“Der Journalismus ist kaputt”? Hass-Texte und Abdiss-Journalismus, ZEIT Online

Erika-Fuchs-Stiftung / Disney

Erika-Fuchs-Stiftung / Disney


Am 22. April (Mittwoch) schrieb ich auf ZEIT Online über polemische Texte und “Bullshit-Journalismus”:
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Debatten: “Die Hassknechte vom Abdiss-Dienst.

Feminismus, Ego und Debattedebattedebatte: Täglich platzt jemandem irgendwo der Kragen. Alles Neinsager und Rebellen? Oder doch nur Pseudohass?” von Stefan Mesch

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Zum ersten Mal schrieb ich im März über das Thema. Diese erste Version sollte eigentlich nur redigiert / gekürzt werden; doch weil noch bis April jede Woche neue, umstrittene Texte über Debattenkultur, Wut und Ablehnung veröffentlicht wurden, schrieb ich den Text letzte Woche noch einmal (fast völlig) neu.

Hier im Blog, als Bonus: die frühe Version.

Wut im März!

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Junge Texte werden patzig, wütend, derb: Dem Journalismus platzt der Kragen. Neue Kritiker, Neinsager und Rebellen – oder nützliche Idioten?

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200 Dollar pro Woche, für drei lange Essays und Artikel: Schon lange vor dem Studium wollte M. Kulturkritiker werden. Als freier Journalist alle Kanten der Gegenwart ausmessen. Markante Ich-Texte schreiben wie Joan Didion, David Sedaris. Mit anderen jungen, eigensinnigen Denkern, Welterklärern, Spürhunden, Experten die großen US-Magazine erobern – Harper’s und Vogue, Salon und den New Yorker.

Mitte 20 war er unbezahlter Redakteur bei Worn, einem Indie-Magazin über Außenseitermode. Dann lockte ein erster bezahlter Job – fürs kommerzielle Online-Feuilleton, im Ressort „Style“: freie Themenwahl, drei Texte pro Woche. Kaum redaktionelle Vorgaben; doch auch kaum redaktionelle Betreuung. Hauptsache irgendwas mit Mode – „Content“, den Menschen in Massen klicken, teilen, kommentieren wollen.

M.s Eltern halfen weiterhin bei Essen und Miete. Fünf Tage pro Woche stand er als Barista im Café. Und sieben Nächte pro Woche lag er wach: „Was, wenn kein Mensch meine Artikel klickt? Bringe ich hier Umsatz, Reichweite, Reaktionen? Oder bleibe ich Risiko? Ballast?“ Über 130 Mal musste er entscheiden: Welche Themen hatten Dringlichkeit? Was bringt viele Menschen weiter – oder auf die Palme? Was wird geklickt auf Twitter und Facebook, zwischen 1000 anderen Angeboten – und mit Gewinn gelesen?

Er lud seinen Freundeskreis zum Brainstorming, immer wieder. Vor allem die Frauen sollten reden: Was stört, nervt und beschäftigt sie? Wo mischt sich Mode in ihr Leben? Freundin D., der einzige Single, kochte fast über: „Schreib über Brautjungfernkleider. Die sind totaler Bullshit. Oder über teure Babysachen. So ein Bullshit! Warum schreibt keiner, was für ein Bullshit Kleidergrößen sind? Mir fehlen Texte, die alles anprangern!“

Für D. stand fest: Die Modewelt, der Mode-Diskurs, die ganze Branche war Bullshit. Das Sprechen über Mode war kaputt. Sie wünschte sich Journalismus, der zum Kronzeugen für ihre Wut, zum Megafon für ihren Ärger wird – und alle Missstände täglich neu entlarvt. Ihr fehlten klare, laute Pranger- und Endlich-sagts-mal-einer-Texte, die ihren persönlichen Frust in Worte fassten, ihn online, öffentlich, plausibel teil- und like-bar machten: Shopping ist scheiße. Anpassen ist scheiße. „Sich hübschmachen“ für Dates und Arbeitgeber: Riesenscheiße!

Könnten nicht auch kommerzielle Plattformen jeden Tag an Hunderten Beispielen beweisen: Der Kaiser trägt keine Kleider? Warum zeigt Journalismus, als vierte Gewalt, so selten Zähne?

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Lästern, Haten, Bashen, Ranten

Ich klicke „gefällt mir“, wenn mir Texte aus dem Herzen sprechen. Ich teile, zitiere, poste, tweete Journalismus, der Worte findet für meine eigenen Fragen, Ängste: Wenn mir fremde Menschen neu bestätigen und spiegeln, was ich selbst dachte, irgendwie – nur eben bisher nie: so schön, so öffentlich, so laut und so präzise. Zeitungen sind Speaker’s Corners und Echokammern, Enthüller und Entblößer, Stimmungslabors und Meinungsmacher, Sturmgeschütze der Demokratie… und des Populismus. Ich bin froh, dass so viele und so verschieden wütende Stimmen in Feuilletons Position beziehen. „Ich“ sagen. Widerspruch einlegen. Oder auch mal: lästern, haten, bashen, ranten.

Doch reicht das? Texte feiern, weil sie mein Weltbild, meine Vorurteile stützen? Meinen Frust aufgreifen und genussvoll „Bullshit!“ rufen? Mir sagen, was ich eh schon weiß, zu wissen glaube… oder etwas attackieren und verhöhnen, das ich im Alltag selbst gern attackieren und verhöhnen würde? Ventil-Journalismus, verfasst von Hassknechten und Abdiss-Diensten? Wie viele „kontroverse“ Autorinnen und Autoren sind nur als „Querdenker“, „mutige Schimpfer“ getarnte Schmeichler, die ihrer Zielgruppe die jeweils passenden Ressentiments nachbeten?

Ronja Larissa von Rönne studiert Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim – zehn Jahre nach mir selbst, zehn Jahre jünger als ich und ähnlich aufgekratzt-genervt wie ich mit 22. Tief in den grauen, miefigen Semesterferien stieg sie ohne Hose aufs Bett und postete Selfies – zwischen Shirt und Schenkel, auf halber Hüfte: eine Packung Goudascheiben aus dem Supermarkt. Selfie-Strebertum oder Selfie-Schönheitsideale, sagen diese Scheißegal-Posen, sind Bullshit. Und 22-Sein in Hildesheim ist Käse.

Ich folge dem Ronjas Blog und Ronjas Facebook-Ich. Ihre strahlende, derbe Patzigkeit trifft einen Nerv. Während der halbe Studiengang für ein Literaturfestival putzt und dekoriert, schreibt sie auf jetzt.de: „Es geht darum, Jungautoren so sehr abzufüllen, dass man ihnen die Haare beim Kotzen halten wird.“ Als ich meine alten Schulfreunde zum Weihnachts-Raclette treffe, bloggt sie über ihre eigene Fahrt ins Dorf der Eltern: „Die Stufenschönste ist mittlerweile fett und der ehemalige Klassensprecher hat sich vor einen ICE 3 geworfen. […] Man stellt sich die zerfetzten Einzelteile dieses Arschlochs im Schnee glitzernd vor.“

Ronjas Zorn macht Spaß – in allen Übertreibungen. Sie schreibt, sie will mit einem Mann aus der Supermarktschlange ins Bett, weil „in dessen Einkaufskorb weder Ziegenkäse noch Avocadocreme, sondern ein Tetrapak Rotwein und eine TK Pizza lagen.“ Ich teile den Text auf Facebook. Ronja erhält ein Angebot, Redakteurin im Welt-Feuilleton zu werden.

Wie wütend wollen wir schreiben? Leben? Wie viel Entrüstung und Verweigerung braucht ein debattenstarker Kulturteil? Reinigen Wuttexte die Luft – wie ein Gewitter? Oder plustern sich Leser und Redaktionen gegenseitig in blinde Hysterie? Was kam zuerst: der Wutbürger – oder der Journalist, der mit solchen Texten Stimmung und Auflage machen will? Wie viele Kleider trägt der Kaiser wirklich? Sind Schreiber, die mit Brandreden Likes und Zuspruch sammeln… Brandstifter? Querdenker? Populisten?

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Jungmädchen-Blog im Feuilleton?

Vor fast zehn Jahren wischte Literaturkritiker Helmut Böttiger eine ganze literarische Generation ins Aus: „Warum die deutsche Gegenwartsliteratur so brav, ordentlich und monoton ist“, fragt sein pauschaler Schlag gegen damals junge Autoren. Böttigers Diagnose: Viele Schreiber an Instituten in Hildesheim und Leipzig feilen konforme, schnittige Texte – ohne Inhalt, Dringlichkeit und Aussage.

Letzten Januar fragte Ex-Schreibschüler Florian Kessler: „Warum ist die deutsche Gegenwartsliteratur so brav und konformistisch?“. Das selbe Ressentiment. Die selbe Pseudo-Wut. Schon in der Überschrift die alte, gleiche rhetorische Frage. Nur reicht die Diagnose bei Kessler um eine zusätzliche Ecke: Hildesheimer Texte sind so angepasst, schreibt er, weil viele erfolgreiche Schreibschüler saturierte Eltern haben – die weiterhin bei Essen und Miete helfen. Diese Kinder des Bildungsbürgertums schreiben blutleere Bildungsbürger-Texte.

Zwischen diesen Zuschreibungen, Vorwürfen und Rollen schreibt Ronja Larissa von Rönne – Schnöselname? Schnöselherkunft? Verwöhnte Tochter aus Bayern? – seit knapp sechs Wochen für die Welt: Ein Feuilleton-Aufmacher, in dem sie rät, Wut endlich auszuleben („Es muss weh tun!“) und einem alten Schulfeind unvermittelt ins Gesicht schlägt. Ein Berlinale-Text, der Berlinale-Parties als bodenlosen Bullshit entlarven will. Beide Texte sind patzig, derb. Viel diskutiert. Beide Texte bleiben selbstbewusst in der – im klassischen Feuilleton noch immer ungewohnten – Ich-Perspektive.

Ronja spielt mit Hassmädchen-Klischees. Lästert, hatet, basht und rantet. Ich rolle die Augen… doch habe Spaß: Ist das jetzt „brav und konformistisch“? Markant? Joan Didion 2015? Die vierte Gewalt? Populistischer Bullshit? Oder, wie viele Freunde über 30 bashen: ein Jungmädchen-Blog, der sich ins Feuilleton verirrt hat?

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Neoliberale Selbstdarstellungsschule?

Ich fürchte, zu viele aktuelle journalistischen Texte muss ich von unten her verstehen – aus ihren Leserkommentaren. Aus der Begeisterung, dem Widerspruch, den Klickzahlen und der Empörung, die sie abwerfen. Und abwerfen wollen. Schon seit 1996 ist die US-Kulturseite Slate geschickt auf größten Krawall gebürstet: Jede Schlagzeile dort klingt provokant verdreht. Jede These unerhört und frech. Slate ist gegen alle, aus Kalkül: Ich lese mich wütend. Ich lese zu viel. Jeder Satz regt mich nur weiter auf.

„Kommentare überholen Recherchen“, fasst auch die taz ihre Erfahrungen mit Wut-Autoren, Wut-Lesern und Endlich-sagts-mal-einer-Texten zusammen: „Kommentare, Polemiken und Satire-Artikel“ wurden 2014 zum ersten Mal deutlich häufiger geteilt als „harte Themen und aufwändige Recherchen.“ Auch in der SZ fragten Lars Weisbrod und Nadja Schlüter in knapp 30 Kolumnen bewusst polemisch: „Woher der Hass?“ und wollten enträtseln, weshalb bei Reizthemen wie Laubbläsern, Payback und Veronica Ferres fast jeder Leser „Bullshit!“ schreit.

„Tatsächlich ist das Ich zurückgekehrt in den deutschsprachigen Journalismus“, schreibt Hannah Lühmann, selbst oft gerne „Bullshit!“ polternde Autorin, nach deutlicher Kritik auf zwei kokettiert wütende Berlinale-Ich-Texte von Ronja von Rönne und Katharina Link: „Nun aber sind ein paar der neuen Ich-Schreibenden eben weiblich, und alle sind sich auf einmal sicher, dass die Ursache hierfür ein grassierender Narzissmus sein muss, herangewachsen in einer neoliberalen Selbstdarstellungsschule.“ [guter Text, mittlerweile auch online.]

Mode-Experte M. wollte keinen einzigen „Bullshit“-Wut-und-Mode-Text veröffentlichen. Er arbeitete 11 Monate lang gewissenhaft sein Pensum ab. Schrieb liebevolle, konfliktfreie Texte zu Dumping-Lohn und kellnerte weiter im Café. Gab danach – ausgebrannt, verunsichert und kaum beachtet – seine journalistische Karriere auf. Und macht heute ein Aufbaustudium: PR und Pressearbeit.

Und Florian Kesslers Beitrag schien mir später – ausgeruht – gelungener als beim ersten Lesen. Statt „Schreibschule ist Bullshit!“ fragt Kessler tatsächlich nüchterner: Wer kann sich einen Karriereversuch in Literaturbetrieb und Feuilleton noch leisten? Wie viele Talente, Stimmen blieben außen vor, weil ihre Familien keine Hilfe sein können während Ausbildung und jahrelangem Stottern im Kulturbetrieb? Kein Ranschmeißer-Text. Kein Bullshit-Populismus. Nichts, das kalkuliert größten Zuspruch sucht durch möglichst plakativen Widerspruch.

Doch spielen solchen Nuancen eine Rolle? Für erste bleibt Ronja von Rönne die Aggro-Redakteurin unter Nabelschau-Verdacht. Kesslers Text wird weiterhin ständig als Beleg zitiert, dass junge Texte Bullshit sind, alle Schreiber brav und monoton. Wer Ressentiments zum Thema macht, lockt Neinsager, Zyniker und Nihilisten. Menschen, die den Untergang verkünden – oder sich begeistern, dass eine Zeitung solche Untergänge prophezeit: „Der Journalismus ist kaputt“, versprachen die Krautreporter in ihrer Crowdfunding-Kampagne: „Wir kriegen das wieder hin.“

Bin ich der einzige, dem schon dieser wunderbare, derbe, apokalyptische erste Satz – „Der Journalismus ist kaputt“ – die 60 Euro Abo-Gebühr wert waren? Nicht selten tut es gruselig gut, an prominenter Stelle, patzig, wütend, derb zu lesen: „Hier hakt es. Das läuft schief. Das hier ist Bullshit. Achtung!“ Klar will man uns verführen – zur Wut, zur Angst, zum Tweeten, Teilen, Liken oder zum Widerspruch. Klar sind solche Texte oft unerhört kokett. Doch nach wie vor scheint mir ihre größte, wichtigste Provokation, dass sie aktuell geballt von jungen, lautstarken Frauen kommen. Selbstbewusst. Plakativ. Oft strahlend. Manchmal doof.

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Die besten Jugendbücher 2015: Entdeckungen / Vorauswahl zur Leipziger Buchmesse

YA, Foto von Achim Reibach.

Einmal pro Monat stelle ich ca. 20 unbekannte oder neue Bücher vor.

heute: aktuelle Jugendbücher und Young-Adult-Literatur, neu auf Deutsch.

Neue Titel oder Neuausgaben, erschienen Sommer 2014 und Sommer 2015…

…angelesen, gemocht und vorgemerkt.

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Ich schreibe einen Roman über Sechzehnjährige. Ich lese seit ca. 2009 Young-Adult-Literatur, empfehle Titel bei ZEIT Online und veröffentliche immer wieder auch längere Texte über z.B. “Mockingjay” (Link) oder neue Dystopien (Link). Meine Lieblings-Jugendbuchautorin ist A.S. King (Link).

10 große Favoriten / Empfehlungen:

“Willkommen im Leben” gehört zu meinen Lieblingsserien, “One Tree Hill” ist ein Guilty Pleasure… und aktuell hadere ich mit dem (mittelklugen, aber sehr mitreißenden) MTV-Teen-Drama “Finding Carter”.

2014 habe ich bei Beltz & Gelberg veröffentlicht, in “Das ist genau mein Ding!”.

Jetzt: 21 aktuelle Bücher, in meiner “bald lesen!”-Vorauswahl.

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01: RACHEL McINTYRE, “Sternschnuppenstunden” / “Me and Mr J”

  • Lara, eine gemobbte Schülerin, verliebt sich in ihren Lehrer Ben.
  • Februar 2015 bei Magellan; Original: USA 2015.
  • 304 Seiten. [Goodreads]

Sternschnuppenstunden

02: MARIT KALDHOL, “Allein unter Schildkröten”

  • Mikke ist 18, liebt Meeresbiologie, versorgt einen behinderten Freund… und bringt sich überraschend um. Warum?
  • August 2014 bei mixtvision [ebook; zuvor schon Print]; Original: Norwegen 2010.
  • 136 Seiten. [Goodreads]

Allein unter Schildkröten

03: BENJAMIN ALIRE SÁENZ, “Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums” / “Aristoteles and Dante discover the Secrets of the Universe”

  • 1987 in El Paso, Texas: der fünfzehnjährige Ari schließt eine erste, große Freundschaft.
  • Juli 2014 bei Thienemann; Original: USA 2012.
  • 384 Seiten. [Goodreads]

Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums

04: LEIGH BARDUGO, “Grischa, Band 1: Goldene Flammen” / “Shadow and Bone”

  • Als Alina ihre magischen Kräfte entdeckt, wird sie dem Zar unterstellt und seiner (magischen) zweiten Armee. Eine Fantasy-Trilogie in einem Fabel-Russland, atmosphärisch und überraschend.
  • Juli 2012 bei Carlsen [als Hardcover schon 2012]; Original: USA 2012. Dort erschien 2014 auch der Abschlussband der Trilogie.
  • 352 Seiten. [Goodreads]

Grischa: Goldene Flammen (Grischa, #1)

05: PATRICIA McCORMICK, “Der Tiger in meinem Herzen” / “Never fall down”

  • Kambodscha 1975: Arn-Chorn Pond überlebt den Völkermord und die Diktatur der Roten Khmer. Ein politischer Tatsachenroman.
  • Februar 2015 bei Fischer KJB; Original: USA 2012.
  • 256 Seiten [Goodreads]

Never Fall Down

06: TERESA TOTEN, “Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B” / “The unlikely Hero of Room 13B”

  • Adam leidet unter einer Zwangsneurose… trifft in der Therapiegruppe auf Robyn und verliebt sich.
  • September 2014 bei cbt; Original: Kanada 2013.
  • 352 Seiten. [Goodreads]

Der ungewöhnliche Held aus Zimmer 13B

07: CHRISTOPH WORTBERG, “Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß”

Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß: Roman

08: VICTORIA SCHWAB, “Das Mädchen, das Geschichten fängt” / “The Archived: Band 1 von 3″

  • Wohin gehen Tote? Sie werden eine Geschichte, verwahrt im Archiv. Doch was, wenn sie zurück ins Leben drängen? Mac ist eine Hüterin… und einer Verschwörung auf der Spur: eine Fantasy-Reihe über Trauer, Sterblichkeit, Verlust und das Erzählen.
  • Juli 2014 bei Heyne; Original: USA 2013.
  • 431 Seiten. [Goodreads]

Das Mädchen, das Geschichten fängt (The Archived, #1)

09: FRANCES HARDINGE, “Das Mädchen ohne Maske” / “A Face like Glass”

  • Neverfell lebt in einer surrealen, geheimnisvollen Diktatur. Die Einwohner verbergen ihre Gefühle hinter Masken aus Lügen. Doch was, wenn ihre eigene Maske nicht genügt?
  • August 2014 im Verlag Freies Geistesleben; Original: UK 2012.
  • 623 Seiten. [Goodreads]

Das Mädchen ohne Maske

10: JOHANNES GROSHUPF, “Der Zorn des Lammes”

  • Thriller: Milan ist neu in Berlin, verliebt sich in eine Zufallsbekanntschaft… und will mit allen Mitteln in ihr Leben.
  • April 2014 bei Oetinger. Mehr zum Autor.
  • 190 Seiten. [Goodreads]

Der Zorn des Lammes

11: BRIGITTE VAN AKEN, “Alles Liebe, deine Lise”

  • Nach einer Abtreibung schreibt Lise, eine 15jährige Hobbyfotografin, Briefe aus dem Internat an ihre Großmutter.
  • August 2014 bei mixtvision; Original aus Belgien.
  • 206 Seiten. [Goodreads]

Alles Liebe, deine Lise

12: MIRJAM PRESSLER, “Die Zeit der schlafenden Hunde”

  • Johanna ist reich, weil ihre Großeltern in den 30er und 40er Jahren hart arbeiteten. Oder? Ein hypnotischer, atmosphärischer Roman über Enteignungen durch die Nazis, Verantwortung und Privilegien.
  • Juli 2014 bei Beltz & Gelberg [Neuauflage; Original von 2003]; mehr zur Autorin.
  • 384 Seiten  [Goodreads]

Die Zeit der schlafenden Hunde

13: DORIT LINKE, “Jenseits der blauen Grenze”

  • Hanna und Andreas wollen aus der DDR fliehen. Im August 1989, durch die Ostsee.
  • Juli 2014 bei Magellan; mehr zur Autorin.
  • 299 Seiten. [Goodreads]

Jenseits der blauen Grenze

14: GRIT POPPE, “Abgehauen”

  • Gonzo ist 16 und wuchs in DDR-Heimen auf. Jetzt sitzt sie im Jugendstrafhof Torgau… und will fliehen.
  • Januar 2015 bei Oetinger [ebook; 2012 schon Print]; mehr zur Autorin.
  • der Vorgänger, “Weggesperrt” (Link) wirkt stilistisch holpriger.
  • 320 Seiten. [Goodreads]

Abgehauen

15: JOHN COREY WHALEY, “Das zweite Leben des Travis Coates” / “Noggin”

  • Travis stirbt an Leukämie, aber lässt seinen Kopf einfrieren. Fünf Jahre später wacht er auf einem neuen Körper auf und will zurück in sein altes Leben. Doch alles ist anders: absurdes, packendes, wütendes Gedankenspiel.
  • Februar 2015 bei Hanser; Original: USA 2014.
  • 304 Seiten. [Goodreads]

Das zweite Leben des Travis Coates

16: MAKIIA LUCIER, “Das Fieber” / “Death-Struck Year”

  • Im Herbst 1918 sterben Millionen Menschen an der Spanischen Grippe. Cleos Kleinstadt wähnt sich in Sicherheit… doch als die Epidemie näher rückt, beschließt sie, als Krankenschwester zu helfen.
  • 24. April 2015 bei Carlsen; Original: USA 2014.
  • 384 Seiten. [Goodreads]

Das Fieber

17: CAMMIE McGOVERN, “Amy & Matthew: Was ist schon normal?” / “Say What You Will”

  • Zwei Teenager mit Behinderung werden ein Paar. (Das Buch scheint frischer, komplexer und besser geschrieben als der furchtbare deutsche Klappentext:
  • “Die 17-jährige Amy ist ein besonderes Mädchen. Sie kann nicht sprechen und nicht ohne Hilfe laufen. Aber sie ist unglaublich klug und wahnsinnig hübsch – zumindest in den Augen ihres Klassenkameraden Matthew, der auch nicht so ist wie die anderen.:-/
  • 30. März 2015 bei Heyne; Original: USA, 2014.
  • 360 Seiten. [Goodreads]

Amy & Matthew - Was ist schon normal?

18: KATJA BEHRENS, “Alles Sehen kommt von der Seele. Die außergewöhnliche Lebensgeschichte der Helen Keller”

  • Wie lernte die blinde und gehörlose Helen Keller im späten 19. Jahrhundert, mit der Außenwelt zu sprechen? Ein Bio-Roman, sehr literarisch, plastisch und ohne Überheblichkeit erzählt.
  • August 2014 bei Beltz & Gelberg [Neuauflage, Original von 2001]; mehr zur Autorin.
  • 200 Seiten. [Goodreads]

Alles Sehen kommt von der Seele: Die außergewöhnliche Lebensgeschichte der Helen Keller

19: JORDAN SONNENBLICK, “Die total irre Geschichte mit der Gitarre meines Vaters und allem, was danach kam – obwohl sie mir keiner auch nur ansatzweise glauben wird.” / “Are you experienced?”

  • Spaßiger Mainstream-Jungsroman über einen Altrocker-Vater, seine Jimi-Hendrix-Gitarre…. und Rich, der plötzlich im Jahr 1969 aufwacht, in Woodstock. Und seine Familien-Vorgeschichte mit ganzen neuen Augen erlebt.
  • 24. April 2015 bei Carlsen; Original: USA 2013.
  • 304 Seiten. [Goodreads]

Are You Experienced?

20: NON PRATT, “Fuck You, Leben!” / “Trouble”

  • Hannah ist 15 und schwanger. Niemand darf erfahren, wer der Vater ist. Doch Aaron, ein Mitschüler, freundet sich mit ihr an.
  • Dezember 2014 bei dtv; Original: UK 2014.
  • 420 Seiten. [Goodreads]

Fuck You Leben!

BONUS: KATRIN BONGARD, “Subway Sound”

  • Livia zieht nach Berlin und trifft einen Jungen, der auf der Straße lebt.
  • März 2013, bei PINK!; mehr zur Autorin.
  • 208 Seiten. [Goodreads]

Subway Sound

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Die besten Romane 2015: Entdeckungen

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Einmal pro Monat stelle ich ca. 20 unbekannte oder neue Bücher vor.

heute: aktuelle Romane, neu auf Deutsch.

Literatur seit Anfang 2015 – angelesen, gemocht und vorgemerkt:

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01: CHIGOZIE OBIOMA, “Der dunkle Fluss” / “The Fishermen”

  • Nigeria: Als ihr Vater plötzlich verschwindet, wollen zwei Brüder vom Fischfang leben.
  • Literarischer Thriller aus Sicht eines Neunjährigen.
  • 313 Seiten, 13. Februar 2015, Aufbau Verlag [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Der dunkle Fluss

02: JAN HIMMELFARB, “Sterndeutung”

  • Arthur Segal, Jude und Überlebender des Holocaust, lebt als Autohändler in der Ukraine: Anfang der 90er Jahre blickt er zurück auf sein Leben.
  • 394 Seiten, 19. Januar 2015, C.H. Beck [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Sterndeutung

03: MARIA SEMPLE, “Wo steckst du, Bernadette?” / “Where did you go, Bernadette?”

  • Satrischer, überraschender, warmherziger und mutig konstruierter Familienroman zwischen David Foster Wallaces “Unendlicher Spaß” und… “Gilmore Girls”.
  • 384 Seiten, 12. Januar 2015, btb [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Wo steckst du, Bernadette?

04: MICHAEL FEHR, “Simeliberg”

  • Literarische Adaption eines Grimm-Märchens als Schweizer Hinterwäldler-Noir-Thriller in Versen und Mundart. (Wow.)
  • 144 Seiten, Februar 2015, Der gesunde Menschenverstand [Amazon | Leseprobe | Goodreads]

Simeliberg

05: PAMELA ERENS, “Die Unberührten” / “The Virgins”

  • Ein Mädchen und ihr Freund… beobachtet, manipuliert und beneidet von einem linkischen Mitschüler:
  • 297 Seiten, 19. Januar, C.H. Beck [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Die Unberührten

06: TERÉZIA MORA, “nicht sterben”

  • Poetikvorlesungen einer meiner deutschsprachigen Lieblingsautorinnen.
  • 160 Seiten, 23. Februar 2015, Luchthand [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Nicht sterben

07: MATTHEW THOMAS, “Wir sind nicht wir” / “We are not ourselves”

  • Roman über eine irische Familie in Queens, von den 1940ern bis ins Jahr 2000.
  • Jonathan Franzens “Die Korrekturen” in… nett / harmloser.
  • 896 Seiten, 16. Februar 2015, Berlin Verlag [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Wir sind nicht wir

08: FAVEL PARRETT: “Der Himmel über uns” / “When the Night Comes”

  • Atmosphärischer Mainstream-Roman über ein junges Mädchen in Hobart, Tasmanien, das sich mit einem Seefahrer befreundet.
  • (..die früheren Bücher Parretts haben noch bessere Kritiken.)
  • 220 Seiten, 14. Februar 2015, Hoffmann und Campe [Amazon | Ocelot | Goodreads]

When the Night Comes

09: TILMAN STRASSER, “Hasenmeister”

  • Ein Musikschüler und Geigenvirtuose schließt sich in der Übezelle ein und flüchtet vor der Welt und seiner Exfreundin.
  • Leseprobe hier (Link)
  • 240 Seiten, 23. Februar 2015, Salis Verlag [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Hasenmeister

10: NICOLAS BREUEL, “Schlossplatz, Berlin”

  • Ein nervöser, naiver (?) Bundestagsabgeordneter denkt während einer Zwangspause an der Nordsee neu über seine Ziele und Werte nach.
  • 280 Seiten, 1. März 2015, dtv [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Schlossplatz, Berlin

11: MARC DEGENS, “Fuckin’ Sushi”

  • Coming of Age in Bonn: eine Schülerband schafft den Durchbruch. Zu welchem Preis?
  • 320 Seiten, 18. Februar 2015, Galiani [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Fuckin Sushi

12: LINUS REICHLIN, “In einem anderen Leben”

  • Ein Kunstfälscher in Berlin trifft auf die Jahrzehnte alten Lebenslügen seiner Eltern und seiner Jugend. Dick aufgetragen – aber sympathisch.
  • 384 Seiten, 29. Januar 2015, Galiani [Amazon | Ocelot | Goodreads]

In einem anderen Leben

13: DIETMAR SOUS, “Roxy”

  • Außenseiter- und Schulversagerroman über die 70er Jahre. Trotz plattem Buchcover und Klappentext recht smart und schwungvoll.
  • 144 Seiten, 13. Februar 2015, Transit [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Roxy

14: TEJU COLE, “Jeder Tag gehört dem Dieb” / “Every Day is for the Thief”

  • Teju Cole, geboren 1975 als Sohn nigerianischer Einwanderer, reist von den USA aus zurück nach Nigeria, portraitiert und fotografiert dort Menschen und Orte.
  • 176 Seiten, 2. Februar 2015, Hanser Berlin [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Jeder Tag gehört dem Dieb

15: XIFAN YANG, “Als die Karpfen fliegen lernten: China am Beispiel meiner Familie”

  • Xifan Yang, in Deutschland aufgewachsen, schreibt über ihre Eltern und Großeltern.
  • 335 Seiten, 23. Februar 2015, Hanser Berlin [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Als die Karpfen fliegen lernten: China am Beispiel meiner Familie

16: BRENDAN I. KOERNER, “Der Himmel ist unser. Liebe und Terror im Goldenen Zeitalter der Flugzeugentführungen” / “The Skies belong to us: Love and Terror in the Golden Age of Hijacking”

  • US-Sachbuch: eine kleine Kulturgeschichte der Flugzeugentführung von 1968 bis 73.
  • 320 Seiten, 1. März 2015, Verlag André Thiele [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Der Himmel ist unser: Liebe und Terror im Goldenen Zeitalter der Flugzeugentführungen

17: DANIEL JAMES BROWN, “Das Wunder von Berlin: Wie neun Ruderer die Nazis in die Knie zwangen” / “The Boys in the Boat: Nine Americans and their epic Quest for Gold at the 1936 Berlin Olympics”

  • US-Sachbuch: der Olympiasieg des amerikanischen Ruder-Teams und der komplexe, toll recherchierte historische Rahmen.
  • 520 Seiten, 20. April, Riemann Verlag [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Das Wunder von Berlin: Wie neun Ruderer die Nazis in die Knie zwangen

18: BARBARA HONIGMANN, “Chronik meiner Straße”

Chronik meiner Straße

19: BENJAMIN PERCY, “Jemand wird dafür bezahlen müssen” / “Refresh, Refresh”

  • Short Stories aus Oregon. Provinziell, dunkel… vielleicht zu konventionell?
  • 320 Seiten, 23. März 2015, Luchterhand [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Jemand wird dafür bezahlen müssen: Stories

20: LÁSZLÓ KRASZNAHORKAI, “Die Welt voran”

  • Kurzgeschichten, Sprachexperimente, Verwirrspiele: experimentelle Prosastücke des ungarischen Avantgarde-Erzählers.
  • 416 Seiten, 19. Februar 2015, S. Fischer [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Die Welt voran

21: AYELET GUNDAR-GOSHEN, “Löwen wecken”

  • Ein israelischer Neurochirurg überfährt einen illegalen Arbeiter aus Eritrea und begeht Fahrerflucht. Am nächsten Tag erpresst ihn die Witwe: Er soll Flüchtlinge versorgen und behandeln, in einem Camp.
  • 432 Seiten, 1. Februar 2015, Kein & Aber [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Löwen wecken

22: KENNETH BONERT, “Der Löwensucher” / “The Lion Seeker”

  • Südafrika in den 30er Jahren: ein junger Jude als Litauen und die Geheimnisse und Verfehlungen seiner Familie.
  • 800 Seiten, 25. März 2015, Diogenes [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Der Löwensucher

23: SANDRA GUGIC, “Astronauten”

  • Stadtgeschichten, Einsamkeit, lose verknüpfte Alltagsaufnahmen.
  • 208 Seiten, 21. Januar 2015, C.H. Beck [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Astronauten

24: AMBER DERMONT, “In guten Kreisen” / “The Starboard Sea”

  • Unterhaltungsroman über Privatschul-Schnösel in den 60er Jahren, Gruppenzwang, Klassismus und vertuschte Verbrechen.
  • 444 Seiten, 10. Februar 2015, mare [Amazon | Ocelot | Goodreads]

In guten Kreisen

25: SIFISO MZOBE, “Young Blood”

  • Young-Adult-Literatur aus Südafrika: ein junger schwarzer Schulabbrecher wird zum Kriminellen.
  • 274 Seiten, 16. Februar 2015, Peter Hammer [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Young Blood

26: TOM DRURY, “Das stille Land” / “The driftless Area”

  • Eine Affäre in der Provinz, eine allein lebende Nachbarin und eine Kette aus Zufällen… oder geheimen Plänen?
  • 216 Seiten, 31. Januar 2015, Klett-Cotta [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Das stille Land

27: JOHN WILLIAMS, “Butcher’s Crossing”

Butcher's Crossing

28: ARNO GEIGER, “Selbstportrait mit Flusspferd”

  • Nach einer Trennung verbringt ein Veterinärsstudent einen Sommer mit der Pflege eines Zwergflusspferdes. Schönes Sommerbuch? Oder Kitsch?
  • 288 Seiten, 2. Februar 2015, Hanser [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Selbstporträt mit Flusspferd

29: DAGNY GIOULAMI, “Alle Geschichten, die ich kenne”

  • Schrulliger, leichter Südosteuropa-Roman über eine junge Frau aus Zürich, die spontan nach Griechenland reist.
  • 160 Seiten, Februar 2015, weissbooks [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Alle Geschichten, die ich kenne: Roman

30: SIBYLLE KNAUSS, “Das Liebesgedächtnis”

  • Eine Schriftstellerin wird im Alter dement… und schreibt gegen den eigenen Verfall an.
  • 192 Seiten, 9. Februar 2015, Verlag Klöpfer & Meyer [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Das Liebesgedächtnis

31: MIKLÓS BÁNFFY, “In Stücke gerissen” (US-Titel: “They were divided”)

In Stücke gerissen

32: MICHÉLE BERNSTEIN, “Alle Pferde des Königs”

  • Hipster-Literatur, im Original erschienen 1960:
  • Bernstein, eine junge Situationistin, parodiert den psychologischen Roman Frankreichs so geschickt und erfolreich, dass ihr (ironisches?) Buch als großer Jugend- und Beziehungsroman gefeiert wird.
  • 128 Seiten, 25. Februar 2015, Edition Nautilus [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Alle Pferde des Königs

33: PÉTER ESTERHÁZY, “Indirekt”

  • Literatur mit Links: Aus vielen literarischen Zitaten und eigener Handlung colaggiert Esterházy ein kurzes, charmantes erzählerisches Spiel.
  • 176 Seiten, 19. Januar 2015, Berlin Verlag [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Indirekt

34: SIRI HUSTVEDT, “Die gleißende Welt” / “The Blazing World”

  • New-York-Roman über eine Künstlerin, die ihre Arbeit hinter drei Männernamen versteckt, um Sexismus zu entgehen.
  • 512 Seiten, 24. April, Rowohlt [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Die gleißende Welt

35: KAREN JOY FOWLER, “Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke” / “We are all completely besides ourselves”

  • überraschender Familienroman über ein altes Trauma… und Forschung an Menschenaffen.
  • 368 Seiten, 11. Mai 2015, Manhattan [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke

36: SEMJON VOLKOV, “Idiotenbus”

  • der Alltag eines jungen Mannes mit geistiger Behinderung in einer Werkstatt.
  • Rollenprosa, ein bisschen gewollt-drollig / lesebühnenhaft.
  • 200 Seiten, 12. Januar 2015, Verlag tredition [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Idiotenbus

37: FLORIAN GANTNER, “Trockenschwimmer”

  • Ein junger, melancholischer Versager in Österreich blickt zurück auf seine Alltags-Niederlagen… und ein (kleines) Verbrechen.
  • 192 Seiten, 12. Februar 2015, Edition Laurin [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Trockenschwimmer

38: RICHARD McGUIRE, “Hier” / “Here”

  • der selbe Bildausschnitt, immer neu über ganze Epochen hinweg gezeigt:
  • Graphic Novel über Zeit und Wandel.
  • 300 Seiten, 10. Dezember 2014, Dumont [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Hier

39: MILJENKO JERGOVIC, “Vater”

  • autobiografisches Essay: der bosnische Schriftsteller erinnert sich an den Tod seines Vaters und ihr schwieriges Verhältnis.
  • 208 Seiten, 3. Februar 2015, Schöffling [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Vater

40: DASA DRNDIC, “Sonnenschein”

  • Kroatien im zweiten Weltkrieg: ein selbstbewusster, doch oft recht eitler und creative-writing-hafter Roman über eine jüdische Familie.
  • 400 Seiten, 14. Februar 2015, Hoffmann und Campe [Amazon | Ocelot | Goodreads]

Sonnenschein

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Japanliteratur: Die besten Bücher aus und über Japan

brooklyn botanical gardens japanese garden.

Einmal pro Monat stelle ich 20 unbekannte oder neue Bücher vor.

heute: Bücher aus und über Japan.

viele davon gefunden bei “Japanliteratur.net”, einer übersichtlichen, toll gestalteten, sehr gut informierten Magazin von Friederike Krempin.

20 Titel – angelesen, gemocht und vorgemerkt:

.

01: SAIICHI MARUYA, “Die Journalistin” / “A Mature Woman” 

Die Journalistin

02: MORIO KITA, “In Nacht und Nebel”

Lidé z rodu Nire

03: TERU MIYAMOTO, “Kinshu: Autumn Brocade”

  • 208 Seiten, 1982.
  • Briefroman über ein Ex-Liebespaar, das sich zehn Jahre später in einem Onsen in den Bergen wiedersieht.

Kinshu: Autumn Brocade

04: MINATO KANAE, “Confessions”

  • 240 Seiten, 2007.
  • Rezension bei Japanliteratur.net (Link)
  • Monolog einer Lehrerin und Mutter, die der Schulklasse, die sie unterrichtet, die Schuld am Tod ihrer Tochter gibt und sich an den Kindern rächen will. Etwas trashiger (?), aber mitreißender Thriller.

Confessions

05: YUKIO MISHIMA, “Runaway Horses”

Runaway Horses

06: HIROMI KAWAKIMI, “The Briefcase” / “Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß”

The Briefcase

07: NATSUKI IKEZAWA, “A Burden of Flowers” / “Schwere Blumen”

A Burden of Flowers (Kan Yamaguchi Series)

08: ALAN BOOTH, “Looking for the Lost: Journeys through a vanishing Japan”

  • 340 Seiten, 1995.
  • Um Noh-Theater zu lernen, zieht Booth mit 24 nach Japan. Er bleibt 33 Jahre lang, bis zu seinem Tod – und schreibt hier über seine Wanderungen und Reisen durch die japanische Provinz.

Looking for the Lost: Journeys Through a Vanishing Japan

09: OSAMU DAZAI, “The Setting Sun”

  • 175 Seiten, 1947.
  • Als ihre verwitwete Mutter krank wird, muss eine unverheiratete Frau mit ihr aufs Land ziehen: Nachkriegsroman über soziale Kälte und Abstieg.

The Setting Sun

10: MAXENCE FERMIN, “Snow”

  • 112 Seiten, 1999.
  • verknappter, poetischer Roman über einen jungen Haiku-Autor im 19. Jahrhundert, seinen blinden Lehrer und eine Hochseilartistin aus Frankreich, in die er sich verliebt. Könnte schlimmer Kitsch sein – aber stilistisch macht es Spaß.

Snow

11: YASUNARI KAWABATA, “First Snow on Fuji”

Beauty and Sadness

12: FLORENT CHAVOUET, “Tokyo on Foot. Travels in the City’s most colorful Neighborhoods”

  • 206 Seiten, 2009
  • Reisebericht, Visual Guide, Graphic Novel, illustriertes Geschenkbuch: ein harmloser, aber wunderschöner Reiseratgeber von einem Illustrator, der mehrere Bücher zu beliebten Reiseziele in Japan macht(e).

Tokyo on Foot: Travels in the City's Most Colorful Neighborhoods

13: SAWAKO ARIYOSHI, “The River Ki”

  • 243 Seiten, 1959.
  • drei Generationen von Frauen, vom Ende der Edo-Zeit bis zum zweiten Weltkrieg, und ihr Leben an einem Fluss in der Provinz.
  • von der selben Autorin angelesen und gemocht (wirkt aber etwas didaktisch und Biopic-artig): “The Doctor’s Wife” (1978)

The River Ki

14: SHUSAKO ENDO, “The Sea and Poison”

The Sea and Poison

15: EIJI YOSHIKAWA, “Musashi”

  • 970 Seiten, 1935
  • historischer Schmöker über einen Schwertkämpfer, Samurai und Feldherrn im 17. Jahrhundert: viele dieser Bücher sind schleppend – besonders in der Übersetzung. Dieses hier hat mich schnell gepackt.
  • ähnliche Mainstream-Titel, angelesen und gemocht: “Shogun” (James Clavell, 1975), “Hiroshima” (John Hersey, 1946)

Musashi

16: BEATE SIROTA GORDEN, “The only Woman in the Room: A Memoir of Japan, Human Rights and the Arts”

  • 176 Seiten, 1998
  • Beate, Tochter russischer Juden, hilft direkt nach dem 2. Weltkrieg beim Aufsetzen der japanischen Verfassung: ruppige, etwas überdrehte Lebenserinnerungen einer streitbaren und selbstbewussten Frau.

The Only Woman in the Room: A Memoir of Japan, Human Rights, and the Arts

17: NATSUME SOSEKI, “And then”

  • 248 Seiten, 1909
  • Ein junger Idealist wird immer tiefer ins Leben seines besten Freundes und dessen labiler Frau gezogen.
  • Klassiker vom selben Autor: “Kokoro” (1914)

And Then

18: SAYO MASUDA, “Autobiography of a Geisha”

  • 185 Seiten, 2003.
  • Rezension auf Japanliteratur.net (Link)
  • abseits vom Arthur-Golden-Kitsch erzählt eine Geisha von ärmlichen, schwierigen und verstörenden Jahren in der Provinz.

Autobiography of a Geisha

19: YASUSHI INOUE, “Die Eiswand”

  • 415 Seiten, 1956
  • Zwei Freunde und Bergsteiger-Rivalen kämpfen um die selbe Frau.
  • Ich liebe Inoues “Meine Mutter” und empfehle es oft. Niemand in meinem Freundeskreis kann viel damit anfangen. Freundin L. nahm es mit in den Strandurlaub und sagte danach: “Ich war gelangweilt. Aber meine 80jährige Oma fand es, glaube ich, nicht schlecht.”
  • andere Titel von ihm, die ich angelesen habe und mochte: “Schwarze Flut”, “Bullfight”, “Amore” (1950)

Die Eiswand

20: HIKARU OKUIZUMI, “Das Gedächtnis der Steine”

  • 158 Seiten, 2000 oder früher (hier der Amazon-Link)
  • Rezension auf Japanliteratur.net (Link)
  • Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, nach dem Tod seines Sohnes, stellt sich ein inzwischen Erwachsener Familienvater seiner Kriegstraumata und verdrängten Ängsten.

japanliteratur stefan mesch

Klassiker, angelesen und gemocht:

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Nip the Buds, Shoot the KidsmThe Makioka SistersYabu No Naka The Chrysanthemum and the Sword: Patterns of Japanese CulturemTattoo Murder Case

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Expat- und US-Literatur, angelesen und gemocht:

The Japan Journals: 1947-2004m Lost Japanm36 Views of Mount Fuji: On Finding Myself in JapanmMy Year of MeatsmTokyo Fiancée

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sympathische Unterhaltungsromane:

The Yokota Officers ClubmWarten auf die SonnemWingshootersmSchnee im AprilmAll She Was Worth

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underdog literature october 2014

gelesen – und sehr gemocht:

Ich habe alle Haruki-Murakami-Bücher gelesen… und empfehle besonders (in absteigender Reihenfolge):

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fünf Manga, denen ich das größte denkbare Publikum wünsche:

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fünf Japan-Romane, die ich empfehle:

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1 book. 1000 texts about death. partake in the #1000deaths project!

writing a thousand deaths twitter

full info / exposé here [Link, Dropbox].

.

have you ever been affected by a death?

do you want to write about it?

submit a personal text…

…to Christiane Frohmann’s #1000deaths project!

.

One of my favorite German Cultural Studies writers, Christiane Frohmann, is publishing a collection titled “Writing A Thousand Deaths “. It’s an ebook with a professional editing process, available on Amazon and many European, alternative platforms. her full proceeds go to charity.

The #1000deaths project wants to collect 1000 brisk, smart and moving personal narratives.

The first 350 text are published already: The ebook will update itself several times until 1000 texts are completed. These first 350 texts were written by German-speaking authors, mostly. Now, for the fourth update / edition of the book, the project will open up for people writing in all other possible languages. We are looking for morticians and clergy people, doctors and grief therapists… and all kinds of other voices who want to approach the topic.

Forms like poetry, fiction, essays, personal texts, letters etc. are possible and encouraged.

Please forward this to anyone who might be interested, and…

…by March 3rd, email your submissions to verlag@cfrohmann.com

There will be a professional editing process. The dropbox document (link) will give you all further information.

there are additional exposés in

If you have any questions, please get in touch! Share the exposé, invite writing classes, friends, academics, poets and all kinds of experts and amateurs… and visit the “Writing a Thousand Deaths” Facebook page for further information.

The book has been covered in “Wired” (German edition, Link) and the Neue Zürcher Zeitung (Swiss, Link), and there’s a Goodreads page, too (Link).

So far, from 350 texts, only a select few have been written in English:

Tricia Callahan (text 249), Marika Keblusek (text 083), Chloe Zeegen (text 091), AE Rutherford (text 103), Michaele Taschek (text 150), Lola Gruenthal (text 188), Kristoffer Patrick Cornils (text 227), Joey Juschka (text 273), Angela Lahee (text 280), Richard Weber (text 284), Roxanne Kent-Drury (text 347)

Let’s help expand this list…

…and produce a stunning, rich and emotional collection of 1000 texts about a taboo topic!

Writing a Thousand Deaths, Frohmann Verlag

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1000Tode / “Tausend Tode Schreiben”: mein Text… und Update 3

“Inventar”

von Stefan Mesch.

erschienen in: “Tausend Tode Schreiben”, Frohmann Verlag 2014 / 2015

Tausend Tode Sterben Christiane Frohmann .

Mach eine Liste aller Menschen, die dir fehlen.

Sprich aus, was du konkret – an jedem einzelnen – vermisst.

Steck alle Verluste ab, spezifisch, nur für dich: ideell, materiell, sozial/alltäglich, kulturell.

Eine Inventur deiner Zäsuren, Brüche.

Aller plötzlichen Nie-Wieders und Dann-doch-nichts und Zu-Späts.

Öffne ein Register für alles, was ein Tod dir nahm.

Stahl?

Verschenktes Potenzial. Falsche Aufschübe. Verlorene Zeit, Unmöglichkeiten.

Sei egoistisch, hungrig, leg dich fest – bis runter zum kleinsten, albernsten regret.

Und dann dreh um. Mach eine Liste über deinen eigenen Tod.

Aus Sicht der anderen.

//

Am Check-in jedes Fluges wünschte ich, Verena hätte die Liste meiner Passworte: Gmail, der GMX-gesendet-Ordner, WordPress, Facebook, das Passwort meiner 2000 Seiten Tagebuch auf der externen Festplatte, 1997 bis 2004. Mein digitaler Nachlass, mein Vermächtnis – falls ich und mein Computer heute ins Meer stürzen, verstummen. Keine weiteren Worte in die Welt lassen dürfen.

// .

Mach eine Bucket List, wenn du nicht anders kannst.

Und klar – Patientenverfügungen, Organspende. Formalia.

Aber das meine ich nicht:

Es gibt genügend Online-Listen mit 1000 Dingen, die du tun musst, ehe du stirbst. (Bürokratie!)

Es gibt genügend Online-Listen mit 1000 things to see before you die. (Tourismus!)

Ich will ein Inventar aller Dinge, die du geben kannst:

ideell, materiell, sozial/alltäglich, kulturell.

Dazu die Liste aller Menschen, denen etwas fehlen würde – zwischen deinem Tod und ihrem.

Und einen Plan:

Was du hinterlässt.

Für wen genau.

Und wer – womit genau? – was anzufangen wüsste. .

//

Als sie mit 14 ihr erstes Testament schrieb, mailt Julia, legte sie die Rangfolge fest, in der ihre Freunde das Zimmer betreten durften, „um sich eine Sache auszusuchen. Mein Nachttisch durfte aber nicht aufgemacht werden!“ Braucht, will oder trösten jemanden meine Comics (Richard? Jakob?), Romane (Maria?), Kleider (…?!), Festplatten, Daten (Frank, Simone, Lino? Und Jule und Jan: Könnt ihr notfalls mein Buch beenden)…? Wie finden die richtigen Hinterlassenschaften die richtigen Hinterbliebenen? Was von dem Zeug, das ich besitze, schreibe, weiß, zu sagen habe, hat einen Wert – Glücks- und Erkenntnispotenzial? Für wen?

//

Mach Ablageorte.

Mach dir bewusst, dass deine Ablageorte später Fundorte werden.

Mach Sicherungskopien, Fotos.

Keep your old love letters. Throw away your bank statements.

Mach einen Stammbaum und zähl 20 Dinge auf über jeden Namen im Geäst..

//

Roy hat die Schlüssel zu M.s Wohnung, damit er Pornos löschen, Fenster putzen, alles Unvernünftige verschwinden lassen kann in den kurzen Stunden zwischen einem Unfalltod von M. und einer Anreise und Wohnungsinventur durch M.s Mutter. „Meine Tante verließ ihren Mann: Er soff sich dann zu Tode, allein. Die letzten Tage schaffte er es nicht mehr bis zum Klo. Meine ganze Kindheit lang habe ich nichts Gutes über ihn gehört. Der Dreck in seiner Wohnung. Die Ecke, in die er pisste. Das haben alle behalten. Sonst nichts.“ Roy hat den Wohnungsschlüssel, um zu verhindern, dass M., falls er überraschend stirbt, am Zustand seiner Zimmer gemessen und erinnert wird.

//

Hast du eine Geschichte? Schreib sie auf.

Hast du alles gesagt?

Genug?

Hast du die wichtigen Menschen alles Wichtige wissen lassen?

Hast du etwas gesehen, erlebt, das mit dir stirbt?

(Muss es das?)

Dreh kurze Filme. Nimm deine Stimme auf.

Lass Karten hier, die uns zu deinen Schätzen führen.

Trete Spuren. Halt dich fest.

Mach Nacktbilder – für die Person, die das zu schätzen weiß oder wüsste.

Ich will die Liste aller Orte, an denen du zwei Nächte verbrachtest – oder mehr.

Ich will die Liste aller Menschen, mit denen du zwei Nächte verbrachtest – oder mehr.

Ich will deine Lieblingssongs und -filme. Deine Favoriten. Deine Perlen.

Ich will Kultur, in der du dich erkennst.

Entdeckungen – die mehr über dich verraten.

Ich will das Inventar der Dinge, die du teilen kannst – sobald du stirbst.

Und ich will, dass du Wege findest, das Teilen vieler Dinge nach vorne zu verlegen:

Sobald du kannst – lass uns gleich teilen.

Heute.

Wozu erst warten, bis einer von uns fehlt? .

Stefan Mesch

..

…heute erscheint Version 3 von “Tausend Tode Schreiben”:

. alle Infos zur Teilnahme, Einsendefristen u.a. finden sich hier:

.…das Buch selbst ist unter anderem bei Minimore.de erhältich (Link) .

Texte aus Version 1, die ich besonders mochte, kamen von Alan Posener (Text 002), Michael Brielmaier (003), Anne Kuhlmeyer (004), Gesa Füßle (008), Clemens Setz (010), Jan Fischer (016), Falk Schreiber (017), Judith Sombray (023), Johanna Straub (034), Daniela Seel (037), Jannis Plastargias (039), Sibylle Luithlen (040), Lew Weisz (042), Angelika Maisch (059), Roman Held (071), Johanna Peil (073), Gabriel Yoran (079), Zoe Beck (081), Zora Debrunner (086), Mario Sixtus (090), Stanislaw Bastian (097), Florian Voß (101), AE Rutherford (103), V.S. Wagner (112), Christian Huberts (116), W. (122), Auguste von Blau (123) und Karola Sasse (Text 130).

Texte aus Version 2, die ich besonders mochte: Fabian Thomas (138), Natalia Kauz (143), Meike Rensch-Bergner (145), Uwe Kalkowski (156), Iris Hakelberg (161), Tania Witte (162), Joachim Göb (167), Doris Lautenbach (176), Inga Sawade (183), Lola Gruenthal (188), Marianne Landré Goldschneider (189), Sabrina Sailer (194), Susanne Becker (198), Leopold Faltin (215), Anthea Rubin (216), Jessica Mancuso (220), Claudia Wiedow (222), Kristoffer Patrick Cornils (227), Maximilian Buddenbohm (231), Amaot Wurst (233), Kinderdok (240).

Das neue Update, Version 3, umfasst knapp über 100 neue Texte.

Ich empfehle besonders:

248 Jules Heuser
251 Annette Horn
255 Ingrid Walter
269 @achthirsch
275 Stephanie Jaeckel
283 Bianca Pohlmann
285 Sandra Burkhardt
288 Christina Striewski
297 Katja Kulin
299 Thomas Merz
305 Marianne Labisch
306 anonym
316 Achim Reibach
337 Renesmee Farnbauer
348 @ickemich

und, aus Version 4 (Update):

361: Pierre Vlcek (@henscheck)
362: Luan J. Kreutschmann
371: Tine Mothes
372: Nicole von Horst
375: Der Narkosearzt
380: @patzillasaar
388: Der Emil
401: Thomas D. Föller
419: Peter Gleason

.D

Das Niveau bleibt hoch und ich lese die Texte weiterhin mit großem Gewinn… doch ich merke nach 350 Texten, wie viele Auorinnen und Autoren (ich selbst auch, unbedingt!) die Erfahrungen, Gefühle und Lebenswelten einer Mehrheit beschreiben:

Für Version 4 hoffe ich auf weitere / viel mehr Stimmen und Perspektiven, die andere Kulturen und Familien, Rollen und Hoffnungen, Abschiede und Identitäten und Gefühle und Sexualitäten zeigen: Sterben, Abschied, Trauer, Alter und Verlust sind universelle Themen. Aber das Drumherum (Wem passiert das? Woran glauben, worauf hoffen, wen lieben diese Menschen?) kommt mir an vielen Stellen gerade gleichförmiger vor, als es sein müsste.

Vielleicht durch die Ballung. Vielleicht, weil ich zu viel am Stück gelesen habe und Muster, Wendungen, Metaphern wieder und wieder erkenne. Noch 650 Texte sollen für dieses Projekt gesammelt werden und erscheinen. Ich glaube, viele Farben, Themen, Aspekte wurden bisher kaum gestreift.

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tolle Reportagen, guter Journalismus: Empfehlungen, #textdestages 02

November Sunday Cherry Leaves Stefan Mesch WordPress.

ein Text pro Tag.

deutschsprachig, hintergründig, zeitlos:

seit Neujahr sammle ich Blogposts, Reportagen, Essays, Interviews unter dem Hashtag #textdestages auf meinen Facebook-Profil.

hier sind Texte 11 bis 20. große Empfehlung! markante Stimmen. interessante Thesen. Qualitätsjournalismus, den ich gerne las – und teilen will!

Teil 1, Text 01 bis 10, sind hier [Link]

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020. Schauspieler, Seifenopern, Arbeitslosigkeit:

“Der Serientäter: 14 Jahre Seifenoper – wie verändert das einen Menschen?”

Tobias Haberl portraitiert Sven Thiemann, der zwischen 23 und 37 in der ARD-Soap “Marienhof” den gutmütigen Klempner Charly Kolbe spielte. Erst mit Ambitionen. Dann bald: resigniert und routiniert. Was tun, nachdem die Serie abgesetzt wird? (Portrait, Süddeutsche Zeitung 2012)

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019. Kulturindustrie, Weltekel, Kinderkanal:

“Bernd das Brot über schlechte Laune: ‘Ich glaube, ich hasse Sie'”

Maria Rossbauer interviewt Bernd das Brot, “Deutschland am schlechtesten gelaunte Fernsehfigur”. Tolles Misanthropen-Comedy-Gespräch im Stil Adornos und Thomas Berndhards. (Kulturkritik / Interview, taz 2014)

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018. Depressionen, Familiengründung, “Problemkinder”:

“Psychologe Andrew Solomon: Jeder vererbt etwas Schwäche”

Julia Prosinger interviewt den Autor und Psychologen Andrew Solomon: Für sein Buch “Weit vom Stamm” sprach er mit 300 Familien, deren Kinder aus dem Rahmen fielen. Sprechen Depressionen, Behinderungen, Armut gegen die Gründung einer Familie? (Interview, Tagesspiegel 2015)

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017. Behinderung, Selbstbestimmung, Inklusion:

“Raul Krauthausen: Ich bringe der Volkswirtschaft mehr, als ich koste.”

Lea Hampel interviewt den Glasknochenbesitzer und “Sozialhelden” Raul Krauthausen über das Leben mit Behinderung, seine erfolgreichen Initiativen, Startups und Buchprojekte… und sein Erwachsenwerden in Deutschland und Kolumbien. (Interview, Süddeutsche Zeitung 2014). Ein älteres Interview über Mobilität, von Annett Heide hier (Link, Berliner Zeitung 2014)

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016. Steuerschlupflöcher, US-Konzerne, Ausbeutung:

“Starbucks und die Steuer-Clique. Die großen Konzerne drücken ihre Steuerlast, wo es nur geht.”

Thorsten Schroeder erklärt, wie Starbucks, Apple, Amazon Steuern sparen – und warum Widerstände, Proteste und politischer Druck in Europa kaum helfen. (Wirtschaft, ZEIT 2014)

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015. China, Gewalt durch den Staat, Festnahmen:

“Pressefreiheit: Sie haben Miao”

Angela Köckritz’ Assistentin Zhang Miao verschwindet nach einer Recherchereise zu Protesten in Hongkong: Chinesische Behörden haben sie fest genommen – und über Tage versucht Köckritz, ihrer Freundin zu helfen: Wie kann die ZEIT ihrer chinesischen Mitarbeiterin helfen? (Reportage, ZEIT 2015)

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014. Mütter, Landleben, Sackgassen:

“Alleinerzehende und Hartz IV: Alltagskampf bis zur Erschöpfung”

Wibke Bergemann portraitiert Mütter, aleinerziehend und im sozialen Abseits: Was macht Hartz IV aus einer Kleinfamilie? (Reportage / Portrait, Deutschlandradio Kultur 2014)

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013. Jobcenter, “Fördern und Fordern”, soziale Teilhabe:

“Zehn Jahre Hartz IV: Immer den Staat im Nacken. Die Teilnahme am normalen Leben ist für Millionen Betroffene fast unmöglich geworden”

Hans von der Hagen und Benjamin Romberg treffen eine studierte Chemikerin, die aus Altersgründen keine Anstellung mehr findet. Vom Jobcenter fühlt sie sich schikaniert, überwacht, entmündigt und entmutigt. Eine Hürde statt einer Hilfe? (Reportage / Portrait, Süddeutsche Zeitung 2015)

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012. Reichtum, Steuern, Abstiegsangst:

“Ab wann ist man reich? Ein Spitzenverdiener spricht.”

Mona Jaeger trifft einen jungen Familienvater im reichen Taunus, der sich selbst nicht reich fühlt: Wo fängt “Wohlstand” an? Und wieso haben selbst Spitzenverdiener das Gefühl, ihre Familie habe wenig Spielraum? (Portrait, FAZ 2014)

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011. Verbrechen, Justiz, Nahtoderfahrung:

“Jugendgewalt: Der Überfall. Drei Jugendliche ziehen raubend und prügelnd durch die Großstadt. Unsere Autorin hat den Ausbruch der Gewalt knapp überlebt.”

Susanne Leinemann wird auf offener Straße überfallen und bewusstlos geschlagen. Zwölf Tage später werden die Täter gefasst – und Leinemann schreibt über den Prozess. (persönliche Reportage, ZEIT 2010)

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