden in Deutschland und Kolumbien. (Interview, Süddeutsche Zeitung 2014). Ein älteres Interview über Mobilität, von Annett Heide hier (Link, Berliner Zeitung 2014)

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016. Steuerschlupflöcher, US-Konzerne, Ausbeutung:

“Starbucks und die Steuer-Clique. Die großen Konzerne drücken ihre Steuerlast, wo es nur geht.”

Thorsten Schroeder erklärt, wie Starbucks, Apple, Amazon Steuern sparen – und warum Widerstände, Proteste und politischer Druck in Europa kaum helfen. (Wirtschaft, ZEIT 2014)

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015. China, Gewalt durch den Staat, Festnahmen:

“Pressefreiheit: Sie haben Miao”

Angela Köckritz’ Assistentin Zhang Miao verschwindet nach einer Recherchereise zu Protesten in Hongkong: Chinesische Behörden haben sie fest genommen – und über Tage versucht Köckritz, ihrer Freundin zu helfen: Wie kann die ZEIT ihrer chinesischen Mitarbeiterin helfen? (Reportage, ZEIT 2015)

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014. Mütter, Landleben, Sackgassen:

“Alleinerzehende und Hartz IV: Alltagskampf bis zur Erschöpfung”

Wibke Bergemann portraitiert Mütter, aleinerziehend und im sozialen Abseits: Was macht Hartz IV aus einer Kleinfamilie? (Reportage / Portrait, Deutschlandradio Kultur 2014)

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013. Jobcenter, “Fördern und Fordern”, soziale Teilhabe:

“Zehn Jahre Hartz IV: Immer den Staat im Nacken. Die Teilnahme am normalen Leben ist für Millionen Betroffene fast unmöglich geworden”

Hans von der Hagen und Benjamin Romberg treffen eine studierte Chemikerin, die aus Altersgründen keine Anstellung mehr findet. Vom Jobcenter fühlt sie sich schikaniert, überwacht, entmündigt und entmutigt. Eine Hürde statt einer Hilfe? (Reportage / Portrait, Süddeutsche Zeitung 2015)

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012. Reichtum, Steuern, Abstiegsangst:

“Ab wann ist man reich? Ein Spitzenverdiener spricht.”

Mona Jaeger trifft einen jungen Familienvater im reichen Taunus, der sich selbst nicht reich fühlt: Wo fängt “Wohlstand” an? Und wieso haben selbst Spitzenverdiener das Gefühl, ihre Familie habe wenig Spielraum? (Portrait, FAZ 2014)

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011. Verbrechen, Justiz, Nahtoderfahrung:

“Jugendgewalt: Der Überfall. Drei Jugendliche ziehen raubend und prügelnd durch die Großstadt. Unsere Autorin hat den Ausbruch der Gewalt knapp überlebt.”

Susanne Leinemann wird auf offener Straße überfallen und bewusstlos geschlagen. Zwölf Tage später werden die Täter gefasst – und Leinemann schreibt über den Prozess. (persönliche Reportage, ZEIT 2010)

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automatische Literatur: 0x0a, Google-Texte, Montage via Algorithmus. [Hannes Bajohr, Gregor Weichbrodt; Frohmann Verlag]

weihnachten 2012 Stefan

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Es ist zu spät, um alle Dinge aufzuzählen, die uns so quälen. Es ist zu spät, um an einen sicheren Ort zu fahren – das Jucken ist inzwischen zu einem scharfen Brennen geworden. Es ist zu spät, um mich jetzt zu lieben. Es ist zu spät, um zu bremsen oder auszuweichen. Es ist zu spät, um Charlottes Netz zu reparieren. Es ist zu spät, um weg zu rennen. Es ist zu spät, um nicht zu schlafen. Es ist zu spät, um Clubs oder so was beizutreten. Es ist zu spät, um die Konverter herauszubeamen. Es ist zu spät, um makellos zu sein. Es ist zu spät, um aufzuzählen, was an dieser Logik alles falsch ist. Es ist zu spät, um mir noch eine Variante zum abgedroschenen Begrüßungssatz auszudenken, den ich im Geist ständig wiederhole.

Wir müssen anfangen, grundlegend anders von Gott zu reden. Wir müssen anfangen, den anderen so zu sehen, wie er ist und darauf vorbereitet sein, enttäuscht zu werden, wenn unser emotionales Kind einen Mangel an Gemeinsamkeit empfindet. Wir müssen anfangen, zu kommunizieren! Wir müssen anfangen, darüber zu sprechen, welche Menschenrechte wir eigentlich durch unsere Angst verhindern. Wir müssen anfangen, und zwar umgehend. Wir müssen anfangen, den Menschen tatsächlich eine Alternative zu bieten. Wir müssen anfangen, Frauen ein gutes Feedback zu geben, auf das, was sie tun. Wir müssen anfangen, unsere Papilloten aus den Haaren zu drehen, denn der Starttermin rückt unaufhaltsam näher.

Unser Leben muss wie das Weizenkorn in die Erde fallen und ersterben. Unser Leben muss auf einem Fundament ruhen, das sich mit dem Tod nicht in Luft auflösen kann. Unser Leben muss auf ein höheres Niveau umgestellt werden. Unser Leben muss sich wieder zwischen Zahnschmerzen und Übergewicht einspielen. Unser Leben muss gefährlicher werden. Unser Leben muss nicht geopfert werden in einem ausweglosen Kampf in der Matrix einer künstlichen Welt. Unser Leben muss wieder gelernt werden. Unser Leben muss beweisen, dass es einen besseren Weg gibt. Unser Leben muss ziemlich unangenehm sein, wenn wir so viele Gelegenheiten für Vergnügen finden müssen.

Das einzige Problem ist, dass man sich nicht unter Kontrolle hat. Das einzige Problem ist, dass Excel führende Nullen entfernt. Das einzige Problem ist eine möblierte Wohnung oder wenn die Katze Freigänger ist. Das einzige Problem ist, dass leider noch nicht so viele Personen eine Webcam besitzen, aber das wird sicherlich noch kommen. Das einzige Problem ist eigentlich das Geld. Das einzige Problem ist, dass Bücher keine Fragen beantworten können. Das einzige Problem ist der Kampf ums Futter. Das einzige Problem ist momentan Humangenetik. Das einzige Problem ist bereits gelöst. Das einzige Problem ist nur noch, dass ich nicht mehr die Seiten wechseln kann.

Am Ende wird ein schmerzhafter Kompromiss stehen. Am Ende wird sogar wieder geschunkelt. Am Ende wird das Werk dem Brautpaar feierlich überreicht. Am Ende wird die Demokratie siegen. Am Ende wird jemand Weltmeister, der nicht Deutscher ist. Am Ende wird alles gut? Am Ende wird es nur darum gehen, welche Seite mit geringeren Blessuren den Versuch einer konzertierten Aktion überlebt. Am Ende wird abgerechnet. Am Ende wird der Konflikt gelöst, indem alle schwächsten Völker aus der Region entfernt werden. Am Ende wird das Vaterunser getippt. Am Ende wird erst rechts in Richtung Erkelenz und nach ca. 200 m links abgebogen. Am Ende wird die Wurst verspeist, der Slibowitz getrunken.

“Stichwort: Volltextsuche”
Stefan Mesch, März 2005.
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In der Reihe 0x0a – genuin digitale Literatur verlegt Netzfreundin und Digitalverlegerin Christiane Frohmann [mehr hier] Textcollagen, Listen, Montagen und literarische Mash-Ups, die mit Hilfe von Algorithmen und Suchfunktionen gesammelt wurden:

“Als erster genuin digitaler Titel im Frohmann Verlag bringt Hannes Bajohrs konzeptueller Roman Durchschnitt das Höchste, Größte, Beste der deutschen Literatur auf seinen Mittelwert und handliche 200 Seiten.

Für Durchschnitt wurden alle Bücher aus Der Kanon. Die deutsche Literatur: Romane, herausgegeben von Marcel Reich-Ranicki, 20 Bände, Frankfurt am Main: Insel, 2002, als Textkorpus verwendet, mit Python dessen durchschnittliche Satzlänge bestimmt (18 Wörter), alle Sätze anderer Länge aussortiert und das Ergebnis anschließend alphabetisch geordnet.”

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Ich las Hannes’ Auszug / Montagetext in “Tausend Tode Sterben”, Version 2… und dachte an drei Dinge:

eins: Supercuts wie z.B. hier:

The View: A “Back-to-the-Camera Shot” Montage from Plot Point Productions on Vimeo.

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zwei: Benjamin von Stuckrad-Barres läppisches, kindisches, grandios unterhaltsames “Google-Suchanfragen erklären mir die Welt”-Montagebuch “Was.Wir.Wissen.” von 2005.

Was.Wir.Wissen.

drei: der obige Text von mir von 2005, nie veröffentlicht.

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Ich mag Collagen, Montagen, Aufreihungen, Listen, empirische Textauswertung, Quatsch mit Google… und bin gespannt, welche 0x0a-Projekte noch folgen. Bisher sind zwei Bände erschienen:

“Gregor Weichbrodt und ich”, schreibt Hannes Bajohr,  “haben ein Textkollektiv gegründet – es heißt 0x0a. 0x0a ist der Hexcode für den Zeilenumbruch. Es ist ein Zeichen, das es im Analogen nicht gibt, nicht gesprochen werden kann und nur als “Steuerzeichen” existiert – und damit ideales Symbol für den Versuch, genuin Digitale Literatur zu produzieren.

0x0a soll ein Workshop, Labor, Schaufenster und eine Anlaufstelle für digitale konzeptuelle Literatur werden und die Diskussion über diese Literaturform in Deutschland anregen. Wir laden ein, mitzudiskutieren und selbst Texte einzureichen, und hoffen, dass wir in Zukunft die Autorenliste erweitern können.”

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Langeweile, Müßiggang, Herumhängen: 27 Buchtipps für ‘IDLE – Salon und Journal’

idle buchtipps stefanmesch

 

Rumhängen. Abhängen. Durchhängen:

Stefan Mesch, Literaturkritiker für u.a. ZEIT Online und Deutschlandradio Kultur, empfiehlt 27 Bücher über Menschen, die nicht von der Stelle kommen.

Straffe, spannende Lektüren…

…über Stillsteher, Trödler, Abgehängte, Taugenichtse, faule Hunde und dekadente Schnösel.

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01: faul, krank, lieblos – zwei Schlaffis in New York

Gabe verkauft Bücher. Eliza studiert Kunst. Sie turteln durchs New York der 90er: Ein seichtes Pärchen-Idyll wie aus “Friends”. Doch Gabe war früher Dealer; Eliza hat bis heute wahllosen, schlechten Sex. Je besser sich die beiden kennen lernen, desto weniger sympathisch sind sie sich. Aber nochmal Schluss machen? Extra umziehen? Alleine dastehen schon wieder? Gabe und Eliza sind zu träge, zu enttäuscht und zu arm, um ihr Leben umzukrempeln: Sie müssen sich entscheiden, was feiger ist – weiter zusammen rumdümpeln? Oder weg rennen, in neue Sackgassen?

Ein Großstadt- und Verfallsroman über müde, nicht mehr junge Menschen und ihre dreckigen Kompromisse im Job, im Bett und in der Kunst. Ein großes und überraschend ergreifendes Buch über eine nicht-sehr-große Liebe.

Joan Silber: “Lucky Us” (2001)

Lucky Us

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02: jung, plump, festgefahren – eine Mörderin versackt in der Provinz

Ihr Vater ist im Ruhestand, ihre Schwester eine alte Jungfer, und die junge Adrienne hat einen langweiligen Sommer vor sich. In Liebesromanen stürmt an dieser Stelle ein fescher junger Mann ins Dorf und trägt die Heldin in ein neues Leben. Aber niemand kommt – also steigert sich die gelangweilte Adrienne in eine unerwartete Liebe zu einem Arzt aus der Nachbarschaft hinein. Als ihre Familie herausfinden will, was sie so aus der Bahn wirft, kommt es zu einem Streit. Am nächsten Morgen wird Adrienne von der Haushälterin geweckt: am Fuß der Treppe liegt die Leiche ihres Vaters.

Julien Greens Debüt, verfasst mit 27, zeigt das stumpfsinnige Leben einer Tochter aus gutem Hause und die Ungeduld, die an ihr nagt. Überraschend beschleunigt der Roman und wird zum schnellen, bedrückenden Duell zwischen einer unzufriedenen Frau und ihrer Umwelt: Spannend, quälend, klaustrophobisch – Adrienne könnte Emma Bovarys böse kleine Schwester sein.

Julien Green: “Adrienne Mesurat” (1927)
Adrienne Mesurat

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03: einsam, verknallt – und Kidnapper aus Langeweile

Vladimir Nabokov schrieb tolle Romane über Missbrauch… und Langeweile: Lolita fläzt sich über weite Teile ihres Buchs in Autos oder Motelzimmern und quengelt. Ada und Van, ein dekadentes Inzest-Liebespaar, hat sechs oder sieben Jahrzehnte lang nur an sich selbst Interesse. Doch weil Nabokov Kalauer und Bildungsquatsch, elegante Sprache und obskure Worte liebt, kalauern, schillern und schwafeln auch seine Figuren. Langweilig liebt, denkt, mißbraucht und spricht dort niemand.

John Brandons “Citrus County” spielt im schwülen Florida, und den Figuren fehlen Eleganz und Charisma, Stil und Selbstbewusstsein. Ein unsympathischer Dussel-Junge verliebt sich in eine steife Mitschülerin. Und entführt dann – nur, um zu sehen, was passiert – ihre kleine Schwester. Er sperrt das Kind in einen Bunker im Wald, geht los… denkt nicht gern weiter nach… und hat die nächsten Tage lang Dates, Schulstress und die üblichen Fänger-im-Roggen-Konflikte. Während im Off ein Kind langsam verhungert: Ein atemloses High-School-Buch, das Grausamkeiten nicht überspitzt und damit aufpoliert. Sondern in grausamer Seelenruhe zeigt: auch Menschen ohne Charisma und Witz können ihre Welten zertrümmern. Nebenbei. Aus Langeweile.

John Brandon: “Citrus County” (2010)
Citrus County

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04: faul, wütend, überreizt – eine abgehängte, ekelhafte Frau

“Ich habe Claude verlassen, diese Ratte aus Frankreich”, schreit Ich-Erzählerin Harriet schon zur Begrüßung: Sie ist mitteljung, mittelklug, ohne Geld… und endlich, endlich wieder frei und ungebunden. Also zieht sie durch New Yorks Pensionen und Hotels und genießt ihre Tage als umschwärmter Single. Sie lädt sich auf fremde Parties ein, will von Fremden hofiert und ausgeführt werden und hofft auf ein paar glänzende, luxuriöse Jahre. Immer lächeln. Zwinkern. Trinken. Dann kommt der Mann und das gute Leben… oder?

So versucht Harriet, die pampigste Schachtel seit Helga aus “Hey Arnold”, das wütendste Wrack seit Jessa aus “Girls”, über 200 Seiten lang, Lesern, Männern und sich selbst einzureden, dass sie nirgendwo lieber wäre als allein und ohne Geld, auf dem Weg ins Abseits, mitten in New York. Tatsächlich geht ihrer Tirade schnell die Luft aus. Viele Fremdschäm-Szenen laufen ins Leere: Man kann das Buch nach 40 oder 60 Seiten weg legen. Was zählt, ist die Stimme dieser ätzenden Ich-Erzählerin. Laut. Bräsig. Passiv-aggressiv. Ein blödes Huhn, das man abwechselnd in den Arm nehmen will… und einfach stehen lassen.

Iris Owens: “After Claude” (1973)

After Claude

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05: desinteressiert, verwöhnt, egozentrisch – ein Journalist ohne Engagement

Guy Delisle zeichnet autobiografische Comicreportagen über Krisengebiete, Diktaturen, komplexe politische Räume: Burma und China, Nordkorea und Israel. Als Ehemann einer einer Ärztin bei Médecins sans Frontières sitzt der Kanadier seit Jahrzehnten in Gäste- und Mietwohnungen auf der ganzen Welt, versorgt zwei Kinder und erkundet fremde Kulturen: ihre Supermärkte und Kinderspielplätze, ihre Eisdielen und Schwimmbäder. Wo kann man faulenzen? Wo ist das Essen billig, wo nerven keine Fremde, Bettler oder Touristen?

Delisle ist der Christian Kracht der politischen Graphic Novels: Abgründe tun sich auf. Kulturen zerbrechen. Ideologien fressen Orte und Menschen. Doch zwischendrin stehen käsig-weiße Trottelbubis mit Kakihosen und Sonnenstich und suchen einen schönen Liegestuhl oder den perfekten Pinsel. Aggressiv apolitischer politischer Journalismus: die wütenden, klugen, schlimm witzigen Reiseberichte einer matten, faulen Socke.

[“Aufzeichnungen aus Birma” ist am besten – aber “Jerusalem” hat die meisten Gammel- und Faulenz-Szenen.]

Guy Delisle: “Aufzeichnungen aus Jerusalem” (2008)
Aufzeichnungen aus Jerusalem

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06: feige, grausam, unbeliebt – ein Schaumschläger und Schulversager 

1996 warb RTL 2 mit dem Gesicht von Oliver Petszokat und einem einzigen Satz  – “FRITZ ist eine faule Sau” – für die neuen Seifenoper “Alle zusammen – jeder für sich”. Zur selben Zeit wiederholte der Sender viele frühen Filme von Leonardo DiCaprio, Monat für Monat – auch das Ich-und-mein-Stiefvater-Melodram “This Boy’s Life” über einen verkrachten, feigen, unsicheren, ungeliebten und also typischen Jungen in unsicheren Verhältnissen (50er Jahre! Geschiedene Mutter! Tiefstes Provinznest! Alkohol!)

Tobias Wolffs Autobiografie zeigt nur die ungeschicktesten, unsympathischsten Jahre seines Lebens. Ein halbstarker Schwätzer, der sich viel Ärger verdient und aus dem nichts zu werden scheint. Ein selbstkritisches, kluges Buch über Problemkinder; eine richtig faule Sau, über die man seitenlang die Augen rollt… bis man bemerkt: Huch. Jetzt ist er mir doch ans Herz gewachsen, der pubertäre Tropf. [Jeanette Walls’ “The Glass Castle” beschreibt ein ähnliches Milieu und Kinder in ähnlichem Chaos, aber bleibt dabei süßlicher, unreflektierter.]

Tobias Wolff: “This Boy’s Life: Das Blaue vom Himmel” (1982)

This Boy's Life
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zehn Klassiker, die ich außerdem empfehle:

07: “Ghost World”, Daniel Clowes (1998) …weil hier zwei beißend kluge Loser-Mädchen grandios dummes Zeug erzählen und ausprobieren – aus schierer Langeweile.

Ghost World

08: “Mrs. Bridge”, Evan S. Connell (1958) …weil hier eine geistig träge, einfalls- und fantasielose Hausfrau, die immer nur dazugehören und alles richtig machen will, alles, alles falsch macht.

Mrs. Bridge

09: “Glamorama”, Bret Easton Ellis (1998) …weil “American Psycho” verboten viel Spaß bringt Echte Langeweile, echter Ennui und Wohlstandsekel, echten Widerwillen gegen Ellis gibts nur in diesem schlaffen, freudlosen 500-Seiten-Klotz.

Glamorama.

10: “Der Zauberberg”, Thomas Mann (1924) …weil sich Figuren hier zu Tode langweilen – aber Leser*innen 1000 Seiten lang die Augen verdrehen und hämisch lachen. Ein überraschend leichter, spöttischer Roman.

Der Zauberberg

11: “Geschlossene Gesellschaft”, Jean-Paul Sartre (1944) …weil hier zwei Frauen und ein halbes Hemd aus Langeweile, Selbsthass, Weltekel und Frustration kämpfen, sticheln, schreien und lieben.

Geschlossene Gesellschaft

12: “Jakob von Gunten”, Robert Walser (1908) …weil ich nach drei Wochen auf dieser Wiener Knabenschule gerufen hätte: “Ziehen wir bitte, bitte lieber raus und führen einen Weltkrieg? Bitte?”

Jakob von Gunten (SZ-Bibliothek, #96)

13: “Der salzige Fluss”, Jan Bauer (2014) …weil mich Reise- und Rucksackkitsch langweilen – aber mir diese schlichte deutsche Graphic Novel über Backpacking in Australien zum ersten Mal plausibel machen konnte, was man gewinnt, wenn man in einer Landschaft ohne Reize und Stimulation auf sich selbst zurück geworfen wird.

Der salzige Fluss

14: “Schimmernder Dunst über CobyCounty”, Leif Randt (2011) …weil Leif Figuren zeigt, denen nichts fehlt und fast nichts passiert: Menschen in der Wellness-Oase, deren größte Angst bleibt, nicht lässig und effortless genug zu wirken.
Schimmernder Dunst über Coby County

15: “Das Artefakt”, Andreas Brandhorst (2012) …weil ich bis heute nicht über den Antiklimax dieses fast 700 Seiten dicken, sehr vielversprechenden Science-Ficton-Epos’ hinweg komme: Die Hauptfigur muss so schnell wie möglich die Polarregion einer fremden Welt erreichen. Als das sehr schnelle Raumschiff sabotiert wird, wechselt sie auf ein nicht-sehr-schnelles-Schiff, dann auf einen langsamen Frachter, dann auf noch simplere Verkehrsmittel… und kurz vor knapp tuckert sie schließlich mit einer altmodischen, altersschwachen Eisenbahn: ein Hard-Sci-Fi-Thriller wie eine verwirrte Schildkröte  der sich selbst runter bremst aufs Tempo von “Die schönsten Bahnstrecken Europas”.

Das Artefakt

16: “1000 neue Dinge, die man bei Schwerelosigkeit tun kann”, Jenni Zylka (2003) …weil es hier trotz tollem Titel keine einzige Idee für gelangweilte Astronauten gibt. Das enttäuschendste Buch seit “To Kill a Mockingbird”.
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homer mockingbird

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elf Titel, vorgemerkt… aber noch nicht selbst gelesen:

17: “How to be idle”, Tom Hodgkinson (2004) Fast 300 Seiten über die Vorteile und Freuden des Nichtstuns, in Bereichen wie “sleep, work, pleasure, relationships”.

18: “Big Ray”, Michael Kimball (2012) Nach dem Tod seines übergewichtigen Vaters denkt ein Mann über dessen letzte Jahre nach: Zeit, die Big Ray vor allem im Lehnsessel verbrachte.

19: “Oblomow”, Iwan Gontscharow (1859) Ein antriebsloser russischer Aristokrat dämmert auf seinem Gutshof dahin, über Jahrzehnte. Aufstehen? Handeln? Oder doch lieber liegen bleiben?

20: “There but for the”, Ali Smith (2011) Totale Verweigerung? Ein Krimi? Während eines Abendessens unter Freunden schließt sich ein fremder Gast im Schlafzimmer ein… und weigert sich, jemals wieder zu gehen.

21: “The Sound of a wild Snail eating”, Elizabeth Tova Bailey (2010) Eine bettlägerige Schriftstellerin beobachtet eine Schnecke und vertief sich in das Tier und seine Geschichten: Naturwissenschaft, Memoir und Reflektion zu Müßiggang, Beobachten und Bremsen.
How to Be Idle . Big Ray . Oblomow . There but for the . The Sound of a Wild Snail Eating

22: “Muße: Vom Glück des Nichtstuns”, Ulrich Schnabel (1908) Ich las diesen Artikel / Auszug über Nichtstun und Kreativität. Stilistisch reißt mich das nicht mit. Trotzdem kein schlechter Text: Link.

23: “For her own Good: Two Centuries of Expert’s Advice to Women”,Barbara Ehrenreich, Deirdre English (1976) Effektiv leben? Alles richtig machen? Sich selbst optimieren? Das Buch erzählt, wie Frauen mit Gesundheits- und Expertentricks gegängelt wurden…. “zu ihrem eigenen Besten”.

24: “An Attempt at ehausting a Place in Paris”, Georges Perec (1975) Georges Perec setzt sich ein Wochenende lang an eine Straße und notiert nur die langweiligen und uninteressanten Dinge, die er dort zu Gesicht bekommt.

25: “Codex Seraphinianus”, Luigi Serafini (1981) Surreale und unsinnige, absichtlich zweckfreie Diagramme, Illustrationen und Schaubilder.

26: “Double Game”, Sophie Calle und Paul Auster (2000) Paul Auster macht eine reale Performance-Künstlerin zur Vorlage für eine Romanfigur. Die Künstlerin liest den Roman und macht die Performances der erfundenen Kopie zur Vorlage für neue, eigene Performances. Ein Spiel um Identität, Experimente und Alltag, neu erlebt.

Muße: Vom Glück des Nichtstuns . For Her Own Good: Two Centuries of the Experts' Advice to Women . An Attempt at Exhausting a Place in Paris . Codex Seraphinianus . Double Game

27: “She got of the off the Couch and other Heroic Acts from Mooreland, Indiana”, Haven Kimmell (2005) Eine Comedy-Autorin erinnert sich an ihre behäbige Mutter.

She Got Up Off the Couch: And Other Heroic Acts from Mooreland, Indiana

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erst 250 von 1000 Texten: Christiane Frohmann, “Tausend Tode schreiben”, Version 2.

1000tode frohmannFoto: #1000tode-Lesung im Leise-Park, Berlin

1000 Autoren schreiben 1000 kurze Texte über den Tod.

Stil und Ton sind frei wählbar.

Version 2.0 mit insgesamt 250 Texten erscheint heute – am 16. Januar.

Ver.

Christiane Frohmann ist Verlegerin, Kulturwissenschaftlerin und einer der wachsten, umtriebigsten und euphorischsten Digital-Expertinnen, die ich kenne. Seit August 2014 sucht sie Autorinnen und Autoren für ein irrsinnig ambitioniertes E-Book-Projekt:

“Eine erste Version des E-Books mit 135 Texten erscheint am 1. Dezember 2014. Die Versionen 2 bis 4 mit 500… 750… 1000 Texten erscheinen dann im Abstand von etwa einem Monat, die komplette 4. Version kommt zur Leipziger Buchmesse [im März 2015].

Die jeweils neuere ersetzt die ältere Version, wer einmal gekauft hat, bekommt die neuen umsonst. Zusätzlich wird das E-Book vom Indiehändler Minimore angeboten: Das E-Book wird für EUR 4,99 verkauft. Der gesamte Herausgeber- und Autorenanteil, das sind 50 Prozent des Nettoreingewinns, wird an das Kindersterbehospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow gespendet.”

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Einer meiner besten Freunde aus Toronto nahm sich im Juni das Leben.

Ich schreibe einen Roman über Leerstellen und Verlusterfahrungen von Teenagern.

Kaum etwas macht mir wacher, nervöser, als Worte zu Verlust und Tod zu finden. Ich bin dankbar für jeden, der es versucht, und ich merke, wie viel mir diese Texte geben.

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Ich selbst schrieb für “Tausend Tode Schreiben” einen Text über digitalen Nachlass und die Frage, wie die richtigen Gegenstände, Fotos, Erinnerungsstücke und Texte nach dem eigenen Tod zu den richtigen Menschen finden. [e-Book hier kaufen]

Zur Sendung am 21. Dezember lud mich Christiane zu reboot.fm ein und wir sprachen eine Stunde lang in ihrer Radio-/Podcast-Reihe “Generator” über Trauer, Abschied und Bewältigung im digitalen Raum. Die Sendung ist u.a. hier zu hören:
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Version 1 habe ich am Erscheinungstag, am 1. Dezember 2014, im Blog vorgestellt (Link).

Texte aus Version 1, die ich besonders mochte, kamen von Alan Posener (Text 002), Michael Brielmaier (003), Anne Kuhlmeyer (004), Gesa Füßle (008), Clemens Setz (010), Jan Fischer (016), Falk Schreiber (017), Judith Sombray (023), Johanna Straub (034), Daniela Seel (037), Jannis Plastargias (039), Sibylle Luithlen (040), Lew Weisz (042), Angelika Maisch (059), Roman Held (071), Johanna Peil (073), Gabriel Yoran (079), Zoe Beck (081), Zora Debrunner (086), Mario Sixtus (090), Stanislaw Bastian (097), Florian Voß (101), AE Rutherford (103), V.S. Wagner (112), Christian Huberts (116), W. (122), Auguste von Blau (123) und Karola Sasse (Text 130).

Mit Version 2 verdoppelt sich der Umfang des Buchs: Ich las die Texte 136 bis 250 heute Abend Korrektur, und freue mich, dass das Buch auch mit diesem Update nie monoton oder schleppend wird.

Besonders empfehlen möchte ich – aus Version 2:

138 – Fabian Thomas
143 – Natalia Kauz
145 – Meike Rensch-Bergner
156 – Uwe Kalkowski
161 – Iris Hakelberg
162 – Tania Witte
167 – Joachim Göb
176 – Doris Lautenbach
183 – Inga Sawade
188 – Lola Gruenthal
189 – Marianne Landré Goldschneider
194 – Sabrina Sailer
198 – Susanne Becker
215 – Leopold Faltin
216 – Anthea Rubin
220 – Jessica Mancuso
222 – Claudia Wiedow
227 – Kristoffer Patrick Cornils
231 – Maximilian Buddenbohm
233 – Amaot Wurst
240 – Kinderdok

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  • sehr viele neue Autorinnen und Autoren aus Version 2 sind keine Berufs-Autoren. Stattdessen haben sie beruflich oder privat mit dem Tod zu tun, manchmal eine komplizierte oder dramatische Familiengeschichte, meist eigene, interessante und komplexe Verlusterfahrungen. Viele dieser neuen Texte sind unmittelbarer, härter und direkter.
  • gleichzeitig wird stilistisch viel probiert: bei Version 1 schrieben alle Beitragenden Texte, ohne das Gesamtprojekt zu kennen. Version 2 hat Listen und Dialoge, Textmontagen und kulturwissenschaftliche Register… und 10, 15 Prosatexte, Schauermärchen, Erzählungen, Monologe. Autor*innen fabulieren. Probieren sich aus. Wollen überraschen. Das meiste davon gelingt; nur der Mini-Trend “Ich bin ein frecher junger Mensch, treffe auf Gevatter Tod und geige ihm in einem witzig-melancholischen Dialog meine Meinung” ermüdet und nervt mich.
  • besonders wichtig und interessant erschienen mir die vielen Texte, die über den Abschied von einem nicht-geliebten Menschen sprachen: Wie trauert man um eine jähzornige, kalte Mutter? Eine verbohrte Großmutter? Schwierige Klassenkameraden, Psychatrie-Mitbewohnerinnen, verkrachte Zufalls-Weggefährten?

Ich will in den kommenden Wochen tatsächlich volle 1000 Texte lesen – und ich bin unsicher, woher die 750 Autorinnen und Autoren kommen sollen, die fehlen, um das Projekt “korrekt” zu Ende bringen.

Ein genaues Exposé, das die Texteinreichung, Termine und das Projekt erklärt, ist hier (Link – ein Update für Version 3 wird folgen).

Auch internationale Texte in anderen Sprachen sind erwünscht: für nicht-deutschsprachige Autorinnen und Autoren ist besonders die Facebook-Seite “Writing A Thousand Deaths” (Link) eine gute erste Anlaufstelle. Ein Exposé auf Englisch wird folgen.

Klar wäre das “1000 Tode”-Projekt auch ein Erfolg, falls nur 350 oder 500 Texte zusammenkommen, am Ende. Tatsächlich aber lese ich die bisherigen Einreichungen mit so viel Gewinn und Begeisterung… ich will nicht aufhören.

Es GIBT Menschen mit interessanten Erfahrungen und Texten.

Es GIBT dieses Buchprojekt.

Und es gibt uns, als Leser*innen, Autor*innen, Multiplikator*innen: 

Meldet euch bei verlag@cfrohmann.com.

Sprecht mit den Menschen um euch herum, die als Mitleser, Mitschreiber denkbar sind.

pia ziefle 1000tode
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Christiane Frohmann (Hg.)

Tausend Tode schreiben. 1000 Texte über den Tod.

EUR 4,99

erhältlich bei Minimore.de.

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