Die besten Krimiblogs (Deutschland)

krimiblogs tipps stefanmesch.

Im Mai 2013 stellte ich ein paar Buch- / Literaturblogs vor, die ich gern lese.

Heute folgen Blogs mit Krimi- und Thriller-Schwerpunkt.

Für einen Verlag recherchierte ich Anfang August 2014 einen Presse-Verteiler mit 150 deutschsprachigen Blogs, in denen (auch) Krimis und Thriller besprochen werden.

Privat lese ich gerne Thriller und Krimis, habe aber große Probleme mit:

  • deutschen TV-Produktionen (auch “Tatort”)
  • Procedurals / Krimi-Reihen / zu viel Schema F
  • Autoren, die ihren Detektiv oder Bösewicht als Übermensch zeichnen
  • schrulligem und reaktionärem Wohlfühl-Kram wie “Monk”

30 Referenzen: Krimi-/Thriller-/Spannungszeug, das ich mag:

Raymond Chandler  |  “Veronica Mars”  |  Greg Rucka  |  Profiler (z.B. in “Millennium” und “Profiler”)  |  “In Cold Blood” und ähnliche True Crime-Titel  |  Noir  |  Hitchcock  |  “der Feind in meinem Bett”-Thriller und Domestic Suspense  |  “24”  |  Ed Brubaker  |  “Twin Peaks”  |  femmes fatales  |  Satiren wie “Desperate Housewives”  |  Agenten, gerne schrullig (“Spooks”, “Queen & Country”, “Mit Schirm, Charme und Melone”)  |  “Der talentierte Mr. Ripley”  |  “Wild Things”  |  Cyberpunkt und Urban Fantasy  |  Patricia Briggs’ “Mercy Thompson”-Romane  |  “Gotham Central”  |  “Panic Room”  |  “Mulholland Drive”  |  “American Psycho”  |  “Blacksad”

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Heute, öffentlich:

33 Blogs, die ich selbst lese / lesen würde.


zwei Anmerkungen: Es ist kein Ranking. Sondern die Reihenfolge, nach der ich diese Blogs entdeckte oder sie mir wieder neu einfielen. Und: Mehrere Plattformen, wie Krimi-Couch und Culturmag, sind keine Blogs, sondern… redaktionell betreute E-Zines.

Ich führe sie hier trotzdem auf:

 

01: Ludger Menke: Krimi-Depeschen / Krimiblog

rezensiert selten – aber ist ein toller Multiplikator und kennt JEDEN. auch auf Facebook sehr sympathisch.

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02: Henny Hidden: Frauenkrimis.net

regelmäßige Link-Listen, Neuigkeiten – und gute redaktionelle Beiträge.

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03: Axel Bussmer: Kriminalakte

sympathischer Gemischtwarenladen mit vielen Kurzrezensionen

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04: Heinz Bielstein: KrimiLese

mehrere Rezensionen pro Woche, kritisch, flapsig, oft lesenswert.

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05: Uwe Kalkowski: Kaffeehaussitzer

viele Krimis, aber auch Literatur-Literatur und Genre, sehr lange, gründliche Rezensionen

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06: Joachim Feldmann: Am Erker: Mord & Totschlag

Krimi-Reviews bei der (guten!) Literaturzeitschrift Am Erker.

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07: Frank Rumpel: Frank Rumpel: Krimikritik

freier Jorunalist bloggt sporadische, lange, ziemlich gute Krimi-Reviews.

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08: Vanessa Woell: Nie ohne Buch

Krimis, Thriller, Romance, sehr gut vernetzt, angenehm ruhig gestaltet.

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09: Ray Banks, Frank Nowatzki, Martin Compart: Mordlust

Portal für Noir und Hard-Boiled-Titel, viele Klassiker, aber auch z.B. Western.

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10: Nicole Korzonnek: My Crime Time

einer der wichtigsten deutschen Krimiblogs: literarisch oft eher anspruchsvolle Neuerscheinungen und Links.

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11: Sonja Hartl: zeilenkino

Film- und Krimiblog einer tollen freien Journalistin (und Freundin).

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12: Miriam Semrau: krimimimi

Krimi-Reviews und Podcast; sehr bekannter Blog.

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13: Christoph Walter: Der Buchbube

anspruchsvoller und feuilletonhafter Rezensionsblog zu gehobenen Mainstream-Titeln.

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14: Günter Keil: Literaturblog Günter Keil.

“Krimis & Thriller . Romane . Hörbücher . Autoren . Lesungen”

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15: [auf Wunsch der Betreiber von dieser Liste genommen.]

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16: Andreas Kurth (Chefredakteur): Krimi-Couch.de

wichtigste, glaubwürdigste und oft sympathischste Rezensionsplattform für Mainstream-Krimis.

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17: Simone Dalbert: Papiergeflüster

flüssiger, aufgeräumter und sympathischer Mainstream-Blog mit guter Reichweite und kurzen Rezensionen, viele Krimis. Auch: Podcast.

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18: Dieter Wunderlich: dieterwunderlich.de

lange, oft etwas gutachten-hafte Rezensionen, oft zu literarischeren Büchern oder klassischeren Krimis. tolle Reichweite, toller Mann.

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19: Caterina Kirsten: SchöneSeiten

beliebter und eher anspruchsvoller Blog für gehobene Literatur; die Betreiberin mag Krimis und Thriller.

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20: Tom [kein Nachname veröffentlicht]: Tom’s Lesewelten

sympathische und glaubwürdige Thriller-Rezensionen, aber nur ca. zwei pro Monat.

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21: Antje Schimmel: Lesewiese

eleganter Blog einer Thriller- und Lit-Leserin… die aber “nichts Blutrünstiges” mag.

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22: Jacqueline Masuck: masuko13

sehr gut vernetzter Literatur- und Mainstreamblog, bespricht hin und wieder Krimis

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23: Petra [kein Nachname veröffentlicht]: Seesternsbuecher

glaubwürdiger und angenehm schlichter Mainstream-Blog, einige Thriller.

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24: Nomadenseele: Literatur- und Medienblog

angenehmer, beliebter Rezensionsblog, mag Mainstream-Thriller und Bestseller

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25: Katharina Gröger: Textverliebt

Attraktiver Blog (auch: Youtube-Rezensionen); einige Thriller.

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26: Sebastian Kretzschmar: Analog.Lesen

Rezensionsblog mit großem Thriller- und Krimi-Schwerpunkt.

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27: Wulf Bengsch: Medienjournal. Das Film- und Bücher-Blog

sympathisch gestaltetes, recht hochwertig aussehendes 1-Mann-Projekt zu Mainstream-Filmen und -Büchern, viele Thriller.

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28: eine anonyme Frau aus Zürich: Bücher in meiner Hand

sympathischer, aber recht kleiner Rezensionsblog zu Mainstream- und Krimi-Titeln.

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29: Irina Wolters: always time for a nice cup of tea and a good book!

breit aufgestellter und sympathischer, aber noch recht unbekannter Rezensionsblog.

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30: Britta und Tobias Baumann: Schwarz-Rosa Bücher

kleiner, aber ansprechender Krimi- und Thriller-Rezensionsblog.

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31: Kirsten Peters: Still Reading. Der Krimiblog.

kurze, sporadische Rezensionen zu interessanten, oft literarischen Titeln.

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32: Oliver Gaßner (Chefredakteur): Literaturwelt. Das Blog.

Magazin mit fast 20 Rezensent*innen, u.a. Alban Nicolai Herbst und Stefan Möller.

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33: Andreas Dutter: Brivido-Libro.

Mein Lieblings-YouTuber in Sachen Bücher.

(Achtung: quatschig / laut / überdreht. Youtube halt!)

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verwandte Links:

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Best Books of the 1980s

underdog literature 2014 08 august.
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Here are 20 books that caught my interest lately.

Off-beat, quirky or curious titles that might deserve more attention…

all published in the 1980s.

see also:

for a list of cool upcoming titles… click here [Link]

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01: BARRY HANNAH, “Ray”, 128 pages, 1980.

Ray

02: RICARDO PIGLIA, “Artificial Respiration”, 240 pages, 1980. [Argentina]

Artificial Respiration

03: ALAN PATON, “Ah, but your Land is beautiful”, 292 pages, 1981. [South Africa]

Ah But Your Land Is Beautiful (Vintage Classics)

04: AARTO PAASILINNA, “The Howling Miller”, 284 pages, 1981. [Finland]

The Howling Miller

05: BOHUMIL HRABAL, “Harlequin’s Millions”, 312 pages, 1981. [Hungary]

Harlequin's Millions: A Novel

06: TOBY OLSON, “Seaview”, 250 pages, 1982.

Seaview

07: HELEN HOOVEN SANTMYER, “And the Ladies of the Club”, 1176 pages, 1982.

...And Ladies of the Club

08: KERU MIYAMOTO, “Kinshu: Autumn Brocade”, 208 pages, 1982. [Japan]

Kinshu: Autumn Brocade

09: BILLY LEE BRAMMER, “The Gay Place”, 560 pages, 1983.

The Gay Place

10: BARRY HUGHART, “Bridge of Birds”, 271 pages, 1984. [Fantasy]

Bridge of Birds: A Novel of an Ancient China That Never Was

11: FERROL SAMS, “The Whisper of the River”, 544 pages, 1984.

The Whisper of the River

12: PRAMOEDYA ANANTA TOER, “Footsteps”, 480 pages, 1985. [Indonesia]

Footsteps

13: JUAN JOSÉ SAER, “The Sixty-Five Years of Washington”, 220 pages, 1985. [Argentina]

The Sixty-Five Years of Washington

14: JOAN SLONCZEWSKI, “A Door into Ocean”, 403 pages, 1986. [Sci-Fi]

A Door Into Ocean

15: JON HASSLER, “Grand Opening”, 336 pages, 1987.

Grand Opening

16: LANFORD WILSON, “Burn This”, 98 pages, 1987. [Drama / Stage]

Burn This

17: PENELOPE LIVELY, “Moon Tiger”, 224 pages, 1987.

Moon Tiger

18: JACKIE KAY, “Trumpet”, 278 pages, 1988.

Trumpet

19: GIACONDA BELLI, “The inhabited Woman”, 374 pages, 1988. [Nicaragua]

Bewohnte Frau

20: WALTER SATTERTHWAIT, “Miss Lizzie”, 332 pages, 1989.

Miss Lizzie

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related Posts:

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Beste Geschenke 2014: Bücher, DVDs und Comics

Bücher Freundeskreis 2013.

[für eine Übersicht über die besten Bücher, die ich 2012 gelesen habe...  hier entlang (Link)!]

[für eine Übersicht aller Geschenke, die ich 2012 machte... hier entlang (Link)!]

[für eine Übersicht aller Geschenke, die ich 2011 machte... hier entlang (Link)!]

[für eine Übersicht aller Geschenke, die ich 2010 machte... hier entlang (Link)!]

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die zehn Bücher, die ich am häufigsten verschenke:

die zehn Filme / Serien, die ich gerne empfehle / verschenke:

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Buchtipps sind… sinnlos. In meinem privaten (Zuhause-)Freundeskreis jedenfalls:

Es fällt mir leichter (und wirkt weniger… übergriffig / aufdringlich), auf Amazon Marketplace zwei, drei gebrauchte Ausgaben zu kaufen und zu schenken, als Freunden mit Kaufempfehlungen in den Ohren zu liegen.

Sobald ich denke “Er/sie hätte Spaß, mit diesem Buch”, kaufe ich eine billige Ausgabe.

Hier: Die Bücher und DVDs, die ich 2013 verschenkt habe.

Blau markierte Titel kamen sehr gut an.

Rot markierte Titel kamen schlecht an.

Die Liste für 2010 ist hier (Link).

Die Liste für 2011 hier (Link).

Und 2012: hier (Link).

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Geschenke 2013:

Kinder:

meine Patentochter, im Juli geboren, zu Weihnachten:

  • Kaaren Pixton: fünf “Indestructibles”-Kinderbücher (“Creep! Crawl!”, “Flutter! Fly!”, “Jungle, Rumble!”, “Plip-Plop Pond!”, “Mama and Baby!” (Bilderbücher, Link)

mein Neffe, zum 4. Geburtstag und zu Weihnachten:

Sohn meiner besten Freunde, 5 / 6 Jahre alt:

  • Mo Willems: “Pigeon wants a Puppy” (Bilderbuch, Link)
  • James Patterson: “Calvin & Hobbes: Band 1. Auf dem Sprung” (Cartoons, Link)
  • Erwin Moser: “Der Mond hinter den Scheunen” (Kinderbuch, Link: Er sagt, er will Moser “viereinhalb Sterne” auf Goodreads geben… aber sein Vater sagt, er wirkte beim Vorlesen oft gelangweilt / durcheinander)

Tochter meiner besten Freunde, 11 Jahre alt:

  • Kiyohiko Azuma: “Yotsuba&!”, Band 12 (Manga, Link)
  • Chica Umino: “Honey & Clover”, Band 6 bis 10 (Manga, Link)
  • Tsugumi Ohba: “Bakuman”, Band 2 (Manga, Link)
  • Naoko Takeuchi: “Sailor Moon” (Neuübersetzung), Band 1 bis 4 (Manga, Link)
  • “Katherine Paterson: “Die Brücke nach Terabithia” (Jugendbuch, Link)
  • Carson McCullers: “Frankie” (Roman, Link)
  • Christine Nöstlinger: “Nagle einen Pudding an die Wand” (Jugendbuch, Link)
  • “Indiana Jones 3″ (DVD, Link)
  • “Jurassic Park” (DVD, Link, schon voriges Jahr geschenkt. Aber sie hatte über ein Jahr lang Angst, den Film zu sehen.)
  • “Die Legende von Korra: Staffel 1″ (Zeichentrickserie, Link)
  • “Geheimakte Tunguska” (DS-Spiel, Link)
  • Nick Abadzis: “Laika” (dröges Graphic Novel, Link)

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Frauen:

meine Schwester – Studentin, 20:

  • Max Goldt: “Quitten für die Menschen von Emden bis Zittau” (Kolumen, Link)
  • Max Goldt: “Die Kugeln in unseren Köpfen” (Kolumnen, Link)
  • Max Goldt: “‘Mind-boggling’ Evening Post” (Kolumnen, Link)
  • Max Goldt: “Der Krapfen auf dem Sims” (Kolumnen, Link)
  • Max Goldt: “QQ” (Kolumnen, Link)

Pädagogin, 30 – mag Schmöker:

  • “Mad Men”, Staffel 4 (DVD, Link)
  • Alex Rühle: “Ohne Netz. Mein halbes Jahr offline” (Sachbuch, Link)
  • Gerbrand Bakker: “Der Umweg” (Roman, Link)
  • Robert C. Sherriff: “Septemberglück” (Roman, Link)
  • Evan S. Connell: “Liebenswerte Mrs. Bridge” (Roman, Link)
  • Peter Hedges: “Gilbert Grape. Irgendwo in Iowa” (Roman, Link)

Pädagogin, 30 – mag Klassiker und bürgerliche Figuren/Themen:

  • Barbara Pym: “Vortreffliche Frauen” (Roman, Link)
  • Evan S. Connell: “Liebenswerte Mrs. Bridge” (Roman, Link)
  • Peter Hedges: “Gilbert Grape. Irgendwo in Iowa” (Roman, Link)

Pädagogin, 30 – mag Exzentriker und Surreales:

  • The Wes Anderson Collection (Bildband, Link)
  • Peter Hedges: “Gilbert Grape. Irgendwo in Iowa” (Roman, Link)

Pädagogin, 30 – mag Young Adult-Literatur, hasst Regime:

  • Barbara Demick: “Die Kinogänger von Chongjin” (Nordkorea-Sachbuch, Link)
  • Anna Funder: “Stasiland” (DDR-Sachbuch, Link)
  • Celia Fremlin: “Die Stunden vor Morgengrauen” (Roman / Satire, Link)
  • Carson McCullers: “Frankie” (Roman, Link)
  • Judith Schalansky: “Der Hals der Giraffe” (Roman, Link)

Ärztin, 30 – hat mich in Toronto besucht:

  • “One Week” (Kanada-Wohlfühl-Film, Link)
  • “City Trip: Toronto” (Reiseführer, Link)
  • “Top 10 Toronto” (Reiseführer, Link)

Bühnentechnikerin / Feinkosthändlerin, 31:

  • Joyce Maynard: “The Usual Rules” (Roman, Link)

Bürokauffrau, 33:

  • Peter Hedges: “Gilbert Grape. Irgendwo in Iowa” (Roman, Link)

Hausfrau / Beamtin, 34:

  • “Midnight in Paris” (DVD, Link)

Krankenschwester, Mitte 50:

  • Miriam Toews: “Mr. T, der Spatz und die Sorgen der Welt: Das Leben meines Vaters” (Memoir, Link)

meine Mutter (ehem. Arzthelferin, Pflegedienstleiterin, Ende 50):

  • “Mad Men: Season 5″ (DVD, Link)
  • “Girls: Season 1″ (DVD, Link: “Die haben sich hingesetzt und überlegt: WAS wollen Menschen auf keinen Fall hören oder sehen? Und dann haben sie daraus eine Serie gemacht.”)
  • Gabriel Ba, Fabio Moon: “Daytripper” (Graphic Novel, Link)
  • Brandon Stanton: “Humans of New York” (Bildband, Link)

…sowie verschiedene DVDs (vor allem Dramen, lange Liste hier, Link. Habe ich nur ausgesucht, nicht bezahlt):

  • “Drei Farben: Blau / Weiß / Rot” (DVD, Link)
  • “Volver” (DVD, Link)
  • “Wenn Träume fliegen lernen” (DVD, Link)
  • “Das geheime Leben der Worte” (DVD, Link)
  • “Der Tintenfisch und der Wal” (DVD, Link)
  • “Across the Universe” (DVD, Link)
  • “October Sky” (DVD, Link)
  • “Snow Cake” (DVD, Link)
  • “Capote” (DVD, Link)
  • “Tagebuch eines Skandals” (DVD, Link)
  • “Das Apartment” (DVD, Link)
  • “Mein linker Fuß” (DVD, Link)
  • “Die Geschwister Savage” (DVD, Link)
  • “Beginners” (DVD, Link)
  • “Inside I’m dancing” (DVD, Link)
  • “Control” (DVD, Link)
  • “State of Mind” (DVD, Link)
  • “Frost/Nixon” (DVD, Link)
  • “The Man from Earth” (DVD, Link)
  • “Breakfast on Pluto” (DVD, Link)
  • “Rabbit Hole” (DVD, Link)
  • “Shine” (DVD, Link)
  • “Die Klavierspielerin” (DVD, Link)
  • “Candy” (DVD, Link)
  • “Confessions of a Dangerous Mind” (DVD, Link)
  • “Als das Meer verschwand” (DVD, Link)
  • “Gegen den Strom” (DVD, Link)
  • “500 Days of Summer” (DVD, Link)
  • “Crazy, Stupid, Love” (DVD, Link)
  • “Frühling, Sommer, Herbst, Winter… und Frühling” (DVD, Link)

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Männer:

Mein Bruder – Mechatroniker, 27:

  • “Mit Herz und Hand” (DVD, Link)
  • “Young Adult” (DVD, Link)

Programmierer, 30:

  • James Robinson: “Starman” Omnibus Nr. 2 (Graphic Novel, Link, mehr hier)
  • Sue Townsend: “Das Intimleben des Adrian Mole, 13 3/4 Jahre” (Jugendbuch, Link)
  • Matt Ruff: “Ich und die anderen” (Roman, Link)
  • Tobias Wolff: “This Boy’s Life” (Memoir, Link)
  • Peter Hedges: “Gilbert Grape. Irgendwo in Iowa” (Roman, Link)

Bankkaufmann, 32:

  • Joe Hill: “Locke & Key” (Horror-Comic, nur das allererste Heft, Link; er hat sich dann die komplette Reihe selbst gekauft… und geliebt)
  • Tilman Rammstedt: “Wir bleiben in der Nähe” (Roman, Link)
  • Erlend Loe: “Doppler” (Roman, Link)
  • Jonathan Evison: “Alles über Lulu” (Roman, Link)
  • David Gates: “Jernigan” (Roman, Link)
  • Roger Stern: “Superman” (Death & Return, Roman, Link)
  • Rainer Merkel: “Das Jahr der Wunder” (Roman, Link)
  • Rob Sheffield: “Love is a Mix Tape” (Memoir, Link)
  • Thomas von Steinaecker: “Wallner beginnt zu fliegen” (Roman, Link)
  • Robert C. Sherriff: “Septemberglück” (Roman, Link)
  • Peter Hedges: “Gilbert Grape. Irgendwo in Iowa” (Roman, Link)

Kunstlehrer / Kurator, 33:

  • Chris Ware: “Building Stories” (Graphic Novel, Link)
  • Walter Abish: “Wie Deutsch ist es” (Roman, Link)

Mathe- und Sportlehrer, 33:

  • Luke Davies, “Candy” (Roman, Link)

Krankenpfleger, mag anspruchsvolle Underdog-Filme und Altmänner-Serien wie “Breaking Bad” und “Boardwalk Empire”, Anfang 50:

  • Matt Fraction: “Hawkeye”, Band 1 und 2 (Superheldencomic, Link)

mein Vater, Mechatroniker, Mitte 50:

  • “Wonder Boys” (DVD, Link)
  • “Black Swan” (DVD, Link)

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Geschenke für Paare / junge Eltern:

  • “Ugly Betty”, Staffel 1 (DVD, Link)
  • “Modern Family”, Staffel 1 (DVD, Link)
  • “Zurück in die Zukunft” 1 bis 3 (DVD, Link; gekauft, damit mein bester Freund es seinen Kindern, 5 und 11, zeigen kann)

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Geschenke für Freunde aus Toronto und New York:

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Kultur- und Filmjournalistin (und: Graphic-Novel-Fan), 26:

  • nur empfohlen: Glyn Dillon: “The Nao of Brown” (Graphic Novel, Link)

Maler / Galerie-Mitarbeiter, in eine Mutter verliebt, die Mann und Kinder nicht verlassen will; 26:

  • Leo Tolstoy: “Anna Karenina” (Roman, Link)

Kultur- / Modejournalist, 28:

  • David Rakoff: “Fraud” (Kolumen / Memoir, Link)

Anwalt, 28:

  • Brian K. Vaughan: “Saga. Band 1″ (Graphic Novel, Link)

Literaturwissenschaftlerin, 29:

  • Carson McCullers: “The Member of the Wedding” (Roman, Link)

Campaign Manager, 32:

  • Joe Hill: “Locke & Key” (Horror-Comic, nur das allererste Heft, Link)
  • Gabriel Ba, Fabio Moon: “Daytripper” (Graphic Novel, Link)

Webcomic-Zeichnerin, 33:

  • Sarah Leavitt: “Tangles” (Graphic Novel / Memoir, Link)

Managerin, 34, Fan von gut gemachtem Mainstream:

  • Gillian Flynn, “Gone Girl” (Thriller, Link)

Bibliothekar, Ende 30:

  • Nicole Orringer: “The Invisible Bridge” (Roman, Link)

Inhaber eines britischen Inns, großer Fan von Kreuzfahrten, 41:

  • David Foster Wallace: “A supposedly fun thing I’ll never do again” (Essay / Reportage, Link)

Autor / Experte fürs Schreiben über Behinderungen; hat über Japan geschrieben und recherchiert gerade ein Buch über die DDR, Mitte 50:

  • Anna Funder: “Stasiland” (Post-DDR-Reportage, Link)
  • Fred Rodrian: “Hirsch Heinrich” (trostloses DDR-Kinderbuch, sollte ich nur für ihn bei Amazon bestellen und machte es dann zum Geschenk)
  • Fumi Yoshinaga: “Ooku: The Inner Chambers”, Band 1 und 2 (Manga, Link)

Campaign Manager / Mutter, Anfang 60, liest wenig:

  • Gerbrand Bakker: “Oben ist es still” (Roman, Link)

LGBT-Aktivist, 62:

  • Hubert Fichte: “The Orphanage” (Roman, Link)
  • Hubert Fichte: “Detlef’s Imitations” (Roman, Link)

Pädagogin / Feminstin, Ende 60:

  • Austin Kleon: “Steal like an Artist” (kurzer, leichter Ratgeber, Link)

Journalist, Anfang 70, lebt in Torontos Brunswick Avenue:

  • “Fables of Brunswick Avenue” (schlechte (?) Kurzgeschichten, Link)
  • John Cowper Powys: “Glastonbury Romance” (großer Lieblingsroman, Link)

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Grundwissen: Schweiz

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Für Ausgabe 17 von Exot – Zeitschrift für komische Literatur, erschienen im Juli 2014 und u.a. hier erhältlich, habe ich einige Wochen auf- und mitgeschrieben, was man über die Schweiz lernen kann. Aus Kinofilmen. Im Fernsehen. In Literatur.
Ich bin kein Schweiz-Experte. Aber die wichtigsten Fakten über die Schweiz erfährt man, zum Glück, ganz nebenbei:

 

Grundwissen: Schweiz. Was man über Schweizer weiß und lernt. In Kino, Fernsehen, Popkultur.

 

von Stefan Mesch

In Folge 77 von „Sliders – Das Tor in eine fremde Dimension“ (30. Juli 1999, „Eine heiße Story“) sliden die vier Sliders auf eine Erde, auf der Amerika nur noch Klatschblätter liest. Als Maggie dem Präsidenten in die Arme stolpert, nutzt die US-Regierung die Gerüchte: Ein Sexskandal im Weißen Haus lenkt vom großen Krieg ab, den die USA gerade verliert. Ihr Gegner? Die Schweiz.

In Folge 10 von „Grey’s Anatomy – die jungen Ärzte“ (23. September 2005, „Ein klarer Schnitt“) ist Meredith betrunken und verstört: Der Hirnchirurg, mit dem sie seit neun Folgen schläft, verheimlichte ihr, dass er verheiratet ist. Am selben Tag wird klar, dass ihre beste Freundin Cristina ein Kind abtreiben will… das sie vor fünf Folgen mit dem Herzchirurgen zeugte. Trotzdem verbittet sich Cristina alle Vergleiche: „Weil [du und der Hirnchirurg] nämlich eine Beziehung habt!“ – „Ach. Und das mit [dir und dem Herzchirurgen] ist…?“ – „Die Schweiz. Neutrales Territorium. Und sehr schöne Uhren!“

Im dritten James-Bond-Film, „Goldfinger“ (1964), reist James Bond in die Schweiz, um Goldfingers Goldschmuggel aufzudecken.

In George S. Kaufmans Musical „Strike up the Band“ (1927) will ein US-Käsefabrikant, um seine Herrschaft über den US-Käsemarkt zu sichern, einen Krieg gegen die Schweiz lostreten.

Im sechsten James-Bond-Film, „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969), reist James Bond in die Schweiz, um zu verhindern, dass Ernst Stavro Blofeld zehn junge Patientinnen unter dem Vorwand einer Allergie-Therapie zu Schläferinnen eines globalen Biowaffen-Anschlags macht.

Unzufrieden mit der Handlung von „Strike up the Band“ (1927) ersetzte George Gershwin vor der Broadway-Premiere den bösen Käsefabrikanten durch einen bösen Schokoladenmogul.

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Im zweiten James-Bond-Film, “Liebesgrüße aus Moskau” (1963)
, in “Der Spion, der mich liebte“ (Bond 10, 1977), „In tödlicher Mission“ (Bond 14, 1985) und „GoldenEye“ (Bond 17, 1995) reist niemand in die Schweiz – doch Schweizer Drehorte doubeln für andere Länder.

Walt Disney kannte Zermatt aus Ski-Urlauben und ließ nach Produktion seines Schweizer Kletter-Familienfilms „Der dritte Mann im Berg“ (1958) das Matterhorn im Maßstab 1 zu 100 in Disneyland nachbauen: Bis heute klettern Disney-Angestellte mit Lois-Trenker-Hut täglich Richtung Gipfel.

Privatschul-Schnösel Victor reist in der Bret-Easton-Ellis-Verfilmung „The Rules of Attraction“ (2002) als Backpacker durch Europa, spricht über alle Stationen – doch sagt zur Schweiz nur, dass er sprachlos war: „I took the Glacier Express up the Schilthorn [bekannt als Gehirnwäsche-Luxus-Sanatorium aus „Im Geheimdienst ihrer Majestät“], which is beautiful in a way I can’t describe.“ Im Video dazu streckt er den nackten Hintern Richtung Fels.

In deutschen Soaps spielen einige Schweizer Darsteller – nur fast nie Schweizer Rollen: DJane Lona Dee („Unter Uns“, ab 1995) zog 2000 zurück nach Basel. Zeitgleich kam Alex Behrend in die „Lindenstraße“, schlief mit Mutter Beimers Tochter und übernahm 2010 das Beimer-Reisebüro (heute: „Träwel und Iwends“). 2005 gewann „Verbotene Liebe“ als weltweit beste Soap die Rose d’Or von Montreux – und einige von-Lahnstein-Kinder (Rebecca, Hannes) besuchten seitdem Schweizer Internate.
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Von 1925 bis 1970 veröffentlichte Elinor Brent-Dyer Internatsromane
über patente britische Pädagoginnen, die eine „Chalet School“ in Tirol gründen, vor den Nazis auf Guernsey flüchten, in Herefordshire und Wales neue Schulen öffnen und endlich ab den 50er Jahren im Berner Oberland unterrichten. [„Chalet“? Sennhütte / Berghaus. Doch auch das triste „Wienerwald“-Äquivalent Kanadas, eine Imbisskette für Hühnchen-Formfleisch und Pommes, heißt „Swiss Chalet“.]

Auf den bewohnten drei Planeten des Urwyzden-Sonnensystems in der „Star Trek“-Novelle „Reservoir Ferengi“ (2010) gibt es Schnee, Berge, Banken und kleine, pazifistische Leute, die alle Konflikte meiden – bis die Ferengi-Händler Brunt und Gaila allen drei Welten Waffen liefern. Ein Bürgerkrieg bricht aus und das ganze Volk vernichtet sich selbst.

Wer einen Zweikampf in „Super Smash Bros. Melee“ (2001) gewinnt, ohne den Gegner anzugreifen oder verletzt zu werden, bekommt eine Gutschrift von 12.000 Pazifismus-Bonuspunkten namens „Switzerland“.

In „Popeye meets William Tell“ (1940) hat Popeye Landgang in der Schweiz – und wird von einem arroganten Pimpf namens Wilhelm Tell beschossen. „Aber nicht DER Wilhelm Tell? Wo ist Ihr Sohn?!“ Tell schämt sch sehr: Er hat ihn letzte Woche erschossen, „from under an apple“.
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In „Axis Power Hetalia“ (Manga, ab 2003) wird die Zeit zwischen den Weltkriegen als Pausenhof-und Schuljungen-Komödie mit über 40 Staaten-als-Schulkindern erzählt. Schweiz ist 18 Jahre alt und lebt als Einsiedler im Gebirge. Er liebt seine kleine Schwester Liechtenstein und tritt neutral auf – aber trägt eine Flinte. Hat für Vatikan als Söldner gearbeitet. Und ist der größte Waffenfabrikant der Welt.

Wolfsmund“ (Manga, ab 2010) erzählt vom St. Gotthard-Pass im 14. Jahrhundert – und einer Festung, in der die Habsburger jeden Reisenden in die Zange nehmen. Tatsächlich kämpften die Schweizer Eidgenossen von 1291 bis 1474 gegen Habsburger Kontrolle.

Im Mittelalter und noch „bis 1848 verdienten viele Schweizer ihren Lebensunterhalt als Söldner [„Reisläufer“] in fremden Armeen“ (Wikipedia), und Reiche wie Spanien, England, Polen, Österreich und Venedig finanzierten Schweizer Gardetruppen. Auch Lady Oscar, fiktive Leibwächterin von Marie Antoinette und Befehlshaberin des königlichen Garderegiments („Die Rosen von Versailles“, Manga, 1972), kommandiert eine Truppe Schweizer.

Heimweh („Nostalgia“) galt bis ins 19. Jahrhundert als Krankheit, beobachtet bei Schweizer Truppen in der Fremde – und als „Mal du Suisse“ / „Schweizerheimweh“ von Doktorand Johannes Hofer 1688 in Basel beschrieben. Noch Heidi (1880 / 81) wird in Frankfurt zur Schlafwandlerin – aus Sehnsucht nach der Schweiz.
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Wir Kinder vom Berghof“ (Anime-Serie, 1983) zeigt den Alltag von Dorfkindern in Rossiniére im späten 19. Jahrhundert. „Blazing Alpen Rose“ (Manga, 1983; Anime-Serie 1986) folgt Lundi und seiner Ziehschwester Jeudi – zwei Landkindern, die 1939 in Bern nach Jeudis wahrer Familie suchen.

In den 90er und frühen 2000er Jahren wurden bis zu 40 Bollywood-Filme pro Jahr in der Schweiz gedreht“, schreibt Arno Meili. Doch seitdem sinkt die Zahl. Denn: „Indische Filmfans kennen die Schweiz mittlerweile fast gleich gut wie ihr eigenes Land.“

Die Kampfszenen aus „Power Rangers“ (USA, seit 1993) stammen aus japanischen „Super Sentai“-Serien, die seit 1975 immer andere Ranger-Teams vorstellen. In der US-Bearbeitung stecken in den Zwischenszenen amerikanische Schüler unter dem Helm – im Original aber Japaner. Bis auf die Frauen: Erst 1980 gab es einen in Japan geborenen Pink Ranger. Vorher kämpften die FBI-Agentin Diane Martin („Miss America“), Drogenfahnderin Karen Mizuki („Heart Queen“) und, als erste weibliche Heldin, Peggy Matsuyama, eine 18jährige Sprengstoff-Chemikerin und Waffen-Entwicklerin mit Schweizer Vater.

Auch James Bonds Mutter Monique Delacroix ist Schweizerin. Bonds Vater ist Schotte – und geboren wurde Bond 1920 in Wattenscheid im Ruhrgebiet. Vielleicht hat deshalb auch Tara Chace, MI-6-Agentin in Greg Ruckas (grandiosem!) „Queen & Country“ (Comics und Romane, ab 2001) eine Schweizer Mutter, Annika Bodmer-Chace – und lebte, bis sie aufs Internat nach England musste, in Genf.

Baron Viktor von Frankenstein ist Schweizer – doch sein Monster wurde aus den Leichen toter Bayern gestückelt, in Ingolstadt.

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Arnim Zola, ein Schweizer Chemiker im Dienst der Nazis, klont und korrumpiert in den „Captain America“-Comics (seit 1977) und -Kinofilmen (2011 und 2014). Für „Spider-Man: Turn off the Dark“ (Broadway, 2011 bis 2014) wurde eine Nicht-Schweizer Schurkin namens Swiss Miss erfunden: mit Kegelbrüsten, im Stahlkostüm und Klingen als Tütü – halb Mensch, halb Taschenmesser. Auch in „The Tick“ (1995, Episode 14) kämpfen Schweizer Super-Schurken mit riesigen Swiss Army Knives.

Ein Football-Spiel (Oakland Riders vs. New York Jets, 17. November 1968) ging als „Heidi Bowl“ in die TV-Geschichte ein, als NBC pünktlich um 19 Uhr, eine Minute und eine Sekunde vor Spielende, die Live-Übertragung abbrach, damit ihr „Heidi“-TV-Film pünktlich startete. Alle Hotlines brachen zusammen – und Konkurrent CBS verriet später in den Abendnachrichten das offizielle Spielergebnis: „Heidi hat den Ziegenpeter geheiratet.“

In der Fantasy-Spielwelt von „World of Warcraft“ (seit 2004) gibt es viele Käsesorten: Darnassian Bleu, Dalaran Sharp, Alterac Swiss… „Wait a minute!“, fragt TV Tropes. „Alterac Swiss? How did Swiss cheese end up in Azeroth?“

Brechts „Mutter Courage“ (1941) nennt ihren jüngsten Sohn „Schweizerkas“.

und letzte Woche, in der aktuellsten Folge „Grey’s Anatomy“ (1. Mai 2014, „We are never ever getting back together“) dozierte Cristina auf einem Symposium in Zürich – und sah den Herzchirurgen, dessen Kind sie 206 Folgen zuvor verlor (Eileiterschwangerschaft) und der sie 2006, am Tag der Hochzeit, sitzen ließ: Er leitet das Schweizer Krankenhaus. Zeigt stolz 49 Bio-3D-Drucker. Und bietet ihr den Posten an – damit sie Glück und Frieden findet in der Schweiz. Und dort das allererste menschliche Herz ausdruckt.

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Stefan Mesch, *1983, lebt bei Heidelberg und schreibt seinen Roman über Fernsehen und die 90er, “Zimmer voller Freunde”. Er bespricht Bücher für ZEIT Online, Comics für den Berliner Tagesspiegel und war Redakteur bei BELLA triste in Hildesheim.

Seit 2009 lebt er drei Monate pro Jahr in Toronto – einer Stadt, die Peter Ustinov 1987 beschrieb als “New York, run by the Swiss”.

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Sommer in Neukölln – danke an K.!

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Achtung: Ich habe in den letzten Monaten viele sehr persönliche, mir wichtige Texte geschrieben, z.B. über mein Schreiben (Link), meine Familie (Link), meine Ambitionen (Link), einen toten Freund (Link) oder meinen alten Professor (Link). Der folgende Text gehört nicht dazu:

Er ist nur Spielerei, Notizsammlung, Sommer-Nebenbei-Spaß. Rollt nicht die Augen, weil – im Vergleich zu sonst – Dramatik und Dringlichkeit fehlen.
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Liebe K.,

50_Dein Sicherungskasten riecht nach Zahncreme.

49_Ich weiß das erst seit heute. Denn erst nach 19 Tagen allein in deiner Wohnung zog ich am Knauf: Ich wollte ihn öffnen, um zu wissen, ob er ein Sicherungskasten ist – oder etwas anderes.

48_Beim an-der-Tür-Ziehen rutschte hinten, zwischen Wand und Holzrahmen, sofort ein tic-tac-Hüllen-großes Plastic-Case voller Zahnseide die Wand runter zu Boden. Ich hob es auf. Dachte: “Dann sind da doch keine Sicherungen. Ein riesiger Medizinschrank?” Zog am Knauf…

47_fand Sicherungen und Zähler…

46_und sehr viel Zahncreme, Zahnseide, Reiseutensilien.

45_Sobald ich Schränke, Truhen, Kellertüren öffne, erwarte ich muffigen Geruch: Meine Nase ist recht schlecht. Wahrscheinlich kalkuliere ich, wie es gleich riechen sollte / könnte / müsste, statt wirklich erstmal irgendwas zu riechen. Dass aus dem Sicherungskasten nicht Muff und Moder kam, sondern Minze, macht mich glücklich: Hätte ich eine Wohnung – ich würde solche Geruchs-Übertölpelungen in allen Winkeln mit schlechtem Geruchs-Image verstecken, und die Geruchs-Erwartungen, Geruchs-Dramaturgie von Schränken, Schubladen unterwandern. Bild-Nase-Scheren – wie Ton-Bild Scheren im TV. Falsche Fährten. Überraschungen!

44_Ich bin seit Dienstag, 29. Juli in deiner Neuköllner Wohnung. Weitgehend heimlich.

43_Du kommst übermorgen zurück: am 21. August.

42_Drei ruhige, helle, konzentrierte Wochen. Kaum Menschen. Viel Textarbeit und Schreiben. Südfenster im Schlaf-, Nordfenster in Arbeitszimmer und Küche. Vorne: Rosenstöcke. Hinterhof. Hinten: Fahrradabstellplatz und Sträucher. Ein Wasserbett. Ein Gaskocher. Parterre. Der Plastikbausatz eines Pterodaktylus, 60 oder 70 Zentimeter Flügelspannweite, glow-in-the-dark, über deinem Bett.

41_Ich will mich für die Zeit hier in Berlin bedanken. Ich bin bis Samstag in der Stadt: Wir können Kaffee trinken. Ich lade dich zum Essen ein! Ich finde ein Gast- und Dankesgeschenk – bestimmt auch Bücher. Obwohl du wenig von Buchgeschenken hältst.

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40_Ich glaube, am meisten freuen dich… Einfälle. Gedanken: Lose Notizen über deine Wohnung, meine letzten Tage, die Nachbarschaft, Berlin, den Sommer.

39_Hat das Känguru auf der 1,50 auf 1,50 großen Karikatur an deiner Schlafzimmerwand ein oder ZWEI Augen? Ist diese Beule oben am Kopf ein senkrechtes, rechtes Auge – oder ein Blaulicht? Und trägt der Roboter links daneben, der sich mit Schnaps betrinkt, den ihm das süffisante Blaulicht-Känguru im Beutel zugetragen hat, eine Metall-Sauciere auf dem Kopf? Oder eine Ölkanne? Einen Espressokocher?

38_Und warum hat der Roboter keine Füße und Schuhe? Und das dahinter – ist das ein Zylinder? Saß der Zylinder auf seinem Kopf? Hat der Zylinder die Metall-Sauciere / Ölkanne / den Espressokocher versteckt?

37_Mich freut fast jeden Tag, dass der rote Tannenbaum hinter dem Känguru zwar rechts und links die selbe Anzahl Äste hat – aber diese Äste nicht streng symmetrisch / gespiegelt wachsen.

36_Mich freut fast jeden Tag, dass deine Wohnung kein WLAN hat.

35_Ich arbeite 6, 7 Stunden täglich offline – hier im Schlafzimmer, im Wasserbett, den Laptop auf der Brust. Um 16 Uhr gehe ich zu Edeka und hole mir Oliven und Brot (Haben sie die tollen Kalamata-Oliven aus dem Sortiment genommen, vor zehn Tagen?). Und zwischen 18 und 20 Uhr gehe ich ins „Weserland“, zu deinen Coworking-Kollegen, und google, facebooke, chatte, lese, erledige Bezahljobs – bis nachts um 2 oder 3.

34_Ich habe dein Kürbiskernöl benutzt und deine Olivenöl-Zitrus-Seife im Bad. Ich habe alte Ausgaben von Harper’s Magazine gelesen (wie toll ist Harper’s Index?). Ich habe einmal die Waschmaschine benutzt, zehnmal geduscht. Und Krümel eines Muffins fielen mir im Flur auf die mit Packpapier abgeklebten Dielen – und hinterließen zwei kleine Fettflecke.

33_Ich fragte mich, warum deine Dielen im Flur mit einer Rolle Packpapier abgeklebt sind – und ob du dieses Packpapier ersetzt, beschriftest, bemalst, in Herbst und Winter oft dreckig machst…?

32_Und dachte: „Los! Sammle Fragen zur Wohnung! Schreib einen Text!“

31_Warum fehlen dem Pterodactylus-Skelett viele Rippenbögen und Halswirbel? Warum zeigt eine Fußkralle nach oben – aber die andere nach unten? Warum sehe ich überall in der Wohnung Bilder und verstreute Plüschfiguren von Hasen und Nagetieren (und ein paar Plastiksaurier), aber EIN einziges Dromedar? Wer hat in Schreibschrift und mit rotem Faden „Proletariat“ auf deine braune Stoffratte gestickt? Sind alle Tiere und Tierabbildungen in deiner Wohnung männlich? Das süffisante Känguru auch? Warum das Sam & Max-Poster in der Küche?

30_Warum hast du keine Kleiderbügel? Warum hast du keinen Spiegel im Bad? Warum hast du keinen Kühlschrank?

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29_Du hast mir angeboten, deinen Arbeitsplatz / Account im Weserland zu nutzen – aber 75 Euro monatlich, um 24 Stunden am Tag dort arbeiten, sitzen, surfen zu können? Oder sogar kochen? SNES spielen? Schlafen? Ich fand die Räume so ideal, das ganze Set-up unterstützenswert genug, um mich dort gleich selbst einzumieten: Drei Wochen lang war ich dort jede Nacht am Schreibtisch, ab 18 oder 20 Uhr – bis 2 oder 3. Ich kaufte noch eine „Kaffee-Flatrate“ dazu, für 15 Euro – aber trank am Ende doch nur Mate, jeden Abend. Ich hatte Ohrstöpsel dabei – aber kam trotzdem oft ins Gespräch. Mario. Heiko. Meko. Benno. Felix. Die lustige blonde Frau, die sagt „Ich bin Frederike – aber sag ruhig Franziska zu mir!“ Und Jacqueline, die mit einer Bestimmtheit und einem Verve jeden Raum betritt, der mich wünschen lässt, sie würde in einer neuen „Star Trek“-Serie ein Raumschiff kommandieren: „Captain auf der Brücke!“. Ich kann verstehen, warum du gern neben diesen Leuten, in dieser Atmosphäre schreibst und arbeitest.

28_Ich war nicht auf Konzerten. Ich war nicht bei Starbucks oder Dunkin’ Donuts, bei Ocelot, im Groben Unfug, bei ZEIT Online, ich war nicht bei Skype oder am Telefon, ich habe nichts getrunken. Nichts gestreamt. Nichts gebloggt. Freundin Simone sagt, der Saraha-Imbiss am Reuterplatz ist sehr gut, aber wir fanden – wie immer – keine Zeit. Freundin Simone sagt, das türkische Kaufhaus am Maybachufer verkauft den besten Hummus. Aber immer, wenn ich am Kottbusser Damm war, hatte es schon zu.

27_Ich habe ein ZEIT-Interview mit meinem Lieblingsautor vorbereitet, Stewart O’Nan – aber mich noch nicht getraut, um einen Termin zu bitten. Ich habe Pressearbeit für den neuen Verlag von Freund Felix gemacht – und eine Liste mit 170 Buchblogs mit Krimi- und Thriller-Schwerpunkt recherchiert. Ich habe Christiane Vorschläge für Autor*innen für eine neue E-Book-Anthologie gemailt. Wurde für ein Schul- und Leseprojekt namens Comment angefragt. Entdeckte ein paar neue, gute Comics. Plane ein paar Lesungen und Artikel im Herbst.

26_Fast ALLE Arbeitszeit der letzten Wochen aber gehörte dem Roman: Ich bin im 21. Kapitel von „Zimmer voller Freunde“. Noch ca. 15, 18 Monate Schreiben. Noch ca. 155 Seiten. Ich habe in deiner Wohnung jeden Tag für Stunden lektoriert. Gekürzt. Überarbeitet. Ich habe die selben Kapitel immer wieder neu gelesen – frisch ausgeschlafen oder viel zu müde. Schnell hintereinander oder Stück für Stück. Ich habe Sätze geändert, die mich seit zwei, drei Jahren vage störten. Ich habe Probleme (Rhythmus, Satzbau, Bildsprache, Motivketten, Dialoge, Timing) gelöst, die mir seit Schreib-Beginn nachspukten. Ich war fleißig. Konzentriert. Allein. Sortiert. Verbissen – aber entspannt.

25_Und glücklich!

24_Ich habe mir in den letzten drei Wochen KEINE Zeit genommen für: Die Longlist des deutschen Buchpreis’, Geburtstage meiner Freunde daheim in Baden-Württemberg, neue Blogposts, den Sommer, lange Familien-Gespräche.

23_Ich habe mir einen Schal um den Kopf gewickelt, zum Schlafen: Die Vorhangstange im Schlafzimmer wackelt, und ich hatte Angst, dass mir der Vorhang runterfällt. Dass deine Wohnung auch Elektro-Rollläden hat, verstand ich erst letzte Woche. Aber ehrlich: Ich glaube, ohne das Gefühl des Schals um meinen Kopf könnte ich eh nicht mehr einschlafen.

22_Ich war überrascht, fast jeden Tag der einzige, letzte Schreiber im Weserland zu sein. Aber Simone sagt: „Wer sich einen Platz in einem Gemeinschaftsbüro mietet, wünscht sich vielleicht auch mehr Struktur in seinen Tagen: Bürozeiten, ein fester Rhythmus, 9 to 5.“

21_Allein zu sein in einem warmen, hellen Riesenraum mit Lichterketten und kleinen, warmen Leuchten und Hunderten Origami-Kranichen an der Decke – und allen 20 Minuten durch die großen Fenster einer anderen betrunkenen, glücklichen Weserstraßen-Frau mit Smartphone zuzulächeln („I’m just photographing your birds! Beautiful!“) fühlte sich 20 Abende am Stück sehr gut und richtig an! Ich hatte Zeit für mich selbst – aber kam mir dennoch vor, als sei ich angeschlossen an die Stadt. Die Straße. Die Welt.

20_Das Lied auf Repeat, die letzten Wochen? Lisa Hannigans „Paper House“:

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19_2014 ist das erste Jahr seit 2009, an dem ich mir keine drei, vier Monate Nordamerika leisten kann: 5 Jahre lang war ich jeden Frühling in Toronto. Letzten Herbst war ich 9 Wochen lang in New York. Aber 2014 wollte ich VIEL mehr am Roman arbeiten (hat geklappt), weniger Bezahljobs machen (hat nicht geklappt: ich habe noch nie so viel gejobbt – aber hatte auch noch nie so viel Spaß in Seminar-, Journalismus- und Übersetzungs-Projekten)… und musste Schulden bei der Krankenkasse abbezahlen.

18_In Berlin war ich 20, 25 Mal in den letzten zehn Jahren – aber nie länger als fünf, sechs Tage. Meist schlafe ich bei Simone; und das ist… essentiell, für unsere Freundschaft – und immer schön. Doch wer in Hildesheim studiert, zieht meist zum Schreiben seiner Diplomarbeit hierher, und bleibt dann hängen: Fast ALLE Freunde, fast alle Erzfeinde, fast alle Menschen, die schon im Studium nervten, sind jetzt hier – und wenn ich komme, mache ich jedes Mal ein Dutzend Termine. Richte mich nach Auftraggebern. Freunden. Allen Menschen, bei denen ich ein schlechtes Gewissen habe, dass wir uns selten sehen: Eine Stunde S-Bahn – Kaffee mit A. – eine Stunde S-Bahn – Kaffee mit B. – eine Stunde U-Bahn – Kaffee mit C. – eine Stunde durch viel zu breite, zugige Straßen – Literaturzeugs – eine Stunde U-Bahn – und dann wie tot auf der Matratze in Simones Küche liegen… und neue Termine ausmachen, für morgen.

17_Dieses Mal sagte ich der Facebook-Welt und allen Auftraggebern nur: Ich bin die nächsten Wochen tagsüber aus dem Spiel. Erst abends erreicht ihr mich online, wie immer. Sebastian? Jakob? Frank? Andrea? Marcel? Fabian? Daniela? Stephan? Richard? Britta? David? Felix? Dana? Jo? Hans? Martin? Nicola? Anne? Minette? Entschuldigt, dass ich hinter eurem Rücken nach Berlin kam: Hätte ich mich angemeldet, fest verabredet – ich hätte nicht halb so viel geschafft. Und hätte am vierten, fünften Tag vor Müdigkeit und Frustration geweint:

16_Das war das ERSTE Mal, dass ich zum Arbeiten / Schreiben gekommen bin, hier in Berlin.

15_Nach vier Tagen traf ich Simone zum Kaffee. Und abends Kenny und seinen Mann – die seit August für ein Jahr aus Toronto nach Berlin gezogen sind, damit Kenny für ein Buch über den Umgang mit Behinderten in der DDR recherchieren kann: Wir sind enge Toronto-Freunde, und er war letzten Herbst / Winter schon in hier… und sehr enttäuscht, dass ich nur einmal her kam, in der Zeit. Dieses Mal sahen wir uns beinahe wöchentlich – u.a. zu seiner Lesung. Das war sehr gut…

14_obwohl mich stört, wie schnell aus jedem Treffen mit Freunden Hydra-Köpfe für WEITERE Treffen wachsen: „You should be here on my birthday in September!“, „Do you have plans for Hanukkah?“, „We will spend two nights watching the old ‘Holocaust’ mini-series with several scholars and activists: Do you want to join?“, „You have never been to lab.oratory?“, „Why do you avoid opera? And museums?“, „Just get a permanent apartment here! You’re 31. Move!“

13_Mein wichtigstes Dating-Profil zählt je zwei Dutzend toller Frauen und Männer auf. Die Frauen-Liste endet mit „Julie Delpy (und Ethan Hawke)“, die Männer-Liste mit „Ethan Hawke (und Julie Delpy)“, und als ein schlauer, quatschiger Florist mich anmailt und vorschlägt, mit dem Zug nach Wien zu fahren und dort die Nacht durchzumachen, kriegt er Originalitäts- und Sympathiepunkte.

12_Am ersten Sonntag hier verabreden wir uns, um „Before Midnight“ zu sehen. Ich übernachte bei ihm. Am zweiten Samstag verabreden wir uns für „Capote“. Aber kommen nicht dazu, den Film einzulegen. Letzten Samstag übernachte ich wieder dort. Wir essen die Gummibärchen der „Fan Edition“ im Dunkeln und versuchen, den Geschmack zu erraten – aber Aprikose und Heidelbeere schmecken völlig gleich.

11_Ich habe gelesen, seit Ende Juli: „White like me“ von Tim Wise (Empfehlung!), „A World away“ von Stewart O’Nan (schleppend und freudlos), mittelgute „Batman: Incorporated“ und „Batman: Zero Year“-Comics von Grant Morrison und Scott Snyder, schlechte aktuelle „Batgirl“-, „Aquaman“-, „Nightwing“- und „Batman/Superman“-Bände, okaye Indie-Comics („Sex Criminals“, „The Wake“), die sehr guten Marvel-Reihen „She-Hulk“ und „Ms. Marvel“ und das brillante „Afterlife with Archie“: bisher mein Buch des Jahres! Dazu Paul Hornschemeyers „Mother, come home“ (aus deinem Bücherregal) und einen Zoran-Drvenkar-Thriller, beruflich.

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10_Letztes Jahr war ich ein Wochenende lang in Freds Stuttgarter Wohnung. Im Januar für fast vier Wochen in Karlsruhe, während Lena auf Jamaika war. Im März lebte ich im Münchner WG-Zimmer meiner Schwester – und vor fünf Wochen ein zweites Mal bei Lena. Ich mag das Haus, in dem ich schreibe. Aber mir helfen diese Tapetenwechsel sehr: Städte treiben mich an. Bringen mich weiter. Geben mir das Gefühl, dass es Optionen gibt.

09_Eine beinahe 70jährige Ex-Vermieterin und Freundin aus Toronto, Linda, sagte 2010, sie möchte Couchsurferin werden, in Europa. Sie pflegte ihre demente Mutter – doch 2012, nach deren Tod, machte sie konkrete Reisepläne: Italien? Spanien? „Komm jederzeit zu mir! Ich freue mich!“ Letzten Semptember musste ich nach Berlin – und konnte Linda nur anbieten, sie erstmal dort zu treffen. „Ich habe keine Hotel- oder Unterkunfts-Ideen. Aber wenn du willst, frage ich auf Facebook nach Couchsurfing-Tipps.“

08_“Stefan? Deine Freundin kann bei mir übernachten!“, hast du auf Facebook angeboten… und uns sofort ein Google-.doc geschickt, mit allen Kniffen und Marotten der Wohnung: „Please don’t remove the sheets on the bed when you leave, unless you’ve been doing something really nasty, like eating Zwieback in bed. I might return drunk and/or tired, in which case I much prefer used sheets to changing them first. Changing sheets on a waterbed is a major operation not to be undertaken lightly, like putting a cat into a cat carrier.“

07_Linda hatte großartige Tage. Und blieb danach noch fast drei Wochen bei meiner Mutter auf dem Land, bei Heidelberg. „It’s a very basic apartment. There’s no fridge. But K.’s priorities are clear: That’s a cool life!”, erklärte Linda meiner Mutter. Und half mir damit weiter: Wie viele Duftkerzen, Espressotassen, Rasenmäher will ICH anhäufen, bis ich Mitte 40 bin? Am liebsten: keine! Seit Linda meiner Mutter Kunde gab, dass – echte, erfolgreiche, glückliche Berliner Autorinnen / Journalistinnen – sehr gut durchs Leben kommen OHNE solche Requisiten, reagiert auch meine Familie entspannter: „K. hat keinen Kühlschrank. Und trotzdem kam noch keine Erwachsenen-Polizei, um sie zu verhaften!“ Mir ist dein Leben sehr plausibel: Du bist – auch und besonders in solchen lebenspraktischen Entscheidungen – ein role model für mich.

06_In Woche 1 war ich nervös, dass dein Wasserbett platzt oder ausläuft. (Das ist in „Akte X“ passiert.) In Woche 2 fragte ich mich, ob es – von innen elektrisch beheizt – auch Feuer fangen könnte? Oder mich mit Stromschlägen töten? Vorgestern las ich deinen Bondage-Ratgeber im Bett und merkte plötzlich: Ah. DAFÜR sind diese Haken da, am Bettrahmen! Mir hat das luxuriöse Bett – in diesen drei Wochen – fünfmal mehr Lebensqualität geschenkt, als mir die Kühlschranklosigkeit zu nehmen drohte: Wer Edeka, Netto, Kaufland im 200-Meter Radius um die Wohnung hat (und: einen Weserland-Kühlschrank, für Notfälle), kommt gut zurecht. [und ehrlich: oft ist auch der Kühlschrank in meinem Schreib-Haus auf dem Land über Wochen ausgestellt, und ich kühle nur im Haus meiner Mutter.]
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05_Ich war mit Christian und Anika auf der Thai-Wiese im Preußenpark und habe Nudeln, Fisch, Tempura-Shrimps gegessen. Wir waren in „Boyhood“ (großartig; und deutlich besser als „Before Midnight) und mussten fast 20 Spätis durchprobieren, um roten „Monster“-Energydrink zu finden. Ich feierte Simones Geburtstag im Südblock. War mit einem Petplayer / Fantasy-Blogger im [drögen] „Prinzknecht“ („Mein Ex und ich hatten eine Zwangsjacke – aber er zog nach London, und bei der Trennung wurde IHM die Jacke zugesprochen. Das war traurig!“), lud Kai zum Essen ein in Tangs Kantine. „Kai? Es ist tut mir SO Leid, dass ich zehn Tage lang hinter deinem Rücken in der Stadt war! Kommt nie wieder vor.“ – „Ich freue mich über jede Begegnung mit dir. Aber wenn ich dich auf der anderen Straßenseite sehen würde und mir wäre nicht danach, zu reden – ich würde dich nicht rufen.“ (Und DARUM sind wir Freunde!)

04_Zur Hochzeit habe ich Fanny und Holger (Freiburg) einen 200-Euro-Gutschein bei „ocelot“ geschenkt – und aus dem Nichts schrieb Fanny: „Wir waren heute einkaufen, in Berlin: „The Goldfinch“ von Donna Tartt, „Schlafgänger“ von Dorothee Elmiger, „Unternehmer“ von Matthias Nawrat, „Pierre Bourdieu: eine systematische Einführung“ von Hans Peter Müller, „Johann Holtrop“ von Rainald Goetz, „Der Trinker“ von Hans Fallada, „Alle Welt“ – ein Kinderbuch-Atlas, „What I loved“ von Siri Hustvedt, „Mädchenhimmel“ von Lili Grün, „Heringe“ von Holger Teschke, „Die Ausgewanderten“ von W.G. Sebald, „Ein ganzes Leben“ von Robert Seetaler, „Just Kids“ von Patti Smith.

03_“Ich bin hier! In der Stadt!“ mailte ich zurück und wir waren Eisessen am Kanal, liefen durch Neukölln und suchten ein Café – und trafen Schreiber-Freund Michael Spyra auf der Straße: einen meiner Lieblingsmenschen. Er wollte grade Kaffee trinken gehen, mit einer Freundin, und für fast drei Stunden saßen wir zu fünft, spontan und aufgedreht-entspannt mitten am Kanal. Mitten im August. Mitten in Berlin.

02_“Ich bin im September kaum in Baden-Württemberg – und auch jetzt im August viel unterwegs“, postete ich vor zwei Wochen auf Facebook: „Falls jemand ein paar Tage Ruhe / Grün braucht: Meldet euch! Das leerstehende Haus, in dem ich normalerweise schreibe, steht… ähm… leer.“ – „Ich würde SO gerne“, schrieb Wiebke. „Wenns nicht so weit weg wär…“ Daniela. Und mir wird klar, welches Glück ich habe – als Freelancer / freier Schreiber. Freunde? Wenn ihr mir Zeit in Wohnungen / Städten schenkt, macht ihr mich damit irrsinnig glücklich. Ich wünschte, ich könnte mich revanchieren, mit einem vergleichbaren Angebot!

01_Letzte Woche war der Wäscheständer voll. Also hängte ich Hemden über die Lehnen der Küchenstühle, zum Trocknen. Und an den Knauf des Sicherungskastens. Ich wollte dir irgend etwas Schrulliges notieren, über meine Zeit in deiner Wohnung: „Ich hängte ein Hemd an deinen Sicherungskasten-Knauf.“ Aber dachte jetzt erst, vor Beginn des Texts: „Was, wenn es gar kein Sicherungskasten ist? Sondern… ein Medizinschrank? Los: Kuck kurz rein. Dann weißt du’s!“

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Literaturkritik im Netz: Kritik vs. Testberichte

literaturkritik.
Stefan Mesch
, geboren 1983 in Sinsheim (Baden), schreibt “Zimmer voller Freunde”, seinen ersten Roman.

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Litlog.de und das Literarische Zentrum Göttingen…
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…stellten mir 7 Fragen über meine Arbeit als Literaturkritiker und Blogger:
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Sind Sie On- oder Offline-Leser?

Ich bin 8 bis 12 Stunden täglich online, lese 30 bis 50 Artikel, Kritiken, Essays, Features im Lauf des Tages und teile / kommentiere sehr viel auf Facebook (Freunde werden?).

Ich lese ebooks auf dem iPad (Garten, Zugfahren, unterwegs) oder, wenn ich Textstellen teilen und markieren will… und keinen Nerv für iTunes, das iPad-Akku, die Konvertierung von .epub zu .mobi und das Update meiner Kindle-Software habe… oft direkt am Rechner.

In meiner perfekten Welt würde ich zehnmal am Tag zwischen Redaktionen, Archiven, Cafés, Buchhandlungen und den Wohnungen meiner Freunde wechseln…

…statt mühsam, krampfig und abstrakt ganze Tage lang nur zwischen Browser-Tabs und Bookmarks zu springen: spröde dargestellte Leseproben bei Amazon, hässliche Verlags-Websites, virtuelle “Bücherregale” bei Goodreads… vieles könnte flüssiger, sinnlicher, schöner gestaltet sein.

Aber: eine Textstelle lesen… und sie mit fünf Klicks mit der Welt teilen? Über einen Namen stolpern… und sofort Hintergründe googeln? Jedes Jahr erfahre ich leichter, schneller von besseren Autoren und Büchern. Meine Listen, Dialoge, Entscheidungen und Empfehlungen, meine Auswahl und meine Netze werden reicher und effektiver. Ich bin ein Listen- und Register-Nerd. Mir kommt das Netz da SEHR entgegen.

Wahrscheinlich (hoffentlich?) sind Bücher im Netz in 8 Jahren so weit …wie heute Musik:

  • Mein last.fm-Account kennt 62.000 Songs, die ich seit 2006 dort [...und im Media Player, von der Festplatte aus] abspielte.
  • Fast 2000 dieser Songs habe ich als Lieblinge markiert.
  • Über 5000 Songs [und ganze Bands] als Titel, die ich nie mehr hören will.
  • Mit diesen Daten spielt mir das Last.fm Discovery-Radio Musik von Künstler*innen, die ich noch nicht kenne.
  • Ich drücke von Zeit zu Zeit, nebenher und ohne viel Aufwand ein “Verbannen”- oder “Lieben”-Symbol. Tagge die besten Songs als persönliche Favoriten. Verbessere mein Radio…
  • …und suche diese neuen Bands dann alle paar Monate noch einmal ausführlich bei Spotify:
  • Mit zwei, drei Klicks kann ich dort alle Songs fast jeder Band durchhören…
  • …mir dabei drei, fünf oder 120 Lieblingstitel speichern.
  • …meine Favorite in mein Spotify-Archiv setzen.
  • …googeln, ob ich Youtube-Versionen oder Gratis-Downloads für Festplatte und den CD-Player im Auto finde.
  • …und meine Entdeckungen bloggen und teilen.

Natürlich wollen Verlage, Buchhändler und Plattformen Walled Gardens schaffen – aber ich… befürchte (?) / hoffe (?), dass Literatur im Netz sehr bald so offen, frei, bequem zu finden und zu teilen ist. Klar stehe ich fünfzigmal lieber in einer großen Buchhandlung in New York und lese alle Neuerscheinungen Probe. Aber dass ich auch hier in der Provinz, im Dorf, den Laptop auf den Knien – den Literaturbetrieb verfolgen kann… macht meine ganze Existenz als freier Literaturkritiker und Autor erst möglich.

Karla Paul sagt oft, sie schätzt e-books beim Reisen und Pendeln. Hörbücher beim Joggen oder Sport. Gebundene Bücher im Bett. Je mehr Formate ihr angeboten werden, desto leichter kann sie Bücher in jeder Spalte ihres Alltags unterbringen. Das ist das größte Glück von digitalem Lesen. Leichter. Schneller. Flexibler. Mehr. Ganz andere Bücher finden plötzlich in mein Leben.

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Welches Buch empfehlen Sie uns? Warum?

Ich empfehle…

Für ZEIT Online schrieb ich 2011:

Zum Heulen klug. Egal, wie “wichtig” oder “lohnenswert” ein Buch sich liest – es bleibt ein kleiner Sarg, in dem ein Nachmittag oder ein Wochenende begraben liegt: Der Sommer ist halb vorbei. Die Tage werden kostbarer und kürzer. Wie viele Fehlstarts, Umwege und Sackgassen erträgt ein gutes Leben? Gabriel Bá und Fábio Moon, Zwillingsbrüder aus São Paulo, zeigen in Daytripper zehn End- und Wendepunkte im Leben des brasilianischen Journalisten Bras de Olivias Dominguez. Bras schreibt die Nachrufe der Tageszeitung. Doch seine eigenen Träume müssen warten, jahrelang. Auf Deutsch ist der zum Heulen kluge Comic vorerst nicht geplant. Dann also: Die US-Ausgabe! So brutal zärtlich, ernst und hoffnungsvoll brüllt kaum ein anderes Buch: “Du stirbst. Wach auf! Fang an, zu leben!”

Gabriel Bá, Fábio Moon: DaytripperDC Comics / Vertigo Verlag 2011, 256 S., 14.50 Euro. Deutsche Ausgabe bei Panini 2013, 256 Seiten, 24.99 Euro.

Meine 20 bis 30 Lieblingsbücher empfehle ich einmal pro Jahr hier:

Ältere Favoriten sind hier gesammelt:

Und hier alle Bücher, die ich Freunden und Familie schenke – mit ihren Reaktionen:

Heute aber – so empathisch es nur geht: “Daytripper”! Denn Comics sind teuer. Schwer zu finden. Und vielen Menschen schon als Gattung / Form suspekt. Begeisterung und Respekt für Comics zu vermitteln ist selbst bei Leuten, die Romane verschlingen, oft viel, viel zu schwer. Deshalb nochmal, mit aller Begeisterung: Selbst, falls euch Comics bisher enttäuschten – investiert in dieses Buch!

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Leseanregungen holen Sie sich bei (Magazin, Zeitung, Blog)?

Im Februar 2013 habe ich für Christoph Koch super-ausführlich aufgeschrieben, was ich lese – und wo.

Ich würde sehr gern “Ein Lied von Eis und Feuer” lesen. Und Karl-Ove Knausgard. Jede Zeile Dietmar Dath oder W.G. Sebald. Und abends erstmal “Homeland” sehen. Jedes Jahr kommen 100, 200 Titel, “über die alle Welt spricht” – doch ich versuche, mir damit nicht zu viel Lese- und Entdeckungs-Zeit zu nehmen:

Ich will Bücher finden, die niemand kennt – aber so viele Leute wie möglich kennen sollten.

Ich sehe mich als Scout. Entdecker. Archäologe.

Niemandem ist geholfen, wenn ich die selben Bücher finde und lobe wie Iris Radisch oder Denis Scheck. Ich bin Experte für US-Literatur. Für Graphic Novels und Superhelden. Und für Schnittstellen zwischen Genre – Sci-Fi, Horror, Krimi, Chick Lit – und klassischem Erzählen. Und: Ich suche Bücher, die Abschied und Verlusterfahrungen beschreiben.

Ich habe einen Goodreads-Zweitaccount, in dem ich alle Bücher, die mich interessieren, markiere.

Neue Titel finde ich u.a. bei KirkusBook RiotEric ForbesThe Millions. Über Freunde / Kuratoren wie Oriana LeckertMara GieseJan Drees und den We Read Indie-Bloggerinnen. In meinem RSS-Reader sind u.a.

Zweimal im Jahr lese ich durch alle 400 bis 600 deutsche oder ins Deutsche übertragene Romane, die neu im Perlentaucher verzeichnet sind, und vor den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt kucke ich nochmal gründlich durch alle Belletristik-Neuerscheinungen bei Amazon.

Einmal im Monat sammle ich je 15 Bücher, die ich spannend genug fand, um sie zu kaufen / zu lesen im Blog, unter der Reihe “Underdog Literature”. In den letzten Monaten waren das u.a.:

Vom Zeitpunkt, an dem ich zum ersten Mal von einem Buch höre… bis zum Moment, in dem ich tatsächlich die ersten Seiten lese, können Monate vergehen. Und dann noch einmal Jahre, bis der Titel auch auf Deutsch erscheint und ich Grund und Auftraggeber für eine Rezension gefunden habe.

Trotzdem bin ich sehr froh, so viel Zeit im US- und im kanadischen Markt zu verbringen, und in Nischen wie Comics oder Science Fiction. Im Gleichschritt mit 20 anderen deutschsprachigen Kritikern durch die deutschen Verlagsvorschauen blättern… das ist oft der langweiligste Teil meiner Suchen. :-)

2014 WordPress Regal

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Sie versuchen, Menschen von Ihrer Idee zu überzeugen, indem…?

Reden wir übers große Ganze?

Aber: Mir fehlen Verbissenheit und Ehrgeiz, EINEN Menschen zu EINER Idee zu bekehren. Meist habe ich Fragen. Keine fertigen Thesen. An solchen Fragen zu arbeiten… in Texten… und dann MIT ANDEREN immer neu, immer weiter zu reden… ja. Bitte! Ich bin Kulturjournalist. Ich will mein ganzes Leben Text aufsaugen… und in eigenen Texten weiter denken!

Oder ist die Frage nur:

“IHR Urteil? Als Kritiker? Warum sollte ICH dem trauen?”

Als Lektor, als Leser und in den Textwerkstätten und Redaktionssitzungen im Studium half es oft, zu fragen: Was will der Text? Wohin will diese Erzählung? Welche Ansprüche setzt diese Stimme an sich selbst – und (wie?) kann es sie erfüllen? Meist lässt sich schon ein gutes Stück vor Abschluss / Ende besser erkennen, was ein Text zu sein versucht – und ob ihm das gelingt. Wer Kritiken schreibt, trägt seine Hoffnungen, Maßstäbe, Ansprüche und seinen Hunger an ein Buch. Als Kritiker zu belegen und in Worte zu fassen, auf welche Weisen, auf welchen Ebenen ein Buch gelingt und scheitert, klappt nur, wenn ich selbst transparent mache:  DAS war meine Hoffnung. DAS ist mein Maßstab. HIER liegt mein Anspruch.

Wer meine Kritik liest, muss beides an sich prüfen können:

Ob das Buch zu ihm passt. Und, ob ich als Kritiker ähnliche Dinge verlange, suche, brauche wie er als Leser.

Ihre absolute/r Lieblingskritiker/in? Warum er/sie?

“Ist das Buch eher gut – oder schlecht?” Dafür brauche ich oft noch keine Kritik. Meist hilft schon, ganz brachial, ein Goodreads-Massen-Votum. Zufriedene Masse = deutliches Signal: IRGENDWAS macht dieses Buch richtig. Nochmal genauer reinkucken! Leseprobe lesen!

“Ist das Buch eher gut – aber gibt es Probleme?”

Auch dafür lese ich selten eine Kritik – sondern lieber ein paar knappe 2-, 3-Sterne-Rezensionen: Wer war enttäuscht? Wird mir diese Enttäuschung plausibel gemacht? Falls nicht: Eigene Meinung bilden! Leseprobe lesen!
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“Ist das Buch vermutlich sehr, sehr gut?”
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…dann lese ich das Buch statt der Kritik.
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“Ist das Buch vermutlich gar nichts für mich?”
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…DANN lese ich die Kritik. Um zuzusehen, wie andere Menschen sich am Titel abarbeiten. So, als würden Kritiker-Kollegen auf Dates gehen – mit Partnern, auf die ich selbst erstmal keine Lust habe. Als Leser der Kritik bin ich – mit sicherem Abstand – dabei. Und egal, ob es Küsse gibt oder Streit, eisiges Schweigen oder eine große Liebe: Ich lerne viel über den Kritiker. UND das Buch. Und sehe danach oft beide mit anderen Augen.

Kritiker, die ich mag?

…in Sachen Film / TV. Und in Sachen Comics:

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Welches Buch lesen Sie als nächstes? Wieso?

Zum Erscheinen der deutschen Ausgabe von “The Odds” / “Die Chance” will ich Stewart O’Nan interviewen: meinen lebenden Lieblingsautor. Ein paar kleinere Bücher von ihm hole ich jetzt nach, zur Vorbereitung: “Der Zirkusbrand”“Sommer der Züge” und “Faithful”, mit Stephen King.

Zweimal im Jahr, im Sommer und zu Weihnachten, geben Redakteure und freie Mitarbeiter von ZEIT Online möglichst aktuelle Buchtipps. Kandidaten für meinen Sommerbuchtipp sind gerade:

Privat / zum Vergnügen lese ich gerade noch “Tango für einen Hund” von Hildesheimfreundin und -Kollegin Sabrina Janesch (Mitte Juli im Aufbau Verlag), ein “Tschick”-artiges, sehr süffiges und gut gelauntes Niedersachsen-Road-Novel. Mein nächster Comic wird die “Adventures of Superman”-Reihe [ich bin großer 'Superman'- und Lois-Lane-Fan], danach neue Bände von “Batwoman”“Wonder Woman” und “Saga”.

Mein “Currently Reading”-Regal auf Goodreads: Link.

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Drei Zutaten einer idealen Literaturkritik:

Die schnelle Tendenz (gut oder schlecht?) kann schon die Schwarmintelligenz aufzeigen.

Die Stärken und Schwächen / Pros und Cons stehen in Testberichten von Rezensenten.

Eine Kritik aber, oft über 4000 Zeichen lang, macht mich glücklich, wenn sie MEHR bietet als einen engen “Ist das gut? WAS ist gut?”-Blick auf EIN Buch:

Ich will den Autor kennen lernen und verstehen.

Ich will den Kritiker kennen lernen, verstehen (und, gerne: lachen!).

Und ich will IRGEND ETWAS über die Welt lernen und verstehen, das mir zeigt: Du hast grade nicht nur einen Testbericht zu einem Buch gelesen, das du vermutlich niemals lesen wirst (und wolltest). Sondern: etwas Größeres erfahren, von dem ein Kritiker sehr sicher war, dass du es wirklich, wirklich wissen solltest.

A.

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am Samstag, 24. Mai 2014 gab ich ein Uni-Seminar in Göttingen: Freier Journalismus: Profile, Chancen, Social Media

“Wer schreibt, liest, publiziert? Wer findet seinen Platz? Wer wird gehört? Stefan Mesch, 31, schreibt Essays, Features, traditionelle Literaturkritik u.a. für ZEIT Online und den Berliner Tagesspiegel. Themen finden, an Redakteure pitchen, Formen und Profil als Kritiker entwickeln sind sein halbes Leben.

Die andere Hälfte? Social Reading. Bloggen. Scouting – und die Arbeit am ersten Roman. Im Workshop für ca. 20 Teilnehmer, Samstag, 24. Mai, werden Schreibhaltungen, Leser- und Verlagsprofile, Nischen, Plattformen im Netz und Strategien zum Einstieg und zur täglichen Arbeit als Kulturjournalist vermittelt:

Mainstream? Abseits? Gegenkultur? WO kann ich sprechen? Und wovon soll ich leben? Eine erste Hilfe.

Danach war ich – zusammen mit Harun Maye [Link] auf DIESEM Podium [Link] im Literarischen Zentrum Göttingen. Artikel u.a. hier:

Vielen Dank an das Zentrum… und Johanna Karch, Peer Trilcke, Kai Sina und Christian Dinger. Gerne immer wieder!

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Best New Books – Summer 2014: New Novels & Recommendations

Underdog Literature July 2014
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Here are 20 books that caught my interest lately.

Fresh, off-beat, quirky or curious titles that might deserve more attention…

all published in the first half of 2014.

see also:

for a list of cool upcoming titles… click here [Link]

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01: EMILY GOULD, “Friendship”, 272 pages, July 1st 2014.

Friendship

02: TYLER McMAHON, “Kilometer 99″, 352 pages, June 2014.

Kilometer 99: A Novel

03: WALLY RUDOLPH, “Four Corners”, 304 pages, June 2014. [pen name of "Sons of Anarchy" actor Walther Wong.]

Four Corners: A Novel

04: LISA GRAFF, “Absolutely Almost”, 304 pages, June 2014. [Middle-Grade]

Absolutely Almost

05: HEATHER O’NEILL, “The Girl who was Saturday Night”, 416 pages, May 2014.

The Girl Who Was Saturday Night

06: EMMA JANE UNSWORTH, “Animals”, 288 pages, May 2014.

Animals

07: BRET ANTHONY JOHNSTON, “Remember me like this”, 384 pages, May 2014.

Remember Me Like This

08: JESSICA V. BARNETT, “Freak Camp”, 226 pages, April 2014. [Young Adult]

Freak Camp: Posts From a Previously Normal Girl (Vol. 1)

09: MICHELLE GABLE, “A Paris Apartment”, 378 pages, April 2014. [Chick Lit]

A Paris Apartment

10: BRANDY COLBERT, “Pointe”, 352 pages, April 2014. [Young Adult]

Pointe

11: SEAN MICHAELS, “Us Conductors”, 464 pages, April 2014.

Us Conductors: A Novel

12: WU MING-YI, “The Man with the Compound Eyes”, 304 pages, 2013 / 2014.

The Man with the Compound Eyes

13: DARRAGH McKEON, “All that is solid melts into Air”, 400 pages, March 2014.

All That is Solid Melts into Air

14: ANTONIA CRANE, “Spent. A Memoir”, 312 pages, Februar 2014.

Spent: A Memoir

15: TOM WILLIAMS, “Don’t start me talkin'”, 220 pages, February 2014.

Don't Start Me Talkin'

16: PORTER SHREVE, “The End of the Book”, 211 pages, February 2014.

The End of the Book

17: ANDREW PETTEGREE, “The Invention of News: How the World came to knew about itself”, 456 pages, February 2014. [Nonfiction / Cultural History of Journalism]

The Invention of News: How the World Came to Know About Itself

18: ALEX TIZON, “Little Big Man: In Search of my Asian Self”, 272 pages, January / June 2014. [Memoir / Cultural Studies]

Big Little Man: In Search of My Asian Self

19: NICOLE C. KEAR, “Now I see you. A Memoir”, 288 pages, June 2014. [Memoir about going blind]

Now I See You: A Memoir

20: CELESTE NG, “Everything I never told you”, 304 pages, June 2014.

Everything I Never Told You

 

Here are two recent novels that I’ve read – and that were really good:

4 of 5 stars: KIM CHURCH, “Byrd”, 228 pages, January 2014.

Byrd

4 of 5 stars: JENNY OFFILL, “Dept. of Speculation”, 182 pages, January 2014.

Dept. of Speculation

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