Die besten Bücher 2018: erste Favoriten und Empfehlungen [Buchtipps, Romane]

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bereits gelesen:

KENT HARUF, „Lied der Weite“

gelesen in der deutschen Ausgabe von 1999, „Flüchtiges Glück“, die selbe Übersetzung durch Rudolf Hermstein. Harmlos, einfach, etwas süßlich… doch toll atmosphärisch, warmherzig.

„Victoria, siebzehn und schwanger, wird von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt. Da überredet ihre Lehrerin Maggie die Brüder McPheron, zwei alte Viehzüchter, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Ein erst widerwilliger Akt der Güte, der das Leben von sieben Menschen in der Kleinstadt Holt in Colorado umkrempelt und verwandelt.“ [Klappentext, ungekürzt]

[Diogenes. 12. Januar]

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angelesen und gemocht:

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neue Bücher 2018 Jon McGregor, Nickolas Butler, Jesmyn Ward

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JON McGREGOR, „Speicher 13“

„Die dreizehnjährige Rebecca Shaw kehrt von einer Moorwanderung nicht zurück. Ein Hubschrauber wird eingesetzt, Beamte durchkämmen die Gegend, Taucher kontrollieren die umliegenden Speicherseen. Auch die Dorfbewohner beteiligen sich an der Suche. Sie müssen einen Weg finden, im Schatten der Ereignisse ihren Alltag zu bewältigen. Jon McGregor erzählt, wie Menschen mit einer Tragödie umgehen, die sie aus nächster Nähe miterleben, und was von dieser Tragödie den Wandel der Zeit überdauert.“ [Klappentext, gekürzt]

[Liebeskind, 22. Januar]

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NICKOLAS BUTLER: „Die Herzen der Männer“

„Wer will schon ein Kind, das weder Freunde noch Selbstbewusstsein besitzt? Je intensiver sich Nelson nach Zuwendung sehnt, desto stärker sondert sich der Vater ab. Nelsons bester Freund aus dem Pfadfinderlager, ist das genaue Gegenteil: Jonathan ist bei allen beliebt und pragmatisch. Was aber treibt jemanden wie Jonathan dazu, sich mit einem Außenseiter anzufreunden? Und stand Jonathan wirklich immer so rückhaltlos zu ihm? Das Leben im rauhen Wisconsin verlangt den Freunden Prüfungen ab, die Loyalität auf eine harte Probe stellen.“ [Klappentext, gekürzt]

[Klett-Cotta, 10. Februar]

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JESMYN WARD: „Singt, ihr Lebenden und Toten, singt“

„Jojo und seine kleine Schwester Kayla leben bei ihren Großeltern an der Golfküste von Mississippi. Ihre Mutter nimmt Drogen und arbeitet in einer Bar. Als der weiße Vater der Kinder aus dem Gefängnis entlassen wird, fährt die Familie zur »Parchment Farm«, dem staatlichen Zuchthaus, um ihn abzuholen. Eine Reise voller Gefahr und Hoffnung. Wie bewahrt man Würde, Liebe und Achtung, wenn man sie nicht erfährt? Ein Familienporträt voller Anspielungen auf das Alte Testament und die Odyssee.“ [Klappentext, gekürzt]

[Kunstmann, 14. Februar]

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neue Bücher 2018 Catalin Mihuleac, Bettina Wilpert, Noelle Revaz

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CATALIN MIHULEAC: „Oxenberg & Bernstein“

„Die reiche Dora Bernstein und ihr Sohn Ben aus Amerika besuchen Iasi, die Wiege der rumänischen Kultur. Eine junge Frau, Suzy, zeigt ihnen die Stadt. Wenig später macht Ben ihr einen Antrag. Sie heiraten, und Suzy beginnt, sich für die Geschichte ihrer neuen Familie und die ihrer alten Heimat genauer zu interessieren. Sie stößt auf ein Mädchen, das 1947 mit 17 Jahren nach Wien kam. Als Einzige einer angesehenen Familie überlebte sie das Pogrom in Iasi und den Holocaust. Im Wiener Rothschild-Spital findet sie Zuflucht und erweist sich als begabte Schneiderin. Dort trifft sie einen GI, der ihr den Hof macht.“ [Klappentext, gekürzt]

[Zsolnay, 19. Februar]

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BETTINA WILPERT: „Nichts, was uns passiert“ [Debüt, deutschsprachig]

„Leipzig. Universität und Fußball-WM. Gute Freunde, eine Geburtstagsfeier. Anna sagt, sie wurde vergewaltigt. Jonas sagt, es war einvernehmlicher Geschlechtsverkehr. Aussage steht gegen Aussage. Nach zwei Monaten nah an der Verzweiflung zeigt Anna Jonas schließlich an, doch im Freundeskreis hängt bald das Wort „Falschbeschuldigung“ in der Luft. Der Roman thematisiert, welchen Einfluss eine Vergewaltigung auf Opfer, Täter und das Umfeld hat und wie eine Gesellschaft mit sexueller Gewalt umgeht.“ [Klappentext, gekürzt]

[Verbrecher Verlag, 28. Februar]

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NOELLE REVAZ: „Von wegen den Tieren“ [Neuauflage]

„Bauer Paul ist engstirnig und hartherzig, ein Schläger und Trinker. Er selbst merkt das nicht. Kunstvoll lässt Revaz ihn seine Welt schildern: ein wortkarger und harter Mann, der seine Frau nur »Vulva« nennt, seine Kinder nicht beim Namen kennt und zuschlägt, »weil was man gern hat, das klopft man«. Doch dieser Sommer ist anders, denn Vulva wird krank, die Tiere geraten in Gefahr, und der Wanderarbeiter Georges bringt neue Töne in Pauls Leben.“ [Klappentext, gekürzt]

[Wallstein, 5. März, schon 2004 in dieser Übersetzung veröffentlicht]

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neue Bücher 2018 Donal Ryan, Sara Novic, Celeste Ng

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DONAL RYAN: „Die Lieben der Melody Shee“

„Als Melodys Mann sich nach zwei Fehlgeburten heimlich sterilisieren lässt, beantwortet sie diesen Vertrauensbruch mit einer Affäre und wird schwanger – von einem ihrer Schüler. Im erzkatho­lischen Irland schwankt Melody schwankt zwischen dem stillen Glück und der Schuld, die sie mit seiner Entstehung auf sich geladen hat. Die Entscheidung, die sie letztlich trifft, ist so unkon­ventionell wie mutig.“ [Klappentext, leicht gekürzt]

[Diogenes, 28. März]

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SARA NOVIC: „Das Echo der Bäume“

„Es ist 1991, in der Nähe von Zagreb, in einem Land, in dem Nachbarn zu Feinden geworden sind. Ana gelingt die Flucht nach Amerika, zusammen mit ihrer kleinen Schwester Rahela, die noch ein Baby ist. Rahela wächst sorglos heran, doch Ana kann nicht vergessen. Bis sie eines Tages beschließt, zurückzukehren in das heutige Kroatien, das für sie noch immer voller Wunder ist und einmal ihre Heimat war …“ [Klappentext, gekürzt]

[btb, April – ich las vor zwei Jahren das US-Original, „Girl at War“ ca. zur Hälfte und verlor dann das Interesse: Es las sich wie ein kompetent geschriebenes Jugendbuch, bei dem mir Ton und Themen zu bekannt vorkamen.]

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CELESTE NG: „Kleine Feuer überall“

„Elena Richardson steht in Bademantel und den Tennisschuhen ihres Sohnes auf dem Rasen und starrt in die Flammen. Sie passte gut nach Shaker Heights, den wohlhabenden Vorort von Cleveland, Ohio. Ihr Mann ist Partner einer Anwaltskanzlei, sie schreibt Kolumnen für die Lokalzeitung, die vier halbwüchsigen Kinder sind bis auf das jüngste, Isabel, wohlgeraten. Doch es brennt.“ [Klappentext, gekürzt]

[dtv, 20. April]

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neue Bücher 2018 William Finnegan, Matt Ruff, George Saunders

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WILLIAM FINNEGAN: „Barbarentage“

[Nonfiction] „Vor fünfzig Jahren verfällt William Finnegan dem Surfen. Damals verschafft es ihm Respekt, dann jagt es ihn raus in die Welt – Samoa, Indonesien, Australien, Südafrika –, als Familienvater mit Job beim New Yorker dient es der Flucht vor dem Alltag.“ [Klappentext, gekürzt]

[Suhrkamp, 2. Mai]

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MATT RUFF: „Lovecraft Country“

„Als Atticus Turners Vater verschwindet, macht Atticus sich wohl oder übel auf die Suche: nach „Lovecraft Country“ in Neuengland, Mitte der 50er Jahre ein Ort der schärfsten Rassengesetze in den USA. Mit Hilfe seines Onkels George, Herausgeber des „Safe Negro Travel Guide“, und seiner Jugendfreundin Letitia gelangt er bis zum Anwesen der Braithwhites. Dort tagt eine rassistische Geheimloge: Matt Ruff erzählt mit überbordender Phantasie und teuflischem Humor die wahnwitzigen Abenteuer einer schwarzen Familie.“ [Klappentext, gekürzt]

[Hanser, 14. Mai]

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GEORGE SANDERS, „Lincoln im Bardo“

„Während des amerikanischen Bürgerkriegs stirbt Präsident Lincolns geliebter Sohn Willie mit elf Jahren. Laut Zeitungsberichten suchte der trauernde Vater allein das Grabmal auf, um seinen Sohn noch einmal in den Armen zu halten. Bei George Saunders wird daraus eine allumfassende Geschichte über Liebe und Verlust: Im Laufe dieser Nacht, in der Abraham Lincoln von seinem Sohn Abschied nimmt, werden die Gespenster wach. Warum lieben wir überhaupt, wenn wir doch wissen, dass alles zu Ende gehen muss?“ [Klappentext, gekürzt]

[Luchterhand, 14. Mai]

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neue Bücher 2018 Jens Rehn, Hala Alyan, Naomi Alderman

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JENS REHN: „Nichts in Sicht“ [Neuauflage: 2013 zur Hälfte gelesen, dann aus Versehen das Ende erfahren und das Interesse verloren.]

Okay, Schöffling – vergesst es. Die Website hat den selben Klappentext, der mir das Buch ruinierte 2014. Ihr seid schreckliche Menschen!

[Schöffling, 22. Mai]

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HALA ALYAN: „Häuser aus Sand“

„Salma musste ihre Heimat Jaffa verlassen und fand in Nablus mit Mann und Kindern einen neuen Platz. Der Garten wird zum Paradies. Salmas Tochter dagegen fühlt sich dem Haus und Nablus so verbunden, wie Salma Jaffa. Salma muss erleben, wie ihr Sohn ihr im Sechstagekrieg genommen wird und ihre Tochter nach Kuwait flieht. Alia hasst ihr neues, beengtes Leben und durchlebt die selbe Sehnsucht nach der Heimat und den Widerstand ihrer eigenen Kinder gegen ihr Festhalten an alten Regeln. Zwanzig Jahre später verlieren Alia und ihre Familie erneut ihr Zuhause und retten sich nach Boston, Paris, Beirut. Wieder einmal wird ihre Geschichte von anderen bestimmt und geschrieben.“ [Klappentext, gekürzt]

[Dumont, 18. Juni]

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NAOMI ALDERMAN: „Die Gabe“

„Ein nigerianisches Mädchen am Pool. Die Tochter einer Londoner Gangsterfamilie. Eine US-amerikanische Politikerin. Von heute auf morgen haben Frauen weltweit die Gabe – sie können mit ihren Händen starke Stromstöße aussenden. Ein Ereignis, das die Machtverhältnisse und das Zusammenleben aller Menschen unaufhaltsam und auf schmerzvolle Weise verändern wird.“ [Klappentext, gekürzt]

[Heyne, 12. März]

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deutschsprachige Literatur, noch nicht angelesen:

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Literatur 2018 Anja Kampmann, Milena Michiko Flasar, Andreas Maier

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ANJA KAMPMANN, „Wie hoch die Wasser steigen“, Hanser, 28. Januar.

„Wenzel Groszak, Ölbohrarbeiter auf einer Plattform, verliert in einer stürmischen Nacht den einzigen Freund. Er reist nach Ungarn, bringt dessen Sachen zur Familie. Und jetzt? Vor der westafrikanischen Küste wird er seine Arbeitskleider wegwerfen, wird über Malta und Italien aufbrechen nach Norden, in ein erloschenes Ruhrgebiet, seine frühere Heimat.“ [Klappentext, gekürzt]

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MILENA MICHIKO FLASAR, „Herr Kato spielt Familie“, Wagenbach, Februar

„Endlich Zeit. Jetzt steht er frisch verrentet auf den bemoosten Treppen vor seinem Haus und weiß nicht wohin. Doch als er der jungen Mie begegnet, die ihm ein seltsames Angebot macht, beginnt er, die Dinge anders zu sehen. Er lässt sich von ihrer Agentur »Happy family« mal als Opa, mal als Exmann, dann wieder als Vorgesetzter engagieren und trifft auf fremde Menschen und Schicksale. Er spielt seine Rollen gut, und seine Frau bekommt von alledem nichts mit. Sie hat wieder angefangen zu tanzen.“ [Klappentext, gekürzt]

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ANDREAS MAIER, „Die Universität“, Suhrkamp, 7. Februar

„Frankfurt, 1988. Damals noch ein ganz anderes Studium, Magister, eigentlich völlige Freiheit in allem. Das Betätigungsfeld erstreckt sich vom Biertrinken im „Doctor Flotte“ bis hin zu Seminaren über Wahrheitstheorie, die den Studenten der Philosophie schon innerhalb eines Semesters zu Arztbesuchen treiben. Es droht ein völliger Verlust der eigenen Person. Aus seiner Matratzengruft, in der er sich verzweifelt-lethargisch einrichtet, rettet ihn ausgerechnet ein Pflegefall: Gretel Adorno, die uralte Witwe des Philosophen, bei der er durch seinen Studentenjob Dienst tut. Er läßt sich von ihr zerkratzen und beschimpfen, aber eigentlich versteht er sich mit ihr besser als mit seiner ganzen Umwelt.“ [Klappentext, gekürzt]

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Literatur 2018 Clemens J. Setz, Thorsten Nagelschmidt, Axel Ranisch

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CLEMENS J. SETZ, „Bot“, Suhrkamp, 12. Februar

„Sie sind ein bekannter Schriftsteller und werden um ein Interview gebeten. Stellen Sie sich vor, Ihnen fällt nichts ein. Dann muss eben jemand anderer über Sie erzählen. Im Fall des Schriftstellers Clemens J. Setz fand sich eine Alternative. Aber keine natürliche Person steht hier Rede und Antwort, sondern eine Art künstliche Intelligenz, sein Millionen von Zeichen umfassendes elektronisches Tagebuch – die ausgelagerte Seele des Autors, kurz gesagt: ein Clemens-Setz-Bot.“ [Klappentext, gekürzt]

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THORSTEN NAGELSCHMIDT, „Der Abfall der Herzen“, S. Fischer, 22. Februar

„Sommer 1999. Nagel lebt in seiner ersten WG, hielt sich mit Nebenjobs über Wasser. Damals, als man im Regional-Express noch rauchen durfte und nur Angeber ein Handy hatten. Plötzlich verwandelt sich seine Welt in einen Scherbenhaufen: ein Roman über Liebe, Freundschaft und Verrat. Über einen letzten großen Sommer und die Spurensuche 16 Jahre später.“ [Klappentext, gekürzt]

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AXEL RANISCH, „Nackt über Berlin“, Ullstein Fünf, 23. Februar [schreckliches Spaßbuch-Cover und die verbrauchte Idee aus „Tötet Mrs. Tingle“. Aber: queerer Autor, queerer Teenager-Ich-Erzähler.]

„Jannik und Tai, von ihren Mitschülern liebevoll Fetti und Fidschi genannt, sind 16. Bis sie eines Tages den Rektor sturzbetrunken auf der Straße auflesen und in seiner eigenen Wohnung einsperren. Aus dem Scherz wird schnell eine handfeste Entführung. Tai zwingt den Lehrer zu einem Seelenstriptease. Ein Höllentrip für Jannik, der schnell bemerkt, dass Tai seine zarte Verliebtheit nur ausnutzt.“ [Klappentext, gekürzt]

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Literatur 2018 Anne Reinecke, Josefine Rieks, Antonia Kühn

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ANNE REINECKE, „Leinsee“, Diogenes, 28. Februar [Debüt; könnte ein großes Manic-Pixie-Dream-Girl-Problem haben: junges Mädchen bringt Künstler neuen Lebensmut.]

„Karl ist noch nicht einmal 30 und hat sich schon als Künstler in Berlin einen Namen gemacht. Er ist der Sohn von August und Ada Stiegenhauer, ›dem‹ Glamourpaar der deutschen Kunstszene. Doch in der symbiotischen Beziehung seiner Eltern war kein Platz für ein Kind. Nun ist der Vater tot, die Mutter schwer erkrankt. Karls Kosmos beginnt zu schwanken und steht plötzlich still. Die einzige Konstante ist ausgerechnet das kleine Mädchen Tanja, das ihn mit kindlicher Unbekümmertheit zurück ins Leben lockt. Und es beginnt ein Roman, wild wie ein Gewitter, zart wie ein Hauch.“ [schlimm altbackener Klappentext, ungekürzt]

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JOSEFINE RIEKS, „Serverland“, Hanser, 29. Februar

„Das Internet ist seit Jahrzehnten abgeschaltet. Reiner, Mitte zwanzig, sammelt Laptops und wird zum Begründer einer Jugendbewegung, die verklärt, was es früher wohl einmal gab – die Freiheit einer Gesellschaft, die alles miteinander teilt. Mit Hilfe einer Autobatterie gelingt es, eine Verbindung zu lange stillgelegten Servern herzustellen. Die Jugendlichen sehen, was seit Jahrzehnten keiner mehr gesehen hat: das Internet.“ [Klappentext, leicht gekürzt]

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ANTONIA KÜHN, „Lichtung“, Reprodukt [Graphic Novel], März

„Mit sechs verliert Paul bei einem Unfall seine Mutter. Fünf Jahre später erinnert er sich nur vage. Sein Vater und seine ältere Schwester tragen eigene Versionen des Unglücks mit sich herum – doch sprechen wollen sie darüber nicht. In alten Briefen und Fotos, Rückblenden und Traumsequenzen findet Paul allmählich die Wahrheit über die Vergangenheit heraus.“ [Klappentext, gekürzt]

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Literatur 2018 Mareike Fallwickl, Svenja Leiber, Karosh Taha

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MAREIKE FALLWICKL, „Dunkelgrün fast schwarz“, FVA, 5. März

„Raffael, der Selbstbewusste und Moritz, der Bumerang in Raffaels Hand: Als Kinder sind sie unzertrennlich, Raffael geht voran, Moritz folgt. Moritz und seine Mutter Marie sind Zugezogene in dem einsamen Bergdorf. Marie erkennt das Zerstörerische hinter Raffaels stahlblauen Augen. Johanna, neu in der Schule, weitet das Band zwischen Moritz und Raffael zu einem fatalen Dreieck. Sechzehn Jahre später hat die Vergangenheit die drei plötzlich wieder im Griff, und alles, was so lange ungesagt war, bricht sich Bahn – mit unberechenbarer Wucht.“ [Klappentext, gekürzt]

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SVENJA LEIBER, „Staub“, Suhrkamp, 7. März

„Als Elfjähriger verbringt Jonas Blaum mit seinen Eltern und zwei Geschwistern ein Jahr in Saudi-Arabien – der Vater hat sich als Arzt an eine Klinik in Riad berufen lassen. Als das jüngste Kind der Blaums, ein Mädchen, das sich selbst als Junge versteht, spurlos verschwindet, wenig später zwar körperlich unversehrt, aber verstört und ohne Sprache wieder auftaucht, kehrt die Familie überstürzt nach Deutschland zurück. Im Sommer 2014 reist Jonas, mittlerweile selbst Arzt, suchtkrank und von Zweifeln geplagt, erneut in den Nahen Osten, diesmal nach Amman. Dort wird ihm ein Junge in die Obhut gegeben, der an einer rätselhaften Krankheit leidet.“ [Klappentext, gekürzt]

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KAROSH TAHA, „Beschreibung einer Krabbenwanderung“, Dumont, 12. März

„Sanaa, 22, studiert, hat einen Freund und Träume. Doch ihre Mutter leidet unter Depressionen. Ihre Schwester ist wütend, orientierungslos. Sanaa rebelliert gegen die Enge des Umfelds. Bis plötzlich alles, was sie sich an Freiheit erkämpfte, auf dem Spiel steht.“ [Klappentext, gekürzt]

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Literatur 2018 Sibylle Luithlen, Kristine Bilkau, Kathrin Weßling

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SIBYLLE LUITHLEN, „Wir müssen reden“, DVA, 12. März

„Feline, noch keine 30, ist Alleskönnerin. Doch genügt sie wirklich – als Lehrerin, Mutter, Frau? Ihr Mann gesteht, in eine andere verliebt zu sein. Sie flüchtet für ein paar Sommerwochen in die schwäbische Provinz. Dort lernt sie Silver kennen, einen Mann, der sich frei gemacht hat von den Erwartungen an ihn.“ [altbackener Klappentext, gekürzt]

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KRISTINE BILKAU, „Eine Liebe, in Gedanken“, Luchterhand, 12. März

„Hamburg, 1964. Antonia und Edgar teilen den Traum von einer Zukunft fern von ihrer Herkunft. Im Krieg geboren und mit Härte und Verdrängung aufgewachsen, wollen sie die Welt kennen lernen. Edgar ergreift die Chance, für eine Außenhandelsfirma ein Büro in Hongkong aufzubauen. Toni soll folgen, sobald er Fuß gefasst hat. Nach einem Jahr der Vertröstungen löst Toni die Verlobung. Tonis und Edgars Leben entwickeln sich auseinander, doch der Trennungsschmerz zieht sich wie ein roter Faden durch beide Biographien. Fünfzig Jahre später, nach dem Tod ihrer Mutter fragt sich Tonis Tochter: War ihre Mutter gescheitert oder lebte sie, wie sie es sich gewünscht hat: selbstbestimmt und frei?“ [Klappentext, gekürzt]

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KATHRIN WEßLING, „Super, und dir?“, Ullstein Fünf, 6. April

„Marlene ist 31 und lebt das Leben, das sie sich wünschte. Auf die Frage, wie es ihr geht, antwortet sie meist: »Super, und dir?« Bis der Urlaub, auf den sie seit Monaten gewartet hat, nicht genehmigt wird. Bis ihr Freund deshalb alleine nach Teneriffa fliegt und Marlene einfach nicht zur Arbeit geht. Kathrin Weßling seziert mit schillernder Sprache eine gnadenlose Arbeitswelt, in der Ersetzbarkeit, fehlende Perspektiven und der Zwang zur (Selbst-)Optimierung eine ganze Generation unter Druck setzen.“ [Klappentext, leicht gekürzt]

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Literatur 2018 Verena Carl, Ralf Rothmann, Natalie Buchholz, Katharina Adler

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VERENA CARL, „Die Lichter unter uns“, S. Fischer, 26. April

„Anna verbringt ihren Urlaub in Taormina auf Sizilien, mit ihrem Mann und zwei Kindern. Alexander führt das aufregende Leben, das sie sich einmal für sich selbst erträumte. Beneidet er sie um die Familie? Sieben Tage verändern alles.“ [Klappentext, gekürzt]

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RALF ROTHMANN, „Der Gott jenes Sommers“, Suhrkamp, 2. Mai

„Anfang 1945 muss die zwölfjährige Luisa Norff mit ihrer Mutter und der älteren Schwester aus dem bombardierten Kiel aufs Land fliehen. Das Gut ihres Schwagers Vinzent, eines SS-Offiziers, wird ein unverhoffter Raum der Freiheit: Kein Unterricht mehr, und während alliierte Bomber ostwärts fliegen und immer mehr Flüchtlinge eintreffen, streift die Verträumte durch die Wälder. Was ist das für eine Beunruhigung, wenn sie den jungen Melker Walter sieht, wer sind die Gefangenen am Klostersee, von wem bekommt die Perückenmacherin eigentlich die Haare? Als ihr auf einem Fest zu Vinzents Geburtstag genau das widerfährt, wovor sich alle Frauen in jenen Tagen fürchten, bricht Luisa unter der Last des Unerklärlichen zusammen.“ [Klappentext, gekürzt]

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NATALIE BUCHHOLZ, „Der rote Swimmingpool“, Hanser Berlin, 14. Mai

„Adams Mutter ist schön und wird von allen bewundert, sein Vater ist lebenshungrig, erfolgreich. Dann verschwindet er ohne ein Wort. Seine Mutter sagt ihm nicht, was los ist. Ein Debütroman über eine Vorzeigefamilie, die sich selbst zerstört und ein Mädchen, das Adam dazu bringt, sich endlich auf seinen eigenen Weg zu machen.“ [Klappentext, gekürzt]

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KATHARINA ADLER, „Ida“, Rowohlt, 24. Juli

„Sie ist eine der bekanntesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts: Dora, das jüdische Mädchen mit der ‚petite hystérie‘. Dora, die kaum achtzehn war, als sie es wagte, ihre Kur bei Sigmund Freud vorzeitig zu beenden. Für Katharina Adler war die widerständige Patientin lange nur eine Familienanekdote: ihre Urgroßmutter, die – nicht unter ihrem wirklichen Namen und auch nicht für eine besondere Leistung – zu Nachruhm kam, und dabei mal zum Opfer, mal zur Heldin stilisiert wurde. Die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung. Der Roman eines weitreichenden Lebens, das – mit Freuds Praxistür im Rücken – erst seinen Anfang nahm.“ [Klappentext, gekürzt]

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internationale Literatur, noch nicht angelesen:

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neue Bücher 2018 Haruki Murakami, Fernando Aramburu, Stefan Agopian.png

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HARUKI MURAKAMI, „Die Ermordung des Commendatore“ Band 1 und 2, Dumont, 22. Januar & 16. April

„Ein erfolgreicher junger Maler reist ziellos durch Japan. Er soll das Porträt eines reichen Mannes anfertigen. Wer ist dieser Mann, dessen Bildnis er keine Tiefe verleihen kann? Durch einen Zufall entdeckt der Maler auf dem Dachboden ein meisterhaftes Gemälde, ›Die Ermordung des Commendatore‹. Er ist wie besessen von dem Bild, mit dessen Auffinden zunehmend merkwürdige Dinge um ihn herum geschehen.“ [Klappentext, gekürzt]

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FERNANDO ARAMBURU, „Patria“, Rowohlt, 16. Januar

„Bittori sitzt am Grab ihres Mannes, der vor über zwanzig Jahren von Terroristen erschossen wurde. Sie will herausfinden, was damals geschah und wieder unter denen leben, die einst schweigend zusahen, wie ihre Familie ausgegrenzt wurde. Vor allem die Nachbarin Miren, damals ihre beste Freundin, heute Mutter eines Sohnes, der als Terrorist in Haft sitzt, zeigt sich alarmiert.“ [Klappentext, gekürzt]

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STEFAN AGOPIAN, „Das Handbuch der Zeiten“, Verbrecher Verlag, Februar

„In einer Pfütze erwachen Ioan, der Geograf und der Armenier Zadic. Zeiten und Geschichten schieben sich wie Eisschollen übereinander, der Winter und der Krieg. Mürrische Pandidaktiker fabulieren über die Welt und über Bohnen.“ [Klappentext, gekürzt]

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neue Bücher 2018 Bianca Bellova, Nina Lykke, Marcelo Figueras

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BIANCA BELLOVA, „Am See“, Kein & Aber, 16. Februar

„Ein Fischerdorf. Ein See, der austrocknet. Die Männer haben Wodka, die Kinder haben Ekzeme, an denen sie kratzen können. Nami hat sein Leben noch vor sich. Um hinter das größte Geheimnis seines Lebens zu kommen, muss er in die große Stadt ziehen.“ [Klappentext, gekürzt]

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NINA LYKKE, „Aufruhr in mittleren Jahren“, Nagel & Kimche, 19. Februar

„Oslo: Ingrid und Jan, seit 25 Jahren verheiratet, führen ein Leben in Wohlstand. Doch Ingrid kann nicht mehr. Das Engagement am Arbeitsplatz ist nur geheuchelt und von den halbwüchsigen Söhnen ist kein Trost zu erwarten. Jan schlittert in eine Affäre.“ [Klappentext, gekürzt]

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MARCELO FIGUERAS, „Das schwarze Herz des Verbrechens“, Hanser, 19. Februar

„Argentinien im Juni 1956: Ein Dutzend Männer wird von der Polizei aus einer Wohnung entführt und hingerichtet. Monate später stößt der Journalist Rodolfo Walsh auf die Spur eines Überlebenden; nach minutiösen Recherchen veröffentlicht er den Tatsachenroman „Das Massaker von San Martín“. Das Buch macht Walsh zum Helden des argentinischen Widerstands. Figueras erzählt die wahre Begebenheit als Thriller.“ [Klappentext, gekürzt]

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neue Bücher 2018 Dasa Drndic, Monica Isakstuen, Rita Indiana

DASA DRNDIC, „Belladonna“, Hoffmann & Campe, 20. Februar

„Andreas Ban ist Psychoanalytiker und Schriftsteller, dessen Welt nur noch aus Erinnerungen besteht, auch an die Schrecken des 20. Jahrhunderts. Eine Parabel über einen vergessenen, verstoßenen Intellektuellen, der in einer Gesellschaft, die ewige Jugend predigt und kritische Gedanken unterdrückt, zu leben und denken versucht.“ [Klappentext, gekürzt]

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MONICA ISAKSTUEN, „Elternteile“, Eichborn, 23. Februar

„Eine kleine Familie zerbricht. Karen und ihr Ex-Mann bemühen sich, alles einvernehmlich zu regeln – auch die Erziehung der dreijährigen Tochter Anna. Karen kämpft gegen die Erwartungen, die gut gemeinten Ratschläge von Freunden, die Vorwürfe der eigenen Mutter.“ [Klappentext, gekürzt]

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RITA INDIANA, „Tentakel“, Wagenbach, März

„Die Dominikanische Republik, etwas später. Die Strandpromenaden von Tsunamis verwüstet, das Meer auf Jahrzehnte verseucht, und auf den Straßen patrouillieren Roboter, die Flüchtlinge aus Haiti einsammeln und verschwinden lassen. Die junge Acilde Figueroa Frau arbeitet als Hausangestellte einer Voodoo-Priesterin und will Restaurantchef werden. Als sie erfährt, dass sie auserwählt ist, das Meer vor seiner Zerstörung zu bewahren, beginnt ein wilder Trip.“ [Klappentext, gekürzt]

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neue Bücher 2018 Madame Nielsen, James Baldwin, Yiyun Li

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MADAME NIELSEN, „Der endlose Sommer“, Kiepenheuer & Witsch, 8. März

The Endless Summer opens from the perspective of a „young boy, who is perhaps a girl, but does not yet know it.“ This digressive, cinematic love story about a Danish woman and a much younger Portuguese artist confronts ideas of time, sexuality, and tragedy in a manner that’s both seductive and heart-wrenching.“ [Der deutsche Klappentext ist absurd nichtssagend und schlecht.]

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JAMES BALDWIN, „Von dieser Welt“, dtv, 9. März

„John ist ein schwarzer, empfindsamer Junge aus Harlem, sexuell unschlüssig. Was nützt es, von weißen Lehrern gefördert zu werden, wenn der eigene Vater tagtäglich predigt, man sei hässlich und wertlos, solange man sich nicht von der Kirche retten lässt? An Johns vierzehntem Geburtstag kommt Johns Bruder Roy von Messerstichen verletzt nach Hause. John wagt einen mutigen Schritt.“ [Klappentext, gekürzt]

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YIYUN LI, „Lieber Freund, aus meinem Leben schreibe ich dir in deines“, Essay/Memoir, Hanser, 9. März

„Li schreibt über ihren Selbstmordversuch. Sie kam als Immunologin von China nach Amerika und erzählt von ihren Depressionen und Büchern von Stefan Zweig, Elizabeth Bishop und William Trevor, die sie aus ihrer Einsamkeit heraus rissen.“ [Klappentext, gekürzt]

neue Bücher 2018 Lars Saabye Christensen, Tommi Kinnunen, Laetititia Colombani

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LARS SAABYE CHRISTENSEN, „Magnet“, btb, 12. März

„Jokum Jokumsen, Student der Literaturwissenschaft, Jazzliebhaber und über zwei Meter groß. Und Synne Sager, Studentin der Kunstgeschichte und Vegetarierin. Ein Wohnheim in Oslo in den 70er Jahren. In San Francisco widmet sich Jokum der Fotografie. Synne wird Kuratorin. Und möchte bekannt werden. Das Besondere leben.“ [Klappentext, gekürzt]

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TOMMI KINNUNEN, „Wege, die sich kreuzen“,  DVA, 19. März

„1996, im Norden Finnlands. Lahja kann zurückblicken auf ein langes Leben, in dem sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen konnte: das Fotografieren. Eines war ihr nicht vergönnt: körperliche Erfüllung. Ihr treuer Ehemann konnte ihr nicht geben, wonach sie sich sehnte – bis sie sich nach Jahren der unterdrückten Gefühle zu einer grausamen Tat hinreißen ließ. Erst nach ihrem Tod findet ihre Schwiegertochter Kaarina auf dem Dachboden einen Brief. Kunstvoll verwebt Tommi Kinnunen darin die Schicksale von vier Menschen, deren Träume größer sind als die Möglichkeiten, die das Leben offeriert.“ [Klappentext, gekürzt]

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LAETITIA COLOMBANI, „Der Zopf“, S. Fischer, 22. März

„Während Sarah in Montreal als Staranwältin gut situiert ist, hat Giulia in Palermo ihren Platz im Familienunternehmen, der letzten Perückenfabrik der Stadt. Smita in Uttar Pradesh im Norden Indiens hat es am schlechtesten getroffen, als Dalit gehört sie der untersten Kaste an und muss die Exkremente der anderen entsorgen. Das Haar, das Smita dem Gott Vishnu opfert, wird Giulias Rettung sein und Sarah neue Kraft schenken.“ [Klappentext, gekürzt]

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neue Bücher 2018 Laio Yiwu, Barien Vives, Maryam Madjidi

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LIAO YIWU, „Drei wertlose Visa und ein toter Reisepass. Meine lange Flucht aus China“, S. Fischer, 26. April

„Friedenspreisträger Liao Yiwu über seine dramatische Flucht nach Deutschland. Am 2. Juli 2011 gelang es Yiwu, den Grenzfluss zwischen China und Vietnam zu überqueren. Der entscheidende Schritt, der ihn ins Exil nach Deutschland führte.“ [Klappentext, gekürzt]

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BASTIEN VIVÈS, „Eine Schwester“, Reprodukt, Mai [Graphic Novel]

„Für einen 13-Jährigen ist Antoine noch recht kindlich, verträumt. Mit seiner Familie verbringt er die Sommerferien wie jedes Jahr am Meer, als überraschend Besuch auftaucht: eine Freundin der Mutter und ihre Tochter Hélène. Hélène ist 16 und behandelt den Jungen nicht mit der Herablassung der Älteren, sondern nimmt ihn freundschaftlich unter ihre Fittiche, verführt ihn zur ersten Zigarette, zum ersten Rausch und schließlich zum ersten Kuss. Hélène weckt seine sexuelle Begierde und ist gleichsam wie eine Schwester, mit der Antoine und sein kleiner Bruder Momente kindlicher Verschworenheit verleben. Als sie nach einer Woche Abschied nimmt, hat sie Antoine sanft aus seiner Kindheit gelöst.“ [Klappentext, leicht gekürzt]

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MARYAM MADJIDI, „Du springst, ich falle“, Blumenbar, 18. Mai

„Ein autobiographisches Debüt über Kindheit im Iran und den Kampf der Eltern für den Kommunismus. In Frankreich sollte das neue Leben anfangen – ohne Kampf, ohne Gefängnis. Doch die kleine Maryam fühlt sich fremd, weil in Paris alles fehlt: die eigene Sprache, echte Freunde, die Großmutter. Als junge Frau fährt Maryam zurück, und verliebt sich zum ersten Mal.“ [Klappentext, gekürzt]

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neue Bücher 2018 Alice Zeniter, Linn Ullmann, Nana Ekvtimishvli

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ALLICE ZENITER, „Die Kunst, zu verlieren“, Berlin Verlag, 1. Juni

„Naïma hat es lange nichts bedeutet, dass ihre Familie aus Algerien stammt. Wie soll ihre Verbindung zu einer Familiengeschichte, die sie nicht kennt, denn auch aussehen? War ihr Großvater wirklich ein „Harki“, ein Verräter? Vielleicht könnte die Großmutter es ihr erzählen, aber nur in einer Sprache, die Naima nicht versteht. Und ihr Vater, der 1962 nach Frankreich kam, in eines jener damals hastig errichteten Auffanglager, wo man die Algerienflüchtlinge versteckte, redet nicht über das Land seiner Kindheit. Um mehr zu erfahren, tritt Naïma eine weite Reise an“ [Klappentext, ungekürzt]

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LINN ULLMANN, „Die Unruhigen“, Luchterhand, 11. Juni

„Vater und Tochter, ein Aufnahmegerät. Ihr Plan: Das Altern dokumentieren. Doch die Gespräche werden unvorhersehbar und unzusammenhängend. Ein verspielter, forschender, genreüberschreitender Roman über ein Kind, das es nicht erwarten kann, erwachsen zu werden, und Eltern, die am liebsten Kinder sein wollen.“ [Klappentext, gekürzt]

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NANA EKVTIMISHVILI, „Das Birnenfeld“, Suhrkamp, 4. Juli

„Der Geschichtslehrer muss sterben. Das ist Lelas Plan: Im Internat für geistig behinderte Kinder in Tbilisi, einem Relikt aus Sowjetzeiten, hat das zornige Mädchen die Rolle der Beschützerin übernommen. Die Lehrerinnen sind mit den „Debilen“ überfordert. Behindert sind die wenigsten ihrer Schützlinge, im Stich gelassen, abgehängt sind sie alle. So mörderisch Lelas Hass auf den Geschichtslehrer, so schwesterlich ihr Verhältnis zu Irakli: Sie begleitet ihn in eine Hochhauswohnung in der Nachbarschaft, wo er einmal in der Woche mit seiner Mutter in Griechenland telefonieren darf. Irakli will nicht wahrhaben, was Lela längst weiß: Seine Mutter wird nie zurückkehren.“ [Klappentext, gekürzt]

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(und: BECKI ALBERTALLIs „Nur drei Worte“ (Carlsen, 2016) kommt am 28. Juni in deutsche Kinos)

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Sachbuch, noch nicht angelesen:

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Sachbücher 2018 Jörg Magenau, Toni Morrison, Hans Rosling

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JÖRG MAGENAU, „Bestseller“, Hoffmann & Campe, 20. Februar

„Bestseller sind Spiegel ihrer Zeit. Jörg Magenau fahndet in den Regalen von 1945 bis heute, was die Bücher über uns als Gesellschaft und unsere Stimmungen erzählen. Es gibt Gründe und Bedingungen dafür, dass Tausende Leser zur selben Lektüre greifen. Warum wurden bestimmte Themen so mächtig? Eine Geschichte des Lesens – eine Geschichte unseres Landes.“ [Klappentext, gekürzt]

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TONI MORRISON, „Die Herkunft der anderen“, Rowohlt, 27. März

„Literaturnobelpreis-Trägerin Toni Morrison mit klugen, schneidend klaren Worten zum Thema Rassismus in Amerika. Die sechs hier abgedruckten Texte basieren auf Vorlesungen an der Harvard University im Sommer 2016. Wie und wann entsteht das Konzept des Andersseins? Morrison beantwortet die Frage mit persönlichen Erinnerungen aus ihrer Kindheit, erzählt von eigenen Familien- und Berufserfahrungen und spricht über reale Fälle, die sie zu ihren Romanen inspirierten. Zudem macht sich Toni Morrison Gedanken zur Geschichte und Funktion von Literatur in einer latent rassistischen Gesellschaft. Sie leitet den literarischen Rassismus aus der Romantisierung des Sklaventums her und belegt mit Beispielen von Faulkner bis Hemingway die ständige Angst vor den schwarzen Gesichtern. Dabei schlägt sie einen weltpolitischen Bogen, von der individuellen Herkunft bis hin zur Globalisierung, zu Grenzen und Fluchtbewegungen. “ [Klappentext, gekürzt]

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HANS ROSLING, „Factfulness“, Ullstein, 6. April

„Es wird alles immer schlimmer, eine schreckliche Nachricht jagt die andere: Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer. Es gibt immer mehr Kriege, Gewaltverbrechen, Naturkatastrophen. Viele Menschen tragen solche beängstigenden Bilder im Kopf. Doch sie liegen damit grundfalsch.“ [erste Hälfte des Klappentexts, ungekürzt]

Ein dummer, gefährlicher Klappentext. Meint er „Die Menschen liegen grundfalsch, wenn sie denken, alles würde immer schlimmer?“ Passt. Doch so, wie diese Sätze montiert sind, klingt es wie „Die Menschen liegen grundfalsch, wenn sie denken, die Reichen werden reicher, die Armen ärmer.“ Das ist SO leicht nachzuweisen, und wird SO oft gezeigt, mit überprüfbaren Zahlen. Ich hasse, dass Ullstein bei einem Buch, das vom Fehl-Interpretieren von Fakten handelt, in Kauf nimmt, dass Menschen glauben könnten, die Schere zwischen Arm und Reich sei umstritten/strittig.

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Literatur 2018 Sebastian Christ, Ta-Nehisi Coates, Kathrin Passig, Werner Bartens

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SEBASTIAN CHRIST, „Überübermorgen“, mikrotext, Mai

„Neue Technologien erscheinen den Menschen in den entwickelten Ländern nicht mehr als Chance, sondern als Bedrohung. Gerade jetzt müssten wir über Zukunft nachdenken. Was ist bei uns in 100, 500, 1.000, 10.000 Jahren los? Zwölf literarische Szenarien, was sein könnte, wenn wir nur wollen.“ [Klappentext, gekürzt]

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TA-NEHISI COATES, „We were eight Years in Power“, Hanser Berlin, 14. Mai

„Mit Barack Obama sollte die amerikanische Gesellschaft ihren jahrhundertealten Rassismus überwinden. Am Ende seiner Amtszeit zerschlugen sich die Reste dieser Hoffnung mit der Machtübernahme Donald Trumps.“ [Klappentext, gekürzt]

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KATHRIN PASSIG, „Neue Staaten erfinden“, Rowohlt Berlin, 24. Juli

„Im Netz geschieht Politik, ununterbrochen. Nicht nur in spektakulären Fällen von staatlicher Einflussnahme, Zensur oder Revolutionen. Nein, jede Gruppenbildung ist zugleich ein politisches Gebilde, in dem es um Mitsprache, Macht und Rechte geht. Was verrät uns die Selbstorganisation auf Facebook oder Wikipedia? Auch im Netz gibt es Monarchien, Diktaturen und Demokratien – welche Probleme lösen sie, welche neuen entstehen? Wer soll hier welche «staatsbürgerlichen» Rechte haben? Und wie wirkt das alles auf den Rest der Welt zurück? Das Internet ist nicht nur zwangsläufig politisch. Es zeigt uns auch, wie wir Politik gestalten und zusammenleben können – im Netz und draußen.“ [Klappentext, gekürzt]

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WERNER BARTENS, „Emotionale Gewalt“, Rowohlt Berlin, 21. August

„Der Angestellte, den der Chef zum Rapport an den «Schadenstisch» ruft; das Kind, das mit Liebesentzug bestraft wird; die Frau, deren Mann sich vor versammeltem Freundeskreis über sie lustig macht. Emotionale Gewalt kann seelische und körperliche Verletzungen hervorrufen, die nie wieder heilen. Die Betroffenen neigen später oft zu Depressionen und Angststörungen. Überall kann man Demütigung und Missachtung erleben, aber überall kann man sich auch wehren.“ [Klappentext, gekürzt]

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Danke an Ilja Regier, der seit Jahren zweimal jährlich solche Listen in seinem Literaturblog erstellt, für die Herbst- und Frühlings-Novitäten:

Iljas 2018-Posting und -Vorauswahl: hier

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Ich bin freier Kritiker (…und, gern und so oft wie möglich: Moderator bei Lesungen und Podien) und hoffe, 2018 auch mit zwei, drei Autor*innen auf Bühnen ins Gespräch zu gehen. Bisher moderierte ich u.a. Lesungen und Gespräche mit Stewart O’Nan, Thomas von Steinaecker, Manja Präkels (Foto) und Nik Afanasjew, Kathrin Passig, Teresa Präauer und Justin Torres, Fiona Maazel. Gern auf Englisch: das.ensemble (at) gmail.com

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Rassismus, Klischees und „Die Simpsons“: Hari Kondabolus Doku „The Problem with Apu“

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Am Dienstag, den 12. Dezember 2017, ab 14.30 Uhr spreche ich bei Deutschlandfunk Kultur über…

  • Apu Nahasapeemapetilon aus den „Simpsons“
  • die Doku „The Problem with Apu“ von Hari Kondabolu

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„Seeing an Indian character in a lead role [in 1988] had a powerful effect on me, but it was only as I got older that I realized what an anomaly it was. I rarely saw any Indians on TV or film, except for brief appearances as a cabdriver or a convenience store worker literally servicing white characters who were off to more interesting adventures. […]

Even though I’ve sold out Madison Square Garden as a standup comedian and have appeared in several films and a TV series, when my phone rings, the roles I’m offered are often defined by ethnicity and often require accents.“

Aziz Ansari in der New York Times, 2015 – über Fisher Stevens‘ Brownface-Rolle in „Nummer 5 gibt nicht auf“

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„Die Simpsons“ laufen seit 1989.

Nebenfigur Apu Nahasapeemapetilon [mehr zur Figur bei TV Tropes: Link], geboren in Indien, doch ab Staffel 7 US-Bürger, ist Franchise-Nehmer eines Quick-E-Marts (…und, in neueren Episoden, via arrangierter Ehe mit einer Inderin verheiratet und Vater von Achtlingen).

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wichtige Apu-Episoden:

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In LA (und den USA allgemein) werden 7-11-Stores meist von Indern geführt. Indische 7-11-Verkäufer sind ein altes Erzähl-Klischee. Wer schon in fünf Filmen, Serien Inder*innen am Verkaufstresen stehen sah, sollte für sich als Autor*in den Anspruch haben, beim Schreiben der sechsten Figur zu überlegen: Was mache ich anders? Vielschichtiger, überraschender, nuanciert? Will ich wirklich nur das Klischee reproduzieren?

Apu wird von einem Weißen synchronisiert, Hank Azaria.

Apus Rolle war nicht als Inder angelegt: Azaria improvisierte einen indischen Akzent, als er „Storekeeper“ im Drehbuch las. Die Produzenten sagten daraufhin: „How offensive can you make the accent?“ Hari Kondabolu sagt, Azaria spreche so übertrieben und stereotyp, dass er nicht klingt wie ein Weißer, der den Akzent von Kondabolus Vater imitiert, sondern wie ein Weißer, der einen Weißen imitiert, der Kondabolus Vater imitiert.

Dass ein Weißer eine Figur of Color synchronisiert, ist für Expert*innen wie [in Kondabolus Film zitiert] Whoopi Goldberg ein Minstrel-Klischee. Hollywood reproduziert und verstärkt hier Vorurteile, Stereotype. Eine schlechte Imitation durch einen Weißen scheint bequemer und „witziger“, als Rollen mit Menschen of Color zu besetzen. Blackface und Whitewashing sind bis heute in vielen Filmen Normalität:

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„Es geht um Repräsentation. Es geht darum, dass wir kaum Menschen auf der Bühne, auf Bildern oder im Film zu sehen, die nicht weiß sind, und dass diese Figuren dann auch als echte Menschen dargestellt werden, die Abenteuer erleben und nicht nur Stichwortgeber oder Freaks sind. Am besten spielt ihre Hautfarbe oder Herkunft dabei keine Rolle. So sind die Figuren nicht stereotyp und man kann z.B. Schwarze Menschen auf der Leinwand sehen, die nicht nur über ihre Rassismuserfahrungen definiert werden oder gar mit rassistischen Klischees dargestellt werden. Solche Figuren sind selten. Auch in der Kinderliteratur. Das bedeutet, dass Schwarze Kinder sich niemals „selbst“ sehen. Sie lernen, dass es weiße Kinder sind, die Abenteuer erleben, die Träume haben, die einfach handelnde Personen sind. Sie selbst sind weniger wert. Und weiße Kinder sehen das genauso. Diese Bilder und Geschichten schreiben sich ein. Das gilt nicht nur für Kinderfilme. Es lässt sich auch aufs Erwachsenenkino übertragen. Und es gilt nicht nur für „race“, sondern auch für Gender.

Wenn Schwarze Kinder lernen sollen, dass sie ein vollwertiger Teil dieser Gesellschaft sind, dann müssen sie sich repräsentiert sehen. Wenn weiße Kinder lernen sollen, dass es auch Schwarze Deutsche gibt, dann müssen sie auch in den Geschichten vorkommen, die sie lesen oder sich anschauen (dann kommen sie auch als Erwachsene nicht auf die Idee, zu ihrer Schwarzen Nachbarin zu sagen: „Und? Wo kommst du wirklich her?“). Mangel an Repräsentation festigt Rassismus.“

…kommentiert Theatermacherin und Kulturwissenschaftlerin Simone Dede Ayivi zur Repräsentation Schwarzer Figuren in Deutschland.

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Hari Kondabolu, geboren 1982, machte ein Filmessay / einen 50-Minuten-Film, in dem er indische Freund*innen und Schauspieler*innen, seine Eltern, Ex-Simpsons-Autor Dana Gould, Whoopi Goldberg etc. interviewt und mit ihnen darüber spricht, ob die Figur Apu Schaden anrichtet. Für wen? Warum?

Der Film läuft auf dem Portal des Kabelsenders TruTV, ist aber in Deutschland nur als illegaler Stream zu sehen.

Es gibt bereits deutschsprachige Artikel zum Thema – oft aber mit törichten Sätzen wie „Viele Fans wollen sich den vertrauten Verkäufermeister nicht nehmen lassen.“

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Das Problem mit Apu ist:

…dass es 1989 noch weniger indischstämmige Figuren im US-TV gab. (Übersicht 2015, Link: Es wird nur langsam besser.)

…dass indischstämmige US-Kinder seit 28 Jahren dauernd „Thank you, come again“ hören müssen, Apus (nur achtmal benutzte) Catch-Phrase in der Serie.

…dass 2007, zum Start des „Simpsons“-Kinofilms, echte 7/11-Stores in Kwik-E-Marts verwandelt wurden: The 7/11 company rebranded a number of stores as Kwik E Marts and made Indian workers wear shirts with Apu nametags to promote The Simpsons Movie: Accepting our portrayal of Apu is nothing less of accepting the images portrayed years ago in the US of black people with very black faces, big lips and white teeth… that image is considered racist so [is] Apu to me. [Link]

…dass Synchronsprecher Hank Azaria nicht am Film teilnehmen wollte (Dana Gould: „It’s not in his self-interest“) und nach dem Film defensiv antwortete („I’m sorry that my performance was hurtful or offensive.“) Kondabolu, auf Twitter: „Apu doesn’t “offend” me, he “insults” me… and my community. I’m an adult with bigger things to deal with. My film was meant to tell you to go fuck yourself & discuss why I want you to go fuck yourself & how we can prevent future incidents of people wishing others “self-fuckery.”“

…dass die Figur Apu zwar recht vernünftig ist [„Only Sane Man“], doch sonst nur Klischees bestätigt und nicht besonders wächst. Apus Neffe Jamshed / Jay beschimpft Apu in einer Episode von 2016 als Klischee. Eine typische Antwort auf solche Einwände: „Die Simpsons“ sind eine Parodie. Jeder wird als Klischee gezeigt. Für mich greift das Argument schlecht, weil…

a) EIN fauler Homer nicht gleich das kollektive Bild von Familienvätern prägt. Weil es im TV Hunderte differenziert gezeigter weißer Familienväter gibt. EIN Apu aber oft die einzige indischstämmige Figur ist, die wir regelmäßig sehen und halbwegs kennen lernen.

b) Satire (sagt auch Kondabolu), die nach oben tritt und sich an Mächtigen abarbeitet, größere Risiken auf sich nimmt und mehr Mut beweist als Satire, die Klischees und Rassismen aufgreift und sie reproduziert.

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eine Idee / ein Lösungsvorschlag von Hari Kondabolu:

Kondabolu würde sich freuen, wenn die Figur „upwardly mobile“ wird, z.B. die Quick-E-Mart-Kette besitzt und ein Konkurrent zu Mr. Burns wird. Oder, wenn die Figur sagt, dass ihr Akzent seit einiger Zeit nur aufgesetzt war, der Kundschaft zuliebe. Apu zu töten ist keine Lösung:

Vanity Fair, Link „Kondabolu suggested a few ways the Fox comedy could tweak Apu’s character in order to make him less offensive, saying the “lazy thing to do” would be to kill him off entirely or use some kind of “it was all a dream” trick. A more nuanced option, Kondabolu said, would be to give Apu “some upward mobility,” perhaps by creating a character of South Asian descent who can oppose the show’s evil billionaire character, Mr. Burns. Or perhaps The Simpsons could give Apu’s children a voice in the show: “Have them represent us. Have writers who can write to that voice.”

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Das „Problem mit Apu“, sagt Hari Kondabolu in einem Interview (Link), ist, dass diese… lausige, dürftige, gedankenlos geschriebene Figur ihn daran erinnert, WER erzählen darf, WER Figuren ins TV bringt, bei WEM Macht und Deutungshoheit liegen:

„Who gets to control their story? And who gets cast in what? The power of Hollywood: Who gets to control what in Hollywood?“

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Sinthujan Varatharajah, Politische*r Geograph*in und Essayist*in, über Apu in Deutschland:

„Braune Menschen in Deutschland, Menschen die aus dem durch Kolonialgeographien geschaffenen Raum Südasien stammen, waren erst sehr spät und weniger systematisch von den rassistischen Bilder der Simpsons betroffen. Stattdessen sind z.B. Tamil*innen hier in Deutschland aufgrund ihrer Hautfarbe vielmehr von anti-schwarzem Rassismus betroffen. Die kulturelle Gewichtung der Simpsons war in Deutschland weniger tiefgreifend wie in den USA, doch lieferte auch die deutsche Fassung mit ähnlich rassistischer Synchronsprechung wie in der Originalfassung neue rassistische Referenzen, die braune Menschen hier fassbarer machte. Sie sind dementsprechend noch immer eine Realität für braune Menschen, auch wenn nicht so allgegenwärtig wie in den USA.

Hierzulande herrscht eine ungemeine Ignoranz gegenüber braunen Menschen, so sehr dass Künstler*innen wie Xavier Naidoo oder Sabrina Setlur eher als schwarz als braun gelesen werden. Die Simpsons haben wenig Veränderung gebracht. Vor allem aber keine positive Auswirkungen auf die Leben von Menschen aus Südasien in Deutschland. Repräsentation ist klar wichtig, doch muss sie auch sinnvoll sein. Bloße Repräsentation der Repräsentation wegen kommt eher einer kosmetischen Veränderung gleich als einem tatsächlichem inhaltlichen Wandel.

Die Frage ist nicht nur wer spricht, wer gesehen wird, wem zugehört wird, sondern eben auch was gesagt wird. Das muss öfters beachtet werden. Es hilft uns relativ wenig, mehr rassifizierte Menschen zu sehen, wenn diese den Mehrheitstenor tragen und deshalb einfacher integrierbar sind als z.B. Stimmen, die gesellschaftliche Normen kritisch in Frage stellen. Hier obliegt die Verantwortung darin, keine Token zu schaffen bzw. sich nicht mit Token zufrieden zu geben. Wir können es uns nicht leisten, nur gesehen zu werden, aber nicht an inhaltlichen Entscheidungen maßgeblich teilzunehmen.“

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…und auf Facebook erinnert mich eine Userin an die Sat.1-Comedy von Kaya Yanar, Anfang der Nullerjahre:

„Du könntest auch über Kaya Yanar berichten, der mit seiner Ranjid-Darstellung dafür gesorgt hat, dass ich in der Schule genervt wurde.“

Ich labelte die Userin in einer früheren Version des Blogposts leichthin „indischstämmig“ – ohne zu fragen, und völlig falsch: „Das ist doch das Ding von Rassismus: Wir werden ständig in eine Schublade gestopft. Apu ist nicht einfach ein Stereotyp für Menschen mit Bezug zu Indien, sondern für ganz Südasien und braune Menschen, die dem einfach zugeordnet werden.“

noch 2012 war das ein deutscher Kinofilm:

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GLAAD zeigt, dass sich die Zahl der asiatischen und asiatischstämmigen Hauptfiguren (Asian & Pacific Islanders, API) im US-TV seit 2007 nur langsam erhöht:

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Mithu Melanie Sanyal, Autorin und Kulturwissenschaftlerin, schreibt:

In England und Amerika haben sie inzwischen verstanden, dass sie mehr schwarze Schauspieler*innen im Fernsehen brauchen. Und das ist super. Nur bräuchten sie auch deutlich mehr indische und pakistanische – oder wie sie sie nennen: Asians – da sind die Medien aber leider noch nicht.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie aufgeregt wir waren, wenn wir mal ein braunes Gesicht im Fernsehen gesehen haben, das nur vage aus der selben Region kam. Denn das Problem ist ja, wenn du dich selbst nie in der Welt gespiegelt siehst, fällt es dir auch schwer, dich im Spiegel zu erkennen. In den 80er Jahren habe ich ja nicht in den Spiegel geschaut und ein braunes Mädchen gesehen, sondern eine Weiße, die irgendwie komisch aussah.

Auf der einen Seite funktionieren Medien nicht linear: Menschen sind schon in der Lage, sich Dinge herauszufiltern – und manchmal ist es ganz heilsam, einfach ein braunes Gesicht im Fernsehen zu sehen.

Apu ist eine Katastrophe. Erstmal ist der Name ja eine Referenz auf die Apu-Trilogie des größten indischen Regisseurs Satyajit Ray: heiliges indisches Filmgut 😉

Doch Apu ist ein solches Konglomerat ein Klischees (was ja alle Simpsons sind, nur macht ihn das nicht angenehmer): die arrangierte Ehe… die sich dann doch als das Beste für ihn herausstellt. Und, dass er Homer anbietet, als Diener für ihn zu arbeiten (nachdem er ihm eine Lebensmittelvergiftung durch verdorbenes Fleisch bescherte) war ziemlich unerträglich.

Oder die Szene, in der die Affen sich über Apu totlachen… Wie gesagt: Ich verstehe, dass das Ziel der „Simpsons“ ist, so vielen Leuten wie möglich auf die Füße zu treten und sich über alle und alles lustig zu machen. Außer Lisa gibt es ja auch eigentlich keine „sympatischen“ Charaktere. Und das wäre fein so. Auch die Tatsache, dass Apu von einem weißen Schauspieler mit einem echt schlechten indischen Akzent gesprochen wird, geschenkt.

WENN es den genügend andere Rollen für indische Schauspieler gäbe. Und wenn es genügend indische Repräsentationen gäbe.“

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Ich selbst schaue aktuell keine Serien mit indisch-stämmigen Figuren, empfehle aber…

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mein Kurztext für die Deutschlandfunk-Website:

Der einzige Mann aus Indien, gut sichtbar

 
28 Jahre „Die Simpsons“: Hari Kondabolus TV-Doku „The Problem with Apu“ fragt, wie Verkäufer Apu zu Rassismus und Schubladendenken einlädt.
 
„Wir waren aufgeregt, wenn wir mal ein braunes Gesicht im Fernsehen sahen, das nur vage aus der selben Region kam. Denn das Problem ist ja: Wenn du dich selbst nie in der Welt gespiegelt siehst, fällt dir auch schwer, dich im Spiegel zu erkennen. In den 80ern sah ich im Spiegel kein braunes Mädchen, sondern eine Weiße, die irgendwie komisch aussah“, schreibt die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal.
 
Welche Inderinnen und Inder kennen wir aus Filmen, Serien? Warum sind Frauen, Menschen mit Behinderung, queere und nicht-weiße Menschen immer noch unterrepräsentiert, in Deutschland und den USA? Und falls sie vorkommen: Warum meist in Nebenrollen? Mit Sätzen, die ihnen fast immer nur weiße Autorinnen, Autoren in den Mund legten?
 
Comedian Hari Kondabolu hasst Apu, den servilen, oft nüchtern-sympathischen Ladenbesitzer aus den „Simpsons“. Denn seit 1989 ist Apu die sichtbarste Figur: Der einzige Mann aus Indien, den alle kennen. Deutsche Kinder mit Eltern aus Südasien wurden ab 2001 oft im Singsang von Ranjid verspottet – der Comedy-Figur des türkischstämmigen Kaya Yanar. US-Kindern wie Kondabolu hörten Apus Lieblingssatz: „Thank you, come again.“
 
„Ich verstehe, dass das Ziel der ‚Simpsons‘ ist, so vielen Leuten wie möglich auf die Füße zu treten und sich über alle und alles lustig zu machen. Außer Lisa gibt es ja auch eigentlich keine ’sympatischen‘ Charaktere. Und das wäre fein so. Auch die Tatsache, dass Apu von einem weißen Schauspieler mit einem echt schlechten indischen Akzent gesprochen wird, geschenkt“, sagt Sanyal: „WENN es denn genügend andere Rollen für indische Schauspieler gäbe. Und wenn es genügend indische Repräsentationen gäbe.“
 
Wir sehr diese Rollen fehlen, und wie sehr Kinder, Kunstschaffende und Schauspieler*innen of Color darunter leiden, zeigt Kondabolus 50-Minuten-Film: Das große „Problem mit Apu“, sagt der 35jährige, ist, dass eine dürftige, lausige, gedankenlos geschriebene Figur deutlich zeigt, wer erzählen darf. Wer Figuren ins TV bringt. Bei wem Macht und Deutungshoheit liegen: „Who gets to control their story? And who gets cast in what? The power of Hollywood.“
 
„Hierzulande herrscht eine ungemeine Ignoranz gegenüber braunen Menschen. So sehr, dass Künstler*innen wie Xavier Naidoo oder Sabrina Setlur eher als schwarz als braun gelesen werden. Die Simpsons brachten wenig Veränderung. Vor allem aber keine positive Auswirkungen auf die Leben von Menschen aus Südasien in Deutschland“, sagt Sinthujan Varatarajah:
„Repräsentation ist klar wichtig, doch muss sie auch sinnvoll sein. Die Frage ist nicht nur wer spricht, wer gesehen wird, wem zugehört wird, sondern eben auch was gesagt wird. Es hilft uns relativ wenig, mehr rassifizierte Menschen zu sehen, wenn diese den Mehrheitstenor tragen und deshalb einfacher integrierbar sind als z.B. Stimmen, die gesellschaftliche Normen kritisch in Frage stellen.“
 
Niemand fordert, Apu zu verbieten. Doch Hank Azaria, Apus Synchronstimme, macht es sich einfach, wenn er sagt: „Ich entschuldige mich bei jedem, der sich von meiner Darstellung verletzt oder angegriffen fühlt.“ Kondabolu antwortet: „Apu greift mich nicht an. Er beleidigt mich und meine Community.“ Durch die Lieb- und Gedankenlosigkeit der Figur, ihre Eindimensionalität.
 
Gute Comedy, sagt Kondabolu, tritt nach oben. Legt sich mit Mächtigen an. Stellt Regeln und Klischees in Frage. Vielleicht, schlägt er vor, könnte Apu in Staffel 30 aufsteigen, den Kwik-E-Mart-Konzern leiten? Ein Rivale des reichen, weißen Mr. Burns werden?
 
Ein fauler, tumber Homer Simpson bringt niemandem bei: alle weißen Männer sind faul und tumb. Es gibt genügend Gegengewichte, Differenzierungen. Deutsche ärgern sich, weil sie im US-TV fast nur als Nazis auftauchen. Das Problem mit Apu? Er zeigt, wie viel noch fehlt. Eine verschenkte Chance, mit jedem Jahr gestriger. „Mindy Kaling. Aziz Ansari. Danny Pudi. Der Typ aus ‚Lost’“, zählt Hari Kondabolu auf: „Mittlerweile gibt es ungefähr 14 von uns!“ Wie viel Schaden richtet dieser Mangel, dieses Missverhältnis an? Wie viele Figuren und Geschichten entgehen uns?

Die besten Comics & Graphic Novels 2017: Meine Empfehlungen bei Deutschlandfunk Kultur

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bei Deutschlandfunk Kultur empfehle ich meine 20 Comics des Jahres:

  • 20 Tipps auf der Website, mit Kurztexten (erscheint morgen)
  • live im Literaturmagazin „Lesart“ (12. Dezember 2017, ab 10.08 Uhr)

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meine 20 Lieblings-Comics 2016, kurz vorgestellt: Link

meine 20 Lieblings-Comics 2017, kurz vorgestellt: Link

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20. Space Battle Lunchtime
Autorin und Zeichnerin: Natalie Riess
Oni Press, Mai 2016 bis Januar 2017.
8 Hefte in zwei Sammelbänden, abgeschlossen.

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19. Manifest Destiny
Autor: Chris Dingess, Zeichner: Matthew Roberts
Image Comics, seit November 2013.
32+ Hefte in 6+ Sammelbänden, wird fortgesetzt.

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18. Kakukaku Shikajika
Autorin und Zeichnerin: Akiko Higashimura
Shueisha, Ende 2011 bis Anfang 2015.
34 Kapitel in fünf Sammelbänden, abgeschlossen.

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17. Martha & Alan
Autor und Zeichner: Emmanuel Guibert
L’Association, 2016. Deutsch bei Edition Moderne, 2017.
120 Seiten, abgeschlossen; doch das dritte Buch einer Reihe, die 2000 begann.

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16. Snotgirl
Autor: Bryan Lee O’Malley, Zeichnerin: Leslie Hung
Image Comics, seit Juli 2016.
8+ Hefte in 2+ Sammelbänden, wird fortgesetzt.

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15. Ether
Autor: Matt Kindt, Zeichner: David Rubin
Dark Horse Comics, November 2016 bis März 2017.
5 Hefte in einem Sammelband, Fortsetzung angekündigt.

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14. Shade, the Changing Girl
Autorin: Cecil Castellucci, Zeichnerin: Marley Zarcone
DC Comics (Imprint: Young Animal), seit Oktober 2016.
12+ Hefte in 2+ Sammelbänden, pausiert; aber wird fortgesetzt.

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13. Black Hammer
Autor: Jeff Lemire, Zeichner: Dean Ormston, David Rubin
Dark Horse Comics, seit Juli 2016.
14+ Hefte und 2+ Sammelbänden sowie die Spin-Off-Serie „Sherlock Frankenstein“; wird beides fortgesetzt.

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12. Afterlife with Archie
Autor: Roberto Aguirre-Sacasa, Zeichner: Francesco Francavilla
Archie Comics, seit Oktober 2013.
10 Hefte in zwei Sammelbänden, erscheint unregelmäßig, doch wird später fortgesetzt.

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11. Injustice 2
Autor: meist Tom Taylor, Zeichner: meist Bruno Redondo
DC Comics, seit April 2017. Deutsch bei Panini.
10 Seiten pro Woche erscheinen als digitaler Comic, alle 30 Seiten gesammelt als Print-Heft, später als Sammelband. Bisher 36 Kapitel, wird fortgesetzt.

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10. Briggs Land
Autor: Brian Wood, Zeichner: meist Mack Chater
Dark Horse Comics, seit August 2016.
12+ Hefte in 2+ Sammelbänden, wird alle sechs Hefte mit neuem Untertitel und neuem Heft 1 fortgesetzt.

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9. Brodecks Bericht
Autor und Zeichner: Manu Larcenet, nach dem Roman von Philippe Claudel
Dargaud, 2015/2016. Deutsch bei Reprodukt, 2017.
328 Seiten, abgeschlossen.

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8. Providence
Autor: Alan Moore, Zeichner: Jacen Burrows
Avatar Press, Mai 2015 bis April 2017. Deutsch bei Panini.
12 Hefte in drei Sammelbänden, abgeschlossen.

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7. Thor
Autor: Jason Aaron, Zeichner: meist Russell Dauterman
Marvel Comics, November 2012 bis September 2014 (Thor: God of Thunder); ab November 2015 (The Mighty Thor); Deutsch bei Panini.
25 Hefte in 4 Sammelbänden (Thor: God of Thunder), dann 25+ Hefte in 6+ Sammelbänden (The Mighty Thor) sowie Einzelband „The Unworthy Thor“, wird fortgesetzt.

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6. Jessica Jones / Invincible Iron Man
Autor: Brian Michael Bendis, Zeichner: Michael Gaydos (Jones), Stefano Caselli (Iron Man)
Marvel Comics, ab Oktober 2016 (Jones) bzw. November 2016 (Iron Man); Deutsch bei Panini.
14+ Hefte in mindestens drei Sammelbänden (Jones); 11 Hefte in zwei Sammelbänden, dann der Crossover-Band „The Search for Tony Stark“ (Iron Man); wird fortgesetzt.

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5. Royal City
Autor und Zeichner: Jeff Lemire
Image Comics, seit März 2017.
7+ Hefte, auf mindestens 3 Sammelbände/15 Hefte angelegt.

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4. Squirrel Girl
Autor: Ryan North, Zeichnerin: Erica Henderson
Marvel Comics, seit Januar 2015. Nur Band 1 auf Deutsch, bei Panini.
34+ Hefte in 8+ Sammelbänden und der Extra-Band „…beats up the Marvel Universe“, wird fortgesetzt.

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3. The Best we could do
Autorin und Zeichnerin: Thi Bui
Abrams ComicArts, März 2017.
329 Seiten, abgeschlossen.

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2. Dept. H
Autor und Zeichner: Matt Kindt
Dark Horse Comics, seit April 2016.
21+ Hefte in 3+ Sammelbänden, wird wohl mit Heft 24 abgeschlossen.

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1. Kill or be killed
Autor: Ed Brubaker, Zeichner: Sean Phillips
Image Comics, seit August 2016. Deutsch bei Splitter Verlag.
14+ Hefte in 3+ Sammelbänden, wird fortgesetzt.

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Auch die US-Heftreihen „Saga“, „Harrow County“, „Lazarus“, „Jupiter’s Legacy“, „Injection“, „Southern Bastards“ und „Invisible Republic“ hatten gute neue Hefte/Sammelbände 2017: Empfehlung!

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Vier größere Thesen, zum Comic-Markt und Comic-Jahr 2017:

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1) Graphic Novels? nur illustrierte Romane.

In deutschen Verlagen wie Suhrkamp, Carlsen usw. erschienenen in den letzten Jahren immer wieder Comic-Adaptionen von Literatur, z.B. Kafka oder Don Quijote. Eine „Graphic Novel“ heißt in Deutschland oft: ein literarischer Stoff (oder die Biografie eines Bildungsbürger-Helden wie Johnny Cash), grafisch aufbereitet.

Ein Comic, der das gut macht?

Der Franzose Manu Larcenet adaptierte Philippe Claudels Roman „Brodeks Bericht“. Die Zeichnungen vermitteln so viel Atmosphäre, Larcenets Figuren haben so viel Charakter… das Buch gewinnt, illustriert, nochmal an Tiefe: weil eine allegorische Geschichte durch die konkreten Landschaftsbilder etc. im Comic plötzlich sehr konkret, lokal, verortbar wird.

Trotzdem bin ich als Comic-Leser formal gelangweilt. Weil der „Brodeks Bericht“-Comic selten versucht, Wort und Bild toll neu zu verbinden. Stattdessen: Erzählkästen mit Claudels Originaltext aus dem Roman. Und dazu eben: hübsche Illustrationen eines morbiden Bergdorfs und seiner grausamen Bewohner.

2017 erschien auch eine Graphic-Novel-Version des Tagebuchs von Anne Frank. Mit dem selben Problem: Die Geschichte wird illustriert, Bilder begleiten die Worte. Damit bleiben die Bilder leider vor allem Zusatz, Beiwerk, Schmuck. Von genuinen Comics erwarte ich mehr. Eine ähnliche Kritik habe ich zum Gereon-Rath-Comic „Der nasse Fisch“: Der Berlin-Bestseller-Krimi, der in der Weimarer Republik spielt… einfach nochmal als Comic. Text geht verloren, Zeichnungen kommen hinzu, die Geschichte wird, durch die detaillierten Illustrationen, anschaulicher. Doch alles, was man Literaturverfilmungen oft vorwirft (Schwundstufen des Originals etc.) gilt auch für diese Comic-Adaptionen.

[konkret meine ich, 2017: Kutschers „Der nasse Fisch“, Ari Folmans „Tagebuch der Anne Frank“, Reinhard Kleists Nick-Cave-Biografie und „Brodecks Bericht“.]

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2) schrullige Superheld*innen.

Marvel und der Konkurrenzverlag DC Comics erzählen meist epische Crossover-Geschichten mit vielen Held*innen, oft in Teams und Ensembles (z.B. „Avengers“ und „Justice League“).

Doch 2012 hatte Marvel großen Kritiker-Erfolg mit „Hawkeye“ – einer Serie, die einen unbedeutenderen, schwächeren Helden zeigte, bei kleineren, alltäglicheren, persönlicheren Abenteuern. Der Zeichenstil war eigensinnig, die Heftreihe hatte einen ganz eigenen Ton – und seitdem experimentiert Marvel mit diesen kleinen, schrulligen Konzepten:

Die Frage bei Marvel-Titeln, in denen es um einzelne Personen geht statt um ein ganzes Team, ist nur noch selten „Wie passt diese Figur, ihr Design etc. ins große Erzähl-Universum?“, sondern viel öfter: „Was ist der richtige Ton und die spezifische Zielgruppe für DIESE Figur?“

Ein schöner Nebeneffekt: ein Buch über eine zehnjährige Heldin soll jetzt auch Zehnjährigen gefallen, Bücher mit Frauen sollen eher Frauen als Männer ansprechen (also: weniger peinliche Ballonbrüste und Pamela-Anderson-Posen etc.), und die muslimische Heldin Ms. Marvel wird von einer Muslima geschrieben, der schwule Iceman von einem schwulen Autor etc.

Die Reihen haben oft keinen großen Erfolg – doch sie sind so spezifisch und eigensinnig, dass sie jenen Leuten aus dem Herzen sprechen, die sich seit Jahren danach sehnten. Deshalb: wer Minderheiten, Vielfalt, Experimente sucht statt Einheitsbrei: Marvel hat jeden Monat acht bis zehn Serien, die möglichst unverwechselbar und eigensinnig sein wollen.

[2017, bei Marvel: der schwule „Iceman“, die muslimische „Ms. Marvel“, die feministische Agentin „Mockingbird“, die hochbegabte Grundschülerin „Moon Girl“, der schrullige Computernerd-Humor-Comic „Squirrel Girl“]

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3) US-Comicreihen als TV-Vorlage

Wer für DC oder Marvel schreibt, verdient kaum Geld, falls eine Figur, die er/sie erfand, später in TV-Serien wie „Arrow“ oder „Flash“ verwendet wird.

Der drittgrößte Comicverlag, Image, veröffentlicht fast keine klassischen Superheld*innen – und oft gehen die Autor*innen dort in Vorkasse, um ihre Reihen drucken zu können. Der große Vorteil: ihre Figuren und Konzepte bleiben „Creator-owned“; und die Schöpfer*innen können bei TV-Deals besser profitieren.

Viele Heftreihen aus den letzten Jahren werden schon nach 10, 15 Heften für eine TV-Adaption ins Auge gefasst. Reihen wirken von Anfang an, als wären sie mit Blick auf einen späteren TV-Pilotfilm geschrieben. Das Schöne dabei: ein Heft braucht 5.000 Käufer und gilt als Erfolg. Eine TV-Serie muss immer noch von mindestens 500.000 Menschen gesehen werden. Deshalb: wer heute wissen will, was übermorgen eine (oft seichtere, weil gefälligere, massentauglichere) TV-Serie wird: Die Vorlagen erscheinen oft bei Image. Mit allem, was gute Serien ausmachen – starke Figuren, eigener Ton, schockierende Wendungen.

[2017, alle lesenswert, Serien dazu sind geplant: die Kleinstadt-Hexen-Thriller „Harrow County“ und „The Chilling Adventures of Sabrina“, das Aussteiger/Miliz-Drama „Briggs Land“, und viele Marvel-Heftserien, die Fans der Marvel-TV-Serien ansprechen sollen, z.B. „Jessica Jones“ und „Runaways“. Auch die beste aktuelle US-Reihe, „Kill or be killed“, wirkt wie ein TV-Pitch.]

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4) „Auteurs“, „Autorencomics“

Einige Autor*innen können SEHR gut erzählen – in eigenem Ton.

Dass sie nicht besonders zeichnen können oder, dass sie, sobald sie Marvel- und DC-Geschichten schreiben, nicht überzeugen, wird dabei immer unwichtiger:

Jeff Lemires Zeichnungen wirken schräg, seine Geschichten schrullig und spezifisch – doch wie bei Murakami weiß man mittlerweile: Er macht SEIN Ding, und während Filme etc. nicht finanzierbar wären, kann er sich in Comics kostengünstig und ohne Produzenten, die ihm enge Regeln setzen, ausdrücken.

Es gibt immer mehr solcher Stimmen: spezifisch, literarisch, SEHR eigene und spezielle Nischen besetzend. Eben wie Autorenfilmer*innen, oder „Kult“-Schriftsteller*innen.

[2017: Lemires „Royal City“, „AD After Death“ und „Black Hammer“, alle sehr gut; Matt Kindts „Dept H.“, Bryan Lee O’Malleys schrullig-tolles „Snotgirl“; das surreale „Shade – the Changing Girl“]

Kranksein im Comic: Ausstellung „SICK! Reclaiming Illness through Comics“, Medizinhistorisches Museum der Charité Berlin

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Im Sommer 2016 fällt die Superheldin She-Hulk nach einem Kampf ins Koma. Ihr Hirn heilt rasch. Doch eine posttraumatische Belastungsstörung reißt ihr seitdem den Boden unter den Füßen weg – erzählt auf über 200 Seiten, im aktuellen Mainstream-Comic „Hulk“.

Oder stell dir vor, du kämpfst mit Behörden, bis dein autistischer Sohn auf inklusive Schulen darf. Mit 13 wird er geschlechtsreif: Tabuisierst du Selbstbefriedigung? Oder hilfst du, Rückzugsorte zu finden? Der Pädagogik-Ratgeber-Manga „With the Light“ von Keiko Tobe gibt feinfühlige Tipps. 3000 Seiten lang.

Was aber lässt sich schon auf EINER einzelnen Comic-Seite zeigen?

Noch bis März stellt das Medizinhistorische Museum der Charité Berlin 13 solcher einzelnen Seiten aus 13 – meist sehr kurzen – Comics aus:

10 Frauen und 3 Männer aus 8 Ländern finden hier ganz eigene Bilder, Metaphern und Haltungen. Zu Pflege und zu Heilung. Zu Trauma und zu Sterblichkeit. Was diese Bildsprachen – Ikonografien – neu, spannend oder künstlerisch besonders macht, erklären kuratorische Texte auf 12 großen Aufstellern. Und ein lese- und einsteigerfreundlicher Ausstellungskatalog.

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„Legen Sie sich hin und entspannen Sie sich!“ Jeden Morgen um 6 Uhr 45 lag ich zum Ultraschall und für die Blutuntersuchung in der Klinik. „Machen Sie sich frei. Legen Sie sich hin und entspannen Sie sich! LEGEN SIE SICH HIN UND ENTSPANNEN SIE SICH!“ Ich wurde zur Laborratte für Fruchtbarkeitsbehandlungen.“

Im Comic „Broken Eggs“ von 2014 zeigt Emily Steinberg in sarkastisch verzerrten, wilden Tableaus, wie ihr Wunsch, schwanger zu werden, von einer privaten Frage… zu einem medizinischen Hindernisparcours wurde, der ihr Leben beherrschte – auf knappen 67 Seiten.

Cartoonist Christoph Geiger nimmt sich nur EINE Seite für seinen Comic „Work to do that can’t wait“:

Ein Mann baut Wände aus blauem Stein. Sein Freund fragt: „Wollen wir essen?“ Doch dafür nimmt er sich keine Zeit. „Dann Frühstück?“ – „Nein. Keinen Hunger.“ Am Ende hat er sich selbst eingemauert. „Fertig jetzt?“ – „Ich weiß nicht. Gut, dass du kommst. Hilf mir hier raus.“

Ausgestellt werden diese – etwas schmalbrüstigen – kurzen Grafiken in der Sammlung von Dr. Rudulf Virchow. Ein langer, grauer Raum voller Regale mit Präparaten aus dem 19. Jahrhundert: Wasserköpfe, Embryos, in Glas versiegelte Tumore, tote Haut. Die Illustratorin Stef Lenk erklärt, wie die simplen Aufsteller mit 13 Comics neben den – beklemmenden – Exponaten wirken:

„Es war uns aber wichtig, dass wir die Comics zusammen mit dieser Sammlung präsentieren konnten. Diesen Kontrast zwischen – ich sag mal – der Wahrheit oder medizinischen Tatsache – mit Kunst und autobiografischer Erzählung. Damit die Leute das vergleichen können. Dass es eine Zusammenbrücke gibt. Man sieht einfach Organe, man denkt: Was ist das denn? Und im Vergleich mit diesen ganz einfachen Darstellungen oder Repräsentationen wird es klar – die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.“

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„Sick! Kranksein im Comic“ heißt die zweisprachige Ausstellung. Mangas und Superhelden bleiben ausgespart. An einer Literaturgeschichte oder einem Best-of ist die (wirklich: kleine!) Ausstellung nicht interessiert. Stattdessen geht es um zwei konkrete Fragen:

„Das emotionale und persönliche Erleben von Kranken, Angehörigen und medizinisch Tätigen kommt in der entpersonalisierten Sammlung des Pathologen Rudolf Virchow nicht vor. Wir stellen den Präparaten Comics gegenüber, die individuelle Geschichten erzählen.“ …schreibt Kuratorin Dr. Uta Kornmeier.

In allen 13 Werken werden Menschen von etwas Fremden, Unpersönlichem gerammt: Krankheit und Sterblichkeit. Dazu beziehen sie – sehr persönlich – künstlerische Position. Zufäliges Pech und Leid werden so zum selbstbestimmten Narrativ. Auch im englischen Untertitel der Ausstellung, „Reclaiming Illness through Comics“, schwingt so die Frage: Was setzt man Krankheiten entgegen? Persönlich? Und künstlerisch?

Der Arzt und Comiczeichner Ian Williams suchte 2012 einen Gattungsbegriff für Comics, die solche Fragen auch mit besonders medizinischem, psychologischem und didaktischem Anspruch weiter denken: „Graphic Medicine“. Als Gastredner eröffnete er nicht nur die Ausstellung, sondern auch einen begleitetenden „Graphic Medicine“-Kongress der FU Berlin.

„Sick! Kranksein im Comic“ wendet sich an Neulinge – auch durch den Ausstellungs-Katalog, der viele Comic-Grundregeln einfach erklärt. Die 250 Menschen, die zur Eröffnung den Vorträgen zeichnender Ärzte und Pflegekräfte applaudierten, sind aber auch: medizinisches Fachpublikum. Interessiert an neuen Perspektiven auf ihre Arbeitswelt. Bilder und Bildfolgen – erklärt Cartoonistin und Krankenpflegerin MK Czerwiek – können auf engstem Raum anschaulich, persönlich, subjektiv UND lehrreich sein:

„Mein Comic ‚Taking Turns‘ bündelt die Oral History der Krankenstation, auf der ich gearbeitet habe. Dazu mein persönlicher, autobiografischer Blick. Und Wissen über HIV und AIDS, von dem ich wünschte, es würde an Schulen gelehrt: Junge Leute an der Uni haben oft gar kein Bild der AIDS-Krise der 80er und 90er Jahre.“

Es gibt tolle, lange Graphic Novels zum Thema: „Stiche“ von David Small. Oder „Das große Durcheinander: Alzheimer, meine Mutter und ich“ von Sarah Leavitt.

Die „Sick!“-Veranstalter*innen kennen Kanon und Klassiker.

Doch sie haben ein anderes Ziel: Nachwuchs und Geheimtipps sichtbar machen. Immer: möglichst kurze Werke, die sich auf EINEN Blick vermitteln.

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zwölf Graphic Novels / Comics zum Thema, die ich las und empfehle:

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…und zwei Favoriten zu Sterblichkeit & Tod: „Daytripper“ (Fabio Moon, Gabriel Ba) und „Royal City“ (Jeff Lemire)

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Graphic Novels, die das „Sick!“-Team selbst empfiehlt – und die auch im Rahmen der Ausstellung zum Reinlesen bereit stehen sollen:

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HENRY BEAUMONT: „Hole in the Heart“  |  ALISON BECHDEL: „Fun Home“  |  GARRETH BROOKS: „A Thousand Coloured Castles“  |  ALLIE BROSH: „Hyperbole and a Half“  |  ROLAND BURKART: „Wirbelsturm“  |  IAN WILLIAMS u.a.: „Graphic Medicine Manifesto“  |  MK CZERWIEC: „Taking Turns“  |  PETER DUNLAP-SHOHL: „My Degeneration“  |  LIZA FUTTERMAN & EVI TAMPOLD: „Keeper of the Clouds“  |  MELANIE GERLAND: „Offene Arme“  |  PHOEBE GLOECKNER: „A Child’s Life“  |  RETO GLOOR: „Das Karma-Problem“  |  JUSTIN GREEN: „Blinky Brown meets the Holy Virgin Mary“  |  DAVID HAJDU: „The Ten-Cent Plague“  |  JENNIFER HAYDEN: „The Story of my Tits“  |  PAULA KNIGHT: „Facts of Life“  |  PAULA KNIGHT: „X-Utero“  |  MARISA MARCHETTO: „Cancer Vixen“  |  NATE POWELL: „Swallow me whole“  |  DANIELA SCHREITER: „Schattenspringer“  |  LORENZO SERVITJE u.a.: „The Walking Med“  |  DAVID SMALL: „Stitches“  |  ANNA SOMMER: „Eugen und der freche Wicht“  |  ANNA SOMMER: „Julie ist wieder da“  |  ART SPIEGELMAN: „Maus“  |  EVI TAMPOLD: „The Hallway Closet“  |  FABIEN TOULMÉ: „Dich hatte ich mir anders vorgestellt“  |  UNA: „Becoming, Unbecoming“  |  IAN WILLIAMS: „Bad Doctor“  | DAWN WING: „What you left behind“  |  JUTTA WINKELMANN: „Mein Leben ohne mich“  |  ANEURIN WRIGHT: Things to do in a Retirement Home Trailer Park when you’re 29 and unemployed“

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Mir selbst war die Ausstellung zu klein gehalten: wenige Stellwände, wenig zu sehen – fast kein Comic, das sich 200, 400 Seiten Zeit nimmt.

Ich mochte, 2016 im schwulen Museum Berlin – bunter, umfassender, origineller:

„Superqueeroes“, über queere Comics

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Selbsthilfe & Helden der Kindheit: „Die Winnetou-Strategie“, Frank Behrendt

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Am 23. Oktober bespreche ich im Kulturmagazin „Kompressor“ bei Deutschlandfunk Kultur das… vielleicht schlechteste Buch, das ich seit 10 Jahren las:

einen Lebenshilfe- und Management-Ratgeber von PR-Berater, „Winnetou“-Fan und Stern-Kolumnist Frank Behrendt:

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„Die Winnetou-Strategie. Werde zum Häuptling deines Lebens.“

Gütersloher Verlagshaus / Random House, Oktober 2017. 224 Seiten, 17.99 EUR

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„Frank Behrendt, »Guru der Gelassenheit«, ließ sich in vielen Lebenslagen von Karl Mays stolzem Apachen-Häuptling inspirieren. Auch von Persönlichkeiten im echten Leben lernte er viel. Ihre Haltung, Klugheit und Weisheit hat er übernommen und für seinen eigenen Weg erfolgreich adaptiert. Selbstbestimmt und selbst-entschieden zu leben: In unterhaltsamen Geschichten erzählt Behrendt an konkreten Beispielen, wie ihn die Helden seiner Kindheit nachhaltig beeinflussten. Eine Inspiration und ein flammender Appell, Ausschau zu halten nach den Helden am Wegesrand – den fiktionalen und den realen.“

[Klappentext, gekürzt.]

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Ich bin Diplom-Kulturwissenschaftler und hatte im Studium (Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus, Hildesheim) u.a. wöchentliche Seminare über Feminismus bei „Alien“ & „Akte X“ (2004), Fan-Fiction bei „Xena, die Kriegerprinzessin“ (2003) und, über Heroismus seit der Antike, „Das Leid der Superhelden“ (2003).

Der Idealismus, die Strahlkraft und die Inspiration durch Helden und Antihelden ist ein Thema, über das ich immer wieder spreche und schreibe:

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Entsprechend große Lust hatte ich auf Behrendts Ratgeber:

Wir sollten alle öfter und präziser darüber sprechen, welche Figuren, Rollen, Plots etc. uns inspirieren, Vorbild sind, überraschen.

Frank Behrendt, geboren 1963, verbrachte seine Kindheit in Rio de Janeiro und seine Jugend in Ottensen an der Nordsee. Er arbeitete in der PR- und Kommunikationsabteilung von u.a. Henkel und RTL, war Geschäftsführer von Karussell (Polygram) und aktuell Serviceplan (München), und berät z.B. Fußballer bei Social-Media-Auftritten.

2015 postete er zehn Tipps für gute Work-Life-Balance, die viral gingen (Link).

2016 wurde daraus ein Buch bei Random House, „Lebe dein Leben und nicht deinen Job. 10 Ratschläge für eine entspannte Haltung“

Er wohnt mit seiner zweiten Frau und mehreren Kindern in Köln, ist großer Karl-May-Fan und war u.a. Komparse im „Winnetou: Der Mythos lebt“-Remake (RTL, 2016) und Gast beim „Wer wird Millionär“-Winnetou-Special.

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  • „Gefragt sind heute Menschen, die teilen und vertrauen können.“
  • „Ein lockerer Spruch bricht den Bann.“
  • „Du musst ein Feeling für deine Mannschaft entwickeln.“
  • „Meine hohe Performance-Erwartung erwies sich als meine Achillesverse.“
  • „Ein guter Spirit ist keine Garantie für das Gelingen.“
  • „Der neue Impuls machte mich richtig happy.“
  • „Heute bin ich Fanboy Nummer 1 meines kleinen Gerätes mit dem angeknabberten Apfel.“
  • „Nach dem Säen darfst du das Ernten nicht vergessen.“
  • „Endlich checkte ich, dass der Sinn des Lebens nicht darin bestehen kann, pausenlos zu ackern.“
  • „Ein grandioses Finanzgenie lehrte mich, wie ein Plan aussehen muss, der in Amerika jeden happy macht.“
  • „Ob Oberboss oder mittleres Management: Als Häuptling schwebst du nicht irgendwo über den Wassern, sondern bis immer Teil des Ganzen.“
  • „Die Zeit arbeitet für die Frauen: Ihre stärksten Waffen – Empathie und Emotion – sind heute mehr denn je gefragt.“

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Behrendt schreibt: Freunde nennen ihn „Guru der Gelassenheit“, „Lord des Loslassens“, „Emir der Entspannung“. Er mag u.a. Paulo Coelho und spricht viel über persönliche Begeisterung, gegenseitige Achtung, Freundlichkeit.

„Ich bin ohnehin jemand, der sehr stark in seiner glücklichen Kindheit verankert ist und ich bin auch nie so richtig erwachsen geworden. Freundschaft, Ehrlichkeit, Respekt, Verlässlichkeit waren mir als Junge wichtig und sind es heute noch. Was sich verändert hat, ist das Umfeld. Früher ging es um Werte innerhalb einer Klassengemeinschaft oder im Ruderverein, heute in meiner eigenen Familie oder in einem Unternehmen. Aber am Ende geht es immer um das gleiche: Ein faires und wertschätzendes Miteinander. Die Welt könnte schöner und friedlicher sein, wenn jeder so ticken würde.“

[Interview mit Helga König, Link]

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Ich las „Die Winnetou-Strategie“ kurz nach der Buchmesse, twitterte „Das ist das, glaube ich, schlechteste Buch, das ich seit ca. 10 Jahren las. Wow.“

…und bekam eine – freundliche, respektvolle – Rückfrage von Frank Behrendt: Was hat mich enttäuscht? Habe ich Nachfragen?

Wir wechselten einige Mails – und ich freue mich, dass er meine Haltung, Arbeit, Kritik nicht wütend weg wischen will.

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Meine Kritikpunkte:

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Es wird magic | Macht und Leadership | die Company war inhabergeführt | das Ergebnis der Session war top | es war Stress pur | eiskaltes Power-Selling | Downloads killten die CD | ich hatte nicht gecheckt, wie kniffelig die Situation sein kann | „die Neue“ brachte einen ganz neuen Spirit in die Kommunikationsabteilung | die Audience war begeistert | bei wichtigen Reden ist ein Reheasel [sic], also eine Generalprobe üblich | als Interims-CEO war ein smarter, relativ junger Typ verpflichtet worden, mit Power und Köpfchen

Die Mischung aus onkelig-bildreicher Bla-Sprache („mein Filius“ usw.) und Manager-Sprech voller Anglizismen (Der neue Impuls macht uns super-happy und ist gut für Performance und Spirit) lassen mich an Manager-Kunstfiguren wie „Stromberg“ denken:

  • „Hol dir den Happiness-Kick von früher zurück.“
  • „Zum Lunch am besten gechillten Talk.“

Ich kann das nicht lesen, ohne, die Augen zu rollen, zu lachen. Versteht sich Behrendts Buch (auch) als Management-Ratgeber, Leitfaden für Führungskräfte?

Gut, dass ein PR-Berater Erfahrung, Anekdoten teilt. Lehren aus dem Feld zieht, in dem er Profi ist. Doch stilistisch klingt er dabei wie die Parodie, Karikatur eines Managers. Und: Brauchen Menschen, die bereits Führungspositionen füllen, Empfehlungen wie „Du musst ein Feeling für deine Mannschaft entwickeln“? Behrendt baut eine bodenständige, entspannte Persona auf. Und macht dann viel kaputt, mit Passagen wie:

„Meine bisher längste berufliche Station verbrachte ich bei der PR-Agentur Pleon. Ein stolzer Kommunikationsriese, entstanden aus der legendären KohtesKlewes-Kommunikationsagentur der beiden PR-Granden Paul J. Kohtes und Dr. Joachim Klewes. Pleon war der absolute Marktführer, wuchs jedes Jahr und beschäftigte die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche. Es war eine unglaubliche Truppe, wir arbeiteten hart, gewannen und feierten wild. Ich war stolz, später Anführer dieser ganz besonderen Elite-Einheit zu sein.“

Show, don’t tell: Was die „unglaubliche Truppe“ so „legendär“ und „besonders“ macht, führt Behrendt nie aus. Ich lese hier Hyperbole, Sich-selbst-auf-die-Schulter-Klopfen, Glorifizierung, Mystifizierung.

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  • „Ich habe heute noch vor Augen, wie ein Kollege aus Südamerika im Seminar mit Hilfe von zwei Kokosnüssen erklärte, wie ein perfektes Einstellungsgespräch abläuft. Das war so ein irres Bild!“ Aber WAS war, mit den Kokosnüssen?
  • „Alle paar Wochen bin ich für einen Abend im Altersheim bei mir um die Ecke zu Gast, wo ich auf einer kleinen Bühne zum Gespräch bitte. Gesprächspartner sind Bewohner des Altersheimes.“ Warum dieses Ehrenamt: Was hört, lernt, erfährt man genau dort?
  • „Selbst heute noch bin ich nicht davor gefeit, zu sehr auf andere, und zu wenig auf mich zu hören. […] Freunde und Bekannte hatten uns von den Super-Hotels und den tollen Stränden in Dubai vorgeschwärmt. Wir knickten ein und fuhren in die Stadt, die schon auf den Bildern aussah, als wäre sie eine einzige Filmkulisse. Es wurde der blanke Horror! Für uns die Nummer 1 auf der Liste der Places not to be.Weil es kulissenhaft wirkt? „Der blanke Horror“ klingt so dramatisch: Details!
  • „Seit 1972 ist in Bhutan nicht etwa die Steigerung des Bruttoinlandsprodukts, sondern die Steigerung des Nationalglücks vorrangige Aufgabe des Staates. Dort am Himalaya gibt es einen Glücksminister. Ich finde diesen Ansatz hervorragend.“ Klappt das gut, für Bhutan? Was entscheidet der Minister konkret, und was bedeutet das gesellschaftspolitisch?

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Behrendt versucht bei fast jedem Beispiel, Anekdote, möglichst positiv zu bleiben: Seine (recht reichen?) Eltern sind streng und wollen die Kinder nie übervorteilen. Im Beruf gibt es viele „legendäre“ Mentoren, Förderer. Behrendt lernt von jüngeren Kolleg*innen, und wenn jemand Fehler macht oder scheitert, bleibt Behrendts Schilderung so anonym, ungefähr und harmlos-gutmütig wie möglich.

Ich bin 34, und mag Autor*innen und Memoirs, die tief blicken lassen, Widersprüche zum Thema machen, immer neu fragen, was sagbar ist. Karl-Ove Knausgard wird von Verwandten verklagt. Lena Dunham schreibt personal essays über schlechten Sex und Geschlechtskrankheiten. Mir imponiert, wenn öffentliche Personen Fehler teilen. Behrendt bleibt langweilig vage, enttäuschend neutral:

  • Im Ruderclub hörte er bei einem Wettkampf nicht auf die Trainer und verausgabte sich zu früh.
  • Seine erste Ehe scheiterte, weil er viel arbeitete.
  • Ein Kollege, der zotige Witze erzählt, verstand nicht, dass er damit alle abstieß.

Solche Momenten, Anekdoten KÖNNEN „teachable Moments“ sein. Doch hier im Buch bleiben das, was Behrendt als Beispiel hastig und vage skizziert und die Lehre, die er daraus zieht, viel zu weit auseinander, viel zu beliebig verknüpft.

  • Ruderclub: Wie genau haushaltet man also die eigenen Kräfte?
  • Ehe: Wie kann man exzellente Arbeit machen UND eine glückliche Ehe führen?
  • Witze: eine Zote nervt alle, doch „ein lockerer Spruch bricht den Bann“. Tiefer rein ins Thema, bitte!

Oft klaffen „Fehler“, Lerneffekt und konkrete Tipps so weit auseinander, dass ich aus ganzen Kapiteln vor allem mitnehme: „Ich habe alles richtig gemacht. Der Erfolg gibt mir Recht. Ich bin PR-Berater in legendären Teams. Alle sind happy.“

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„Nur wer ein selbstbestimmtes Leben führt, verfügt über die Freiheit, Verantwortung auch für andere zu übernehmen.“

Starke These… die an keiner Stelle tiefer durchdacht wird: Sind Menschen ohne „selbstbestimmtes“ Leben zu schwach, faul oder dumm? Wie viel Freiheit und Selbstbestimmung haben wir im Kapitalismus? Was ist mit z.B. arbeitslosen Müttern, die Verantwortung für ihre Kinder übernehmen? Ist (fehlende) Selbstbestimmung ein privater Makel – oder ein strukturelles Problem?

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Ich mailte Frank Behrendt (gekürzt):

Ich fand Ihr Buch tatsächlich sehr phrasenhaft, nichtssagend und… aufgeblasen. Vielleicht hatte ich falsche Erwartungen: mehr Winnetou, oder mehr, tiefere persönliche Erlebnisse. Oder ein Selbsthilfe-Modell, das dem Untertitel „Werde zum Häuptling deines Lebens“ gerechter wird.

Sie wirken nicht unsympathisch. Ich bin nur einfach… schockiert, wie Sie aus Allgemeinplätzen, Binsenweisheiten und SEHR dünner anecdotal evidence im Brustton der Überzeugung „Weisheiten“ raus hauen, die mir sehr… beliebig vorkommen.

Meine – wirklich: große! – Enttäuschung beim Lesen: Sie halten sich sehr bedeckt und bleiben dauernd im Ungefähren. Ich weiß jetzt, dass Frank Behrendt nette Eltern, nette Geschwister, nette Kinder hat, und dass er Fehler machte, die wir alle machten (Überarbeitung, vorschnelle Urteile, falsche Prioritäten)…

…doch in einer Welt, in der Autorinnen wie Lena Dunham in jedem personal Essay, das sie veröffentlichen, über Geschlechtskrankheiten sprechen oder private Super-GAUs, ist mir Ihr Buch zu ungefähr, ausweichend, harmlos.

Ich muss die ganze Zeit an TED-Talks denken: die Idee, dass jemand den Vortrag seines Lebens hält. Alles vermittelt, was er/sie zu sagen hat. Dringlichkeit!

Ich kann mir bei der „Winnetou-Strategie“ einfach nicht vorstellen, dass Sie z.B. dieses Buch als Vermächtnis für Ihre Kinder geschrieben haben. Alles bleibt so knapp, zurückhaltend, nett… da tun sich keine Abgründe auf. Meine Hoffnung ist, dass Ihr erstes Buch mehr Dringlichkeit hat, Substanz, schwerere Konflikte mit klügeren Fragen origineller und mutiger durchleuchtet… dass es einfach mehr klingt wie ein Buch, in dem Sie auch etwas von SICH teilen wollen.

Nach der „Winnetou-Strategie“ weiß ich nicht einmal, warum jetzt ausgerechnet „Winnetou“ so prägend für Sie war. Oder, warum Dubai Ihnen nicht gefiel. Warum Sie Menschen im Altersheim interviewen. Oder sich Bhutan aufs Nationalglück konzentriert. All das wird nur erwähnt, nie ausgeführt.

Stattdessen Sätze wie „Nach dem Säen darfst du das Ernten nicht vergessen“ und Weisheiten wie „Perfektion macht nicht glücklich“ – von denen ich hoffe, dass jeder Neunzehnjährige schon so weit dachte.

Das ist einfach zu dünn, für mich. Sie kennen, denke ich, Randy Pauschs „The Last Lecture“? Das fand ich so gut, dass ich es ca. 2011 zu Weihnachten sicher zehnmal verschenkte, an alle engen Freund*innen. Weil da Dringlichkeit war, und Pausch fast nur sagte und erzählte, was ihm erkennbar am Herzen lag – und originellere Erkenntnisse/Lehren mit persönlichen Geschichten verband, die tiefer gingen.

Ich denke auch an z.B. Ihre Stern-Kollegin Meike Winnemuth: ähnlich happy, ähnlich kurze und harmlose Sätze, ähnlich leicht verdaulich. Doch DIE nimmt sich die Zeit, um in einem Buch auf 40 Seiten zu erklären, warum sie von Indien enttäuscht war und sich ausgezehrt fühlte: IHR fühle ich mich nah, weil sie mehr von sich verrät und uns näher an sich ran lässt. Was Sie an Dubai stört, weiß ich nicht. Das ist schade – denn an solchen Stellen wirkt das Buch auf mich einfach irrsinnig beliebig, defensiv, ungefähr.“

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Ich erfahre nichts Profundes über Winnetou.

Die Ratschläge bleiben schwammig und nichtssagend („Mach auch mal eine Pause“, „Frauen in Führungspositionen sind oft eine Bereicherung, weil oft einfühlsamer und geschickter“ etc).

Es gibt keine konkrete „Winnetou-Strategie“: Behrendt verknüpft Allgemeinplätze mit recht beliebigen „bei Winnetou ist das so ähnlich“-Momenten. „Man muss auch mal über sich lachen können. Nebenfigur aus Sam Hawkins aus Winnetou weiß das auch.“

Das Buch bietet keine Antworten auf die Frage, warum wir überhaupt auf Kindheitsheld*innen, Literatur oder Geschichten/Figuren schauen sollten: Wie das ein Leben prägt.

Als Ratgeber, als Lebenshilfe, als Management-Anleitung… und auch als Weg, um einen erfolgreichen PR-Berater kennen zu lernen, bleibt das mangelhaft, misslungen, dürftig.

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2016 / 2017: LIEBLINGSSONGS / PERSÖNLICHER SOUNDTRACK (JAHR 20)

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I started keeping a diary on October 26th, 1997. I was 14 and in 9th grade. I kept up until 2004, and every year, I made a ‚personal soundtrack‘ with songs that reflected last years‘ themes and storylines.

Here are 20 songs for ‚Season 20‘, October 2016 to October 2017.

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  • Josh Ritter – Getting ready to get down
  • The National & St. Vincent – Sleep all Summer
  • Dan Magnan – Basket
  • Bonnie Prince Billie – I see a Darkness
  • Angus & Julia Stone – Hollywood

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  • Chantal Acda – The Sparkle in our Flaws
  • Tyler Lyle – Ithaca
  • Sydney Kwan – Crowded Places
  • Sean Rowe – The Salmon
  • The last Revel Band – Engine Trouble

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  • Wakey Wakey – Golden (live, PASTE)
  • Donovan Woods – That’s what they mean
  • The Sea the Sea – Guess it was
  • Chris Garneau – Pas grave
  • Adam Barnes – Tennyson

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  • Po’Girl – Take the long Way
  • The Ting Tings – That’s not my Name
  • Kettcar – Sommer 89
  • The National – Guilty Party
  • Kirin Callinan – Bravado

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Some of these songs are on Youtube. Let’s see how long it takes before they are taken down. Here are the videos: Watch them while the links still work!

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  • Josh Ritter – Getting ready to get down

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  • The National & St. Vincent – Sleep all Summer


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  • Dan Magnan – Basket


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  • Bonnie Prince Billie – I see a Darkness


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  • Angus & Julia Stone – Hollywood


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  • Chantal Acda – The Sparkle in our Flaws


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  • Tyler Lyle – Ithaca

[ https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=4119607668/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=3938414916/transparent=true/ ]
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  • Sydney Kwan – Crowded Places


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  • Sean Rowe – The Salmon


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  • The last Revel Band – Engine Trouble


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  • Wakey Wakey – Golden (acoustic)


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  • Donovan Woods – That’s what they mean


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  • The Sea the Sea – Guess it was


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  • Chris Garneau – Pas grave

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  • Adam Barnes – Tennyson


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  • Po’Girl – Take the long Way


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  • The Ting Tings – That’s not my Name


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  • Kettcar – Sommer 89


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  • The National – Guilty Party


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  • Kirin Callinan – Bravado

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related Links;

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Lesung & Moderation, Open Books zur Frankfurter Buchmesse: Manja Präkels (Verbrecher Verlag) & Nikita Afanasjew (Voland & Quist)

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Ab und zu darf ich Lesungen moderieren und Autor*innen auf der Bühne interviewen, z.B. Stewart O’Nan (Literaturhaus Freiburg), Thomas von Steinaecker (Literaturbüro Oldenburg), Kathrin Passig (Deutsche Akademie für Sprache & Dichtung, Darmstadt), Justin Torres und Fiona Maazel (DAAD, Leipzig).

Fragt mich für sowas an – ich mache das irrsinnig gern!

das.ensemble@gmail.com

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Zur Open-Books-Lesung der Frankfurter Buchmesse 2017 sprach ich mit Manja Präkels und Nikita Afanasjew.

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70 Minuten, zu dritt auf der Bühne. Erst las Manja, dann Nikita. Beiden durfte ich je ca. 15 Minuten lang Fragen stellen.

Heute kurz im Blog: kurze Statements zu den beiden Romanen, meine Lesungsnotizen und Fotos (von Linus Giese, @buzzaldins blog)

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Roman, Hardcover, 232 Seiten
Verbrecher Verlag, Juli 2017, 20,00 €

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„Landleben zwischen Lethargie und Lebenslust. Mimi und Oliver sind Nachbarskinder und Angelfreunde in einer kleinen Stadt an der Havel. Sie spielen Fußball, leisten den Pionierschwur und berauschen sich auf Familienfesten heimlich mit den Schnapskirschen der Eltern. Mit dem Mauerfall zerbricht auch ihre Freundschaft. Oliver wird unter dem Kampfnamen Hitler zu einem der Anführer marodierender Jugendbanden. Seine Leute bringen Straßen und Plätze unter ihre Kontrolle.

Manja Präkels erzählt in ihrem Debütroman vom Verschwinden der DDR in einem brandenburgischen Kleinstadtidyll, dem Auftauchen verloren geglaubter Gespenster, von Freundschaft und Wut.“ [Klappentext, leicht gekürzt.]

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Vor ein paar Wochen, beim Anlesen, dachte ich: „Der Buchtitel ist dick aufgetragen, das Buch wirkt monoton und eingleisig… kein Muss.“

Ein Roman über die Zeit von ca. 1985 bis ca. 1993 in einem DDR-Dorf an der Havel nah an Berlin, aus Sicht der Ich-Erzählerin Mimi, geboren 1975: der Nachbarsjunge wird rechtsradikal, und „Hitler“ genannt – doch in der Grundschulzeit sitzen Mimi und Hitler noch bei Verwandtengeburtstagen am Kindertisch und teilen den ersten Rausch.

Gegen das Buch spricht, dass es oft wie eine Liste wirkt: eine Ansammlung von allem, was in Mimis Kindheit und Jugend awkward, traurig, verstörend, brutal war, Schlag auf Schlag aneinander gereiht. Alles im selben Ton, nach der selben Dramaturgie, 230 Seiten. Dicht, aber oft viel zu kurz/kompakt – in schlechten Momenten wirkt das wie eine Litanei, bei der Figuren, Stimmungen etc. keine Luft zum Atmen haben.

Andrea Hanna Hünniger schrieb 2014 ein kurzes Essay über den NSU-Prozess und ihre Jugend nach der Wende: „Hitler, der Krasseste unter den Glatzen in unserem Viertel, stand eines Morgens an der Bushaltestelle, weil er zu seiner Ausbildung zum Baggerführer oder so ähnlich gehen wollte, mal wieder, er war lange nicht mehr hier gewesen. Da sagte er zu mir, wenn du mich noch einmal anguckst, schlag ich dich tot.

[…] Wenn ich den Prozess beobachte, sehe ich diese leeren Straßen und die Felder, die sich ins Unendliche ausrollen, ich sehe die Bushaltestellen mit den Jungs und Mädchen in Bomberjacken, und ich sehe immer auch mich selbst. Ich sehe aber auch ein ganzes Land auf der Anklagebank, das sich in einem wichtigen Jahrzehnt eher um den Solibeitrag stritt und über eine Diktatur und nicht bemerkte, wie ihm die Kinder abhanden kamen.“

Präkels sammelt die Verletzungen, Ängste, Microaggressions, Widersprüche und Alptraum-Momente einer solchen Kindheit und Jugend, in fünf kurzen, aussagekräftigen Szenen pro Seite, oft SEHR knapp aufs Papier gepresst. Szenen, die ich nicht vergessen werde, und Zusammenhänge, die nie ausgesprochen werden – sondern sich erst zeigen, wenn ich das Buch zuschlage und all diese anecdotal evidence erinnere. Kein elegantes Buch. Ich wünschte, es wäre länger, modulierter, hätte mehr Auf und Ab.

Trotzdem: *ungeheuer* eindrücklich. Empfehlung!

http://www.verbrecherverlag.de/book/detail/908

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  • geboren 1974 in Zehdenick an der Havel, nah an Berlin.
  • arbeitete, wie die Romanfigur, als Lokaljournalistin.
  • studierte Philosophie und Soziologie an der FU Berlin.
  • Chansonniere/Sängerin der Band „Der singende Tresen“ & Autorin des Lyrikbandes „Tresenlieder“

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  • 2011 Mitherausgeberin von „Kaltland“, Rotbuchverlag: „Erzählungen, autobiographischen Geschichten und Originaltönen prominenter Autoren und Künstler über Rassismus nach der Wende: Volker Braun, Annett Gröschner, Jakob Hein, Alexander Osang, Martin Sonneborn, Andres Veiel, Roger Willemsen u.v.a.“
  • 2014 mit ihrem Ehemann Markus Liske Herausgeberin des Erich-Mühsam-Lesebuchs „Das seid ihr Hunde wert!“, Verbrecher Verlag.
  • 2015, mit Markus Liske: „Vorsicht Volk! Oder: Bewegungen im Wahn?“, Verbrecher Verlag.

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  • u.a. Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste (2005) und Aufenthaltsstipendium im Writers House Ventspils, Lettland (2012/13).
  • schreibt für die taz, Jungle World, Märkische Allgemeine Zeitung.
  • arbeitet an einer Langfassung des in der taz erschienen Fortsetzungsromans „Im Anwohnerpark“.

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  • 1999 recherchierte sie für die ZDF-Dokumentation „Die Zecken von Zehdenick“. Der Bürgermeister warf ihr vor, „die Stadt in Misskredit gebracht zu haben“.
  • Charlotte Roche sagte mal: 70 Prozent von Feuchtgebiete sind wahr. Präkels: „Bei ‚Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß‘ sind es 88 Prozent.“
  • Wer soll das lesen? Ossis? Wessis? Präkels: „Beim Schreiben hatte ich meine Freundinnen und Freunde von damals im Kopf.“

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Roman, Hardcover, 304 Seiten
Voland & Quist, September 2017, 22,00 €

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„Jakob Ziegler ist jung, talentiert und erfolglos. Ein Künstler, der im Leben feststeckt. Um endlich vorwärtszukommen, erschafft er eine spektakuläre Kunstfigur: Johann Zeit. Was anfangs noch harmlos erscheint, wird bald zum Marketing-Coup. Dann aber entgleitet Jakob die Kontrolle über sein Alter Ego…“

»Heute Nacht ist Berlin ein Abenteuerspielplatz. Afanasjew dreht das große Karussell der urbanen Selbstverwirklichung ‒ und er dreht es so schnell wie gekonnt.«
Benedict Wells

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Ein Jungs- und Künstlerroman im Stil von Joey Goebels „Vincent“, neueren Romanen von Benjamin Lebert und viel von Martin Spieß, Benedict Wells – und eine Art umgedrehtes „Fight Club“: Was, wenn eine Kunstfigur plötzlich zum Gegenspieler wird? Ich mag, dass der Roman seine Konflikte und Fragen von Szene zu Szene weiter dreht/denkt, statt stehen zu bleiben: Obwohl die Figuren recht naiv handeln, machen sie überraschende, überraschend kluge Fortschritte. Ich mag, dass Neben Hauptfigur Jakob mehrere Nebenfiguren lange eigene Kapitel haben, sich der Roman mehr Figuren als nötig erlaubt… und ihnen mehr Tiefe gibt als befürchtet.

Und ich mag die Szene, in der Jakob auf den Kran einer Baustelle klettert und einen einsamen Wachmann/Handwerker entdeckt, der im Keller an einer Wand des Rohbaus ein Gemälde malt, im Wissen, dass der Raum in ein paar Tagen mit Dämmung ausgekleidet wird… und kaum jemand die Kunst je sieht. Obwohl Afanasjew als Reporter sehr vertraut ist mit der Stadt, verzichtet das Buch auf Lokalkolorit-Eitelkeiten und Insider-Berlin-Jargon.

Überzeugt hat es mich nicht. Kluge Fragen, liebenswerte Figuren… doch alles bleibt zu oberflächlich, konstruiert. Eine reiche, dysfunktionale Familie spricht/handelt wie schlecht erfunden. Jakobs eigene – interessantere! – Familie und die Frage, ob Lohnarbeit und Selbstaufopferung im Kapitalismus glücklich machen können, bleiben Beiwerk. Das Finale wirkt wie aus einer überzeichneten Satire, und die Johann-Zeit-Schnapsidee schlägt amüsante, doch nie besonders tiefgründige, markante, relevante Haken. Kein Buch, das mich ärgerte oder langweilte. Doch ich glaube, Afanasjew kann das VIEL besser. Als Lesungsgast und Gesprächspartner war er großartig: Ladet ihn ein – das lohnt sich!

https://www.voland-quist.de/buch/?259/Bank%C3%BCberfall%2C+Bergh%C3%BCtte+oder+ans+Ende+der+Welt–Nikita+Afanasjew

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  • geboren 1982 in Tscheljabinsk, Sowjetunion – einer „unglaublich verseuchten Industriestadt“ am Ural.
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  • „neben und nach dem Studium unterwegs als Reporter für“ u.a. Tagesspiegel, WAZ, dpa, Focus Online, 11 FreundeDummy, Fluter.
  • Gewinner des Deutschen Reporterpreises 2015. Nominierungen für Axel-Springer- und Henri-Nannen-Preis.

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  • schrieb journalistisch bisher als Nik Afanasjew, in Zukunft aber mit vollerem Namen, Nikita.
  • 2015 großartiger Tagesspiegel-Text „Aufwachsen am Kotti. Die Kids aus unserem Hinterhof.“
  • 2016 elfteilige Tagesspiegel-Reihe „Quer durch Russland“. „Welchen Text sollen wir lesen?“ – „Ich mag Text 6, über Stalin-Büsten.“
  • scheußliche Bio bei Dummy, nicht selbst geschrieben: „Er ist Reporter im Krisengebiet Kreuzberg, in den Favelas zwischen Prinzenbad und Görlitzer Park.“

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Nik Afanasjew: „Aufwachsen am Kotti: Die Kids aus unserem Hinterhof“. Tagesspiegel, 2015

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ein Stern, fünf Sterne: meine Kriterien beim Bücher-Bewerten

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Ich bin Literaturkritiker für u.a. ZEIT Online und Spiegel Online, und spreche/schreibe immer wieder über diese Arbeit, z.B.

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Ich mag lange, detaillierte Texte voller Links, Querverweise, Nebenaspekte.

Doch ich finde es – besonders online und auf Facebook/Twitter – oft wichtig, auf einer Fünf-Sterne-Skala schnell aufzeigen zu können, wie ich ein Buch bewerte.

Meine Kriterien, im Sternchen-Raster von u.a. Amazon und Goodreads?

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Das Buch_macht ein oder mehrere Dinge SO klug anders oder SO viel besser als andere Titel, dass ich denke: „Wow. Meisterhaft.“

Ich_werde es nie vergessen und/oder genoss die Lektüre sehr. Oder denke „Was für eine interessante Zumutung!“, „Was für ein unerhörter Gedanke!“, „Was für eine bizarre, markante Stimme!“

Das Gros der Leser*innen_wird, hoffe ich, „gelungen!“ denken oder mindestens „interessant!“

5 von 5 Sternen. ca. 10 Prozent der Bücher, die ich lese.

Das Buch_schafft das, was es sich vornahm: eine runde Sache ohne frappante Probleme… oder mit so viel Charme, Klugheit, Eigensinn, dass selbst solche Probleme aufgewogen werden.

Ich_hatte Spaß beim Lesen, bereue die Lektüre nicht, sage laut und guten Gewissens: „ein gutes Buch!“

Leser*innen_, die Genre, Tonfall oder Thema grundsätzlich mögen, kriegen hier eine kompetente und/oder interessante Lektüre.

4 von 5 Sternen. ca. 30 Prozent der Bücher, die ich lese.

Das Buch_macht viel richtig, doch Entscheidendes falsch: Irgendwo knirscht es. So grundsätzlich oder so häufig, dass ich als Lektor gern eingeschritten wäre.

Ich_las das Buch oft mit Gewinn, doch hätte in der Zeit trotzdem VIEL lieber ein Besseres, Klügeres, Originelleres, Mutigeres, Dichteres oder wenigstens Kompetent-routinierteres gelesen. Ich ärgere mich, dass ich das Buch auswählte. Ein Titel, bei dem ich nicht pauschal „ein SCHLECHTES Buch“ sagen würde. Doch mindestens: „Autor*in? SO wird das nichts mit uns, auf lange Sicht.“

Leser*innen_, die das Buch in einer Buchhandlung sehen, würde ich gern meine Einwände und Probleme nennen, und bei Facebook drücke ich, sobald das Buch auftaucht, auf keinen Fall „gefällt mir“. Ich verbringe viel Zeit, darüber zu reden, wo das Buch für mich hakt und warum ich es allerhöchstens GANZ konkreten Einzelpersonen, Liebhaber*innen, Fans, Nischenpublikum empfehlen kann.

3 von 5 Sternen. ca. 40 Prozent der Bücher, die ich lese.

Das Buch_ist schlecht. Vielleicht nur wurstig oder banal – und nicht jedes Mal denke ich „Von dieser Autorin will ich nichts mehr lesen“ oder „Der Autor ist nicht klug oder hat den Job verfehlt!“ Doch dass Verlage das Buch in dieser Form druckten und vermarkten, enttäuscht mich: Ich verliere ein Stück Respekt vor allen Beteiligten.

Ich_warne vor dem Buch, hatte beim Lesen schlechte Laune, war wütend, hämisch, enttäuscht oder genervt, und tue alles, damit niemand dieses Buch kauft, liest, empfiehlt.

Leser*innen_, die das Buch lesen, zweifeln danach, ob Bücher „etwas für sie sind“ oder verlassen sich das nächste Mal auf Netflix statt auf die Buchhandlung.

2 von 5 Sternen. ca. 15 Prozent der Bücher, die ich lese.

Das Buch_ist böse, oder SO schlecht, dass ich mir keine erwachsenen Menschen vorstellen kann, die es tatsächlich mögen. Ich weiß nicht, wie der/die Schreibende denken konnte „So ist es gut!“

Ich_benutze das Buch, um grundsätzlich aufzuzeigen, wo Bücher scheitern können, und denke oft noch 15 Jahre später fassungslos an die Lektüre. Manchmal amüsiert („Was war da nur los?“), meist aber wütend („Dieser Mensch, manchmal auch dieser Verlag haben KEINE weitere Stunde meiner Lebenszeit verdient. Wir sind fertig.“)

Leser*innen_die das Buch lesen, fanden es bestenfalls mittelmäßig. Wer es ehrlich mag oder empfiehlt, ist mir so suspekt, dass ich daran zweifle, dass wir uns je wieder Buchtipps geben sollten.

1 von 5 Sternen. ca. 5 Prozent der Bücher, die ich lese.

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ein Grundsatzproblem bei Goodreads:

Die Idee, dass 2 Sterne für „it was okay“ stehen.

Die Plattform will beim Sterne-Vergeben helfen, indem jedem Stern eine Phrase zugeschrieben wird. „I did not like it“ (1), „It was okay“ (2), „I liked it“ (3), „I really liked it“ (4), „It was amazing“ (5 Sterne). Meine eigene Skala: „unfähig oder böse: Ich wünschte, niemand läse dieses Buch“ (1), „misslungen: Ich rate ab“ (2), „nicht misslungen – doch mit größeren Problemen/Schwächen“ (3), „gern gelesen, viele Stärken“ (4), „umwerfend, besonders, aufregend!“ (5 Sterne).

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Star Trek: Discovery – Empfehlung bei Deutschlandfunk Kultur

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Viel Liebe zu den Figuren. Schnelle Dialoge. Große Fragen.

Viele (aus 700 vorigen „Star Trek“-Episoden) bekannte Situationen und Konflikte… oft überraschend drastisch und originell neu gelöst.

Ich sah Episode 1 und 2 von „Star Trek: Discovery“ (Deutsch auf Netflix), der sechsten großen „Star Trek“-Serie seit 1966… und habe Lust, mehr zu sehen: Empfehlung!

Am Dienstag, den 28. Oktober spreche ich ab 14 Uhr als Studiogast im Kulturmagazin „Kompressor“ auf Deutschlandfunk Kultur über die Serie. Schon heute, hier: mein erster Eindruck.

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Mit zwölf (1995) wurde ich großer „Star Trek“-Fan: Bis ca. 1999 und dem Ende von „Deep Space Nine“ sah ich möglichst alle Episoden und Kinofilme, die damals im TV ausgestrahlt wurden, besuchte Fan-Conventions, schrieb in einem Fanzine und las jahrelang Romane, Bücher, Zeitschriften.

„Star Trek: The Next Generation“ ist die erste „erwachsene“ Serie, die ich komplett sah. Ich liebe die Figuren; und verbrachte meine Sommerferien vor der siebten Klasse mit einem Buch über logische Fehler, offene Fragen, Ungereimtheiten.

„Star Trek: Deep Space Nine“ (…und „Babylon 5“) ist mir noch heute sehr wichtig. „Voyager“ war mir oft zu bieder, und an der Kirk-Spock-Serie aus den 60ern nervte mich das Gegockel William Shatners, fehlende interessante Frauen und die meist eindimensionalen Alien-Kulturen.

Bei „Star Trek: Enterprise“ (2001) gab ich sofort nach dem Pilotfilm auf, und die drei „Star Trek“-Reboot-Kinofilme seit 2009 ignorierte ich wegen Regisseur J.J. Abrams („Alias“, „Lost“). (…wobei mich sein Star-Wars-Film 2015 dann doch überraschte und einnahm!)

Ich mag an „Star Trek“ die Politik und kulturelle Vielfalt (Bajor! Cardassia!). Die vielen Figuren und ihr oft sehr kollegiales, gutmütiges Miteinander. Die soziale Utopie der Föderation (kein Bargeld, keine Religion, wenige Vorurteile). Und ich liebe, dass zwar jederzeit die größten ethischen Fragen, die schlimmsten Kriege, Verluste und Entscheidungen, die existenziellsten Probleme auf sechs bis zwölf Figuren stürzen können… doch diese Leute trotzdem JEDE Fläche Boden ihrer Schiffe mit Teppich auslegen. Es geht um Kultur und Ideale – auch und besonders im schlimmsten Gegenwind.

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Discovery Klingons

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„Star Trek“ schafft einen Erzählraum, in dem eine aktuelle, zeitgemäße, komplex erzählte Serie viel Kluges zeigen könnte zu Kolonialismus und Utopien, Gender und Körperbildern, kultureller Vielfalt und Militär, menschlicher Leitkultur und menschlicher Selbstgerechtigkeit. „Star Trek: Discovery“ hat das Zeug, diese Serie zu sein: warmherzig, temporeich, ambitioniert.

Staffel 1 hat 15 Episoden: eine Hälfte wird noch bis Ende 2017 wöchentlich ausgestrahlt, das zweite „Kapitel“ von Staffel 1 dann ab Januar 2018. In Deutschland läuft die Serie auf Netflix, in den USA auf dem Pay-TV-Portal „CBS All Access“.

Serienschöpfer war Bryan Fuller („Pushing Daisies“, das hochgelobte „Hannibal“ mit Gillian Anderson, aktuell „American Gods“), der aber nach wenigen Monaten ausstieg.

Die Serie spielt ca. neun Jahre vor den Abenteuern von Kirk und Spock, wirkt aber viel dunkler, militärischer und… sleeker: Hologramme, Jetpacks, viele wilde Grafik-Interfaces auf dem Schiffs-Screens. Die Klingonen wurden (wie schon in den ersten Kinofilmen) noch einmal neu designt, und wirken jetzt weniger wie Russen/Wikinger als wie die plumpesten, billigsten Weltraum-Barbaren. Ein großer Schritt zurück.

Ansonsten aber wirkt die Serie – ich sah Episode 1 und 2 mit einem Freund, der noch nie „Star Trek“ sah – einladend und hochwertig, für Fans und Neueinsteiger: Hauptfigur ist eine Frau of Color, Michael Burnham, die bei Spocks Vater Sarek auf Vulkan aufwuchs und aktuell als erster Offizier auf der USS Shenzhou dient.

Das Mit- und Gegeneinander mit Captain Philippa Georgiou macht großen Spaß. Zwei (nicht-weiße, energische, unbedingt feministisch angelegte) Frauen streiten, debattieren auf einem sehr hohen Niveau. Ein schrulliges und steifes Alien, Saru, wirkt etwas einfallslos. Ab Episode 3 kommen dann noch das titelgebende Raumschiff, die USS Discovery, und ihr Captain, Gabriel Lorca (gespielt von Jascon Isaacs: Lucius Malfoy aus „Harry Potter“) hinzu.

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Nach zwei Folgen bleibe ich noch etwas unsicher, weil…

…die Klingonen noch nie so eindimensional waren und ihre langweiligen Dialoge (auf Klingonisch, mit Untertiteln) viel zu viel Raum einnehmen.

…“Star Trek“ von seinen Ensembles lebt, doch Episode 1 und 2 bisher erst zwei oder drei Hauptfiguren vorstellten: Die meisten wichtigen Crewmitglieder waren bisher nicht mal zu sehen.

…vor allem aber, weil ich die beiden Frauen in der Hauptrolle sehr mochte, und noch nicht absehen kann, welchen Raum Michelle Yeoh (Captain Georgiou) einnimmt und, ob Jason Isaacs sie ab Episode 3 nicht einfach nur ersetzen wird. Das wäre zum Heulen: Warum steht Yeoh als „Special Guest Star“ im Vorspann, nicht aus Hauptdarstellerin?

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Fan-Kommentare und -Kritik auf Reddit:

The characters face a complex situation with no easy answers, and ending up with a worst-case scenario despite doing everything right.

After over 12 years, Star Trek is back on television.

This is a throwaway crew. We’ve only seen two of the series regulars. The real show with the USS Discovery doesn’t start until Episode 3 next week.

I’ll admit that I was expecting the Discovery to show up right towards the end of the pilot, but I was pleasantly surprised by the decision to dedicate the two-parter solely to setting events in motion and providing Burnham’s backstory, rather than the episode being a quick rush to the Discovery.

I honestly wish Star Trek would’ve found a bit more of a Master and Commander groove regarding the question of being both a vessel of discovery and a warship. M&C was the only story that ever dialed in the sweet spot between those two imperatives.

The computer’s ethical protocols deserve an episode unto themselves.

All these characters are still Starfleet, they have morality, ethics, camaraderie, a sense of adventure, but I never in my life thought I’d see anything like this for television Star Trek.

It didn’t feel like Trek at all. Or at least it didn’t feel like Trek TV – there was more of a Star Trek VI vibe. As I’ve seen some other people say, it felt more like a Mass Effect TV show with a Trek theme sprayed over it. I agree that the one part that felt very Trek was the ethics debate with the computer. I like Burnham’s character, and I don’t really have anything too bad to say about the show as a good sci-fi war movie. But I totally understand why some Trek fans don’t like it too much. War movie is not really the genre most Trekkies were looking for.

I thought the part where Burnham said, „Don’t confuse race with culture“ to be quite interesting. The Admiral had criticised her for claiming the Klingons were an aggressive species. And that has always been an inherent contradiction in the Star Trek universe;they have evolved past racism, but seem to have no problems generalising about entire races (calling the Romulans devious, the Ferengi greedy, the Klingons violent).

My theory is that the Discovery is a Section 31 black-ship whose express purpose is to find new ways to defeat threats, especially the Klingons.

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Kritik an den Klingonen:

Basing the new show around Klingons is exactly what Star Trek didn’t need. They should have picked up after TNG and explored the fantastical science-fiction concepts that made the shows great. The Klingon have always been a one trick pony and often part of the weaker episodes. They are too exaggerated and predictable, basically a caricature of what would happen when you’d give a medieval culture spaceships.

My only problem with them speaking Klingon is the scenes started to drag. The idea that all these great Klingon houses would just change their opinion that quickly was also hard to buy. They did seem to speak awfully slowly, even if it is mostly hard syllables. They also sound almost exactly like humans who haven’t had enough practice with fake teeth.

It’s interesting that in TOS (and thereafter) the Klingons were the Russians. Intransigent, bellicose, etc. The Federation was the US (or an idealized UN of sorts). Now, at least from the stuff you see in those first two eps, the Klingons are obsessed with not being assimilated, having their quirks erased and being homogenized into a large panculture. Where have we heard that complaint before?

T’Kuvma’s critique of the Federation’s line „we come in peace“ gave me chills! This is how Klingons should be portrayed for modern times. They see all of the moral trappings of Federation life as a propagandistic lie, and have unified their Empire (and their ideology) around the internalization of that suspicion. This is the first time in a long time that a Star Trek antagonist has been given compelling reasons for their xenophobia and hatred.

The Klingons managed to become an interstellar great power that rivaled the Federation and exceeded lesser powers like the Cardassians in terms of strength. Presumably that did take some form of internal order. I’m fine with Klingons actually being competent from time to time, as opposed to just being biker gangs in space. I know that TOS Klingons have basically been retconned completely out of existence by this point, but it is worth noting that the Klingons in TOS were pretty competent and very orderly. They were militaristic, but in a more authoritarian, orderly sense, as opposed to the testosterone-pumped warriors they became in TNG.

Alan Sepinwall: „my goodness is every single scene on T’Kuvma’s ship at last twice as long as it needs to be. As a fan of The AmericansJane the Virgin, and other recent shows that have extended sequences in foreign languages, I’m not opposed to reading subtitles, but those shows benefit from actors who are able — through both talent and not being buried under several pounds of immobile makeup — to convey tons of emotional nuance with each line even if you have to read along with them, and they don’t turn the subtitled scenes into pure info dumps. Almost all of the Klingon stuff was literally monotonous: every line delivered in the same growl, with the same limited facial expression, reiterating the same two or three points about how much better their culture used to be.“

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Kleinigkeiten/Nitpicking:

All communication in both episodes is done using holograms. Holographic communication was first established in DS9, over a hundred years later, and was clearly a new technology.

Why exactly did both the Captain and First Officer beam over to the Klingon ship with no back-up? Where is the security team? Why beam in a 12 man assault team with assault rifles, when you can beam in the two most important people on the crew with nothing but phaser pistols?

How did Michael not get suspicious when the captain had them take bizarre 290 degree turns while walking in an open desert? That scene was a level of cheesy that felt out of place with the rest of the show.

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kurz, zu Episode 3:

  • Lorcas geschädigtes Auge in Nahaufnahme wiederholt das „Auge in Nahaufnahme“-Leitmotiv aus dem Pilotfilm und dem Vorspann.
  • Wie schon im Pilotfilm sagen Figuren in der deutschen ST-Synchronisation erstmals (?) „Ensign“ statt „Fähnrich“.
  • ein Tribble auf Lorcas Schreibtisch!
  • Pilze? Größer-und-kleiner-Werden? „Alice im Wunderland“-Motive? = „Super Mario“!
  • Romulus! Der Beta-Quardant! Ich wünschte, „Trek“ würde mehr Zeit dort im Quadrant verbringen.

Reddit-Zitate zu Episode 3:

  • „A ship that can transport anything anywhere. A Captain with an insane plan… and a Tribble… Discovery is actually the Klingon/Tribble war origins series.“
  • Discovery has a Klingon spy
  • Will Lorca’s pet tribble be the new Sisko’s baseball?
  • Do you think Lorca writes fortunes for his cookies in his off time? He crafts very specific „fortunes“ for his crew the he ensures they „randomly“ receive with their dinner meals just to fuck with their heads.
  • Did Saru fucking salt his tea? I thought it was sugar until I saw the matching black shaker on the table.
  • Lorca also mentions Romulus. Romulus is the homeworld of the Romulan Star Empire, the other primary antagonists of TOS who are fleshed out considerably in TNG and two of the films. At this point in the chronology, no one in the Federation has ever seen a Romulan (or at least lived to tell about it), so it is unlikely anyone knows what Romulus looks like.
  • „Context is for kings.“ As cheesy as it may have been, my favorite part of the episode was when Lorca breaks down the episode title for the viewers. Episodes 1 and 2 had these „title drop“ moments, too.
  • Note that the Klingon-Federation border displayed here would not necessarily be the location of the Neutral Zone in postwar TOS or the TNG-era border.
  • „Isn’t the site to site transport problematic for continuity?“ – „I would assume the technology will be found to be too dangerous for one reason or another.“
  • „That copy of Alice in Wonderland was pretty thicc. Must have been a large font.“ – „It would probably have to be heavily annotated for 23rd century people to understand much of it.“
  •  I’m REALLY hoping this isn’t attempting to explain the infamous Voyager „travelling past warp 10 turns humans into giant amphibians“ episode.
  • I think they’re going to stop using the magic spores when they figure out it attracts Lovecraftian terror dogs from the Warp.
  • I think it’s a tardigrade, made massive by the experiment on the ship. Tardigtades can survive damn near anything. It looks like a grotesquely large one, right down to the circular mouth.
  • Their research reminds me slightly of the TNG episode where they find the abandoned technology that allows for doorways to places in the universe: Iconians!
  • The premiere was classic Star Trek – this was something else entirely, full of assholes, maniacs, murderers, punching, militarism, monsters aboard USS Horrorshow and her sister ship … I’m taken aback and sad.

The attentive viewer will recall that we already knew that Amanda read Carroll to Spock as a child. From TAS Once Upon A Planet:

SPOCK: The Queen of Hearts and her cards are characters from Alice Through the Looking Glass, Captain.

KIRK: I read the book as a child, Mister Spock, but I wasn’t aware you indulged in the literature of fantasy.

SPOCK: Light reading is considered relaxing, Captain. My mother was particularly fond of Lewis Carroll’s work.

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AVClub: „While she’s crawling for her life, Michael starts reciting a bit from Alice In Wonderland. It’s utterly unexpected, and it hooked me good. The first three episodes feel cut to the bone at times, a sort of no-frills attempt to establish a serialized narrative and keep everything moving forward. So far the show has maintained its momentum, but at some point, it’s going to need to slow down a bit. That’s what moments like the Alice speech are important; these people need to be more than just moving pieces.“

AVClub: „I appreciate how immediately abrasive the new additions are. Captain Lorca is charming but untrustworthy; Tilly – a constant bundle of nervous energy – is dorky and too eager to please; and Stamets is just pissed off. That could be off-putting, but it helps to add to the sense of the Discovery as a ship where things aren’t quite right, and a crew under a lot of stress to produce. Tilly is especially interesting—I suspect her growing friendship with Michael is going to be important.

AVClub: „“Universal law is for lackeys. Context is for kings.” -Lorca (I feel like this is going to be a crucial thematic sticking point for the show. It relates to Michael’s actions in the pilot as well as Lorca’s more questionable decisions. Trying to decide how much principle can bend in times of crisis is something Trek has dealt with before, and I’m excited to see how they deal with it again.)“

Polygon: „At some point in their different series, Kirk, Picard, Sisko and Janeway all had to wrestle with the puzzle placed before them; even choosing to make unethical and reckless decisions because they believed it to be the only option at the time. One thing that always made Star Trek stand out from the plethora of sci-fi shows and movies was its ability to make its characters feel extraordinarily ordinary in the most eventful of times. They’re human, even if the world they exist in is so fantastical and absurd that we know it couldn’t possibly be real. The stories are grounded in human decisions and the complex emotions that come along with irrationality. It’s when Star Trek is in its most frenzied state that its characters feel like people we know or imagine we could become ourselves.“

IGN: „Did Lorca let that shuttle pilot die in order to divert the prison ship at the start of the episode? If so, then we already have our answer as to his true nature.“

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kurz, zu Episode 4:

  • keine Nahaufnahmen von Augen erstmals; und keine Figur, die den Episodentitel laut ausspricht.
  • eine weitere tote Frau (Security-Chief Landry)… und damit noch weniger weibliche Crew-Hauptfiguren.
  • ein kurzer Moment mit Michelle Yeoh, für den ich dankbar bin: mehr von ihr! Wurde sie wirklich gegessen? Keine Möglichkeit, sie zu retten – zum Beispiel durch eine Zeitreise am Ende der Staffel? Und Season 2 spielt dann in einer parallelen Timeline, in der Yeoh noch lebt?
  • die Klingonen-Szenen sind nach vor schleppend… aber mich freut, dass sie dieses Mal visuell VIEL interessanter ausfallen: Schwerelosigkeit! Goldene Sternkarten!
  • schöne Nahaufnahme im Replikator: ich mag, wie die Serie Makro- und Mikrokosmos gegeneinander stellt und immer wieder Parallelen sucht.
  • weil Bryan Fuller Halloween liebt, heißt das Schiff NCC-1031? Die Spukhaus-Momente an Bord gehen weiter.

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Reddit-Zitate zu Episode 4:

  • They ATE Georgiou!!
  • I got a very „Devil in the Dark“ vibe from this episode.
  • What did Lorca call the spore drive in the scene on the bridge? Displacement-Activated Spore Hub Drive: DASH Drive
  • I think that they’re obviously setting up the spore-travel to require the suffering of Ripper, which is an obvious reason why the DASH drive doesn’t exist in the future.
  • I must say, I didn’t like how Captain Gabriel Lorca motivated the crew: by playing shipwide the hail he got from the Federation colony. It was extremely manipulative and unnecessary. But even if I hated this, it fits and shapes Lorca’s character.
  • Lorca continues to be the ends justify the means captain.
  • Michael is really growing on me. Everything in her storyline related to the tardigrade was fantastic. It was great to see a character exemplifying the Starfleet ideals of reason, curiosity, and compassion. By extension, I really liked everything with Stamets who I was on the fence with prior. Lorca, while not a likable character, is shaping out to be a great one. The only thing I found myself actively disliking while watching the episode was the comically one-dimensional security officer so I was more than happy to see her go.
  • I wish we could have gotten a bit more into Landry’s character. She was the only member of the crew that I truly felt had no place in Star Fleet. I was hoping that we could see why, since even Klingon nobodies no-houses are getting backstory. I imagine that she wasn’t always so cynical, and that she was hurting from a really recent loss. Rather than have time to heal over it, Lorca fed her anger and her rage, because it kept her sharp but obedient. We may have found that in some ways, Landry’s suffering was the only way she could have connected with Burnham, and it could have helped them understand one another. Instead she was just a jerk for the sake of it, who died a stupid death.
  • Tasha Yar was killed defending her crew. Landry died provoking an animal into self-defense. Yar’s death was honorable, Landry’s death was deserved.
  • The character who was first introduced treating human beings like savage animals ended up dying because she treated another being like a savage animal (or worse, like a tool).
  • I think this is the best episode of the four so far. It clearly shows the „brains over brawn“ (aka, the death of the security officer vs. Michael figuring out the symbiosis between the tardigrade and the spores) that we’re used to seeing with Trek.
  • I actually didn’t care for the hull spinning. Sure, it looks cool, but I didn’t see any practical purpose behind it. Engineering is in the part of the ship that is not the saucer, so why were parts of the saucer spinning? It looked cool; it just doesn’t make sense.
  • To be fair, the only Klingons we saw until now were cult members. When Kor came over and got the crew to join him, that was our first glimpse of how normal Klingons behaved. Kor only paid lip service to T’Kuvma because he wanted the cloaking device. Once he had it, the facade was cast aside.
  • I wonder what Elon Musk’s life and the nature of his business would have been like seeing as the Eugenics Wars radically shaped the politics and economics of the planet in the 1990s and then later when World War III broke out in the 2020s.
  • At the end of the day, they managed to save the day for the entire colony, only at the expense of torturing one other being. In a classic episode, they’d resolve this within an hour. But from the looks of Burnham’s face, this is going to be something that is going to haunt her for a while. I’m cool with that. Most ethical dilemmas can’t be resolved in a weekly format.

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IGN: Oh, and we finally have met Wilson Cruz as Dr. Hugh Culber, who fixes Stamets’ seriously messed up nose injury. It’s funny how Discovery is teasing out its cast so slowly, but it works (Ash Tyler, played by Shazad Latif, won’t show up until episode five next week, and he’s been pushed as a main character by CBS).

The Nerd Stash: The key part of Georgious’s message sums up a big problem with Star Trek: Discovery, “The best way to know yourself is to know others,” but we don’t know anyone yet because of how the shows been written. Now I know the reason behind the fact that we don’t really know anyone yet is because Star Trek: Discovery has only been on the air for a few episodes, but the way they’ve paced things so far necessitates that we should already know them and care for their deaths.

Syfy Wire: Tilly and Michael have a few really nice moments in this episode. I absolutely love the way their friendship is developing, a sort of parallel to the Georgiou/Michael relationship. I’d love to see more interaction between the two of them. And of course, it was lovely to see Michelle Yeoh again, even if only in holographic form. The producers have assured us we’ll see more of her in Discovery, and those scenes can’t come soon enough.

AVClub: The story about “Ripper” (real name: tardigrade) could’ve worked. Its central theme, the importance of studying and learning from the unknown rather than immediately fearing it, is at the heart of Star Trek. But the execution is lousy, full of unsubtle, clunky dialogue and forced conflict. Landry’s urgency makes no sense, nor does Michael’s desperate measures to protect something that no one seems to care that much about. The fact that her discoveries can be used to navigate the spore drive (which is a stretch) helps to tie things together, but that knowledge doesn’t happen until the last fifteen minutes or so. Before then, we have people rushing and shouting at each other solely because if they didn’t, there wouldn’t be any conflict at all.

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Discovery Landry Michael

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kurz, zu Episode 5:

  • Doch wieder eine Nahaufnahme von Lorcas Auge; und ein Episodentitel, der mehrmals laut ausgesprochen und diskutiert wird.
  • Ich sah die Folge, wie schon Folge 3, mit meiner Mutter. Sie hatte erneut Spaß; doch ich hatte erneut „Oh! So viel Gewalt und Horror-Aspekte? Lässt sich Mama auf sowas ein?“-Momente.
  • Ich hatte vergessen, dass das „Daystrom-Institute“ eine feste Größte bei Star Trek ist… und dachte stattdessen an eine dubiose Rüstungs- oder Black-Ops-Firma.
  • Die Zahnbürsten musste ich googeln.
  • Ich bin großer Fan von „Willkommen im Leben“ / „My so-called Life“ mit Wilson Cruz und froh, dass seine Discovery-Rolle komplexer und größer wird.
  • Ich fand die Folge solide, überzeugend. Aber hatte dieses Mal VIEL mehr Lust, User-Kommentare und -Kritiken online zu lesen: Anderen Menschen fällt oft mehr auf als mir!

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Reddit-Zitate zu Episode 5:

  • Ash Tyler? I think he’s totally a spy.
  • Ash is Voq. Didn’t Ash say something about wanting to be free after everything L’Rell had put him through? We were supposed to think it was the torture, but it was actually the deklingonization.
  • T’Kuvma’s rallying call was „remain Klingon“, Voq has been trying to follow that. In Ep. 4 when L’Rell offered to take him to the matriarchs he asked what it would cost and she responded „everything“. I predict a storyline exploring what it means to be Klingon, genetically and culturally.
  • According to Memory alpha, the actor playing Voq is the same as Tyler, but credited under the pseudonym Javid Iqbal, a Pakastani serial killer.
  • We already know that Ash’s story is a fabrication. He claims that he was taken prisoner by the Klingon captain at the Battle of the Binaries, but we know that can’t be true since the Klingon captain is L’Rell.
  • When Saru meets with Ash the first time, I bet his scare tendrils will appear but Michael will be the only one to believe Saru when he says he doesn’t trust Ash.
  • The notable captains? Robert April (NCC-1701’s first captain before Pike. He showed up in the the animated series), Archer, Pike, Georgiou, Matthew Decker
  • It was a bit weird that every name was already familiar to us. You’d think they’d throw in a couple of previously unknowns. But then, it kinda makes sense as each show is really about the most legendary captain of their era.
  • I’m glad that Stamets had a lot of character revealed before they showed that he was gay, so people can’t complain „his whole character is that he is gay“ like always.
  • Culber: why have all of the major medical decisions been done through some random Lieutenant Commander doctor? He could be the head of the medical sciences department while the CMO is a regular physician. Discovery seems to have a huge science division so it would make sense if the medical department had a officer dedicated to working with them.
  • I liked that they used Michael as the key element of Saru’s plot without her being the protagonist. Their interactions were almost 100% about Saru, which was what this episode needed.
  • My respect for Saru initially dropped in this episode but went back up later on. I like that Saru addressed his feelings and the reasons for them, and accepted that while he was wrong he was doing what he had to do as standing captain. It’s a very adult way to process one’s own emotions and situation that is definitely befitting of a Starfleet officer.
  • I didn’t believe for a second that Mudd missed his wife. His plan was probably to marry Stella, then have her dad killed, and then, eventually, Stella, and use the combination of their fortune and the re-sale of the moon to pay back his creditors.
  • I can’t believe I lived to see someone say „fuck“ on Star Trek. What a time to be alive.
  • I’m positive Scotty cursed so much in engineering that the warp drive was powered by it. They just couldn’t show it on TV in the late 60s.
  • That ending was creepy as hell. It seems like they’re implying that, by traveling through the spore network, one can connect to the mirror universe. Did our Stamets come back, or another? Seemed like his reflection was out of time?Mirroring Stamets, but just a few seconds late.
  • Theory: Spore drive technology originated from the mirror universe, as did Lorca, who may have used it to escape where he’s from. Perhaps circumstances there were far more dire, and like episode 5 said, he’s a survivor. Upon his arrival, he destroyed the USS Buran, killing all hands, including prime universe Lorca, so he could assume his identity, using a Klingon attack as a cover story. He then secretly bargained with the very top level of Starfleet to offer the technology to win the prime universe war, providing he was given unparalleled freedom to captain the Discovery. We know he’s sensitive to light, but we may not yet know the true reason why. It’s almost certainly connected to his mirror universe background. We do know that he doesn’t want doctors to examine him, probably because it would uncover his true identity. If you’re still unconvinced Lorca from the mirror universe, there’s a massive clue in his very first scene: The first thing he says – „No matter how deep in space you are, always feels like you can see home.“ He’s not gazing out into space. He’s gazing into the window’s mirrored reflection!
  • Saru is going to mutiny. I don’t know how or why, I just have a hunch.
  • Star Trek has dealt with rape before, but usually phenomenally poorly. See TNG’s Violations and Voyager’s Retrospect. In A Matter of Perspective it also appears that Riker raped someone. In First Contact it seems that Riker is raped. Shinzon (mentally) sexually assaults Troi in Nemesis and it is very disturbing. Tasha Yar mentioned running from rape gangs growing up. Troi was getting mind raped half the time in TNG. ENT dealt with mind raping. T’Pol from Vulcan space hippies telepathically probing her. We also know that there was some sexual assult happening during the Cardassian occupation of Bajor. Wrongs Darker than Death or Night is the DS9 episode that deals with Bajoran “comfort women”, and that episode is probably most relevant to Lt. Tyler’s situation we see in this episode.
  • While the episode obviously fits into the larger Klingon war/Michael redemption arc, it also felt really self-contained. A 40-minute engagement with a tense situation and ethical dilemma. This episode was really Stamets’s, Saru’s, and Lorca’s show. It felt a lot more like other Treks where, while we have a „main character,“ any given episode might put other members of the cast into much greater focus.
  • Moral / ethical dilemma, badass Captain hand to hand combat, a parable for something bigger, and a slight pushing of the social envelope on TV. That was so totally Trek and I loved it.

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Slashfilm: The insinuation that Tyler has been raped repeatedly by the Klingon captain was so subtle in the dialogue between Tyler and Lorca that it’s easy to look past it, or even excuse it away as Tyler purposefully using his sex appeal to his advantage. But the way he swings at the Klingon captain tells a different story. He’s trying to throw back some of the pain she’s caused him.

Slashfilm: Seeing the crew abuse the tardigrade so much was quite painful. I won’t go into a “Would the original Star Trek have done this?” debate since the Discovery is a ship under duress in a myriad of ways. Honestly, it’s quite surprising and tone-deaf for the crew to not realize that this animal could have some form of sentience. Even Saru, who is prey on his planet, assumes the animal has no smarts. You’d think he of all people would understand what it’s like to be, well, preyed upon.

AV Club: The spore drive storyline moves so damn fast that it plays more like an outline than an actual plot. In three scant episodes it’s gone from “experimental” to “practical but costly” to “practical but costly in a different way.” It would be nice to have some time for any of this to sink in. Also, while I’m not asking for a lecture, a clearer understanding of just how much faster and easier the drive is to use than regular warp would be useful.

AV Club: Anyone disappointed by Star Trek: Discovery’s grim/dark view of the future past will likely leave “Choose Your Pain” still disappointed. The episode continues the trend of stark conflicts, bad vibes, and interpersonal squabbling. Even the introduction of one of the original Star Trek’s most memorably campy creations fails to lighten the mood. This might never be the sort of hopeful, life-affirming Trek so many are missing. But it has promise.

Den of Geek: The concept of „choosing your pain,“ i.e. choosing which of your cellmates will be tortured, is a good narrative device, but one that was underutilized. I didn’t care enough about any of the characters stuck in this Klingon cell for there to hold much dramatic tension. This would have been a good opportunity to nuance the Klingon culture in this show.

Den of Geek: The scene of Stamets and Culber brushing their teeth together was one of the first domestic moments (other than the adorable, hilarious Burnham/Tilly scenes) that we’ve seen on this show. I’d like to see more. I want to get a lived-in feeling from this starship. I also wouldn’t mind learning more about the relationships between the people who live there — not just romantically, but in all ways. The true heart of this show, of every Star Trek shows, lies with the story of a ship (or space station) and the chosen family who lives there. Discovery has yet to fully establish that vibe.

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star trek discovery wilson cruz

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…und, via IMDb:

At ComicCon 2016, then-showrunner Bryan Fuller said that the inspirations for centering the show around a female lead and a character of color were the actress Nichelle Nichols (who played Lieutenant Uhura, the only black character and the only woman in the main cast of the original series) and the astronaut Mae Jemison, the first African American woman in space.

All of Bryan Fuller’s shows have at least one female character with a traditionally male name: Chuck in “Pushing Daisies“, “George in Dead Like Me“, Freddie Lounds in “Hannibal“, Michael in „Star Trek: Discovery“.

The name of Jason Isaacs’s character, Captain Lorca, is a reference to the Spanish writer and poet Federico García Lorca.

The first gay main character, Paul Stamets, is named after real-life mycologist Paul Stamets.

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Auf Reddit kommentierten viele Nutzer (die meisten: junge weiße Männer), dass sie Hauptfigur Michael unreif, schroff, unsympathisch, unerträglich fanden, und empfahlen, lieber Episode 3 von „The Orville“ zu sehen – eine „Star Trek: The Next Generation“-Parodie von und mit „Family Guy“-Autor Seth MacFarlane. „Discovery“ hat sehr gute Kritiken, aber Netz-Jungs haben keine Lust. „The Orville“ hat vernichtende Kritiken – aber die „Family Guy“-Zielgruppe muss dort weniger starke, komplexe Frauen aushalten. Hmpf.

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Warum ich keine Comics lese: Argumente gegen Mangas und Graphic Novels. [Montagsfrage, deutsche Buchblogs]

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Comics sind humorvolle Unterhaltung für zwischendurch, aber nicht wirkliche Lektüre.

Ich denke, das ist eher was für nebenbei.

Man kann es auch gar nicht mit echten Büchern vergleichen: Romane sind einfach viel mehr Literatur.

Bücher haben doch eine ganz andere Tragweite.

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Ich will mir eine Geschichte selbst ausmalen.

Das geschriebene Wort ist einfach viel schöner, und man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Es geht doch nichts über einen echten Roman, der Figuren und Schauplätze auch ohne Bild zu malen fähig ist.

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Comics liegen bei uns am Klo. Für mehr Lektüre als kurze Bildgeschichten ist oft gar keine Zeit.

Bücher finde ich doch wertiger.

Seit ich Bücher ohne Bilder lesen kann, mache ich das auch.

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Als Kind war es irgendwie normal, Comics zu lesen. „Asterix & Obelix“ und „Tim & Struppi“ haben wir gefühlt alle gelesen, oder? Das gehört wohl zur Grundbildung dazu. Mein Papa hat gern die Asterix-Hefte gelesen. Wir Kinder kamen natürlich damit in Berührung, auch wenn das meiner Mama nicht so gut gefiel. Weil ich zur Waldorfschule ging, war es sogar etwas verpönt und nicht gern gesehen. Mangels Büchern im elterlichen Haushalt habe ich eben mit Comics begonnen.

Irgendwann im Alter von acht oder neun Jahren hatte ich keine Lust mehr auf Comics oder der Reiz war einfach weg.

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Mein bester Freund liest noch heute die alten Comics, um sich aufzuheitern. Ich habe mein Abo der „Lustigen Taschenbücher“ gekündigt, weil ich merkte, dass hier keine Geschichten mehr für mich geschrieben werden. Die LTBs waren immer zu schnell ausgelesen. Ich vermute, heute würden sie mich nicht mehr begeistern. Ich will sie nicht lesen, um meine Kindheitserinnerungen nicht zu verfälschen.

Die paar Comics von damals sind gegen die Masse der gelesenen Bücher eigentlich kaum der Rede wert.

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Viele Leser hat das sicher auf den Weg zu „echten“ Büchern geführt.

Ich finde Comics für die Entwicklung sehr nützlich.

Je älter ich aber wurde, desto weniger konnten sie mich in den Bann ziehen.

Mir sind die Geschichten einfach zu „flach“. Als Lückenfüller beim Arzt ganz ok, aber ansonsten fehlt der Reiz. Ich kann nichts daran finden.

Für viele Leser sind Comics der Einstieg in die Welt der Romane.

Ich habe die Fähigkeit erworben, Bücher ohne Bilder zu lesen. Darauf war ich stolz, also zieh ich das jetzt durch.

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Für Mangas habe ich mich noch nie interessiert. Mit Comics bzw. Mangas konnte ich noch nie etwas anfangen. Um ehrlich zu sein, kann ich da nicht mal einen Unterschied erkennen. Ich weiß so wenig über Comics und Graphic Novels, dass mir nicht mal klar war, dass es da einen Unterschied gibt. An der Comicecke in der Bücherei oder der Buchhandlung laufe ich schnurstracks vorbei und würdige sie keines Blickes.

Mangas rühre ich im Traum nicht an. Auf den Manga-Zug bin ich nie aufgesprungen, weil mir die Darstellung mit den übergroßen Augen und schmalen Mündern der Manga-Menschen nie gefallen hat. Wahrscheinlich gehöre ich mit meiner Generation auch nicht mehr zu der Zielgruppe: In meiner Kindheit gab es Mangas noch gar nicht.

Die Schreibweise von Mangas hat mich übelst verwirrt. Mich irritieren diese ganzen Bilder und die Sprechblasen und dieses Von-hinten-nach-vorne-Lesen einfach nur total – das ist nicht meins.

Man muss ja auch nicht jeden Trend mitgehen.

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Mich machen überladene Comics/Manga nervös. Es passiert zu viel auf einer Seite, meine Augen wissen nicht, wo sie beginnen und wo enden sollen. Ganz übel ist es, wenn sich bunte Seiten mit schwarz-weißen abwechseln.

Ich schaue auch nur wenige Serien/Filme: zu viel, zu schnell. Ich mag nur selten Buchverfilmungen. Also liegt mein Unwillen wohl daran, dass ich mir ungern in mein Kopfkino reinpfuschen lasse: Ich habe oft sehr spezifische Vorstellungen, und wenn eine Zeichnung (oder andere Darstellung) so gar nicht damit übereinstimmt, bringt mich das total aus dem Konzept.

So kunstvoll ein Comic auch gezeichnet sein mag, ich konzentriere mich viel zu sehr auf den Text, der für mich dann logischerweise zu wenig hergibt. Das ist für mich also kein Lesevergnügen so wie ich es verstehe. Denn ich habe Freude an Formulierungen, an poetischen Beschreibungen, an der Sprache, dem Erzählstil. All das finde ich beim Comic nicht bzw. steckt eben das in den Bildern, die ich nicht zu würdigen weiß.

Für mich persönlich ist das Lesen eines Romanes einfacher und flüssiger.

Ich hab gleich mit den richtig fetten Schinken losgelegt.

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Ich bewundere heute noch Wilhelm Busch mit seinem ausdrucksstarken Zeichentalent und seinen treffenden Texten mit viel Witz dahinter.

Aber heute müssen es Bücher sein.

Ich lese zwar nicht nur Romane (sondern auch Fachbücher), aber mit Comics habe ich abgeschlossen. Das ist nicht meine Welt.

Ein weiterer Grund, weshalb ich nie einen Comic oder einen Manga in die Hand nehme ist, dass mich beides schon als Kind nicht interessiert hat. Ich glaube, es ist schwer, für so etwas noch im Nachhinein seine Leidenschaft zu entdecken. Viele scheinen mit Comics gestartet zu sein und sich dann weiterentwickelt zu haben.

Ich lese höchstens mal die Comics aus der Tageszeitung oder sehe mir ein paar online an. Aber extra einen Manga kaufen oder eine Graphic Novel, das wäre nichts für mich. Gezeichnete Geschichten sind für mich eine zusätzliche, humorvolle Ablenkung, die ich mehr nebenbei zur Erheiterung mal lese, aber nicht Lektüre als solches. Ein witziger Zeitvertreib, etwas um sich alleine zu amüsieren und lachen, aber keine Lektüre zum Sich-Hineinversetzen und Wegtauchen. Eine Unterbrechung beim Lesen von Comics ist viel weniger schlimm, als wenn ich einen Roman lese.

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Mangas waren nur gut während dem Studium, wenn ich Zug gefahren bin. Da konnte ich mich nie so gut auf Bücher konzentrieren, wegen den ganzen Gesprächen um mich.

Als ich damals angefangen habe, kosteten Mangas meist um die 5 €, was für mich absolut vertretbar war. Irgendwann wurden die Preise erhöht und ich wurde zu geizig, um Mangas für 6,50 € zu kaufen. Für mich stimmte dann das Verhältnis zwischen dem Preis und der Lesezeit einfach nicht mehr. Mit einem Roman, der 8 oder 10 Euro kostet, kann ich mich viel länger beschäftigen.

Was mich nervt, ist die Tatsache, dass sie sehr schnell ausgelesen sind. Ich muss sagen, dass sie mir meist den Preis nicht wert sind, dafür dass man super schnell damit durch ist und ich die Zeichnungen auch gar nicht angemessen würdige, sondern aus Ungeduld immer direkt zur Sprechblase springe und den Rest eher am Rande wahrnehme.

Verglichen mit normalen Taschenbüchern sind Comics schweineteuer.

Bei mir stehen auch zu viele Bücher, die noch gelesen werden wollen. Daher werde ich sicherlich mir nicht noch eine Buchform wie Comic oder Manga auswählen. Ich habe a) viel zu wenig Platz in meinen Bücherregalen und b) viel zu wenig Geld auf meinem Konto, um eine eigene Sammlung anzulegen.

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In meiner Jugend habe ich mich an die X-Men gewagt (und auch andere Superheldencomics gelesen), aber so richtig warm geworden bin ich damit nicht. Ich mag Superheldenfilme und auch gegen die animierten Serien habe ich nichts. Aber die Comics reizen mich nicht.

Ich würde super gerne ins Marvel- und DC-Universum eintauchen, finde aber keinen guten Anfangspunkt. Wollte man chronologisch anfangen, müsste man sich doch diese unverschämt teuren Uralt-Ausgaben anschaffen, oder sehe ich das falsch? Bei Marvel und DC habe ich irgendwie immer eine so düstere Stimmung im Kopf.

Im Bereich Comic ist die Mädchen-Jungs-Trennung noch absurd deutlich.

Der Blick auf die herkömmliche Comic-Branche zeigt, wie mager starke weibliche Charaktere und Protagonistinnen waren und es trotz Verbesserungen eigentlich auch heute noch sind. Vor allem mit den Manga-Gesichtern tue ich mich oft schwer. Meist gefallen mir eher die Szenenzeichnungen im Hintergrund. Ich las noch so eine Manga-Reihe mit rotem Cover. Ich weiß leider nicht mehr wie er heißt und worum es geht. Irgendwas mit Schule und Liebe, erschienen bei Tokyopop. Mit dem Alter hat das Lesen von Mangas nachgelassen. Das liegt, denke ich vor allem daran, dass in Deutschland wenige Mangas mit starken und reifen/älteren Charakterinnen existieren.

Warum ich das aufgegeben habe, weiß ich gar nicht. Ich wurde einfach älter und habe den Reiz daran verloren.

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Mangas und Comics sind mir mittlerweile nicht mehr ernst genug.

Da lese ich doch lieber einen Fließtext!

Mittlerweile, muss ich gestehen, übersehe ich die Illustrationen und lese nur noch den vorhanden Text. Ich weiß auch nicht woran das liegen mag, dass ich die wunderschönen, schaurigen oder aber auch bedrückenden Bilder nicht mehr so wahrnehme wie damals. Vielleicht weil man heute zu übersättigt ist von Bildern? Vielleicht aber auch, weil mich die Sprache mehr reizt.

Ich finde gezeichnete Geschichten gut, wenn man nicht viel Zeit zu lesen hat oder eher etwas Leichtes lesen möchte. Ganz selten greife ich noch danach: Wenn ich in Erinnerungen schwelgen oder einfach ein bisschen abschalten und entspannen möchte.

Eigentlich nicht aus reinen Interesse, sondern eher um die Zeit tot zu schlagen

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Graphic Novels sind Romane, als „Comic“ gezeichnet. Natürlich kann man das nicht mit Romanen vergleichen.

Bei Comics fehlt mir etwas und es ist für mich auch kein richtiges Lesen. Lesen ist für mich, wenn ich völlig in eine Geschichte eintauchen kann, die Charaktere mit all ihren Facetten kennen lerne und entweder mag oder nicht.

Gerade für Graphic Novels muss man ja auch erst einmal in der richtigen Stimmung sein, finde ich. Ich wüsste noch nicht mal, wo ich da anfangen sollte, so viele gibt es da schon. Der Markt scheint ja ziemlich geflutet zu sein. Mir fehlt einfach der Überblick über das Medium, um einen Ansatzpunkt zu finden, ohne eine Menge Fehlkäufe zu tätigen.

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Damit ich ein Comic kaufe, muss mich der Zeichenstil einfach umhauen. Ich verstehe, dass man den künstlerischen Aspekt einer tollen Zeichnung schätzen kann. Aber dafür würde mir z.B. ein einzelnes Bild mit einer entscheidenden Szene reichen, das ganze Buch müsste ich nicht auf diese Art erzählt bekommen.

Wenn mir die Zeichnungen nicht gefallen, dann hat die Story oft auch keine Chance. Ich habe noch keinen Comic gefunden, wo für mich „alles passt“

Wobei ich mich schon für eine Reihe begeistern könnte, wenn ich nur die richtige finden würde.

Das Erlebnis beim Romanelesen ist meiner Ansicht nach intensiver (und länger).

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Meine Fantasie passt einfach besser zu den Protagonisten, als sie beschrieben werden. Das verfälscht aber oftmals die Intention des Autors, der sich ja etwas dabei gedacht hat, den Charakter SO darzustellen. Ein Manga lässt hier nicht viel Interpretationsspielraum. Man bekommt deutlich – schwarz auf weiß – gezeigt, wie der Charakter aussieht, ob er eher ein kalter oder gefühlvoller Mensch ist. Hier wird das Augenmerk auf die Mimik und nicht auf das geschriebene Wort gelegt. Bei den passenden Genres ist das eine willkommene Abwechslung für mein Gehirn – mal wenig mitdenken zu müssen, tut wirklich gut.

Ich lese gerne Bücher und lasse meine Fantasie spielen, genieße aber trotzdem ab und an, dass ich bei Comics komplett abschalten kann und Bilder vorgegeben bekomme.

Grundsätzlich bin ich nicht dagegen.

Ich bin aber eher der Romantyp.

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Beim Lesen geht es mir wirklich um das Wort und nicht um die optische Gestaltung.

In ein Buch lasse ich mich komplett fallen, sinke da viel tiefer ein als in eine Comicgeschichte.

Dann kommt mein Kopfkino zum Einsatz und ich lasse mich entführen in fremde Welten, wie es ein Comic nie könnte.

Ich bemühe lieber das Kopfkino als mir eine optische Ergänzung der Geschichte vorsetzen zu lassen. Das Kopfkino ist meiner Meinung nach auch viel vielfältiger. Ich brauche die Möglichkeit, mir selbst auszumalen zu können, wie eine Figur, wie eine Umgebung aussieht.

Wenn ich mich beim Lesen zwischen den Buchdeckeln verliere, habe ich mich zu 99,9% in die Wörter verliebt – Wörter können schön sein, Wörter können mehr verletzen als ein Messer – und nicht in die optische Gestaltung.

Das ist einfach nicht mein Medium, weil es zu viel vorgibt, was ich mir (was wir uns) lieber selbst ausmalen wollen.

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Das hier war kein Text von mir – sondern eine Collage aus 70 Blogbeiträgen von:

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1. Motte Enna – BücherregalSchätze 25. Charleens Traumbibliothek 49. Pineapples BookNook
2. Holla die Buchfee 26. Bücher in meiner Hand 50. PaperbackStories
3. Aequitas et Veritas 27. msmedlock 51. Ruby
4. Sheena 28. LeesBücher! 52. sanne von Wortgestalten
5. Gabis Laberladen 29. Nisnis Bücherliebe 53. Little Book Obsession
6. Ladysmartypants 30. Kerstin Wörterkatze 54. Ghost
7. wortmagieblog 31. Nenis Welt 55. Conny | Meine kleine Welt
8. Bücherkiste 32. Corly 56. Liv
9. Kiras kleine Leseecke 33. away from here 57. schraeglesen
10. Der Büchernarr 34. Tessa Jones 58. Anna von liveyourlifewithbooks
11. Buchträumerin 35. Julia L. Jordan 59. Lauter&Leise | Antonia
12. Buchperlenblog 36. Nicoles Bücherwelt 60. Klusi liest
13. VonDerZeitBeseelt 37. Myna Kaltschnee 61. Melanie von Bücher sind Schiffe, …
14. Bucheulchen Lisa 38. Wulf | Medienjournal 62. geschichtenfaenger
15. Katja | Zwischen den Seiten 39. Anni_Book 63. libris_poison
16. sommerlese 40. Lesefieber-Buchpost 64. Mein Lesezeichen Blog
17. Tintenblüte 41. Leuchtturmwaerterins Buechertuermchen 65. My Book&Serie&Movie Blog
18. Büchertänzerin 42. Mein Senf für die Welt 66. Määds Books
19. Unendliche Geschichte 43. Sarah von ZeilenSprung – Literatur erleben 67. Sven von It’s a Blob
20. Moony || Vollmondschatten 44. Buch – „Bloggade“ 68. vro jongliert
21. Beutelwolf-Blog 45. Shanlira`s Bücherwelt 69. Schwarzbuntgestreift
22. Linda // dufttrunken 46. Nela | Livricieux 70. Bettina von Bookish Moments
23. Tinte | Feder | Schwert 47. bookish-heart-dreams 71. Buchweiser
24. Gedankenwelt von Denise & Antonia 48. RaspberryBook 72. Tarika (Tarikas Orbit)

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Buchbloggerin Svenja Borghans fragte auf ihrem Blog Buchfresserchen als „Montagsfrage“ in die Runde:

„Ich arbeite als Illustratorin und lese ganz gerne mal eine gezeichnete Geschichte statt eines klassischen Romans: Ein Bild sagt eben doch oft mehr als 1000 Worte. Wie ist das bei euch?“

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Ich las alle 70+ Antwort-Blogposts und trug zusammen, was viele Buchblogger*innnen an Comics verwirrt, langweilt, abstößt oder kalt lässt, im obigen Text.

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Ich selbst liebe Comics und bespreche/empfehle sie u.a. beim Berliner Tagesspiegel und bei Deutschlandradio Kultur.

Ich freue mich, wenn mich Menschen nach persönlichen Comictipps und Empfehlungen zum Einstieg fragen – gern z.B. via Facebook.

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Falls ihr nur EINEN Comic probieren wollt: Nehmt „Daytripper“ von Fabio Moon und Gabriel Ba.

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drei Blogposts zur Montagsfrage, die ich mochte und empfehle:

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als Gegengewicht:

Zitate aus Buchblogs, deren Autor*innen GERN Comics lesen… und ihre Gründe:

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  • Man taucht nicht nur in die Fantasie des Autors, sondern auch gleich noch in die des Zeichners ein.
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  • Ich finds toll, wenn man manchmal keine Worte braucht und trotzdem die Geschichte versteht.
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  • Da spielen Bild und Wort einander den Ball zu, da erzählt eine Zeichnung ohne eine einzige Sprechblase einen eigenen Teil der Handlung. Das Bild dient dabei nicht dazu, dem Leser die Vorstellungsarbeit abzunehmen.
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  • Die Vielfalt von Comics steht der von Romanen in nichts nach, so dass für jeden Geschmack etwas zu finden sein sollte. Und so sehr ich es schätze, wenn es einem Buch gelingt, eine fiktive Welt vor meinem inneren Auge lebendig werden zu lassen, so schön ist es doch manchmal, sich die Visionen und Ideen anderer Leute direkt präsentieren zu lassen, wobei hier eben ähnlich wie im Film vieles auch einfach nur gezeigt, nicht erzählt werden muss, was dem Geschehen oft eine zusätzliche Ebene verleiht, die bei dem „nur“ geschriebenen Wort schwer zu erreichen ist.
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  • Der Zugang zu Comic ist intuitiv: Deswegen lesen sie Kinder so gerne. Das Bild erzählt die Geschichte und der Text ist nur ein Teil davon. Die Peanuts würden als rein sprachlicher Witz doch niemals funktionieren. Oder würdet ihr lachen, wenn ihr einen puren Buchstabentext darüber lesen würdet, wie Lucy Charlie Brown den Football wegzieht – schon wieder?
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  • Bildgeschichten können so beiläufig sein: Ich erinnere mich, wie ich früher Geschichten gelesen habe und mir im Hintergrund herrlich absurde Details aufgefallen sind. Die Haupthandlung geht unbeteiligt weiter, aber im Hintergrund jagt ein Mensch seinen Hund, weil der seine Hose geklaut hat. Ein Buchstabentext kennt nur eine Ebene der Erzählung.
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  • Gute Geschichten vertragen keine mittelmäßigen Wortakkrobaten: Eigentlich bin ich ja auch gerne für Action und Abenteuer zu haben, Sci-Fi und Fantasy. Doch oft hapert es einfach an Menschen, die diese Geschichten erzählen können. Weil die Aktionen zugegebenermaßen auch nach platten und klischeebehafteten Beschreibungen schreien. Doch Comics kommen da drum herum – weil sie das eben einfach den Bildern überlassen können.
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  • Allen Graphic Novels, die ich mag, ist gemein, dass sie versuchen, ein komplexes Thema oder den Inhalt eines mehrere hundert Seiten langen Romans in einer graphischen Darstellung wiederzugeben. Manchmal mit wenigen Worten, dafür mit umso ausdrucksstärkeren Bildern.
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  • In einem Song von Rammstein heißt es „Der Mensch ist doch ein Augentier. Schöne Dinge wünsch‘ ich mir“. Und so ist es – ich mag einfach schöne Bilder.
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  • Nicht nur Nerds, Geeks oder aber Kinder lesen Comics. Denn wie bei den Romanen, sind auch der Stil, das Genre und die unterschiedlichsten Thematiken ein besonderer Pool, aus dem man schöpfen kann.
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  •  Entsprechend kann ich nur jedem raten, der immer noch mit Comics fremdelt oder meint, die Geschichten wären bloß für Kinder konzipiert, sich doch einmal ausgiebig umzutun und eventuell einen Blick zu wagen, denn so schön Bücher sind, in die man abtauchen kann, so schön kann es eben auch sein, sich in einem optisch wie inhaltlich fulminant aufgemachten Comic zu verlieren.

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  • „Onkel Dagobert“-Autor und -Zeichner Don Rosa schafft es wie kein anderer, eine tolle Geschichte zu erzählen und dazu mega detaillierte Zeichnungen zu liefern. Er erzählt oft im Hintergrund noch eine kleine Nebengeschichte, während man den Figuren im Vordergrund „lauscht“. Dazu recherchiert er akribisch für seine Geschichten, die meist geschichtliche Aspekte beinhalten. Seine Figuren sind die Ducks, die er auf diese Abenteuer schickt. Leider ist er nun im Ruhestand, es kommen also keine neuen Geschichten mehr von ihm.
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  • Batman-Comics sind, glaube ich – man verzeihe mir das Stereotyp – so ein Jungs-Ding. Es ist legitim, sie als Helden zu verehren, weil sie stark sind. Und lustigerweise auch Probleme haben dürfen. Bruce Wayne ist für mich eine gescheiterte Existenz, dennoch kann der kleine Junge in mir zu ihm aufblicken und ihn bewundern. Es geht um Männerrollen und Ideale.
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  • Ich lese gerne Shonen-Mangas – das bedeutet, dass die eigentliche Zielgruppe für dieses Genre Jungen sind und ein bestimmter Zeichenstil vorherrscht. Es geht meist um einen Hauptcharakter, der mit der Zeit Freunde findet und auf eine Reise aufbricht oder auf ein bestimmtes Ziel hinarbeitet. Was mir daran so gefällt ist vor allen Dingen, die Botschaft, die diese Mangas übermitteln. Es geht darum, dass man für seine Freude und für seine Ziele und Träume einsteht und dass man alles schaffen kann, wenn man zusammenhält und hart an sich und für seine Ziele arbeitet.
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  • Beim Manga „One Piece“ kann ich mir einfach nicht vorstellen, das als Buch zu lesen. Ich wüsste nicht wie man so genau die Kampfszenen beschreiben soll und erst die Blicke der Crew Mitglieder, wenn einer ihrer Freunde verletzt wird.
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  • Was mich an gezeichneten Figuren reizt? Die Emotionen bekommen ein Gesicht, welches ich nicht fehlinterpretieren kann.
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  • Ansonsten reizt mich an Manga, dass sie wahnsinnig viel Gefühl durch die Kombination von Bild und Text übermitteln können. Ich kann mich stundenlang in einem Manga verlieren und dann beim zweiten Mal lesen doch immer wieder etwas Neues entdecken.
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  • Außerdem stammen Mangas aus einem ganz anderem Kulturkreis mit anderen Traditionen und Umgangsformen. Ich denke, dass das auch ein Grund war weshalb ich sie so gerne gelesen habe, das hat mich einfach fasziniert. Da war ich dann ganz weit weg von meinem Alltag.

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lois-clark-superman

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Christian Schlüter schreibt in der Berliner Zeitung:

Allein das Neben- und Ineinander von Bild und Text erfordert hier einen gelenkigen Blick: Aus einer Linie, einem Strich kann sowohl eine lebendige Zeichnung als auch ein lebloser Buchstabe werden, aber auch eine wortmalerische Interjektion, ein „Zack“, „Boing“, „Peng“ oder „Hatschi“ – das Auge springt zwischen Bild und Text hin und her. Eine wunderbare Dehnübung für schlaffe Sehnerven ist das und eine Aufforderung zu weitreichender Interpretation.

Dass unsere Fantasie aus wohlgesetzten Buchstabengruppen – aus Wörtern und Sätzen – die schönsten Bilder zusammenreimt und damit die schöne Literatur zum Leben erweckt, dass unsere Fantasie also das Tote zum Leben erweckt: Diese Kulturleistung wird bis heute als alternativloser Vorzug der reinen Buchstabenbelletristik gepriesen.

Und macht als Argument, obwohl alles an ihm falsch ist, den größten Eindruck: Die schöne, an sich selbst bilderlose Literatur gilt als die eigentliche, die gute Literatur, aber der Comic, der Bilder schon mit sich trägt, soll die Fantasie töten und deswegen schlechte Literatur sein.

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auf Facebook kommentieren Freundin W…

„Ich habe im Bereich der Graphic Novels so viele wunderbare, großartige Geschichten entdeckt, von denen mich einige mehr gefangen genommen und gerührt haben als die meisten Romane.

Das Lesen erfordert eine andere Art der Konzentration. Wenn ich mich gerade auf keinen Roman konzentrieren kann, aber gerne lesen möchte, dann klappt das mit GN, weil sie eine andere Art der Konzertation erfordern. Wenn mir Geschichte und Darstellung zusagen, ist das Lesen wie ein Film, dessen Tempo ich selbst bestimme. GNs sind perfekt, wenn man lieber weniger Wörter haben will als zu viele. Jeder wichtige Moment muss sitzen, als einzelnes Bild oder Sequenz mit kurzgefassten Worten und die Wirkung ist auf mich oft intensiver und einprägsamer als bei Romanen. Besonders die autobiografischen GN kommen mir oft mutiger, frischer, jünger, konzentrierter und ehrlicher vor als ähnlich motivierte Romane.“

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…und Comicleser I.:

Die meisten Blogger-Kommentare sind nachvollziehbar, nicht weil sie korrekt sind, sondern weil es für Comic-Einsteiger nicht leicht ist, durch den Wust an Veröffentlichung zu blicken. Das es neben Einzelheften und TPB [Sammelbänden] auch meist schöne, ‚wertige‘, Hardcover-Ausgaben gibt. Dass es nicht nur Marvel, DC und Superhelden gibt. Dass sich gute Geschichten meist über viele Ausgaben und Jahre aufbauen. Dass Menschen die ‚Buchblogger‘ sind, wohl selten einen coolen Comic-Geek im Freundeskreis haben, der sich täglich durch die Neuerscheinungen liest und Lesetipps und Kaufberatung geben kann. Dass man sehr viel über Theorie und Technik der Comicgestaltung lernen kann. Dass ‚Graphic Novel‘ ein von Schnöseln geprägter Begriff für besonders langweilige Comics ist. Und besonders, dass es nicht auf das Medium ankommt, sondern auf den Inhalt.“

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Internationales Literaturfestival Berlin: „Spielung“ zu „Die Säulen der Erde“ (Ken Follett, Daedalic Entertainment) & „literarisches Videospiel-Quartett“

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…über Videospiele sprechen wie über Literatur?

  • Carsten Görig (u.a. Spiegel, Stern)
  • Sonja Wild (u.a. WASD, Superlevel)
  • Valentina Tamer (Spielautorin, u.a. „Die Säulen der Erde“)
  • und Falko Löffler (Spiel- und Romanautor, u.a. „Drachenwächter“)
  • …sprachen mit Moderator Marcus Richter über die Spiele „Dishonored 2“, „Firewatch“, „The Stanley Parable“, „Event 0“

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Ich besuchte die Podiumsdiskussion und die anschließende Spielung von „Die Säulen der Erde“ am 10. September 2017 für Deutschlandfunk Kultur – und ziehe am Montag, 11. September zwischen 14 und 15 Uhr als Studiogast im Kulturmagazin „Kompressor“ ein Fazit.

Schon jetzt, hier im Blog: meine Ideen & Beobachtungen.

Das Internationale Literaturfestival Berlin und die Stiftung Digitale Spielkultur luden vier Podiumsgäste und Moderator Marcus Richter zu zwei Events ins Institut Francais: ein „literarisches Quartett“ für digitale Spiele unter dem Titel „Der Weg des digitalen Spiels ins Feuilleton“

Wie im „literarischen Quartett“ brachten alle vier Gäste jeweils ein – literarisches, innovativ erzähltes, eigenwilliges – Werk mit und stellten vor, wie im jeweiligen Spiel Geschichten erzählt werden: „Dishonored 2“ (Görig), „Firewatch“ (Löffler), „The Stanley Parable“ (Tamer), „Event 0“ (Wild) . Alle vier Spiele wurden via Leinwand (Trailer + Aufzeichnung einer laufenden Spielsituation) gezeigt, und alle 5 Menschen auf dem Podium unterhielten sich dann über Qualität, Narration, Erzählräume und gaben eine kurze Wertung ab.

Nach 90 Minuten und Pause begann dann eine „Spielung“: Auf der Leinwand spielte jemand die Ken-Follett-Videospiel-Adaption zum Historienroman „Die Säulen der Erde“, und Moderator Marcus Richter stellte der Co-Autorin Valentina Tamer Fragen zur Dramaturgie, den kreativen Entscheidungen und zur Spielmechanik. Tamer war konzis… doch ich fand diesen Teil des Abends zu werbend:über Schwächen, Probleme, Konflikte des Spiels wurde kaum gesprochen, und was ich auf der Leinwand sah, wirkte recht freudlos, schleppend, drittklassig.

[Die Spielung lief nicht wie ein Let’s-Play-Video auf Youtube, in dem ein Gamer spielt und gleichzeitig sein Spielen kommentiert. Stattdessen klickte sich jemand „backstage“ und ohne eigene Worte/Kommentare durchs Spiel, und Valentina und Marcus sprachen gleichzeitig auf der Bühne eher abstrakt über das Spiel per se: Sie kommentierten den Spielverlauf nur punktuell.]

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– Spiegel-Autor Carsten Göring schreibt wunderbare Texte, zuletzt z.B. hier: http://www.spiegel.de/netzwelt/games/life-is-strange-before-the-storm-im-test-das-taugt-die-erste-episode-a-1165701.html …doch hatte größere Mühe, zu veranschaulichen, WAS jetzt konkret so interessant/spannend war an der Backstory und dem World Building des Spiels, das er sich aussuchte: Mir ist weiterhin nicht klar, was „Dishonored 2“ mit Zeitreisen/-sprüngen zu tun hat, wer wie und wann in welche Körper springt/morpht und, warum im Trailer z.B. Schatten-Tentakel in der Ego-Perspektive Gegner durch die Luft schleudern. Und: eine industrielle Revolution, befeuert durch die Walöl-Industrie? Klingt toll. Aber alle sprachen zu lange darüber, wie „toll“ und „tief“ das geht, zu wenig, WAS konkret sie da so rührt oder erzählerisch überzeugt.

– Moderator Marcus Richter stellte fast im Minutentakt Variationen der Frage „Aber WAS genau ist jetzt so besonders daran?“. Das war hilfreich, um uns im Publikum zu vermitteln, WO hier Innovationen oder erzählerische Tiefe und Tricks wirken… doch menschlich/psychologisch ein wenig ablehnend/negativ. Sehr viel „ABER…“, „Und das ist alles?“, „Und das ist interessant, weil…?“

– Die anschließende, ca. einstündige „Spielung“ von „Die Säulen der Erde“ machte Spaß, doch insgesamt wirkte das Spiel drei Stufen weniger innovativ, mutig, sehenswert wie die vier Games zuvor. Ich verstehe, dass man „Säulen der Erde“ auswählte (eine aktuelle Bestseller-Adaption aus Deutschland, und eine kluge, wortgewandte Co-Spielautorin als Gast)… doch mir vermittelte sich nicht, was SO besonders an diesem Spiel ist. Nur eben, welche Mühe die Co-Autorin Valentina Tamer hatte, für den sehr ausufernden Romanstoff ein spielbares, mitreißendes Korsett/Gerüst zu finden, und, was dabei neu hinzu kam (z.B. Mini-Geschicklichkeitsspiele) und was eher störte, verloren ging oder überflüssig war (z.B. die Vergewaltigung der weiblichen Hauptfigur: im Roman von 1989 schien Follett das nötig, um die Heldin für den Rest des Buches zu motivieren. Autorin Tamer ersparte uns diesen Rape-as-Backstory-Kniff und fand eine bessere erzählerische Lösung).

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Ich mochte, dass sich der Abend wirklich in JEDEM Satz an interessierte Nicht-Expert*innen wandte: Jeder Fachbegriff wurde erklärt, alle wollten so bildhaft und wenig insidersprachlich wie möglich sprechen. Das Publikum konnte mühelos folgen. Ein gutes Konzept, ein Format, von dem ich mir Fortsetzungen wünsche und das ich empfehle.

Marcus Richter: „Der Weg des digitalen Spiel ins Feuilleton? Wir wollen heute Abend gar nicht darüber diskutieren, ob und wie man das machen sollte – wir MACHEN das einfach!“

Der Abend war ein konkreter Versuch, das umzusetzen – keine Grundsatzdiskussion darüber, ob das umsetzbar ist: Spiele im Feuilleton zu besprechen. (Natürlich ist es das! Die Frage stellte sich zum Glück auch niemandem auf dem Podium oder im Saal.)

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kurz notiert/mitgetippt/paraphrasiert…

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zu „Dishonored 2“, Carsten Görig: „Auftragsmörder-Sein, das ist die Aufgabe, die das Spiel stellt – doch von der Spielerzählung her muss man das gar nicht. Wenn man sehr weit rein geht, findet man tiefere Ebenen, auf denen Sachen erzählt werden, die nicht offensichtlich sind. Oberste Ebene: der vordergründige Aufrag, den man erfüllen soll. Das, was EIGENTLICH erzählt wird, liegt mehrere Ebenen darunter. Die kleinen Geschichten über die Historie der zu erkundenden Stadt sind viel interessanter als der unmittelbare Plot, der darüber liegt: Man findet z.B. Abschiedsbriefe, entdeckt viele Details, das Programmierstudio baut eine Welt aus kleinen Erzählungen. Ich könnte einfach Stunden durch die Stadt im Spiel gehen und alle Orte der Stadt/des Spiels sollen mir etwas erzählen: Was geschah hier vor 5 Minuten, vor 10 Minuten, gestern, vor 100 Jahren? So zeichnet ‚Dishonored‘ eine Kolonialgeschichte nach: Es gibt die Geschichte, die im Plot erzählt wird. Doch gleichzeitig passiert ein Storytelling durch die Umgebung, die man erkunden kann: Man kann in der Stadt lesen.“

Das Podium verglich „Dishonored 2“ mit James Joyces „Ulysses“: die HANDLUNG von „Ulysses“ ist nicht besonders packend. Stattdessen wird in verschiedenen Szenen an verschiedenen Orten der Stadt Stück für Stück, Lage für Lage, Schicht für Schicht eine ganze Welt gezeigt und erklärt. Interessant auch das „Chaos“-System des Spiels: Bringt man viele Gegner um, verkommen die Städte, und mehr Wachen stehen im Weg. So belohnt das Spiel moralisch korrektes Verhalten.

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zu Firewatch: ein Parkwächter in Wyoming 1989, dessen Vorgeschichte durch Textbausteine im Intro/Prolog erklärt wird: Seine Freundin Julia ist an Demenz erkrankt und er flüchtet sich in einen Nationalpark, die neue Stelle und (vermeintliche) Rätsel und Verschwörungen, um zu vermeiden, weiter über Julia nachzudenken. Sonja Wild mochte, dass das Spiel auf einer Meta-Ebene klug über Verantwortung und Ausweichen spricht, indem man erst diesen Park erkundet und sich mit Rätseln ablenkt… doch später, wenn ein Feuer ausbricht und der Park damit enger wird, damit wieder auf Julia gestoßen wird: Das Spiel entlarvt den „Abenteuerspielplatz Park“ als psychologisches Ablenkungsmanöver entlarvt. In „Firewatch“ weiß so viel über die Hauptfigur, dass man nicht fragt: „Was würde ICH tun“, sondern „Wie würde ICH diesen Menschen füllen?“

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zu „The Stanley Parable“: Entweder, man hört dem Erzähler zu, oder widersetzt sich ihm. Ein Spiel mit dem Konzept „freier Wille“: „Man kann das Spiel nicht gewinnen, sondern nur zu einem befriedigenden Grad erkunden.“

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zu „Event 0“, kluge Frage von Marcus Richter: „Vordergründig geht es um ein ‚2001: Odyssee im Weltraum‘-Szenario. Doch worum geht es wirklich?“ [offenbar darum, mit einer künstlichen Intelligenz/einem Chatbot zu sprechen.

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zu „Die Säulen der Erde“, Valentina Tamer: „Eine „interactive Novel“, mehr als ein Point-n-Click: Man kann weitreichende Entscheidungen treffen. Das Spiel macht Welten ERKUNDBAR.“ Interessant: für Spiele auf Steam und der PS4 ist ein Achievement-System vorgeschrieben. Die Entwickler*innen MUSSTEN also Challenges einbauen wie „Der Mönch bekommt Bonuspunkte, wenn er alle Kerzen in der Kirche auspustet.“ Frage von mir: Das Spiel kommt via Steam & Konsolen an Spieler. Doch was ist mit Leser*innen von Historienromanen: „Die Säulen der Erde“ als digitales Spiel – das gibt es, weil das Buch eine der wichtigsten Lizenzen von Bastei Lübbe ist, und Lübbe Teile der Entwicklerfirma Daedalic aufkaufte. Doch Valentina Tamer las/fand bisher nur Reviews in der Spielepresse – kein Feedback des Feuilletons, kein Feedback von Lübbe-Leser*innen und Gelegenheitsspieler*innen, Historienfans. In der Buch-Neuauflage erscheint eine Anzeige fürs Spiel. Aber nimmt diese neue, gaming-fremde Zielgruppe das Spiel an? Wie spielen diese Menschen? Haben sie Spaß?

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vier weitere Spiele-Tipps des Podiums:

  • To the Moon
  • Papers, Please
  • Life is Strange: Before the Sotrm
  • Night in the Woods

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Eine Frage, die ich hätte stellen sollen: Alle fünf Expert*innen auf dem Podium kannte ein Großteil der genannten Spiele, hatte sie sogar mehrmals durchgespielt. Beim „Literarischen Quartett“ haben zwar auch alle vier Teilnehmenden vorbereitend alle vier vorgestellten Bücher gelesen – doch nur in Absprache. Mir ist nicht klar, ob pro Jahr nur ca. 20 solcher Arthouse-Games erscheinen, die dann alle feuilleton-affinen Expert*innen auf JEDEN Fall durchspielen…? Wie groß ist der Markt, wie eng ist der Kanon, wie wichtig ist der kulturelle und wirtschaftliche Impact (sind das Nischen-Titel?) und sprechen wir hier über ausgesuchte, exzellente Ausnahme-Games, von denen nur wenige erscheinen… oder wäre es denkbar, jeden Monat vier solcher Spiele vorzustellen?

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„Spielung“ statt Lesung

Ein Roman als Spiel, digitale Spiele wie ein Roman: Das internationale Literaturfestival zeigt, wie Games literarisch erzählen.

 

Wie viel Verachtung, Hass, Polemik braucht eine TV-Sendung im Stil des Feuilleton? Kritiker Maxim Biller spuckt und schlägt in alle Richtungen. Als er Anfang 2017 „Das literarische Quartett“ verlässt, klagen viele seiner Altersgenossen, mit Biller ginge das Wichtigste verloren: Muss Literaturkritik weh tun, um gehört zu werden?
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Zum internationalen Literaturfestival Berlin lud die Stiftung Digitale Spielkultur vier Expertinnen und Experten der Spielebranche ins Institut Francais. Zu einer Podiumsdiskussion mit anschließender „Spielung“. Ein „literarisches Quartett“ für Videospiele. Ohne Biller-Attacken?
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Moderator Marcus Richter wollte das Motto des Abends, „Der Weg des digitalen Spiels ins Feuilleton?“ möglichst schnell abschlagen: „Wir wollen nicht darüber diskutieren, ob und wie man das machen kann: digitale Spiele im Feuilleton. Wir machen das heute einfach!“ Literaturwissenschaftlich, feuilletonistisch und gegenwartskritisch Videospiele „lesen“ und besprechen. Für ein Publikum, das sonst meist literarische Lesungen besucht.

„82 Prozent Spielspaß“

Während das Feuilleton – auch seit Konkurrenz durch Laienkritik und Leserkommentare – gern schrill und streitbarer wird, um in Diskursen Gehör zu finden, nahm der Spiele-Journalismus einen anderen Weg. Noch in den 90er Jahren sortierte die Fachpresse jedes Game meist in recht technokratische Raster – 82 Prozent Spielspaß, 3 minus für den Soundtrack.
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Spiele-Journalismus, zu lange hieß das: Tabellen, die objektiv und wissenschaftlich wirken wollen, aber sich selbst ad absurdum führen. Weil sie kaum Vergleichbares auf pedantische Zahlenwerte reduzieren oder gegeneinander verrechnen wollen: Sind lange Spiele besser als kurze? Braucht ein Spiel brillante Grafik, um spielenswert zu sein?
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Erst jüngere Magazine wie GEE und WASD schufen einen Gegenpol: Heute werden Games oft so beschrieben, besucht, wie Reisende fremde Nationen erkunden. Subjektive, manchmal ich-lastige Texte über Soziologie und Atmosphäre, Ton und Gesellschaft, Gefühl und Affekt. Reiseberichte durch ein recht junges Stück Kultur.

Die Welt erkunden, dem Plot entkommen

Spiegel-Autor Carsten Görig stellte die Metropolen der „Dishonored“-Spielreihe vor. Im Spiel soll man Attentate rächen, Verschwörungen aufdecken – doch hinter dem eher banalen Plot liegen Erzählräume, mit viel Liebe und dramaturgischer Kunst gestaltet: Jedes Plakat und jeder vergessene Brief, jede Ruine und jedes herrschaftliche Zimmer erzählt hier von Kolonialgeschichte und Ausbeutung, privaten Tragödien oder Konflikten, die vor 5 Minuten, letzte Woche oder 100 Jahren ihren Anfang nahmen.
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Valentina Tramer sah Parallelen zu „Ulysses“ von James Joyce: Als Spieler kann man rasch dem Plot folgen. Oder lieber aus Kulissen, Requisiten die Stadt selbst lesen. Falko Löffler, selbst Texter für Spiele, stellte „Firewatch“ vor. Ein langsames, elegisches Adventure, dessen Hauptfigur durch geschickt manipulative Texte und Vorgeschichte Kontur gewinnt. „Ich frage als Spieler nicht: Was würde ich hier tun? Ich lerne die Figur so gut kennen, dass ich mich frage: Wie will ich diesen Menschen weiter ausfüllen, beim Spielen?“
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Mit zwei Co-Autoren arbeitete Valentina Tamer drei Jahre lang fürs deutsche Produktionsstudio Deadalic Entertainment um Ken Folletts Kirchenbau-Thriller „Die Säulen der Erde“ als Klick- und Rätsel-Spiel zu adaptieren: Großverlag Bastei-Lübbe kaufte Teile der Spielefirma, und Folletts Historienschmöker ist eine der lukrativsten Marken im Konzern. Eine ganze Stunde lang sprach Tamer über die Struktur- und Timing-Probleme, um aus einem Buch mit drei Figuren und fast 50 Jahren politischer Intrige eine Spielwelt aufzufächern, in der Entscheidungen echte Konsequenzen haben.
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Wie schnell digitale Spiele Erzählkonventionen in Frage stellen können, zeigten die vier Gäste angenehm unpolemisch, bildstark und phantasievoll. Die vielen Videos zu Spielszenen, auf der Bühne in Schleife im Hintergrund liefen, sagten mehr als Fachjargon und Schlagworte. 2017 müssen digitale Spiele ihr Potenzial oder ihre Relevanz fürs Feuilleton zum Glück nicht mehr grundsätzlich neu beweisen  Doch uns verführen, reinziehen, überraschen? Das gelingt gut, an einem solchen Abend. Gern wieder in einem Quartett – entspannter, origineller, weniger giftig als das mit Biller!

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mehr von mir:

„DuckTales“ (2017): 50 Things I learned about Scrooge McDuck… by reading the original comics of Carl Barks & Don Rosa

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  • the file names of all images in this post include the issue number or the name of the story they’re from.

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50_Scrooge McDuck first appeared in the Donald Duck comic „Christmas on Bear Mountain“ (1947):

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  • Scrooge was an old miser modelled after Ebenezer Scrooge from Charles Dickens‘ „A Christmas Carol“…
  • So it’s fitting that his first story is set on Christmas.
  • Scrooge invites his nephew Donald  and his great-nephews Huey, Lewey and Louie to his mansion on Bear Mountain…
  • …but, as a secret test, dresses up as a bear to find out if Donald (and the kids) are brave and have strength of character.

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49_In 1947, Donald looks a lot more duck-like, and Duckburg looks VERY Californian:

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  • Why does Donald live in a house where he can barely reach his own door knob?
  • All duck characters are modelled after North American pekin ducks, but over the years, their necks get drawn shorter.

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48_Scrooge LOVES the $-sign:

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  • I particular like the money-green, $-covered undershirt he wears unter his frock…
  • …and the money-green, $-covered curtains in his office.
  • His frock is red, blue, green, sometimes black: It varies from comic to comic.
  • Apparently, it’s always the same piece of clothing, bought in 1902:

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47_Scrooge’s first money bin was in the countryside:

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  • Scrooge thought that no one would look inside, anyways: It’s near a farm, so people would think it was a corn silo.
  • Many early stories focus on Scrooge’s attempts to hide his wealth from the world…
  • …or find a safe place to stash away his „three cubic acres of money“.
  • In the story below, „Island in the Sky“, Scrogge wants to hide all his money on an asteroid:

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46_Most of Scrooge’s coins are silver, not gold:

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  • As a European reader, it’s weird to see all the Dollar Signs:
  • In Italian or Scandinavian „Onkel Dagobert“ comics, the logo on his money bin says „DD“ [for „Dagobert Duck“], and the gold coins are in a fictional (or outdated) currency called „Taler“: If they even have a sign on it, it’s usually a „T“.
  • [Every time Scrooge mentions his businesses, he talks about railroads. But what is a „fish house“, in 1950s Duckburg?]

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45_A later money bin was housed in an office building on a regular street:

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  • The Beagle Boys bought the empty lot next to the bin and drilled a hole to syphon out the coins.
  • Yet another later design shows a money bin up on a hill. When the Beagle Boys try to drill through the bottom, Donald floods the bin the wash them out…
  • …but then, sudden cold weather freezes up the water-and-coins-mix – and the money bin combusts.
  • For other Barks-designed money bins over the years, see the second picture below, by Don Rosa, after Carl Barks.

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44_Carl Barks LOVES silhouettes

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  • The visual storytelling is often straightforward, the panel layouts are simple…
  • …but there are some beautiful effects with black outlines. Particularly in the story below, set on an island near Hawaii:
  • „The Menehune Mystery“, 1953

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43_Donald often ponders his masculinity: Is he brave?

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  • The classic animated cartoons often show Donald as short-tempered and silly…
  • …and European comics depict him as lazy, incompetent or neglectful of his nephews…
  • So it’s fun to see a Donald Duck who’s at least competent enough to identify deerskin, or know what a curator is:

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42_“Christmas on Bear Mountain“ suggests that Scrooge doesn’t respect Donald because Donald lacks bravery:

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  • In episode 2 of the current „DuckTales“ cartoon (2017), Webby says that Donald Duck is „one of the most daring adventurers of all time“.
  • And even in the earliest Barks comics, we are supposed to be on Donald’s side.

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41_Scrooge just wants to be „rich and lonely“:

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  • Initially, the public doesn’t know about Scrooge’s wealth and he’s not recognized on the street.
  • Once people find out and ask him for favors, he’s annoyed.
  • But even though fame is not important to him, he wants to be the richest person/duck in the world.

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40_Donald can’t publicly shame Scrooge for being stingy:

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  • Aggressive „go away!“ signs and traps have surrounded the hillside of his money bin since the earliest drawings.
  • I’m reminded of Ayn Rand’s cutthroat capitalism, and a conversation in the „Atlas Shrugged“ movie:
    Paul Larkin: They say you’re intractable, you’re ruthless, your only goal is to make money.
    Henry Rearden: My only goal is to make money.
    Larkin: Yes, but you shouldn’t say it.

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39_Donald clearly knows that Scrooge leads an unhappy, neurotic life:

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  • I love how snarky Donald acts here: He sees the irony.
  • Many Barks comics show how Scrooge suffers, worries and gets paranoid because of his wealth. He seems sad or neurotic most of the time.

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38_When it comes to happiness, Donald seems wiser than his uncle:

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  • Some of these conversations run suprisingly deep!
  • Scrooge often seems uncultured, narrow-minded, and maybe traumatized from his childhood in Scotland:

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37_There’s also THIS iconic, character-defining quote about Scrooge’s past:

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  • „[I made my money] by being tougher than the toughies, and smarter than the smarties! And I made it square!“
  • The DuckTales 2013 remastered video game has a special „tougher than the toughies“ mode / difficulty level. Video here: Link.
  • Scrooge also gives his „tougher than the toughies“ speech in the first episode of „DuckTales“ (2017) – but his housekeeper is not even listening. In the episode, he seems full of himself and out of touch with the present.

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36_When Scrooge dives into his coins, he often uses the same catch-phrases and mantras:

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  • „I like to dive around in my money like a porpoise! And burrow through it like a gopher! And toss it up and let it hit me on the head!“
  • He fills bath tubs with coins, too.
  • [His rival Flintheart Glomgold does the same.]

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35_Other characters hurt if they dive into coins:

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  • „Why didn’t you get hurt?“ – „Well, I’ll admit – it’s a trick!“
  • No further details on the mechanics of this „trick“, though.

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34_From the beginning, there are more than 30 different Beagle Boys.

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  • So it has to be an organized gang – not just some group of siblings or close relatives.

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33: This scene was a huge inspiration for „Raiders of the Lost Ark“ / „Indiana Jones“

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  • The Beagle Boys try to steal a Native American statue – but once they lift it, a boulder is let loose as a death trap.
  • After Barks inspired „Raiders of the Lost Ark“, „Raiders“ inspired the archeological mysteries of „DuckTales“.
  • I think that’s why the logos for DuckTales and Indiana Jones are so similar.
  • (Red, orange, yellow was a trend for logos in the 1980s.)

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32_Some panels favor naturalism and details:

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  • In the above story, Scrooge hid all his money in a lake, but the Beagle Boys bought the land below and used termites to burst the dam.
  • Below, Scrooge uses an x-ray-machine to look through walls in his family’s castle in Scotland.
  • Barks liked aviation, deep-sea-exploration and gadgets, and I like how matter-of-factly all characters use newish technology like slide machines.

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31_Barks doesn’t get too cartoon-y very often:

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  • This is one of the most childish moments I found.
  • Later on, this Beagle Boy is carried along on a piece of string, like a balloon, so that he wouldn’t float away.
  • Below is a rather inspired moment: Donald spent days nailed inside a box. When he comes out, even his speech balloon is box-shaped:

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30_Another (rather rare!) moment of surrealism and physical comedy:

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  • I loved the scene below: Most comics would just show a 2D-tunnel snaking through the page. But Barks took the time to depict a spiral and convey some sense of perspective and depth.
  • Generally, the Beagle Boys do a lot of digging and mining. It gets boring quickly.

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29_Wet feathers DO that?

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  • This is the only time I saw a wet duck character looking poofy.
  • Overall, characters looked recognizable and on-model nearly all the time – there wasn’t much early installment weirdness (Link).
  • I liked that Scrooge seems to know which nephew is wich: He sometimes called them by names, individually.
  • (personally, I needed the 2017 reboot to properly tell them apart.)
  • Disney archivist Dave Smith: Huey is in red because red is the brightest “hue.” Dewey wears blue, the color of “dew,” a.k.a. water. That “leaves” Louie, the nephew wearing leaf green.

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28_Few women, few different body shapes:

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  • Most crowd scenes by Barks show men. Women are only seen if the gag or scene would not work with male characters: If they are mothers, dancers etc.
  • Italian and Scandinavian Duck comics often use crass and comical body shapes, so when I saw the two mannequins in the background, I thought:
  • Most of the Disney comics I read had TONS of these funny-looking carricature people in them.
  • The manniquins prove that Barks saw the visual appeal. I don’t know why he didn’t use them more often.
  • Is the anti-capitalist guy below modelled after some real-life person?
  • And: How awesome is that random background detail?

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27_I only found one Barks story that MIGHT pass the Bechdel test:

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  • Two female characters? With names? Who talk to each other? About something other than a man? [Bechdel Test, Link]
  • I want more Magica DeSpell, I haven’t seen Daisy Duck or Grandma Duck in a Barks story yet, and I personally like Brigitta McBridge.
  • Barks tells boy stories, and there is never much room for women – usually, they’re a distraction.

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26_I love Goldie’s scrawny look:

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  • Goldie had a dance hall during the Yukon gold rush. She still lives in Alaska, with her pet bear.
  • She has a makeover for Scrooge and CAN look more regal…
  • But it’s fun to see that time has not been kind to either Scrooge or her: Scrooge stories are often about regrets and mortality.

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25_Italian sorceress Magica DeSpell is a master of disguises…

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  • Magica is based on Gina Lollobrigida and Sophia Loren. I was surprised that she’s very, very poor and unkempt, and I think there might be some racist stereotypes against Italians in play.
  • I love how snarky and self-aware everyone acts in the below scene:

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24_Many iconic elements were created by Barks, right away:

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  • Magica is capable, dangerous, ambitious and snarky, and I enjoyed seeing her wreaking havoc.
  • Apparently, her pet raven Poe is her bewitched brother – but I have not seen that relationship explored in detail before.
  • Below: the first appearence of Magica’s cabin near Mt. Vesuvius, drawn by Barks… and a recreation by Don Rosa, 40 years later.
  • „Ogres for Rent“ is inspiring and funny.Barks is original. Don Rosa is, too often, just pedanitc.

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23_Barks is HORRIBLE at depicting cultures:

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  • Here’s a kind, obese and dim-witted Hawaiian guy… surrounded by invisible, fairy-like beings that helped the Ducks during an Hawaiian adventure.
  • These characters are based on actual myth – they’re called Menehune (Link).
  • Barks gets a LOT of credit for incorporating myths and legends into his storytelling. But I’m appaled by the shallowness, the stereotypes and the one-dimensional roles that these ethnic and „savage“ characters often play.
  • Below: The city of Atlantis, and Bark’s AWESOME idea that Atlanteans milk whales…
  • Also: an Atlantean teacher/academic. The cap and the glasses are just lazy storytelling, and the character design bores/annoys me.

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22_Often, all members of a minority look identical:

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  • True: Huey, Dewey and Loie look identical, too. But it’s strangely… sad to see all these tribes and cultures when, most of the time, you can’t see ANY diversity in age, any women etc.
  • Barks often just draws the same character model, without additional details, again and again. They literally all look the same.

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21_DuckTales (1987) used quite a lot of his design ideas:

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  • The aliens in the 1950s comic book look lazy. The 1980s alien doesn’t look original – but still much better.
  • Often, Bark seems to have good ideas for characters – and just lacks the motivation to play with them, diversify etc.

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20_Armadillo-like stone people who cause earthquakes?

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  • Some wear bow-ties. Some wear ties. All seem to be male. But at least there are both children and different colors.
  • And (I never saw this episode!) they made it into the 1987 cartoon intact. Cute!

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19_Barks loves the Space Age:

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  • I like all these rocket designs, and I like the particularly retro design of the „outdated“ spaceship that Scrooge bought second-hand.
  • There’s an effortless and very charming sense of wonder in these stories!
  • Below is a story that, matter-of-factly and without context, says that Duckburg had „advanced MUCH farther than other cities in the world“ (maybe because of Gyro Gearloose?). I love the idea of a (retro-)futuristic Duckburg – but sadly, I  have not see this mentioned ever again.
  • In 2000, the „Superman“ comic books had a storyline where villain Brainiac unleashed a „Y2K virus“ to Metropolis – the city was turned into a literal „city of tomorrow“, with flying cars and futuristic buildings. It lasted a while, but sadly, story- or design-wise, nothing too exciting came out of it.

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18_Hewey, Duwey and Luie are earnest… but lack personality:

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  • Nothing sets them apart, and they’re not all that interesting together: I like that they’re not as bratty and mean-spirited towards Donald as they are in the European books, and they’re not as docile and wide-eyed as they’re in „DuckTales“ (1987). But I didn’t love them, and I don’t think Barks loves them, either.
  • Below is ONE nice and charming touch: To speak with more authority, one of the siblings climbs on top of the others.

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17_The Junior Woodchucks are all-mighty:

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  • Barks created the scouting organization and their all-knowing book. Sometimes, the book is used for trivia or exposition… but in one adventure set in Greece, the siblings suddenly (and with no in-story explanation) become INSANELY pedantic.
  • Below, they use an axe to transform an iceberg into a viking longship.
  • And look at these Junior Woodchuck Homing ROCKETS. What could go wrong?

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16_Super-Hero comics had a silly „Silver Age“. Barks is a child of that era, too:

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  • Above, tiny Native-American-like aliens are climbing a rope from their barren home asteroid to a nearby planet that’s full of fruit.
  • Below, the nephews instantly learn their language… by consulting their Junior Woodchuck book.
  • Plus: „They kneel like the American Savages kneeled to Columbus“. Sigh. #colonialism
  • Here’s more about the silliness of „Silver Age“-superhero stories: Link

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15_Flintheart Glomgold is an inefficiant foil to Scrooge:

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  • They are too similar, and the pedantic and vulgar way they measure their figurative dicks gets tired fast.
  • Flintheart lives in South Africa and has a money bin that sports the Pound sign instead of the dollar sign.
  • Because of the tensions over Apartheid in the late 1980s, „DuckTales“ (1987) made Flintheart a Scot.
  • Below, in „Christmas on Bear Mountain“, Scrooge looks like Flintheart himself.
  • In the new „DuckTales“ reboot (2017), Flintheart looks plumper and much more distinct.

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14_How fictional is the Duck universe?

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  • The above panel brings tons of problems:
  • It’s Flintheart’s second appearance, and for some reason (old age?), Scrooge had forgotten about him and needs a long time to recognize his biggst rival. In another story, Donald is asked by Scrooge to collect a debt at a specific address, and he needs to walk down the front lawn and ring before he understands that it’s his own address. For comedic reasons, both Scrooge and Donald have some tedious and out-of-character „Too dumb to live“ and „Idiot Ball“ moments.
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  • A bigger problem, above and below: There are real-world locales in the Duck universe. There are entire fictional nations. And there are shallow parodies, like the „Vampire State Bulding“ or „Gemstonia“.
  • Often, Barks shows us the worst of both worlds: One-dimensional invented cultures (that could be much deeper with some additional effort)… and real-world spaces that feel shoddily researched.
  • [Later on, Italian Disney artists often told GREAT time-travel stories where Mickey Mouse travelled through European/Italian history.]

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13_Are ethnic strangers caricatures?

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  • I HATE that all the characters above come from the same comic, drawn by Barks, and live in the same region: There’s a rather naturalistic Tibetan or Nepalese academic… and there are yellow Himalaya duck-people who, to me, look super-offensive.
  • For the „DuckTales“ (1987) episode based on this story, „Trala-La“, the characters were re-designed (Link).
  • Below: a sheik with a typical dog nose and stereotypical clothes… and, in the same comic, savage bush men.

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12_Dog-like humanoids… meet naturalistic humans:

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  • NOTHING about the camel-riding guy above speaks „Duck comic“ to me.
  • It’s grating to see that over-simple character design often makes characters seem simpler/stupider than they are: Imagine the scene below, but with more human-like and serious-looking characters. It would be MUCH more dramatic, and less comedic.

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11_Scrooge is well-travelled, and sometimes, Barks shows his research.

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  • Is that actual Bengali in these speech bubbles?
  • And why is Scooge making that snarky joke „I learned it when I sold road maps to Marco Polo? In a different story above, he says – much more enthusiastically: „It’s ancient Cathay. I learned it when I was a yak buyer in Tibet.“
  • I still love Scrooge’s curiosity, and his enthusiasm to understand different cultures (to make deals with them and exploit them – but still.)
  • Below: the most naturalistic (and bustiest) woman I saw in a Duck comic by Barks… and some Thai dancers whose design I like… but who look too identical to me: Make these extras individuals!

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10_Barks understood Globalization:

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  • In 1957’s „The City of Golden Roofs“, both Scrooge and Donald become salesmen and try to make big money. They are both assigned Indochina, the   only untapped market, and when Scrooge tries to sell a giant oven, it starts out like the old „selling fridges to an eskimo“ joke.
  • Surprisingly, Scrooge doesn’t succeed – while Donald is WILDLY successful… because enough people globally love tapes with contemporary bongo/calypso music.

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09_Some Scrooge schemes are inspired. Some are just childish:

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  • Above: Scrooge changes all his money to bills and cans them – like spinach. For the canning process, he uses robots so that no employees steel from him. Wonderful, silly, inventive idea.
  • Below: The money bin’s burglarly system backfires when Scrooge activates the cannon. The cannon fires… through several buildings… and the cannon ball bounces back when it „hits a stack of mattresses in a rubber mattress factory“. Sorry: No. Just no. (I like the art, though!)

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08_Was Barks pro-capitalism? It’s hard to tell:

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  • I LOVE that a corporation like Disney tells all these stories about the dangers, problems and paradoxes of wealth, capitalism, exploitation.
  • It seems to be a running gag that whenever Scrooge offers a job to Donald or the nephews, he offers them 30 cents per hour. (Sometimes per day.)

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07_Longer Barks stories often feel like „The Simpsons“:

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  • About 50 „big“ stories by Barks run between 20 and 30 pages. They never get boring, because all too often, they start with a premise, take a weird turn in the middle and end in a completely different locale and with different problems: They very much feel like a later-season-episode of „The Simpson“, where the weirdness that starts out the episode has little connection to the weirdness that later propels the plot.
  • This often feels humdrum or careless – but it’s also exciting, suprising, remarkably entertaining: Why are the Ducks camouflaged as fish? Really: You never saw that coming 5 pages earlier, and it won’t matter 5 pages later. But it’s fun while it lasts!

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06_If you understand colonialism, MANY Barks stories will make you angry:

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  • „Africa is nobody’s friend?“ Really?
  • In the story below, Scrooge gifts his giant oven/stove to a king and his palace. The oven melts the gold plating of the palace roof, so Scrooge steals the liquid gold and runs away. I love the drawing of the impressive elephants – but I hate how the story ends with celebrating Scrooge’s success: He robbed these people, and we’re supposed to like him for it.

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05_I thought that I read Carl Barks in 1990. I did not:

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  • Above: Carl Barks‘ „Lost in the Andes!“, 1949. Below: Don Rosa’s sequel „Return to Plain Awful“, 1989.
  • The sequel was serialized in Germany’s Micky Maus [„Zurück ins Land der viereckigen Eier“, 1990].
  • So from age 7 to age 34, I thought that I knew Barks and his flaws and quirks…
  • …when really, they were Don Rosa’s flaws and quirks: pedantic storytelling, thick inking, reference-heavy jokes for fans.
  • When I finally read the original „Lost in the Andes“ today, I did not love it. But I see how it is a great story for 1949, on a literary and on an artistic level. „Return to Plain Awful“ isn’t that much of an achievement for comics of 1989, though. Sorry: I loved discovering and reading Barks. I’m much less lenient with Rosa’s stories, published in the 80s and 90s: In many ways, they look MORE dated and stiffer than Barks‘ originals.

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04_Reading Rosa is fun AFTER reading Barks, though:

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  • Now that I have read that much Barks, I think I will read Don Rosa’s „The Life and Times of Scrooge McDuck“ (German: „Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden“). I dislike both „Tintin“ and „Asterix“ – because I grew up with dads of my friends who said that THESE were the comics that could actually teach you about the world. I didn’t enjoy them as a kid, and I still can’t say if they were too didactic, or the wrong kind of didactic, or even not didactic enough. I just never wanted to learn through „Tintin“ or „Asterix“.
  • Reading Don Rosa, I feel like it speaks to the same generation and the same attitude towards comics: They’re dense, stiff, overwrought, gray, trying too hard… and BOY, CAN YOU LEARN A LOT HERE.
  • I’m not sure if I want to. But I can see how this is the perfect gift to every Tintin- and Asterix-loving dad I know:

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03_Scrooge as Citizen Kane?

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  • For years, I thought that Scrooge predated „Citizen Kane“ (and Ayn Rand’s hypercapitalist books).
  • Don Rosa used the similarities for the above hommage in his character-defining and award-winning 12-part story „The Life and Times of Scrooge McDuck“. It’s fun – but I really wish that a Disney duck had inspired Orson Welles, not the other way around.

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02_Carl Barks retired from drawing Scrooge comics in 1967:

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  • …but he kept on painting his hero in the 70s and 80s.
  • Many of these paintings are used or re-staged in the 2017 „DuckTales“ series. It’ll be interesting to see who painted them in-universe: Who’s the artist that Scrooge hired, and is he similar to Carl Barks?
  • Don Rosa decided/estimated that Scrooge was born in 1867 and died in 1967, aged 100. Rosa’s stories are set during this historical time-frame. He wrote an episode of „DuckTales“ (1987), but did not enjoy that the show was set in the 80s: To him, Scrooge McDuck is dead.
  • The 2017 show makes use of Rosa’s „Family Tree“ (based on Barks), and we might see some little-seen characters later in season 1.

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01_The new DuckTales is VERY good!

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  • I was nervous because Webby and the nephews seemed aggressive and too hipster-y (or „Gravity Falls“-like) in the trailers, but…
  • …wow: I love the soundtrack, I enjoy most of the animation, I LOVE the pace, and I think there’s a great balance between humor, adventure and character-driven moments.
  • I have a hard time understanding Donald. Launchpad seems one-dimensional. I don’t know why Scrooge lives in a mansion and not in his money bin.
  • But really: After seeing the first two episodes, I know that I want to watch the rest, and that I can recommend this to kids and grown-ups.
  • (I also like that Darkwing Duck will show up, and that „TaleSpin“’s Cape Suzette and „Goof Troops“ Spoonerville have been mentioned.)

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I did read Carl Barks‘:

Christmas on Bear Mountain [1947], The Old Castle’s Secret [1948], Lost in the Andes! [1949], A Financial Fable [1951], Only a Poor Old Man [1952], The Golden Helmet [1952], The Gilded Man [1952], Back to the Klondike [1953], The Menehune Mystery [1953], The Secret of Atlantis [1954], Tralla La [1954], The Fabulous Philosopher’s Stone [1955], The Golden Fleecing [1955], Land Beneath the Ground! [1956], The Second-Richest Duck [1956], City of Golden Roofs [1957], The Golden River [1958], The Money Champ [1959], Island in the Sky [1960], North of the Yukon [1965], Horsing Around with History [1994].

I also read Don Rosa’s The Life & Times of Scrooge McDuck Companion [collection, 2006] and Return to Plain Awful [1989, I read this as a child in the German Micky Maus-Magazin, 1990]

I also enjoyed an Italian meta-story that I read in German as a child: Der Mann hinter den Ducks [1992] by Rudy Salvagnini & Giorgio Cavazzano [German version published in: Lustiges Taschenbuch 196]

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Stories by Carl Barks that were adapted into DuckTales [1987] episodes [found here]:

  • „Back to the Klondike“ „Back to the Klondike“
  • „Land Beneath the Ground!“ „Earthquack“
  • „Micro-Ducks from Outer Space“ „Microducks from Outer Space“
  • „The Lemming with the Locket“ „Scrooge’s Pet“
  • „The Lost Crown of Genghis Khan!“ „The Lost Crown of Genghis Khan“
  • „Hound of the Whiskervilles“ „The Curse of Castle McDuck“
  • „The Giant Robot Robbers“ „Robot Robbers“
  • „The Golden Fleecing“
  • „The Horseradish Story“ „Down and Out in Duckburg“
  • „The Status Seeker“
  • „The Unsafe Safe“ „The Unbreakable Bin“
  • „Tralla La“ „The Land of Trala-la“
  • also, „Terror of the Beagle Boys“ inspired parts of „Super DuckTales“

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Bonus: Webby’s „Wall of Crazy“ from the DuckTales (2017) pilot episode, shown on Reddit [Link to r/Ducktales]

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„DuckTales“: neue Episoden nach 30 Jahren.
Familie, Humor, Schatzsuche: Disney adaptiert die Comics von Carl Barks und Don Rosa neu fürs TV. Kindgerecht – oder für alte Fans?
Warum leben Tick, Trick und Track bei ihrem Onkel Donald? Warum ist Donalds eigene Bezugsperson in der Familie Duck sein Onkel Dagobert? Zum ersten Mal will Disney solche Fragen im großen Stil beantworten – in „DuckTales“, einer Neuauflage der Trickserie von 1987. Am 12. August zeigte der Disney-Sender XD Episode 1 und 2 im US-TV, ein Deutschlandstart ist für 2018 geplant. Bisher glückt der Neustart – auch in vielen radikaleren Ideen und Entscheidungen.
Seit 1938 zeichnete und schrieb Carl Barks für Disney; ab 1943 wurden seine Donald-Duck-Comics länger und komplexer: oft 30 Seiten voller Schatzsuchen und Abenteuer. 1947 erfand Barks den vereinsamten und menschenfeindlichen Milliardär Scrooge McDuck, für ein Weihnachtscomic mit Charles-Dickens- und Citizen-Kane-Motiven. Dagobert verkleidet sich heimlich, weil er Donald und den Neffen nur Geschenke überlassen will, falls sie Mut gegen Bären beweisen. Dann bricht ein echter Bär in die Villa ein, und erschreckt auch Dagobert im Bären-Kostüm. Für Carl Barks bleibt Donald Duck noch 20 Jahre lang meist die Hauptfigur. Doch Barks harscher, exzentrischer und oft tragisch geiziger Dagobert wird (besonders auch durch europäische Comics aus Italien und Skandinavien) weltbekannt.
„Jäger des verlorenen Schatzes“, Teil eins der „Indiana Jones“-Reihe, übernimmt 1981 eine Barks-Szene, in der die Panzerknacker eine indianische Statue auf einem Podest verschieben – und damit eine Steinkugel ins Rollen bringen, als Todesfalle für Grabräuber. Sechs Jahre später schaut der Disney-Konzern auf „Indiana Jones“, für seine bis dahin teuerste und langlebigste Trickserie: Bei „DuckTales“ (1987) heuert Donald Duck bei der Marine an. Tick, Trick und Track leben in der Villa Onkel Dagoberts, zusammen mit Nicky, der Tochter der Haushälterin und Bruchpilot Quack. Viele Figuren, die Barks erfand, hatten damals große Rollen: Hexe Gundel Gaukeley, Erfinder Daniel Düsentrieb. Bis 1990 erzählten etwa 15 von 100 „DuckTales“-Folgen alte Barks-Comics neu.
1967 ging Carl Barks in den Ruhestand. Er starb erst 2000, mit 99 Jahren. Vor allem in den 70er Jahren zeichnete er große Dagobert-Ölgemälde, und seit den 80er Jahren versucht Zeichner und Barks-Fan Don Rosa, aus den Details, die Barks in Comics oft eher humorvoll hinwirft, eine große Lebensgeschichte von Dagobert Duck zu rekonstruieren: „Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden“. Für Don Rosa wurde Duck 1867 in Schottland geboren und starb 1967 in Entenhausen. Historische Abenteuer, oft in einem sehr konkreten geschichtlichen Rahmen: der Goldrausch am Yukon River in Alaska, Cowboy-Abenteuer in Indonesien, doch wie bei Barks auch Reisen zu Fantasie-Zivilisationen wie dem Land der viereckigen Eier, versteckt in den Anden.
Die Comics von Barks sind schwungvoll, albern, oft kapitalismuskritisch und mitreißend. Don Rosa wirkt pedantischer, nervöser, überfachtet: Abenteuer- und Männercomics fast ohne interessante Frauen, teuer gesammelt oft von Männern jener Generation, die mir als Kind, 1990, auch „Asterix“ und „Tim und Struppi“ gaben und raunten „Lies! Da kannst du noch was lernen!“. Deutschlehrer-Comics, Bildungsbürger-Comics, Pedanten-Comics, in Deutschland atemlos erfolgreich älteren Herren, die „Duck“ mit „u“ aussprechen: Donaldisten.
„DuckTales“ (1987) blieb eine Kinderserie: oft etwas schleppend erzählt, zu simple Lösungen, kaum Psychologie. Tick, Trick und Track bleiben schlimm gutmütig und passiv. Nicky ist so jung, rosa, naiv und unwichtig wie keine andere Disney-Serienfigur nach ihr. Als 2017 erste Trailer für den „DuckTales“-Neustart veröffentlicht wurden, waren Fans nervös: Nicky ist hier ein hyperkompetentes Nerd-Mädchen mit Geheimagenten-Tick. Sie bewegt sich durch Dagoberts Villa wie in „Mission: Impossible“. Tick, Trick und Track haben klare Persönlichkeiten, aber wirken übertrieben aggressiv: Tick (rot) trumpft durch Wissen auf, Trick (blau) ist nassforsch und liebt Abenteuer, und Track (grün) wird von Fans mit Slytherin-Figuren aus „Harry Potter“ verglichen: ambitioniert, aber verschlagen.
Die große Angst der Fans: Klingt, witzelt, frotzelt und erzählt „DuckTales“ 2017 wie jede andere US-Trickserie? Stülpt Disney das Strickmuster gesucht hipper Konzepte wie „Gravity Falls“ über die Barks-Figuren? Nein. Die flächigen, an alte Comics erinnernden Hintergründe und Farben der neuen Serie sind schroffer als die warmen, liebevollen Details im Original. Die Neuauflage erzählt dreimal so schnell. Doch bisher auf höchstem Niveau: warmherzig, mitreißend, überraschend – eine Kinderserie fürs größte denkbare Publikum. Und überall in Dagoberts Villa hängen die alten Barks-Ölgemälde! Ein Problem bleibt nur Donald Duck. Toll, dass er dieses Mal selbst bei Dagobert einziehen darf. Schlimm aber, dass man seine typische Enten-Schnatterstimme kaum versteht. Donald liefert zwanzig handlungstragende Sätze oder Pointen pro Episode. Bei zwei Dritteln verstehe ich nur „Quack!“ Sobald die Serie erzählen wird, wo Donalds Eltern sind oder warum die Neffen von Donalds Schwester in seiner Obhut aufwuchsen, wird das anstrengend und holprig.
„DuckTales“ läuft erst ab 2018 in deutscher Synchronisation auf dem Bezahl-Sender Disney XD.

Schullektüren: gelesen im Unterricht [Empfehlungen & Debatte]

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„Ich hatte immer das Gefühl, dass es zwar einen Schullektürekanon gibt, die Lehrer aber einigermaßen freie Hand hatten, was die konkrete Auswahl des zu lesenden Buches anging. Es musste halt je nach Stufe und Lehrplan eine bestimmte Epoche oder eine bestimmte Gattung sein, aber darüber hinaus schien es keine zwingenden Vorgaben zu geben.

Wie ich jetzt weiß, ist das nicht komplett richtig. Mindestens mit der Einführung des Zentralabiturs gibt es zum Beispiel für NRW Pflichtlektüren für die Oberstufe, in den letzten Jahren war das immer der Faust und irgendwas von Kafka.“

…bloggt Anne Schüßler über Schullektüren (Link):

„Dementsprechend vermute ich immer noch, dass es sowas wie „Pflichtlektüre“ nur in sehr geringem Maße gibt und das meiste in der Hand des einzelnen Lehrers liegt. Davon auszugehen, dass ein Buch allgemein bekannt ist, nur weil man selber es in der Schule gelesen hat, kann also ein Irrweg sein.

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Meine eigenen Schullektüren?

Seit 2008 nutze ich die Buch-Sortier-Website Goodreads (Erklärtext von mir, Link). Ich habe die meisten Bücher meiner Kindheit und Jugend auf virtuelle Bücherregale sortiert und dort bewertet.

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1989 wurde ich eingeschult. Ab Klasse 5 hatte ich Englisch, ab Klasse 7 Latein, in Klasse 9 bis 11 Französisch. Meine Leistungskurse waren Deutsch und Englisch, Wahlkurse Psychologie und Philosophie; ich war in der Theater-AG. Einen Literaturkurs oder Lesekreise gab es nicht. Die Unter- und die Oberstufenbibliothek standen uns offen, wurden aber kaum benutzt: Einmal lieh/stahl ich eine englische Ausgabe von Thomas Wolfes „You can’t go home again“ – bis heute einer meiner Lieblingsschriftsteller.

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Facebook-Freundin Selna postete im Juni: „Auf Facebook fragt heute ein Freund, ob wir uns an Schullektüre erinnern, die nicht von weißen Männern geschrieben wurde… und ich denke und denke, aber mir will partout nicht ein einziges Buch aus dem Deutsch- oder Englischunterricht einfallen.“

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rot markierte Bücher fand ich furchtbar, blau markierte großartig.

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(vor-)gelesen, in der Grundschule:

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Unter- und Mittelstufe:

  • Otfried Preußler: „Krabat“ [stand für Klasse 6 zur Diskussion, las ich dann aber doch nur privat.]
  • Ralf Isau: „Die Träume des Jonathan Jabbok“ [keine Lektüre: nur eine Lesung, in Stuttgart.]
  • Sally Perel: „Ich war Hitlerjunge Salmonon“ [keine Lektüre; nur Lesung an der Schule.]
  • Tamora Pierce: „Alanna“ [alle 4 Bände; keine Lektüre: ein Klassenkamerad hielt ein Referat in Deutsch.]
  • Stanislaw Lem: „Solaris“ [keine Lektüre; lieh mir mein Deutschlehrer in Klasse 9, weil ich SciFi mochte.]
  • Morton Rhue: „Die Welle“ [keine Lektüre; Freund F. las es in seiner Klasse und ich lieh es aus.]

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Theater-AG:

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Oberstufe & Abitur:

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Englisch-LK:

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Freundinnen aus meiner Schulzeit sind heute selbst Lehrerinnen. Lektüren, die ich mochte und die sie unterrichten:

neu entdeckt: warmherzig, klug, sehr schultauglich:

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J.G. Ballard: „High-Rise“ [Science-Fiction, Dystopie bei WDR 3, Gutenbergs Welt]

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Ein britischer Roman, 42 Jahre alt – der klingt, als sei er frisch geschrieben: „High Rise“ von James Graham Ballard erzählt von drei Männern, gebildet, kultiviert und liberal. Drei Besserbürger, denen Selbstverwirklichung und eigener Stil so wichtig sind, dass sie bei jedem Einkauf und jedem Stück Kultur, mit dem sie sich umgeben, erst fragen: Was sagt das über mich? Wie wohnt der Mensch, zu dem ich werden möchte? Was soll ich essen? Wie muss ich sprechen? Und welche Gesten und Ideen, welche Ängste oder Träume sind unter meinem Niveau – weil ich aufsteigen will?

Die Männer arbeiten als Arzt, Filmemacher und Architekt. Und sie sind Nachbarn, in einem Luxus-Wohnkomplex, 40 Etagen hoch. Der Architekt wohnt auf dem Dach – und blickt herab:

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„Das Gebäude war ein Zeugnis des guten Geschmacks. Der gut gestalteten Küche, formschöner Haushaltsgegenstände, des eleganten und nie protzigen Mobiliars. Doch wenn er die Apartments seiner Nachbarn aufsuchte, fühlte er sich physisch abgestoßen von den Konturen einer preisgekrönten Kaffeekanne und den gut aufeinander abgestimmten Farbgebungen. Er hätte sonstwas für eine vulgäre Nippesfigur auf dem Kaminsims gegeben, für ein weniger als schneeweißes Toilettenbecken, für einen Schimmer der Hoffnung.“

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Alle 2000 Bewohner stammen aus dem selben Milieu. Doch ihre Eigentumswohnungen sind nach Preis gestaffelt: Junge und Kreative wohnen in WGs, ganz unten. Apartments bis zur 30. Etage können sich nur höhere Angestellte leisten: das Bürgertum, das schuftet, um sich und der Familie „die zweitbesten“ Produkte im Leben zu sichern. Ganz oben gibt es kaum noch Kinder: Superreiche und Promis verwöhnen ihre Hunde, und geben dekadente Partys.

„High Rise“ handelt von der Macht der „feinen Unterschiede“. 1975 galt vieles davon noch als dunkle, absurde Satire: Kaum sind die Wohnungen belegt, beginnt ein Klassenkampf. Mehr noch – ein echter Bürgerkrieg!

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„Tatsächlich hatte sich das Hochhaus bereits in die drei klassischen sozialen Gruppen – in Unter-, Mittel- und Oberschicht – aufgeteilt. Die meisten Beschwerden richteten sich jetzt mehr gegen die anderen Bewohner als gegen das Gebäude. Das Versagen der Fahrstühle wurde Leuten aus den oberen und unteren Etagen zur Last gelegt, nicht den Architekten.“

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Luxus, Angst, Kontrollverlust – in den 70er Jahren waren es vor allem Katastrophenfilme wie „Flammendes Inferno“ oder „Westworld“, die in drastischen Bildern zeigten: Alles kann schief gehen. Jede Maschine hat Fehler, jedes System hat Schwachstellen und Spannungen. Moderne Bürger haben so viele Lebenslügen, Wut, Komplexe… daran kann jede Gesellschaft über Nacht zerbrechen.

Heute werden solche Geschichten vor allem als Psycho-Thriller erzählt: Das Unbehagen wächst nur langsam. Aktuelle Bücher, Filme, Serien zeigen zwar gern, wie alles eskaliert. Doch vorher nehmen sie sich viel Zeit, die Bruchstellen, Ursachen, Zusammenhänge zu zeigen. Der Karren fährt zwar gegen die Wand – aber meist in Zeitlupe.

„High-Rise“ dagegen hat das Tempo der 70er Jahre: Erst fallen ein paar Fahrstühle aus. Dann wird ein Hund im Pool ertränkt. Und sofort beginnt ein Häuserkampf mit Kannibalismus und Vergewaltigung, Ritualmorden und sämtlichen Horror- und Barbarei-Klischees. So wird der Roman schon nach dem ersten Drittel… zu freudlosem Trash:

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„Die fünf Obergeschossfahrstühle waren entweder außer Betrieb oder in die oberen Etagen gebracht worden und wurden dort mit blockierten Türen festgehalten. Der Eingang zur Halle im zehnten Stock war mit Tischen und Stühlen versperrt, die man aus der Grundschule geholt und die Treppe hinuntergeworfen hatte.“

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250 Seiten lang steigen drei Männer rauf und runter: anfangs mühelos. Dann tage- und wochenlang. Sie essen Hunde. Sie vergewaltigen und hassen. Auf Englisch klingt das monoton und lapidar. Auf Deutsch dagegen auch sprachlich oft absurd: Denn Übersetzer Michael Koseler baut Schachtelsätze voller Stilblüten. Eine „middle-aged woman“, eine Frau mittleren Alters, wird als „mittelalterliche“ Frau übersetzt. Durch solche Marotten klingen banale Sätze auf Deutsch plötzlich unnötig kompliziert.

„High Rise“ will zeigen, wie leicht ein Miteinander zerbricht, weil jede Schicht die Schuld bei „denen da oben“ oder „denen da unten“ sucht – zu selten aber im System selbst. 1975 – ganz kurz, bevor der Punk London erobert, schwelgt ein zynischer, systemkritischer Roman in… punkiger Zerstörungslust.

Psychologisch aber bleibt das lieblos, seicht und dumm – denn alles eskaliert so schnell, so grell, so langweilig-erwartbar… das Buch misslingt: als Lifestyle-Kritik. Es misslingt als Dystopie. Es misslingt als Psychogramm einer snobistischen Gesellschaft. Und es misslingt als Parabel über Bürgerkriege und abgeschottete Länder, in denen jede Ordnung zerfällt.

Der Autor hat sich einen tollen Handlungsort geschaffen. Und beißend narzisstische, verwöhnte Figuren – die einen Nerv treffen. Heute noch deutlich mehr als damals. „High Rise“ beschreibt ein Unbehagen, Risse und Symptome, die aktuell ständig Thema sind: Abstiegsangst, Elitenhass, Kultursnobismus, Aufstieg um jeden Preis und das Abschotten nach unten.

Deshalb ist „High Rise“ ein wichtiges, an vielen Stellen visionäres Buch. Nur leider: kein gutes, kein kluges, kein lesenswertes. Ein Arzt kann Krankheiten erkennen – und erklären. J.G. Ballard dagegen sieht nur Symptome. Er kann diese Symptome imitieren. Und baut daraus ein grelles, giftiges Horror-Märchen. Doch er versteht nicht viel. Und sagt: fast nichts.

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J.G. Ballard: „High-Rise“. Aus dem britischen Englisch von Michael Koseler. 256 Seiten. Diaphanes, Juni 2016. Original von 1975.

Text: Rezension von mir, für Christian Möllers Literatursendung „Gutenbergs Welt“ auf WDR 3.

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Nicholson Baker: „Der Anthologist“, „Das Regenmobil“, „Menschenrauch“

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2005 las ich Nicholson Bakers – eitlen, pompösen, enttäuschend flachen – Holocaust-Roman „Pfeil der Zeit“: Das Leben eines NS-Täters, rückwärts erzählt, beginnend mit seinem Tod in den USA. Ein Buch wie eine Schreibübung: sehr selbstbewusst, gesucht originell… aber mir fehlten Tiefgang und historische Genauigkeit.

Zehn Jahre später las ich drei weitere Bücher von Baker – alle lesenswerter:

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NICHOLSON BAKER, “Das Regenmobil”

“Paul ist Dichter (mäßig erfolgreich) und vermisst seine Exfreundin Roz, die ihn verlassen hat. Um seinem Leben wieder Sinn zu geben und seinen drohenden Fünfdundfünfzigsten zu vergessen, besorgt er sich eine akustische Gitarre und sattelt auf Pop- und, vor allem, Protestsongs um. Er weiß nicht, was ihm mehr zuwider ist: Amerikas Drohnenkrieg oder Roz’ neuer Freund. Während er auf seinem alten Bauernhof in Maine darüber nachdenkt, erheitern allerlei tröstliche Alltagsvergnügen sein schwankendes Gemüt: sein Traum-Rasensprenger, die Saiten seines Eierschneiders, die einen fast perfekten Mollakkord ergeben, einige Experimente mit Tabak…” [Klappentext, gekürzt]

Das Regenmobil

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ein kurzes Essay von mir – zum Buch und seinem Vorgänger „Der Anthologist“ (2009):

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Vergiss Amerika!

Literarische Fehlschläge aus den USA – in Deutschland gefeiert und bestaunt: Nicholson Bakers „Das Regenmobil“ ist überflüssig. Und wunderbar.

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Für je eine Stunde halten Quäker eine öffentliche, stille Andacht. Zum Ende darf dann jeder Gast, Besucher laut sprechen und persönliche Erlebnisse teilen. Keine Predigt. Sondern scheinbar nebensächliche Anekdoten und Ideen.

Paul Chowder ist der König solcher Nebensächlichkeiten: ein Phrasendrescher, Wirrkopf und Privatgelehrter über 50. In Nicholson Bakers „Das Regenmobil“ will er unter Quäkern zur Ruhe finden. Doch stattdessen kommt er immer weiter ins Quatschen, Fabulieren, Assoziieren. Der literarische Monolog eines Mannes, der Ruhe sucht – und alles niederquasselt. Als Ich-Erzähler und Podcaster stolpert Paul (Single, Lyriker, Hobbymusiker) fast 300 Seiten lang durch faszinierend flexible Gedanken- und Erinnerungspaläste. Oder verirrt sich im schlimmsten, banalsten Stuss.

„Das Regenmobil“ ist ein Zeitroman, so richtungslos verlabert, träge amorph, dass Kritiker Jörg Magenau darin gar nichts Literarisches mehr finden konnte. Noch 2010 wurde Baker in Deutschland für diesen Erzählstil fast durchgängig gelobt. Damals erschien „Der Anthologist“, Bakers erstes Paul-Chowder-Quasselbuch. Einen Sommer lang saß Paul im Vorgängerroman in der Scheune seines Elternhauses. Er hatte eine Sammlung Lieblingsgedichte kuratiert und sollte ein etwa 40 Seiten langes Vorwort nachliefern – über Sinn und Unsinn von Reimen. Weil er keinen roten Faden fand, sich drückte, zog seine Lebensgefährtin Roz aus. „Der Anthologist“ war sperrig, intelligent. Und wurde aus den falschen Gründen gelobt.

„Ich hab dich tanzen sehen / mehr soll mir nicht geschehn / ich musste gleich ’n Gummi erstehn’“, reimt Paul im neuen Roman. Die fertige Lyrik-Anthologie bringt ihm genug Tantiemen, um jahrelang zu träumen, E-Gitarre zu lernen und in Quäker-Andachten, Liedtexten, Songwriting zu dilettieren. „Eine Liebeserklärung an die Poesie“ schwärmten deutsche Kritiker und Lyrikfans bei Buch 1 – obwohl Paul erkennbar wirr, Nicholson Baker klar satirisch erzählt. Buch 2, „Das Regenmobil“, steht prima für sich allein: Es ist weniger Fortsetzung als Variation. Derselbe Schwätzer im selben irrwitzig-doof-originellen Stream-of-Halbdurchdachtem. Nur weniger Spannung, Plot, roter Faden.

Seit 25 Jahren spielt Baker in Romanen und Collagen mit Sinn und Unsinn widersprüchlicher Statements – und immer wieder nehmen ihn Kritiker in Sippenhaft für Aussagen seiner Figuren. „Menschenrauch“, das vielleicht beste Baker-Buch, ordnet Statements von Politikern und Autoren von den 20er Jahren bis 1941. In brillant montierten, widersprüchlichen Zitaten zeigte Pazifist Baker, wie es zu Holocaust, Bombenkrieg, Kampf gegen Zivilbevölkerungen kommen konnte. Quer durchs Buch mahnt Pazifist Gandhi zum Frieden, schickt selbstgerechte Briefe an Churchill und Hitler – so tragisch weltfremd, dass man heulen mag. Gandhi ist in Bakers journalistischer Textcollage, für die er kein Wort erfand oder änderte, die fadenscheinigste Stimme, mit den wackligsten Argumenten.

Weil Patrick Bateman in „American Psycho“ Frauen hasst, wurde Autor Bret Easton Ellis als Frauenhasser boykottiert. Weil der Erzähler in Christian Krachts „Imperium“ den Rassentheorien des Kaiserreichs vertraut, wollte Kritiker Georg Diez in Kracht einen Nazi erkennen. Gilt „Der Anthologist“ unter deutschen Kritikern als lesenswert, weil Baker seinen Paul Chowder dort seitenlang für Lyrik schwärmen lässt? Misslingt Teil 2, „Das Regenmobil“, weil Paul dieses Mal lieber seichte Balladen assoziiert? Verdarben, wie deutsche Kritiker schimpfen, weltfremde Gandhi-Zitate „Menschenrauch“?

Statt Ängste und Gefühle klar auszusprechen, strotzt US-Prosa seit ca. „Der Fänger im Roggen“ vor ambivalenten, vage poetischen Erinnerungsbildern und Anekdoten: Viele Szenen enden mit Figuren, die einen kurzen Natur- oder Straßenmoment aus der Erinnerung beschreiben; statt ihre Probleme anzugehen, erinnern Ich-Erzähler, was sie vor fünf, zehn Jahren träumten, aufschnappten, zufällig sahen. Irgendein Tier, das sich seltsam verhielt. Passanten, deren Geschichte sie rätseln ließ.

Solche scheinbar nebensächlichen Anekdoten brauchen keine feste Aussage, klare Bedeutung. Oft stehen sie vage suggestiv im Raum – wie nach der Quäker-Andacht. „Das Regenmobil“ fädelt fast nur solch unbestimmtes, fast beliebiges Gedankenmaterial aneinander. Ob sich das lohnt, entscheidet die persönliche Toleranz für Abschweifungen: Lieber sieben Stunden durch Wikipedia klicken?

„Man kann es nicht alles einbeziehen“, klagt Paul über seine Lust nach Abschweifung. „Man könnte meinen, ich schreibe ein Gedicht, und es wird alles Gute enthalten und auch alles Schlechte und alles dazwischen – es wird Henry Cabot Lodge, Wolken, Auberginen, Chuck Berry und die neue Geschmacksrichtung der Zahnpasta von Tom’s of Maine, Bantamhähne, Tankstellen, aquamaringrüne Vespas und die Übersalzung von Landstraßen enthalten – aber das funktioniert nicht. Ich hab’s versucht.“

Lange dachte ich, „Das Regenmobil“ sei schlampig übersetzt. Doch auch im Original sind Pauls Sätze frustrierend unsauber: Baker rührt hier absichtlich schwammiges Palaver. Zu allem Überfluss erscheinen Nicht-US- Lesern auch noch jene Bausteine poetisch aufgeladen, latent geheimnisvoll, die für US-Bürger Alltag sind: ein Bantamhahn? Quäker? Tom’s of Maine?

Das Fachwort für krankhaftes Alles-zueinander- in-Beziehung-Setzen ist Apophänie. Mit einem ähnlich übereifrigen Alles-hängt-wohl-irgendwie- zusammen-Konzept gewann Frank Witzel 2015 den deutschen Buchpreis. Figuren und vage Bedeutungskonstrukte, die ans Internet erinnern, persönliche Timelines, nicht-lineare Räume, in denen unterschiedlichste Gedanken, Splitter nebeneinander stehen und sich mit neuen Zweit- und Drittbedeutungen aufladen.

Bitte aber hört auf, Baker jedes Mal als „lesenswert!“ zu umjubeln, wenn er jemanden sagen lässt „Lyrik ist lesenswert!“, aber für einen weltfremden Trottel, wenn er ein weltfremdes oder unsympathisches Zitat zitiert. An dummen Aussagen von Bakers Figuren entlarvt sich kein schlechter Schriftsteller.

An der Kritik an „dummen“ Baker-Sätzen entlarven sich schlechte Kritiker.

Nicholson Baker: Das Regenmobil. Aus dem Amerikanischen von Eike Schönfeld. 298 Seiten, Rowohlt 2015.

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„Menschenrauch“ las und emfahl ich 2015, zusammen mit einer anderen Textmontage über den zweiten Weltkrieg:

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HANS MAGNUS ENZENSBERGER (Hg.), “Europa in Trümmern” (Taschenbuch-Titel: “Europa in Ruinen”), Augenzeugenberichte 1944-1948. Reportage-Reader, Deutschland 1990.

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Europa in Ruinen: Augenzeugenberichte aus den Jahren 1944 bis 1948Für die Andere Bibliothek sammelte Hans Magnus Enzensberger Reportagen über das Leben in den Städten Europas in der Endphase des zweiten Weltkriegs bis 1948. Literaten, Reporter, Diplomaten berichten (meist aus Ländern, in denen sie nur Besucher sind) über Zerstörung, Wiederaufbau, Unmenschlichkeit und nationale Wunden und Neurosen.

Eine langsame, packende, abwechslungsreiche Textcollage mit Stig Dagerman, Alfred Döblin, Janet Flanner, Max Frisch, Martha Gellhorn, John Gunther, Norman Lewis, A.J. Liebling, Robert Thompson Pell und Edmund Wilson. [Gellhorn, Dagerman und Janet Flanner sind am besten/eindringlichsten.]

Ausführlicher journalistischer Reader – tolle Auswahl, viel gelernt. Aber: ein paar Beiträge sind eitel, effekthascherisch.

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NICHOLSON BAKER, “Human Smoke. The Beginnings of World War II, the End of Civilization”, Textcollage (20er Jahre bis 1941), USA 2008.

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Human Smoke: The Beginnings of World War II, the End of Civilization“Europa in Trümmern” ist literarischer: längere Texte, mehr Raum, um Atmosphären, Stimmung festzuhalten. Doch “Human Smoke” riss mich mit: flüssig, kühn und oft überraschend sammelt Baker Textschnipsel, diplomatische und kulturgeschichtliche Anekdoten, Zitate über die politischen, weltanschaulichen und demagogischen Weichen, die in Deutschland, England, den USA, Japan, Italien, Frankreich etc. zwischen den 20er Jahren und 1941 gestellt wurden: ein Mosaik aus Tagebuch- und Presseschnipseln über den Verfall der Zivilsation, totalen Krieg und Holocaust, Waffenhandel, Brandbomen und nationalen Hass. Ich habe unglaublich viel gelernt – und hätte das 500-Seiten-Buch noch genossen, wäre es dreimal so lang.

Walter Kempowskis WW2-Textcollage “Das Echolot” steht noch ungelesen im Regal: Ich glaube, mir geht es dort zu viel um hilflose kleine Leute und ihre schlichten, kaum politischen Kartoffel-, Tornister- und Bombenkeller-Sorgen. Ich liebe die postmodernen Collageromane von David Markson – doch die Schnipsel sind meist zu kurz, und man braucht zu viele Bildungsbürger-Vorkenntnisse, um Marksons schnelle, oft arrogante Pointen zu verstehen. Bakers Riesen-Textcollage ist die bisher beste Lösung, Mentalitätsgeschichte in Schnipseln zu erzählen: ein Kulturtagebuch der Entmenschlichung. Bittere, faszinierende, oft zynische Häppchen Zeitgeschichte, ideal pointiert, ideal gehaltvoll.

Viele Zusammenhänge, viele Konflikte, die ich zum ersten Mal verstehe. Großer Gewinn, großes, trauriges Lesevergnügen.